Familientreffen
- Juliette Fouquet
- Beiträge: 167
- Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:40
Familientreffen
Gelangweilt saß Juliette an diesem Tag auf dem Stuhl im Laden, darauf wartend, dass irgendetwas passiert. Prompt klopfte es an der Türe und die Schneiderin hob den Arm, um den Türschalter zu betätigen. Seufzend legte sie ein freundliches Lächeln auf und ging zum tresen, um die eintretende Dame anständig zu begrüßen und sie zu fragen, womit man ihr behilflich sein könne. Sie suche ein kleid für die Hochzeit ihrer Schwägerin, so die Antwort der dame, was Juliette schon ein wenig stutzig machte, würde sie doch ebenfalls in den nächsten tagen heiraten und erwartete ihre Schwägerin, aber.. nein, das konnte sie nicht sein, sie hätte doch ihren Ehemann, also juliettes bruder bei sich. Somit zufriedengestellt erfüllte Juliette die Wünsche der Kundin, bis sie schließlich nach dem Namen jener fragte, woraufhin diese monoton "madeleine de Fouquet" von sich gab. Juliette konnte es einfach nciht glauben!! Das also war ihre Schwägerin, stand einfach so plötzlich vor ihr. Ein zufriedenes Lächeln zierte Juliettes Züge als sie Madeleine daraufhin in die Arme schloss. Sie freute sich nicht nur für sich, nein, vor allem für Emilie, ihre kleine Nichte und Madeleines Tochter. Endlich würde sie ihre Eltern wiedersehen.
Ein paar Tage später kam dann auch Gerard, juliettes bruder, mit dem Schiff an, gerade noch rechtzeitig zur Hochzeit, zu der Emilie leider nicht kommen konnte, lag sie doch mit leichtem Fieber zu hause im Bett und konzentrierte sich auf das Gesund Werden. Es würde also weiterhin spannend bleiben, wie die Reaktionen werden...
Ein paar Tage später kam dann auch Gerard, juliettes bruder, mit dem Schiff an, gerade noch rechtzeitig zur Hochzeit, zu der Emilie leider nicht kommen konnte, lag sie doch mit leichtem Fieber zu hause im Bett und konzentrierte sich auf das Gesund Werden. Es würde also weiterhin spannend bleiben, wie die Reaktionen werden...
~On ne voit bien qu'avec le coeur, L'essentiel est invisible pour le yeux~
-
Madeleine de Fouquet
Madeleine war wütend. Wütend darüber dass sie den Wohnsitz ihrer Schwägerin nicht fand, wütend über die Tatsache dass sie diese Frau ohnehin nicht kannte, und mittlerweile hegte sie auch gewaltige Zweifel an der Richtigkeit ihres Unternehmens.
Es war vielleicht doch ein Fehler gewesen, die Reise anzutreten.
Für einen Moment schweiften ihre Gedanken ab, während sie nach einem langen und kalten Fußmarsch wieder vor Bajard stand.
Zuhause würde sie an ihrem war,en Kamin in der großen Halle sitzen, vermutlich mit ihrer Zofe plaudern und nebenher sticken, während sie darauf wartete, dass Gerard von einer seiner geliebten Jagdausflüge zurück kehrte.
Aber zuhause würde sie auch nie die Sorge um Emilie loslassen, die sie vor Monaten noch rascher weg schaffen mussten als es ihr Aufbruch nun gewesen war.
Die Gefahr dass ihr etwas zustoßen würde, war zu groß.
Und da weder Gerard noch sie einen anderen Ausweg fanden, hatten sie sie kurzerhand zum Hafen gebracht und zu nachschlafender Zeit auf ein Schiff in Richtung der Tante geschickt... die Tante, von der sie nur den Namen und nach vielen Nachforschungen nun auch den ungefähren Aufenthaltsort kannten....
Juliette..... doch wo steckte dieses Weib nun? Ein Hinweis den sie bekommen hatte, erwies sich als Irrtum, östlich von Varun gab es keine Schneiderei....
So blieb Madeleine wohl auch nichts anderes übrig als eine andere Schneiderin aufzusuchen.... nun, da sie ohnehin wieder nach Bajard zurückgekehrt war.
"Ja, Gerard, es war wirklich ein seltsamer Zufall..."
Noch am selben Abend war endlich Gerard eingetroffen. Früher als erwartet und dennoch viel zu spät.
Beide hatten beschlosen, sich in einer Taverne außerhalb Varuns aufzuwärmen, und die Gelegenheit zu nutzen, Informationen auszutauschen.
"Sie ist jung, aber nett und sehr herzlich, und sie war sehr bemüht um mich und nahm sich Zeit für die neuen Kleider die ich für die Hochzeit haben wollte....."
Viel hatte sie erfahren in den wenigen Stunden ihres Aufenthalts, ihr Schiff war erst in den frühen Morgenstunden am Hafen angekommen.
Berchrgard sein ein Dorf angefüllt mit Schmieden und anderen Handwerkern, Bajard ein Fischerdorf, das bei dem einen sehr beliebt sei, bei dem nächsten jedoch geächtet, verabscheut oder gar gefürchtet werde.
Rahal, eine Stadt in den Bergen hingegen sei angeblich voll von Gesindel, Anhängern Alatars... ach, und Letharen gäbe es dort angeblich.
Eine Tatsache, der Madeleine keinen Glauben schenken wolle ehe sie sich nicht selbst davon überzeugt hatte. Waren die Letharen dohc in ihrer Heimat nicht mehr als eine Legende, sie galten als ausgerottet vor Jahrzehnten...
Über dies alles informierte sie Gerard in aller Eile.
Zudem statte sie ihm genauen Bericht über alles ab, was sie zudem erreicht hatte.
Bei einem Haufen Handwerker hatte sie Silberplattenrüstungen für beide organisieren können, ein Bauer einer südlich gelegenen Insel hatte ihr Pferde überlassen, nachdem sie ihm eine tragische Geschichte vogejammert hatte....
Es gestaltete sich gut, zumindest besser als sie befürchtet hatte.
Denn nach Gerards Bericht stand nun beinahe fest, dass es keinen Weg mehr zurück gibt. Noch auf dem Weg zum Schiff war er überfallen worden, Leni, ihre Zofe die ihn zur Tarnung begleitet hatte, war dabei getötet worden - ein zusätzliches Ärgernis, da sie Madeleines Haare immer am besten frisieren konnte - und auch er selbst kam nur knapp davon.
Ja, die Situation spitzte sich in ihrer Heimat immer mehr zu.
Und nun auch noch die Hochzeitsfeier - in einem fremden Land, mittellos und unter lauter Unbekannten.
Nunja. sie würden die Sache langsam angehen lassen. Zuerst hieß es, heraus zu finden, auf wen man in diesem Lande vertrauen konnte, und wem man aus dem Weg zu gehen habe.
Und vor allem ihre Familie mit dem nun bald neuen Mitglied Kelgor Ma Hent interessierte Madeleine brennend............
Es war vielleicht doch ein Fehler gewesen, die Reise anzutreten.
Für einen Moment schweiften ihre Gedanken ab, während sie nach einem langen und kalten Fußmarsch wieder vor Bajard stand.
Zuhause würde sie an ihrem war,en Kamin in der großen Halle sitzen, vermutlich mit ihrer Zofe plaudern und nebenher sticken, während sie darauf wartete, dass Gerard von einer seiner geliebten Jagdausflüge zurück kehrte.
Aber zuhause würde sie auch nie die Sorge um Emilie loslassen, die sie vor Monaten noch rascher weg schaffen mussten als es ihr Aufbruch nun gewesen war.
Die Gefahr dass ihr etwas zustoßen würde, war zu groß.
Und da weder Gerard noch sie einen anderen Ausweg fanden, hatten sie sie kurzerhand zum Hafen gebracht und zu nachschlafender Zeit auf ein Schiff in Richtung der Tante geschickt... die Tante, von der sie nur den Namen und nach vielen Nachforschungen nun auch den ungefähren Aufenthaltsort kannten....
Juliette..... doch wo steckte dieses Weib nun? Ein Hinweis den sie bekommen hatte, erwies sich als Irrtum, östlich von Varun gab es keine Schneiderei....
So blieb Madeleine wohl auch nichts anderes übrig als eine andere Schneiderin aufzusuchen.... nun, da sie ohnehin wieder nach Bajard zurückgekehrt war.
"Ja, Gerard, es war wirklich ein seltsamer Zufall..."
Noch am selben Abend war endlich Gerard eingetroffen. Früher als erwartet und dennoch viel zu spät.
Beide hatten beschlosen, sich in einer Taverne außerhalb Varuns aufzuwärmen, und die Gelegenheit zu nutzen, Informationen auszutauschen.
