Es war ein Tag wie jeder andere. Am Morgen dieses Tages stieg Lodrian aus dem Bett seines gerade erst errichteten Hauses. Mit einem freundlichen Eluives Segen begrüsste er seinen Mitbewohner und Freund Darion. So begann Lodrian seinen Tag wie jeden anderen mit einem innigen Gebet zu Eluive. Schon am Frühstückstisch wurde der Tagesablauf geplant, denn die beiden setzten sich stetig Ziele, die es zu erreichen galt. Dieses Haus, indem sie sich gerade befanden war eines dieser lang gepflegten Ziele. Nun, wo es errichtet war bedarf es einer Inneneinrichtung, die die Kälte dieser kargen Möbel vertrieb. So war es Darions Auftrag sich um einen Teppich aus dem fernen Menekur zu kümmern. Lodrian allerdings sollte sich um seine alchemistischen Künste kümmern. Also machte sich Lodrian auf den Weg zu einer Bäuerin Namens Nesha Selenand, mit der er sich zu vor schriftlich verabredet hatte. Seltsam erschien es ihm zuerst, dass sie nicht mit ihm sprach und nur Handzeichen gab. Glaubte Lodrian zuerst noch an eine Krankheit stellte sich heraus, dass sie von Geburt an stumm war. Eine wundersame aber für Lodrian sehr interessante Begegnung, auf dessen Fortsetzung er noch hoffte, denn er hatte der Dame etwas Unterricht in der Schriftführung angeboten. Nach dieser Bekanntschaft begann er mit seinem Studium der Alchemie. Am Ende seiner Forschungen standen einige neue Erkenntnisse, wie entflammte Haare werden heiß und man sollte nicht alle Proben an sich selbst ausprobieren, doch auch ein Fass dieser nützlichen Tränke, jene die die Sehkraft verstärken, ist entstanden. So traf man sich am Nachmittag in der Taverne, um eine Mahlzeit zu sich zu nehmen und voller Freude erblickte er den neuen Teppich den Darion erwarb. Doch der Preis. Lodrian musste tief durchatmen. Bei Eluive, der Mann hat euch betrogen, 10000 Goldstücke? Nun ich werde es wohl hinnehmen müssen.
So verlief der weitere Tag relativ ereignislos und Lodrian machte einige Bekanntschaften. Auch diesen sonderbaren Kerl, in dem wohl ein zweiter Geist innewohnte. Eine interessante Begegnung, war es Lodrians Meinung nach wohl eine seltene Krankheit. Mehrmals bot Lodrian ihm in verhüllten Worten seine heilenden Künste an, um den Kranken nicht zu verletzen oder ihn gar zu verscheuchen. Doch stellte sich heraus, dass einer seiner Geister von enormer Agressivität geprägt war. So war es eine heikle Angelegenheit ihm Hilfe anzubieten. So hoffte Lodrian auf weitere Begegnungen mit ihm, um sein Vertrauen zu gewinnen. Dann würde eine intensive Diagnose wohl sicher leichter fallen und auch die Behandlung der Krankheit würde sich als weniger problematisch herausstellen. So trennten sich vorerst ihre Wege.
Am Abend sollte sich dieser doch gewöhnliche Tag zu einem ganz besonderen Tag wandeln, an den sich Lodrian sicher noch lange erinnern wird. Es geschah bei einer Behandlung eines Verletzten...
Zunächst erhitzte Lodrian eine Nadel, während er zur gleichen Zeit die Bauchwunde des verletzten sorgfältig auswusch. Schnell presste Lodrian mit einigen Lagen Stoff auf die gerade ausgewaschene Wunde, die sich binnen weniger Sekunden blutrot färbten. "Nein, ihr dürft noch nicht gehen! Eure Zeit ist noch nicht gekommen, Eluive hat einen Plan für euch!" Hektisch nahm Lodrian Nadel und Faden zur Hand und verschloss die Wunde, doch unaufhörlich pochte es unter der Naht. "Zuviel Blut, etwas bluthemmendes.. hm.. ah" Schnell zerrieb er einige Wurzeln zu feinem Staub und flösste sie dem Verwundeten in Verbindung mit etwas Wasser ein. Immer wieder betastete er den Leib des Verwundeten, um nach inneren Wunden zu suchen, denn Wunen dieser Art waren weitaus gefährlicher als ein gebrochener Arm. Den konnte man immernoch schienen, doch eine zerfetzte Leber oder Milz bedurfte sofortiger Behandlung. Während er immer wieder den Schweiss von der Stirn des Patienten abtupfte und unablässlich Wasser in den Mund träufelte, betrachtete er die Wunde. Das heftige Pochen, es vermochte nicht gestoppt zu werden, doch was war das? Auf einmal nichts... Stille! Dann ein letztes Ausatmen .... Pfff! Er kam zu spät. Voller Verwirrung und auch Angst krümmte er seinen Oberkörper und schlaffte langsam auf dem Körper des Stillen zusammen. Doch nun, so hell und klar hatte er das Lied Eluives noch nie vernommen. Er hörte es nicht nur, er spürte es! In ihm raste es, so dass er nicht einmal bemerkte, dass sein Patient wie durch ein Wunder die Augen wieder öffnete und Lodrian von sich schob. Erst jetzt kam Lodrian wieder zu Sinnen. Es ist geschehen, er, Lodrian Waldfels hatte es verändert, in es eingedrungen. Das heilige ewig erklingende Lied Eluives. Die Symphonie des Lebens. Ein Tag der Lodrians Leben verändern sollte...