Sehnsucht nach Stille....

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Reika Lypsan

Sehnsucht nach Stille....

Beitrag von Reika Lypsan »

Nachdenklich ließ sie sich von Arokon nach Hause tragen.

Ihr neue Aufgabe als Magistra beanspruchte sie doch sehr und umso ärgerlicher war es, wenn einer der Schüler zu einer Unterrichtsstunde nicht erschien, so wie es heute der Fall gewesen war. Statt den Unterricht geben zu können, den sie sich eher mühevoll von ihren eigenen Studien abgezwackt hatte, hatte er eine eher fadenscheinige Ausrede präsentiert.

Das Tier stapfte über die aufgeschwemmten Wege und der Rythmus der gleichmäßig trapsenden Hufe auf dem nassen feuchten Weg wollte sie dennoch nicht zur Ruhe kommen lassen. Die feuchte Erde spritzte gegen ihr Kleid und sie zog es unweigerlich ein kleines Stückchen höher damit es nicht von Schlamm troff.

Im Grunde machte ihr Unterricht geben Spaß, doch in letzter Zeit kam sie einfach kaum zur Ruhe. Geräusche.... immer wieder diese Geräusche die sie sich nicht wirklich erklären konnte...

Ein kleines feines Quietschen.. manchmal ein Murmeln wie man es oft in Tempeln hört wenn die Menschen zu de Göttern beten fast wortlos und doch mit sich öffnenden und schließenden Mündern.

Sie griff sich an den Kopf und schüttelte ihn um danach die frische klare Luft nach einem Frühlingsregen einzuatmen.

Kurz war es still um sie und statt des in letzter Zeit eher mürrischem Gesichtsausdruck kehrte ein schon fast befreiendes Lächeln auf ihr Gesicht zurück.

Sie blickte sich um und wieder... ein Rascheln und Murmeln.. kaum zu hören doch es war einfach da.

Schnell zügelte sie ihr Pferd. Arokon stieg leicht das abrupte Zügeln seiner Reiterin nicht gewohnt. "WER IST DA???", brüllte sie und wendete ihn energisch in alle Richtungen.

Ihre Augen wanderten schnell zwischen den Büschen umher. Sie hatte doch deutlich etwas gehört! Sie konzentrierte sich um Gegenwarten wahr zu nehmen, spührte aber nur Leere.

Schnell spornte sie das Pferd zu einer schnelleren Gangart an um die letzte kurze Strecke bis zum Anwesen Lypsan zurückzulegen.

Sie brachte Arokon in den Unterstand und gab ihm schnell ein wenig Heu für sein Wohl bevor sie sich wieder umdrehte. Diese Töne und Geräusche.... immer wieder wurde sie in ihrem Sein gestört! Langsam aber sicher wurde sie wirklich missmutig und murmelte zu sich selbst: "Wenn ER mich damit ärgern will kann er was erleben!" und trat schnell ins Haus.

"BAYGON... BAYGON! WO STECKST DU? KOMM NUR RAUS ICH WEISS DAS DU ES BIST!"...

Etwas nörgelnd stieg ihr Bruder die Treppen vom Labor im Keller hinauf und schaute sie fragend an.
Reika Lypsan

Beitrag von Reika Lypsan »

Als sie ihn da arglos grinsend stehe sah, wurden die Geräusche fast unerträglich und zornig stemmte sie die Hände in die Hüften: " SEHR LUSTIG BRUDER! Stell das ab... es reicht nun!"

Damit ging sie Richtung der Treppe und warf ihm noch einen launischen missmutigen Blick zu. Ihr Hand griff an den Kopf als sie quälend deutlich diese Geräusche und fragenden Töne vernahm, die mehr als laut hämmerten.

Sie stapfte die Treppen hinauf und hoffte so den Geräuschen, die ER sicher irgendwo machen ließ, zu entkommen.

Die Tür fiel ins Schloß als sie in ihr Zimmer ging, und gerade noch konnte sie die Stiefel abstreifen, bevor sie geschafft auf ihr Bett fiel.

Wieder und immernoch waren deutlich Geräusche und Töne, ähnlich derer Stimmen zu vernehmen, und langsam bekam sie stechende Kopfschmerzen...

"BAYGON! WIRF WEN IMMER DU DA UNTEN HAST RAUS! ICH HABE KOPFSCHMERZEN!", brüllte sie durch die Wände so das man es unten sicher noch gut hallen hören konnte...

Dieser Bruder war manchmal wirklich ein unmöglicher Geselle, in seiner Art sich nur um sich selbst und seine Interessen zu kümmern.

Was auch immer es war.... es MUSSTE nun Schluss sein damit... zu guter letzt öffnete sie die Türe, da immer noch keine Ruhe einkehren wollte..

"BAYGON!", kreischte sie nun mehr als sie den Namen rief, während die Töne und Geräusche dröhnend gegen ihre Schädeldecke pochten und ihr ganzer Kopf sich damit zu füllen schien... fast so, als wollten sie ihn zum platzen bringen!
Zuletzt geändert von Reika Lypsan am Samstag 8. März 2008, 21:41, insgesamt 1-mal geändert.
Baygon Lypsan

Beitrag von Baygon Lypsan »

Baygon hatte ohnehin viel um die Ohren. Er beklagte sich nicht, er genoss es beinahe stets etwas zu tun zu haben. Doch als er die Kellertreppe hinaufstieg um nach Reika zu sehen die wieder durchs Haus brüllte, dachte er wieder einen kurzen Augenblick über Flucht nach.

