Piraten
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Luca
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Keine Handbreit vor ihrer Nase riss er die Hand herum, um stattdessen gegen die wuchtige Holztür zu schlagen und gleich darauf vor Schmerz aufzuheulen. Drüben schrie Bo weiter nach ihm.
Es war keine bewusste Entscheidung gewesen, er hatte sie einfach nicht schlagen können. Mochte es ihr respekteinflößender Blick sein oder alles, was man ihm über wichtige Leute eingebläut hatte. Vielleicht auch ein Rest Vernunft, der ihm sagte, dass er Bo ebenso gut gleich die Kehle durchschneiden könnte, wenn er sie verletzte. Er brüllte ihr entgegen, dass sie einen Scheiß wusste und er nie wieder mitkommen, sondern bei Bo bleiben würde, allerdings beeindruckte es sie wenig.
„Dann zeig mal, wie du das durchsetzen willst“, war ihre einzige Antwort, bevor sie dazu ansetzte, ihn den aufgescheuchten Gardisten zuliebe aus dem Kastell zu schleifen. Der herausfordernde Ton ließ ihn heftig wünschen, er hätte doch zugeschlagen, die Gelegenheit war allerdings verstrichen und der nötige Mut verflogen. Die Auseinandersetzung war längst entschieden. Sie war stärker, sie war wichtiger, sie hatte die Gardisten auf ihrer Seite und sie konnte entscheiden, was mit Bo geschehen würde. Die Aufregung blieb, war aber zu einer hilflosen geworden. Als er weiter nach Bo schrie und sie mit Schlägen und Tritten davon abzuhalten versuchte, ihn fortzutragen, war es weniger Kampf als Verzweiflung.
Es war keine bewusste Entscheidung gewesen, er hatte sie einfach nicht schlagen können. Mochte es ihr respekteinflößender Blick sein oder alles, was man ihm über wichtige Leute eingebläut hatte. Vielleicht auch ein Rest Vernunft, der ihm sagte, dass er Bo ebenso gut gleich die Kehle durchschneiden könnte, wenn er sie verletzte. Er brüllte ihr entgegen, dass sie einen Scheiß wusste und er nie wieder mitkommen, sondern bei Bo bleiben würde, allerdings beeindruckte es sie wenig.
„Dann zeig mal, wie du das durchsetzen willst“, war ihre einzige Antwort, bevor sie dazu ansetzte, ihn den aufgescheuchten Gardisten zuliebe aus dem Kastell zu schleifen. Der herausfordernde Ton ließ ihn heftig wünschen, er hätte doch zugeschlagen, die Gelegenheit war allerdings verstrichen und der nötige Mut verflogen. Die Auseinandersetzung war längst entschieden. Sie war stärker, sie war wichtiger, sie hatte die Gardisten auf ihrer Seite und sie konnte entscheiden, was mit Bo geschehen würde. Die Aufregung blieb, war aber zu einer hilflosen geworden. Als er weiter nach Bo schrie und sie mit Schlägen und Tritten davon abzuhalten versuchte, ihn fortzutragen, war es weniger Kampf als Verzweiflung.
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Luca
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Auswirkungen hatten die Attacken keine und auch die Wachen reagierten nicht, als er lauthals verkündete, dass man ihn besser einsperrte, weil er Varuna leergeklaut habe und alle umbringen werde. Ihn irritierte, dass er sie den Schlossgarten betraten; wohin sie ihn eigentlich bringen würde, hatte er noch gar nicht überlegt. In einen anderen Kerker sperren? Stattdessen fand er sich wenig später bäuchlings auf einer der Bänke wieder.
Auch wenn die erwarteten Prügel ausblieben, war die Lage eine reichlich unangenehme. Brüllen und Wüten hatte ihn bereits genug Kraft und Atem gekostet und durch den harten Griff ging ihm langsam aber sicher auch der letzte Rest Luft aus. Dazu konnte er sich kaum rühren und spürte überdeutlich, dass es ihm einfach nicht gelingen würde, sich loszureißen und zurückzulaufen.
“Ist langsam gut?“
Schweigen und rotziges Schniefen. „Gut“ war gar nichts, eher fühlte er sich elend.
“Eigentlich beruhigend... Auf wessen Seite du stehst, ist also keine Frage, Blut ist dicker als Wasser... schön. Wäre ja fast enttäuschend gewesen, zu glauben, ein Winter in einer Welt, die so völlig anders ist, hätte irgendwas an deinen Ansichten geändert, oder?“
Während er sich langsam beruhigte, setzte auch das Denken wieder ein. Ihr Ton war schwer zu deuten. Gab sie auf, weil sie einsah, dass er sich Bo nicht wegnehmen ließ, oder würde sie den Ärger über die Niederlage nun erst recht an beiden auslassen?
Schweigen.
Auch wenn die erwarteten Prügel ausblieben, war die Lage eine reichlich unangenehme. Brüllen und Wüten hatte ihn bereits genug Kraft und Atem gekostet und durch den harten Griff ging ihm langsam aber sicher auch der letzte Rest Luft aus. Dazu konnte er sich kaum rühren und spürte überdeutlich, dass es ihm einfach nicht gelingen würde, sich loszureißen und zurückzulaufen.
“Ist langsam gut?“
Schweigen und rotziges Schniefen. „Gut“ war gar nichts, eher fühlte er sich elend.
“Eigentlich beruhigend... Auf wessen Seite du stehst, ist also keine Frage, Blut ist dicker als Wasser... schön. Wäre ja fast enttäuschend gewesen, zu glauben, ein Winter in einer Welt, die so völlig anders ist, hätte irgendwas an deinen Ansichten geändert, oder?“
Während er sich langsam beruhigte, setzte auch das Denken wieder ein. Ihr Ton war schwer zu deuten. Gab sie auf, weil sie einsah, dass er sich Bo nicht wegnehmen ließ, oder würde sie den Ärger über die Niederlage nun erst recht an beiden auslassen?
Schweigen.
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Luca
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Ganz und gar nicht begeistert war sie jedenfalls von den Parallelen, die er zu Violas Kim und Selissas Aufenthalt auf LaCabeza zog, um Bo zu verteidigen.
„Deinen heruntergekommenen Bruder rettet nur, da du sein Bruder bist und ich dir das nicht antun würde - verscherz es dir nicht!“
Es stimmte – was sie mit Bo tun oder lassen würden, hing vollkommen von ihr ab. Er wollte sie hassen, weil sie Bo eingesperrt hatte und der nun in größter Gefahr schwebte, aber durfte es nicht, weil sie gleichzeitig auch seine einzige Hoffnung war. Eine Lektion sollte sein Bruder im Kerker lernen? Sie wusste ja nicht, wie gefährlich es dort für ihn war. Wenn ihn nur irgendeine Wache mit Vince gesehen hatte, oder ihm wieder die falschen Sachen herausrutschten...
Jede Minute konnten sie etwas herausbekommen, was ihn den Kopf kosten konnte.
“ Und DU hast auch noch viel zu lernen, Freundchen!“
Sie hielt das tatsächlich alles für eine Lektion. Ging davon aus, dass Bo sich nur ein paar harmlose Strafen fangen würde und ihm niemand etwas antun würde. Wusste immerhin auch nichts von der anderen Bedrohung...
“...und nach einem erfolglosen heimlichen Einsteigen mir besser nichts davon erzählt, nachts bei mir die Blumen gießen zu wollen! FÜR WAS HÄLT MICH DER KERL?!“
Er konnte nicht anders, als verblüfft – und reichlich verheult – aufzulachen. Das war wirklich typisch Bo... kein Wunder, dass sie angepisst war.
“Boi meint das nicht so...“
Der erste kleinlaute Versuch seinerseits, die Wogen zu glätten. Vorsichtig probierte er, sich ein wenig aus dem Griff zu winden, um wieder Luft zu bekommen, beinahe im gleichen Augenblick erkundigte sie sich, ob man ihn nun gefahrlos loslassen könne. Nicken.
Rasch rutschte er weg von ihr, rieb sich erst mal die schmerzende Brust und beobachtete sie im Gras sitzend genauso lauernd wie sie ihn.
Verrückt. Dafür wie wichtig sie war, hatte er sie reichlich verdroschen. Trotzdem schien sie nicht vorzuhaben, sich auf ihn zu stürzen. Mittlerweile fühlte er sich erschöpft und ausgelaugt. Während sie eine Standpauke hielt, und ihn von irgendwelchen Reiche-Leute-Ansichten zu überzeugen versuchte, rieb er verstohlen die schmerzende Hand und dachte an Bo. Nimm dich zusammen...
„Ist dir überhaupt klar, da man dich ohne deine Nähe zu mir nicht mal zu Bo in den Zellentrakt gelassen hätte?“ – „Dann wäre er gar nicht erst drin...“
Es war gar nicht so zynisch gemeint gewesen, wie sie zu glauben schien, sondern rein logische Folgerung. Sie verstand nicht, dass Bo einfach zu ihm gehörte und sich sicher nicht viel Gedanken machte, wie er zu ihm gelangte. Früher hatte es keinen Ort gegeben, der nur für einen von ihnen beiden reserviert gewesen war...
Das Auftauchen des Richters beendete ihren Versucht, Einsicht in ihm zu wecken, und nur äußerst widerwillig räumte er das Feld.
