Unerwartete (Zu)Flucht
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Charlotta Rennar
Unerwartete (Zu)Flucht
Noch lange lag die Frau an diesem Abend mit offenen Augen auf den auf den, auf dem Boden ausgelegten Fellen. Was für ein Tag, mit nichts weiter als einer alten verwitterten Karte im Gepäck war sie nach Lameriast gekommen und nun lag sie in einem Haus in einem Lager voller Weiber, mitten in einem Kriegsgebiet.
Wäre sie besser vorbereitet gewesen, die Oger hätten sie nicht so leicht eingekesselt. Wäre sie besser vorbereitet gewesen, sie hätte den Schwestern bestimmt etwas vormachen können. Aber so wurde sie überrumpelt, erst von Ogern und Orks, dann von einer Bande blutrünstiger Weiber, welche die Viecher abschlachteten und sie mit in ihr Lager nahmen. Und dann von einer fast unheimlichen Herzlichkeit mit der sie dort aufgenommen wurde.
Hier war es so ganz anders als in Varuna, in Varuna konnte man alles kaufen, nur das was ein Mensch wie Charlotta wirklich suchte, lag fern von dem was ihr erreichbar war. Zu viele und zu schwere Enttäuschungen hatte sie hinnehmen müssen in einer Stadt, welcher von sich selbst behauptete rein zu sein. Zwar hatte sie einige Freunde gefunden, doch die Missachtung die man ihr Teilweise entgegenbrachte und die schlechten Erlebnisse, welche sie mittlerweile mit der Stadt verband festigten ihren Entschluss Sie würde hierbleiben, sie würde den Schwestern nichts vormachen, sie würde sie nicht enttäuschen. Doch erst galt es noch einige Dinge ins Lot zu bringen. Sie hockte sich im Schneidersitz auf die Felle, zertrennte die alte, verwitterte Karte in der Mitte und fing an beide Hälften zu beschreiben. Danach verliess sie auf leisen Sohlen das Lager der Schwestern mit festem Vorsatz sich nicht von den Wachen bemerken zu lassen und vor Sonnenaufgang zurück zu sein.
Vorsichtig schlich sie durch das Lager, kletterte auf die Palisade und sprang dort hinab. Mit grösster Sorgfalt durchquerte sie den Belagerungsring der orkischen Horden Richtung Hafen und liess sich mit der Fähre Nach Berchgard und von dort nach Varuna bringen, streng darauf bedacht in kein bekanntes Gesicht blicken zu müssen.
In Varuna hastete sie erst zu Alindras Wohnung und warf ihr eine beschriebene Pergamentrolle, an welcher 2 Schlüssel mit einem Lederband festgebunden waren, in den Briefkasten. Danach flüchtete sie sich in ihr Haus und begann eiligst in der Tiefe der Nacht die paar Habseligkeiten zusammen zupacken, welche ihr noch am Herzen lagen. Auf dem Rückweg nach Berchgard machte sie noch einen kurzen Halt vor dem Anwesen derer von Stolzenfels und warf dort die andere beschriebene Hälfte des Pergaments in den Briefkasten.
Danach liess sie sich zurück nach Lameriast bringen und bei Morgengrauen erreichte sie erneut das Lager der Gefährtinnen und ein erneuter Angriff der Orks ermöglichte es ihr ungesehen zurück ins Lager zu schleichen und sich nun doch noch ein wenig Ruhe zu gönnen
Wäre sie besser vorbereitet gewesen, die Oger hätten sie nicht so leicht eingekesselt. Wäre sie besser vorbereitet gewesen, sie hätte den Schwestern bestimmt etwas vormachen können. Aber so wurde sie überrumpelt, erst von Ogern und Orks, dann von einer Bande blutrünstiger Weiber, welche die Viecher abschlachteten und sie mit in ihr Lager nahmen. Und dann von einer fast unheimlichen Herzlichkeit mit der sie dort aufgenommen wurde.
Hier war es so ganz anders als in Varuna, in Varuna konnte man alles kaufen, nur das was ein Mensch wie Charlotta wirklich suchte, lag fern von dem was ihr erreichbar war. Zu viele und zu schwere Enttäuschungen hatte sie hinnehmen müssen in einer Stadt, welcher von sich selbst behauptete rein zu sein. Zwar hatte sie einige Freunde gefunden, doch die Missachtung die man ihr Teilweise entgegenbrachte und die schlechten Erlebnisse, welche sie mittlerweile mit der Stadt verband festigten ihren Entschluss Sie würde hierbleiben, sie würde den Schwestern nichts vormachen, sie würde sie nicht enttäuschen. Doch erst galt es noch einige Dinge ins Lot zu bringen. Sie hockte sich im Schneidersitz auf die Felle, zertrennte die alte, verwitterte Karte in der Mitte und fing an beide Hälften zu beschreiben. Danach verliess sie auf leisen Sohlen das Lager der Schwestern mit festem Vorsatz sich nicht von den Wachen bemerken zu lassen und vor Sonnenaufgang zurück zu sein.
Vorsichtig schlich sie durch das Lager, kletterte auf die Palisade und sprang dort hinab. Mit grösster Sorgfalt durchquerte sie den Belagerungsring der orkischen Horden Richtung Hafen und liess sich mit der Fähre Nach Berchgard und von dort nach Varuna bringen, streng darauf bedacht in kein bekanntes Gesicht blicken zu müssen.
In Varuna hastete sie erst zu Alindras Wohnung und warf ihr eine beschriebene Pergamentrolle, an welcher 2 Schlüssel mit einem Lederband festgebunden waren, in den Briefkasten. Danach flüchtete sie sich in ihr Haus und begann eiligst in der Tiefe der Nacht die paar Habseligkeiten zusammen zupacken, welche ihr noch am Herzen lagen. Auf dem Rückweg nach Berchgard machte sie noch einen kurzen Halt vor dem Anwesen derer von Stolzenfels und warf dort die andere beschriebene Hälfte des Pergaments in den Briefkasten.
Danach liess sie sich zurück nach Lameriast bringen und bei Morgengrauen erreichte sie erneut das Lager der Gefährtinnen und ein erneuter Angriff der Orks ermöglichte es ihr ungesehen zurück ins Lager zu schleichen und sich nun doch noch ein wenig Ruhe zu gönnen
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Charlotta Rennar
Iergentwie bekamen ihr diese nächtlichen Ausflüge mit zunehmendem Alter immer weniger, vor 10 Jahren war es noch ein leichtes für sie gewesen eine ganze Nacht umherzustreunen, doch diese Zeiten, so scheint es ihr sind mittlerweile vorbei.
So fiel sie wie ein Sack Steine in die Felle und versank in einem unruhigen Schlaf. Es war vollbracht, alles was sie je hatte, hatte sie zurückgelassen, in der Hoffnung jemand anderer wäre damit glücklicher als sie es je sein würde. Erst am späten Nachmittag schaffte es Xinthra sie schliesslich mit List und Tücke aus den Fellen zu scheuchen, zwar war sie einigermassen ausgeruht, aber wirklich wohl in ihrer Haut fühlte sie sich nicht. Als ob die Horde Orks vor den Wällen ihr nicht schon ein ausreichend mulmiges Gefühl beschert hätten, zu allem überfluss kamen dann auch noch die Tiefländer.
