Gequälter Geist... Gepeinigte Seele... [BEW Spieler Quest]

Tyrius Sendar

Gequälter Geist... Gepeinigte Seele... [BEW Spieler Quest]

Beitrag von Tyrius Sendar »

Der kalte Wind zerrt an seine Robe und sein Umhang flattert wild im Wind umher.
Seine Haare zerzaust und mit Schnee durchzogen. Dicke weiße Flocken gepaart mit einigen Eisstückchen schlagen Tyrius ins Gesicht.
Sein Gesicht ist dem Wind entgegen gewandt und die Augen sind geschlossen.

Diese Ruhe…
Diese Stille…
Diese Einsamkeit…

Tief zieht er den Atem ein und lässt die kalte Luft in seine Lungen strömen.
Beim Ausatmen wieder eine kleine Dunstwolke auf die Reise mit dem Wind schickend.

Diese Kraft…
Diese Ausdauer…
Diese Stärke…

Der Wind, unaufhaltsam brandet er wie das Meer an eine Steilküste an die Mauern der Eisenwart.
Die soliden und mächtigen Mauern, die den Bewohnern Schutz und Ruhe garantieren sind es, die auch der Wind nicht überwindet und so liegt der Burghof beinahe unberührt da.
Der Wind peitscht darüber hinweg und fegt um die Ecken der Mauern herum.
Der Schnee ist mit leichten Furchen versehen, wo der Wind sich stetig seinen Weg sucht.

So mächtig die Mauern auch sind, der Wind nutzt doch jede ungeschützte Stelle und so man sich also auf das Dach begibt trifft die Kraft des Windes einen mit voller Stärke und Unbarmherzigkeit.
Doch genau diese Macht des Windes ist es, die Tyrius suchte, als er die Nacht hoch auf den Westturm stieg um über vergangenes Nachzudenken.
Ruhe und Stille war es nun die er brauchte.
Und da kam der Wind ihm gerade recht.

Auch in der Burg gab es nur wenige, die so Töricht waren sich so hoch auf die Burg zu wagen, bei diesem Wind, denn ungefährlich war es nicht wirklich.
Erfasste einen eine heftigere Böe, so konnte man Gefahr laufen vom Turm herunter geworfen zu werden.
Doch Tyrius glaube ließ ihn der festen Überzeugung dort verharren, dass der Sternenvater, so eine solche Böe kommen würde, nicht zulassen würde, dass er fiele.

Noch einmal zieht er den Atem ein und füllt seine Lungen mit der eisigen Nachtluft.
Dann schweifen seine Gedanken langsam ab.
Und langsam aber sicher nähern sie sich der gewaltigen Last, welche derzeit auf seinen Schultern ruht.

Die Heilung einer Wahnsinnigen…
Die Heilung einer Gepeinigten…
Die Heilung einer Besessenen…
Die Heilung einer Kranken…

Nein… Krank war sie mit Sicherheit nicht…
Denn sie konnte ja schließlich nichts dazu…
Der Geist in ihr ist es, der sie so handeln lässt wie sie handelt…
Sie trifft keine Schuld…
Doch sollte es nun endlich an der Zeit sein, sie zu erlösen…

Der Beginn war bereits getan und ihm war es gelungen ihre Probleme zu erkennen…
Ihren Geist zu Beruhigen war ein gutes Stück Arbeit gewesen, doch war es ihm gelungen sie von dem Einfluss des Geistes zu entziehen.
Nun musste der Geist „nur“ noch aus ihr heraus…

Und dies stellte sich als das größere Problem dar…

Er hatte Janus konsultiert und dieser hatte ihn in das Geheimnis des Exorzismus eingewiesen.
Es hieß nun also einen solchen Ritus vorzubereiten.
Es würde ein Zusammenspiel werden….

Ein Zusammenspiel aus der Kraft eines Magiers und der göttlichen Kraft, gespendet durch den hohen Sternenvater…
Doch so kraftvoll ein solches Zusammenspiel auch sein mochte, so brauchte es dennoch Vorbereitung..
Der Geist sollte nicht nur aus ihr vertrieben,… sondern auch verbannt werden… gebannt in einen Gegenstand…
Es gab bereits eine recht genaue Vorstellung, doch hierzu benötigte man viel Hilfe.

An am Nachmittag hatte Tyrius mit dem Tribun gesprochen gehabt.
Die Besessene sah ihn nicht nur als ihren Vater an, sondern er sah sie auch als sein Kind. So hatte es zumindest den Anschein…
Armoran hatte Tyrius seine Hilfe zugesichert gehabt. Auch wenn dies bedeutete vorerst unter der Hand des Fürsten handeln zu müssen. Denn der Fürst hatte wohl etwas gegen den Magus, den er als Hilfe für das Ritual ausgewählt hatte.
Das hieß also, Tyrius musste noch einmal mit dem Fürsten über dieses Thema sprechen, doch zumindest die Hilfe des Tribuns war gesichert und die Legion würde bald beginnen, das zu besorgen, was er den Tribun gebeten hatte zu besorgen…

Ein weiterer Schritt war getan…




Erneut fegt eine Böe über das Dach und drückt kraftvoll gegen Tyrius, der daraufhin einen Schritt beiseite macht um einen festeren Stand einzunehmen.
Die Winde hier oben änderten ständig ihre Richtung und dies führte meist dazu, dass man sich nicht so recht darauf vorbereiten konnte. Einziges Hilfsmittel für ihn war sein Stab, mit welchem er sich nun auf dem Boden abzustützen begann.
Drei Beine waren fester als zwei…
Und wieder schließt er die Augen, seinen Geist wandern lassend…



Doch der Tag war noch Ereignisreich verlaufen.
Am Abend war er auf den Fürsten getroffen… und dieser… er war guter Laune gewesen…
Die Chance?
Diese Möglichkeit ihn einmal bei guter Laune zu erwischen hatte er ausnutzen wollen und gesagt getan war er kurze Zeit später dann im Besprechungsraum des Fürsten gewesen.
Er hatte dem Fürsten noch einmal sein Problem dargelegt…
Im Prinzip waren es die gleichen Worte wie er schon einmal nannte, doch dieses Mal legte er mehr wert auf das Drängen..
Er würde ihr nicht mehr lange so helfen können und dann würde dies dazu führen, dass der Geist noch mehr an Kraft dazu gewinnen würde.
Es hieß also nun dies zu Ende zu bringen und dies ginge nur mit der Zustimmung des Fürsten.
Und so redete und redete Tyrius auf den Fürsten ein.
Beschrieb das Problem, was man vor hatte und warum die Hilfe des Magus von elementarer Bedeutung für das ganze wäre…

Der Fürst wurde zunehmend verärgerter, doch Tyrius Kopf steckte ohnehin schon zu tief in der Schlinge, als dass er nun noch einen Rückzug hätte unternehmen können, und so wagte er es, weiter auf den Fürsten einzureden. Mehr und mehr schien diesen das zu Verärgern, … bis Tyrius dann merkte, dass er an eine Grenze stieß, die er besser nicht ausreizen sollte und sodann schwieg er.

Der Fürst brauchte eine Weile… entweder um sich die Worte zurecht zulegen, die er nun auszusprechen gedachte…
Oder aber um Tyrius zu verunsichern… doch... warum sollte er sich verunsichern lassen?
Er wollte ihr helfen, und das würde nur über den Fürsten gehen…
Und Tyrius selbst würde sie lieber umbringen letztlich, als dass er sie zurück in die Qualen und in die Fänge des Geistes lassen würde…

Der Fürst schien dies zu merken… oder es zu ahnen…
Denn dann begann er zu sprechen…


„Ich will euch eine letzte Unterstützung im Falle Shessidyr geben.
Dieser Magier darf euch unterstützen.
Allerdings ...
will ich vorgesorgt haben…
und Ihr werdet für die Situation zur Rechenschaft gezogen.
Wird etwas schief laufen, werdet Ihr dafür büßen. Und er natürlich.
Ich werde Legionäre abstellen, die ihn bei einer Abweichung sofort erschlagen.
Und ich werde euch beobachten.
Sehr genau.“


Ein langsames Nicken seitens Tyrius war die Antwort.
Es war ungewiss, wie sie aus diesem Zustand heraus kommen würde, doch war es dies Risiko allemal wert und sie damit zu befreien von diesem Zustand.


