Ein neues altes Leben? (RP Geschichte)

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Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Lange hatte sie nachgedacht. Alles drehte sich in ihr. Gefuehle die sie nie kannte machten sie schwindelig. Die Scham ob des kahlen Kopfes, die Eitelkeit vor anderen zu verheimlichen warum sie keine Haare mehr hatte. Die Reue das sie vor Falk etwas ausgeplappert hatte, ohne Absicht, was sie Laila versprochen hatte zu verschweigen.

Als Falk die Schere an Laila'S Haare ansetzte, sagte Eri noch

Nein

Doch Falk ignorierte sie.
Sie wollte weg. Weg von dem Ort dessen Regeln sie einfach nicht verstand. Sie war es doch gewesen die ein Geheimniss ausgeplaudert hatte. Sie hatte doch ein Versprechen gebrochen. Warum wurde dann Laila bestraft? Sie verstand es einfach nicht. Warum gebat Falk einer Liebe so wehement einhalt? Warum durfte man im Clan nicht lieben wie man wollte und wen man wollte. Warum wurden Mitglieder mit unehelichen Kindern verstossen? Warum wurden im Grunde Gefuehel, und Geborgenheit so zerstört?

Sie ignorierte es irgendwen zu lieben. Sie wollte es nicht. Sie wusste NIEMAND den sie jemals lieben könnte, würde zu ihr in den Clan wollen. Selbst ihre Freunde kamen sie ja nicht mehr besuchen und ihre Schwester sagte das sie die Festung nicht mochte und sie deswegen nicht besuchen kam. Sogar Rob hatte Angst vor Falk. Sie war im Clan unter Freunden und sie war glücklich, aber sie fuehlte sich auch einsam.

Wohin sie blickte waren Freunde, Familienmitglieder, Paare. Die Welt drehte sich. Sie hatte das Gefuehl irgendwo zu stehen, weit weit weg am Rand der Welt. Sie konnte nie klar verbal ausdrücken was sie empfand.

Vielleicht hatte ja Khaor verstanden als sie ihm gestern sagte das sie mit dem Gedanken gespielt hatte, dass wenn Shaja ein Kind bekäme, sie dem Kind etwas antun würde. Sie wusste würde es einen Säugling im Clan geben, alle die Erziehung übernehmen würden und mit dem Kind vollauf beschäftigt sein. Sie konnte sich noch immer nicht mit Kindern anfreunden, auch wenn sie Tari und Mele vermisste. Dachten sie überhaupt noch an sie?

Die ganze Nacht über sass sie still in ihren Fellen. Sie wusste nicht mehr richtig wann sie wirklich geschlafen hatte, doch, die Nacht oben bei Falk und Cailly, aber danach nicht mehr. Ihr Fehlte die Nähe. Die Felle von ihr erschienen ihr kalt, unwirklich. Es war aber keine Nähe da.

Sanft lächelte sie, als sie sich daran erinnerte wie Falk ein fell zwischen sich und sie geschoben hatte, um Körperkontakt zu vermeiden, und sie hatte es Nachts weggeschoben und sich an seinen Bauch zusammengerollt und so tief und fest geschlafen wie schon lange nicht mehr, ohne irgendeinen Alptraum. Sie überlegte.

Sie und Alli waren die einzigen die keinen Partner hatten, geschweige denn in Form dessen geliebt zu wurden. Leise seufzte sie und blickte starr in die Glutschale, wärend der fast volle Mond seine Bahn über die Festung zog.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

so wie bei mir

Erinna haette nur alzu gerne Laila etwas verbal an den Kopf geschmissen. Innerlich dachte sie dazu nur :

Ich hab ja auch nicht mit jemandem heimlich geschlafen und riskirt ein uneheliches Kind in den Clan zu bringen, sondern "nur" Ronya angelogen um keinen Clansverrat zu begehen. Ausserdem wo ist es fuer Dich eine Strafe? Falk hat Dir doch erlaubt weiterhin mit Lukan zu schlafen, du musst nur aufpassen das kein Kind draus wird. Fuer dich ist es doch eine Belohnung, hast ja erreicht was du wolltest.

Wütend hatte sie die Festung verlassen. Das stand doch gar nicht im Verhaeltniss mehr. Sie war doch erst 14 und Laila um vieles älter und sie sollte die "Strafe" genauso absitzen wie die? Wo die dafuer noch eine Belohnung bekam?

Falk hatte ihr erlaubt einen Trank zu nehmen, damit die Haare wieder wuchsen aber als sie ihn nehmen wollte hatte er es im Grunde gleich wieder abgeblockt.

Sei dir bewusst, jeh eher du Deine Haare wachsen lässt, umso eher sind sie wieder ab und das nächstemal darfst du keinen Trank nehmen, sondern geduldig warten bis sie wieder gewachsen sind.


Sie war es so leid. Dieses dauernde sich selber widersprechen.
Zornig warf sie die Flasche mit dem Trank gegen die Felsen und ging im Nachthemd und kahlköpfig zum Fluss. Machte es ihnen Spass das sie gedemütigt wurde? Fuer LAila war das keine Demütigung, die konnte ja weitermachen wo sie aufgehoert hatte. Es widersprach der Tradition. Falk hatte gesagt wenn jemand wen liebte, musste der in den Clan ziehen und LAila durfte weiterhin wen lieben der nicht in den Clan musste? Galten die Regeln und Traditionen nur fuer die Menschen im Clan und nicht mehr fuer die Tiefländer darin?

Traditionen - Pah was will ich mit Traditionen die sich doch jeden Tag ändern?

Innerlich zornig kochend kletterte sie in das kalte Wasser, sie wollte ein wenig schwimmen, auch wenn sie es kaum konnte. Das Nachthemd lies sie am Ufer liegen und lies sich erstmal ein wenig treiben. Der fast volle Mond stand hoch über ihr und tauchte das Wasser in silbrigen Glanz. Immer schneller trieb sie dahin, sie merkte es kaum da sie in Gedanken war.

Als sie es doch merkte, stellte sie fest das sie nicht gegen anschwimmen konnte. Erschoepft strammpelte sie wie ein Hund gegen an um wenigstens ans Ufer zu kommen. Irgendwas streifte ihren Kopf, instinktiv griff sie nach oben und hielt sich an einem überhaengenden Ast einer Weide fest. Muehevoll zog sie sich ans Ufer wo sie erstmal zitternd sitzen blieb.