Es waren grosse, prachtvolle Männer, ohne Zweifel schön anzusehen, doch die hünenhafte und wilde Erscheinung bekamen Charlotta ganz und gar nicht. Ein seltsam beklemmendes Gefühl ergriff ihr Herz in der Nähe dieser "Menschen" oder waren es Bestien?
Mit Menschen wusste sie ja umzugehen, ihnen etwas vorzugaukeln, sie an der Nase herumzuführen, sie das glauben zu lassen, was sie sie glauben lassen wollte, schliesslich war es das, womit sie viele Jahre lang ihr Geld verdiente und auch in Varuna ward es nicht anders.
Sekretärin des Rates von Varuna, schön hatte es sich damals angehört, eine ruhige Position, wo sie Schreiben konnte, was sie immer gerne tat, wo sie nicht auf ihre anderen Fähigkeiten angewiesen war. Doch wie jäh hatte sie sich getäuscht. In den Hallen des Rates haftete der Gestank von Intrige und Verrat an jedem Ziegelstein und wer sich nicht in Acht nahm geriet unaufhaltsam in den Sog. Sie spielte sie nur ihre Rolle, legte sich eine Maske aus Erhabenheit und Arroganz zu, die einzige Möglichkeit in jenem Umfeld nicht im Sumpf der Intrige unterzugehen.
Bestimmt wollte sie den Tiefländer nicht verletzen, doch hier in dieser Umgebung war alles anders, offensichtlicher aber auch gefährlicher. Auch ohne weiteres Zutun arbeiteten ihre Instinkte hier auf Hochbetrieb. Längst noch nicht hatte sie sich an den Gedanken gewöhnt, da wäre jemand der ihr helfen würde, stets war sie nur auf sich allein gestellt. Zu neu war das alles, zu Ungewohnt.
So fiel sie wie ein Sack Steine in die Felle und versank in einem unruhigen Schlaf. Es war vollbracht, alles was sie je hatte, hatte sie zurückgelassen, in der Hoffnung jemand anderer wäre damit glücklicher als sie es je sein würde. Erst am späten Nachmittag schaffte es Xinthra sie schliesslich mit List und Tücke aus den Fellen zu scheuchen, zwar war sie einigermassen ausgeruht, aber wirklich wohl in ihrer Haut fühlte sie sich nicht. Als ob die Horde Orks vor den Wällen ihr nicht schon ein ausreichend mulmiges Gefühl beschert hätten, zu allem überfluss kamen dann auch noch die Tiefländer.
Es waren grosse, prachtvolle Männer, ohne Zweifel schön anzusehen, doch die hünenhafte und wilde Erscheinung bekamen Charlotta ganz und gar nicht. Ein seltsam beklemmendes Gefühl ergriff ihr Herz in der Nähe dieser "Menschen" oder waren es Bestien?
Mit Menschen wusste sie ja umzugehen, ihnen etwas vorzugaukeln, sie an der Nase herumzuführen, sie das glauben zu lassen, was sie sie glauben lassen wollte, schliesslich war es das, womit sie viele Jahre lang ihr Geld verdiente und auch in Varuna ward es nicht anders.
Sekretärin des Rates von Varuna, schön hatte es sich damals angehört, eine ruhige Position, wo sie Schreiben konnte, was sie immer gerne tat, wo sie nicht auf ihre anderen Fähigkeiten angewiesen war. Doch wie jäh hatte sie sich getäuscht. In den Hallen des Rates haftete der Gestank von Intrige und Verrat an jedem Ziegelstein und wer sich nicht in Acht nahm geriet unaufhaltsam in den Sog. Sie spielte sie nur ihre Rolle, legte sich eine Maske aus Erhabenheit und Arroganz zu, die einzige Möglichkeit in jenem Umfeld nicht im Sumpf der Intrige unterzugehen.
Bestimmt wollte sie den Tiefländer nicht verletzen, doch hier in dieser Umgebung war alles anders, offensichtlicher aber auch gefährlicher. Auch ohne weiteres Zutun arbeiteten ihre Instinkte hier auf Hochbetrieb. Längst noch nicht hatte sie sich an den Gedanken gewöhnt, da wäre jemand der ihr helfen würde, stets war sie nur auf sich allein gestellt. Zu neu war das alles, zu Ungewohnt.
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Charlotta Rennar
Misstrauisch fiel ihr Blick auf den auf sie zukommenden Tiefländer, doch mit jedem schritt den sie zurückwich kam er ihr um 2 Schritte näher, Adrenalin schoss durch den ausgemergelten Körper, sie wollte nurnoch wozu sie am besten in der Lage war, wollte nurnoch das tun was sie immer wieder getan hat, fliehen!
Fliehen.. erst vor der Obrigkeit, dann vor ihrer Vergangenheit, schliesslich vor ihren Gefühlen und sich selbst. Zusammengekauert wie ein in die Ecke gedrängtes, wildes Tier sass sie da und selbst als der Tiefländer sich von ihr abwandte und den Talisman im Gras liegen liess, dauerte es noch eine Weile bis sie schliesslich hervorgekrochen kam und sich das Ding genauer ansah.
Hier war wirklich alles anders, hier wurde man nicht respektiert, jedenfalls nicht wie in Varuna, wo Respekt nur eine leere Floskel war hinter der man seine wirklichen Gedanken verschleierte und seine eigene Schwäche verbarg. Hier wurde man gemocht, ein Gefühl das ihr bisher nicht viele Menschen entgegengebracht hatten und womit sie immer noch nicht wirklich umzugehen vermochte, denn so, wie sie auch so vielen Menschen in all den Jahren etwas vorgemacht hatte, so schwelte auch in ihr die Angst, man würde ihr genauso etwas vormachen.
Hastig hob sie den Wolfspfotenglücksbringer des Tiefländers auf und huschte zurück in die Hütte wo sie sich aus den Kleidern pellte und unter eine Lage Felle schlüpfte, die Wolfspfote an die nackte Haut gedrückt, als hätte man ihr ein Stück vom Paradies geschenkt.
Fliehen.. erst vor der Obrigkeit, dann vor ihrer Vergangenheit, schliesslich vor ihren Gefühlen und sich selbst. Zusammengekauert wie ein in die Ecke gedrängtes, wildes Tier sass sie da und selbst als der Tiefländer sich von ihr abwandte und den Talisman im Gras liegen liess, dauerte es noch eine Weile bis sie schliesslich hervorgekrochen kam und sich das Ding genauer ansah.
Hier war wirklich alles anders, hier wurde man nicht respektiert, jedenfalls nicht wie in Varuna, wo Respekt nur eine leere Floskel war hinter der man seine wirklichen Gedanken verschleierte und seine eigene Schwäche verbarg. Hier wurde man gemocht, ein Gefühl das ihr bisher nicht viele Menschen entgegengebracht hatten und womit sie immer noch nicht wirklich umzugehen vermochte, denn so, wie sie auch so vielen Menschen in all den Jahren etwas vorgemacht hatte, so schwelte auch in ihr die Angst, man würde ihr genauso etwas vormachen.
Hastig hob sie den Wolfspfotenglücksbringer des Tiefländers auf und huschte zurück in die Hütte wo sie sich aus den Kleidern pellte und unter eine Lage Felle schlüpfte, die Wolfspfote an die nackte Haut gedrückt, als hätte man ihr ein Stück vom Paradies geschenkt.