„Wichtig ist mein Fürst…
Shessidyr darf von alle dem nichts aber auch rein GAR nichts erfahren…
Der Geist könnte sonst Gegenmaßnahmen ergreifen, welche es uns erschweren würden zu agieren.“


Ein verstehendes Nicken seinerseits war die Antwort.

Das Licht Horteras und das Wissen Phanodains würden es möglich machen…




Erneut greift eine Böe nach dem Grübelnden auf dem Dach. Stärker und kraftvoller als zuvor.

„Es wird eine stürmische Nacht…“, kommt es dem Mann nur leise über die Lippen
als er sich wieder an den Abstieg vom Turm hinab macht.

Seine Schritte tragen ihn langsam hinaus in die Nacht.
Zuletzt geändert von Tyrius Sendar am Samstag 23. Februar 2008, 14:39, insgesamt 1-mal geändert.
Tyrius Sendar

Beitrag von Tyrius Sendar »

Am nächsten Morgen schlendert Tyrius gemütlich über den Burghof.
Die Nacht war überaus ruhig gewesen und die Besessene hatte keine großen Probleme gemacht.
Die einschläfernde Wirkung des Mohns tat ihre Wirkung gut und beruhige ihren Geist und ihre Gedanken.

Langsam tritt er dann in den Rittersaal ein und schaut sich einen Moment um.
Als er niemanden weiter erblickt, setzt er sich kurzerhand an den Tisch und zieht sich einen Pergamentbogen heran.
Eine Feder wird herausgekramt und in die blaue Tinte getaucht.

Nur wenige Augenblicke später wird ein Legionär mit einem gesiegelten Schreiben zu ihrem Haus aufbrechen und es dort für sie abgeben. So er niemanden antreffen wird, wird das Schreiben in ihrem Briefkasten landen.

Wenn sie das Schreiben dann irgendwann finden sollte und es entrollt, dabei das Siegel der Eisenwart brechend, werden ihr folgende, in blauer Tinte verfasste Worte offenbart werden.

Der Mauer Schutz und des Sternenvaters seyn Segen, Amarissa,

ich wende mich an dich, mit einer Bitte von äußerster Dringlichkeit,
stelle auch bitte die Fertigung der Kissen für mich in den Hintergrund,
denn dieser Auftrag hat Vorrang vor allem anderen.

Ich brauche Robenüberwürfe, die weit genug geschnitten sind um über Plattenrüstungen geworfen zu werden.

Diese Roben müssen mit Hexenstahlfäden durchwoben sein.
Denk dir bitte eine Möglichkeit aus, doch ist es dringlichst erforderlich, dass dieses Metall in den Roben enthalten ist.
Es mag sich seltsam anhören, doch tue es bitte einfach, so du fragen diesbezüglich hast, wende dich an den Tribun.

Wir brauchen an der Zahl, für jeden der Burg eine Robe.
Außer für mich selbst.
Somit kannst du dir die Anzahl errechnen.

Meinen Dank,
Erzähle niemandem von deinem Auftrag, bis ich persönlich mit dir sprach.

Heil der Eisenwart,
und des Sternenvaters Segen,

Tyrius Sendar
Inquisitor der Eisenwart
Diakon des Sternenvaters


Das Pergament wird in einem ausgezeichneten Zustand sein.
Amarissa

Beitrag von Amarissa »

Sogleich las sie das sauber geschriebene Pergament und bereitetet soweit schon alles vor. Jedoch suchte sie Tyrius nochmals persönlich auf um geneueres zu erfahren über die Machart der Roben. Nachdem alles geklärt war ging sie wieder zu ihrer Truhe und schnappte sich die Vorbereiteten Garne und Hexenstahlfäden, die sie aus der Schmiedetruhe genommen hatte.

So ziehmlich die ganze Nacht verbrachte Amarissa damit aus den Garnen und den Hexenstahlfäden einen feinen Stoff zu weben. Immer wieder fing si von neuem an, da es nicht so recht gelingen wolte. Als der morgen schon graute und der Hahn im Hühnterstall begann zu krähen hatte sie endlich einen großen, dicken Stoffballen vor sich liegen auf dem der ganze Stoff aufgewickelt war.
Mit einem Seufzen und einem recht müden aber glücklichen Lächeln legte sie sich für einige Stunden in ein Bett im Burg eigenen Schlafsaal.
Doch nicht länger wie vier Stunden konnte sie schlafen, da sie das Mittagessen für die Burgbewohner zubereiten musste.
Nachdem alles fertig war und auch der Abwasch des dreckigen Geschirrs vollendet war ging sie zurück in die Schneiderei.
Sie suchte sich die Formen für die Roben heraus und begannt alles auf den Hexenstahlstoff zu zeichnen. Danach suchte sie sich eine sehr robuste und große Schere heraus die den Stoff mühelos durchschneiden konnte. Alle Formen schnitt sie sorgfälltig aus und stapelte sie auf dem Schreinereitisch in der Burg.
Nacheinander nahm sie sich nun die Formen und begann sie zusammenzunähen. Am ersten Tag hatte sie 3 Roben fertig bekommen doch noch weitere warteten darauf gefertig zu werden. So dauerte es mehrere Tag bis alle Roben fertig waren und sie Tyrius jene überreichen konnte.
Tyrius Sendar

Luft.. Erde... Wasser... oder auch DREI von VIER

Beitrag von Tyrius Sendar »

Ruhig ist Tyrius sein Blick zur Decke des Hauses gerichtet.
Die blaugrauen Augen ruhen auf einem einzigen Punkt.
Und er lauscht den regelmäßigen Atemzügen Synessias an seiner Seite.
Seine Augen wandern weiter zur Seite zum erloschenen Feuer des Kamins.
Hinüber zu den Fenstern und dem Schnee der draußen weiter auf den ohnehin schon weißen Boden fällt.
Dann zum Tisch, wo fest und stabil eine Kiste an diesen gezurrt wurde.
Insignien sind auf diese Kiste gezeichnet von denen ein schwaches leuchten ausgeht.
Hellblau pulsieren diese leicht.
Die Kiste… ruhig steht sie da… nicht einmal das sie im Stande wäre sich zu rühren, doch nicht einmal ein Zittern von dieser.

Es war geschafft…
Und Tyrius versinkt wieder einmal in Gedanken…



Man hatte sich am letzten Abend in der Burg getroffen. Einige der Legion hatten wohl die Idee gehabt eine größere Jagd zu veranstalten. So eilte Tyrius rechtzeitig am Abend zur Burg hinüber.
Ihm hatte nichts daran gelegen an einer Jagd teilzunehmen, da sein Geist ohnehin schon geplagt genug war derweil, doch wollte er versuchen diese Jagd für sich zu nutzen…
Als er den Burghof betrat und sich den Schnee von den Kleidern geklopft hatte, kamen ihm bereits die Ersten entgegen, die sagten, dass man sich hier treffen würde.
So führte Tyrius sein Pferd also in den Stall und als er heraus kam, war der Tribun anwesend.

Nach einem kurzen Wortwechsel mit diesem war das Ziel des Ausfluges klar.
Man würde in die Tunnel gehen…
Auf die Jagd…
Nicht nach Gold oder Edelsteinen…
Nein..
Man würde auf die Jagd gehen,… nach Luft, Erde und Wasser…
Das Sammeln der ersten drei elementaren Teile, entnommen aus den Wesen selbst, war das Ziel am Abend geworden. Zwar brauchten Janus und Tyrius das Feuer auch noch, doch müssten hierzu sie dies wohl selbst erledigen, denn eine Flamme ließ sich nicht einfach so einsperren… und einen Brennstoff an einem Elementar zu entzünden, würde die Flamme zu sehr verunreinigen.