Stolpernd tapste sie zurück zu ihrem Nachthemd, sie hob es auf und hielt es einfach nur fest. Sie wollte nicht in die Festung, auch wenn sie versprochen hatte oben bei Falk und Cailly zu schlafen. Ihre Lippen wirkten bläulich und die Zähne schlugen aufeinander. Sie setzte sich an die Felsen und überlegte weiter.

Zwei Tage noch dann ist Vollmond, nicht einschlafen Eri das wäre dein Tod.

Ging es ihr wieder durch den Kopf. Immer wieder fiehlen ihr die Augen zu. Wie sie dann doch in Caillys und Falks Felle gekommen war, war ihr nicht mehr klar.

Zähneklappernd und am ganzen Leib zitternd war sie , als der Morgen graute zur Festung gestolpert, auf den Vieren die Treppen hochgetapst. Ihr Nachthemd hatte sie an den Felsen liegen gelassen. Mit halb geschlossenen Augen war sie dann einfach zwischen Falk und Cailly gekrabbelt. Ihr Körper war eiskalt und sie fuehlte sich nicht mehr in der Lage sich ein Fell überzulegen. Sie lag kaum, da war sie schon eingeschlafen.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Eigendlich wollte sie zu Cailly zurück in die Mine bei Ered Luin. Doch führte ihr Weg sie tief in den Wald. Irgendwann des Laufens überdrüssung hockte sie sich an einen Baumstamm. Sie war muede von der ganzen Anspannung.

Plötzlich hatte sie das Gefuehl gehabt nicht mehr richtig reden zu koennen, wie als wenn ihre Zunge angeschwollen gewesen wäre, sie hatte auch kein Bedürfniss zu reden gehabt.

Hunger hatte sie, durst ebenso. Langsam schlich sie durch wieder durch den Wald. Ein Reh in einer Falle die von Menschen gemacht worden war, kam ihr gerade recht. Der volle Mond schien in vollem Licht über ihr.

Schnell hatte sie dem Reh die Qual genommen und sich recht schnell, fast hektisch, satt gegessen. In der Nähe der Festung rollte sie sich etwas zusammen und döste leicht ein.

Als sie wachwurde spielte der Mond und ihre noch vom Schlaf getrübten Augen ihren Sinnen einen Streich. Die Steine die weiss leuchteten im Wald, gaben ihr den Eindruck als würden leuchtende Augen zu ihr starren.

Sie erstarrte und war nicht fähig im ersten Moment sich zu regen, doch dann wetzte sie zur Festung und polternd und stolpernd die Treppen nach oben. Ihr war egal ob sie jemanden weckte, sie rief immer wieder nach Falk und Cailly.

Oben angekommen riss sie alle Türen auf und sprang mit einem Satz zwischen Falk und Cailly in die Felle, sich unter allen 13 Stueck vergrabend. Sie zitterte am ganzen Leib und war kaum fähig irgendeine Antwort zu geben.

Sie sprach nur stammelnd was von Monster und glühenden Augen. Das Blut vom Reh an ihrer Kleidung und in ihrem Gesicht hatte sie vergessen. Es war das zweitemal in ihrem Leben, das ihr etwas derartig Panik machte, wie dieses Trugbild im Wald.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Kaum das der Morgen graute, huschte sie wieder aus der Festung. Sie genoss die Freiheit im Wald irgendwie. Sie traf Alli in der Mine und sprac heine Weile mit ihr, ehe sie sich wieder zusammenrollte unter dem Pferd von Alli und sich einfach nur muede fuehlte.

Was sie die Nacht gesehen hatte, ging ihr dabei immer wieder durch den Kopf und lies sie erschaudern. Sie seufzte leise. Die blutbefleckte Kleidung trug sie noch immer. Langgezogen gähnte sie und dachte auch über die Jagt gestern nach.

An die Stelle mit dem vielen Blut, ihr Bedürfniss nach vorne zu drängen und zu kämpfen und auch daran das ihr der Armreif ein klein wenig wehgetan hatte.

Leicht schuettelte sie den Kopf, um nicht mehr daran zu denken. Dennoch schweiften ihre Gedanken ab

Sieht.. lecker.. aus

Hatte sie gesagt, bei der grossen Blutlache und Kahor hatte gesagt


Nein Erinna, es sieh nur für das Tier lecker aus
für dich ist es das, was es immer war


Erinna hatte zu ihm hochgesehen und den milden Blick in den Sehschlitzen des Helmes gesehen ehe er weitergesprochen hatte

Du bist nicht das Tier, du bist erinna
also sieht es nicht lecker aus, sondern nach dem Leid und dem Tot vieler
und den hast du nie befürwortet


Wieder seufzte sie und schuettelte die Gedanken ab und schaute Alli bei der Arbeit wachsam zu. Sie wollte nicht mehr daran denken, sie wusste wer sie war und verstand ihre Gedanken von gestern auch nicht wirklich.
Caillean Hinrah

Beitrag von Caillean Hinrah »

bis spaet in die nacht hatte cailly gestern gearbeitet.. und entsetzt hatte sie die junge frau in den arm genommen, ungeachtet des blutes, dass an ihr klebte und ihr unangenehm in die nase stieg.

Sie und falk nahmen sie wie die letzten tage stets in ihre mitte, damit sie sich noch wohler und behueteter fuehlte als zuvor. Sie warf falk einen verwirrten blick zu im dunkeln als erinna scheinbar endlich eingeschlafen war.

sie wusste genau wie er keine antwort auf das was erinna gesehen haben koennte oder warum es sie so in Panik versetzt hatte. sie wachte die ganze nacht ueber erinnas schlaf, murmelte beruhigend und sanft wenn sie aengstlich im schlaf wimmerte und schlief selber erst nachdem erinna aufgestanden war bis in die spaeten mittagsstunden.

sie gruebelte waehrend ihrer wache ueber erinnas verhalten... sie erschien anders... wachsamer...seltsamer. Nicht dass es sie stoerte. doch ihr fiel auf dass sie sich fast woelfischer verhielt als ein mensch es vielleicht tun sollte.

"Ich habe dem keine bedeutung beigemessen, falk. aber sie kam zur Mine in der nacht und rollte sich vor meinen fuessen zusammen.. wie ein hund.. der mich beschuetzt. oder ein wolf?"

das letzte wort sprach sie fragend aus und sah falk abwartend an.. er verstand von ihnen beiden immer noch am meisten von woelfischen verhalten...
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Langsam schlug sie die Augen auf. Heute war Auktion, bei den Ahnen wie lange hatte sie denn geschlafen? Vorgestern hatte Freia sie noch ins bett gebracht und gestern Morgen war sie kurz wach gewesen, hatte eine Geschichte erzählt und ein Lied gesungen und dann wieder in die Felle gekrochen.