"Sie ist jung, aber nett und sehr herzlich, und sie war sehr bemüht um mich und nahm sich Zeit für die neuen Kleider die ich für die Hochzeit haben wollte....."
Viel hatte sie erfahren in den wenigen Stunden ihres Aufenthalts, ihr Schiff war erst in den frühen Morgenstunden am Hafen angekommen.
Berchrgard sein ein Dorf angefüllt mit Schmieden und anderen Handwerkern, Bajard ein Fischerdorf, das bei dem einen sehr beliebt sei, bei dem nächsten jedoch geächtet, verabscheut oder gar gefürchtet werde.
Rahal, eine Stadt in den Bergen hingegen sei angeblich voll von Gesindel, Anhängern Alatars... ach, und Letharen gäbe es dort angeblich.
Eine Tatsache, der Madeleine keinen Glauben schenken wolle ehe sie sich nicht selbst davon überzeugt hatte. Waren die Letharen dohc in ihrer Heimat nicht mehr als eine Legende, sie galten als ausgerottet vor Jahrzehnten...
Über dies alles informierte sie Gerard in aller Eile.
Zudem statte sie ihm genauen Bericht über alles ab, was sie zudem erreicht hatte.
Bei einem Haufen Handwerker hatte sie Silberplattenrüstungen für beide organisieren können, ein Bauer einer südlich gelegenen Insel hatte ihr Pferde überlassen, nachdem sie ihm eine tragische Geschichte vogejammert hatte....
Es gestaltete sich gut, zumindest besser als sie befürchtet hatte.
Denn nach Gerards Bericht stand nun beinahe fest, dass es keinen Weg mehr zurück gibt. Noch auf dem Weg zum Schiff war er überfallen worden, Leni, ihre Zofe die ihn zur Tarnung begleitet hatte, war dabei getötet worden - ein zusätzliches Ärgernis, da sie Madeleines Haare immer am besten frisieren konnte - und auch er selbst kam nur knapp davon.
Ja, die Situation spitzte sich in ihrer Heimat immer mehr zu.
Und nun auch noch die Hochzeitsfeier - in einem fremden Land, mittellos und unter lauter Unbekannten.
Nunja. sie würden die Sache langsam angehen lassen. Zuerst hieß es, heraus zu finden, auf wen man in diesem Lande vertrauen konnte, und wem man aus dem Weg zu gehen habe.
Und vor allem ihre Familie mit dem nun bald neuen Mitglied Kelgor Ma Hent interessierte Madeleine brennend............
-
Emilie de Fouquet
Das kleine Mädchen wälzte sich unruhig in ihrem Bett. Die Geschehnisse der letzten Zeit verwirrten Emilie wohl doch sehr.
Anfangs schien es so, als wollten sich ihre Eltern nicht mehr um sie kümmern - sie nicht mehr bei sich haben - und sie fortschicken; zu einer fremden Frau, welche von ihrem Vater liebevoll 'Tante Juli' genannt wurde. Emilie verstand nicht, wieso ihre Eltern das taten. Sie war zu jung, um das Problem in ihrer Heimat verstehen zu können.
Ihre Tante kannte Emilie nur aus Briefen, mit welchen der liebe Papa den Kontakt aufrecht erhalten hatte.
Sie hatte schon längere Zeit davor das Gefühl gehabt fast gänzlich von ihren Eltern ignoriert zu werden. Das Kind sah es so als hätten ihre Eltern "wichtigere Dinge" zu tun.
"Ju... liette... Juliette...?!" Damals - auf der Fahrt nach Bajard - hatte sie diesen Namen mehrmals leise wiederholt. Er klang ihr fremd und irgendwie kalt in ihren Ohren - er bedeutete für sie nichts, das klang wie "Familie" . Sie hatte große Angst zu diesem Zeitpunkt...
Doch diese Zeit war längst Vergangenes. Einige Wochen schon hatte sie bei ihrer Tante verbracht und sowohl sie, als auch Kelgor, sogleich in ihr kleines Kinderherz geschlossen.
Bald jedoch kam ein Brief bei ihnen an.
Es war von einer der Zofen, die auf dem Anwesen der Eltern arbeitete - Marie war ihr Name, und Emilie hatte sie immer am liebsten gehabt
Der Inhalt des Briefes musste etwa so ausgesehen haben...
"Grüße euch, die Lage hier hat sich wieder verbessert, es finden nun kaum noch Überfälle statt.
Übrigens habe ich noch ein paar Sachen der kleinen Emilie aus dem Anwesen retten können.
Ich hoffe, dass sie diese bald abholen könnte, da ich nicht in der Lage bin zu reisen und jene zu überbringen."
Juliette war der Meinung, dass Emilie diese Zofe doch für ein paar Tage besuchen gehen könnte. Niemand konnte ahnen, dass aus den geplanten Tagen bald Wochen wurden.
Emilie wurde krank. Marie wusste, dass sie das Kind so nicht zurük schicken konnte und sandte sogleich einen weiterehn Brief, in dem die Zofe erklärte, was geschehen sei.
Und nun?
Juliette wollte heiraten. Es war schade, dass die kleine Nichte nicht anwesend sein konnte. Emilie hingegen war empört!! Sie hätte doch so gerne ihrer Tante und ihrem baldigen 'Onkel Kelgor' gratuliert!
Ihre Eltern würden Juliette besuchen kommen und sie selbst würde in dem kleinen Haus der Zofe untergebracht sein und tagelang im Bett liegen müssen, um sich auszukurieren.
Der 21. des Goldblattes war gekommen und ebenso wieder gegangen; die Kerzenlichter der Hochzeitsfeier waren schon längst verloschen und auch Emilies Tage im Bett waren gezählt. Ihr Gesundheitszustand verbesserte sich schnell wieder, sodass sie nun endlich zurück zu ihrer Tante fahren konnte.
Es klopfte an der Zimmertüre und eine Marie trat herein, um das Mädchen abzuholen.
Freudig sprang sie aus ihrem Bett und streifte sich sogleich ihr Kleidchen über.
Die Frau nahm Emilie bei der Hand und reichte ihr ihren gepackten Rucksack, in dem ein kleines Geschenk für ihre Tante und ihren frisch gemachten Gemahlen war, und schob sie eilig zum Hafen, ehe das Schiff nach Bajard ohne sie abfahren würde.
Von Fern konnte man schon die Masten der Handels- und Reiseschiffe sehen.
Die Zofe drückte Emilie noch eimal zärtlich zum Abschied und schickte sie auf das Schiff, welches sie zu ihrer Tante Juliette bringen sollte.
Es erinnerte sie alles an den Tag, an dem sie zum ersten Mal mit dem Schiff nach Alathair - in ein fremdes Land; zu ihrer damals ebenso fremden Tante - gereist war.
Wie vor einigen Wochen drückte sie ihren Teddybären, doch diesmal nicht aus Furcht, zu einer Fremden zu reisen, sondern aus Freude zu ihre Tante wieder zu sehen...
Ihr Blick fiel aus dem Fenster, Stunden mussten wohl schon vergangen sein, als man die Schiffe im Hafen von Bajard erkennen konnte.
Sie war endlich wieder da. Da wo sie wirklich hinwollte...
Zurück bei ihrer Tante!
Anfangs schien es so, als wollten sich ihre Eltern nicht mehr um sie kümmern - sie nicht mehr bei sich haben - und sie fortschicken; zu einer fremden Frau, welche von ihrem Vater liebevoll 'Tante Juli' genannt wurde. Emilie verstand nicht, wieso ihre Eltern das taten. Sie war zu jung, um das Problem in ihrer Heimat verstehen zu können.
Ihre Tante kannte Emilie nur aus Briefen, mit welchen der liebe Papa den Kontakt aufrecht erhalten hatte.
Sie hatte schon längere Zeit davor das Gefühl gehabt fast gänzlich von ihren Eltern ignoriert zu werden. Das Kind sah es so als hätten ihre Eltern "wichtigere Dinge" zu tun.
"Ju... liette... Juliette...?!" Damals - auf der Fahrt nach Bajard - hatte sie diesen Namen mehrmals leise wiederholt. Er klang ihr fremd und irgendwie kalt in ihren Ohren - er bedeutete für sie nichts, das klang wie "Familie" . Sie hatte große Angst zu diesem Zeitpunkt...
Doch diese Zeit war längst Vergangenes. Einige Wochen schon hatte sie bei ihrer Tante verbracht und sowohl sie, als auch Kelgor, sogleich in ihr kleines Kinderherz geschlossen.
Bald jedoch kam ein Brief bei ihnen an.
Es war von einer der Zofen, die auf dem Anwesen der Eltern arbeitete - Marie war ihr Name, und Emilie hatte sie immer am liebsten gehabt
Der Inhalt des Briefes musste etwa so ausgesehen haben...