So machte man sich also auf gen Hafen.
Der Kapitän der Eisenwart hatte mit einem solch späten Aufschlagen der Burg nicht mehr gerechnet, aber hatte er doch schnellstmöglich das Schiff Seeklar machen lassen und seine Besatzung kurzerhand so auf Trab gebracht, dass das Schiff auch nur wenige Augenblicke später bereits auslaufen konnte.
Ein Vorteil, wenn der Fürst Dauerbereitschaft befahl.

Die Fahrt gen Bajard war ruhig und so war es ihnen möglich dort ungehindert und unversehrt das Festland zu betreten. Auf der Pier formierten sie sich neu und marschierten dann geordnet und in Formation zum Hauptweg hinüber.
Auf dem Weg zu diesem liefen sie dem Justiziar Bajards über den Weg, welcher skeptisch und zugleich erbost darüber war, dass man ihm nicht sagen wollte wohin die Eisenwart ziehe.
Doch das ihn dieses einen Dreck anging wollte ihm wohl nicht so recht bewusst werden.

[img]http://trillians.tr.funpic.de/UltimaOnline/Alathair/BEW/Elementarjagd.jpg[/img]

Man schlug ein strammes Tempo an und schon bald war die Legion der Eisenwart in den Wäldern um Varuna verschwunden, zielgenau geführt zum Eingang in die Tunnelgewölbe.
Vor Ort wurde dann die Formation aufgelöst und diejenigen, die schon bei der Abreise von Lameriast Gefäße von Tyrius erhalten hatten, sollten sich nun die Elementarwesen aufteilen.
Sie sollten diese nicht alleine Bekämpfen nein… aber sie sollten die Teile aus den Elementaren entnehmen. Wichtig hierbei war, dass diese Wesen noch am Leben waren, denn beim Sterben eines Elementares, so man es denn überhaupt so nennen kann bei diesem Urzeitgeistern, fielen diese in sich zusammen und bei den meisten blieb dann nichts auf der unsrigen Ebene zurück.




Leise atmet er durch.
„Diese Gefäße … “, schießt es ihm unwillkürlich durch den Kopf, „ … es hatte ihn viel Kraft gekostet diesen die entsprechende Weihe zukommen zu lassen und sie so sehr zu reinigen, dass keine Verunreinigung des Elementes auftreten konnte. Immerhin mussten sie dann die Kraft der Elemente aushalten können.“
Er hatte diese Gefäße den Abend zuvor die ganze Nacht hindurch einer Behandlung unterzogen.
So waren sie also Geweiht und Gereinigt fertig zu der Jagd. Alle mit einem Deckel versehen, der am Gefäß eingehakt werden konnte, damit alles auch dicht und fest verschlossen wurde.
Nicht auszudenken, wenn die Luft mit einem Male wieder entweichen könnte oder das Wasser einen eben solchen Weg finden würde. Denn dann hätte man alles noch einmal machen müssen.

Dann sinkt er wieder langsam in Gedanken.



Man begann dann mit dem Abstieg in die Gewölbe.
Tiefer und tiefer arbeitete man sich voran.
Untote Geschöpfe und riesenhafte Gebilde aus Fleisch und Blut säumten zusammengesunken und tot den Weg der Eisenwart hinab in die Gewölbe.
Der Tribun führte sie tiefer und tiefer, bis er schließlich an eine Stelle kam wo er Einhalt gebot.

Der Weg hier her war noch recht einfach gewesen. Der Rückweg würde schwieriger werden, denn dabei musste man drei Leute schützen. Es blieb nur zu hoffen, dass das Gesöcks sich dann noch in den Erdlöchern verkrochen halten würde um nicht unter die Klingen und Keulen der Krieger zu kommen.

Doch das größte Problem lag nun erst einmal vor ihnen.
Als Tyrius einmal die Augen schloss und diese dann nach ein zwei gemurmelten Worten wieder öffnete, konnte er in den Gängen, die sich nun um sie herum auftaten, Schemen und Umrisse wandeln sehen.
Man war also soweit…

Doch waren jene auch bereit, die die Teile entnehmen mussten?
Tyrius hatte diese einer längeren Musterung bedacht und dabei festgestellt, dass sie genauso unsicher waren, wie die Krieger, die nichts anderen tun durften, als diese Wesen, so mächtig und gefährlich sie auch waren, abzulenken.

Sie durften nicht ihre Waffen gegen das Wesen erheben oder gar es vernichten, ehe nicht ein Teil entnommen worden war. In der Theorie hatte alles so einfach geklungen…

Dann gab der Tribun den Befehl.
Der Gefäß träger gestärkt und geschützt durch die Kraft des hohen Sternenvaters, schritt voran um ans Werk zu gehen.

Wabernd und wild fauchend, fegte das Luftelementar durch die Höhle und es war schwer für die Krieger es in Schach zu halten, während Amarissa sich daran machte und versuchte, mit dem Gefäß nahe genug an das Elementar heran zu kommen um etwas der wirbelnden Luft einzusammeln.
Doch dann geschah es.
Ein kleiner Wirbel löste sich vom Elementar, wohl mit dem Ziel gewesen, Amarissa hinfort zu fegen.
Doch reagierte die Schneidermeisterin exzellent.

Die Ausbildung der Eisenwart, welche einen jeden Bewohner zwang Kampfkunstunterricht zu nehmen, hatte sich offenbar bei ihr ausgezahlt. Und es gelang ihr den Wirbel geschickt in dem Gefäß aufzufangen und schnellstmöglich den Deckel auf dieses wieder darauf fest zu haken.

Doch steigerte dies nicht unbedingt die Laune des Urgeistes und er wirbelte fauchend auf Amarissa zu, diese das Gefäß, worin weiterhin die Luft des Elementargeistes wirbelte, fest mit den Armen umschlossen hielt.

Dann ein Schlag.
Der Geist wandte seine Aufmerksamkeit dann den Kriegern zu, denn sie waren es gewesen, die rechtzeitig gesehen hatten, dass es geglückt war.
Und mit vereinten Kräften bezwangen sie den Geist.

Das Gefäß in Amarissas Hand vibrierte dabei Zusehens stärker. Der Teil des Elementes wollte zu seinem Körper zurück. Doch man musste diesen Teil daran hindern.

Und dann war es vorüber.
Die Luft war gefangen…

Glücklich und zufrieden gönnte sich die eisenwarter Legion eine kurze Verschnaufpause.


„Nun zum Erdelementar! Legion! MARSCH!“, hallte dann jedoch schon sehr bald der Ruf des Tribuns durch die Höhle und man setzte sich wieder in Bewegung.

Und schon bald kam es so, wie man es sich erhofft hatte.
Die Erde brach auf und ein Wesen aus Stein, Lehm, Schutt und Schlamm wuchs vor der Legion förmlich aus dem Boden heraus.

Und ungestüm und wild mit den gewaltigen Armen umher schlagend, stürmte das Massiv auf die Legion zu. Die Krieger bildeten sogleich einen Schildwall.

Es war dieses Mal an Kajol etwas aufzusammeln.
Der Tribun hatte sich seinen Streithammer geschnappt um ein Teil des elementaren Körpers herauszuschlagen. Und so holte er geschützt durch den Schildwall aus, mit aller Kraft, die er im Stande war aufzubringen und mit zusätzlichen Kräften gesegnet, wild und erbarmungslos, fuhr der Hammer hernieder.
Es folgte ein dumpfer Schlag und das Elementar brüllte aus Leibeskräften auf.
Wut und Hass, Zorn und Rachelust, klang in dessen Gebrüll mit. Es benötigte mehrere dieser Schläge um endlich ein Teil heraus zu lösen. So schlich der Tribun also immer im Schutz des Schildwalls um den unförmigen Körper herum, um hier und dort einen Schlag auszuführen.
Kajol folgte ihm dicht bei, um bei einem herauslösen eines Teiles, dieses sofort aufzufangen.
Es dauerte eine ganze Weile. Eine ganze Weile wo das Elementar mit aller Kraft auf den Schildwall ein drosch.
Der Ein und Andere Schild bekam so manch eine Delle und der ein oder andere Legionär wurde auch durch die Luft geworfen.
Doch letztendlich gelang es der Legion auch ein Erdteil an sich zu bringen und das Elementar verging im Staub und Dreck der Höhle.