Was kreischte sie wieder herum? Was wollte sie von ihm? Er habe niemanden da und hat auch keinen schabernack ausgehekt.
"HABEN WIR HEUTE WIEDER DEN TAG DER FURIE?! ICH HABE DAMIT NICHTS ZU SCHAFFEN!" brüllte er hinauf als sie den ersten Stock erreichte.

Wieder diese Launen, er ertrug es in letzter Zeit kaum noch. In dieser Stimmung war jedes weitere Wort überflüssig, das wusste er und verließ das Anwesen.

Warscheinlich mutete sie sich zu viel zu, Akademie hier, Schüler da.... dauernd diese Launen die in immer regelmäßigeren Abständen über sie kamen. Er würde sie in einem ruhigen Moment mal dazu befragen........auch wenn er jetzt schon keine Lust dazu hatte....
Zuletzt geändert von Baygon Lypsan am Samstag 8. März 2008, 21:46, insgesamt 1-mal geändert.
Reika Lypsan

Beitrag von Reika Lypsan »

Sie seufzte nur schwer. Gerade heute war es so schlimm wie noch nie. Gestern schon hatte Gerard de Fouquet sie gebeten sich mehr zu schonen. War ihre Veränderung doch auch ihm nicht verborgen geblieben, als sie mehrfach hetkisch in Rahaler Marktstände nach vermeintlichen Stimmen geschaut hatte.

Offenbar dachte alle sie sei verwirrt. Sie brummte leise. Oder waren einfach alle anderen taub um sie herum???

Und gerade heute schien es, als würde ihre Anwesenheit in der Akademie wirklich dringend gebraucht. Hatte doch Discipulus de Luca dieses Fest der Magie an der Akademie anberaunt.

Reika griff sich an den Kopf... dies quietschen, wispern und flüstern ging fast über in ein Dröhnen, wenn alles zusammen kam..

"Nelrim!", wimmerte sie.. und bevor er zu ihr eilen konnte übergab sie sich einfach auf den Boden. Bleich und fahl sah sie ihn an.

Wortlos ging Nelrim hinaus und kam mit einem Eimer und einem Aufnehmer zurück. Er blickte kritisch zu ihr auf als er da so am Boden hockte.

"ihr seid doch wohl nicht...", begann er seinen Satz.. den sie vollendete: "Schwanger??.. Nein das ist es ganz sicher nicht Nelrim", fast musste sie schmunzeln als er diese Vermutung hervor brachte..

Ein wenig hatte die Lautstärke im kopf abgenommen, war doch auch nur der stille Nelrim um sie..

Wie sollte das nur werden, sie hatte Angst vor den Menschenmengen zu versagen..
Reika Lypsan

Beitrag von Reika Lypsan »

Das Fest war in voller Pracht und anstatt teil zu nehmen saß sie fahl und blass unter Nelrims Tresen.

Sie zitterte und ihre Hände versuchten fast den Kopf zu zerquetschen so schien es. Nelrim war dabei Gäste zu versorgen und zu empfangen.

Was die Gäste wohl denken mochten aufgrund ihres Fehlens war ihr in diesem Moment völlig egal, sie rang um ihr Bewustsein.

Ihr Kopf schmerzte... die Lautstärke in ihrem Schädel war so sehr angeschwollen, dass sie fast nichts anderes mehr wahrnehmen konnte.

Die Knie angezogen und den Kopf zwischen den Knien verboren betet sie fast darum, dass das Fest ein Ende nehmen mochte. Je mehr Gäste kamen umso größer wurde ihr Wunsch das es ein Ende nahm.

Die Geräusche waren nun zu einem dröhnenden Stimmengewirr geworden... unhörbare Worte nur menschliche Stimmen, Gelächter und Hohn sowie Witz war zu unterscheiden. Als die Gruppe der Menekaner eintraf wurde ihr Schwarz vor Augen und sie sank in sich zusammen unter den Tresen.

So fand sie sich am nächsten Morgen. Grau wie eine alte Frau erhob sie ihre Knochen die von der gekrümmten Stellung starr und steif waren. Sie lauschte in sich hinein... Es war leiser geworden, fast friedlich..

Ohne sich noch einmal umzusehen rannte sie aus der Akademie und so schnell ihre Beine sie trugen nach Haus.

Die Zimmertüre krachte ins Schloß fast wie das Tor einer Burg in seine Verankerung und erschöpft viel sie in einen traumlosen Schlaf.
Gerard de Fouquet

Beitrag von Gerard de Fouquet »

Als er am Abend des 8. Lenzing einen seiner Rundgänge durch die heilige Stadt durchführte traf Gerard am Marktplatz auf Maga Lypsan. Sie sah etwas übernächtigt aus als habe sie schon länger nicht mehr richtig geschlafen.