"Grüße euch, die Lage hier hat sich wieder verbessert, es finden nun kaum noch Überfälle statt.
Übrigens habe ich noch ein paar Sachen der kleinen Emilie aus dem Anwesen retten können.
Ich hoffe, dass sie diese bald abholen könnte, da ich nicht in der Lage bin zu reisen und jene zu überbringen."
Juliette war der Meinung, dass Emilie diese Zofe doch für ein paar Tage besuchen gehen könnte. Niemand konnte ahnen, dass aus den geplanten Tagen bald Wochen wurden.
Emilie wurde krank. Marie wusste, dass sie das Kind so nicht zurük schicken konnte und sandte sogleich einen weiterehn Brief, in dem die Zofe erklärte, was geschehen sei.
Und nun?
Juliette wollte heiraten. Es war schade, dass die kleine Nichte nicht anwesend sein konnte. Emilie hingegen war empört!! Sie hätte doch so gerne ihrer Tante und ihrem baldigen 'Onkel Kelgor' gratuliert!
Ihre Eltern würden Juliette besuchen kommen und sie selbst würde in dem kleinen Haus der Zofe untergebracht sein und tagelang im Bett liegen müssen, um sich auszukurieren.
Der 21. des Goldblattes war gekommen und ebenso wieder gegangen; die Kerzenlichter der Hochzeitsfeier waren schon längst verloschen und auch Emilies Tage im Bett waren gezählt. Ihr Gesundheitszustand verbesserte sich schnell wieder, sodass sie nun endlich zurück zu ihrer Tante fahren konnte.
Es klopfte an der Zimmertüre und eine Marie trat herein, um das Mädchen abzuholen.
Freudig sprang sie aus ihrem Bett und streifte sich sogleich ihr Kleidchen über.
Die Frau nahm Emilie bei der Hand und reichte ihr ihren gepackten Rucksack, in dem ein kleines Geschenk für ihre Tante und ihren frisch gemachten Gemahlen war, und schob sie eilig zum Hafen, ehe das Schiff nach Bajard ohne sie abfahren würde.
Von Fern konnte man schon die Masten der Handels- und Reiseschiffe sehen.
Die Zofe drückte Emilie noch eimal zärtlich zum Abschied und schickte sie auf das Schiff, welches sie zu ihrer Tante Juliette bringen sollte.
Es erinnerte sie alles an den Tag, an dem sie zum ersten Mal mit dem Schiff nach Alathair - in ein fremdes Land; zu ihrer damals ebenso fremden Tante - gereist war.
Wie vor einigen Wochen drückte sie ihren Teddybären, doch diesmal nicht aus Furcht, zu einer Fremden zu reisen, sondern aus Freude zu ihre Tante wieder zu sehen...
Ihr Blick fiel aus dem Fenster, Stunden mussten wohl schon vergangen sein, als man die Schiffe im Hafen von Bajard erkennen konnte.
Sie war endlich wieder da. Da wo sie wirklich hinwollte...
Zurück bei ihrer Tante!
Zuletzt geändert von Emilie de Fouquet am Dienstag 23. Oktober 2007, 18:28, insgesamt 1-mal geändert.
- Juliette Fouquet
- Beiträge: 167
- Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:40
Überglücklich rannte sie am Hafen der Kleinen entgegen, froh darüber, sie endlich wieder in die Arme schließen zu können. Sicher, die Kleine war oftmals ein ganz schöner Quälgeist, aber es ging nunmal nicht ohne sie in dieser kleinen Familie. Auch ihrem frisch gebackenen Ehemann kelgor sah man die Freude deutlich an, er war fast schon in die Rolle des liebevollen Papis aufgestiegen, so wie er sich immer um sie kümmerte und gemeinsam mit ihr Juliette ärgerte: Er hielt sie fest und Emilie kitzelte sie durch.
Die Erinnerungen an diese schöne Zeit und die Sorge um ihren kleinen Schatz hatte sie nicht losgelassen in all der Zeit, die Emilie das krankenbett hüten musste, es hätte ja schließlich sonstwas passieren können. Die ehemalige Grafschaft ihres bruders war unsicher geworden. Natürlich war im brief von marie gestanden, die Lage habe sich beruhigt, doch bestand jeden tag die Gefahr, dass wieder etwas passieren würde.
Nachdem auch Kelgor Emilie gebührend begrüßt hatte und Emilies freudiges Grinsen nun endgültig in ihr Gesichtchen eingebrannt war, machten sich die drei auf den Heimweg. Es war ein neuer Heimweg für Emilie, da Kelgor und Juliette zwischenzeitlich umgezogen waren. Als sie dann kurze Zeit später da waren, hielt Juliette Emilie die Augen zu und führte sie in ihr neues Zimmer, wobei sie sich vor nervosität fest auf die Unterlippe biss. Wird der Kleinen das Zimmer gefallen? Was wenn nicht? Wie wird es nun weiter gehen, nun da Madeleine und Gerard in den Landen waren? Ja, innerlich bahnte sich bei Juliette eine immer stärker werdende Angst an, die Angst Emilie zu verlieren...
Die Erinnerungen an diese schöne Zeit und die Sorge um ihren kleinen Schatz hatte sie nicht losgelassen in all der Zeit, die Emilie das krankenbett hüten musste, es hätte ja schließlich sonstwas passieren können. Die ehemalige Grafschaft ihres bruders war unsicher geworden. Natürlich war im brief von marie gestanden, die Lage habe sich beruhigt, doch bestand jeden tag die Gefahr, dass wieder etwas passieren würde.
Nachdem auch Kelgor Emilie gebührend begrüßt hatte und Emilies freudiges Grinsen nun endgültig in ihr Gesichtchen eingebrannt war, machten sich die drei auf den Heimweg. Es war ein neuer Heimweg für Emilie, da Kelgor und Juliette zwischenzeitlich umgezogen waren. Als sie dann kurze Zeit später da waren, hielt Juliette Emilie die Augen zu und führte sie in ihr neues Zimmer, wobei sie sich vor nervosität fest auf die Unterlippe biss. Wird der Kleinen das Zimmer gefallen? Was wenn nicht? Wie wird es nun weiter gehen, nun da Madeleine und Gerard in den Landen waren? Ja, innerlich bahnte sich bei Juliette eine immer stärker werdende Angst an, die Angst Emilie zu verlieren...
~On ne voit bien qu'avec le coeur, L'essentiel est invisible pour le yeux~
-
Kelgor Mar Hent
Die Freude sah man ihm richtig an als er die kleine Emilie am Hafen in die Arme schloss. Einen Platz in ihrem Herzen hatte sie schon lange eingenommen. Stunden hatte er damit verbracht Juli zu trösten an den ganzen abenden an denen sie mit Tränen in den Augen im Bett lag. Nun war sie wieder da und es schien alles gut zu sein. Er bemühte sich seine Enttäuschen nicht vor ihr zu zeigen. Ihre Eltern waren ebnso auf der Insel komisch waren sie, Menschen mit denen es seiner Meinung nach nur Probleme geben wird. Probleme die Emilie ausbaden musste? Innig hoffte er das sie nichts von all dem mitbekomme. Ihre Eltern hochnäsig und Eingebildet waren sie nun auch schon treu in der Grafschaft und ich? Ich war ein Reichsverräter in derer Augen. Was wird nur passieren wenn die kleine zu ihren Eltern geht, er würde sie nie wieder sehen, vieleicht würde sie anfangen ihn zu hassen?
Viele Gedanken schossen in seinem Kopf herum, jeden Abend sass er lange an ihrem Bett, in Gedanken verfallen hütete er einige Zeit ihren Schlaf.....
Viele Gedanken schossen in seinem Kopf herum, jeden Abend sass er lange an ihrem Bett, in Gedanken verfallen hütete er einige Zeit ihren Schlaf.....
- Juliette Fouquet
- Beiträge: 167
- Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:40
Lange konnte sie diesen Abend nicht einschlafen und drehte sich immer wieder unruhig herum. Erst jetzt hatte sie wirklich realisiert, dass sie Emilie vielleicht bald nicht mehr bei sich haben könnte... Nein, nicht vielleicht, es war sicher. Sobald die Eltern ein haus hätten würden sie Emilie zu sich holen, mit der Zeit würde Emilie wohl einen hass gegen Kelgor und somit auch gegen sie entwickeln, anerzogen von ihren Eltern. In diesem Moment hasste Juli ihren Bruder und seine Frau. Mit Tränen der Wut in den Augen fiel sie schließlich doch noch in einen unruhigen Schlaf, geplagt von verschiedensten Albträumen.