Als es fiel ging ein Aufatmen durch die Reihen der Legion und es folgte wieder eine kurze Verschnaufpause.
Es war, wie durch pures Glück, noch niemand großartig verletzt worden.
Ja, Prellungen und Schrammen waren nicht der Rede wert, aber großartige Verletzungen blieben aus.
Bislang…
Man sollte es nicht beschreien…

Dann ging es wieder los.
Man marschierte noch ein Stück tiefer in die Höhlen und fand sich schließlich an einem kleinen See im Innern des Gewölbes wieder. Sonderlich tief schien dieser nicht zu sein, doch würde er einem Wasserelementar hervorragende Möglichkeiten geben. Man würde also schnell handeln müssen.
Ehe das Elementar das Wasser zu seinen ‘Füßen‘ gegen einen verwenden können würde.

Der Tribun ließ erneut einen Ruf durch die Gänge der Höhle verlauten und schon stürmte man voran.
Jene, die nun bereits mit Gefäßen beladen waren, hielten sich im Hintergrund, damit beschäftigt, die Gefäße an sich zu pressen, welche nach wie vor zappelten und ruckelten.
Mit dem Zwang sich zu befreien.

Kaum waren die Krieger nahe an den kleinen See heran gekommen, da brodelte das Wasser mit einem Mal auf und zwei Elementare erhoben sich aus dem Wasser des Sees.
Rauschend und blubbernd, spritzend und gurgelnd, kamen sie mit tiefem durchdringendem Gebrüll auf die Krieger zugestürmt.


“Zuerst auf jenes auf das ICH gehe Legion!“, brüllte der Tribun und stürzte sich bis zu den Knien in das Wasser um den ersten der Urgeister anzugehen.
Mit einer gewaltigen Kraftaufwendung wurde das Elementar bezwungen, ehe man das andere dann abzulenken begann.

Lynred war nun an der Reihe und stürmte vor.
Getarnt hinter einem Schildwall und zugleich auch selber direkt auf das Wesen zustürmend, hob er das Gefäß hinter seinem Rücken an. In der anderen Hand das Schwert führend.
Ein frontaler, wilder und direkter Angriff folgte. Doch statt die Klinge durch das Elementar zu reißen, nahm er den anderen Arm nach vorn und führte das Gefäß durch einen Seitenfluss des Geistes und füllte diesen mit dessen Inhalt.
Wie bei den anderen Elementargeistern, versuchte auch hier nun wieder das Wasser zu seinem Körper zurück zu gelangen, doch schnell hatte Lynred den Deckel auf das Gefäß gepresst und ihn eingehakt.

Das Elementar, wohl aus Sorge, dass dies noch einmal geschehen könne, zog sich auf das Wasser zurück. Bis es in der Mitte des kleinen Sees war.

Die Krieger bildeten weiter den Schildwall.
Dann riss das Elementar mit einem mal die arm ähnlichen Gebilde seines Körpers empor und eine Wand aus Wasser türmte sich vor den Kriegern auf.


“LEGION! ZURÜCK!!!“, hallte es darauf hin durch den Gang.
Sofort setzten diese sich in Bewegung und es gelang ein mehr oder minder geordneter Rückzug, denn das Elementar setzte ihnen nach.

Doch ein grelles Aufleuchten und ein Knistern in der Luft später, drei , vier sauber geführte Schläge und doppelt so viele Rufe danach, war es vorbei.

Als das Elementar den Kriegern folgte, hatte er einen kleinen Energiestoß in Richtung des Elementars abgegeben und das Wasser hatte diesen weitergeleitet an das Elementar selbst.
Die kurze Zeit der Verunsicherung, woher dies gekommen war, nutzten Armoran und Keldaron um dem Elementar den Garaus zu machen.
Und es verging im Wasser des kleinen Sees.

Geschafft und erschöpft sammelte man sich wieder am Ausgangspunkt in der Höhle und atmete erst einmal durch.

Es war gelungen…

Luft…
Erde…
Wasser…

Es fehlte nun noch das Feuer…
Das Feuer...

Hierüber würde er mit Janus beraten müssen, und zusammen mit ihm dieses beschaffen müssen, denn ein Krieger würde zwar gegen dies Kämpfen können… Nicht aber könnte er eine Flamme magisch speisen…
Und eine andere Möglichkeit würde es nicht geben, denn alles andere würde die Flamme verunreinigen….




Ein tiefes Durchatmen und ein erneuter Blick zu der Gesegneten und Geweihten Kiste hinüber, worin nun die Gefäße mit den Teilen waren.

Er würde auf sie acht geben müssen.
Kein sonderlich großes Interesse hatte er daran, dass die Teile entkamen.
Doch dürfte ihnen dies schwer möglich sein.
Denn die Kiste ist fest an den Tisch gebunden. Insignien und der Segen Horteras liegen über jener Kiste und bald könnte auch Janus einen entsprechenden Zauber darüber legen.
Dann dürfte kein Problem mehr bestehen.

Doch offenbar hatten die Teile sich langsam beruhigt.
Geradezu als wüssten sie das ihre Körper nun in unerreichbarer Ferne waren… und vergangen…

Weiterhin lauscht er nur auf das gleichmäßige Atmen Synessias und langsam schließt er noch einmal die Augen.
Die nächsten Tage würden ebenso anstrengend werden wie die bisherigen…
das hieß, ruhen solange man konnte…
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Shessidyr Shartir
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Stumme Gedanken

Beitrag von Shessidyr Shartir »

Das stechende Pfeifen des kalten Winterwindes war immer wieder zu hören. Launisch, unberechenbar... ja, wie eine gespenstische Musik.

Die Vorhänge flatterten immer wieder herum, obwohl das bleikristallene Fensterglas jeden Wind draussen halten sollte. Doch seit Inquisitor Sendar den Raum für nahezu jeden sperrte, wurden auch keine Reparaturen mehr vorgenommen.

Sie fühlte sich so schlecht.
Sie hatte Hunger, wollte jedoch nichts essen.
Sie hatte Durst, wollte jedoch nichts trinken.

Wer war sie eigentlich?

Vor einigen Wochen wurde sie aus einem ewig scheinenden Traum erweckt. Gar nichts, ja kein Stück war mehr in ihren Gedanken verankert. Nur noch unwirsche und alptraumhafte Bilder durchstreiften ihren Geist, die sich immer wieder veränderten.

Was war sie eigentlich?

[img]http://www.artechock.de/film/image/kritik/b/bainhe.jpg[/img]

Sie wusste keinen Namen. Alle nannten sie "Shessidyr" . Ein seltsamer Name, er klingt vertraut. Aber war es wirklich ihrer? Und war diese Frage nicht egal? Sie hatte eh keine andere Wahl.

Seit sie vor zwei Wochen in dieser Welt voller Alpträume, fremden Gesichtern und wirren Gedanken erwachte, hatte sie kein Wort gesprochen. Nicht, weil sie es nicht wollte, nein.

Sie konnte nicht.

Egal, wie sehr sie sich anstrengte, mehr als ein hilflos wirkendes Krächzen kam nicht heraus. Es war wirklich seltsam. Sie hatte doch eine Zunge... und die Worte wusste sie auch... aber sie konnte sie nicht sprechen. Und sobald sie es versuchte, versagte einfach alles.

Nur einmal, ja, einmal bisher hatte sie es geschafft, etwas zu sagen. Als dieser Mann, an den sie sich dunkel erinnerte, sie von den Zinnen holte. "Aventius" hiess er, so erinnerte sie sich grob. Sie kannte ihn irgendwoher. Es war ihr unerschliesslich, woher, aber sie fühlte sich in seiner Gegenwart sicher - ein seltenes und seltsames Gefühl.

