Stabweihe - Aram Inos

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Aram Inos

Stabweihe - Aram Inos

Beitrag von Aram Inos »

Teil 1 - S t a b w e i h e ?!


Nachdenklich saß er in seinem Zimmer und strich sich mit dem Zeigefinger über die Lippen. Die andere Hand ruhte in seinem Schoß. Sein Mahagonistab lag vor ihm auf dem Holztisch. Die Sonne drohte langsam aber sicher hinter dem Horizont zu verschwinden. Nur noch ein paar rote Strahlen schienen durch das Fenster.
Wie lange er schon so da saß konnte er nicht sagen. Doch knurrte sein Magen und ihm tat vom langen sitzen der Hintern weh. Nachdem er morgens wach wurde, hatte er sich sofort wieder an den Tisch gesetzt. Den Blick starr auf den Stab gerichtet. Wie auch schon die Tage zuvor.


Stabweihe?!

Dieses Wort verfolgte ihn. Es schoss ihm durch den Kopf und verhinderte, dass er klare Gedanken fassen konnte.

Stabweihe?!

Dachte er erneut. Ganz langsam und penetrant schlich das Wort durch seinen Kopf.

Stabweihe?!

Es machte ihn zornig. Immer wieder an dieses Wort denken zu müssen.

Stabweihe?!

Schon wieder! Schweiß trat auf seine Stirn und er begann zu zittern.

Stabweihe?!

Stabweihe?!

Stabweihe?!


Er sprang auf und rannte aus dem Haus. Frische Luft umströmte ihn. Der Duft von Blumen und Gras drang in seine Nase und er schloss die Augen. Das liebliche Vogelgezwitscher kam ihm gelegen. Es beruhigte ihn. Er atmete Tief. Sein Kopf war leer. Nur den Wind, der den Duft der Blumen zu ihm trug und den Gesang der Vögel nahm er war. Frei von Gedanken stand er da.

Als er die Augen wieder öffnete, war die Sonne verschwunden. Noch einmal atmete er tief ein.


Hunger!

Dachte er. Er wagte es nicht weiter zu denken und ging wieder ins Haus.
Zuletzt geändert von Aram Inos am Mittwoch 26. März 2008, 23:50, insgesamt 1-mal geändert.
Aram Inos

Beitrag von Aram Inos »

Teil 2 - Und  nun ?


Du setzt dich zu sehr unter Druck!

Dachte er, als er sich wieder dabei erwischte wie er auf den Stab starrte. Er hatte aufgehört die Tage auf dem harten Stuhl zu verbringen und lehnte am Kamin. Dabei schaute er quer durchs Zimmer zum Tisch. Dort lag er immer noch. Ruhig und bewegungslos wie es sich für einen Stab gehört. Tage lang hatte er ihn nicht angefasst. Jedoch kannte er ihn genau. Mit seinen Blicken hatte er jeden einzelnen Millimeter des Stabes abgetastet. Dennoch gelang es ihm nicht einen Zusammenhang zu finden. Einen Zusammenhang zwischen ihm und dem Stab.

Gibt es überhaupt einen? Einen Zusammenhang zwischen einen Stück Holz und mir? Es muss einen geben! Oder liegt der Zusammenhang vielleicht nicht in dem Stab und mir, sondern eher in meinen Fähigkeiten und mir?

Er schein die Richtung zu wechseln. Die ganzen Tage hatte er darüber nachgedacht was er an dem Stab suchen müsste. Aber vielleicht müsste er es nicht an dem Stab sondern an sich selbst suchen. Ein Kribbeln durchfuhr ihn. Er merkte, wie etwas ihn ihm erwachte. Eine Energie durchflutete ihn. Eine Energie…

Energie!

Dachte er.

Energie! Elemente!

Es krachte wie ein Blitz auf ihn herein.
Er muss sich einem Element zuordnen und den Stab dann mit diesem Element in Verbindung bringen.
Ein leises Lachen kam in ihm hoch.


Das wars? So einfach? HAHAHA… ich werde einfach den Stab nehmen und…
Und…
Hm.. und dann?


Wieder stand er vor einer Wand.