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Charlotta Rennar
Durchweg ausgeruhter erwachte sie am nächsten Morgen, den Talisman des Tiefländers immer noch fest umklammert. Trotz der ständigen Gefahr eines Angriffs hatte sie erstaunlicherweise geschlafen wie ein Stein, was schon unter normalen Umständen für Charlotta eine Seltenheit war. Schon seit Ewigkeiten hatte sie nicht mehr so tief geschlafen und sie genoss das Gefühl der Ruhe und Geborgenheit. Selbst die meterdicken Mauern Varunas waren nicht imstande ihr ein Gefühl der Sicherheit zu geben, wie sie es hier, in dieser Baracke aus Holz, umgeben von plündernden Orkhorden, verspürte.
(später am Abend)
Ruhig sass sie am Feuer und blickte in das Gesicht der jungen Mannes, er konnte knapp mal die Hälte ihrer Lebensjahre aufbringen, dennoch hatte er den Mut, sich durch den Belagerungsring der Orks zu schlagen um die Schwestern zu besuchen. charlotta wusste nicht ob sie ihn dafür bewundern sollte oder ob sie ihn lieber einen Narren schelten sollte.
Ideale? Er sprach von Idealen.. Sicher, als Charlotta noch so jung war, hatte sie auch ihre Ideale und Träume, aber jene gingen im Laufe der Jahre verloren, wurden zerstört und verbrannt und alles was zurückblieb war die Asche, welche sie selbst war, ausgebrannt und vom Wind davongetragen. Mit nur einem Wort brachte er es fertig die ganzen Enttäuschungen ihres Lebens wieder zurück in ihr Gedächtniss zu holen.
Für sie war das Leben nicht weiter mehr als ein Haufen Asche, ein Haufen Scherben aus denen sie immer wieder verzweifelt versuchte wieder etwas zusammenzusetzen, verärgert liess sie den Jungen sitzen. Sie ärgerte sich nicht über den Jungen, nur über sich selbst, über ihre Unfähigkeit etwas im Leben zu erreichen, etwas womit sie zufrieden war, etwas, worauf sie Stolz sein konnte, etwas, was nicht auf Lug und Betrug beruhte.
Noch lange unterhielt Charlotta sich mit Xinthra, es war schwer für sie das alles zu verkraften, sie war keine Kämpferin, sie war keine Handwerkerin, sie war schlichtweg nutzlos, eine Bürde für die Gemeinschaft. Aber zurück nach Varuna? Dort wo es nichts für sie gab ausser Lügen und Intrigen? Iergentwie hatte die Kriegerin es geschafft Charlottas Ehrgeiz zu wecken und wenn der Preis dafür, bei den Schwestern zu bleiben, jener war, zu lernen zu kämpfen, dann würde sie diesen Preis zahlen und selbst mit dem Dolch in der Hand zu sterben, auch jenen Preis würde sie bezahlen, für all das was man ihr hier entgegenbrachte, all das was sie ihr Leben lang vergebens suchte, all das was sie hier endlich gefunden hatte.
(später am Abend)
Ruhig sass sie am Feuer und blickte in das Gesicht der jungen Mannes, er konnte knapp mal die Hälte ihrer Lebensjahre aufbringen, dennoch hatte er den Mut, sich durch den Belagerungsring der Orks zu schlagen um die Schwestern zu besuchen. charlotta wusste nicht ob sie ihn dafür bewundern sollte oder ob sie ihn lieber einen Narren schelten sollte.
Ideale? Er sprach von Idealen.. Sicher, als Charlotta noch so jung war, hatte sie auch ihre Ideale und Träume, aber jene gingen im Laufe der Jahre verloren, wurden zerstört und verbrannt und alles was zurückblieb war die Asche, welche sie selbst war, ausgebrannt und vom Wind davongetragen. Mit nur einem Wort brachte er es fertig die ganzen Enttäuschungen ihres Lebens wieder zurück in ihr Gedächtniss zu holen.
Für sie war das Leben nicht weiter mehr als ein Haufen Asche, ein Haufen Scherben aus denen sie immer wieder verzweifelt versuchte wieder etwas zusammenzusetzen, verärgert liess sie den Jungen sitzen. Sie ärgerte sich nicht über den Jungen, nur über sich selbst, über ihre Unfähigkeit etwas im Leben zu erreichen, etwas womit sie zufrieden war, etwas, worauf sie Stolz sein konnte, etwas, was nicht auf Lug und Betrug beruhte.
Noch lange unterhielt Charlotta sich mit Xinthra, es war schwer für sie das alles zu verkraften, sie war keine Kämpferin, sie war keine Handwerkerin, sie war schlichtweg nutzlos, eine Bürde für die Gemeinschaft. Aber zurück nach Varuna? Dort wo es nichts für sie gab ausser Lügen und Intrigen? Iergentwie hatte die Kriegerin es geschafft Charlottas Ehrgeiz zu wecken und wenn der Preis dafür, bei den Schwestern zu bleiben, jener war, zu lernen zu kämpfen, dann würde sie diesen Preis zahlen und selbst mit dem Dolch in der Hand zu sterben, auch jenen Preis würde sie bezahlen, für all das was man ihr hier entgegenbrachte, all das was sie ihr Leben lang vergebens suchte, all das was sie hier endlich gefunden hatte.
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Charlotta Rennar
Mit der Vergangenheit abschliessen, hört sich so einfach an... Und für einen Unbeteiligten mag es so wirken als hätte Charlotta es schon längst getan, doch innerlich nagte es schwer an ihr. Es war nicht leicht alles über Bord zu werfen und was neues anzufangen, es war nicht leicht all diese Erinnerungen zu verdrängen.
Nein In Varuna würde sie nicht mehr glücklich werde, alleine schon aus dem Grund, weil sie nicht sein konnte, nicht sein durfte, was sie war. Wäre das ans Tageslicht gelangt, man hätte sie ohnehin aus dem Dienst entlassen. Eine Frau die nicht nur Männer liebt, eine Ungeheuerlichkeit, eine Abscheulichkeit, eine Totsünde... Sie wusste nur zu gut, wie die hohen Herren in Varuna darüber dachten. Nein, hier war sie besser aufgehoben, hier wurde sie gemocht, mit ihren Fehlern und ihren Schwächen.
Seufzend fädelte sie die Wolfspfote in einen Eisenring, welchen sie durch das dicke Leder des Brustpanzers gezogen hatte und bog den Ring zu. Wenn sie wirklich nur der Welpe war.. dann würde sie den Glücksbringer noch brauchen. Jedenfalls hatte sie sich entschlossen, das Geschenk des Tiefländers in Ehren zu halten.
Sie schlüpfte in den Brustharnisch, der Talisman baumelte nun über ihrer rechten Brust, und zurrte die Riemen fest, es würde bestimmt nicht mehr lange dauern bis der Tanz beginnen würde....
Nein In Varuna würde sie nicht mehr glücklich werde, alleine schon aus dem Grund, weil sie nicht sein konnte, nicht sein durfte, was sie war. Wäre das ans Tageslicht gelangt, man hätte sie ohnehin aus dem Dienst entlassen. Eine Frau die nicht nur Männer liebt, eine Ungeheuerlichkeit, eine Abscheulichkeit, eine Totsünde... Sie wusste nur zu gut, wie die hohen Herren in Varuna darüber dachten. Nein, hier war sie besser aufgehoben, hier wurde sie gemocht, mit ihren Fehlern und ihren Schwächen.