Aber auch er wollte sie nur wieder einsperren. Er hatte ihr versprochen, sie mit zu den Lichtern des entfernten Dorfes zu nehmen. "Neuhaven" nannte er es. Aber auch das war wohl eine Lüge. Er hat wohl geahnt, dass sie weglaufen wollte.

Dann war da noch dieser andere seltsame Mann. Tyrius Sendar nannte man ihn - er schien wichtig zu sein, denn er konnte mit ihr tun und lassen, was er wollte. Er war ihr unheimlich. Er schien sie zu kennen, doch sie kannte ihn überhaupt nicht. Und jedes Mal, wenn er kam, hielt er sie fest, dass sie sich nicht einmal mehr bewegen konnte und bescherte ihr weitere Alpträume. Sie wusste es genau - sobald die Türe sich öffnete, würde er wieder hereinkommen und ihr weitere Alpträume bringen.

Und Gegenwehr war zwecklos - sie war zu schwach. Er musste sie nicht einmal mehr festhalten. Also liess sie diese Tortur mittlerweile nur noch über sich ergehen und hoffte, dass es bald vorbei sein würde... sie kam sich so hilflos vor.

Es war immer das selbe: Sie sah ihn, Tyrius, und im selben Moment begannen ihre Gedanken, verrückt zu spielen. Als würden sie sich gegen die Präsenz dieses Mannes wehren.

Sie sah sie wieder - diese grässlichen Visionen, wie sie flehende Menschen tötete. Alptraumhafte Gestalten aus mehreren Körpern und bizarre Landschaften in denen sie sich verirrte. Und aus allen gab es kein Entrinnen. Und egal wo... überall wurde sie gefunden und kam auf eine grässliche Weise um. Und sobald sie in dieser unwirklichen Welt starb, schien auch ihr Geist wieder zu sterben... denn danach erinnerte sie sich wieder an nichts. Als wäre wirklich nichts gewesen.

Aber die Schmerzen, die sie in diesen Visionen spürte, waren da. Als ob ihre Gedanken die Kontrolle über ihren Körper übernommen hätten und alles, was sich in ihrem Kopf abspielt, auf einmal auch gefühlt wird. Es tat so weh...

Und ein jedes Mal, kurz bevor diese Visionen ihren grausamen Höhepunkt erreichten, sackte Tyrius schwach und kraftlos zusammen. Meistens auf ihr, dass sie von seinem Gewicht noch zusätzlich erdrückt wurde, während sie in ihrem Träumen wieder und wieder starb und alles fühlte, als würde es wirklich geschehen.

Eine grässliche Stimme lachte jedesmal höhnisch, als dies geschah und sang dann wieder und wieder...


"Träumst du wieder, Shessidyr?
Ja, ich weiss, dass du das tust!
Träume voller Gewalt!
Die Sonne neigt sich herab, läßt nur Schatten zurück,
Die Sicht verschwimmt vor den Augen, Nebel nehmen mir den Blick.
Ein schwarzer Mond grüßt mich um mich zu verführen,
Ja, über diesem Ort lastet ein Fluch und ich kann ihn spüren.

Ein Flüstern liegt in der Luft, sie schmeckt bitter.
Weit entfernt am Horizont versammeln sich die Schattenritter.
Schwarze Rösser schnauben, zertreten Schädel unter ihren Hufen,
Ihre Augen glühen rot und ich höre sie rufen.

Hörst Du ihren Ruf? Hörst Du ihren Ruf?

Weit entfernt in tiefster Nacht erheben sich Krieger zur nächsten Schlacht,
In der jeder verdient was er kriegt bis er selbst am Boden liegt.
Träume voller Gewalt.
Ist der Krieg erst verloren beginnt alles wieder von vorn,
Aus den Augen, aus dem Sinn, das ist wozu ich erkoren bin.
Träume voller Gewalt.

Wir führen unsere Schwerter, unsere Haut ist aus Metall,
Ganz wie es zu Lebzeiten war, doch Hochmut kam schon immer vor dem Fall.
Dem Leben knapp entronnen, doch hier gibt es kein Entkommen,
Es macht keinen Unterschied, meine Sicht ist verschwommen.

Es ist unbeschreiblich, was wir einander zumuten
Sündig vielleicht, denn meine Hände bluten.
Wir wissen genau wofür wir uns hier strafen,
Alles was ich habe sind Tränen und meine Waffen.

Hörst Du ihren Ruf? Hörst Du ihren Ruf?

Weit entfernt in tiefster Nacht erheben sich Krieger zur nächsten Schlacht,
In der jeder verdient was er kriegt bis er selbst am Boden liegt.
Träume voller Gewalt.
Ist der Krieg erst verloren beginnt alles wieder von vorn,
Aus den Augen, aus dem Sinn, das ist wozu ich erkoren bin.
Träume voller Gewalt.

Abgründe unserer selbst, die in uns lauern,
Für die Gefallenen kein Bedauern.
Gebunden durch ewigen Schwur,
Oh Herr, was taten wir nur?

Weit entfernt in tiefster Nacht erheben sich Krieger zur nächsten Schlacht,
In der jeder verdient was er kriegt bis er selbst am Boden liegt.
Träume voller Gewalt.
Ist der Krieg erst verloren beginnt alles wieder von vorn,
Aus den Augen, aus dem Sinn, das ist wozu ich erkoren bin.
Träume voller Gewalt.
Weit entfernt in tiefster Nacht erheben sich Krieger zur nächsten Schlacht,
In der jeder verdient was er kriegt, weit entfernt in tiefster Nacht.
Ist der Krieg erst verloren beginnt alles wieder von vorn,
Aus den Augen, aus dem Sinn, das ist wozu ich erkoren bin.
Träume voller Gewalt.
Träume voller Gewalt..."



Sie konnte es nicht mehr hören, nein...
Es wiederholte sich ständig.
Und wie ein Brandfleck sah und hörte sie immer wieder und wieder einen Namen...

TODESSANG

Sie konnte es nicht mehr hören. Schon so oft hatte sie versucht, sich das Leben zu nehmen, doch ging es nicht.

Als sie sich erwürgen wollte, konnte sie ihre Hände nicht bewegen.
Als sie einfach die Luft anhielt, atmete sie trotzdem weiter.
Als sie sich aus dem Fenster stürzen wollte, sackten ihre Beine zusammen.

Und immer wieder hörte sie eine Stimme in ihrem Geist sprechen...

TODESSANG


Immer öfters verlor sie sich selbst, tat Dinge, die sie nicht tun wollte. Und jedes Mal, als sie wieder alleine war, weinte sie bittere Tränen.

Was hatte sie nur getan, als dass sie ohne Namen, ohne Gedächtnis und ohne Stimme in dieser Welt strandete, in der es nur Träume voller Gewalt gab...

Würde es jemals enden...?
When I hurt you - you take it and you like it!
Aventius Vandokir

Beitrag von Aventius Vandokir »

Langsam sackt Aventius auf seinem Hocker nieder, um seinen täglichen Papierkram zu erledigen. Ständig irgendwelche Anfragen auf Kyara's und seine Waren. Ja, ihr Laden macht sehr guten Umsatz und es spricht sich auch scheinbar schnell um.

Doch heute war etwas anders. Etwas hinderte ihn an seiner Konzentration. Er konnte kaum einen klaren Gedanken fassen.

Kyara schlief hinter seinem Rücken seelenruhig während draußen ein recht heftiger Wind brauste. Einige Äste kratzen sogar fast Unheimlich an der Fensterscheibe direkt neben seinem Arbeitspult. Die Stirn gerunzelt, blickt er vom Fenster wieder zurück auf seinen Schreibtisch. Wie erwartet: Ein Haufen Briefe schmückten diesen. Leicht mag Aventius seufzen als er kurz zu Kyara blickt und dann aufsteht. Er brauchte etwas frische Luft. Ein wenig die Beine vertreten wird sicher ganz angenehm sein.

