"Du bist Mimir", wiederholte sie bedächtig.
"Mhrrm? Aye, mi fiss'n. Thu ni'k sak'n that tzu fil."
"Wie willst du gegen mich kämpfen? Mit Magie?", brachte sie mit einem seltsamen Gemisch aus Zweifel und der Überzeugung, eine überflüssige Frage zu stellen, hervor. Schlagartig war die Neutralität aus den Zügen des Alten gewischt. Wut wallte auf, als er mit einer schneidenden Stimme ansetzte: "Thu follen's spräckh slekt von Jall?!" Krachend fuhr seine Axt in das Holz neben sie und sie hatte Mühe, nicht panisch beiseite zu springen.
Nachdenklich sah Darna auf die zertrümmerte Siitzbank oben in der Trainingshalle. "Warst du das?", fragte Selissa. "Nein", erwiderte sie ruhig, "Mein Gegner." "Oh."
Sie nahm die beiden Äxte vom Rücken, die sie neben Shayas Schrank weggenommen hatte, gab eine davon Selissa. Darna hatte ihre alte Pyrianrüstung angelegt, um Selissa möglichst gleichwertig gegenüberzustehen.
"Eine gute Prüfung gleichzeitig, denn nicht immer kann ein Ritter sich die Waffe aussuchen, die er gerne hätte." Dann folgte eine klare, ernste Anweisung: "Schick mich zu Boden."
...
"Alles in Ordnung?" Selissa hockte neben ihr, und ächzend stützte Darna ihre Axt auf den Boden, rappelte sich auf, Selissa griff helfend zu. Weiter betrachteten die ausgestopften Köpfe von - ausgerechnet - Hirsch und Bär die Szenerie von der Wand aus.
"Immerhin, du befolgst Befehle."
Aber was, verflixt nochmal, war passiert? Selissa hatte sie mit wenigen treffenden Hieben auf die Bretter geschickt, und sie schien sie nicht mal ernsthaft zu einem blauen Fleck genötigt zu haben. Und so unbedarft war sie im Umgang zumindest mit klobigen Waffen doch nicht, daß es so irrwitzig blamabel hätte ausgehen dürfen.
"Vielleicht ist deine Axt kaputt?", riet Seli etwas arglos und schlug einen Waffentausch vor, während sie die Äxte musterte und noch meinte: "Die sehen auch etwas unterschiedlich aus."
Ja, die eine wirkte brachialer gearbeitet, die andere schlichter, instinktiv hatte sie sich lieber mit der einfachen Waffe begnügt - und lernte nun, daß Axt nicht gleich Axt war.
"Die andere ist wesentlich leichter", stellte sie ernüchtert fest, auch Selissa merkte den Unterchied und schaute kurz enttäuscht. "Und ich wollte schon denken, es lag an mir..."
War das SO ein gewaltiger Unterschied?! Sie stellten sich nochmal auf, sie musste sich wieder arg zusammenreißen, um Schläge nicht mit dem linken Schildarm blocken zu wollen, gleichzeitig gelang es ihr gerade noch rechtzeitig, die Wucht ihrer eigenen Axt etwas abzubremsen, dennoch taumelte Selissa zurück. "Uff!"
"Uff... Ja, sag ich doch!", murrte Darna und ließ die Waffe sinken. "Lass uns aufhören, das bringt so nichts. Ich besorge Holzwaffen und dann führen wir das fort."
Seli nickte. Die nächsten Tage würde sie leiden müssen, damit Darna sich auf den zu erwartenden Kampf gegen Jall vorbereiten konnte. Mochte er alt sein, die Sitzbank hätte sicherlich auch eine andere Vorstellung davon gehabt, was "Altersschwäche" bedeutet...
"Chieftainslakkern"
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Darna von Hohenfels
"Chieftainslakkern"
Zuletzt geändert von Darna von Hohenfels am Dienstag 12. Februar 2008, 18:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Darna von Hohenfels
Sie erhob sich mit einer weiteren Verneigung vor den Adlerstatuen in der kleinen Kapelle, als sie draußen langsamer werdendes Hufgetrappel hörte. "Erst wochenlang hinausgezögert, jetzt ist es plötzlich da. Nicht mal Silvan bescheid gesagt - jetzt steh ich ohne Sekundanten da." Es war nichts mehr zu ändern, zu dieser Ruhe hatte sie die letzten Minuten wieder finden müssen, abseits vom Trubel im Haus.
Aus einem unsicheren Abwarten war ein Klären und eine Einigung auf "bald" gekommen. Und heute hatte sie plötzlich selber spät nachmittags erfahren, daß aus "bald" ein "heute Abend" geworden war. "Später". "Gleich"...