“Gefährde Bo nicht, indem du frech oder laut wirst... ich erwarte dich sauber und trocken zuhause, damit wir uns um die Angelegenheit kümmern können... Sie tun ihm nichts, versprochen. Und nun geh, und mach was ich dir sage.“
„Deinen heruntergekommenen Bruder rettet nur, da du sein Bruder bist und ich dir das nicht antun würde - verscherz es dir nicht!“
Es stimmte – was sie mit Bo tun oder lassen würden, hing vollkommen von ihr ab. Er wollte sie hassen, weil sie Bo eingesperrt hatte und der nun in größter Gefahr schwebte, aber durfte es nicht, weil sie gleichzeitig auch seine einzige Hoffnung war. Eine Lektion sollte sein Bruder im Kerker lernen? Sie wusste ja nicht, wie gefährlich es dort für ihn war. Wenn ihn nur irgendeine Wache mit Vince gesehen hatte, oder ihm wieder die falschen Sachen herausrutschten...
Jede Minute konnten sie etwas herausbekommen, was ihn den Kopf kosten konnte.
“ Und DU hast auch noch viel zu lernen, Freundchen!“
Sie hielt das tatsächlich alles für eine Lektion. Ging davon aus, dass Bo sich nur ein paar harmlose Strafen fangen würde und ihm niemand etwas antun würde. Wusste immerhin auch nichts von der anderen Bedrohung...
“...und nach einem erfolglosen heimlichen Einsteigen mir besser nichts davon erzählt, nachts bei mir die Blumen gießen zu wollen! FÜR WAS HÄLT MICH DER KERL?!“
Er konnte nicht anders, als verblüfft – und reichlich verheult – aufzulachen. Das war wirklich typisch Bo... kein Wunder, dass sie angepisst war.
“Boi meint das nicht so...“
Der erste kleinlaute Versuch seinerseits, die Wogen zu glätten. Vorsichtig probierte er, sich ein wenig aus dem Griff zu winden, um wieder Luft zu bekommen, beinahe im gleichen Augenblick erkundigte sie sich, ob man ihn nun gefahrlos loslassen könne. Nicken.
Rasch rutschte er weg von ihr, rieb sich erst mal die schmerzende Brust und beobachtete sie im Gras sitzend genauso lauernd wie sie ihn.
Verrückt. Dafür wie wichtig sie war, hatte er sie reichlich verdroschen. Trotzdem schien sie nicht vorzuhaben, sich auf ihn zu stürzen. Mittlerweile fühlte er sich erschöpft und ausgelaugt. Während sie eine Standpauke hielt, und ihn von irgendwelchen Reiche-Leute-Ansichten zu überzeugen versuchte, rieb er verstohlen die schmerzende Hand und dachte an Bo. Nimm dich zusammen...
„Ist dir überhaupt klar, da man dich ohne deine Nähe zu mir nicht mal zu Bo in den Zellentrakt gelassen hätte?“ – „Dann wäre er gar nicht erst drin...“
Es war gar nicht so zynisch gemeint gewesen, wie sie zu glauben schien, sondern rein logische Folgerung. Sie verstand nicht, dass Bo einfach zu ihm gehörte und sich sicher nicht viel Gedanken machte, wie er zu ihm gelangte. Früher hatte es keinen Ort gegeben, der nur für einen von ihnen beiden reserviert gewesen war...
Das Auftauchen des Richters beendete ihren Versucht, Einsicht in ihm zu wecken, und nur äußerst widerwillig räumte er das Feld.
“Gefährde Bo nicht, indem du frech oder laut wirst... ich erwarte dich sauber und trocken zuhause, damit wir uns um die Angelegenheit kümmern können... Sie tun ihm nichts, versprochen. Und nun geh, und mach was ich dir sage.“
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Luca
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"Versprochen..."
Sie wusste ja nichts von der Piratensache... oder..?
"...um die Angelegenheit kümmern.."
SIE hatte BO in den Kerker geworfen!
Kein Wunder, bei dem Spruch..
Sie wollte ihn und Bo trennen, nur damit sie vor anderen gut da stand.
“Das würde ich dir nicht antun“
Nachdenken half nichts, jetzt war die Zeit zum Hoffen und Gehorchen. Was er von allem halten sollte, wusste er nicht. Zuhause angekommen wusch er sich wie befohlen, zog sich um, machte sich aber gleich darauf daran, seine Habe zu sortieren. Einen Haufen für alles, was sie auf einer möglichen Flucht gebrauchen könnten, einen mit unwichtigem Zeug wie Spielen und Büchern. Sachen, die im Notfall nur Ballast wären und hier bleiben müssten...
Überraschend früh traf auch Darna wieder ein. Wirkte beunruhigend besorgt aber machte noch immer keine Anstalten, ihn zu verprügeln oder ähnliches zu tun.
“ Luca... Dein Bruder wird enormes Glück haben, da ihm sein bisheriger Umgang nicht schon heute Kopf und Kragen kostet, und daran ist nicht seine Ehren schuld, der hat noch einen Weg aufgezeigt, wie man Bo helfen kann, verstehen wir uns?“
Verwirrung.
„Dein Bruder hat ein verdammtes Glück. Such Essen für Bo raus, und sei brav am Kastell, und sollten sie Nein sagen, heißt das eben nein. Ich hab dringend was zu tun, damit heute Abend alles gut wird.“
Er wurde nicht schlau aus ihren Andeutungen, wagte aber, leise zu hoffen. Zu Bo gehen, ihm Essen bringen – das war nichts, was sie ihm zweimal sagen musste. Sicher hatte sie eingesehen, dass es nicht richtig war, ihn im Kerker sterben zu lassen. Wenn es nur nicht zu spät war...
Sie wusste ja nichts von der Piratensache... oder..?
"...um die Angelegenheit kümmern.."
SIE hatte BO in den Kerker geworfen!
Kein Wunder, bei dem Spruch..
Sie wollte ihn und Bo trennen, nur damit sie vor anderen gut da stand.
“Das würde ich dir nicht antun“
Nachdenken half nichts, jetzt war die Zeit zum Hoffen und Gehorchen. Was er von allem halten sollte, wusste er nicht. Zuhause angekommen wusch er sich wie befohlen, zog sich um, machte sich aber gleich darauf daran, seine Habe zu sortieren. Einen Haufen für alles, was sie auf einer möglichen Flucht gebrauchen könnten, einen mit unwichtigem Zeug wie Spielen und Büchern. Sachen, die im Notfall nur Ballast wären und hier bleiben müssten...
Überraschend früh traf auch Darna wieder ein. Wirkte beunruhigend besorgt aber machte noch immer keine Anstalten, ihn zu verprügeln oder ähnliches zu tun.
“ Luca... Dein Bruder wird enormes Glück haben, da ihm sein bisheriger Umgang nicht schon heute Kopf und Kragen kostet, und daran ist nicht seine Ehren schuld, der hat noch einen Weg aufgezeigt, wie man Bo helfen kann, verstehen wir uns?“
Verwirrung.
„Dein Bruder hat ein verdammtes Glück. Such Essen für Bo raus, und sei brav am Kastell, und sollten sie Nein sagen, heißt das eben nein. Ich hab dringend was zu tun, damit heute Abend alles gut wird.“
Er wurde nicht schlau aus ihren Andeutungen, wagte aber, leise zu hoffen. Zu Bo gehen, ihm Essen bringen – das war nichts, was sie ihm zweimal sagen musste. Sicher hatte sie eingesehen, dass es nicht richtig war, ihn im Kerker sterben zu lassen. Wenn es nur nicht zu spät war...
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Luca
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Der Name der Lady hatte ihm die Zellentür geöffnet und endlich konnte er sich davon überzeugen, dass sie Bo nichts angetan hatten. Der benahm sich noch immer komisch, was das Essen anging. Aber er war da. Ihn endlich wieder um sich zu haben, war das wichtigste, da störte auch die schäbige Umgebung nicht. Zwar versuchte der Kerker, böse Erinnerungen zu wecken, noch gelang Luca allerdings, sie einfach zu ignorieren. Mit Bo zu reden lenkte ab.
Und zu reden hatten sie genug... zum Beispiel musste er seinem Bruder langsam beibringen, dass Vince nicht allzu viel Zukunft hatte und er sich lieber von ihm fernhalten sollte. Ihm einimpfen, sich bloß zu benehmen, wenn die Lady mit dem Richter kommen würde... sich nicht zu verplappern...
Die Zeit verstrich und langsam dämmerte es.
„Nach der Beerdigung“ hatte die Lady gesagt. So lang konnte das doch nicht dauern. Je dunkler es wurde, desto unruhiger wurde Luca.
Gitter, Finsternis, das Stroh auf dem Boden... Hatte sich etwas im Schatten bewegt? Ungeachtet dessen, dass sie sich mitten in Varuna befanden und Bo neben ihm saß, war es immer noch ein Kerker. Langsam schien auch Bo zu bemerken, dass etwas nicht stimmte, „darüber reden“ wollte Luca aber am allerwenigsten. Einfach nicht daran denken...
Nicht vorstellen, wer alles zu ihnen in die Zelle kommen oder mitten aus dem Nichts auftauchen könnte... Bos düstere Geschichten aus anderen Gefängnissen machten nichts besser. Nicht an Ratten denken. Nicht vorstellen, dass hier irgendwas unbemerkt durchs Dunkle huschen könnte...