Er geht zu seinem Schrank und entnimmt leise seinen Ledermantel und hinterlässt Kyara einen kleinen Brief, auf welchem geschrieben steht, dass er etwas Zeit zum nachdenken brauche und nun etwas spazieren gegangen sei.

Er weiß nur zu gut, dass Kyara gerne nachts aufsteht.



Langsam schließt er hinter sich die Türe und blickt in die tiefschwarze Nacht hinein.


"Welch ein Dreckswetter..."

murmelt Aventius zu sich selbst, als er sich die Kapuze überschlägt und die Treppe hinab läuft, Richtung Burg.

Der Boden war schlammig und die Luft noch immer erfüllt von Feuchtigkeit des Sturmes, der noch bis vor einiger Zeit hier tobte. Mit leicht gesenktem Kopf und großen Schritten, kam Aventius der Burg immer näher.

Gedanken schossen durch seinen Kopf. "Shessidyr..." Murrte er leise.



"Allmählich mache ich mir echt Sorgen um Tyrius. Lange hält der junge Kerl das nicht durch."


Endlich einmal blickte Aventius auf und vor ihm erstrahlte die Burg mit ihrer Angsteinflößenden Aura. Es sah schon ziemlich Gruselig aus, in einer verstürmten Nacht die Burg zu besichtigen. Doch die Schritte wurden nicht langsamer, sondern wurden noch sicherer. Ja, die Burg strahlte Sicherheit aus!

Allerdings auch nur wenn man dieser Angehört.

Die Schritte trugen Aventius nun letztendlich zum Eingang der Feste und er trat ein. Die Schmutzigen Stiefeln machen sich sicherlich gut in der Hauseigenen Taverne, dachte sich Aventius. Endlich konnte er sich hier einmal entspannen.

Es ist schon fast eine alltägliche Sache hierher zu kommen. Zumindest Nachts. Entweder wegen des guten Weines oder es liegt einfach an die Anziehung.. Die Anziehung an Shessidyr. Schließlich ist sie direkt über ihn. Leise setzt er sich zu seinem gewohnten Platz und legt dabei seinen Stab zur Seite. Gemächlich trinkt er seinen Met und schaut nachdenklich auf den Tischboden.



"Wann wird das ganze wohl ein Ende haben?"

"Oft habe ich das nicht erlebt..."

"Normalerweise wäre sie schon kurz davor..."

"Tyrius braucht endlich Hilfe. Alleine ist es nicht zu schaffen."

"Ist es außerdem wirklich nötig sie wie ein Tier wegzusperren?"

Leise Grummelt er auf, als ihn letzteres Auffällt

"Ich mag nur hoffen, dass sie sich auch an alles erinnern wird..."



"Diese Gedanken sind doch Zeitverschwendung! Handlung ist gefragt"


spricht er leise als er immer noch starr zum Tischboden schaut.

Erneut nimmt er einen kräftigen Schluck seines Mets, was den Krug allerdings fast leert. Alte Zwergengewohnheiten... Schmunzelnd dann über den Anblick des Kruges und erhebt sich nach einiger Zeit aber schon wieder, noch kurz über seine zwergischen Kameraden in der königlichen Armee sinnierend. Seinen Stab allerdings lässt er liegen, wie auch seinen Mantel. Seine Schritte führen ihn auch nicht aus der Taverne sondern hoch zu den Schlafgemächern...

Die Treppen knarrten etwas, als er sich langsam nach oben begibt, um zu sehen ,ob dort alles in Ordnung sei.

Nach den Stufen und leichten schnaufen von Aventius, steht er dann vor dem Zimmer, wo Shessidyr einquartiert wurde.

Nein, nicht einquartiert! Eingesperrt! Es gefällt ihm immer noch nicht Shessidyr anlügen zu müssen. Erst vor kurzem, musste er ihr versprechen, sie zu Neuhaven zu begleiten.. Aber dies konnte er nicht halten, da die Gefahr zu groß war, dass sie fortlaufen könne. Und das hätte sie getan.

Die hölzerne Tür vor ihm strahlte irgendwie etwas aus. Eine gewisse Kühle. Es erschien so, als würde diese Tür nicht in ein Gemach der Eisenwart führen, sondern in ein anderes Reich. Ein Reich des Wissens. Der Gewissheit, dass dort ein Ungeheuer lauert. Ein Ungeheuer, welches eigentlich keines ist. Eines, das missverstanden wird und kontrolliert wird.

Es mag wirklich schwer für manch Außenstehenden erscheinen, dass diese Kreatur eine einst Normaldenkende Person war.

Viele würden Zweifeln, dass sie überhaupt noch heilbar ist.



Gedanken kommen und verschwinden wieder...

Augenblicke vergehen...

Minuten vergehen...



Die Zeit rennt förmlich...



Aventius blinzelt dann auf.
Vor sich die Tür.
Im Nacken ein doch recht seltsames Gefühl.

Mag es Angst sein?
Es ist nicht das erste Mal, dass sie ihn angriff.

Letztendlich atmet er einmal tief durch
und öffnet dann leise die Türe, in der Hoffnung

sie würde schlafen.



Es muss einer auf sie Acht geben wenn niemand da ist...
Tyrius Sendar

morgendlicher Bericht - Schon Gewohnheit!

Beitrag von Tyrius Sendar »

Leise zieht Tyrius die Luft ein und seine Augen wandern durch den kleinen Raum. Das Feuer wieder einmal erloschen und draußen vor den Fenstern fällt weiter der Schnee zu Boden.
Wenn es so weiter gehen würde, würden sie irgendwann alle eingeschneit sein.
Einen Augenblick verharren seine Augen auf dem Fenster und dem weißen Treiben draußen, als ein Geräusch an sein Ohr dringt.
Ein leises Schnauben.
Offenbar trieb sich also jemand draußen herum, sonst würden die Pferde keinen Grund haben, sich derart zu verhalten.

Langsam hebt Tyrius daraufhin die Decke an und krabbelt darunter hervor.
Die Decke dann wieder sorgsam um die noch schlafende Gestalt wickelnd, wird er mit der anderen Hand bereits seine Robe heranziehen und diese sich überwerfen.
Es gab im Prinzip nur eine Person, die dies nun sein konnte und so geht Tyrius kurzerhand in den Vorraum des Hauses und dann an die Haustür.
Gerade im rechten Moment, wie man Meinen könnte, öffnet er diese und der vom Schnee überzogene Aventius blickt Tyrius nur mit einem verwunderten Blick an.

"Der Mauer Schutz Aventius, und den Segen des hohen Sternenvaters mit dir…" , entgegnet Tyrius mit einem leichten Schmunzeln auf den Gesichtszügen.
"Der Mauer Schutz, Tyrius", kommt es ihm dann leise bibbernd von den Lippen.

"Na komm rein und dann erzähl mir was los ist, aber möglichst leise bitte…" , und langsam führt Tyrius Aventius dann ins Haus hinein und hinüber in den Wohnraum, wo er sich daran macht, das Feuer im Kamin neu zu entfachen.
Die schlafende Synessia in dem Kissenberg und der großen Decke, wird Tyrius scheinbar nicht im Geringsten hindern, Aventius weiter ins Haus zu bitten.
Stumm deutet Tyrius zum Tisch hinüber und geht dann selbst zu einem Hängeschrank hinüber, dort nimmt er einige Dinge heraus und schließt diesen ebenso leise wieder, wie er ihn geöffnet hat.
Dann setzt er sich Aventius gegenüber an den Tisch und stellt einige Brotlaibe, ein wenig Wurst, Käse und Butter, wie auch einige Krüge Milch auf den Tisch, ehe er dann Aventius abwartend anblickt.