"Ihr... müsst das nicht tun", brachte Savea schwer hervor, ein Bündel aus Besorgnis, Nervosität und Unruhe. Darna versuchte, ihr beruhigend zuzulächeln, ihr eigener Blick vermittelte sie wie gewohnt nach Gebeten als den sprichwörtlichen Fels in der Brandung.
"Dann täte ich es auch nicht, wenn ich einzig müsste" erwiderte sie bedächtig, "Ich halte es für den bestmöglichen aller Wege, einzig darum gehe ich ihn, Savea... Und es tut mir leid für jedes mal, wo gedroht hätte, daß ich dabei aus den Augen verliere, ob ihr auch diesen Weg überhaupt mitgehen wollt."
"Dies ist der Weg der Tugenden - Ihr selber kennt ihn, doch andere werden Euch zukünftig folgen sollen. So schreitet voran", hallte ihr Lucenius' Lehre aus der Schwertkrypta in Gedanken nach.
"Geschieht Euch etwas, werde ich es weder ihnen, noch mir verzeihen", schluckte Savea, und Darna sah ihr nachdenklich und etwas überfordert hinterher. Es war ein Axtkampf... "Was erwartet sie? Ich werde mir danach sicher nicht nur die Haare kämmen müssen."
"Nichts ohne Risiko", murmelte sie und ging mit ihr zur Trainingshalle.
Aus "gleich" wurde "jetzt", als sie den Raum oben im Trainingsgebäude betrat. Jall, Kinneth, Zoe, Shaya, Selissa, Savea hinter ihr. Adrian - sie hätte ihn hier erwartet, aber vielleicht verbot er es sich aus gutem Grund, zu kommen. "Quatsch, woher soll er es wissen, daß es eben jetzt ist, plötzlich doch Knall auf Fall? Vielleicht gut so."
Die Beteiligten gaben sich ruhig, doch seit beide da waren, hing Spannung in der Luft - widerwärtig, und doch genoß es ein Teil von ihr, suchte die Erhabenheit und den Respekt vor höheren Gewalten darin. Jall und Kinneth fingen an, nach angurischer Sitte den Kampfplatz vorzubereiten... und spätestens, als Jall seine Axt in das Holzpodest trieb, um eine Kuhle für einen Stab zu schaffen, stand für Darna fest, diese Sache würde tödlich ausgehen: "Antarian bringt mich um, wenn das bei den Stadtkosten landet."
Sie bestimmte Selissa als Sekundantin. Ein wenig tat es ihr leid, Seli so damit überrumpeln zu können, doch beruhigt erwies sich, daß ihre Knappin längst gefestigt genug war, dergleichen spontan und mit Würde übernehmen zu können.
"Bis zu welchem Blut geht dieses Duell?"
"Zweites."
Damit war auch schon das Wichtigste gesagt angesichts der Tatsache, daß die Kontrahenten sich offensichtlich auf Waffe und Rüstung bereits geeinigt hatten. Zweites Blut... bis also einer seine Niederlage eingestand oder nicht mehr kampffähig war. "Nicht mehr kampffähig also. Vorher gibt der nie auf."
Sie traf ihre eigene rituelle letzte Vorbereitung, indem sie niederkniete, das Schwert vor sich mit der Spitze auf den Boden gestellt, den Kopf gesenkt. "Dein Licht erhelle mein Herz, dein Wort erfülle meinen Geist, deine Macht erhebe meinen Arm, der in Treue fechten soll für alle, die seiner bedürfen." Sie hob den Blick und sah, wie Seli noch lautlos die vertrauten Worte nachflüsterte, doch ihr Augenmerk galt Savea und Shaya. Savea presste die Lippen zusammen. Shaya hatte bei den Worten unwillkürlich die Augen geschlossen. "Ihr sollt frei sein", dachte sie fast liebevoll, doch weiter würde sie an ihren Prinzipien kleben - sie hatte meistens nichts als Abschätzung für jene, die die Götter eigennützig um einen Sieg anbettelten, und so schloß sie ihr kurzes Gebet: "Nicht um den Sieg sei gebeten als Ziel, sondern um deine Führung, den rechten Pfad zu gehen, den Pfad der Ehre, den du uns aufzeigst. Ehre, wem Ehre gebührt."
"Bereit?"
"Bereit." Darna spannte die Muskeln an, ging leicht in die Hocke. Jall verstand nicht.
"Slakker?"
"Das Wort hat was mit 'schlachten' zu tun, hab ich nicht recht?" - sie seufzte lautlos und bestätigte: "Slakker."
Im nächsten Moment rupfte er die Axt zur Seite wie ein Spielzeug und die Waffe kam in einem Schwung wie eine Sense auf sie zu.
Aus einem unsicheren Abwarten war ein Klären und eine Einigung auf "bald" gekommen. Und heute hatte sie plötzlich selber spät nachmittags erfahren, daß aus "bald" ein "heute Abend" geworden war. "Später". "Gleich"...