Als sie am nächsten Morgen erwachte fand sie einen Brief in ihrem Briefkasten, den sie während des Frühstücks öffnete und mit vollem Mund las.
Grüß euch Juliette, Kelgor und Emilie Mar Hent,
Juliette stockte. Emilie Mar Hent? Naja, mal weiter lesen..
Ich hoffe, die Kleine ist wieder gut bei euch angekommen, nachdem sie so lange bei mir war und das Krankenbett hüten musste. Ebenso hoffe ich, dass ihr keiner gefahr ausgesetzt seid, denn die Situation hier wünsche ich keinem. Es wird immer schlimmer, fast alle nachbarsdörfer sind nun überfallen und zerstört worden, mir bleibt keine Wahl. ich muss hier weg. Morgen in der Frühe werde ich das erste Schiff nehmen, das ich bekomme, egal wohin die reise gehen wird. Vielleicht sehen wir uns bald, sodenn das Schiff nach bajard fahren sollte. Falls nicht werde ich euch schnellstmöglich einen weiteren brief zukommen lassen.
Liebe Grüße, auch an Emilie,
eure Marie
Juliettes Blick wurde skeptisch. Noch jemand da? Wie war Marie eingestellt? war sie Gerard und Madeleine treu ergeben? Möglicherweise würden sie es herausfinden, möglicherweise auch nicht.
Hastig frühstückte die fertig und ritt dann mit dem brief in der Hand gen bajard zum Laden um kelgor den brief zu zeigen, was er wohl sagen würde?
Als sie am nächsten Morgen erwachte fand sie einen Brief in ihrem Briefkasten, den sie während des Frühstücks öffnete und mit vollem Mund las.
Grüß euch Juliette, Kelgor und Emilie Mar Hent,
Juliette stockte. Emilie Mar Hent? Naja, mal weiter lesen..
Ich hoffe, die Kleine ist wieder gut bei euch angekommen, nachdem sie so lange bei mir war und das Krankenbett hüten musste. Ebenso hoffe ich, dass ihr keiner gefahr ausgesetzt seid, denn die Situation hier wünsche ich keinem. Es wird immer schlimmer, fast alle nachbarsdörfer sind nun überfallen und zerstört worden, mir bleibt keine Wahl. ich muss hier weg. Morgen in der Frühe werde ich das erste Schiff nehmen, das ich bekomme, egal wohin die reise gehen wird. Vielleicht sehen wir uns bald, sodenn das Schiff nach bajard fahren sollte. Falls nicht werde ich euch schnellstmöglich einen weiteren brief zukommen lassen.
Liebe Grüße, auch an Emilie,
eure Marie
Juliettes Blick wurde skeptisch. Noch jemand da? Wie war Marie eingestellt? war sie Gerard und Madeleine treu ergeben? Möglicherweise würden sie es herausfinden, möglicherweise auch nicht.
Hastig frühstückte die fertig und ritt dann mit dem brief in der Hand gen bajard zum Laden um kelgor den brief zu zeigen, was er wohl sagen würde?
~On ne voit bien qu'avec le coeur, L'essentiel est invisible pour le yeux~
-
Emilie de Fouquet
Der Morgen nach ihrer Ankunft zurück bei ihrer Tante und ihrem Onkel war im Fluge gekommen, da sie am Abend des Vortages schnell in dem neuen Bettchen einschlief - müde von der langen Reise.
Emilie und ihre Tante saßen gerade am Frühstückstisch - Kelgor war schon im Laden bei der Arbeit - als diese einen Brief öffnete.
Das Mädchen wurde neugierig sprang von ihrem Stuhl auf und tapste freudig auf Juliette zu:
"Grüü... ß... euch...", brachte Emilie etwas stotternd hervor, als sie versuchte den Brief zu lesen.
Mit einem amüsierten Lächeln auf den Lippen streifte Juliette ihrer Nichte durch die Haare; schluckte vorher noch den Bissen hinunter und begann den Brief laut vorzulesen...
Sie stockte nach der ersten Zeile kurz und ein verwunderter Blick war in ihrem Gesicht zu erkennen. Das Kind hingegen machte sich nichts daraus und war gespannt darauf, was Marie zu berichten hatte...
Emilie war begeistert darüber Post von Marie zu bekommen, sie freute sich riesig, dass ihre Zofe womöglich auch zu ihnen reisen würde.
Doch der Grund war kein besonders schöner gewesen - ihre Marie war auf der Flucht! Überfälle fanden wohl noch immer in den Landen statt.
Auch Juliette war jetzt von ihrem Stuhl aufgesprungen, griff nach ihrem Umhang und faltete den Brief sorgsam. Ein sanfter Kuss auf die Stirn ihrer Nichte und schon war sie verschwunden, um die Nachrichten auch Emilies Onkel zu verkünden.
Emilies breites Grinsen wandelte sich immer mehr in besorgte Züge:
"Und was wird aus dem Kirschbaum?" Das Mädchen schielte auf eine Schüssel voll von Früchten dieses Baumes, die sie selbst gepflückt hatte. Es war ein Geschenk an ihre Tante und ihren Onkel gewesen...
“Das schöne Haus – die Küche, das Arbeitszimmer, die beiden Schlafzimmer und alles was dazugehörte... ist jetzt einfach weg?“
Das kleine Mädchen war betrübt allein von den Gedanken, die ihr im Kopf schwirrten, und lief rauf in ihr Zimmer, warf sich zurück in ihr Bettchen und drückte ihren Teddybären fest an ihre Brust.
Ein paar kleine Tränen entkamen ihr und sie wollte einfach nur, dass jetzt jemand zu ihr kam und sie liebevoll in den Arm nahm...
Emilie und ihre Tante saßen gerade am Frühstückstisch - Kelgor war schon im Laden bei der Arbeit - als diese einen Brief öffnete.
Das Mädchen wurde neugierig sprang von ihrem Stuhl auf und tapste freudig auf Juliette zu:
"Grüü... ß... euch...", brachte Emilie etwas stotternd hervor, als sie versuchte den Brief zu lesen.
Mit einem amüsierten Lächeln auf den Lippen streifte Juliette ihrer Nichte durch die Haare; schluckte vorher noch den Bissen hinunter und begann den Brief laut vorzulesen...
Sie stockte nach der ersten Zeile kurz und ein verwunderter Blick war in ihrem Gesicht zu erkennen. Das Kind hingegen machte sich nichts daraus und war gespannt darauf, was Marie zu berichten hatte...
Emilie war begeistert darüber Post von Marie zu bekommen, sie freute sich riesig, dass ihre Zofe womöglich auch zu ihnen reisen würde.
Doch der Grund war kein besonders schöner gewesen - ihre Marie war auf der Flucht! Überfälle fanden wohl noch immer in den Landen statt.
Auch Juliette war jetzt von ihrem Stuhl aufgesprungen, griff nach ihrem Umhang und faltete den Brief sorgsam. Ein sanfter Kuss auf die Stirn ihrer Nichte und schon war sie verschwunden, um die Nachrichten auch Emilies Onkel zu verkünden.
Emilies breites Grinsen wandelte sich immer mehr in besorgte Züge:
"Und was wird aus dem Kirschbaum?" Das Mädchen schielte auf eine Schüssel voll von Früchten dieses Baumes, die sie selbst gepflückt hatte. Es war ein Geschenk an ihre Tante und ihren Onkel gewesen...
“Das schöne Haus – die Küche, das Arbeitszimmer, die beiden Schlafzimmer und alles was dazugehörte... ist jetzt einfach weg?“
Das kleine Mädchen war betrübt allein von den Gedanken, die ihr im Kopf schwirrten, und lief rauf in ihr Zimmer, warf sich zurück in ihr Bettchen und drückte ihren Teddybären fest an ihre Brust.
Ein paar kleine Tränen entkamen ihr und sie wollte einfach nur, dass jetzt jemand zu ihr kam und sie liebevoll in den Arm nahm...