Mittlerweile fühlte er sein eigenes Herzklopfen. Sie musste doch endlich kommen. Am liebsten wäre er geflüchtet, aber weder wollte er Bo im Stich lassen, noch allein hinaus in die Nacht. Warum kam sie nicht?
Er wusste nicht genau, wann es vollkommen finster geworden war. Sie hatten sich zwar fast die ganze Zeit über unterhalten, geholfen hatte es nicht. Bo fing auch noch an zu bohren, was mit ihm los sei. Nicht drüber nachdenken...!
Seine Nerven waren zum Zerreißen gespannt, nun meinte er, ganz deutlich ein Rascheln gehört zu haben. Nicht so Bo, der nur näher zu ihm rutschte, ebenfalls lauschte, dann aber laut und scherzend
“BUH!!“
rief. Normalerweise wäre er kurz zusammengezuckt und hätte sich dann lachend auf Bo gestürzt, um ihn zu verdreschen. Heute, als er die blutige Höllenkreatur aus dem Verlies der Arkorither schon fast wieder hatte riechen können, schrie er nur panisch auf und verlor vollends die Fassung. In der kurzen Schrecksekunde hatte er förmlich gespürt, wie das Ungeheuer ihn ansprang, die Hexer sich versammelten, die Mauern näher rutschten...
Unbeholfen legte Bo den Arm um ihn und versuchte ihn zu trösten, ohne dass es so recht gelang. Er wollte nur noch fort, wieder zu Darna oder Rafael, im Hellen sein, sich beschützen lassen, ganz sicher sein, dass nichts geschehen würde. Um allein nach Hause zu laufen war es längst zu spät, stumm harrten sie so weiter aus.
Und zu reden hatten sie genug... zum Beispiel musste er seinem Bruder langsam beibringen, dass Vince nicht allzu viel Zukunft hatte und er sich lieber von ihm fernhalten sollte. Ihm einimpfen, sich bloß zu benehmen, wenn die Lady mit dem Richter kommen würde... sich nicht zu verplappern...
Die Zeit verstrich und langsam dämmerte es.
„Nach der Beerdigung“ hatte die Lady gesagt. So lang konnte das doch nicht dauern. Je dunkler es wurde, desto unruhiger wurde Luca.
Gitter, Finsternis, das Stroh auf dem Boden... Hatte sich etwas im Schatten bewegt? Ungeachtet dessen, dass sie sich mitten in Varuna befanden und Bo neben ihm saß, war es immer noch ein Kerker. Langsam schien auch Bo zu bemerken, dass etwas nicht stimmte, „darüber reden“ wollte Luca aber am allerwenigsten. Einfach nicht daran denken...
Nicht vorstellen, wer alles zu ihnen in die Zelle kommen oder mitten aus dem Nichts auftauchen könnte... Bos düstere Geschichten aus anderen Gefängnissen machten nichts besser. Nicht an Ratten denken. Nicht vorstellen, dass hier irgendwas unbemerkt durchs Dunkle huschen könnte...
Mittlerweile fühlte er sein eigenes Herzklopfen. Sie musste doch endlich kommen. Am liebsten wäre er geflüchtet, aber weder wollte er Bo im Stich lassen, noch allein hinaus in die Nacht. Warum kam sie nicht?
Er wusste nicht genau, wann es vollkommen finster geworden war. Sie hatten sich zwar fast die ganze Zeit über unterhalten, geholfen hatte es nicht. Bo fing auch noch an zu bohren, was mit ihm los sei. Nicht drüber nachdenken...!
Seine Nerven waren zum Zerreißen gespannt, nun meinte er, ganz deutlich ein Rascheln gehört zu haben. Nicht so Bo, der nur näher zu ihm rutschte, ebenfalls lauschte, dann aber laut und scherzend
“BUH!!“
rief. Normalerweise wäre er kurz zusammengezuckt und hätte sich dann lachend auf Bo gestürzt, um ihn zu verdreschen. Heute, als er die blutige Höllenkreatur aus dem Verlies der Arkorither schon fast wieder hatte riechen können, schrie er nur panisch auf und verlor vollends die Fassung. In der kurzen Schrecksekunde hatte er förmlich gespürt, wie das Ungeheuer ihn ansprang, die Hexer sich versammelten, die Mauern näher rutschten...
Unbeholfen legte Bo den Arm um ihn und versuchte ihn zu trösten, ohne dass es so recht gelang. Er wollte nur noch fort, wieder zu Darna oder Rafael, im Hellen sein, sich beschützen lassen, ganz sicher sein, dass nichts geschehen würde. Um allein nach Hause zu laufen war es längst zu spät, stumm harrten sie so weiter aus.
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Luca
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Eng an Bo gedrängt hatte er abwechselnd ins Dunkle gestarrt und die Augen fest zugepresst, als sich schließlich die Tür öffnete und ganz offensichtlich jemand den Raum betrat. Jemand... etwas.... wer? Jemand, der ihn holen wollte?
Die Bewegung hatte ihn aufspringen und sich an die Wand drücken lassen. Bo blieb ruhig sitzen und fragte, wer da sei, während er selbst kaum Luft bekam. Ängstlich seinen Namen flüsterte, bevor die Ungewissheit endlich beendet wurde.
“War das Nettigkeit, dich noch näher zu ihm zu lassen, oder was hast du angestellt, Luca?“
Die Lady. Nur die Lady. Endlich die Lady. Mit einem Mal hielten seine Beine nicht mehr stand, mit einem erleichterten Keuchen rutschte er die Wand herab zurück auf die Pritsche. Kurz wurde ihm schwarz vor Augen, sie wiederholte ihre Frage bereits zum zweiten Mal, als er endlich stockend antworten konnte.
Noch immer fühlte sich alles in ihm flau und zittrig an, der irrationale Teil der Angst blieb, geschehen konnte aber nichts mehr. Sie sprach mit den Wächtern, redete über irgendetwas, das Bo in Schwierigkeiten bringen könnte, scheinbar mahnend zu ihm...
Entschlossen wischte er sich mit dem Ärmel die Tränen aus dem Gesicht und versuchte, zuzuhören. Unruhig beobachteten beide, wie sie mit den Gardisten im Nachbarzimmer verschwand, redeten dennoch ermutigt weiter.
Aber was machte sie so lange? Sie würde nicht fort gegangen sein...? Eine neuerliche Zerreißprobe bahnte sich an, dennoch hoffte er sie nah und schöpfte Mut aus der Annahme.
Lass sie doch endlich wiederkommen...
Die Bewegung hatte ihn aufspringen und sich an die Wand drücken lassen. Bo blieb ruhig sitzen und fragte, wer da sei, während er selbst kaum Luft bekam. Ängstlich seinen Namen flüsterte, bevor die Ungewissheit endlich beendet wurde.
“War das Nettigkeit, dich noch näher zu ihm zu lassen, oder was hast du angestellt, Luca?“
Die Lady. Nur die Lady. Endlich die Lady. Mit einem Mal hielten seine Beine nicht mehr stand, mit einem erleichterten Keuchen rutschte er die Wand herab zurück auf die Pritsche. Kurz wurde ihm schwarz vor Augen, sie wiederholte ihre Frage bereits zum zweiten Mal, als er endlich stockend antworten konnte.
Noch immer fühlte sich alles in ihm flau und zittrig an, der irrationale Teil der Angst blieb, geschehen konnte aber nichts mehr. Sie sprach mit den Wächtern, redete über irgendetwas, das Bo in Schwierigkeiten bringen könnte, scheinbar mahnend zu ihm...
Entschlossen wischte er sich mit dem Ärmel die Tränen aus dem Gesicht und versuchte, zuzuhören. Unruhig beobachteten beide, wie sie mit den Gardisten im Nachbarzimmer verschwand, redeten dennoch ermutigt weiter.
Aber was machte sie so lange? Sie würde nicht fort gegangen sein...? Eine neuerliche Zerreißprobe bahnte sich an, dennoch hoffte er sie nah und schöpfte Mut aus der Annahme.
Lass sie doch endlich wiederkommen...
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Luca
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Die letzte böse Überraschung erwartete ihn ausgerechnet, als sie zurückkehrte.
“Luca? Wir werden notgedrungener Maßen bis morgen Früh auf seine Ehren von Weylenstein warten müssen.“
Bis morgen?? Er würde es nicht eine weitere Stunde hier drin aushalten, nicht mal fünf Minuten!
“Dir steht es frei, nach Hause zu kommen, oder die Nacht bei Bo zu verbringen.“ - “Geh besser Luca.. Du musst nicht den Helden spielen. Mir passiert schon nix.“
Ihn allein hier lassen? Nachhause in das riesige Haus, das weiche warme Bett, während Bo hier saß? Wie konnte sie denken, dass er das jemals fertig bringen würde?? Langsam drängte der Wachtmeister, auch die Lady wurde ungeduldig. Alles umsonst? Sie waren hergekommen, um ihn zu befreien! Gleichzeitig wusste er, dass er es einfach nicht aushalten würde, sie gehen zu sehen und wieder mit all seiner Angst im Dunklen zu sitzen. Aber wie konnte er einfach gehen und seinen Bruder zurücklassen? Bo allerdings schob ihn entschieden vom Bett und versicherte ihm aufmunternd, dass er sich nicht zu sorgen bräuchte.