Wie haben es denn die ganzen anderen Magier gemacht?

Fragte er sich und verfiel wieder in ein tiefes Grübeln.
Aram Inos

Beitrag von Aram Inos »

Teil 3 - Feuer, Wasser, Erde, Luft!


Elemente. Feuer, Wasser, Erde, Luft.

Wie oft wurde er schon danach gefragt?!

Feuer, mit den geistigen Erscheinungen Zorn, Hass und Leidenschaft.
Wasser mit Melancholie, Ruhe und Trauer.
Erde mit seinem Starrsinn, der Disziplin und der Schwerfälligkeit.
Und die Luft, mit ihrer Lebensfreude, der Lockerheit, der geistigen Freiheit und der Unruhe.


Er kannte sie. Besonders gefiel ihm die Luft. Sie schien am besten zu ihm zu passen. Denn auch er war eher locker, nicht so engstirnig und hatte viel Lebensfreude.
So hatten ihn seine Eltern erzogen.


Wenn sie doch nicht so weit weg wären.

Er vermisste sie. Jeden Tag. Doch wusste er um ihre Gesundheit.

Reisemagie.

Noch ein Vorteil, den die Luft mit sich brachte. Vielleicht mochte er sie aus diesem Grund so gerne.

Einfach mit dem Wind davon fliegen.

Kurz stand er da und schaute aus dem Fenster. Es war Mittag. Der Regen peitschte an sein Fenster und die Bäume bogen sich mit dem Wind. Er beobachtete einen kleinen Blätterhaufen, der durch den Wind herumgewirbelt wurde. Wie eine Spirale drehten sich die Blätter.

Spirale.

Dachte er matt. Das Symbol für die Luft. Ein Windstoß und die Blätter waren fort. Er drehte sich wieder um. Dort lag er…

Der Stab.
Aram Inos

Beitrag von Aram Inos »

Teil 4 - Die Schreinerin


Der Wind peitschte ihm um die Ohren und der Regen hatte seine Robe inzwischen komplett durchtränkt. Jedoch war er viel zu sehr damit beschäftigt seine Gedanken zu ordnen, als dass ihn diese Umstände gestört hätten. Schnellen Schrittes und den Stab fest umklammert, ging er durch Varuna. Seine Schritte und das rhythmische Aufschlagen des Stabes, gingen im Regen fast gänzlich unter. Mit etwas Glück, würde er Derya sogar antreffen. Er hatte ihr keine Nachricht geschickt. Viel zu euphorisch war er, als dass der Umstand, Derya könne wohlmöglich gar nicht Daheim sein, ihm gar nicht in den Sinn kam. Seine Gefühle beflügelten ihn. Er wusste jetzt endlich, was er mit dem Stab anzufangen hatte. Zumindest optisch, hatte er eine genaue Vorstellung.
Wie eine Spirale soll er aussehen. Sanfte Furchen sollen das edle Holz zieren.
Er hatte versucht eine Skizze zu zeichnen. Doch ähnelte der Stab auf dem Bild wohl eher einer Zuckerstange. Zeichnen war noch nie seine Stärke. Er müsse sich damit zufrieden geben Derya genau zu beschreiben, wie er sich den Stab vorstelle und auf ihr Geschick vertrauen. Stets hatte sie gute Arbeit geleistet. Das Kontor hatte sie zu Eruhls und seiner vollsten Zufriedenheit eingerichtet.


Sie ist genau die richtige für diese Arbeit.

Nur noch ein paar Schritte, dann würde er an ihre Tür klopfen.
Licht brannte.


Ein Segen!