Seufzend fädelte sie die Wolfspfote in einen Eisenring, welchen sie durch das dicke Leder des Brustpanzers gezogen hatte und bog den Ring zu. Wenn sie wirklich nur der Welpe war.. dann würde sie den Glücksbringer noch brauchen. Jedenfalls hatte sie sich entschlossen, das Geschenk des Tiefländers in Ehren zu halten.
Sie schlüpfte in den Brustharnisch, der Talisman baumelte nun über ihrer rechten Brust, und zurrte die Riemen fest, es würde bestimmt nicht mehr lange dauern bis der Tanz beginnen würde....
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Charlotta Rennar
Rauh fühlte sich das Leder der Maske auf der Haut ihres Gesichts an, behinderte sie beim Atmen, aber schenkte ihr Sicherheit. Eine vermeintliche Sicherheit, aber für sie Notwendig hier draussen.
Kämpfen hiess töten, Charlotta hatte bisher weder das eine noch das andere gelernt. Gewiss hatte sie schon mehrere Handgreiflichkeiten, aber noch nie musste sie jemanden ernsthaft verletzen. Doch hier hiess töten überleben, sie würde es lernen müssen, das war sie ihrer Familie schuldig.
Noch immer konnte sie kaum fassen, dass sie innerhalb nur weniger Tage nicht nur einen Platz gefunden hatte an dem man sie gern sah. Man hatte sie in ihre Mitte aufgenommen, als eine der Ihren. Schuldgefühle... nicht oft in ihrem Leben hatte sie welche, aber diesmal war sie etwas schuldig...
Sie kauerte sich in den Schatten des Gebüchs, das Grunzen der Orks war gut zu vernehmen und zum Glück dämpfte die Maske den fürchterlichen Gestank den sie ausbreiteten. Ein Rascheln im Gebüsch liess sie zusammenzucken und sie drehte den Kopf zur Seite, so sah sie wie Tajara herangeschlichen kam. Seelenruhig liess sie sich neben Charlotta im Gebüsch nieder, lud die Armbrust, schenkte ihr ein kurzes Lächeln und legte an. Fast unheimlich mit welcher eiskalter Präzision die Frau ihre Bolzen ins Ziel lenkte.
Charlotta hatte noch viel zu tun und viel zu lernen... aber wollte sie das auch? Kämpfen, töten, schnüffeln... was wollte man hier aus ihr machen? Was wollte sie aus sich machen? Immer wieder versteckte sie sich hinter einer Maske, einer Maske aus Lügen, einer Maske aus Feigheit oder sei es auch nur eine Maske aus Leder. Die Schwestern kannten ihre Schwäche und hatten sie akzeptiert. Charlotta kannte sie auch und hatte sich längst damit abgefunden, doch hier... war alles anders... und langsam begann dieses Gefühl sich auch in ihr Auszubreiten... auch sie wurde... anders...
Kämpfen hiess töten, Charlotta hatte bisher weder das eine noch das andere gelernt. Gewiss hatte sie schon mehrere Handgreiflichkeiten, aber noch nie musste sie jemanden ernsthaft verletzen. Doch hier hiess töten überleben, sie würde es lernen müssen, das war sie ihrer Familie schuldig.
Noch immer konnte sie kaum fassen, dass sie innerhalb nur weniger Tage nicht nur einen Platz gefunden hatte an dem man sie gern sah. Man hatte sie in ihre Mitte aufgenommen, als eine der Ihren. Schuldgefühle... nicht oft in ihrem Leben hatte sie welche, aber diesmal war sie etwas schuldig...
Sie kauerte sich in den Schatten des Gebüchs, das Grunzen der Orks war gut zu vernehmen und zum Glück dämpfte die Maske den fürchterlichen Gestank den sie ausbreiteten. Ein Rascheln im Gebüsch liess sie zusammenzucken und sie drehte den Kopf zur Seite, so sah sie wie Tajara herangeschlichen kam. Seelenruhig liess sie sich neben Charlotta im Gebüsch nieder, lud die Armbrust, schenkte ihr ein kurzes Lächeln und legte an. Fast unheimlich mit welcher eiskalter Präzision die Frau ihre Bolzen ins Ziel lenkte.
Charlotta hatte noch viel zu tun und viel zu lernen... aber wollte sie das auch? Kämpfen, töten, schnüffeln... was wollte man hier aus ihr machen? Was wollte sie aus sich machen? Immer wieder versteckte sie sich hinter einer Maske, einer Maske aus Lügen, einer Maske aus Feigheit oder sei es auch nur eine Maske aus Leder. Die Schwestern kannten ihre Schwäche und hatten sie akzeptiert. Charlotta kannte sie auch und hatte sich längst damit abgefunden, doch hier... war alles anders... und langsam begann dieses Gefühl sich auch in ihr Auszubreiten... auch sie wurde... anders...
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Charlotta Rennar
Neuer Tag.. aber neues Glück? Zu ruhig war die Lage, iergentwas stimmte nicht. Man kann Charlotta ruhig einen Feigling nennen, aber wenn ihr Instinkt ihr sagte, da wäre was im Gebüsch, dann war dem auch so. Unruhig schlich sie durchs Lager und schaute nach ihren Schwestern.
(später am Abend)
Es war so seit, die Schwestern wollten aufbrechen, sich zur Taverne durchschlagen. Mit Mühe und Not konnte Charlotta den Brechreiz unterdrücken, den der Gedanke an einen offenen Kampf in ihr hervorrief. Sie war keine Kämpferin, sie konnte zur Not jemanden aus dem Hinterhalt niederschlagen, sollte es wirklich von Nöten sein ihm vieleicht auch den Dolch zwischen die Rippen jagen, aber auf offenem Gelände, wäre das mehr als nur nutzlos.
Aber hierbleiben? Alleine? Sie ist vieleicht ein Feigling, doch wollte sie ihre Schwestern nicht im Stich lassen, oder sie wollte nur selber nicht im Stich gelassen werden. So brachen sie auf und stürzten sich in die Reihen der Trolle und Oger. In einem Moment der Unachtsamkeit in dem sie an einem der Zweiköpfe vorbeischleichen wollte, traf etwas hartes sie an der Seite und warf sie zu Boden. Es hat sich wohl bewahrheitet dass vier Augen mehr sehen als nur zwei und so hatte der Riese sie mit einem Keulenhieb in den Staub geschickt.
Schon preschte Ronya heran und streckte den Zweikopf mit einigen mächtigen Schwerthieben nieder und mühsam rappelte die Frau sich wieder auf die Beine. Kaum hatten sie einen Augeblick zum Ausruhen, Charlottas Kräfte waren schon am Rande der Erschöpfung, machte auch schon die Kunde, dass ihr Lager brennen würde die Runde.
Angestachelt von der Anführerin gingen sie jedoch weiter und schliesslich war auch das Ziel in Sicht. Unbemerkt huschte sie in die Taverne und schaute sich mit Tajara und Xinthra um, doch nichts weiter als eine blutverschmierte Leiche war zu finden. Charlotta durchsuchte den Leichnahm nach etwas verwertbarem, doch nichts ausser einem unleserlichen Zettel, für den sie ihre Hände mit Blut befleckte.