Wie der elendeste Verräter fühlte er sich, als der Ältere ihm die Haare wuschelte und klar war, dass die Entscheidung gefallen war. Aus der Zelle flüchtete er förmlich, draußen nahm ihn die Lady tröstend an der Schulter. Es hätte sich nicht so unglaublich erleichternd anfühlen dürfen... Sie sollte ihm nicht ebenfalls durch die Haare fahren, als würde sie Bo förmlich ablösen. Dennoch – sie sollte ihn endlich nachhause bringen und aufpassen, dass ihm niemand etwas tun konnte.
Auf dem Heimweg war die alte Furcht wieder da. Viele Augen schienen ihn aus dem Dunklen heraus zu beobachten, hier und da raschelte es verdächtig, immer genau am Rand seines Sichtfeldes schien die Luft leicht aufzureißen...
Geduckt huschte er schließlich ins Haus sich geschlagen für die Nacht zu rüsten. Heute kamen außer dem Schwert auch wieder Machete, Katana und Dolche ins Bett; sorgsam kontrollierte er jede dunkle Ecke in seinem Zimmer.
Was half das schon? Sie konnten immerhin einfach auftauchen, wann sie wollten...
„Alles in Ordnung?“
Die Lady schaute ins Zimmer, als ihm bei ihrem Gute-Nacht-Ruf vor Schreck die Machete zu Boden gepoltert war. Nichts war in Ordnung. Er hatte sich die ganze Zeit darauf gefiebert, bei Bo sein zu können... schon jetzt grausige Angst davor, gleich die Augen zu schließen. Warum musste Viola fort sein? Noch mal zu fragen, ob er im Zimmer der Lady schlafen könnte, schied aus. Er hatte Bo im Stich gelassen und es war ihre Schuld.
Zoes Tränke hellten ihm zumindest den Raum auf, Ruhe fand er trotzdem nicht.
“Luca? Wir werden notgedrungener Maßen bis morgen Früh auf seine Ehren von Weylenstein warten müssen.“
Bis morgen?? Er würde es nicht eine weitere Stunde hier drin aushalten, nicht mal fünf Minuten!
“Dir steht es frei, nach Hause zu kommen, oder die Nacht bei Bo zu verbringen.“ - “Geh besser Luca.. Du musst nicht den Helden spielen. Mir passiert schon nix.“
Ihn allein hier lassen? Nachhause in das riesige Haus, das weiche warme Bett, während Bo hier saß? Wie konnte sie denken, dass er das jemals fertig bringen würde?? Langsam drängte der Wachtmeister, auch die Lady wurde ungeduldig. Alles umsonst? Sie waren hergekommen, um ihn zu befreien! Gleichzeitig wusste er, dass er es einfach nicht aushalten würde, sie gehen zu sehen und wieder mit all seiner Angst im Dunklen zu sitzen. Aber wie konnte er einfach gehen und seinen Bruder zurücklassen? Bo allerdings schob ihn entschieden vom Bett und versicherte ihm aufmunternd, dass er sich nicht zu sorgen bräuchte.
Wie der elendeste Verräter fühlte er sich, als der Ältere ihm die Haare wuschelte und klar war, dass die Entscheidung gefallen war. Aus der Zelle flüchtete er förmlich, draußen nahm ihn die Lady tröstend an der Schulter. Es hätte sich nicht so unglaublich erleichternd anfühlen dürfen... Sie sollte ihm nicht ebenfalls durch die Haare fahren, als würde sie Bo förmlich ablösen. Dennoch – sie sollte ihn endlich nachhause bringen und aufpassen, dass ihm niemand etwas tun konnte.
Auf dem Heimweg war die alte Furcht wieder da. Viele Augen schienen ihn aus dem Dunklen heraus zu beobachten, hier und da raschelte es verdächtig, immer genau am Rand seines Sichtfeldes schien die Luft leicht aufzureißen...
Geduckt huschte er schließlich ins Haus sich geschlagen für die Nacht zu rüsten. Heute kamen außer dem Schwert auch wieder Machete, Katana und Dolche ins Bett; sorgsam kontrollierte er jede dunkle Ecke in seinem Zimmer.
Was half das schon? Sie konnten immerhin einfach auftauchen, wann sie wollten...
„Alles in Ordnung?“
Die Lady schaute ins Zimmer, als ihm bei ihrem Gute-Nacht-Ruf vor Schreck die Machete zu Boden gepoltert war. Nichts war in Ordnung. Er hatte sich die ganze Zeit darauf gefiebert, bei Bo sein zu können... schon jetzt grausige Angst davor, gleich die Augen zu schließen. Warum musste Viola fort sein? Noch mal zu fragen, ob er im Zimmer der Lady schlafen könnte, schied aus. Er hatte Bo im Stich gelassen und es war ihre Schuld.
Zoes Tränke hellten ihm zumindest den Raum auf, Ruhe fand er trotzdem nicht.
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Luca
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Irgendetwas in ihm schien zu zerreißen und ließ ihn ganz automatisch um sein Leben kämpfen, so dass er die Wasseroberfläche bereits durchbrochen hatte, als er realisierte, dass die luftraubenden Schmerzen vom eisigen Nass verursacht wurden. Der schwere Umhang und seine Benommenheit hinderten ihn daran, im brusthohen Wasser zu stehen, immer wieder kippte der Raum unverhofft auf die Seite und ließ ihn erneut untertauchen. Hätte sein Peiniger ihn nicht hochgerissen, wäre sein Ertrinken keine Frage von Minuten gewesen.
Der jähe Schock hatte den Bann des versprochenen Goldes ebenso wie die hochprozentige Müdigkeit vertrieben. Nachdem die Fremde nicht mehr nach seinen Gedanken griff, war alle Zuversicht verschwunden, die verschwommenen Erinnerungen an die Hexenreise vermischten sich mit der Kälte und all den anderen Eindrücken, die auf ihn einströmten. Wahrscheinlich hätte er den Befehlen, sich auszuziehen und zu waschen, nicht einmal nüchtern nachkommen können, erst am Vortag hatte Rahel ihm beim Baden helfen müssen, weil die rechte Hand – und insbesondere der gebrochene Finger – noch immer jede Tätigkeit mühsam machten. Trotz – oder dank – seiner Angst gelang ihm nach einigen kläglichen Versuchen schließlich die Flucht aus dem Becken und der Kammer, keiner der beiden schien für nötig zu halten, ihn zu fassen. Sie waren ihm voraus und wussten, dass kein Weg hinausführte, gleich wie schnell er losrannte, nur um festzustellen, dass es hinter einer der vielen Ecken kein Weiterkommen mehr gab. Letztendlich raubte ihm der Anblick der steinernen Särge im zuckenden Fackelschein den letzten Mut, so dass er schließlich die Wand herabrutschte und bei den nahenden Schritten nur noch den Kopf zwischen Armen und Knien vergrub.
Vergebens war alle Bettelei, mit fast gütiger Stimme erklärte die Fremde ihm, dass es aus den grausigen Räumen, die sie durchquerten, kein Entkommen gäbe. Seinen zweiten Fluchtversuch verhinderten ihre Worte nicht, dennoch endete er wie der erste in einem fensterlosen Zimmer, einzig war sein diesmaliger Finder ein anderer.
Aus dem Schutz der aufschwingenden Tür hinaus bestand Lucas letzte Tat in dem Versuch, dem Vermummten den Dolch in den Bauch zu stoßen. Mochte es daran liegen, dass sein Gegenüber taghell sah oder auch nur daran, dass der Junge in seinem Zustand keine ernste Gefahr darstellte – der Mann erschrak nicht einmal sondern rammte ihm die Faust mit einer Wucht ins Gesicht, die ihn zu Boden schleuderte und mehr als seinen Widerstand zu brechen schien. Jemand rieb ihm unsanft das Blut ab; Zauber schlossen die Wunden, bevor sie ihn zurück zur Frau schleppten... All das war nichts mehr, was seiner Zustimmung bedurft hätte. Die Kälte des Kellers kroch gierig durch seine nassen Kleider, sein Kopf fühlte sich taub an, die ganze Zeit über ließ der grobe Griff seines Bewachers die alten Wunden am Arm schmerzen.
Es sollte aufhören, gleich was sie vorhatten. Für einen Augenblick war er sich wirklich sicher, dass gleichgültig war, was sie mit ihm vorhatten, dass alles neuerlichem gejagt und verprügelt werden vorzuziehen sei. Die trübe Resignation schlug allerdings rasch wieder in Panik um, als einer der Männer mit einem gewaltigen Rapier in der Hand seinen Daumen verlangte und er sich nur zu gut an Rafaels Kerkergeschichten vom vergangenen Abend erinnerte. Er hätte sich nie vorstellen können, erleichtert zu sein, weil ihm jemand den Arm aufschnitt, nun allerdings war ihm alles gleich, was nicht damit endete, dass er Finger oder andere Körperteile verlor.