Während ihrer kurzen Unterhaltung verstärkte er sich sich seine Vermutung noch. Zum einen bestätigte sie seine Vermutung, viel zu tun zu haben. Zum anderen schien sie desöfteren auf irgendwelche Stimmen und Geräusche zu lauschen, welche lediglich sie hören konnte. Zu allem Überfluss begann sie nun auch noch hektisch einige Marktstände zu durchsuchen, ob sich dort nicht irgendjemand verborgen hielte.
Nicht dass ihm diese Phänomene unbekannt gewesen wären. Nein, im Gegenteil. Hatte er sie nicht selbst schon während seiner unzähligen Schlachten und Nachtwachen in Feldlagern am eigenen Leibe erfahren? Für Gerard stand fest, dass sich fehlender Schlaf in dererlei Sinnestäuschungen auswirken können.
Aus diesem Grunde entbot er sich der Maga sie nach Hause zu geleiten, was sie auch dankend annahm. Hernach empfahl er ihr noch sich die nächsten beiden Tage zurück zu ziehen und sich einmal gründlich auszuruhen. Wollte er doch nicht noch eine Kameradin an den Wahnsinn verlieren.
Janus Aethra

Beitrag von Janus Aethra »

Im trüben Licht der Dämmerung schritt Janus der Straße entlang, heraus aus Bajard, auf dem Weg nach Norden. Die Gedanken des Magiers jedoch hinkten seinen Schritten nach, die ihn vom Hafen fort führten, den er vor wenigen Minuten von Lameriast aus erreicht hatte. Die Situation dort war es, die seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Seltsame Dinge geschahen dort und seine Neugier gestattete es ihm kaum, sich von den Geschehnissen auf dieser Insel fernzuhalten. Doch stellte es sich als schwerer als erwartet da, an die gesuchten Informationen zu gelangen – nicht zuletzt aufgrund der tiefländischen Eigenarten, mit denen er sich in letzter Zeit gehäuft herumplagen musste.

Beinahe resignierend lächelnd schritt er an der Kutsche vorrüber und versuchte sich von dem Gedanken an Lameriast zu lösen, als sein Blick auch schon auf sie fiel. „Sie“, Reika Lypsan, die Schwester Baygons... beide waren sie magisch begabt und nicht unfähig, und beide standen auf einer Seite, der sich Janus bereits seit langer Zeit gegenübergestellt hatte – Rahal. Eine Tatsache, die er selbst sehr bedauerte, denn sie bedeutete, dass die Lypsans sich im Zweifelsfalle auch gegen ihn stellen würden, was von vornherein jedes Vertrauen zu Nichte machte. Doch etwas an ihr schien ungewöhnlich. Gebeugt, eine Hand an ihre Schläfe gelegt stand sie auf der Straße nahe der Kutsche, und erst beim zweiten Hinsehen bemerkte Janus die ungewöhnliche, kränkliche Blässe und die dunklen Ringe um den Augen der Magierin.
Es haderte einige Augenblicke mit sich, in welchen ihn seine Schritte noch weiter voran führten.

Stehen bleiben? Nach dem Wohlbefinden fragen..? Sie war doch nur eine Anhängerin Alatars...

Janus selbst merkte, dass es Gedanken waren, die er sich lediglich einreden wollte, denn er spürte bereits, wie ein unangenehmes Gefühl in ihm empor schlich, je länger sein Blick auf der kränklichen Frau ruhte – Mitleid. Und eben dies war es, das schließlich seine Beine zur Regungslosigkeit bewegte und ihn anhalten ließ.
Das so folgende Gespräch verlief jedoch anders, als es Janus erwartet hätte; Offen gab sie ihre Beschwerden preis, und immer verzweifelter klangen ihre Worte – und als ihre Augenwinkel von einem verräterischen Glanz gefüllt wurden, war es beinahe schon ein innerer Drang, der Frau, die sich mehr und mehr als Häufchen Elend entpuppte, seine Hilfe anzubieten. Doch war es keine Erkältung, keine Grippe, die ihr derart zusetzte. Es waren Stimmen, Stimmen in ihrem Kopf – laut, bohrend... die zehrende Kopfschmerzen hervorriefen. Den Gedanken an eine geistige Störung verwarf Janus recht rasch wieder, so war sie doch eine Magierin und besaß einen sehr ausgeprägten Geist – eine Störung hielt er für sehr unwahrscheinlich. Doch was sollte die Ursache für derartige Erscheinungen sein?
Die Frage, die ihn jedoch noch mehr interessiert, und die neben dem Mitleid noch etwas anderes aufkeimen ließ, war jedoch eine andere. Hatte es womöglich einen magischen Ursprung?

So, gleichsam von Mitleid wie Neugier getrieben, bot er ihr an, sie zu Taralea zu begleiten. Er war sich sicher, dass sie diese Erscheinungen für nicht minder interessant befinden würde, doch hoffte er ebenso, dass sie etwas gegen die körperlichen Auswirkungen unternehmen konnte.
Reika nahm die ihr angebotene Hilfe an, und so setzte Janus in ihrer Begleitung zum Heimweg an – gen Westen, vorbei an den Ruinen des alten Tirells und durch ein kleines Waldstückchen hindurch.