Sie war so unglaublich muede geween und auch jetzt fuehlte sie sich noch immer sehr muede. Also rollte sie sich nochmal ein und atmete ruhig den Geruch von Cailly und Falk ein, der an den Fellen hing. Sie fuehlte sich hier oben in den Fellen unglaublich sicher, geborgen, wie ein Vogel im warmen Nest.

Dieser eine Junge king ihr nicht mehr aus dem Kopf, der sie immer "kleines Kind" genannt hatte, obwohl er gerademal nur 2 Sommer älter war als sie. Er war kackfrech gewesen, noch frecher als sie selber manchmal war. Aber er hatte etwas gesagt was sie erstaunt hatte.

Aber ich gestehen, du siehst gut aus

und

Bleib so schoen wie du bist...

Bisher hatte kein Mann sowas zu ihr gesagt, naja keiner der nicht eher eine Onkel beziehung zu ihr hatte, sonder dieser junge Kerl war ein wildfremder gewesen. Es hatte sie irgendwie verblüfft und sie konnte ihm das "kleines kind" irgendwie nicht mehr krumm nehmen, auch wenn sie nichts mehr hasste, als wenn man sie "kind" betitelte.

Halb schloss sie ihre tiefschwarzen Augen und döste noch etwas bis zur Auktion.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Was fuer eine Nacht. Heiss und unbequem. Sie war nach Mene'kur gereist gewesen um Yashira zu besuchen. Jene traf sie auch an und auch Grim. Eine Weile unterhielten sich Erinna und Yashira, zumindes insoweit wie Yashira sie verstand. Irgendwann war Yashira muede und lehnte sich an Erinna.

Grim und Erinna wollten Yashira in ihr Bett bringen, aber Yashira wollte nicht und rutschte eher noch auf Erinnas Schoss, dort weiterschlafend. Die Nacht war lang, aber Erinna blieb wach.

Als die Stadt am Morgen wachwurde, richtete sich Erinna auf, Yashira schlief so fest das sie nicht merkte wie Erinna sie sanft auf die Kissen legte und ein duennes Tuch als Decke über sie legte, denn es begann schon heiss zu werden.

Muede trottete Erinna zum Schiff und reiste nach Hause. Der Tag ging auf den Nachmittag zu als sie in der Festung endlich ankam. In den Raum wo das Thing immer stattfand, rollte sie sich einfach auf den Boden zusammen. Erstmal schlafen, wie sie lag und wo war ihr egal, nur schlafen wollte sie.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Muede lag sie auf Freias Schoss. Der Schreck und der Schock sass tief in ihren Knochen. Ihr war schlecht, schwindelig und kalt, trotz der Decke in der sie eingewickelt war. Sie hatte doch nur Yashira beschuetzen wollen, aber was letzendlich gewesen war, verliess ihren Kopf nicht mehr.

Sie war mit Kari und Yael und Yashira nach Menekur gegangen. Kari hatte gesagt das Khalida sich Sorgen machen wuerde um Yashira, weil sie nicht wusste wo Yashi war. Erinna wollte mit, als Freundin.

Khalida sprach in Menekur mit Yashira, über der Taverne, wärend sie unten mit Kari und Yael hockte. Kari rauchte von der Wasserpfeife die da stand und bot Erinna den Schlauch an. Erinna hatte vorher nie eine Wasserpfeife gesehen und Kari erklärte ihr was sie tun musste. Erinna wollte keinesfalls als Feigling dastehen, da sie vorher nie gerraucht hatte, war ihr auch voellig unklar was passieren koennte. Einzig der Geruch von Aepfeln und spaeter von Kirschen ging von der Wasserpfeife aus.

Sacht hatte Erinna am Schlauch gezogen, so wie Kari es gesagt hatte und hustend den Rauch ausgepustet. Kari hatte gelächelt und gesagt das sie nicht so feste ziehen solle. Vom Rauch eingenebelt hatte Erinna den Schlauch einfach an Yael weitergegeben.

Yashira kam hinzu und Kari gab ihr den Schlauch in einer lässigen Bewegung und auch Yashi zog am Schlauch. Khalida kam dazu und stellte ein Glas mit Schnaps vor Yashira und meinte, sie solle es trinken, schliesslich habe es ihr ja einige Tage zuvor ja auch geschneckt. Erinna zog den Kopf ein, sie spürte instinktiv, da Khalida in der Handelssprache sprach und nicht wie Erinna es gewohnt war auf Menekanisch, dass irgendwas passieren würde. Kari stand auf und stellte sich abseits. Safi holte dann unter dem Thresen auf Befehl von Khalida eine Gerte hervor.

Geduckt ging Erinna zu Kari und schaute entsetzt auf die Gerte, als Khalida Yashira befahl sich umzudrehen und ihr die Hose runterzog. Das Kari sagte das Erinna besser ginge, bekam jene nur halb mit, sie tapste zu Yashira und versuchte sie in den Arm zu nehmen, als wollte sie sagen, das sie bei ihr bliebe, und sie nicht im Stich lasse. Khalida befahl Safi Erinna wegzuziehen, was jene auch sehr unsanft tat.

Erinna knurrte auf und als der erste Schlag der Gerte auf Yashiras nackten Hintern herabsauste versuchte Erinna sich loszureissen und nach Vorne zu streben. Als der zweite Schlag herabsauste versuchte Erinna sich die Gerte zu schnappen und wurde dabei schmerzlich getroffen. Kein Laut kam dabei über ihre Lippen. Khalida meinte noch der Clan haette keine Krieger, sie seien zu zart beseitet, wenn sie nichtmal zusehen koennten wenn jemand geschlagen wuerde. Bei jedem Schlag schrie Yashira auf und sie musste jeden Schlag mitzählen.

Khalida meinte auch noch dafuer das Erinna versucht hatte Yashira vor den Schlaegen zu beschuetzen bekaeme sie mehr Schlaege. Khalida versuchte nach Erinnas Hals zu fassen und sie wegzuschubsen. Erinna fiehl dabei auf den Steinsims und rollte quer über ihn hinweg und landete hart auf ihrem Brustkorb. Safi zerrte sie unsanft auf die Fuesse und hielt sie so hart fest, das Erinna vor Schmerzen aufknurrte und versuchte nach Safi's behandschuhte Hand zu beissen.