Schweißgebadet fuhr er früh morgens hoch. Er hatte in voller Montur samt Mantel und Stiefel geschlafen, nur für alle Fälle... nun rächte es sich. Nach den Alpträumen hielt ihn nichts mehr im Bett, zutreffender war, dass er es nicht schnell genug verlasen konnte. Die Sonne war bereits aufgegangen und so packte er in der Küche jede Menge Essen für Bo, bewaffnete sich mit den Tränken von Rafael sowie seinen Lieblingsklingen und brach Richtung Varuna auf, während das Haus noch still da lag. Heute ließ ihn niemand ins Kastell und darüber war er insgeheim froh darüber. Auch wenn er sich leise schämte, wusste er, dass er die Zellen nie mehr betreten wollte. Stattdessen bezog er Stellung vor dem Fenster am Gang und unterhielt sich zumindest lautstark mit Bo. Irgendwann war es dann tatsächlich so weit. Jemand führte seinen Bruder aus der Zelle, ein letztes Mal keimte Sorge in ihm auf und dann trat Bo endlich ins Freie.
Der jähe Schock hatte den Bann des versprochenen Goldes ebenso wie die hochprozentige Müdigkeit vertrieben. Nachdem die Fremde nicht mehr nach seinen Gedanken griff, war alle Zuversicht verschwunden, die verschwommenen Erinnerungen an die Hexenreise vermischten sich mit der Kälte und all den anderen Eindrücken, die auf ihn einströmten. Wahrscheinlich hätte er den Befehlen, sich auszuziehen und zu waschen, nicht einmal nüchtern nachkommen können, erst am Vortag hatte Rahel ihm beim Baden helfen müssen, weil die rechte Hand – und insbesondere der gebrochene Finger – noch immer jede Tätigkeit mühsam machten. Trotz – oder dank – seiner Angst gelang ihm nach einigen kläglichen Versuchen schließlich die Flucht aus dem Becken und der Kammer, keiner der beiden schien für nötig zu halten, ihn zu fassen. Sie waren ihm voraus und wussten, dass kein Weg hinausführte, gleich wie schnell er losrannte, nur um festzustellen, dass es hinter einer der vielen Ecken kein Weiterkommen mehr gab. Letztendlich raubte ihm der Anblick der steinernen Särge im zuckenden Fackelschein den letzten Mut, so dass er schließlich die Wand herabrutschte und bei den nahenden Schritten nur noch den Kopf zwischen Armen und Knien vergrub.
Vergebens war alle Bettelei, mit fast gütiger Stimme erklärte die Fremde ihm, dass es aus den grausigen Räumen, die sie durchquerten, kein Entkommen gäbe. Seinen zweiten Fluchtversuch verhinderten ihre Worte nicht, dennoch endete er wie der erste in einem fensterlosen Zimmer, einzig war sein diesmaliger Finder ein anderer.
Aus dem Schutz der aufschwingenden Tür hinaus bestand Lucas letzte Tat in dem Versuch, dem Vermummten den Dolch in den Bauch zu stoßen. Mochte es daran liegen, dass sein Gegenüber taghell sah oder auch nur daran, dass der Junge in seinem Zustand keine ernste Gefahr darstellte – der Mann erschrak nicht einmal sondern rammte ihm die Faust mit einer Wucht ins Gesicht, die ihn zu Boden schleuderte und mehr als seinen Widerstand zu brechen schien. Jemand rieb ihm unsanft das Blut ab; Zauber schlossen die Wunden, bevor sie ihn zurück zur Frau schleppten... All das war nichts mehr, was seiner Zustimmung bedurft hätte. Die Kälte des Kellers kroch gierig durch seine nassen Kleider, sein Kopf fühlte sich taub an, die ganze Zeit über ließ der grobe Griff seines Bewachers die alten Wunden am Arm schmerzen.
Es sollte aufhören, gleich was sie vorhatten. Für einen Augenblick war er sich wirklich sicher, dass gleichgültig war, was sie mit ihm vorhatten, dass alles neuerlichem gejagt und verprügelt werden vorzuziehen sei. Die trübe Resignation schlug allerdings rasch wieder in Panik um, als einer der Männer mit einem gewaltigen Rapier in der Hand seinen Daumen verlangte und er sich nur zu gut an Rafaels Kerkergeschichten vom vergangenen Abend erinnerte. Er hätte sich nie vorstellen können, erleichtert zu sein, weil ihm jemand den Arm aufschnitt, nun allerdings war ihm alles gleich, was nicht damit endete, dass er Finger oder andere Körperteile verlor.
Schweißgebadet fuhr er früh morgens hoch. Er hatte in voller Montur samt Mantel und Stiefel geschlafen, nur für alle Fälle... nun rächte es sich. Nach den Alpträumen hielt ihn nichts mehr im Bett, zutreffender war, dass er es nicht schnell genug verlasen konnte. Die Sonne war bereits aufgegangen und so packte er in der Küche jede Menge Essen für Bo, bewaffnete sich mit den Tränken von Rafael sowie seinen Lieblingsklingen und brach Richtung Varuna auf, während das Haus noch still da lag. Heute ließ ihn niemand ins Kastell und darüber war er insgeheim froh darüber. Auch wenn er sich leise schämte, wusste er, dass er die Zellen nie mehr betreten wollte. Stattdessen bezog er Stellung vor dem Fenster am Gang und unterhielt sich zumindest lautstark mit Bo. Irgendwann war es dann tatsächlich so weit. Jemand führte seinen Bruder aus der Zelle, ein letztes Mal keimte Sorge in ihm auf und dann trat Bo endlich ins Freie.
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Darna von Hohenfels
Ein Betrug
Man hatte ihr bei der Verhaftung Bo's seine zwei nennenswerten Habseligkeiten übergeben, noch unsicher darüber, welches Ausmaß das hier alles hatte und wie lange es dauern würde. Ein zerbrochener Dietrich und ein kleiner schwarzer Beutel, der verhalten aber stechend nach Schwefel stank. Sie befühlte ihn - der Inhalt schien pulverförmig. Was um Himmels willen war das? Bestimmt irgendwelches seemännisch abergläubische Zeug. Luca hatte, bevor sie ihm das Medaillon gab, auch einen getrockneten Hühnerfuß und einen kleinen Lederbeutel mit wer weiß was drin um den Hals getragen. Solche Beutel machte man nicht auf. Soviel wusste sie.
Nein, sie war nicht abergläubisch. Es tat ja schlicht nicht not, den Beutel aufzumachen und in anderer Leute Sachen zu wühlen, nicht?
Die Vermutung, daß das harmloser Kram war, hielt sich allerdings nicht lange. Andere Leute schienen auf die Beschreibung aufmerksam geworden, mindestens seine Ehren von Weylenstein. Im Kaminzimmer des Schlosses verschaffte er sich - und ihr - einen Überblick über den Ernst der Lage. Es existierte der Verdacht, daß der Beutel eine gefährliche Substanz enthielt, die die Piraten benutzten. Noch eine gefährliche unbekannte Sache, außer den Pistolen? Herrje, diese Leute gaben ihr immer wieder Anlaß zu einem Kopfschütteln. Daß Luca aber ins Umfeld der Piraten einzurechnen war, war so oft hinweisartig zu ihr vorgedrungen, daß sie vieles in Betracht zog, aber sicher nicht, es abzustreiten.
"Luca, dein Bruder hat ein Problem." Oh ja. Antarian klärte sie darüber auf, daß Sir Nevyn die Möglichkeit hatte, die Natur des Pulvers eindeutig zu identifizieren. War es das Zeug der Piraten, lautete die Anklage Verdacht auf Piraterie - bei einer Verhandlung vor Gericht. Ein lausiger Einbruchversuch und ein paar kaputte Blumen würde er wegen Geringfügigkeit alleine entscheiden können, gemeinnützige Arbeit mochte dem geschwächten Hungerhaken bei guter Nahrung dann noch eher gut tun als schaden.
Verdacht auf Piraterie... Sie vertraute dem Gericht, doch sie wusste auch, wie man angesichts der Verbrechen gegen Rafael in der Stadt gerade auf Piraten zu sprechen war. Daß Silvan bei einer Häufung von Indizien eher zu hart als zu weich entscheiden würde. Daß Adrians Milde dann nur wieder politische Probleme bedeutete oder es erst recht Bo's Kopf kosten mochte. Bo war ein Pirat, weil er Piratenpulver bei sich hatte, und Selissa war Pirat, weil sie mal auf La Cabeza war, natürlich. Darna furchte unzufrieden die Stirn. "Verflixt nochmal, kann das nicht einfach nur ein dummer Talisman sein? Glück kann der Bursche jetzt deutlich eher gebrauchen als solches Zeug!"
"Reingesehen hat noch niemand." Das war eine Feststellung, die etwas in ihrem Magen nervös flattern ließ. Was konnte der Eindruck ersetzen, daß sich etwas pulverartiges im Beutel befand? Was sollte den Schwefelgeruch erklären?
Luca begegnete ihr in hektischer Eile, und daß sie ihn absehbar sicher aus dem Haus bekam, war ein Segen. Ein scharfer Ritt führte sie an den Strand im Westen, wo sie in einen anderen Beutel etwas möglichst feinen Sand abfüllte. "Das ist Betrug, verflixt noch eins. Dann darfst du auch noch rumlügen... Nein, am besten, ich sage einfach, ich habe den Beutel nicht geöffnet. Dann darf das nur keine Lüge sein."