- Juliette Fouquet
- Beiträge: 167
- Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:40
Als es schon recht spät am Abend war schlich Juliette sich mit Kelgor ins haus, um die Kleine nicht zu wekcen. Ganz leise zog Juli sich um und wollte sich gerade zu ihrem mann ins bett kuscheln, als sie ein leises Schluchzen aus Emilies Zimmer hörte. Die Tür stand offen und das Zimmer grenzte direkt an das des Ehepaares. Vorsichtig schlug sie die Bettdecke nocheinmal zurück (natürlich nicht ohne ein lautes Brummen Kelgors, der eindringendesn Kälte wegen) und tapste barfuß zur Tür des dunklen Raumes, die sie leise quietschend aufschob und in die Dunkelheit starrte. Emilie?... Bist du noch wach? fragte sie flüsternd, doch schon gab ein neuerliches leises Aufschluchzen die Antwort. Seufzend ging Juli zum Kinderbettchen und setzte sich auf den rand, dabei leise fragend Hast du schlecht geträumt? Doch als Antwort kam nur ja.. genau.. ein Traum! Das war alles ein Traum... o..oder? Bitte Tante Juli.. das mit Marie war doch ein Traum, nicht wahr? Darauf wusste die Schneiderin nicht viel zu sagen. Wie sollte sie nur einem 7jährigen Kind beibringen, dass ihr Kindermädchen auf der Flucht ist? Seufzend und mit niedergeschlagenem Blick erklärte sie, dass es kein Traum sei, hängte aber sofort an, dass Marie nun in Sicherheit sei, völlig egal wo, auf jeden Fall in Sicherheit. Als Emilie sachte nickte, strich Juli ihr nochmal über die Haare, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und sagte Schlaf jetzt, alles ist gut Dann ging sie hinaus, dabei die Tür mit einem leisen Klicken schließend, und kuschelte sich nun wirklich an Kelgor und löschte die kerze auf dem Nachttisch.
Es war nichts großartiges, völlig normal und doch hatte Juliette an diesem Abend endgültig einen Entschluss gefasst: Sie würde Emilie nie im Leben hergeben, wenn die Kleine es nicht selbst wollen würde. Sollten die Eltern sich doch bemühen, falls man das überhaupt noch Eltern nennen konnte, denn das, was Emilie ihrer Tante erzählt hatte, war recht ernüchternd gewesen und passte perfekt in das Bild der arroganten Gräfin und des schüchternen, zurückhaltenden Grafen, der vermutlich den größten Teil des tages im Bett verbrachte.
Es war nichts großartiges, völlig normal und doch hatte Juliette an diesem Abend endgültig einen Entschluss gefasst: Sie würde Emilie nie im Leben hergeben, wenn die Kleine es nicht selbst wollen würde. Sollten die Eltern sich doch bemühen, falls man das überhaupt noch Eltern nennen konnte, denn das, was Emilie ihrer Tante erzählt hatte, war recht ernüchternd gewesen und passte perfekt in das Bild der arroganten Gräfin und des schüchternen, zurückhaltenden Grafen, der vermutlich den größten Teil des tages im Bett verbrachte.
~On ne voit bien qu'avec le coeur, L'essentiel est invisible pour le yeux~
-
Emilie de Fouquet
Sowohl die Mutter, als auch den Vater hatte das Kind auch jetzt, obwohl diese nun ebenfalls auf Gerimor wohnten, längere Zeiten nicht mehr gesehen.
Die Sorgen, dass die Eltern Emilie zu sich holen wollten, waren verflogen – die Gedanken daran, dass sie diese nicht mehr bei sich haben wollten jedoch nicht.
Es war ein trauriger Anblick:
Seit die Gräfin und ihr Gemahl in diesem Land wohnten, hatten sie ihre Tochter nicht ein einziges Mal besucht! Emilie sehnte sich danach tröstend in die Arme genommen zu werden.
Sie lag auf dem Boden vor dem Kamin auf einem Kissen und lauschte dem Knistern des Feuer.
Ein kleines Büchlein und ein Kohlestift in der Hand. Sie zeichnete in letzter Zeit ständig darin. Tante Juli und Onkel Kelgor schienen darin nur „Gekritzel“ zu erkennen, doch für das Mädchen war es mehr als nur das.
Sie verstand es als ‚hohe Kunst’ – kurze und lange, dicke und dünne Striche, große, runde Kreise und Ähnliches – zu zeichnen. Stolz betrachtete sie das kleine Kunstwerk auf einer weiteren Seite in ihrem Buch.
Bei genauerem Betrachten konnte man einen Baum erkennen, an dessen Ast eine Schaukel herabhing.
Es musste wohl der Kirschbaum gewesen sein, der im Garten vor dem Haus Maries stand.
Einige Zeit verging, das Feuer im Kamin war fast verloschen. Emilies kleine Fingerchen waren schwarz gefärbt, von dem Kohlestift in ihrer Hand.
Vorsichtig schloss sie das Buch, legte den Stift zur Seite und starrte an die Decke.
Es war schon spät und die Wanduhr über dem Kamin in der Küche schlug zehn!
Das Mädchen stand vorsichtig auf und lief die Treppen hinauf in ihr Kämmerchen, während das geschlossene Buch, in dem die vielen verschiedenen Bilder gezeichnet waren, noch immer vor dem Kamin auf dem roten Teppich lag.
Die Sorgen, dass die Eltern Emilie zu sich holen wollten, waren verflogen – die Gedanken daran, dass sie diese nicht mehr bei sich haben wollten jedoch nicht.
Es war ein trauriger Anblick:
Seit die Gräfin und ihr Gemahl in diesem Land wohnten, hatten sie ihre Tochter nicht ein einziges Mal besucht! Emilie sehnte sich danach tröstend in die Arme genommen zu werden.
Sie lag auf dem Boden vor dem Kamin auf einem Kissen und lauschte dem Knistern des Feuer.
Ein kleines Büchlein und ein Kohlestift in der Hand. Sie zeichnete in letzter Zeit ständig darin. Tante Juli und Onkel Kelgor schienen darin nur „Gekritzel“ zu erkennen, doch für das Mädchen war es mehr als nur das.
Sie verstand es als ‚hohe Kunst’ – kurze und lange, dicke und dünne Striche, große, runde Kreise und Ähnliches – zu zeichnen. Stolz betrachtete sie das kleine Kunstwerk auf einer weiteren Seite in ihrem Buch.
Bei genauerem Betrachten konnte man einen Baum erkennen, an dessen Ast eine Schaukel herabhing.
Es musste wohl der Kirschbaum gewesen sein, der im Garten vor dem Haus Maries stand.
Einige Zeit verging, das Feuer im Kamin war fast verloschen. Emilies kleine Fingerchen waren schwarz gefärbt, von dem Kohlestift in ihrer Hand.
Vorsichtig schloss sie das Buch, legte den Stift zur Seite und starrte an die Decke.
Es war schon spät und die Wanduhr über dem Kamin in der Küche schlug zehn!
Das Mädchen stand vorsichtig auf und lief die Treppen hinauf in ihr Kämmerchen, während das geschlossene Buch, in dem die vielen verschiedenen Bilder gezeichnet waren, noch immer vor dem Kamin auf dem roten Teppich lag.
- Juliette Fouquet
- Beiträge: 167
- Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:40
Seufzend schloss Juliette die Tür hinter sich und legte den Schlüssel ins Regal, den Umhang dabei von den Schultern nehmend. Gerade wollte sie einige Schritte auf den wärmenden kamin zu machen, war es doch recht kühl geworden draußen, als sie auf der Bank ein kleines Büchlein fand, das sie sofort verwundert an sich nahm. Interessiert begann sie das Büchlein durchzusehen, wobei sich ein immer breiter werdendes Lächeln auf ihr Gesicht zauberte, doch war es auch wehmütig, wusste sie doch, dass Emilie hier nicht alles hatte was sie wollte. Aber eigentlich... konnte man dies ja ändern!
Sofort huschte sie wieder die Türe hinaus und ritt im Eilgalopp zu einem Bauernhof, in der Hoffnung, dort einen einigermaßen ausgewachsenen Kirschbaum erstehen können. Das Glück war ihr hold, denn gleich beim ersten Hof verkaufte ihr jemand einen prächtigen Baum. Kaum zu Hause mit Hilfe einiger Freunde eingepflanzt bemerkte Juliette, dass die Äste wohl zu dünn wären, um eine Schaukel daran zu befestigen, also musste es wohl eine freistehende Schaukel werden, doch nicht mehr an diesem tag.
Müde und erschöpft ließ sie sich ins Bett fallen und schlief sogleich ein.
Früh am nächsten morgen stand Juliette auf und machte sich auf die Suche nach allen Materialien für die Schaukel, die sie danach in Mühevoller Kleinarbeit fertigstellte. Stolz betrachtete sie ihr Werk. Mit der Zeit würden die Äste des Kirschbaumes immer wieter reichenund schließlich auch die Schaukel in ihren Schatten einschließen.
Sofort huschte sie wieder die Türe hinaus und ritt im Eilgalopp zu einem Bauernhof, in der Hoffnung, dort einen einigermaßen ausgewachsenen Kirschbaum erstehen können. Das Glück war ihr hold, denn gleich beim ersten Hof verkaufte ihr jemand einen prächtigen Baum. Kaum zu Hause mit Hilfe einiger Freunde eingepflanzt bemerkte Juliette, dass die Äste wohl zu dünn wären, um eine Schaukel daran zu befestigen, also musste es wohl eine freistehende Schaukel werden, doch nicht mehr an diesem tag.