Sechs Schlaege bekam Yashi auf den nackten Hintern, tiefe Striemen waren das Resultat. Kari brachte Yashira nach oben, Safi lies Erinna los und Khalida meinte noch, Yashi dürfe jetzt mit Erinna nach Bajard gehen. Erinna ging wortlos zu dem Sims, auf den Khalida die Gerte gelegt hatte, griff sie sich und bog sie durch, sie half mit den Zähnen nach um sie zu zerbrechen, dann umklammerte sie die Gerte und meinte, das Falk sie niemals mit Schmerzen bestrafen würde und das sie wiederkommen wuerde um Yashira zu holen.

Khalida meinte sie würde ihre Geduld überstrapazieren und Erinna wandte sich zur Tuere herum und meinte, dass wenn sie Yashira holen wuerde, Yashira nicht mehr nach Menekur zurückkehren würde. Dann stolperte sie zum Schiff, welches sie mitnahm nach Bajard. Kaum fähig auf ihren Beinen zu stehen, jeder Atemzug tat ihr weh, da ihre Rippen gelitten hatten, traf sie in Bajard auf Una und Vijol und erzählte ihnen leise, mit leerem Blick was geschehen war.

Beide brachten Erinna nach Hause und zu Hause berichtete Erinna den anderen noch wachgebliebenen was geschehen war. Jetzt lag sie blass vor Übelkeit auf Freias schoss, trotz Decke schlugen ihr die Zähne aufeinander. Freias trug sie nach oben zwischen Falk und Cailly, fluesterte ihne einen kurzen Bericht zu, den Erinna nicht mehr mitbekam, da sie schon eingeschlafen war.
Una Llastobhar

Beitrag von Una Llastobhar »

Wenn es nur im entferntesten ein Wort gegeben hätte, welches ihren langen und erlebnisreichen Abend passend beschrieben hätte, so müsste man wohl um möglichst nah an der Wahrheit zu bleiben eindeutig den Ausdruck "turbulent" verwenden...

Ihr Herz klopfte bis zum Halse als sie das kleine Schiff schon im Hafen Bajards näher an den grossen Steg treiben sah. Auf Deck bewegten sich schemenhaft in der längst hereingebrochenen Dunkelheit der Nacht einige Schatten und einer davon war er. Als die Ankömmlinge über die Rampen aufs Festland traten verlagerte sie das Gewicht auf ihre Zehenspitzen um wenigstens eine geringe Chance zu haben trotz ihrer kleinen Statur noch einen Blick auf die Gesicht der hereinströmenden Menschen zu haben.
Unnötig dieser Akt, denn seine Person stach aus der düsteren Umgebung hervor wie ein heller Stern am dunklen Firmament. Dies lag nicht nur an der ebenmässigen, elfenbeinartigen Hautfärbung oder am langen Haar, welches wie eine Ansammlung Schneekristalle weisslich glitzerte, sondern am unverleugbaren, starken Band der Verwandtschaft, welches sie beide auch innerlich aneinander fesselte.
Viljo war zurück, wieder bei ihr...
Ihre Füsse bewegten sich von selbst und hasteten an all den anderen Menschen eifrig vorbei um diesem Strahlepunkt mit Schwung in die Arme zu stürzen und ihren Kopf an seine Schulter zu pressen. Erst da merkte sie, wie unvollständig sie die letzten Wochen umhergewandelt war und als habe man ein fehlendes Teil in eine Maschine gesetzt, welche ratternd zu arbeiten begann, erwachten ihre Sinne unter der alten Decke der Verträumtheit.
Nur wenige Momente später saßen sie in Dorians Taverne und redeten ausgelassen fröhlich mit einer jungen Dame und einem netten Herren, welcher sich als angehender Schneidermeister herausstellte. Für einige Antworten auf scheinbar brennende Fragen des Mannes erklärte sich dieser bereit Viljo einige frische Gewänder im Laufe der Abende anzufertigen. Sie scherzten, tranken, aßen und lachten herzlich als plötzlich Erinna im Türrahmen stand und etwas in Una gefror zur eisigen Panik als sie das Mädchen erblickte...
Erinna wirkte bleicher als der Tod persönlich, doch glomm in ihren schwarzen Augen zwischen den güldenen Sprenkeln ein lodernder Trotz- und Wutfunke als habe sie gerade eine Art Schlacht bestritten. Taumelnd und unsicher wankte das Mädchen gen Dorian um dort wohl etwas zu bestellen, doch Una sprang in jenem Moment schon ungeschickt von der Bank, hatte sie doch nun die zerbrochene Gerte in Erinnas bebenden Händen und den Striemen über einem der zarten Handrücken entdeckt.
Der Bericht, welchen sie und Viljo nun aus ihr herausbekamen während sich die anderen beiden Tavernengäste wohl teils durch Unbehagen, teils der fortgeschrittenen Zeit verabschiedeten, war ebenso wirr wie beunruhigend.
Irgendwer hatte eine gute Freundin Erinnas mehrfach geschlagen und als diese dann dazwischengehen wollte um das andere Mädchen zu beschützen, wurde sie selbst von der Gerte getroffen und soweit Una die zittrig gestammelten und gehauchten Worte verstand auch unsanft davongestossen. Leiser wurden Erinnas Worte und fast tranceartig starrte sie an den Zwillingen vorbei, dann knickten die Beine unter ihrem kleinen Körper weg und hastig versuchten Viljo und Una die fast federartig leichte Erinna aufzufangen. Nachhause wollte sie, das gab sie noch leise und nun entkräftet von sich und Viljo, welcher das Mädchen still auf dem Rücken aus Bajard trug, sowie Una, welche später nur betreten schweigend die Zügel von Erinnas kluger Stute hielt, erfüllten ihr diesen Wunsch...

Erst als sie Stunden später beide müde und noch immer grüblerisch in die Federbetten des Gasthofes bei Tirell stiegen, konnte Una sich selbst überzeugen, dass sie so das einzig machbare getan hatten. Die Frauen des Clanes, allen voran die freundliche und dankbare Dame namens Aisling, hatten sich sofort rührend um Erinna gekümmert und auch diese schien sichtlich erleichterter und wieder etwas wacher in der gewohnten Familienumgebung zu werden.
"Du bist Zuhause, bei deiner Familie, Erinna.. alles wird gut..."
Als ihr diese Worte, welche sie selbst noch vor wenigen Stunden Erinna beruhigend zugeraunt hatte, liessen sie nun mit einem Ruck in ihrem Bette aufrecht sitzen. Ja, die familiären Bande konnten alle Art der Wunden heilen...
Leise tappten die kleinen, weisslich blassen, nackten Füsse über den hölzernen Dielenboden und durchschritten so das Zimmer vom eigenen Bette zum anderen. Viljo reagiert unterbewusst, wie früher wenn sie als Kind des Nachts zu ihm ins Bett gekrochen kam und legte im Halbschlaf beschützend den Arm um seine kleine Schwester, welche sich zusammengekauert an seine Brust schmiegte und nochmals stumm der Herrin Eluive für ihre Familie dankte, ehe sich ihre nebelig grauen Augen müde schlossen.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Es war bereits Nachmittag, als sie endlich in die Felle kroch. Falk und Cailly waren bei der Arbeit und Viola schlief unten endlich ruhig.