Der Weg war nur kurz, und so befanden die beiden sich schon recht bald in dem gemütlichen, hölzernen Haus, das Janus sein Heim nennen durfte. Der Raum war von einer angenehmen Wärme und einem leisen Knistern durchflutet, das aus dem Kamin hervor drang, was in Janus wie so oft nicht nur eine körperliche Wärme hervorzurufen vermochte. Wie erhofft war auch Taralea dort, um sich dem mitgebrachten Patienten anzunehmen – oder zumindest ihrer körperlichen Beschwerden.
Janus und Reika ließen sich am Tisch nieder, während Taralea mit ihrer gewöhnlichen Befragung begann: Wie lange sie diese Erscheinungen bereits ertragen musste, wieviel sie in der letzten Zeit geschlafen hatte. Für Janus war es recht bald klar, worauf sie abzielte, auch er hatte den Gedanken bereits gehabt und hielt es immer noch für eine plausible Erklärung, dass Reikas Symptome aus einfacher Erschöpfung und Stress herrühren könnten.

Doch was, wenn nicht?

Janus harrte aus und betrachtete Reika nachdenklich, deutlich konnte er den Nachhall der Frage in seinem Kopf spüren. Äußerlich ließ sich jedoch nichts erkennen, auch war nichts auffälliges da, was er hätte 'spüren' können. Doch während Reika erzählte, während sie schilderte, wie das Pochen in ihrem Kopf unerträglich wurde, wenn sie versuchte, zu verstehen, was diese Stimmen ihr sagten, kam ihm ein Gedanke, der sich eventuell weiter ausbauen ließe. Und er nutzte die Zeit, in der Taralea mit ihrer Patientin sprach, um eben dies zu tun.. so folgte auf einen Gedanken der Nächste, auf eine Frage folgte eine Weitere: Was, wenn die Stimmen ihr etwas mitteilen möchten? Was, wenn es ihm gelingt, ihre Schmerzen zu verschleiern, damit sie 'hinhören' könnte? Doch wie konnte er sich sicher sein, dass es sich nicht doch einfach nur um Stress handelte? Andererseits... wie sollte ein Versuch ihren Zustand verschlimmern?

Es waren die Worte Taraleas, die ihn letztlich wieder aus seinen Gedanken riss – als sie etwas ansprach, das ihm womöglich eine gewisse Absicherung gewährleisten könnte. Sie sprach von einer Art Meditation, durch die sie erfahren könnte, welcher Art der Ursprung ihrer Leiden war. Zwar hatte Janus nicht die geringste Ahnung, wie etwas derartiges von Statten gehen sollte, doch wusste er um die Fähigkeiten Taraleas und vertraute ihr... und wieder konnte ein Versuch nicht schädlich sein, sodass er der Aufforderung, den Teppich freizuräumen auch direkt nach kam. Tisch und Stühle wurden auf Seite geschoben, die Fenster hochgeschoben und eine kleine Schale mit Duftöl erhitzt, das recht bald einen sehr entspannend wirkenden, süßlichen Duft im Raum verbreitete. So blieb ihm zunächst nur eines – zuzusehen, wie Taralea mit ihrer Meditation begann. Sie fing an zu erzählen, in einem Tonfall, den er selbst nur selten zu hören bekam. Mit ruhiger Stimme führte sie Reika in eine Traumreise, und es fiel Janus schwer, nicht selbst dieser Entspannung zu verfallen und weiter auf Reika zu achten. Doch schien es nicht so zu funktionieren, wie es geplant war – anstatt dass Reika sich entspannte, stieß sie ein schmerzhaftes Stöhnen aus, als würde diese Meditation ihre Schmerzen nur noch leichter an die Oberfläche dringen lassen. Während seiner Beobachtung konnte Janus die Mühen Taraleas erkennen, doch schien auch sie mehr und mehr in Resignation zu verfallen und brach ihr Vorhaben schließlich ab.

Es hatte zwar nicht zum erhofften Resultat geführt, doch zeugte es davon, dass Reikas Krankheit nicht auf die leichte Schulter zu nehmen war – weshalb Janus nun das zuvor lediglich angedeutete Vorhaben genauer zu schildern begann. Obgleich Illusionsmagie nie sein Lieblingsthema war, würde er versuchen, ihre Schmerzen zu verschleiern, in der Hoffnung, dass die Stimmen ihr etwas mitteilen würden, das Aufschluß über die mögliche Ursache ihres Leids geben könnte. Aufgrund der Tatsache jedoch, dass niemand wusste, worum genau es sich handelt, war nicht auszuschließen, dass es ein gewisses Risiko mit sich führen konnte. Reika jedoch war bereit, dieses Risiko einzugehen, und willigte in Janus' Vorschlag ein... und so sollte die zweite Reise beginnen – diesmal jedoch nicht in das Reich der Träume, sondern in das komplexe Gebilde ihres Geistes.