(später am Abend)
Es war so seit, die Schwestern wollten aufbrechen, sich zur Taverne durchschlagen. Mit Mühe und Not konnte Charlotta den Brechreiz unterdrücken, den der Gedanke an einen offenen Kampf in ihr hervorrief. Sie war keine Kämpferin, sie konnte zur Not jemanden aus dem Hinterhalt niederschlagen, sollte es wirklich von Nöten sein ihm vieleicht auch den Dolch zwischen die Rippen jagen, aber auf offenem Gelände, wäre das mehr als nur nutzlos.
Aber hierbleiben? Alleine? Sie ist vieleicht ein Feigling, doch wollte sie ihre Schwestern nicht im Stich lassen, oder sie wollte nur selber nicht im Stich gelassen werden. So brachen sie auf und stürzten sich in die Reihen der Trolle und Oger. In einem Moment der Unachtsamkeit in dem sie an einem der Zweiköpfe vorbeischleichen wollte, traf etwas hartes sie an der Seite und warf sie zu Boden. Es hat sich wohl bewahrheitet dass vier Augen mehr sehen als nur zwei und so hatte der Riese sie mit einem Keulenhieb in den Staub geschickt.
Schon preschte Ronya heran und streckte den Zweikopf mit einigen mächtigen Schwerthieben nieder und mühsam rappelte die Frau sich wieder auf die Beine. Kaum hatten sie einen Augeblick zum Ausruhen, Charlottas Kräfte waren schon am Rande der Erschöpfung, machte auch schon die Kunde, dass ihr Lager brennen würde die Runde.
Angestachelt von der Anführerin gingen sie jedoch weiter und schliesslich war auch das Ziel in Sicht. Unbemerkt huschte sie in die Taverne und schaute sich mit Tajara und Xinthra um, doch nichts weiter als eine blutverschmierte Leiche war zu finden. Charlotta durchsuchte den Leichnahm nach etwas verwertbarem, doch nichts ausser einem unleserlichen Zettel, für den sie ihre Hände mit Blut befleckte.
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Charlotta Rennar
Ungläubig trat Charlotta aus der Taverne, das Lager verloren, der Wirt tot, alles umsonst. Ungläubig schaute sie zu dem Drachen hoch. Verwirrt schnappe sie die Worte eines Mannes auf. Alles nur für ein paar verdammte Kirchenfenster? Erschöpft gesellte sie sich zu ihren Schwestern. Wirres Zeug wurde geredet, Tajara als Opfer? Was für ein Unsinn... Sie war eine gute Kämpferin und nützlich für die Gemeinschaft. Fuchs, der Frau und Kind hatte? Haben un alle den Verstand verloren?
Es war gewiss nicht in einem Anflug von Mut als Charlotta vortrat, es war das logischste, was ihre Verzweiflung ihr darbrachte. Sie war nutzlos, schwach und hatte niemanden der sich um sie Kümmern würde, ausser ihre Schwestern, was also würde näher liegen. Aber nichtmal das gönnte man ihr, nichtmal dafür war sie zu gebrauchen. Enttäuscht und unendlich müde trat sie zurück und sackte schliesslich neben einem Krieger am Ende aller Kräfte in die Knie.
Es war gewiss nicht in einem Anflug von Mut als Charlotta vortrat, es war das logischste, was ihre Verzweiflung ihr darbrachte. Sie war nutzlos, schwach und hatte niemanden der sich um sie Kümmern würde, ausser ihre Schwestern, was also würde näher liegen. Aber nichtmal das gönnte man ihr, nichtmal dafür war sie zu gebrauchen. Enttäuscht und unendlich müde trat sie zurück und sackte schliesslich neben einem Krieger am Ende aller Kräfte in die Knie.
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Charlotta Rennar
Als sie die Augen aufschlug, fand sie sich im kalten Schatten eines Hofbaumes wieder. Sie erkannte das Gehöft der Gefährtinnen und aus der Hütte drang leises Murmeln und Geschnarche.
Sie setzte an aufzustehen doch schmerzende Glieder rieten ihr davon ab, so blieb sie eine Weile sitzen und beobachtete den Sonnenaufgang, in der Ferne immer noch die Rauchschwaden des mittlerweile komplett abgebrannten Lagers. Sie zog einen blanken Dolch aus der Scheide welche um ihren Oberschenkel geschnallt war.
Und wieder hatte sie an einem Abend alles verloren, sie dachte an damals, als ihr Mann sie nach dreizehn Jahren alleine sitzen liess mit nichts weiter als den Kleidern am Leib. Doch diesmal war es anders, diesmal stand sie nicht alleine da. Aber Tajara war weg, daran erinnerte sie sich. Erneut schlug die Verzweiflung auf sie ein wie ein wütender Schmied mit seinem Hammer. Darunter mischte sich Wut, Wut auf den Bergherrn, Wut auf jene, welche sie zu dem machten, was sie war, Wut auf sich selbst weil sie unfähig war, daran etwas zu ändern.
Sie rammte das ellenlange Wurfgeschoss in den feuchten Boden, lehnte sich wieder zurück und schloss die Augen.
Sie setzte an aufzustehen doch schmerzende Glieder rieten ihr davon ab, so blieb sie eine Weile sitzen und beobachtete den Sonnenaufgang, in der Ferne immer noch die Rauchschwaden des mittlerweile komplett abgebrannten Lagers. Sie zog einen blanken Dolch aus der Scheide welche um ihren Oberschenkel geschnallt war.
Und wieder hatte sie an einem Abend alles verloren, sie dachte an damals, als ihr Mann sie nach dreizehn Jahren alleine sitzen liess mit nichts weiter als den Kleidern am Leib. Doch diesmal war es anders, diesmal stand sie nicht alleine da. Aber Tajara war weg, daran erinnerte sie sich. Erneut schlug die Verzweiflung auf sie ein wie ein wütender Schmied mit seinem Hammer. Darunter mischte sich Wut, Wut auf den Bergherrn, Wut auf jene, welche sie zu dem machten, was sie war, Wut auf sich selbst weil sie unfähig war, daran etwas zu ändern.
Sie rammte das ellenlange Wurfgeschoss in den feuchten Boden, lehnte sich wieder zurück und schloss die Augen.
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Charlotta Rennar
Gründlich hatten sie die Taverne durchwühlt, doch ausser den verfaulenden Überresten eines ehemaligen Wirtsmannes war nichts weiter vorzufinden. Nun sass sie da..
Tajara und Xinthra würden bald aufbrechen um diese gottverlassene Insel zu suchen und sie... sie würde zurückbleiben. Sie wäre eh keine Hilfe...
Verdammt nochmal, hat sie denn in ihrem verfluchten Leben nichts gelernt... Sie hatte gelernt.. und wie sie es gelernt hatte.
Sie hatte gelernt andere menschen zu belügen und zu betrügen, zuerst aus dem Glauben heraus, iergentwann ihre Träume in Erfüllung gehen zu sehen. Schöne Träume hatte ihr Gefährte ihr damals in den Kopf gesetzt und blind war sie ihm gefolgt. Später nur noch, weil es das einzige war, was sie wirklich beherrschte.
Sie hatte gelernt wegzulaufen, immer wieder aufs neue, wenn die Garde ihnen auf die Schliche kam und sie in die nächste Stadt fliehen mussten.
Sie hatte gelernt unauffällig zu sein, gerade dann, wenn jemand nach ihr suchte.
Als ihr Gefährte sie schliesslich nach mehr als zwölf Jahren mit nichts weiter als den Kleidern am Leib sitzen liess, hätte sie auch lernen sollen, sparsam im Vertrauen zu sein.