Irmchens Hof hatte sie schon versorgt, Anghars Huehner ebenso, Pfeile geschnitzt und Holz gehackt. Irgendwann gaben ihre Beine vor Muedigkeit fast nach und so kroch sie nur in einer Robe gekleidet in die Felle oben bei Cailly und Falk.

Sie hatte bei Emma noch gesessen und 5 Krüge Milch runtergestürzt, so einen Durst hatte sie gehabt, aber Hunger verspürte sie keinen, sie war einfach zu muede um zu essen. Emma hatte ihr noch geholfen einen Welpen einzufangen, fuer Viola und ihr auch fuer Viola Erdbeeren mitgegeben. Tim und Lauri traf sie auch bei Emma und tief in ihrem Herzen hatte sie sich gefreut beide zu sehen, aber sie hatte auch eine Art entfremdung bemerkt.

Sie nannten sie noch immer Liebes, aber Erinna merkte das die Zeit zu lange war, in der sie sie nicht mehr zu gesicht bekommen hatte und das trübte ihre Freude. Kahor war auch endlich wieder zu Hause und sie hatte sich richtig gefreut ihn wiederzusehen, sein kahler Kopf interessierte sie nicht. Muede rieb sie sich die Augen und seufzte leise, im Rythmus des Schmiedehammers, welcher ihr sagte das jemand unten war und in der Schmiede arbeitete begann sie zu atmen und schlief kurze Zeit später ein.

Im Schlaf zerwülte sie die Felle, sie schwitzte in ihren Träumen und sie weinte auch leise im Schlaf. Manchmal schrie sie im Schlaf auf und bewegte sich als wenn sie weglaufen würde.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Was war der Auslöser gewesen das sie die Nacht so heftig geträumt hatte?
War es die Tatsache, dass je mehr sie Viola kennenlernte sie das Gefuehl bekam sich selber kennenzulernen? Viola war ihr in sehr Vielen sehr ähnlich.

http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=3876 [letztes post von erinna]

Diese tiefe Angst die sie gut bei Viola spürte kannte sie von sich selber. Jegliches Gefuehl abzuschalten, es als Schwaeche zu sehen, kannte sie auch von sich selber. Steheln war auch etwas was sie getan hatte um zu überleben, oder auch um wehzutun. Selbst im Clan hatte sie gestohlen, ganz zu Anfang. Sie hatte nicht verstanden dass es wirklich Menschen gab die sie lieb hatten und sie nicht fallen lassen wuerden. Die leztten beiden Vollmonde hatten es ihr bewiesen. Noch immer wurde sie nicht wieder gejagt.

Oder war es die Tatsache das sie ungewollt gelauscht hatte, als sie auf den Stufen gesessen hatte und Cailly am offenen Fenster gehoert hatte, wie sie gesagt hatte, dass ihr trotzdem sie Erinna viel im Arm hatte ihr jene Arme dennoch leer vorkamen und das sie sich ein Baby von Falk wuenschte. Erinna gab sich selber die Schuld daran. Sie sah das Viola viel ruhiger war, sie nannte es viel "lieber". Erinna kannte nichts um die Gefuehle einer Frau, die ein Baby im Arm sich wuenschte, das Gefuehl das da etwas hilfloses winziges im Arm lag und einfach nur Leben konnte wenn es geliebt und umsorgt wurde. Sie sagte sich selber, wenn sie so lieb wie Viola wäre, Caillys Arme sich nicht mehr fuer Cailly leer anfuehlen wuerden.

Erinna hatte schon vor einer Weile fuer sich beschlossen, dass wenn Cailly ein Baby bekam, sie selber dann gehen würde, um dem Baby nicht im Weg zu sein so dass es alle Liebe dann von Cailly bekommen würde, ohne ein fremdes Kind dabei. Früher war es ihr egal gewesen, ob sie die richtige Tochter von Falk und Cailly war oder nicht, aber Freia hatte ihr gesagt das Falk sich im Herzen einen Jungen wuenschte, einen Erbfolger. In ihrem Kopf setzte sich fest, das Falk sich vielleicht mehr gewuenscht haette das sie ein Junge gewesen war und kein wildes Mädchen von irgendwoher.

Sobald Cailly sie zwischen sich und Falk gelegt hatte, drängte sie sich instinktiv und aus dem Unterbewusstsein heraus fenst und eng an die beiden. Als ihr Unterbewusstsein merkte das sie bei ihren Eltern lag, wurden die Träume etwas ruhiger, zwar tauchten noch immer ihre schrecklichsten Erinnerungen in den Träumen auf doch wurden sie direkt von schoeneren begleitet.


-Sie sah wie sie mit Cailly in der Badewanne gesessen hatte und mit grossen Augen die Seifenblasen beobachtete die in allen Farben schillerten und dann zerplatzten.
-Sie sah wie sie auf ihrer alten Stute Lureen durch den Wald ritt und das Glueck verspürte frei zu sein im Wind welches ihr langes Haar zerzauste.
-Sie sah sich selber wie sie in voller Vorfreude auf Violas Reaktion einen Welpen hinter sich herlaufen hatte und wie jener dann um Viola herumsprang um ihr zu zeigen "hier bin ich, ich hab dich lieb, du musst mich auch lieb haben"
-Sie sah sich und Cailly in der Mine, über Frauenthemen reden, zusammen lachen und scherzen.


Jedoch wusste sie tief in ihrem Herzen, dass Caillys Baby in Gefahr war, wenn Erinna dann bleiben wuerde. Sie spürte es tief und

im Schlaf sah sie wieder die Leiche eines Kindes, von Bissen übersäht im eigenen Blut liegen.