Ihr Sekretär Zyran fand sich etwas später vor einen deutlich ungewöhnlichen Auftrag gestellt. Er bekam den abgefüllten Sand, den verdächtigen Beutel und die Haarsträhne einer auf den ersten Blick sicher heißen Brünetten. Auf den zweiten Blick wären das deutlich zu feste Haare eines Pferdeschweifes gewesen. Auf den dritten Blick fiel hoffentlich niemandem auf, daß die Farbe zu Aarentrutz passte.
"Diesen Beutel", sie zeigte auf den schwarzen, "entleert Ihr bitte spurlos im Stadtgraben und vergesst, was da drin war. Dann kommt zurück und füllt das, was ich Euch gerade noch gab, zusammen mit dem, was gleich auf dem Küchentisch liegen wird, in den schwarzen Beutel. Der ursprüngliche Behälter für den Sand landet restlos im Feuer und wird genauso vergessen. Der schwarze Beutel dann geschlossen als wurde er nicht geöffnet. Und kein Wort zu allem, zu niemandem. Kriegt Ihr das hin?"
"Selbstverständlich."
Draußen stieg Zyran auf sein Pferd und trieb es hastig an, ein knappes "Als Schreiberling hat man's oft eilig!" gen der Wachen, als er auch schon lospreschte, um ein Gewässer zu suchen, das ihm sicherer schien als der Stadtgraben. Kurze Zeit später bekam Darna einen schwarzen Beutel in die Hand gedrückt, der immer noch nichts über den Inhalt verriet, auch wenn er verdachtserweckend aussah.
"Betrug. Betrug, um zu helfen. Bo, ein Pirat für den Galgen?" Sie wog den Beutel in der Hand. Es galt, ins Innere zu sehen, und kurz musste sie schmunzeln.
"Wie wolltest du dich unterwinden, kurzweg die Menschen zu ergründen.
Du kennst sie nur von außenwärts. Du siehst die Weste, nicht das Herz."
"Damit kann man nach jemandem werfen, aber sicher keine Pistole befüllen", war schließlich Nevyns Urteil, nachdem er nach nervenzerreißend langer Zeit den Beutel endlich öffnete und überrascht die Braue hob, als ihm Sand entgegenrieselte. Zerriebene Schwefelasche, eine Nachtschattenblüte und getrocknete Froschaugen rundeten für den Laien das abergläubische Brimborium ab - das bekam sogar eine Paladin zusammengewürfelt.
Das Urteil des Adlerritters stand, sein Wort galt, und Nevyn log guten Gewissens nicht. Sie hatte auch nicht gelogen, nur kein so gutes Gewissen. Für diesen Betrug würde sie noch Abbitte leisten müssen, doch zunächst galt es - mal so eben zwischendurch - noch Serendos Leichnam von rahaler Reichsgrund zu bergen und sich auch den Problemen ihrer altgeliebten Garde anzunehmen, so weit es ging. Und Bo vielleicht ein Stückchen zu erziehen, indem er begriff, was los war. Ja, sie hatte ihn erst hier rein gebracht. "Und ich will mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wäre es ein anderer Anlaß gewesen. Einmal noch Ärger mit Wachtmeister Ragwyn, und..."
"Es gab allerdings eine gewisse Unsicherheit, was diesen bei dem Burschen gefundenen Beutel betrifft", sagte sie also ein klein wenig klarer, lauter und warnender als für ein normales Gespräch mit dem Oberstleutnant nötig, ohne dabei zur hintersten Zelle zu sehen. Kabo hob eine Braue, und Bo schluckte.
"Inwiefern?"
"Es kam der Verdacht auf, es könne sich um Blitzpulver handeln, was dann einen dringenden
Verdacht nahegelegt hätte, daß der Bengel mit Piratenpack zu tun hat." Sie fuhr rasch fort, ehe von den Banausen ungelegene Zwischenworte kommen könnten: "Allerdings war es keines."
Bos verblüfften Blick zu ihr sah im Dunkeln des Zellentraktes zum Glück niemand.
"Sir Nevyn, der die Echtheit des Pulvers hätte bestätigen können, fand in dem Beutel lediglich Sand und abergläubischen Glücksbringerkrimskrams vor. Hier... Ihr könnt Euch auch gern selbst versichern - der Beutel scheint nur vormals für dergleichen, wer weiß wann, gebraucht worden zu sein."
"Ich weiß, wann... Du weißt, wann... Junge, du hast ein Schweineglück."
Als Bo einen Tag später das Kastell verließ, gab sie ihm den Beutel zurück: "Hier - dein Glücksbringer."
Da war aus der Lüge Wahrheit geworden.
Man hatte ihr bei der Verhaftung Bo's seine zwei nennenswerten Habseligkeiten übergeben, noch unsicher darüber, welches Ausmaß das hier alles hatte und wie lange es dauern würde. Ein zerbrochener Dietrich und ein kleiner schwarzer Beutel, der verhalten aber stechend nach Schwefel stank. Sie befühlte ihn - der Inhalt schien pulverförmig. Was um Himmels willen war das? Bestimmt irgendwelches seemännisch abergläubische Zeug. Luca hatte, bevor sie ihm das Medaillon gab, auch einen getrockneten Hühnerfuß und einen kleinen Lederbeutel mit wer weiß was drin um den Hals getragen. Solche Beutel machte man nicht auf. Soviel wusste sie.
Nein, sie war nicht abergläubisch. Es tat ja schlicht nicht not, den Beutel aufzumachen und in anderer Leute Sachen zu wühlen, nicht?
Die Vermutung, daß das harmloser Kram war, hielt sich allerdings nicht lange. Andere Leute schienen auf die Beschreibung aufmerksam geworden, mindestens seine Ehren von Weylenstein. Im Kaminzimmer des Schlosses verschaffte er sich - und ihr - einen Überblick über den Ernst der Lage. Es existierte der Verdacht, daß der Beutel eine gefährliche Substanz enthielt, die die Piraten benutzten. Noch eine gefährliche unbekannte Sache, außer den Pistolen? Herrje, diese Leute gaben ihr immer wieder Anlaß zu einem Kopfschütteln. Daß Luca aber ins Umfeld der Piraten einzurechnen war, war so oft hinweisartig zu ihr vorgedrungen, daß sie vieles in Betracht zog, aber sicher nicht, es abzustreiten.
"Luca, dein Bruder hat ein Problem." Oh ja. Antarian klärte sie darüber auf, daß Sir Nevyn die Möglichkeit hatte, die Natur des Pulvers eindeutig zu identifizieren. War es das Zeug der Piraten, lautete die Anklage Verdacht auf Piraterie - bei einer Verhandlung vor Gericht. Ein lausiger Einbruchversuch und ein paar kaputte Blumen würde er wegen Geringfügigkeit alleine entscheiden können, gemeinnützige Arbeit mochte dem geschwächten Hungerhaken bei guter Nahrung dann noch eher gut tun als schaden.
Verdacht auf Piraterie... Sie vertraute dem Gericht, doch sie wusste auch, wie man angesichts der Verbrechen gegen Rafael in der Stadt gerade auf Piraten zu sprechen war. Daß Silvan bei einer Häufung von Indizien eher zu hart als zu weich entscheiden würde. Daß Adrians Milde dann nur wieder politische Probleme bedeutete oder es erst recht Bo's Kopf kosten mochte. Bo war ein Pirat, weil er Piratenpulver bei sich hatte, und Selissa war Pirat, weil sie mal auf La Cabeza war, natürlich. Darna furchte unzufrieden die Stirn. "Verflixt nochmal, kann das nicht einfach nur ein dummer Talisman sein? Glück kann der Bursche jetzt deutlich eher gebrauchen als solches Zeug!"
"Reingesehen hat noch niemand." Das war eine Feststellung, die etwas in ihrem Magen nervös flattern ließ. Was konnte der Eindruck ersetzen, daß sich etwas pulverartiges im Beutel befand? Was sollte den Schwefelgeruch erklären?
Luca begegnete ihr in hektischer Eile, und daß sie ihn absehbar sicher aus dem Haus bekam, war ein Segen. Ein scharfer Ritt führte sie an den Strand im Westen, wo sie in einen anderen Beutel etwas möglichst feinen Sand abfüllte. "Das ist Betrug, verflixt noch eins. Dann darfst du auch noch rumlügen... Nein, am besten, ich sage einfach, ich habe den Beutel nicht geöffnet. Dann darf das nur keine Lüge sein."
Ihr Sekretär Zyran fand sich etwas später vor einen deutlich ungewöhnlichen Auftrag gestellt. Er bekam den abgefüllten Sand, den verdächtigen Beutel und die Haarsträhne einer auf den ersten Blick sicher heißen Brünetten. Auf den zweiten Blick wären das deutlich zu feste Haare eines Pferdeschweifes gewesen. Auf den dritten Blick fiel hoffentlich niemandem auf, daß die Farbe zu Aarentrutz passte.
"Diesen Beutel", sie zeigte auf den schwarzen, "entleert Ihr bitte spurlos im Stadtgraben und vergesst, was da drin war. Dann kommt zurück und füllt das, was ich Euch gerade noch gab, zusammen mit dem, was gleich auf dem Küchentisch liegen wird, in den schwarzen Beutel. Der ursprüngliche Behälter für den Sand landet restlos im Feuer und wird genauso vergessen. Der schwarze Beutel dann geschlossen als wurde er nicht geöffnet. Und kein Wort zu allem, zu niemandem. Kriegt Ihr das hin?"