Dachte er, als das Klopfen durch die Dunkelheit hallte.
Derya Danath

Beitrag von Derya Danath »

Teil 5  - Harte Arbeit

Wie fast jeden Tag war Derya am Fenster und blickte sich verträumt um.
Sie hat soviel im Kopf das sie nicht mehr weiter wusste , ja die Arbeit das könnte ihre Gedanken
an die Familie an ihren Bruder und Ehemann vergessen lassen .
Grade als sie die Treppe herunter lief hörte sie auch schon ein klopfen an der Tür.
Hm wer das wohl sein könnte?
Langsam ging sie zu Tür wobei sie ein Spalt Geöffnet wird und sie heraus blickte.
Oh Ihr seit es Herr Inos nur herein mit euch. Kurz huschte ihr blick musternd über ihn dabei den Kopf schüttelt .
Zum Glück war ihre Mitbewohnerin Shila die Schneiderin im Haus und so könnte Derya ihm was trockenes und passendes zum anziehen geben .
Bei einem warmen Tee erklärte Aram ihr wie er sein Stab gerne hätte.
Nur leichte hebt sie ihre braue als er ihr die Beschreibung durch gibt und sie nur schwach nickte.
Wie eine Spirale? Mhm ich glaube das wäre macht bar Herr Inos ich werde morgen früh sofort damit anfangen und ihr könnt euren Stab am über morgigen tage abholen.

Am andern morgen machte Derya sich schon an die Arbeit und betrachte den Stab kurz musternd
bevor sie nur leicht nickte.
Ein feiner Dolch wird zu Hand genommen sehr vorsichtig mit einer ruhigen Hand begann sie die
Fugen rein zu schnitzen leicht drehte sie den Stab so das es Spiralförmig wird .
Bis zum Abend hin hat sich ihre Arbeit hingezogen zum Schluss nahm sie ein Tuch so wie etwas Öl zur Hand und säuberte den Stab damit ,ehe sie es in ein Feines Tuch zusammen gebunden hat.
Aram Inos

Beitrag von Aram Inos »

Teil 6 - R a t l o s i g k e i t

Da lag der Stab nun wieder auf seinem Tisch und glänzte in der Sonne. Früh am Tage, hatte er ihn bei Derya abgeholt. Er hatte die Nacht eh nicht viel geschlafen. Zu groß war die Vorfreude auf seinen Stab. Dass seine Erwartungen jedoch noch übertroffen wurden, hätte er nicht gedacht. Nahezu perfekt, hatte Derya den Stab verarbeitet. Die Furchen, die den Stab wie eine Spirale aussehen ließen, waren mit natürlicher Perfektion in das Holz geschnitzt worden. Als wäre er immer schon so gewesen. So gewachsen.
Nun galt es, den Stab zu weihen. Jedoch hatte er keinen blassen Schimmer, wie er das anstellen sollte. Keine Bücher, keine Schriften hatte er darüber finden können. Immer wieder stellte er sich die eine Frage.


Wie haben es die anderen Magier vor ihm gemacht?

Stumm schaute er aus dem Fenster. Dann ging er zu seinem Schreibtisch und holte eine Rolle Pergamente hervor. Er hatte wohl keine andere Wahl als den Prior Priceps um Rat zu fragen.

Kratzend fuhr die Feder über das Pergament um folgende Zeilen zu verfassen:




An den Prior Priceps des Konvents,
Hochgeboren von Wolfenfels

Phanodains Weisheit und der Streiterin Segen dem Reich zu Ehr,

die Zeit ist gekommen um meinen Stab einer Weihe zu unterziehen. Ich bitte euch mir in dieser Angelegenheit ein paar Fragen zu beantworten, welche mir den Schlaf rauben.
Ich hoffe auf eure Zeit am 28. Lenzing 251.


Hochachtungsvoll

Candidatus Inos
Zuletzt geändert von Aram Inos am Samstag 29. März 2008, 16:38, insgesamt 1-mal geändert.
Aram Inos

Beitrag von Aram Inos »

Teil 7 - Weißes Holz

Am nächsten Tage suchte er sich die benötigten Werkzeuge zusammen. Etwas zum schnitzen mit goldener Klinge, sowie etwas zum verzieren mit silberner Klinge. So hatte Magister von Wolfenfels gesagt.
Aram war die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben als Yarin ihm sagte, dass er den Stab selbst schnitzen müsste.

Alles umsonst.

Geduldig hatte er der Geschichte über Phanodain und Giswulf gelauscht.

Der Stab erhält seine Kraft durch das Schnitzen der Symbole. Allerdings sollte man sich dabei auf das Lied einstimmen. Ihr werdet merken, dass ein Teil des Liedes dabei in den Stab fliest und gespeichert wird.