Sie wollte keinem wehtun, sie wollte es einfach nicht. Falk sagte mal er wäre glücklich und stolz, wenn er Wolf wäre. Sie seufzte. Wie konnte man darüber stolz und gluecklich sein? Sie verstand es nicht, fuer sie war Wolf ein Monster, ein Moerder. Falk hatte es ihr mit Wolf erklärt und sie hatte es auch verstanden, zumindes verstand sie was Vollmond war.

Im Geiste sah sie schon wie das Bild der Kinderleiche sich in eine Leiche eines Babys wandelte.

Wieder begann sie im Schlaf zu weinen, ihre Augen waren bereits rot geschwollen, von den salzigen Tränen, die sie die Nacht vergossen hatte. Was wuerde Viola beim naechsten Vollmond von ihr denken?

Sie liebte Viola bereits wie eine Schwester, waren sie sich doch im Grunde sehr ähnlich, was wenn Viola dann Angst vor ihr bekäme? Was wenn Viola dann vielleicht lachte?

Wieder rollte sie sich enger zusammen, als täte ihr etwas unglaublich weh. Sie hatte versucht Freia zu sagen was ihr durch den Kopf ging. Und auch Cailly hatte sie es versucht zu sagen.

"Was wenn Wolf jemanden beisst?"

Hatte sie gefragt

" Dann beisst du eben zurück"

Hier im Clan war es das erstemal das sie Elternliebe kennenlernte. Sie hatte gelernt das sie hier im Clan alle Freiheiten hatte nur eines durfte sie nicht, Lügen und das war ihr zu erst schwer gefallen, aber jetzt tat es ihr sogar gut wenn sie nicht log. Wenn das Baby da war, wuerden sie sie einsperren zu Vollmond? Was wuerde geschehen? Sie wusste es nicht, aber es ging ihr nicht mehr aus dem Kopf, seit sie des Nachts Cailly am offenen Fenster den Wunsch aussprechen gehoert hatte das jene sich ein Kind von Falk wuenschte.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Kalt!

Langsam öffnete halb ihre schwarzen Augen. Kalt? Irgendwas kaltes war auf ihre Nasenspitze gelandet. Sie war in den Wald gegangen um nachzudenken und dort wohl auf dem Boden erschöpft vom vielen weinen der vorrangegangenen Nacht und gestern Abend, eingeschlafen.

Wieder landete etwas kaltes in ihrem Gesicht und schlagartig öffnete sie ihre Augen ganz. Um sie herum tanzten dicke Schneeflocken und der Wald wirkte gespenstisch still.

Langsam richtete sie ihren durchgefrorenen Körper auf und trottete mit schlagenden Zähnen zur Festung. Es war tief in der Nacht und sie wollte keinen mehr wecken. Also nahm sie sich ein heisses Met und rollte sich zu Eclaf in den Stall, in das warme Heu hinein. Eclaf senkte hin und wieder den Kopf zu ihr hinunter und schnaubte seinen warmen Atem über sie. Er kannte das schlafende Buendel bereits, sie war schon oft bei dem Hengst gewesen und dort eingeschlafen.

Als sie wieder wachwurde, klopfte sie dem Hengst auf den Hals und ging in die Taverne, still dort sitzend und nachdenkend.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Alles um sie herum roch fremd. Es roch nicht nach Felle, nach Wald und nach Grimwould. Es roch nach Balathasar, Mele und Shikara. Ihre Nase tat ihr sehr weh und jene war dick geschwollen. Irgendwie war sie zwischen zwei Kerle geraten, der eine hatte gesagt sie weib solle verschwinden und dann zugeschlagen. Sie hatte mit blutender Nase sich zu ihm grobbt und ihm als Rache das er ihr die Nase fast zertruemmert hatte, die Hose heruntergezogen.

Dann war sie mit Fenris in der Taverne gewesen. Der Wirt hatte ihre Nase so gut es ging gekuehlt und sie und Fenris hatten sich sehr lange unterhalten. Den Kerl mochte sie, er nannte sie aufgeweckt und behandelte sie nicht wie die anderen Kerle wie ein Baby.

Irgendwann sah sie Shikara und Fenris ging schlafen. Sie ging zu Shikara und fragte wie es Mele ginge und sie sagte das sie Mele vermisse. Der Kler der dabeistand, den ignorierte sie erstmal, ihre Nase erinnerte sie schmerzlich daran, dass fuer Männer erstmal nichts mehr übrig hatte.

Irgendwann war sie sehr muede, aber Shikara wollte sie nicht mehr alleine nach Hause reiten lassen, trotz allem guten zureden. Shikara färbte dem Mann noch einige Sachen, wärend Erinna auf ihr Pferd kletterte und halb auf dem Tier liegend schon in einen leichten Schlaf fiehl. Balthasar war auf einmal da und er war nicht gerade erfreut darüber, als Shikara ihm eröffnete das Erinna die Nacht bei ihnen blieb und nachdem er Erinna ins Bett gelegt hatte verliess er verärgert das Haus.

Er haette bleiben sollen, denn kaum war er weg, leuchtete ein Fremder mit einer Fackel in die Fenster. Schlaftrunkend hatte Erinna zu Shikara geblinzelt als jene das Fenster öffnete um den Mann zu verjagen. Hellwach wurde sie als sie die fremde Stimme hoerte und als jener von Shikara verlangte von sich und ihrer Tochter zu erzählen, schuettelte Erinna den Kopf und deutete Shikara das Fenster zu schliessen. Doch scheinbar war der Kerl gut ihm vorrausahnen und rammte seinen Dolch in den Fensterrahmen und verhinderte so das Shikara es schliessen konnte.

Schnell hatte Erinna sich den Schluessel geschnappt und war im Schutz der Schatten des Zimmers nach draussen gehuscht, auf halben Wege sich ihre Armbrust greifend die an der Wand lehnte. Auf nackten Sohlen schlich sie um das Haus herum, hinter einen Baumstamm und legte einen Bolzen in die Armbrust. Jene erzeugte ein leises Klicken als sie die Armbrust spannte . Shikara versuchte den Dolch zu entfernen und der Kerl hielt seine Fackel an ihre Hand um jene zu verbrennen, im gleichen Moment lies Erinna den Bolzen los und verfehlte leider.