Schmerzen unterdrücken... es war nicht das erste Mal, dass er sich daran versuchte, und so begann er sich zu konzentrieren, die Welt um sich herum beiseite zu schieben, um sich zu sammeln und sein inneres Auge darauf zu lenken, was nun das Wesentliche darstellen sollte. Langsam und kontrolliert tastete er sich in das Lied Eluives voran, die Klänge um sich herum erfühlend. Er verließ seinen Körper und streckte seinen Geist nach Reika aus, drang in ihren Körper und näherte sich zielstrebig den beinah unüberschaubaren Klangstrukturen, aus denen ihr Geist geformt war. Es dauerte, mehrere Herzschläge, bis es ihm gelang die Spur, die sich wie ein dicker, roter Faden durch ihren Geist zog, ausfindig zu machen. Beinahe wirkte es, als würde sich selbst ihr Geist unter den Schmerzen winden, die in diesem Augenblick aprupt zuzunehmen schieben – ein Anzeichen dafür, dass sie sich zu konzentrieren begann.
Alles Weitere geschah rasch: er begann etwas im Lied zu formen und hüllte es gezielt um bestimmte Bereiche ihres Geistes. Es schien zu funktionieren, er konnte eine zunehmende Ruhe verspüren, als Reikas Schmerzen nachzulassen schienen. Doch im gleichen Zuge begann sich etwas Anderes aufzubauen, etwas, das Janus kaum zu spüren vermochte, war er doch voll und ganz damit beschäftigt, die erzeugte Illusion aufrecht zu erhalten. Ihr Geist schien sich gegen seine Einwirkungen zu wehren und sich so gegen ihn selbst zu richten – Janus fühlte eine Reaktion seines Körpers, schwach, doch vorhanden, sodass es ihm Mühe kostete, diese Veränderungen zu ignorieren um Reika weiterhin vor den Schmerzen zu bewahren. Doch begann seine Konzentration zu schwanken, je stärker er diese Einwirkung auf sich selbst spürte, bis sie sich aprupt von ihm losriss: Sie blockte ihn ab und sprang mit erschrocken geweiteten Pupillen auf. Etwas zu aprupt riss sich Janus von dem Lied los, sodass die rasche Rückkehr der weltlichen Einflüsse eine lähmende Verwirrung in seinem Kopf hervorrief. Seine Lippen öffneten sich, bereit eine Frage auszustoßen ... doch fühlte er immer deutlicher, wie sich etwas um seinen Hals zog. Er versuchte zu sprechen, was zunächst in einem verkrampften Keuchen endete.

„Wha...Whamhhz?“

Es war ein dumpfer, genuschelter Laut, der nur im Entferntesten als Sprache zu identifizieren war.

Was war mit ihm los?

Verwirrt, mit wachsender Unruhe öffnete er seine Lippen ein weiteres Mal um nun konzentrierter erneut anzusetzen. Er begann zu kämpfen, zu versuchen, diese Ohnmacht seiner Stimme zu verdrängen, doch erst nach mehreren Anläufen gelang es ihm, wieder verständliche Worte zu formen.
Was war geschehen? Keiner, weder er noch Reika wussten eine Antwort darauf – Doch für Janus war klar, dass Reika etwas mit ihm getan hatte. Unbewusst, doch ihr war es gelungen ihn nicht nur abzublocken, sondern ihm seine Stimme zu rauben. So verwirrend diese Tatsache auch war, je mehr er sich von dem erhaltenen Schock erholte wuchs seine Faszination davon. Hatte ihn ihre Sehnsucht nach Stille zum Schweigen gebracht...? Und nicht nur ihn, auch die Stimmen in ihrem Kopf? Zumindest schien es, als hätte es auf eine undurchsichtige Art einen positiven Effekt gehabt.

Diese Fragen waren es jedoch, die auch als der Abend ausklang noch unbeantwortet im Raum standen. Weder Janus, noch Taralea würden in der Lage dazu sein, eine Antwort zu finden... Janus zumindest hoffte, dass Reika damit Erfolg haben und ihn darüber unterrichten würde.
Zuletzt geändert von Janus Aethra am Donnerstag 13. März 2008, 20:08, insgesamt 1-mal geändert.
Reika Lypsan

Beitrag von Reika Lypsan »

"etwas mit ihm getan.... etwas mit ihm getan... etwas mit ihm getan...", hallte es in ihrem Kopf nachhaltig.

Hatte sie etwas mit ihm getan??

Sie saß im Halbdunkel ihres Zimmers und grübelte. Es war wie eine kleine Befreiung. Seit Janus meinte sie habe "etwas mit ihm getan", war es zumindest ruhiger in ihrem Kopf auch wenn sich hin und wieder Stimmen und Töne ungenau meldeten, konnte sie doch zumindest denken.

Anstatt zu schlafen hatte sie bis tief in die Nacht die Abfolge dessen auf Pergament gekritzelt, was an diesem Abend geschehen war:

Taraleas Versuch ihre Schmerzen zu betäuben und den Grund heraus zu finden und Janus Versuch ihr den Schmerz magisch zu nehmen um sie die Stimmen hören zu lassen.

Sie schloss die Augen und versuchte sich im warmen Dunkel ihrer Räumlichkeiten wieder in die Konzentration zu begeben, wie sie es an diesem Abend getan hatte.