Und nun sass sie da... vertraute den Gefährtinnen, vertraute darauf dass sie sie nicht auch nur ausnutzen würden, vertraute darauf, dass sie endlich einen Platz gefunden hatte, wo sie willkommen war, vertraute darauf, dass auch endlich jemand ihr vertraute.
Auch wenn es in Varuna immer noch Leute gab, denen sie Vertrauen schenkte, ihr Glaube an die Rechtschaffenheit des Reiches war zerstört. Brauchte sie denn einen Glauben? Braucht ein Mensch in seinem Leben etwas an das er glaubt? In dem Moment in dem man aufhört zu träumen, in dem Moment an dem man nichts mehr hat, an das man festhalten kann, in dem Moment ist man gestorben. sie glaubte daran dass ihre Schwestern für sie da sein würden und so wollte sie für ihre Schwestern da sein.
Ihr war bewusst dass sie Tajara und Xinthra nicht begleiten konnte, sie war schlichtweg nicht bereit für ein solches Unternehmen. Aber untätig herumsitzen? Sie würde sich einige Heuballen zusammenlegen und diese als improvisierte Zielscheibe nutzen. Wie man einen Bogen hällt wusste sie ja, was aber noch längst nicht bedeutet dass sie wusste wie man zielt. Was man mit einem Messer alles anstellen kann wusste sie zwar und auch das Werfen war für sie kein unbekanntes Land, aber zum Kämpfen brauchte man Schwerter und vieleicht würde ihr eine ihrer Schwestern ja zeigen, was man mit einem Schwert alles anstellen kann.
Sie schaute an sich herab und war schliesslich der Meinung das wäre ein guter Anfang, die frische Luft der Insel und die Aufregungen der letzten Tage und vieleicht sogar die lieb gemeinten Sticheleien ihrer Schwestern hatten ihr einen gesunden Appetit verliehen und einer, der sie länger kennt, würde erahnen, sie würde da zwischen den Knochen und der Haut noch etwas anderes ansetzen.
Aber zuerst würde sie einen Weg finden müssen nach Bajard zu reisen, eine durchweg andere Hoffnung hatte zusammen mit all den anderen Hoffnungen wieder einen kleinen Platz in ihrem Herzen gefunden...
Tajara und Xinthra würden bald aufbrechen um diese gottverlassene Insel zu suchen und sie... sie würde zurückbleiben. Sie wäre eh keine Hilfe...
Verdammt nochmal, hat sie denn in ihrem verfluchten Leben nichts gelernt... Sie hatte gelernt.. und wie sie es gelernt hatte.
Sie hatte gelernt andere menschen zu belügen und zu betrügen, zuerst aus dem Glauben heraus, iergentwann ihre Träume in Erfüllung gehen zu sehen. Schöne Träume hatte ihr Gefährte ihr damals in den Kopf gesetzt und blind war sie ihm gefolgt. Später nur noch, weil es das einzige war, was sie wirklich beherrschte.
Sie hatte gelernt wegzulaufen, immer wieder aufs neue, wenn die Garde ihnen auf die Schliche kam und sie in die nächste Stadt fliehen mussten.
Sie hatte gelernt unauffällig zu sein, gerade dann, wenn jemand nach ihr suchte.
Als ihr Gefährte sie schliesslich nach mehr als zwölf Jahren mit nichts weiter als den Kleidern am Leib sitzen liess, hätte sie auch lernen sollen, sparsam im Vertrauen zu sein.
Und nun sass sie da... vertraute den Gefährtinnen, vertraute darauf dass sie sie nicht auch nur ausnutzen würden, vertraute darauf, dass sie endlich einen Platz gefunden hatte, wo sie willkommen war, vertraute darauf, dass auch endlich jemand ihr vertraute.
Auch wenn es in Varuna immer noch Leute gab, denen sie Vertrauen schenkte, ihr Glaube an die Rechtschaffenheit des Reiches war zerstört. Brauchte sie denn einen Glauben? Braucht ein Mensch in seinem Leben etwas an das er glaubt? In dem Moment in dem man aufhört zu träumen, in dem Moment an dem man nichts mehr hat, an das man festhalten kann, in dem Moment ist man gestorben. sie glaubte daran dass ihre Schwestern für sie da sein würden und so wollte sie für ihre Schwestern da sein.
Ihr war bewusst dass sie Tajara und Xinthra nicht begleiten konnte, sie war schlichtweg nicht bereit für ein solches Unternehmen. Aber untätig herumsitzen? Sie würde sich einige Heuballen zusammenlegen und diese als improvisierte Zielscheibe nutzen. Wie man einen Bogen hällt wusste sie ja, was aber noch längst nicht bedeutet dass sie wusste wie man zielt. Was man mit einem Messer alles anstellen kann wusste sie zwar und auch das Werfen war für sie kein unbekanntes Land, aber zum Kämpfen brauchte man Schwerter und vieleicht würde ihr eine ihrer Schwestern ja zeigen, was man mit einem Schwert alles anstellen kann.
Sie schaute an sich herab und war schliesslich der Meinung das wäre ein guter Anfang, die frische Luft der Insel und die Aufregungen der letzten Tage und vieleicht sogar die lieb gemeinten Sticheleien ihrer Schwestern hatten ihr einen gesunden Appetit verliehen und einer, der sie länger kennt, würde erahnen, sie würde da zwischen den Knochen und der Haut noch etwas anderes ansetzen.
Aber zuerst würde sie einen Weg finden müssen nach Bajard zu reisen, eine durchweg andere Hoffnung hatte zusammen mit all den anderen Hoffnungen wieder einen kleinen Platz in ihrem Herzen gefunden...
Zuletzt geändert von Charlotta Rennar am Samstag 15. März 2008, 19:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Charlotta Rennar
Sie wollte nur nach dem rechten sehen, oder hatte sie wirklich unbewusst nach ihr gesucht? Nun stand sie vor ihr, blickte in die sanften, bernsteinfarbenen Augen.
Im Stich gelassen? Wollte sie nicht verstehen oder konnte sie nicht verstehen? In Varuna hätte ihre Liebe keine Chance, ein endloses Versteckspiel. Konnte sie nicht verstehen, was sie mit den Schwestern verband? So trennten sich wieder ihre Wege, Charlotta dachte sogar daran es auch dabei bleiben zu lassen.
(später am Abend)
Die Sonne hatte sich schon längst verzogen und dem Mond platz gemacht, ein kaltes Lüftchen wehte über den Hof der Gefährtinnen, doch Torina und Charlotta sassen immer noch auf der Treppe und redeten. Es tat Charlotta gut, jemanden zu haben der sie verstand und ihr neuen Mut spendete.
(am nächsten Tag)
Verwundert schaute Charlotta über die Umzäunung des Hofes, dort stand sie im sanften Schein des Sonnenuntergangs, war nur wegen ihr gekommen. Hier in der Abgeschiedenheit des Hofes konnte man alle Masken fallen lassen, hier, wo sich niemand dafür intressiert, was man ist. Hier, wo es den Schwestern gleich war, was die beiden Frauen füreinander empfanden. Und hier würden sie es versuchen, hier, wo nichts von bedeutung war ausser das Leben selbst...