Schnell hatte sie einen neuen Bolzen eingelegt, doch griff der Mann zu seinem Plattenschild und warf die Fackel durch das offene Fenster ins Haus. Wieder im gleichen Moment lies sie den Bolzen los. Jener prallte vom Schild ab und fand dennoch sein Ziel in seiner Schulter. Eigendlich sollte dies ja sehr Schmerzhaft sein, trug der Mann im Grunde ja nur Ringkleidung. Die Stadtwache die oben auf der direkt anliegenden Stadtmauer patrollierte war anscheinend sehr blind oder zu dumm um etwas zu hoeren und einzuschreiten. Der Mann lachte rau auf und ging in ihre Richtung. Leise mit bedrohlicher Stimme hatte sie ihm gesagt zu verschwinden und wieder lachte der Mann rau. Schnell änderte sie die Position und griff zu ihrem Schild und ihrem Pyriankryss und war den Ahnen dankbar fuer die vielen Übungsstunden mit Kahor in den Hoehlen.

Der Mann schien zu merken das sie nicht ungeübt war, oder er spürte es einfach und verkrümelte sich. Shikara rief leise nach Erinna und meinte es sei gefährlich gewesen was Erinna getan hatte. Sie antwortete nur, dass sie nicht dabei zusähe wenn ein fremder Mann Shikara und Mele vielleicht tötete oder gar vergewaltigte. Shikara bedankte sich leise und Erinna lehnte sich mit zitternden Beinen an sie. Die Angst die sie empfunden hatte und verdrängt hatte, rächte sich nun an ihren Beinen und Shikara brachte Erinna ins Bett.
Automatisch rollte sich Erinna in ihre gewohnte Schlafhaltung an Shikaras Bauch zusammengerollt und schlief recht schnell ein.


-Die Flammen schlugen hoch, es war heiss. Der Rauch war dick und erschwerte das Atmen. Überall knackte es, es war ein tosender Lärm. Irgendjemand drückte sie gen Boden, denn dort war es leichter zu atmen. Mühsam kroch sie auf den Vieren zum Fenster. Es tand offen und sie fuehlte sich hinausgehoben aus dem Fenster. Lachende Männer zerschlugen die Scheiben und traten die Tuere kaputt. Sie warfen krachend den Muelleimer um und sie drehte sich um uzm Fenster. Eine Gestalt stand dort umgeben von Flammen und rief ihr unter Schmerzen zu sie solle um ihr Leben laufen. Das Bild änderte sich etwas und sie sah Shikara die dort am Fenster stand und lebendig verbrannte.

Mit einem Schrei wurde sie wach, ihre helle Stirn glänzte vom Schweiss und sie begann zu weinen. Sie hatte Durst und als ihr in der Dunkelheit klar war wo sie sich befand, hoffte sie das sie Mele nicht geweckt hatte. Zitternd hockte sie da im fremden Bett und weinte, aber war nicht fähig Shikara zu sagen was sie geträumt hatte. Sie wollte nach Hause zu Falk und Cailly in ihre Felle und ihre Arme. Alles um sie herum roch fremd. Es roch nicht nach Felle, nach Wald und nach Grimwould. Es roch nach Balathasar, Mele und Shikara.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

War nicht eigendlich gestern Samhain gewesen? Das Fest worauf sie sich gefreut hatte? Ausser ihr, Alli, Freia und Viola war niemand wachgewesen im Clan.

Viola, sie hatte sich tapfer gehalten auf dem Markt. Ihr war schlecht gewesen, aber sie hatte nichts mitgehen lassen. Erinna war stolz auf Viola, ob jene ihre Finger bei sich behalten hatte, weil Erinna ihr vertraute oder ob sie Freia so gerne mochte, spielte fuer Erinna nicht so Rolle. Wichtig fuer sie war, dass Viola nicht geklaut hatte.

Dann hatte sie noch Namy kennengelernt und sich sehr gewundert. Jeder sagte zu ihr sie solle sich entscheiden ob sie Kind oder Erwachsen sein wolle. Namy war genauso alt wie sie und bei weitem mehr Kind als sie selber.

Sehr sehr lange hatte sie mit Clarissa geredet und es entstand irgendwie die alte Vertrautheit zwischen den beiden. Eigendlich war Clarissa zu ihr gekommen um sich einen Rat zu holen. Erinna fiehl verwundert fast aus allen Wolken, dass ausgerechnet Clarissa sich Rat bei ihr holen wollte. Bis zum Morgengrauen hatten sie miteinander gesprochen und Erinna hatte dabei eine ganze Menge gelernt.

Sie trafen auch Shikara, die sagte der eine Kerl wäre wieder dagewesen. Freia traf Erinna auch kurz. Ein fuer sie eher Schmerzhaftes Treffen. Nachdenklich schaute sie ins Feuer. Freia hatte sie gefragt ob sie mit nach Hause wolle und Erinna hatte gefragt

Warum? Was soll ich zu Hause wenn eh alle schlafen?

Freia antwortete das sie selber auch Ruhen solle. Erinna schuettelte den Kopf und antwortete

Mag nicht. Träum eh nur schlecht. Schlafen kann ich noch genug, wenn ich tot bin und ausserdem gewöhne ich mich gerade daran nicht bei Cailly und Falk zu schlafen.

Aber warum?

Hatte Freia gefragt und Erinna hatte ruhig geantwortet

Weil da irgendwann das Baby liegen wird und ich dann da nicht mehr schlafen kann.

Aber du gehoerst dazu, ich dachte ich haette dir das beigebracht mitlerweile

Bedrueckt waren Freias Worte. Erinna schwieg eine Weile ehe sie tonlos sagte

Geh schlafen Freia.

Traurig den Tränen nahe hatte Freia genickt und langsam ihr Pferd gewendet. Mit zusammengepressten Lippen beobachtete Erinna sie. Als Freia ihr pferd langsam antrieb konnte sie ein ersticktes Schluchzen aus Erinnas Kehle hoeren. Schnell wandte Erinna sich um und setzte sich an den Friedhof. Clarissa stand auf einmal vor ihr und wieder redeten sie sehr lange. Irgendwann stand Clarissa auf und meinte Erinna solle ihr folgen. Neugierig tat dies Erinna und sie merkte auf ihren Weg zum Wald, dass Clarissa eine andere Gangart einlegte. Sie nahm eine eher schleichende Haltung ein und Erinna beobachtete sie einfach nur.

Im Wald hatte Clarissa dann ein Reh erspäht und es einfach gerissen.

Eine Wölfin reisst, sie nutzt keine Waffen.

Erstaunt, neugierig, erschrocken und auch etwas ängstlich hatte Erinna ihr zugesehen.

Du gehoerst dazu

Hatte Freia gesagt und nur irgendwie weit weg vernahm sie Clarissas Worte, ehe sie sich umdrehte und selber ein Reh riss. Sie war in dem Moment als das Reh starb traurig, wütend, aber auch machte sich ein Hochgefuehl in ihr breit.