Sie schwang sich in die Liedstruktur ein und ihr Wunsch war es Janus nichts entgegenzusetzen als er versuchte sie mit nicht sichtbaren eher nebligen Liedschwaden zum umgarnen die nach und nach in ihrem Geist ihre Wirkung versucht hatten zu tun. Fast wie in Trance und dennoch hoch konzentriert saß sie da und obgleich sie nur versuchte etwas zuzulassen bildeten sich kleine Schweißperlen auf der Stirn die ihre Anstrengung verrieten.

Im Grunde war sie beruhigter, immerhin lag es doch nah, dass es eher eine magische Appikation war die sie belastete. Nur der Weg dorthin..? wie dorthin gelangen um das was Janus als "etwas getan", bezeichnete zu steuern und zu reproduzieren.

Sie war bereit, der Geist weit geöffnet um andere magische Wirkungen auf ihn zuzulassen aber es fehlte etwas, sie hatte besondere Schwingungen und Strukturen wahr genommen. Lag es vielleicht daran, dass ihr Wunsch nach Ruhe und Stille in diesem Moment nicht so stark ausgeprägt war? Oder war es einfach nur ein Zufall gewesen?

Sie öffnete die Augen und schüttelte den Kopf, dass konnte nicht sein. Janus war ausgebildet genug um zu spühren wenn ihm etwas entgegnet wurde und auch sie hatte etwas gespührt.

Ihre Augen flitzten schnell über die geschrieben Seiten des Buches. Was war am Abend anders gewesen als es jetzt war?

Nachdenklich schob sie die gefalteten Hände unter ihr Kinn und stützte die Arme auf den Tisch um zu grübeln.

Es musste einen Weg geben es reproduzierbar zu machen und sie würde ihn finden... Ihr Ehrgeiz war geweckt. Und wenn sie sich noch einmal in die Qualen begeben musste, dann würde sie es für diese Lösung tun.

Sie brauchte Menschen um sich, Menschen die die Gabe hatten. Sie erinnerte sich an ihre Ohnmacht am Tag des Festes und ein kleines gehässiges aber auch leuchtendes Lächeln umgab das so klar geschnittene Gesicht.....
Taralea Mirrosil
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Beitrag von Taralea Mirrosil »

Es war eine große Überraschung gewesen. Nicht, dass sie etwas gegen diesen Besuch einzuwenden hatte, aber sie hätte nie im Leben damit gerechnet, dass Janus ausgerechnet Reika Lypsan mitbrachte. Doch ein Blick in das blasse Gesicht genügte, um jegliche Verwundern beiseite zu wischen. Es war nicht zu übersehen, wie sehr die Magierin litt.

Taralea klopfte das letzte Kissen aus, drapierte es auf dem Bett und ging auf den Balkon. Herrlich, wie die ersten Sonnenstrahlen ihr auf die Nase schienen. Viel zu lange hatte dieser Winter gedauert. Sie ließ sich auf den Sessel sinken und den Blick über die Bäume vor ihr schweifen.

Wieder gingen ihre Gedanken zurück zu dem unerwarteten Besuch und den Ereignissen, den er mit sich gebracht hatte.

Reikas vom Schmerz leicht verengte Augen hatten in Taralea tiefes Mitleid ausgelöst.
Dennoch, sie brauchte schon ein wenig mehr Informationen als "Übelkeit und Kopfschmerzen" um den gewünschten Trank zur Betäubung der Symptome mit gutem Gewissen herzustellen. Gerade, wenn eine Magierin, die nicht mehr gerade am Anfang ihrer Studien stand, von Stimmen im Kopf berichtete, galt es eine gewisse Vorsicht an den Tag zu legen. Bei Magiern musste man eben auf alles gefasst sein.

Sie griff zu ihrer Lieblingswaffe. Eine gute Tasse Tee hatte noch jedes Gespräch aufgelockert. Bei dem Geschmack von Kräutern und Früchten plauderte es sich einfach besser.

So begann die Befragung: Wie äußerten sich die Beschwerden? Wann traten sie verstärkt auf? Systematisch tastete sie sich vor und schon recht bald lag der erste Verdacht nahe: Reika konnte sich nicht daran erinnern, wann sie ihren letzten freien Tag genossen und die Seele hatte baumeln lassen. Im Grunde wiesen alle Anzeichen in eine Richtung: Stress. Nun gut, dem hätte man schnell Herr werden können. Ein entspannender Tee, ein paar gute Bücher und ein Gespräch mit Baygon, der seine Schwester zwang, sich einige Tage von jeglicher Arbeit und allen Studien fernzuhalten.

Die Erfahrung hatte Taralea gelehrt, dass die Menschen eher bereit waren, solche Diagnosen anzunehmen, wenn sie selber erkannten, was in ihrem Inneren vorging. Außerdem lag noch immer der Verdacht im Raum, dass die Leiden magischen Ursprunges waren. Wie dem auch sei. Es gab einen sicheren Weg, es herauszufinden. Egal, wie ihr Vorhaben ausgehen würde, am Ende würden sie einen guten Schritt weiter kommen. Fraglich war nur, ob Reika sich auf diese ungewohnten Pfad begeben wollte. Eine Reise ihres Geistes, die ihr ermöglicht hätte, die Usprünge ihrer Qualen selber zu suchen. Überraschender Weise war nicht viel Überredungskunst notwendig. Der Gedanke war noch nicht ganz ausgesprochen, als Reika mehr resignierend als begeistert zustimmte. Alles war ihr recht, Hauptsache, sie kam zur Ruhe.