"Selbstverständlich."
Draußen stieg Zyran auf sein Pferd und trieb es hastig an, ein knappes "Als Schreiberling hat man's oft eilig!" gen der Wachen, als er auch schon lospreschte, um ein Gewässer zu suchen, das ihm sicherer schien als der Stadtgraben. Kurze Zeit später bekam Darna einen schwarzen Beutel in die Hand gedrückt, der immer noch nichts über den Inhalt verriet, auch wenn er verdachtserweckend aussah.
"Betrug. Betrug, um zu helfen. Bo, ein Pirat für den Galgen?" Sie wog den Beutel in der Hand. Es galt, ins Innere zu sehen, und kurz musste sie schmunzeln.
"Wie wolltest du dich unterwinden, kurzweg die Menschen zu ergründen.
Du kennst sie nur von außenwärts. Du siehst die Weste, nicht das Herz."
"Damit kann man nach jemandem werfen, aber sicher keine Pistole befüllen", war schließlich Nevyns Urteil, nachdem er nach nervenzerreißend langer Zeit den Beutel endlich öffnete und überrascht die Braue hob, als ihm Sand entgegenrieselte. Zerriebene Schwefelasche, eine Nachtschattenblüte und getrocknete Froschaugen rundeten für den Laien das abergläubische Brimborium ab - das bekam sogar eine Paladin zusammengewürfelt.
Das Urteil des Adlerritters stand, sein Wort galt, und Nevyn log guten Gewissens nicht. Sie hatte auch nicht gelogen, nur kein so gutes Gewissen. Für diesen Betrug würde sie noch Abbitte leisten müssen, doch zunächst galt es - mal so eben zwischendurch - noch Serendos Leichnam von rahaler Reichsgrund zu bergen und sich auch den Problemen ihrer altgeliebten Garde anzunehmen, so weit es ging. Und Bo vielleicht ein Stückchen zu erziehen, indem er begriff, was los war. Ja, sie hatte ihn erst hier rein gebracht. "Und ich will mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wäre es ein anderer Anlaß gewesen. Einmal noch Ärger mit Wachtmeister Ragwyn, und..."
"Es gab allerdings eine gewisse Unsicherheit, was diesen bei dem Burschen gefundenen Beutel betrifft", sagte sie also ein klein wenig klarer, lauter und warnender als für ein normales Gespräch mit dem Oberstleutnant nötig, ohne dabei zur hintersten Zelle zu sehen. Kabo hob eine Braue, und Bo schluckte.
"Inwiefern?"
"Es kam der Verdacht auf, es könne sich um Blitzpulver handeln, was dann einen dringenden
Verdacht nahegelegt hätte, daß der Bengel mit Piratenpack zu tun hat." Sie fuhr rasch fort, ehe von den Banausen ungelegene Zwischenworte kommen könnten: "Allerdings war es keines."
Bos verblüfften Blick zu ihr sah im Dunkeln des Zellentraktes zum Glück niemand.
"Sir Nevyn, der die Echtheit des Pulvers hätte bestätigen können, fand in dem Beutel lediglich Sand und abergläubischen Glücksbringerkrimskrams vor. Hier... Ihr könnt Euch auch gern selbst versichern - der Beutel scheint nur vormals für dergleichen, wer weiß wann, gebraucht worden zu sein."
"Ich weiß, wann... Du weißt, wann... Junge, du hast ein Schweineglück."
Als Bo einen Tag später das Kastell verließ, gab sie ihm den Beutel zurück: "Hier - dein Glücksbringer."
Da war aus der Lüge Wahrheit geworden.
Zuletzt geändert von Darna von Hohenfels am Mittwoch 2. April 2008, 16:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Bo
"Scheisse schippen... Na super. Gut es haette sicher schlimmer kommen können, aber hätte Darna ihn hier verflucht nochmal nicht eingesperrt, dann müsste er jetzt auch verflucht nochmal keine Scheisse schippen..."
Gerade hatte er seine wenigen Habseeligkeiten wiederbekommen, nachdem ihm vom Richter Antarian offenbart worden war, dass er die "Varunesischen Wege vom Pferdekot für einen Monat zu befreien habe".. und auch noch das Tohuwabohu in Darnas Blumenbeet zu beseitigen habe und ihr auf unbestimmte Zeit - wann sie es eben für angemessen erachte - zu Diensten seien solle.
Und das alles nur, weil er ein paar Priemeln zerlatscht hatte...
Abermals drohte ein gewisser Zorn auf diese vermeindliche Hexe ihn zu überwältigen. Gut eine Hexe war sie offenbar nicht, das hatten ihm inzwischen mehr als genug Leute bestätigt. Aber man musste ja keine Finsteren Zauber ausführen und kleine Kinder fressen, nur um eine alte, fiese, gemeine Hexe zu sein.
MIt einem Knall schlug die marrode Holztür des Kastells auf die rückwärtige Wand. Warmes Sonnenlicht drang in den sonst so tristen Trackt. Gerade vernahm er hinter sich noch ein Klacken eines Türschlosses, als der Richter den Gang durch eine Seitentür verliess, da wurde er auch schon beinahe von den Beinen gerissen. Luca, der ihm in die Arme gesprungen war, grinste ihn überglücklich an.
Nachdem beide Seiten ihrer Wiedersehensfreude Ausdruck verliehen hatten, trat Darna herbei.
Der Beutel, den sie ihr zuwarf, überraschte sie nicht wenig. Er wusste was drinnen war, dazu musste er ihn nicht aufmachen - oder viel besser: Er wusste, was eigentlich hätte drin sein sollen...
Abermals überkam ihn dieser unruhige Gedanke, dass irgendwo im Kastell einer herumlief, der genau wusste, was in dem Beutelchen war, und der sicher nicht uneigenützig von dieser Information Gebrauch machen würde, wann immer sich die Gelegenheit erbot.
ALs Darna wieder davon zog, um sich einem anderen Punkt ihres Reichhaltig gefüllten Tagesprogramms zu widmen, blieben Luca und Bo noch kurz auf dem Kastellplatz zurück. Kaum zwei Minuten später waren sie bereits auf einer Wiese mitten in Varuna, die allerdings hübsch abseits aller Gardistenaugen lag. DIe Schaufel, die ihm der Richter überlassen hatte, in der Hand, begann Bo drei Pflanzen auszugraben.
"Denke mal das sollte so reichen", murmelte er, als er mit dem Fuss das letzte Loch zutrat und Luca die Erdige Blume zuwarf. Prustend fing er sie auf und zusammen machten sie sich auf zum Anwesen von Elbenau.
Dort erwartete sie bereits ein anderes Mädel, das offenbar bereits im Aufbruch befindlich war. Bo hatte über die Jahre gelernt, dass eine Fünf-Minuten-Beziehung im Grunde für nix taugte, also liess er sie einfach ziehen und machte sich dann gemeinsam mit Luca daran, das Blumenbeet der Lady "herzurichten".
Als sie fertig waren, waren sie derart über und über mit Dreck besäht, dass sie zuvorderst einmal Baden gingen. Im Varunesischen Gasthaus nahmen sie wiedereinmal die Dienste des Großen Badezimmers in Anspruch. Nach einer Weile intensivsten Schrubbens und exzessiven Läuse-mit-eckligem-Parfüm-Mischmasch-Zeugs-Dezimierens trockneten die beiden sich wieder ab und traten ihren Weg zurueck zum Anwesen an. Draussen war inzwischen Nacht hereingebrochen und so blieb Luca unvermittelt vor dem Anwesen stehen und meinte, dass die Lady doch sicher schon schliefe. Es mache also kaum noch Sinn, sie nochmal zu wecken, weil sie dann sicher wieder sauer würde...
Seufzend nickte Bo und wollte Luca gerade verabschieden, als dieser geradeheraus bekundete, dass er Bo diese Nacht begleiten würde. Aus einem schlichten Wechsel von einem knappen "Nein" Bos und einem noch knapperen "Doch" Lucas wurde jäh ein lärmender Streit und als Luca zu drohen begann, dass er, wenn Bo ihn hier liesse, einfach des Nachts das Haus verlassen würde, rutschte Bo die Hand aus.
Luca fing sich tapfer und starte ihn unentwegt an.
"Er soll nicht von hier fort.. nicht wegen mir. Er macht sich alles kaputt, nur um nachts neben mir zu schlafen. Und dann ist er schon erkältet und draussen ist es noch zu kalt, um unter freiem Himmel zu schlafen", schossen Bo die Gedanken durch den Kopf.
"Du wirst nur noch Krank!"
"Und du wirst nicht krank oder was? Du schläfst doch jede Nacht draussen"
"Du bist schon erkältet"
Eine Weile haderten sie im Lauten Wettgefecht miteinander, ehe Bo abrupt ankündigte, dass er, solle Luca nicht im Haus die Nacht verbringen, morgen früh bereits weg sein würde..
Eine sekundenlange Stille trat ein und etwas Unsicherheit mischte sich in Lucas blick. Seine Augen begannen zu flackern und die ein oder andere Träne bahnte sich ihren Weg über die Wangen.
"Dann lauf ich morgen früh nach Rahal!
Achwas, noch heute nacht lauf ich hin!!!"