Eine Wölfin ist niemals gut und niemals böse, nur wild. Sie jagt um zu überleben.

Hatte Clarissa gesagt und sie sind zusammen bis zur Bruecke von Bajard gegangen. Es regnete und so blieben sie unter Bruecke stehen, wieder sehr lange miteinander redend. Als Clarissa gehen wollte folgte Erinna ihr. Sie wollte nicht nach Hause. Sie wusste nicht ob Falk und Cailly, und sich dazwischendrängen wollte sie nicht und auch sonst niemanden in der Festung im Schlaf stören.

Du bist nicht gut darin dein Inneres zu verstecken, deine Augen sind mutiger als deine Zunge.

Hatte Clarissa noch gesagt und sie dann auf den Arm genommen und mitgenommen. Eingerollt lag Erinna in Clarissas Arm und lauschte ihrem schlafenden Atem. LAnge noch dachte sie über den Tag nach ehe sie langsam einschlief.

-Im Traum verfolgte sie wieder das kleine Maedchen auf dem Markt. Sie liess es nicht aus den Augen, fixierte es regelrecht. Beute, leichte Beute ging es ihr durch den Kopf. Nein Erinna, das ist Vergangenheit, die Kinder hier tun dir nichts mehr. Wie im Nebel nahm sie Viola neben sich wahr, den Blick auf das Maedchen geheftet. Sie lehnte sich an Viola und murmelte das sie in dem Alter des Maedchens noch im Keller gesessen hatte und Viola antwortete das sie selber in dem Alter in irgendeiner dreckigen Gasse herumgestreunt war. Dann war Viola weg und Erinna verfolgte mit den Augen und auf grossem Abstand wieder das Maedchen. Es ist vergangenheit sagte sie sich wieder selber und seufzend lehnte sie sich an die Mauer zur Statue. -

Unruhig drehte sie sich Clarissas Arm, schob die Decke von sich, drueckte sich mal enger an sie und mal weg von ihr. Mit einem Ruck war sie wachgeworden und sich leise erhoben. Lautlos verlies sie das Zimmer und die warmen Arme von Clarissa. Durch den kalten Morgen rannte sie bis zur Festung. Das Laufen tat ihr gut und der kalte Morgen wirkte wie klärend in ihrem Kopf. Lange sass sie am Feuer und lauschte der schlafenden Festung.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Ruhig stand sie am Buecherreagl gelehnt. Genauso ruhig sah sie zu wie Cailly Buchstaben malte um eine Nachricht zu schreiben.

Mah wir muessen reden. Ich weis es muss dich langsam schon nerven, und ich weis auch das es mich langsam schon nervt. Weist du, es ist nicht das ich mich nicht auf den Welpen freue, im Gegenteil. Naja ein Teil freut sich ein anderer nicht. Der eine Teil freut sich weil du dich freust und der andere freut sich nicht vielleicht aus Angst, vielleicht aus Eifersucht, ich weis es nicht. Ich weis nicht ob dir erzählt habe, dass ein Kind, damals war ich so vier Sommer alt, Marla mal fragte ob ich ihr neues Haustier sei. Keine Ahnung ob das Kind noch lebt, weis nur das ich danach wieder im Keller sass.

Sie machte eine kleine Pause.

Warte bevor du etwas sagst, bitte. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass der Teil der sich nicht freut, eher Angst hat das Du und Dah mich irgendwann nicht mehr so mögen, vielleicht liegt es daran, dass der Welpe nicht anders bei Vollmond sein wird, vielleicht liegt es auch daran, das der Welpe von eurem Blut sein wird und deswegen mehr Aufmerksamkeit braucht da er mehr lernen muss als ich um irgendwann Grimwould zu erben. Du hast gesagt das ich mich mit um den Welpen kuemmern kann, aber was kann ich dem schon beibringen? Ich weis doch selber kaum wirklich irgendwas.

Wieder machte sie eine Pause und beobachtete Cailly die ihr ruhig zuhoerte.

Weist du Mah, als ich deine Worte hoerte, das deine Arme leer sind, auch wenn du mich im Arm hast, sie taten sehr weh. Sie zeigten mir mal wieder, wie wenig ich wirklich hergehoere. Nein sag nicht es ist falsch, ich bin keine Hinrah, zumindes nicht von Geburt. Ich bin nur wie ich schonmal sagte, ein Mädchen, von irgendwoher, von irgendwem. Sicherlich weis ich, dass sich daran nie etwas aendern wird. Im Herzen seid ihr meine Eltern, aber im Kopf Mah seid ihr es nicht. Ihr und ich wissen, dass meine richtigen Eltern irgendwo sind und es interessiert mich auch nicht so wirklich wer sie sind. Der Gedanke dass ich als deine Herztochter dir nie das geben kann was ein richtiges Kind dir geben wird, tut halt einfach weh. Ich liebe euch beide wie Eltern, aber dennoch bin ich vom Wesen, vom Blut und von vielen anderen Dingen halt nicht euer Kind.

Tief holte sie Luft und sprach leiser weiter

Ich will euch nicht verlassen, dennoch werde ich euch zu jedem Vollmond verlassen. Ich weis bis ein Welpe geworfen wird, dauert bei den Menschen neun Monate, das sind im Grunde nur neun volle Monde, also nur neun Tage im Jahr um irgendwas kontrollieren lernen zu können, dass ist zu wenig. Vielleicht werde ich es irgendwann alleine lernen Mah, vielleicht auch nicht. Clarissa hat gesagt, der gute Wolf bevorzugt das Fleisch, der boese das Blut. Du weist, ich bevorzuge das Fleisch, aber ich will nicht riskieren, das irgendwann irgendwas passiert, gerade dann wenn Falk nicht da ist um vielleicht irgendwas zu verhindern. Falk ist jetzt auch nicht da, obwohl ich ihn brauch, er weis nichtmal was von dem Welpen. Es wird still im Clan. Ich hab keinen Lehrer mehr, folglich kann ich über das Kämpfen nicht viel mehr lernen und das was ich weis reicht nicht aus um die Dinge zu besorgen, die sonst Isgar und Hogarth besorgt haben und Laila. Wenn der Welpe da ist, wird Falk keine Zeit haben kämpfen zu gehen und er wird es auch vorher nicht tun, sobald bei dir irgendwas erkenntlich ist von dem Welpen da bei dir drin.


Langsam endete sie und schaute zu Cailly, auf die Antwort wartend.
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