Im Stich gelassen? Wollte sie nicht verstehen oder konnte sie nicht verstehen? In Varuna hätte ihre Liebe keine Chance, ein endloses Versteckspiel. Konnte sie nicht verstehen, was sie mit den Schwestern verband? So trennten sich wieder ihre Wege, Charlotta dachte sogar daran es auch dabei bleiben zu lassen.
(später am Abend)
Die Sonne hatte sich schon längst verzogen und dem Mond platz gemacht, ein kaltes Lüftchen wehte über den Hof der Gefährtinnen, doch Torina und Charlotta sassen immer noch auf der Treppe und redeten. Es tat Charlotta gut, jemanden zu haben der sie verstand und ihr neuen Mut spendete.
(am nächsten Tag)
Verwundert schaute Charlotta über die Umzäunung des Hofes, dort stand sie im sanften Schein des Sonnenuntergangs, war nur wegen ihr gekommen. Hier in der Abgeschiedenheit des Hofes konnte man alle Masken fallen lassen, hier, wo sich niemand dafür intressiert, was man ist. Hier, wo es den Schwestern gleich war, was die beiden Frauen füreinander empfanden. Und hier würden sie es versuchen, hier, wo nichts von bedeutung war ausser das Leben selbst...
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Charlotta Rennar
Viele Jahre hatte sie sich immer davor gefürchtet, kämpfen zu müssen, viele Jahre ist sie lieber weggelaufen, anstatt sich dem Kampf zu stellen. Doch jetzt stand sie da, den Speer fest umklammert und rammte ihn dem Ork in den Brustkorb, bedrohlich knackten es als die Rippen barsten und das metallene Gebilde sich tiefer in den Körper des Untieres frass, sein schwarzes Herz durchbohrend.
Leblos sank der Körper zu Boden, die Frau stemmte einen Fuss auf den Kadaver um ihre Waffe aus dem stinkenden Fleisch zu ziehen. Ein Feigling? Wer war hier der Feigling? Seine Gefühle hinter Doktrinen verstecken? Erneut keimte die Wut in ihr auf, rastlos huschte ihr Blick umher und stürzte sich auf den nächsten Ork.
Doch je mehr sie von diesen Bestien abstach, desto heisser brannte die Flamme des Zorns in ihren Adern. Sie würde es nie verstehen, sie wollte es nicht verstehen. Sollte sie doch nach ihren Vorstellungen leben, wenn sie die Vorstellung der Kirche über gut und schlecht über ihre eigenen Gefühle stellte. Als hätte Charlotta nicht genug eigene Probleme. Sie wollte ihr ja helfen, aber sie liess sie nicht an sich heran.
Sie hatte in Varuna alles aufgegeben, damit ihre Liebe an einem anderne Platz eine Chance haben konnte, doch all das spielte nun keine Rolle mehr. Ein Feigling... Der Speer blieb tief in den Eingeweiden des Orken stecken, murrend liess sie ihn los, griff an das Halfter im Rücken und zog die beiden ellenlangen Dolche, welche Torina eigens für sie geschmiedet hatte. Drohend hob sie die Klingen und mit präzisen Schnitten fällte sie die nachfolgenden Angreifer. Hinter ihr ertönte ein Grunzen, ruckartig drehte sie den Kopf und blickte auf die Bolzenspitze, welcher in einer Armbrust ruhte mit welcher ein Ork gerade auf sie anlegte. Mit einem kurzen Ruck aus dem Handgelenk drehte sie den Dolch in der Luft, ergriss die Klingenspitze und mit weitem Schwung schickte sie den Dolch auf die Reise in den Schädel des Orken.
Was war ihr noch geblieben... nichts... nichts ausser ihre Schwestern. Nichts ausser ihren Schwestern und der Gewissheit, dass sie fähig war für eine Frau mehr zu empfinden als nur blosse Freundschaft.
Leblos sank der Körper zu Boden, die Frau stemmte einen Fuss auf den Kadaver um ihre Waffe aus dem stinkenden Fleisch zu ziehen. Ein Feigling? Wer war hier der Feigling? Seine Gefühle hinter Doktrinen verstecken? Erneut keimte die Wut in ihr auf, rastlos huschte ihr Blick umher und stürzte sich auf den nächsten Ork.
Doch je mehr sie von diesen Bestien abstach, desto heisser brannte die Flamme des Zorns in ihren Adern. Sie würde es nie verstehen, sie wollte es nicht verstehen. Sollte sie doch nach ihren Vorstellungen leben, wenn sie die Vorstellung der Kirche über gut und schlecht über ihre eigenen Gefühle stellte. Als hätte Charlotta nicht genug eigene Probleme. Sie wollte ihr ja helfen, aber sie liess sie nicht an sich heran.
Sie hatte in Varuna alles aufgegeben, damit ihre Liebe an einem anderne Platz eine Chance haben konnte, doch all das spielte nun keine Rolle mehr. Ein Feigling... Der Speer blieb tief in den Eingeweiden des Orken stecken, murrend liess sie ihn los, griff an das Halfter im Rücken und zog die beiden ellenlangen Dolche, welche Torina eigens für sie geschmiedet hatte. Drohend hob sie die Klingen und mit präzisen Schnitten fällte sie die nachfolgenden Angreifer. Hinter ihr ertönte ein Grunzen, ruckartig drehte sie den Kopf und blickte auf die Bolzenspitze, welcher in einer Armbrust ruhte mit welcher ein Ork gerade auf sie anlegte. Mit einem kurzen Ruck aus dem Handgelenk drehte sie den Dolch in der Luft, ergriss die Klingenspitze und mit weitem Schwung schickte sie den Dolch auf die Reise in den Schädel des Orken.
Was war ihr noch geblieben... nichts... nichts ausser ihre Schwestern. Nichts ausser ihren Schwestern und der Gewissheit, dass sie fähig war für eine Frau mehr zu empfinden als nur blosse Freundschaft.
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Charlotta Rennar
Auge in Auge stand sie dem Ork gegenüber, sein Atem drang ihr durch die Maske hindurch ins Gesicht, die Augen gelb glühend, die Klingen zwischen den Beiden gekreuzt. Mit einem Grunzen schleuderte er sie nach hinten zu Boden und hob das grobschlächtige Schwert an. Mit einem Satz sprang die Frau wieder auf die Beine, mit zwei schnellen Schritten unter der Klinge hindurch und knirschend stiess der ellenlange Dolch durch das Leder und hinein ins Fleisch. Unter das Grunzen mischte sich ein Röcheln als sie hoch in die Augen ihres Gegners blickte. Gebannt blickte sie in die Augen, spürte wie das warem Blut über ihre Hände floss, genoss den Augenblick in dem das Lebenslicht erlosch, saugte es in sich auf und fühlte sich... lebendig.
.....
Zaghaft schlug sie die Augen auf und blickte in das hübsche Gesicht der Feldscherin. Niemals im Leben hatte sie es so deutlich gespürt, das Gefühl geliebt zu werden, niemals so wie hier bei ihren Schwestern, doch mit der jungen Frau in den Armen strömt es durch sie hindurch wie ein glühendes Rinnsal. Taja hatte sie gewarnt, denn sie kannte ihre Schwester, doch sie hatte es gewagt, und hatte gewonnen.
Gewinnen... wie oft in ihren Leben hatte sie alles verloren, doch nun... hatte sie alles gewonnen.