Die Vorbereitungen waren schnell getroffen. Die Möbel wurden beseite gerückt und mit Hilfe von Duftölen war der Raum bald von sanften, beruhigenden Dämpfen erfüllt. Schon zu Beginn zeichnete sich ab, wie schwer das Unterfangen werden würde. Doch wer würde vor kleinen Hindernissen schon scheuen? Reika brauchte lange, bis sie zumindest halbwegs entspannt auf dem Teppich lag. Behutsam begann Taralea die Magierin aus der gegenwärtigen Welt hinauszuführen. Doch so langsam sie auch vorging, es schien Reika kaum möglich, ihr zu folgen. Äußerlich vollkommen ruhig nahm Taralea sie ein Stück weiter mit in eine andere Ebene des Bewusstseins, dabei achtete sie jedoch hochkonzentriert auf jede Regung ihrer Patientin. Doch der gewünschte Effekt blieb aus. Statt sie zur Ruhe kommen zu lassen, ihr Entspannung zu geben und damit die Möglichkeit, sich mit den Teilen ihres Ichs auseinander zu setzen, der aus den Fugen geraten war, schien es Reika eine wahre Qual. Wann immer Taralea einen neuen Versuch wagte, sie aus dem Hier und Jetzt zu lösen, schien etwas in Reikas Innerem noch heftiger zu rebellieren. Besorgnis machte sich in ihr breit. Wenn die Beschwerden auf natürlichem Wege entstanden wären, so hätte Reika sie nun finden können. Wenn es wirklich Stress gewesen wäre, hätte sie früher oder später loslassen und sich entspannen können. Wenn... Die Gefahr, ihrem Geist größere Schäden zuzufügen war zu hoch. Hier half nur der taktische Rückzug und so brachte Taralea den Geist wieder zurück, ließ sie ihren Körper wieder spüren und die Umgebung wahrnehmen. Den Teppich unter ihren Händen, den Boden, den sanften Geruch, der zwischenzeitlich den gesamten Raum durchströmte.
Es war faszinierend und beängstigend zugleich. Reika schien vollkommen ausgelaugt. Wann immer Taralea sonst diese Traumreise durchführte, der Effekt war immer der gleiche gewesen. Die Menschen waren nachdenklich oder erfreut, besorgt oder beruhigt, aber sie waren immer entspannt, hatten immer von der wohltuenden Energie gesprochen, die sie auch noch einige Minuten nach der Rückkehr in ihren Körper verspürten.

Doch auch jetzt gab es keine Erholung für Reika. Es war beinahe bezeichnend, wie wenig Gelegenheit zum Durchatmen sie sich selber zugestand. Schon wurde der nächste Versuch gewagt, in dem Janus sich ihrer Probleme annehmen wollte. Zwar führte sein Eingreifen nicht zum gewünschten Ergebnis, doch hatten seine Mühen zumindest den Erfolg, dass die Stimmen leiser wurden. Der Preis hätte hoch sein können. Für einen Moment rang Janus um seine Stimme. Mehrere beunruhigende Anläufe brauchte es, bis er wieder in der Lage war, klare Worte zu formulieren.

Ein Blick genügte und Taralea wusste, Janus dachte wie sie: Vorerst waren die beiden an ihre Grenzen gestoßen. So gerne sie Reika auch helfen wollten, es lag nicht mehr in ihrer Hand. Die Lösung lag irgendwo in dem, was die Stimmen der Magierin zuflüsterten. Eine andere, halbwegs sinnvolle Erklärung schien es nicht mehr zu geben.


Lansam erhob sich die junge Frau wieder aus dem Sessel. Zwar war der Frühling gekommen, doch für stundenlange Aufenthalte im Freien, so ganz ohne Mantel oder Umhang war es einfach noch zu kalt. Außerdem hatte sie eine Idee: So wichtig es auch war, dass Reika sich der Lösung näherte, ohne wenigstens etwas Erholung und sei es nur in der Nacht, bei ungestörtem Schlaf würde sie dies auf Dauer nicht durchhalten. Wenn Taralea ihr schon nicht bei ihrem eigentlichen Problem helfen konnte, zumindest ein paar ruhige Stunden konnte sie ihr schenken. Sie eilte in den Keller und machte sich an die Arbeit. Ein wenig Arbeit für eine große Wirkung. Ruhigen, ungestörten Schlaf.
Reika Lypsan

Beitrag von Reika Lypsan »

Da waren sie wieder.. Stimmen, Geflüster mit leichtem Unterton doch diesmal anders. Anders? Inwiefern anders???

Anders in dem Empfinden derjenigen die sie vernahm. Hatte sie doch die Vermutung in ihr geweckt, dass genau dies sie zu etwas treiben sollte.