"Ihr... müsst das nicht tun", brachte Savea schwer hervor, ein Bündel aus Besorgnis, Nervosität und Unruhe. Darna versuchte, ihr beruhigend zuzulächeln, ihr eigener Blick vermittelte sie wie gewohnt nach Gebeten als den sprichwörtlichen Fels in der Brandung.
"Dann täte ich es auch nicht, wenn ich einzig müsste" erwiderte sie bedächtig, "Ich halte es für den bestmöglichen aller Wege, einzig darum gehe ich ihn, Savea... Und es tut mir leid für jedes mal, wo gedroht hätte, daß ich dabei aus den Augen verliere, ob ihr auch diesen Weg überhaupt mitgehen wollt."
"Dies ist der Weg der Tugenden - Ihr selber kennt ihn, doch andere werden Euch zukünftig folgen sollen. So schreitet voran", hallte ihr Lucenius' Lehre aus der Schwertkrypta in Gedanken nach.
"Geschieht Euch etwas, werde ich es weder ihnen, noch mir verzeihen", schluckte Savea, und Darna sah ihr nachdenklich und etwas überfordert hinterher. Es war ein Axtkampf... "Was erwartet sie? Ich werde mir danach sicher nicht nur die Haare kämmen müssen."
"Nichts ohne Risiko", murmelte sie und ging mit ihr zur Trainingshalle.
Aus "gleich" wurde "jetzt", als sie den Raum oben im Trainingsgebäude betrat. Jall, Kinneth, Zoe, Shaya, Selissa, Savea hinter ihr. Adrian - sie hätte ihn hier erwartet, aber vielleicht verbot er es sich aus gutem Grund, zu kommen. "Quatsch, woher soll er es wissen, daß es eben jetzt ist, plötzlich doch Knall auf Fall? Vielleicht gut so."
Die Beteiligten gaben sich ruhig, doch seit beide da waren, hing Spannung in der Luft - widerwärtig, und doch genoß es ein Teil von ihr, suchte die Erhabenheit und den Respekt vor höheren Gewalten darin. Jall und Kinneth fingen an, nach angurischer Sitte den Kampfplatz vorzubereiten... und spätestens, als Jall seine Axt in das Holzpodest trieb, um eine Kuhle für einen Stab zu schaffen, stand für Darna fest, diese Sache würde tödlich ausgehen: "Antarian bringt mich um, wenn das bei den Stadtkosten landet."
Sie bestimmte Selissa als Sekundantin. Ein wenig tat es ihr leid, Seli so damit überrumpeln zu können, doch beruhigt erwies sich, daß ihre Knappin längst gefestigt genug war, dergleichen spontan und mit Würde übernehmen zu können.
"Bis zu welchem Blut geht dieses Duell?"
"Zweites."
Damit war auch schon das Wichtigste gesagt angesichts der Tatsache, daß die Kontrahenten sich offensichtlich auf Waffe und Rüstung bereits geeinigt hatten. Zweites Blut... bis also einer seine Niederlage eingestand oder nicht mehr kampffähig war. "Nicht mehr kampffähig also. Vorher gibt der nie auf."
Sie traf ihre eigene rituelle letzte Vorbereitung, indem sie niederkniete, das Schwert vor sich mit der Spitze auf den Boden gestellt, den Kopf gesenkt. "Dein Licht erhelle mein Herz, dein Wort erfülle meinen Geist, deine Macht erhebe meinen Arm, der in Treue fechten soll für alle, die seiner bedürfen." Sie hob den Blick und sah, wie Seli noch lautlos die vertrauten Worte nachflüsterte, doch ihr Augenmerk galt Savea und Shaya. Savea presste die Lippen zusammen. Shaya hatte bei den Worten unwillkürlich die Augen geschlossen. "Ihr sollt frei sein", dachte sie fast liebevoll, doch weiter würde sie an ihren Prinzipien kleben - sie hatte meistens nichts als Abschätzung für jene, die die Götter eigennützig um einen Sieg anbettelten, und so schloß sie ihr kurzes Gebet: "Nicht um den Sieg sei gebeten als Ziel, sondern um deine Führung, den rechten Pfad zu gehen, den Pfad der Ehre, den du uns aufzeigst. Ehre, wem Ehre gebührt."
"Bereit?"
"Bereit." Darna spannte die Muskeln an, ging leicht in die Hocke. Jall verstand nicht.
"Slakker?"
"Das Wort hat was mit 'schlachten' zu tun, hab ich nicht recht?" - sie seufzte lautlos und bestätigte: "Slakker."
Im nächsten Moment rupfte er die Axt zur Seite wie ein Spielzeug und die Waffe kam in einem Schwung wie eine Sense auf sie zu.