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Zaghaft schlug sie die Augen auf und blickte in das hübsche Gesicht der Feldscherin. Niemals im Leben hatte sie es so deutlich gespürt, das Gefühl geliebt zu werden, niemals so wie hier bei ihren Schwestern, doch mit der jungen Frau in den Armen strömt es durch sie hindurch wie ein glühendes Rinnsal. Taja hatte sie gewarnt, denn sie kannte ihre Schwester, doch sie hatte es gewagt, und hatte gewonnen.
Gewinnen... wie oft in ihren Leben hatte sie alles verloren, doch nun... hatte sie alles gewonnen.
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Charlotta Rennar
Verlieren, Gewinnen... Gehen, Bleiben... Fliehen, Kämpfen, Sterben!
Tag für Tag die gleichen Fragen, Tag für Tag die gleichen Hoffnung... Tag für Tag keine..Antwort...
Und mit jeder Stunde die verstrich und somit der Tag näher rückte, an dem sie das Ritual durchlaufen würde, desto grösser wurden ihre Ängste.
Eigentlich hatte sich nichts geändert, seit jeher kämpfte sie mit ihren Ängsten, Angst, verletzt zu werden, Angst, erwischt zu werden, Angst, zu sterben. Doch mit den Schwestern wischen diese Ängste, aber anstatt einfach zu vergehen, kamen neue Ängste, die Angst, andere zu verletzen, die Angst, für andere verantwortlich sein zu müssen, die Angst, das zu verlieren, was ihr mehr bedeutete als ihr eigenes Leben.
Ruhig stand sie oben auf dem Baugerüst dessen, was mal ein Wachturm werden sollte, die Hände um die Dolchgriffe geschlungen. Der Wind strich ihr übers Gesicht und zerzauste die blonde Lockenpracht. Würde sie diesen Weg noch einmal gehen müssen, mit all dem Schmerz, all dem Leid, den gebrochenen Herzen und den Verlusten, hätte sie das alles vorhergesehen, sie würde ihn nicht noch einmal gehen. Aber die Zeit ist unerbittlich und einmal verronnen kommt sie nicht mehr zurück.
Reue ist ein falscher Freund, denn er kommt immer erst dann zu einem, wenn alles längst zu spät ist. Und die Schuld die sie auf sich geladen hatte, würde sie den Rest ihres Lebens mit sich herumtragen müssen. Die Schuld, jemandem das Herz gebrochen zu haben, die Schuld, eine Schwester in den Tod getrieben zu haben, die Schuld, ihre Liebste in ihrer Verzweiflung um ein Haar getötet zu haben. Sachte schüttelte sie den Kopf und der Blick schweifte wieder in die Ferne Lameriasts.
Und eine neue Angst kam hinzu, die Angst, dass ihre Ängste iergentwann wieder Überhand nehmen könnten, dass sie wieder jemanden verletzen könnte. Noch immer schmerzte es sie, in das Gesicht der Heilerin zu sehen, daran zu denken was sie ihr angetan hatte. Und wofür...
Nein, sie würde diesen Weg nicht noch einmal gehen, aber sie war ihn gegangen und nun war sie gefangen. Gefangen zwischen Vertrauen, Liebe und Angst dieses wieder zu verlieren.
Immer wieder hat sie die Bilder vor sich, die Tränen, als sie entdeckten, was sie und Torina wirklich verband, das entsetze Gesicht der Heilerin, als sie das Zimmer betrat und die beiden engumschlungen, in einem ewig andauerden Kuss gefangen, ertappte, das kalte, gefühllose Gesicht Torinas als sie vor ihr stand, ihre Hand an ihrer Kehle, den Dolch gegen sie gerichtet, bereit, sie beide von ihrem Leid zu erlösen.
Sie wusste nicht, wie sie mit dieser Schuld klarkommen soll, aber eines wusste sie, sie würde damit klarkommen müssen, wenn nicht alles vergebens gewesen sein soll und wenn sie nicht bald das, was zwischen ihnen steht aus dem Weg räumen, dann würden sie iergentwann beide daran zerbrechen.
Gefangen... in einer Liebe, die selbst der Tod nicht mehr bezwingen kann.
Tag für Tag die gleichen Fragen, Tag für Tag die gleichen Hoffnung... Tag für Tag keine..Antwort...
Und mit jeder Stunde die verstrich und somit der Tag näher rückte, an dem sie das Ritual durchlaufen würde, desto grösser wurden ihre Ängste.
Eigentlich hatte sich nichts geändert, seit jeher kämpfte sie mit ihren Ängsten, Angst, verletzt zu werden, Angst, erwischt zu werden, Angst, zu sterben. Doch mit den Schwestern wischen diese Ängste, aber anstatt einfach zu vergehen, kamen neue Ängste, die Angst, andere zu verletzen, die Angst, für andere verantwortlich sein zu müssen, die Angst, das zu verlieren, was ihr mehr bedeutete als ihr eigenes Leben.
Ruhig stand sie oben auf dem Baugerüst dessen, was mal ein Wachturm werden sollte, die Hände um die Dolchgriffe geschlungen. Der Wind strich ihr übers Gesicht und zerzauste die blonde Lockenpracht. Würde sie diesen Weg noch einmal gehen müssen, mit all dem Schmerz, all dem Leid, den gebrochenen Herzen und den Verlusten, hätte sie das alles vorhergesehen, sie würde ihn nicht noch einmal gehen. Aber die Zeit ist unerbittlich und einmal verronnen kommt sie nicht mehr zurück.
Reue ist ein falscher Freund, denn er kommt immer erst dann zu einem, wenn alles längst zu spät ist. Und die Schuld die sie auf sich geladen hatte, würde sie den Rest ihres Lebens mit sich herumtragen müssen. Die Schuld, jemandem das Herz gebrochen zu haben, die Schuld, eine Schwester in den Tod getrieben zu haben, die Schuld, ihre Liebste in ihrer Verzweiflung um ein Haar getötet zu haben. Sachte schüttelte sie den Kopf und der Blick schweifte wieder in die Ferne Lameriasts.
Und eine neue Angst kam hinzu, die Angst, dass ihre Ängste iergentwann wieder Überhand nehmen könnten, dass sie wieder jemanden verletzen könnte. Noch immer schmerzte es sie, in das Gesicht der Heilerin zu sehen, daran zu denken was sie ihr angetan hatte. Und wofür...
Nein, sie würde diesen Weg nicht noch einmal gehen, aber sie war ihn gegangen und nun war sie gefangen. Gefangen zwischen Vertrauen, Liebe und Angst dieses wieder zu verlieren.
Immer wieder hat sie die Bilder vor sich, die Tränen, als sie entdeckten, was sie und Torina wirklich verband, das entsetze Gesicht der Heilerin, als sie das Zimmer betrat und die beiden engumschlungen, in einem ewig andauerden Kuss gefangen, ertappte, das kalte, gefühllose Gesicht Torinas als sie vor ihr stand, ihre Hand an ihrer Kehle, den Dolch gegen sie gerichtet, bereit, sie beide von ihrem Leid zu erlösen.
Sie wusste nicht, wie sie mit dieser Schuld klarkommen soll, aber eines wusste sie, sie würde damit klarkommen müssen, wenn nicht alles vergebens gewesen sein soll und wenn sie nicht bald das, was zwischen ihnen steht aus dem Weg räumen, dann würden sie iergentwann beide daran zerbrechen.
Gefangen... in einer Liebe, die selbst der Tod nicht mehr bezwingen kann.