"Ähm.. Tyrius,. willst du nicht erst einmal hören, was die Nacht war?" , fragt dieser nu deutlich verunsichert.
"Weißt du Aventius. Wenn es etwas Bedrohliches oder überaus Wichtiges gewesen wäre,... dann wärst du schon längst mit der Tür ins Haus gefallen..." , entgegnet Tyrius mit leiser Stimme und einem kurzen Seitenblick zu Synessia, welche weiterhin ruhig in den Kissen schläft.
Ein leises Lachen von Aventius ist die Folge auf diese Aussage und so beginnen die beiden erst einmal das Mahl zu sich zu nehmen, ehe Aventius dann von der letzten Nacht berichtet und dem, was vorgefallen ist.

Das Shessidyr sich wieder einmal im Schlaf gewunden hat.
Sie wieder einmal von Träumen heimgesucht wurde.
Sie wieder einmal aus dem Bett aufgestanden war.
Sie wieder einmal neben dem Bett in sich zusammen gebrochen war.
Sie wieder einmal im Schlaf die Lippen bewegt hatte und so sie in der Lage gewesen wäre zu Sprechen, hätte sie dies auch sicher getan.
Und er seinen Bericht schließlich mit der Aussagebeendet , dass er sie dann wieder auf das Bett gelegt habe und sie zugedeckt habe, woraufhin sie dann ruhig weiter geschlafen hätte.

Tyrius nickt ihm daraufhin nur leicht zu und zieht ein kleines Büchlein heran.
Doch hat dann die pulsierende Kiste, neben den beiden auf dem Tisch, Aventius Aufmerksamkeit auf sich gelenkt.

„Ist es das, was ich glaube dass es das ist?“ , fragt er mit gerunzelter Stirn gen Tyrius gewandt, dabei die Kiste jedoch nicht aus den Augen lassend.

„Ja das ist es…
Luft…
Erde…
Wasser…
Drei von vier… der Rest fehlt noch…“
, meint Tyrius dazu nur und schiebt ihm das Büchlein hinüber.

„Aventius, dies dürfte dich interessieren, zumal es viele Fragen beantwortet…, ich habe Shessidyrs Tagebuch gefunden… ließ es und begreife… ich jedenfalls habe nun ein äußerst klares Bild, warum sie so geworden ist, wie es dazu kam und was die Bilder zu bedeuten haben, die sie mir zeigt.“
Ein Nicken Aventius‘ ist die Antwort und er beginnt das Buch zu lesen.
Nachdem er eine Weile darin gelesen hat und das Buch erneut einer Musterung unterzieht, fragt er leise an Tyrius gewandt. „Ist es... ich meine… ist es das Echte?“
„Nein , ist es nicht… aber es ist eine direkte Abschrift… zumindest soweit ich das blutbeschmiert geschriebene und das mit Blut geschriebene, entziffern konnte..“
Kurz nur tauschen die beiden Männer einen vielsagenden Blick.
„Der Tribun weiß wo das Buch ist und er wird es wegschließen… wobei ich später nachsehen werde. Hat er es nicht getan, werde ich es konfiszieren und an mich nehmen… Shessidyr darf es auf gar keinem Fall lesen. Am besten stellst du einen Legionär nach dorthin ab wo es ist, bis ich mich darum kümmern kann Aventius.“

„Mache ich sofort wenn ich mich auf den Rückweg begebe.“
„Ach ja.. und danke für deine täglichen Nachtwachen…“

Ein Schmunzeln legt sich auf Aventius Züge.
„Gerne.. solange es dich entlastet und ich dir so helfen kann…“, meint er dann leiser Stimme, und sogleich darauf einen Schluck der Milch trinkend.
„Aber mir scheint, dass die Nächte dir doch recht gut Erholung schenken…“, fügt er dann mit einem Grinsen an und einem kurzen Seitenblick zur Schlafenden.

„Es wäre schlimm, wenn dem nicht so wäre Aventius..“, erwiedert Tyrius daraufhin nur leise.
„Es würde nämlich alles gefährden, was wir planen und tun wollen.
Und ach ja .. auch für dich.. Shessidyr darf auf keinem Fall erfahren, was wir vor haben, der Geist in ihr könnte sich sonst darauf vorbereiten, was es uns schwerer macht, ihn von ihr zu lösen…“
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Shessidyr Shartir
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Beitrag von Shessidyr Shartir »

[OOC Warnung: Explizite Nutzung bluthaltiger Themen am Ende des Beitrages]
- Der Author






Die letzten Tage waren seltsam - sehr seltsam. Oftmals war der Mann mit dem Namen "Aventius" bei ihr. Sie tat, als würde sie schlafen... nicht, dass er ihr auch noch etwas antun würde. Doch er wirkte... ruhig, gelassen... ja, schon ein Stück besorgt. Warum das so war, wusste sie nicht.

Vielleicht war es ja seine Anwesenheit, aber... sie spürte es, wie sie sich wieder freier fühlte. Freier, zu handeln... zu tun. Alles.

Doch veränderte sich ihr Geist ebenso. Je offener ihr Blick wurde, desto verworrener ihre Gedanken. Es war unheimlich.

Manchmal kam es ihr vor, als würde sie leises Flüstern hören. Flüstern, das ihr seltsame Worte sagte... und sie verstand sie zu ihrem Schrecken auch noch.

"Der Meister ruft dich, Shessidyr... sei ein artiger Name!"

Was war das?! Sie konnte nicht sprechen, war zu schwach zu allem anderen ebenso... und nun auch noch Stimmen im Kopf! Das war zuviel.

"Geisterhafter Blutvater...
blutender Traumwolf...
der lebende Tod... der Meister...
Feuerrachen!
finsteres Herz, Nachtgewand!
fliegende Feuerseele...
totäugiger Nachtwind?
singender Todesbogen?
Stahlwacht auf der Mauer!
rotes Raubtier...
kohliger Dunkelzorn in des Meisters Reich...
stählerne Faust vor der Treppenfliege...
getragen von einem blutigen Stern..."


Warum nur verstand sie diesen Kauderwelsch? Und warum wurde sie ihn nicht los? Es fühlte sich seltsam an... aber auch irgendwie gut. Ein jeder dieser Namen ging mit einem Bild einher. Bilder von Menschen, die sie ab und an sah, als sie aus dem Fenster blickte... Bekannte? Vertraute? Oder...

Spielzeug...

Und plötzlich war er wieder da... dieser gewaltige Hunger. Diese Lust auf etwas, was seit langer Zeit vermisst wird! Etwas... weichem... zarten... warmen... ROTEN!

Sie biss sich mit einem Male kräftig in die Lippen... bis sie ihr eigenes Blut schmeckte... warum tat sie das? Sie wollte es doch nicht! Sie dachte nicht einmal daran! Und doch... geschah es.

Und plötzlich! Da war es wieder! Sie sah es vor sich! Eine Gestalt in ihren Gedanken... starrte sie direkt an. Das war nur ein Traum! Ein grässlicher Traum! Es musste so sein... nirgends sonst gibt es solche Wesen!

Zwei Köpfe, zu einem verschmolzen, schwebten auf dem Halsstumpf der Kreatur. Der eine Kopf sah aus wie jener eines Soldaten, den sie schonmal gesehen hatte... und der ihr so vertraut vorkam! Und die andere Hälfte... sah aus wie dieser hartherzige Mann...

DER MEISTER, SHESSIDYR!

Todessang...

Wie geschmolzen gingen die beiden Gesichter der Männer ineinander über, wobei der Mund des einen an der Stirn des anderen war, die Augen weit und verrückt aufgerissen.

Todessang...

Der Körper war aber der einer Frau! Jedoch kalkweiss und mit Narben übersät... und verdreht! Verdreht, wie ein ausgewrungender Waschlappen.

Todessang...

Es lachte... es lachte dreckig... etwa über sie? Oder ihre Angst? Sie wollte weg.

Aber sie konnte sich nicht rühren.
Keinen Finger rühren, um es zu vertreiben.
Keine Augen schliessen, um es nicht sehen zu müssen.
Keine Lippen öffnen, um um Hilfe zu schreien.
Keine Beine bewegen, um wegzulaufen.
Egal, wohin sie sah, es war vor ihr.