Müde und erschöpft ließ sie sich ins Bett fallen und schlief sogleich ein.
Früh am nächsten morgen stand Juliette auf und machte sich auf die Suche nach allen Materialien für die Schaukel, die sie danach in Mühevoller Kleinarbeit fertigstellte. Stolz betrachtete sie ihr Werk. Mit der Zeit würden die Äste des Kirschbaumes immer wieter reichenund schließlich auch die Schaukel in ihren Schatten einschließen.
~On ne voit bien qu'avec le coeur, L'essentiel est invisible pour le yeux~
-
Madeleine de Fouquet
So langsam wurde Madeleine ungeduldig... alles zu siener Zeit, ja. Schön und gut. Aber lange würde sie nun nicht mehr warten.
Oft war sie nun umsonst gekommen um ihre Tochter zu sehen. Sie schlief, sie war krank, sie war nicht im Hause..... was noch alles?
Wie lange sollte sie noch Geduld aufbringen?
Zumindest hatte sie sich nun vergewissern können, dass es Emilie gut ging. Und im gleichen Zuge hatte sie Kelgor klar machen können, dass es nicht in ihrer Absicht lag, Emilie aus Juliettes und seinen Armen zu reißen.
Gleichwohl sie es nicht dulden würde, dass es ihrer Tochter nicht gut geht oder sie gar vernachlässigt oder schlecht behandelt werden würde.
Dies, so hatte sie sich mit Gerard abgesprochen, wäre der Zeitpunkt, diese Insel auf immer zu verlassen. Mit Emilie.
Ohnehin war alles bisher sehr unbefriedigend verlaufen.
Es gestaltete sich schwieriger als ursprünglich angenommen, ein neues Heim zu finden.
Aber zumindest war nun dieses eldende Theater mit ihrem Schwager und der Stadt Varuna etwas durchsichtiger geworden.
Gut... wie dem auch sei... einige Tage, mehr nicht würde Madeleine noch Geduld aufbringen ehe sie nachdrücklicher... fordern... würde, ihre Tochter zu sehen.
Oft war sie nun umsonst gekommen um ihre Tochter zu sehen. Sie schlief, sie war krank, sie war nicht im Hause..... was noch alles?
Wie lange sollte sie noch Geduld aufbringen?
Zumindest hatte sie sich nun vergewissern können, dass es Emilie gut ging. Und im gleichen Zuge hatte sie Kelgor klar machen können, dass es nicht in ihrer Absicht lag, Emilie aus Juliettes und seinen Armen zu reißen.
Gleichwohl sie es nicht dulden würde, dass es ihrer Tochter nicht gut geht oder sie gar vernachlässigt oder schlecht behandelt werden würde.
Dies, so hatte sie sich mit Gerard abgesprochen, wäre der Zeitpunkt, diese Insel auf immer zu verlassen. Mit Emilie.
Ohnehin war alles bisher sehr unbefriedigend verlaufen.
Es gestaltete sich schwieriger als ursprünglich angenommen, ein neues Heim zu finden.
Aber zumindest war nun dieses eldende Theater mit ihrem Schwager und der Stadt Varuna etwas durchsichtiger geworden.
Gut... wie dem auch sei... einige Tage, mehr nicht würde Madeleine noch Geduld aufbringen ehe sie nachdrücklicher... fordern... würde, ihre Tochter zu sehen.
-
Gerard de Fouquet
Auch in Gerard wuchs die Ungeduld und die Sehnsucht nach seiner Tochter begann seinen Verstand aufzuzehren.
Nun da die maßlose Wut und der Zorn über den Verlust von allem, was er sich erstritten hatte, sich abgekühlt hatte, sehnte er sich mehr und mehr nach Emilie.
Während er öfters in Kelgors Werkstatt vorbeisah, und dort entweder niemanden antraf oder von Kelgor hörte, dass eine Tochter draußen spielen würde oder schon schliefe, begann sein alter Tatendrang sich wieder zu regen.
In der Rüstung, die sein Schwager ihm fertigte, begann er in vergessenen Stollen zu jagen und seine alten Fertigkeiten wieder zu erlangen.
Er war vielleicht kein guter Vater gewesen, doch er wollte nun zumindest nicht noch ein schlechterer werden.
Nun da die maßlose Wut und der Zorn über den Verlust von allem, was er sich erstritten hatte, sich abgekühlt hatte, sehnte er sich mehr und mehr nach Emilie.
Während er öfters in Kelgors Werkstatt vorbeisah, und dort entweder niemanden antraf oder von Kelgor hörte, dass eine Tochter draußen spielen würde oder schon schliefe, begann sein alter Tatendrang sich wieder zu regen.
In der Rüstung, die sein Schwager ihm fertigte, begann er in vergessenen Stollen zu jagen und seine alten Fertigkeiten wieder zu erlangen.
Er war vielleicht kein guter Vater gewesen, doch er wollte nun zumindest nicht noch ein schlechterer werden.
-
Marie Tarias
Das schwarze Haar von einem ledernen Band zusammengehalten lag zerzaust auf dem groben Stoff der dunkelroten Kutte,die den Körper des Mädchens umgab.Eine Stofftasche an sich drückend,ging sie von Bord des Schiffes,welches nach einer unbequemen Fahrt und unruhigem Wellengang endlich im sicheren Hafen Bajards angekommen war.
Ihre Füße trugen sie geschwind stadtauswärts,wo sie fand wonach sie so lange vergeblich gesucht hatte:an einer Straße stand ein mittelgroßes Holzhaus,auf dessen Seitenwand man viele Handwerksschilder finden konnte.Darunter war auch das Schild einer Schneiderin zu finden:Juliette Mar Hent.Ungewohnte Nervosität und ungewisse Vorfreude stiegen in dem jungen Mädchen auf.
Würde sie hier die kleine Emelie wiedersehen ?Geht es dieser gut ?Vorsichtig schlüpfte sie durch das hölzerne Eingangtor und klopfte zaghaft an die Tür.Die Tür wurde von einer in grün gekleideten Frau geöffnet,von der Marie höflich hereingebeten wurde.Nervös drückte diese ihre Tasche an sich und stellte sich mit zitternder Stimme vor.Ein Leuchten trat in die Augen ihres Gegenübers und nachdem sie alles erzählt hatte stellte sich diese als Juliette Mar Hent heraus:Emelies Tante.Plötzlich kamen auch noch zwei weitere Personen hinzu,welche Marie sofort erkannte:Gerard und Madeleine de Fouquet,die Eltern der kleinen Emelie.
Ein freudiger Ausdruck zauberte sich auf das Gesicht des Ehemahligen Kindermädchens.Sie war so froh zu erfahren,dass Emelie noch immer nach ihr fragte und sie nicht vergessen hatte.
Dankbar nahm sie erneut die Stelle des Kindermädchens Emelies an,als deren Tante sie danach fragte.Noch nie in ihrem Leben war sie so glücklich endlich am Ziel zu sein,als jetzt.
Ihre Füße trugen sie geschwind stadtauswärts,wo sie fand wonach sie so lange vergeblich gesucht hatte:an einer Straße stand ein mittelgroßes Holzhaus,auf dessen Seitenwand man viele Handwerksschilder finden konnte.Darunter war auch das Schild einer Schneiderin zu finden:Juliette Mar Hent.Ungewohnte Nervosität und ungewisse Vorfreude stiegen in dem jungen Mädchen auf.
Würde sie hier die kleine Emelie wiedersehen ?Geht es dieser gut ?Vorsichtig schlüpfte sie durch das hölzerne Eingangtor und klopfte zaghaft an die Tür.Die Tür wurde von einer in grün gekleideten Frau geöffnet,von der Marie höflich hereingebeten wurde.Nervös drückte diese ihre Tasche an sich und stellte sich mit zitternder Stimme vor.Ein Leuchten trat in die Augen ihres Gegenübers und nachdem sie alles erzählt hatte stellte sich diese als Juliette Mar Hent heraus:Emelies Tante.Plötzlich kamen auch noch zwei weitere Personen hinzu,welche Marie sofort erkannte:Gerard und Madeleine de Fouquet,die Eltern der kleinen Emelie.
Ein freudiger Ausdruck zauberte sich auf das Gesicht des Ehemahligen Kindermädchens.Sie war so froh zu erfahren,dass Emelie noch immer nach ihr fragte und sie nicht vergessen hatte.
Dankbar nahm sie erneut die Stelle des Kindermädchens Emelies an,als deren Tante sie danach fragte.Noch nie in ihrem Leben war sie so glücklich endlich am Ziel zu sein,als jetzt.
