Kleiner Spaziergang, große Wirkung

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Cassandra Nox
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Kleiner Spaziergang, große Wirkung

Beitrag von Cassandra Nox »

Es sollte eigentlich nur ein kleiner Spaziergang nach Varuna werden, um zusammen mit Jasmin nach dem berühmt berüchtigten Badehaus zu suchen, von dem die sie schon das ein oder andere gehört haben soll, um sich einfach mal zu entspannen und die Erfahrungen und Erlebnisse der letzten Stunden und Tage noch einmal Revue passieren zu lassen. Doch hatte sie selbst eigentlich gar keine Lust auf ein Bad, sondern wollte vielmehr Jasmin bei der Suche nach einem Ort der Erfrischung nach der Jagd helfen.

Schon auf dem Weg nach Varuna blieben die Beiden ziemlich wortkarg und wirkten beide mehr in ihren Gedanken versunken, als dass sie sich unterhalten wollen würden.

Als sie durch den prunkvollen Südeingang, dem Haupttor, die Stadt betraten und die Pforte entlang bis hin zur großen Schmiede gingen, entschieden sie sich aufzuteilen, um der Suche Willen getrennte Wege zu gehen. Als sie sich ein wenig später und einige Straßen weiter nördlich wieder trafen und die Suche beider Damen keinen Erfolg hatte, entschieden sie sich im Gasthaus „Zur blühenden Weide“ einzukehren und das dortige Bad zu benutzen, zumal Jasmin ohnehin dort eingemietet hat und zumindest ihr dieser Vorzug problemlos gestattet sei.

Kaum angekommen verschwand Jasmin auch schon hinter dem Vorhang der Umkleide, während sich ihre Begleiterin an die Tür lehnte, nachdem sie diese langsam und vorsichtig hinter ihr geschlossen hatte. Doch was machte sie mit ihr in diesem Bad? Aus irgendeinem Grund, ging sie selbst mit ihr in das Bad hinein und machte auch zunächst weder die Anstalt dieses zu verlassen, noch den Blick vom Vorhang – wohl wartend auf ihr Wiederkommen- abzuwenden. War es, weil Jasmin sich durch sie an ihre ehemalige Schreiberin und wohl bis dahin engste Gefährtin erinnert fühlte und dieses Gefühl sie selbst irgendwie auch erreicht hatte? Irgendetwas war ohne Zweifel vorhanden, irgendein Band welches sie zusammenhielt – doch was genau? Sie wusste es nicht und blickte abwartend auf die Umkleide, aus der Jasmin kurze Zeit später auch heraustrat, nunmehr nur noch mit einem Tuch um ihren Körper gekleidet trat sie an das Becken heran und blickte kurz zu Cassandra, wohl bittend ihren Blick abzuwenden bis sie im Wasser sei. Dies und sich selbst auf sie starrend bemerkend, wendet sich sofort ihren Blick ein wenig verlegen ab und sieht gen Boden, auf ihren Wangen wohl eine leichte Röte.

„Ich… ich kann… auch draußen… warten, wenn… es dir so… unangenehm ist.“,
stammelt sie leise vor sich hin, den Blick noch immer abgewandt.
„Nein nein, du musst nicht gehen. Wenn du aber lieber draußen warten möchtest. Es ist deine Entscheidung.“,
meinte Jasmin daraufhin, sich wohl ein wenig aufrichtend und mit Seife einreibend, wohl die Chance nutzend, in der Cassandra noch den Blick abgewandt hielt.

„Ich werde wohl… dennoch kurz nach draußen… frische Luft schnappen…“,
erwidert sie abermals leise und huscht sogleich auch aus der Türe hinaus, schließt diese schnell hinter sich und geht, am Tresen vorbei, über den Haupteingang wieder nach draußen. Kaum wehte eine sanfte und wohltuende Brise Frischluft um ihr Näschen, erblickte sie auch alsbald eine verhüllte Person, welche sich auch durch die das Geräusch der sich öffnenden und wieder schließen der Türe des Gasthauses umgewandt hatte. Sogleich kam dieser auf den ersten Anschein unbekannte Mann auf sie zu und drängte sie mit leisen Worten ihm zu folgen, sich dabei wohl immer nach anderen umschauend wie als ob er verfolgt wird. Einige Schritte weiter und im Schutze des Schattens eines Baumes, gab er sich dann zu erkennen.

Es war Lorah! Er hatte doch tatsächlich den hinterhältigen Angriff von einst überlebt, wenn auch schwer gezeichnet und nahezu vollkommen entstellt. Doch sah sie es in seinen Augen, es musste er sein. Was er ihr allerdings zu erzählen hatte, sollte sie jedoch gleichmäßig überraschen wie auch zum Nachdenken, wenn nicht gar zum Handeln zwingen…
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