Hatte Yarin erklärt. Weißes Holz würde er benötigen.

Weißes Holz.


Sagte er immer wieder leise vor sich hin, als er im Wald nach dem Passenden Baum suchte.

Ah, dieser hier könnte es sein.

Leicht wurde die Rinde an einer Stelle abgekratzt um zu sehen welches Holz sich darunter verbirgt.

Hrm… zu dunkel.


Er wiederholte die Prozedur einige Male, bis er an einen großen dünnen Baum kam. Fest und stolz stand er da. Viele Blätter krönten ihn. Wieder kratzte er ein wenig Rinde ab.

Endlich!

Sagte er erleichtert. Dann zog er die Axt aus seinem Rucksack und begann wild und ungeschickt auf den Baum einzuschlagen.
Seine Arme schmerzten, als der Baum endlich fiel. Obwohl er nicht sonderlich dick war, hatte es einige Zeit gedauert ihn zu fällen.
Nach einer kurzen Pause und einer kleinen Stärkung, begann er ein vier Schritt langes Stück des Stammes abzuschlagen.
Das sollte er werden. Stolz schleppte er das Stück in das Kontor.
Aram Inos

Beitrag von Aram Inos »

Letzter Teil - Natürlich Perfektion


Er schloss die Tür ab. Keiner sollte ihn jetzt stören, denn er brauchte Ruhe.
Mitten im Raum lag der Stamm, bereit von ihm verarbeitet zu werden.


Dann wollen wir mal!

Sagte er und rieb sich die Hände. Dann nahm er das Messer mit der Goldklinge zur Hand und schloss für einen Moment die Augen. Er wollte den Baum spüren und seinen Platz im Lied hören. Das Messer machte ein leicht kratzendes Geräusch als es über das Holz fuhr. Hochkonzentriert und ohne mit der Wimper zu zucken führte er das Messer. Sein plötzliches Talent für das Schnitzen voll ausschöpfend. Sehr leicht ging ihm die Arbeit von der Hand und er arbeitete ohne Pause, bis der Stamm sich zu einem schönen und natürlichen Stab entwickelt hat.


Nicht schlecht für einen Anfänger.

Sagte er fröhlich. Er wusste, dass es nicht nur er war, der den Stab in diese Form gebracht hat. Irgendetwas hat seine Hand geleitet. Das Lied hatte ihn inspiriert und geführt. Als er die Augen schloss um dem Lied zu lauschen durchfuhr ihn ein warmes Gefühl der Erleichterung. Auch dieses Gefühl hatte dazu ihn dazu gebracht diese Arbeit zu vollbringen.
Doch war der Stab noch nicht fertig. Es fehlte die Verzierung. Dazu würde er die Silberklinge nutzen. Er setzte sich auf einen Stuhl. Den Stab vor sich auf den Tisch gelegt. Deryas Stab hatte er als Vorbild neben sich stehen.


Hatte sie sich die Arbeit doch nicht umsonst gemacht.

Dachte er. Den Blick auf Deryas Stab gerichtet schloss er die Augen. Noch klarer war das Lied nun für ihn. Federleicht glitt seine Hand mit der Silberklinge über das weiße Holz. Geführt von einer Kraft die er hören, aber nicht beschreiben konnte.
Linien bildeten sich in seinem neuen Stab. Ähnlich derer, die Derya für ihn geschnitzt hatte.
Abwechselnd huschten die Augen vom einen zum anderen Stab während die Silberklinge routiniert das Muster in den weißen Stab schnitzte. Der Abend brach herein, als Aram das letzte mal die Silberklinge über das Holz kratzen ließ.


Fertig!

Er stand auf, den Stab in der Hand. Leicht fühlte er sich an. Leicht und glatt. Ein kurzer Blick zum Vergleich huschte über Deryas Stab. Sie glichen sich fast wie ein Ei dem anderen. Nur hatte Arams Stab eine Art natürliche Perfektion. Nicht ganz gleich waren die Linien und gerade der Stab. Dennoch war es durchaus ein besonderer Stab.

Sein Stab!
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