- Juliette Fouquet
- Beiträge: 167
- Registriert: Sonntag 15. Oktober 2006, 17:40
Schon lange vermisste sie Emilie und voller Scham bemerkte Juliette, wie sich gegen ihren Willen langsam Routine in ihrem Körper breit machte. Emilie war nicht mehr da, somit war auch für Marie nichts mehr zu tun, also war diese aus dem viel zu großen Haus ausgezogen. Manchmal kam Juli sich winzig und irgendwie einsam vor, aber dann sagte sie sich immer wieder, dass das komplett albern war, hatte sie doch ihren treuen Mann Kelgor und die ganze Zunft, falls sie wirklich einmal Langeweile überkommen sollte.
Eines Morgens stieg sie nach dem Frühstück gemächlich, fast noch ein wenig tapsig die Treppe hinauf zum Schlafzimmer, wo in einem durch Vorhänge abgetrennten Teil auch Emilies Bett stand. Sie hatte sich schon an den Blick der inzwischen dauerhaft geschlossenen Vorhänge gewöhnt und doch, stachen sie ihr ins Auge, als würde sie sie zum ersten Mal in ihrem Leben sehen. Langsam geht sie auf die Vorhänge zu in der stillen Hoffnung, Emilie würde sanft schlafend in dem kleinen Kinderbettchen liegen. Mit der Hand am Vorhang hielt sie einen kurzen Augenblick inne, ehe sie diesen dann mit einem Ruck zur Seite zog und enttäuscht aufseufzte. Natürlich war die Kleine nicht da, was hatte Juli sich da nur eingebildet. Ohne dass sie es bemerkte füllten ihre Augen sich mit Tränen, während sie den Blick über das kleine Zimmerchen schweifen ließ.
Da war der kleine Tisch mit der Kerze und dem Stuhl, an dem Emilie so oft gesessen und gemalt hatte und dort die kleine Kuschelecke mit den Eisbärfellen und den vielen Kissen, die sie – Juli – mit so viel Liebe extra geschneidert hatte. Und dann auf der anderen Seite das Kinderbett und der große, ein wenig wuchtige Schrank, in dem die vielen süßen Kleidchen hingen.
Schnell zog sie den Vorhang wieder zu, sie wollte das nicht sehen, nicht sehen, dass sie schon wieder ein Kind verloren hatte, ein zweites Mal in ihrem Leben, nur auf anderem Wege Kurz straffte und strecke sie den Körper, wischte sich die Tränen aus den Augen, zog sich hastig um, um sich dann auf den Weg zum Laden zu machen`, sie hatte wichtigeres zu tun, als heulend zu Hause zu sitzen – jedenfalls sagte sie sich das... immer.. und immer wieder...
Eines Morgens stieg sie nach dem Frühstück gemächlich, fast noch ein wenig tapsig die Treppe hinauf zum Schlafzimmer, wo in einem durch Vorhänge abgetrennten Teil auch Emilies Bett stand. Sie hatte sich schon an den Blick der inzwischen dauerhaft geschlossenen Vorhänge gewöhnt und doch, stachen sie ihr ins Auge, als würde sie sie zum ersten Mal in ihrem Leben sehen. Langsam geht sie auf die Vorhänge zu in der stillen Hoffnung, Emilie würde sanft schlafend in dem kleinen Kinderbettchen liegen. Mit der Hand am Vorhang hielt sie einen kurzen Augenblick inne, ehe sie diesen dann mit einem Ruck zur Seite zog und enttäuscht aufseufzte. Natürlich war die Kleine nicht da, was hatte Juli sich da nur eingebildet. Ohne dass sie es bemerkte füllten ihre Augen sich mit Tränen, während sie den Blick über das kleine Zimmerchen schweifen ließ.
Da war der kleine Tisch mit der Kerze und dem Stuhl, an dem Emilie so oft gesessen und gemalt hatte und dort die kleine Kuschelecke mit den Eisbärfellen und den vielen Kissen, die sie – Juli – mit so viel Liebe extra geschneidert hatte. Und dann auf der anderen Seite das Kinderbett und der große, ein wenig wuchtige Schrank, in dem die vielen süßen Kleidchen hingen.
Schnell zog sie den Vorhang wieder zu, sie wollte das nicht sehen, nicht sehen, dass sie schon wieder ein Kind verloren hatte, ein zweites Mal in ihrem Leben, nur auf anderem Wege Kurz straffte und strecke sie den Körper, wischte sich die Tränen aus den Augen, zog sich hastig um, um sich dann auf den Weg zum Laden zu machen`, sie hatte wichtigeres zu tun, als heulend zu Hause zu sitzen – jedenfalls sagte sie sich das... immer.. und immer wieder...
~On ne voit bien qu'avec le coeur, L'essentiel est invisible pour le yeux~
-
Emilie de Fouquet
Der Aufbruch – Zurück nach Hause
Das Mädchen rieb sich die Augen, als sie am Morgen erwachte. Sie lag in einem für sie wohl etwas kargen Bett, das aus einer Matratze - gemacht aus Stroh - und einer einfachen Wolldecke bestand. Ein Bauernpaar hatte das Mädchen damals bei sich aufgenommen und für sie eine Zeit lang gesorgt.
Es waren etwa 4 Monate vergangen, und das Letzte, woran sie sich erinnerte oder womöglich erinnern wollte, war die Hochzeit ihrer Tante, ganz gleichgültig, ob Emilie an diesem Tag anwesend sein konnte oder nicht. Ihre Eltern waren damals ebenfalls gekommen. Doch statt, dass diese Nachricht das Kind erfreuen würde, wurde sie traurig. Sie wollte damals keineswegs zurück zu ihnen. Noch immer quälte sie der Gedanke daran, weggeschickt worden zu sein. Einfach so! Unverständlich für das Mädchen – in ein fremdes Land, zu einer ebenso fremden Frau.
Beinahe wäre sie aus dem Bettchen gekullert und auf die harten Dielen gefallen, während sie versuchte sich aufzusetzen. Die Sonne schien ihr durch das kleine Fenster ins Gesicht und aufmerksam musterte sie die Umgebung. Den Garten, die Nachbarhäuser und die anliegenden Wälder, aus denen sie gekommen war. Der Blick des Kindes haftete auf diesen und sie folgte mit ihren Augen den steinernen Weg, der irgendwann zwischen den Bäumen zu verschwinden schien. Die Hände hatte sie nun fest an die Fensterscheibe gedrückt und ein paar wenige Menschen, die flüchtig auf den Wegen reisten - vielleicht auch nur wanderten - oder auf großen Rössern an dem Bauernhaus vorbeiritten schienen das Kind nicht zu bemerken.
Noch einige Zeit lang starrte sie auf den Wald und ihr drängten sich die Erinnerungen wieder auf...
Sie war fortgerannt.. fort von zu Haus, von ihrer Tante und ihrem Onkel, von ihrer Zofe, die sie, seit sie in diesen Landen lebte nicht mehr gesehen hatte und fort von ihren Eltern - geflohen vor ihrer gesamten Familie. Was wollte ein Kind allein? Irgendwo im Nirgendwo verschollen. Nichts als Bäume und Büsche, die den Wegesrand säumten und die Steine unter ihren Füßen. Das kleine blaue Kleidchen, das sie von ihrer Mutter hatte war zerrissen. Die Nähte an den Seiten ausgefranst und ihr Knie war beim Stolpern über eine Wurzel, die weit aus der Erde ragte angeschlagen und aufgeschürft.
Wohl wollte Emilie einfach nur weg!
Sie wurde von einer Bäuerin gefunden und freundlich aufgenommen bei ihnen zu bleiben. Ständig fragten sie das Mädchen nach ihrer Heimat und ihren Eltern, doch Emilie hatte nie etwas in diese Richtung gesagt oder gar angedeutet. Bis heute nicht..
Viele Monde waren schon vergangen, seit sie ihre Familie das letzte Mal gesehen hatte und nun hüpfte sie endgültig aus dem Bett. Bekleidet war sie mit einem langen, eher einfachen Hemd. Die Ärmel waren dem Kind zu lang und das Hemd im Allgemeinen zu groß, sodass sie Acht geben musste nicht darauf zu treten, während sie die Treppen hinunter in die Küche stapfte. Die Sonne stand nun schon hoch am Himmel und die Bäuerin, wie ihr Gemahl, waren wohl schon auf dem Acker bei der Arbeit.
Das kleine, blaue Kleid war genäht und lag auf einer Kommode direkt neben den Stufen der Treppe. Geschwind streifte sie das lange Hemd aus und schlüpfte in ihr Kleid, dabei den Blick erst nach links und dann nach rechts werfend, auf der Suche nach ihren Schuhen.