Diesmal setzte es eine Ohrfeige, die sich gewaschen hatte. Tränenüberlaufen sah Luca Bo anklagend an, ehe er loslief. Kaum eine Sekunde hatte er Zeit, sich seiner Tat bewusst zu werden, ehe ihm klar wurde, wohin Luca wollte. Er eilte ihm nach. Zwar hatte er vor einiger Zeit noch schwächlich auf den Beinen gestanden und sich selbst kaum halten können, aber die Tage vergleichsweise anständiger und reichhaltiger Kost hatten ihn einiges an Kraft wiedergewinnen lassen, wenngleich er immer noch eher einem Gerippe denn einem Burschen glich.
So spurtete er Luca nach und sprang nach seinen Beinen, als diese in Reichweite waren. Beide stürtzen auf den Taufeuchten Rasen, und ohne eine Sekunde verstreichen zu lassen, rappelte Bo sich auf und legte sich flach auf Luca, beide Hände mit den seinen umklammernd.
Dann schrief er aus Leibeskräften
"FEUER!!!"
"HIIIILFE FEEEUER!"
Luca derweil zeterte erstickt unter ihm, während Bo immer weiter vor dem imaginären Feuer warnte. Nach wenigen Minuten kamen zwei Frauen aus dem Haushalt von Elbenau geeilt, die sich panisch nach dem Feuer umsahen.
Eilig erklärte Bo Lucas Vorhaben und warum er Feuer geschrien hatte. Er bat sie eindringlich Luca mit ins Haus zu nehmen.
Erstickt heulte dieser: "Du bist ein Arsch geworden.. und du willst mich nicht mehr!"
Zum hundersten Mal musste es an diesem Abend gewesen sein, dass er niedergeschlagen den Kopf haengen lies und nur seufzte, weil er nicht wusste, wie er luca vom Gegenteil überzeugen konnte. AUch die beschwichtigenden Worte der Frauen wollte nichts helfen;
So musste Bo sich letztlich geschlagen geben und willigte ein, Luca mit sich zu nehmen....
Gerade hatte er seine wenigen Habseeligkeiten wiederbekommen, nachdem ihm vom Richter Antarian offenbart worden war, dass er die "Varunesischen Wege vom Pferdekot für einen Monat zu befreien habe".. und auch noch das Tohuwabohu in Darnas Blumenbeet zu beseitigen habe und ihr auf unbestimmte Zeit - wann sie es eben für angemessen erachte - zu Diensten seien solle.
Und das alles nur, weil er ein paar Priemeln zerlatscht hatte...
Abermals drohte ein gewisser Zorn auf diese vermeindliche Hexe ihn zu überwältigen. Gut eine Hexe war sie offenbar nicht, das hatten ihm inzwischen mehr als genug Leute bestätigt. Aber man musste ja keine Finsteren Zauber ausführen und kleine Kinder fressen, nur um eine alte, fiese, gemeine Hexe zu sein.
MIt einem Knall schlug die marrode Holztür des Kastells auf die rückwärtige Wand. Warmes Sonnenlicht drang in den sonst so tristen Trackt. Gerade vernahm er hinter sich noch ein Klacken eines Türschlosses, als der Richter den Gang durch eine Seitentür verliess, da wurde er auch schon beinahe von den Beinen gerissen. Luca, der ihm in die Arme gesprungen war, grinste ihn überglücklich an.
Nachdem beide Seiten ihrer Wiedersehensfreude Ausdruck verliehen hatten, trat Darna herbei.
Der Beutel, den sie ihr zuwarf, überraschte sie nicht wenig. Er wusste was drinnen war, dazu musste er ihn nicht aufmachen - oder viel besser: Er wusste, was eigentlich hätte drin sein sollen...
Abermals überkam ihn dieser unruhige Gedanke, dass irgendwo im Kastell einer herumlief, der genau wusste, was in dem Beutelchen war, und der sicher nicht uneigenützig von dieser Information Gebrauch machen würde, wann immer sich die Gelegenheit erbot.
ALs Darna wieder davon zog, um sich einem anderen Punkt ihres Reichhaltig gefüllten Tagesprogramms zu widmen, blieben Luca und Bo noch kurz auf dem Kastellplatz zurück. Kaum zwei Minuten später waren sie bereits auf einer Wiese mitten in Varuna, die allerdings hübsch abseits aller Gardistenaugen lag. DIe Schaufel, die ihm der Richter überlassen hatte, in der Hand, begann Bo drei Pflanzen auszugraben.
"Denke mal das sollte so reichen", murmelte er, als er mit dem Fuss das letzte Loch zutrat und Luca die Erdige Blume zuwarf. Prustend fing er sie auf und zusammen machten sie sich auf zum Anwesen von Elbenau.
Dort erwartete sie bereits ein anderes Mädel, das offenbar bereits im Aufbruch befindlich war. Bo hatte über die Jahre gelernt, dass eine Fünf-Minuten-Beziehung im Grunde für nix taugte, also liess er sie einfach ziehen und machte sich dann gemeinsam mit Luca daran, das Blumenbeet der Lady "herzurichten".
Als sie fertig waren, waren sie derart über und über mit Dreck besäht, dass sie zuvorderst einmal Baden gingen. Im Varunesischen Gasthaus nahmen sie wiedereinmal die Dienste des Großen Badezimmers in Anspruch. Nach einer Weile intensivsten Schrubbens und exzessiven Läuse-mit-eckligem-Parfüm-Mischmasch-Zeugs-Dezimierens trockneten die beiden sich wieder ab und traten ihren Weg zurueck zum Anwesen an. Draussen war inzwischen Nacht hereingebrochen und so blieb Luca unvermittelt vor dem Anwesen stehen und meinte, dass die Lady doch sicher schon schliefe. Es mache also kaum noch Sinn, sie nochmal zu wecken, weil sie dann sicher wieder sauer würde...
Seufzend nickte Bo und wollte Luca gerade verabschieden, als dieser geradeheraus bekundete, dass er Bo diese Nacht begleiten würde. Aus einem schlichten Wechsel von einem knappen "Nein" Bos und einem noch knapperen "Doch" Lucas wurde jäh ein lärmender Streit und als Luca zu drohen begann, dass er, wenn Bo ihn hier liesse, einfach des Nachts das Haus verlassen würde, rutschte Bo die Hand aus.
Luca fing sich tapfer und starte ihn unentwegt an.
"Er soll nicht von hier fort.. nicht wegen mir. Er macht sich alles kaputt, nur um nachts neben mir zu schlafen. Und dann ist er schon erkältet und draussen ist es noch zu kalt, um unter freiem Himmel zu schlafen", schossen Bo die Gedanken durch den Kopf.
"Du wirst nur noch Krank!"
"Und du wirst nicht krank oder was? Du schläfst doch jede Nacht draussen"
"Du bist schon erkältet"
Eine Weile haderten sie im Lauten Wettgefecht miteinander, ehe Bo abrupt ankündigte, dass er, solle Luca nicht im Haus die Nacht verbringen, morgen früh bereits weg sein würde..
Eine sekundenlange Stille trat ein und etwas Unsicherheit mischte sich in Lucas blick. Seine Augen begannen zu flackern und die ein oder andere Träne bahnte sich ihren Weg über die Wangen.
"Dann lauf ich morgen früh nach Rahal!
Achwas, noch heute nacht lauf ich hin!!!"
Diesmal setzte es eine Ohrfeige, die sich gewaschen hatte. Tränenüberlaufen sah Luca Bo anklagend an, ehe er loslief. Kaum eine Sekunde hatte er Zeit, sich seiner Tat bewusst zu werden, ehe ihm klar wurde, wohin Luca wollte. Er eilte ihm nach. Zwar hatte er vor einiger Zeit noch schwächlich auf den Beinen gestanden und sich selbst kaum halten können, aber die Tage vergleichsweise anständiger und reichhaltiger Kost hatten ihn einiges an Kraft wiedergewinnen lassen, wenngleich er immer noch eher einem Gerippe denn einem Burschen glich.
So spurtete er Luca nach und sprang nach seinen Beinen, als diese in Reichweite waren. Beide stürtzen auf den Taufeuchten Rasen, und ohne eine Sekunde verstreichen zu lassen, rappelte Bo sich auf und legte sich flach auf Luca, beide Hände mit den seinen umklammernd.
Dann schrief er aus Leibeskräften
"FEUER!!!"
"HIIIILFE FEEEUER!"
Luca derweil zeterte erstickt unter ihm, während Bo immer weiter vor dem imaginären Feuer warnte. Nach wenigen Minuten kamen zwei Frauen aus dem Haushalt von Elbenau geeilt, die sich panisch nach dem Feuer umsahen.
Eilig erklärte Bo Lucas Vorhaben und warum er Feuer geschrien hatte. Er bat sie eindringlich Luca mit ins Haus zu nehmen.
Erstickt heulte dieser: "Du bist ein Arsch geworden.. und du willst mich nicht mehr!"
Zum hundersten Mal musste es an diesem Abend gewesen sein, dass er niedergeschlagen den Kopf haengen lies und nur seufzte, weil er nicht wusste, wie er luca vom Gegenteil überzeugen konnte. AUch die beschwichtigenden Worte der Frauen wollte nichts helfen;
So musste Bo sich letztlich geschlagen geben und willigte ein, Luca mit sich zu nehmen....