Niemals hätte sie vorher daran gedacht, dass es ihr fast Freude bereiten würde, wenn sie diese nicht enden wollende Geräuschkulisse in ihrem Kopf hätte, doch nun....

Einige Male schon hatte sie versucht sich in Tavernen zu setzen und vielleicht über dies Stimmengewirr hin sich in den Zustand zu versetzen, den sie damals bei Janus und Taralea empfunden hatte. Doch es war fast beängstigend, es war nicht so angeschwollen bis zu dem Punkt wo sie sich nur noch auf eines konzentrieren konnte und es sich sehnlichst zu wirken wünschte: STILLE...!!

Ärgerlich brummte sie in sich hinein. Was sollte sie denn noch alles tun um sich wieder in diese Stimmung zu versetzen und darüber heraus zu bekommen, was sie da gewirkt hatte, wenn sie denn etwas gewirkt hatte und man Janus glauben schenken konnte, dass er etwas verspührt hatte. Eine ganz besondere unbekannte Liedstruktur wie er meinte.

Hatte er sie etwa nur veralbert??

Doch seitdem sie die neuen Schlüssel an einige der Schüler gegeben hatte, waren sie wieder deutlich störender da, diese Stimmen...

Wieder und wieder überflog sie die Zeilen, die sie säuberlich notiert hatte, wie es gewesen war, was sie gefühlt hatte und was versucht worden war.

Es MUSSTE einen Zusammenhang geben, desse war sie sich sicher. Offenbar nur zu blind ihn bereits jetzt zu erkennen.

Ärgerlich warf sie das Buch zur Seite, was nutzten ihr all diese Zeilen, wenn sie doch nicht zum Ergebnis führen wollten. Vielleicht sollte sie das einfach alles vergessen.

Sie legte sich rücklings aufs Bett und versuchte sich zu entspannen und genauer zu lauschen...

Es war einfach nicht störend genug um ihre Energie zu wecken und in die richtige Richtung zu lenken. Sie brauchte Magie um sich... menschliche Magie.. sie hob eine Braue.

Sie würde es darauf ankommen lassen!
Reika Lypsan

Beitrag von Reika Lypsan »

Schwitzend und bleich saß sie im Unterrichtsraum der Akademi. Sie fühlte und hörte sie wieder lauter als je zuvor. Sie versuchte sich zusammen zu reißen...

Die Schüler trafen ein und ihr gequältes Gesicht verzog sich zu einer vermutlich grauenvoll entstellt grinsenden Fratze was eigentlich eher ein freundliches Lächeln sein sollte. Sie spürte Arenvirs Widerspenstigkeit und in ihrem Kopf kreischte es laut und nachhaltig, wie immer war nicht zu verstehen, was getönt wurde aber es war fast unerträglich..

Schlimmer als damals, bei Janus....

Immer wieder ertappte sie sich fast dabi bewustlos von der Bank zur rutschen während ihr Bruder einleitende Worte zur Stunde der Einführung in die Elementarmagie daher redete... sie konnte kaum folgen so tobte es in ihrem Kopf...

Ein Versuch... sie musste es versuchen!! Sie konzentrierte sich und versuchte die Stimmen beiseite zu drängen und den Wunsch auf Stille zu richten... deutlich spürte sie wie es sich ausbreitet in dem Raum und Baygons Blicke so wie die von Discipula Iola ließen sie gewahr werden, dass etwas auch für sie spürbar wurde. Wenn sie auch erst irrtiert schauten, sie spürten ganz sicher etwas nur was es war ließ sich nicht einordnen. Es kostete soviel Kraft... Schweiß stand auf ihrer Stirn als sie versuchte nur diesem einen Streben nachzuhängen.. und dann... riss es ab..

Enttäuscht und entmutigt sackte sie in sich zusammen... War es das nun? Nach einer Weile von Kopfschmerz und Pein im Kopf gebeutelt folgte sie dem Streitgespräch des Scolaren mit dem Magister...

In dem Moment als der Magister dem Scolaren einen Feuerball entgegen hielt um ihn Respekt zu lehren, zog es sich in ihrem Kopf zu einem einzigen langen Schrei zusammen... Sie spürte die Kraft in sich.. und als der Scolar sein Rapier zog, brüllte sie es heraus und schleuderte ihr ganzes Wollen und Wissen in den Raum:

SCHWEIGT STILL!!!

......................................................................................................................................................................................................................

Ruhe.. himmlische RUHE!! Träumte sie?? doch nein, die Discipula sah sie völlig perplex und entsetzt an. Scolar Tilianas versuchte tonlos Wörter zu formen und auch Baygon sah sie nur entsetzt mit Griff an seine Kehle an..

Kaum das ihre Konzentratrion abriss, versuchten beide krächzend ihrer Stimme Herr zu werden..

Reika saß derweil erschöpft und verschwitzt aber dennoch erleichtert auf ihrem Stuhl.

Sie hatte es wiederholt!

Und nun wusste sie auch wie es zu wirken war.

Ermattet und zufrieden kritzelte die Feder über das Pergament.. diese Ruhe in ihr die sie erfüllte, war einfach himmlisch!..
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