Ebenso schlüpfte Emilie auch in die Schuhe und stapfte die Treppen nochmals hinauf zum Bett. Vorsichtig zog sie die Decke zurück und erblickte den Teddybären. Einen Augenblick lang hielt sie inne und dachte an daheim. Sicher würden sich alle schon große Sorgen um sie machen und es drängten sich ihr ein paar dicke Tränen auf, die ihre Wangen hinab kullerten und leise auf den Boden tropften. Schnell griff sie nach dem Bären; schon ein paar Tage zuvor quälte sie das Gefühl von Heimweh nach ihrer Familie...
Doch jetzt stand es für das Kind fest! Sie musste zurück nach Hause. Es war nicht richtig die übrigen einfach so zurückzulassen und sie wandte sich wieder ab. Den Teddy hatte sie nun fest im Arm und darauf wischte sie sich mit dem Ärmel die Tränen aus dem Gesicht.
Weiter griff sie nach einem kleinen Zettel unter ihren ganzen Zeichnungen – für Erwachsene wären darauf wohl nur ein paar einfache Kreise und Schnörkel zu erkennen, für sie waren es die schönsten Zeichnungen dieser Landschaft oder auf anderen ein Hund.. ein Kirschbaum und eine Schaukel – und dann nach einem Kohlestift. In kindlicher Schrift und großen Buchstaben, die meist etwas verwackelt waren, schrieb sie einen Brief an das Bauernpaar, indem sie ihnen mitteilte, wieder nach Hause aufgebrochen zu sein. Sie sollen sich keine Sorgen machen.. Ihr Teddy sei an ihrer Seite und würde sicherlich auf sie aufpassen..
Danach faltete sie den Zettel sorgfältig, lief die Treppen wieder hinab und legte ihn auf den großen Tisch inmitten der Küche. Ihre Schritte lenkte sie nun zur Tür und sie musste sich ein wenig auf die Zehenspitzen stellen, um diese zu öffnen. Der Wind drückte die Tür auf und Emilie drehte sich noch ein letztes Mal das Zimmer musternd um, ehe sie die Tür hinter sich verschloss und ihren Teddy wieder fest an ihre Brust drückte.
Auch jetzt kullerten ihr wieder dicke Tränen über die Wangen.. Sie war traurig, wieder eine Familie im Stich zu lassen und doch war sie fest davon entschlossen ihre „richtige“ Familie wieder zu treffen..
Sie betrat den Weg und war schon bald im Dickicht der Wälder verschwunden, in der Hoffnung bald wieder daheim zu sein..
Das Mädchen rieb sich die Augen, als sie am Morgen erwachte. Sie lag in einem für sie wohl etwas kargen Bett, das aus einer Matratze - gemacht aus Stroh - und einer einfachen Wolldecke bestand. Ein Bauernpaar hatte das Mädchen damals bei sich aufgenommen und für sie eine Zeit lang gesorgt.
Es waren etwa 4 Monate vergangen, und das Letzte, woran sie sich erinnerte oder womöglich erinnern wollte, war die Hochzeit ihrer Tante, ganz gleichgültig, ob Emilie an diesem Tag anwesend sein konnte oder nicht. Ihre Eltern waren damals ebenfalls gekommen. Doch statt, dass diese Nachricht das Kind erfreuen würde, wurde sie traurig. Sie wollte damals keineswegs zurück zu ihnen. Noch immer quälte sie der Gedanke daran, weggeschickt worden zu sein. Einfach so! Unverständlich für das Mädchen – in ein fremdes Land, zu einer ebenso fremden Frau.
Beinahe wäre sie aus dem Bettchen gekullert und auf die harten Dielen gefallen, während sie versuchte sich aufzusetzen. Die Sonne schien ihr durch das kleine Fenster ins Gesicht und aufmerksam musterte sie die Umgebung. Den Garten, die Nachbarhäuser und die anliegenden Wälder, aus denen sie gekommen war. Der Blick des Kindes haftete auf diesen und sie folgte mit ihren Augen den steinernen Weg, der irgendwann zwischen den Bäumen zu verschwinden schien. Die Hände hatte sie nun fest an die Fensterscheibe gedrückt und ein paar wenige Menschen, die flüchtig auf den Wegen reisten - vielleicht auch nur wanderten - oder auf großen Rössern an dem Bauernhaus vorbeiritten schienen das Kind nicht zu bemerken.
Noch einige Zeit lang starrte sie auf den Wald und ihr drängten sich die Erinnerungen wieder auf...
Sie war fortgerannt.. fort von zu Haus, von ihrer Tante und ihrem Onkel, von ihrer Zofe, die sie, seit sie in diesen Landen lebte nicht mehr gesehen hatte und fort von ihren Eltern - geflohen vor ihrer gesamten Familie. Was wollte ein Kind allein? Irgendwo im Nirgendwo verschollen. Nichts als Bäume und Büsche, die den Wegesrand säumten und die Steine unter ihren Füßen. Das kleine blaue Kleidchen, das sie von ihrer Mutter hatte war zerrissen. Die Nähte an den Seiten ausgefranst und ihr Knie war beim Stolpern über eine Wurzel, die weit aus der Erde ragte angeschlagen und aufgeschürft.
Wohl wollte Emilie einfach nur weg!
Sie wurde von einer Bäuerin gefunden und freundlich aufgenommen bei ihnen zu bleiben. Ständig fragten sie das Mädchen nach ihrer Heimat und ihren Eltern, doch Emilie hatte nie etwas in diese Richtung gesagt oder gar angedeutet. Bis heute nicht..
Viele Monde waren schon vergangen, seit sie ihre Familie das letzte Mal gesehen hatte und nun hüpfte sie endgültig aus dem Bett. Bekleidet war sie mit einem langen, eher einfachen Hemd. Die Ärmel waren dem Kind zu lang und das Hemd im Allgemeinen zu groß, sodass sie Acht geben musste nicht darauf zu treten, während sie die Treppen hinunter in die Küche stapfte. Die Sonne stand nun schon hoch am Himmel und die Bäuerin, wie ihr Gemahl, waren wohl schon auf dem Acker bei der Arbeit.
Das kleine, blaue Kleid war genäht und lag auf einer Kommode direkt neben den Stufen der Treppe. Geschwind streifte sie das lange Hemd aus und schlüpfte in ihr Kleid, dabei den Blick erst nach links und dann nach rechts werfend, auf der Suche nach ihren Schuhen.
Ebenso schlüpfte Emilie auch in die Schuhe und stapfte die Treppen nochmals hinauf zum Bett. Vorsichtig zog sie die Decke zurück und erblickte den Teddybären. Einen Augenblick lang hielt sie inne und dachte an daheim. Sicher würden sich alle schon große Sorgen um sie machen und es drängten sich ihr ein paar dicke Tränen auf, die ihre Wangen hinab kullerten und leise auf den Boden tropften. Schnell griff sie nach dem Bären; schon ein paar Tage zuvor quälte sie das Gefühl von Heimweh nach ihrer Familie...
Doch jetzt stand es für das Kind fest! Sie musste zurück nach Hause. Es war nicht richtig die übrigen einfach so zurückzulassen und sie wandte sich wieder ab. Den Teddy hatte sie nun fest im Arm und darauf wischte sie sich mit dem Ärmel die Tränen aus dem Gesicht.
Weiter griff sie nach einem kleinen Zettel unter ihren ganzen Zeichnungen – für Erwachsene wären darauf wohl nur ein paar einfache Kreise und Schnörkel zu erkennen, für sie waren es die schönsten Zeichnungen dieser Landschaft oder auf anderen ein Hund.. ein Kirschbaum und eine Schaukel – und dann nach einem Kohlestift. In kindlicher Schrift und großen Buchstaben, die meist etwas verwackelt waren, schrieb sie einen Brief an das Bauernpaar, indem sie ihnen mitteilte, wieder nach Hause aufgebrochen zu sein. Sie sollen sich keine Sorgen machen.. Ihr Teddy sei an ihrer Seite und würde sicherlich auf sie aufpassen..
Danach faltete sie den Zettel sorgfältig, lief die Treppen wieder hinab und legte ihn auf den großen Tisch inmitten der Küche. Ihre Schritte lenkte sie nun zur Tür und sie musste sich ein wenig auf die Zehenspitzen stellen, um diese zu öffnen. Der Wind drückte die Tür auf und Emilie drehte sich noch ein letztes Mal das Zimmer musternd um, ehe sie die Tür hinter sich verschloss und ihren Teddy wieder fest an ihre Brust drückte.
Auch jetzt kullerten ihr wieder dicke Tränen über die Wangen.. Sie war traurig, wieder eine Familie im Stich zu lassen und doch war sie fest davon entschlossen ihre „richtige“ Familie wieder zu treffen..
Sie betrat den Weg und war schon bald im Dickicht der Wälder verschwunden, in der Hoffnung bald wieder daheim zu sein..