Sie wusste nicht mehr, wie lange sie gezwungen war, dieses grauenhafte Wesen anzustarren, doch war es auf einmal, als würde sie fortgerissen. Weg von diesem Alptraum. Alptraum? Ja! Sie muss nur geträumt haben... denn sie öffnete ihre Augen und sie lag wieder in diesem Zimmer, welches gleichermassen ihr Gefängnis war.

Sie war erleichtert, atmete erleichtert ein und aus. Es war nur eine dieser Visionen. Diese waren schrecklich, aber das Wissen, dass sie sie nur ab und an sah, waren Beruhigung.

Doch mit einem Male verspürte sie etwas. Bestialische Schmerzen waren es! Doch nicht nur irgendwo, nein... am gesamten Körper! Was war das...?

Sie hob den Kopf und blickte an sich herab. Was sie sah, muss auf sie wie eine Ewigkeit gewirkt haben... doch war es in Wirklichkeit wohl nur eine Sekunde.

Erste Sekunde...

Es war ein Bild des Grauens. Das Bettlaken hatte eine schwarz-rote Färbung angenommen und leises Tropfen von zäher Flüssigkeit war zu hören.

Ihr ganzer Leib war überzogen von grässlichen Kratzwunden... tiefe Wunden, aus denen ihr Blut nur in Strömen floss und dem unschuldig reinweißen Bettlaken seine abartige Färbung gab. Die Arme wiesen kräftige Bisswunden auf...

Was war das??? Wie ist das geschehen?

Zweite Sekunde...

Nur einen Augenblick später realisierte sie, dass sie es wohl selbst gewesen sein muss... denn an ihren krallengleichen Fingernägeln hingen noch einige Hautfetzen... sie wirkten regelrecht abgeschabt. In ihrem Gesicht, an den Beinen, den Armen, dem Bauch - einfach überall! Überall diese klaffenden Wunden...

Dritte Sekunde...

Der Schockmoment war vorüber und gnadenlose Schmerzen breiteten sich stärker als zuvor über ihren Körper aus. Kurz, bevor eine Ohnmacht durch den massiven Blutmangel, ihr die Welt vor Augen verschwimmen liess, riss sie jedoch ihre Lippen auf und ein gellender Schmerzensschrei, der noch jenseits der Mauern Eisenwarts hörbar war, verliess den stark verstümmelten Körper... bevor alles schwarz wurde.


Sollte vor diese Moment jemand in oder um die Taverne herum gewesen sein, hätte er in den vergangenen eineinhalb Stunden wirres und durchgedrehtes Gelächter aus dem obersten Stockwerk dringen hören...
When I hurt you - you take it and you like it!
Tyrius Sendar

Der Dämon bricht wieder durch! - The Reborn!

Beitrag von Tyrius Sendar »

In Schweiß gebadet und das Pferd dampfend neben sich, das Fell an dem Tier klebend und beide, Legionär und Pferd, Dunstwolken in der kalten Luft hinterlassend, prügelt der Krieger beinahe die Haustür des Inquisitors aus den Angeln, bis dieser endlich dazu kommt die Tür zu öffnen.

Ruhig und gelassen wird die Tür geöffnet und der Mann draußen mit einem Abschätzenden Blick angesehen, und langsam ziehen sich die Augenbrauen des Inquisitors mehr und mehr zusammen, bis sie bald eine einzige gerade Linie an seiner Stirn bilden.

„… Mau..er.. ..hutz…“, keucht der Legionär, vollkommen außer Atem.
„Was ist los, Legionär?“, kommt es Tyrius kurz angebunden über die Lippen.

„Sie!“, stößt er nur hervor.

Mit einem jähen Zusammenzucken, wirbelt Tyrius herum, packt sich seinen Mantel, sowie eine Tasche vom Tisch, steigt in die Stiefel und ist auch schon aus der Tür hinaus in den Schnee.
Den Legionär wortlos stehen lassend, ist er mit wenigen Schritten bei seinem Pferd und sitzt einen winzigen Augenblick später auch schon im Sattel.

Mit einem kurzen Blick zum Legionär und einem Zunicken, prescht Tyrius davon.
Der Schnee fliegt nur so an ihm vorbei, und die Schneeflocken und der kalte Wind peitschen in sein Gesicht.
Äste, Eisstücke und ab und an auch ein unvorsichtiger Vogel werden einfach umgeritten und der ein oder andere Kratzer wird in die Robe gerissen, während Tyrius weit über den Hals des Tieres gebeugt einmal mehr ohne Sattel, gen Burg jagt.

Was war geschehen, dass ein Legionär so in Angst geraten war?
Tyrius konnte nur Ahnen was geschehen sein könnte und so sich seine Worte bestätigen würden…
Eiskalt lief es ihm über den Rücken.
Das wäre nicht gut… gar nicht gut…

„Shessidyr verdammt… beherrsche deinen Geist…“, keucht er und jagt weiter und weiter.

Als er so auf das Burgtor zugeritten kommt, entsteht mit einem Mal Eile auf den Zinnen.
Worte hallen zu Tyrius herüber, aus denen er entnehmen kann, dass die Wachen sich daran machen das Tor zu öffnen, so hält er also im vollen Galopp auf das Tor zu.
Und beinahe schon zu knapp, aber gerade noch rechtzeitig wird das schwere metallene Tor geöffnet und das Pferd jagt auf den Burghof.
Das Tier dort sich selbst überlassend, springt er vom Rücken herunter und ist sogleich auch schon durch die Tavernentür.
Die Legionäre, die sich dort versammelt haben, wechseln einen kurzen verdutzten Blick, denn ist es doch ein recht seltener Anblick in der Burg, dass jemand den Geistlichen in solch einer Geschwindigkeit umher rennen sieht.

Zwei Stufen auf einem Mal werden genommen, um ihn schneller und schneller die Treppen hinauf zu tragen, die Angst kriecht ihm immer weiter in den Rücken und mit rasendem Herzen schlägt er die Tür zu Shessidyrs Zimmer auf und springt förmlich schon hinein.

Ein Blinzeln…
… rot …
Ein erneutes Blinzeln…
… Shessidyr nicht bei Bewusstsein …
Ein weiteres Blinzeln…
… kälte …

„Nein…“, keucht er leise und seine Augen fixieren die Ohnmächtige.
„Was hast du getan Dämon…“, eine Pause, „WAS HAST DU GETAN?!“

Ein jäher Aufschrei, gleich einem Befreiungsschlag, die Angst - weggeblasen, die Sorge – weggeblasen, die Hoffnung – weggeblasen,
Wut… Zorn… unbeschreiblicher Hass auf das dunkle Geschöpf in ihrem Geist…

„Dieses Mal bist du zu weit gegangen krankes Geschöpf!“ , kommt es ihm dann leise über die Lippen.

Dann beginnt es…



Langsam schließt Tyrius die Augen,
schließt die Augen vor dem Anblick des ganzen Blutes,
schließt die Augen vor dem Anblick ihres Zerfetzten Leibes,
schließt die Augen in vollkommener Konzentration.

Sein Geist, der zu Beginn, durch ihre Behandlungen geschwächt wurde, hatte sich langsam an die Kraftanstrengungen gewöhnt und es bereitete ihm weniger und weniger Probleme diese Verbindungen zu Shessidyr zu nutzen.
Doch nun würde er viel, sehr sehr viel Kraft brauchen…

Immer tiefer und tief gleiten seine Gedanken und langsam beginnt sich das Licht um ihn zu sammeln.
Die Kerzen im Raum beginnen zu flackern und mit einem leichten Luftzug verlöschen sie schließlich.

‚Das durfte doch alles nicht wahr sein,...‘, Gedanken fahren durch seinen Geist,
‚So kurz davor und doch so weit weg…‘, seine Gedanken kreisen und beginnen Bilder zu streifen…
Bilder die Shessidyr ihm gezeigt hatte… Bilder, worin sie ihn Einblicken ließ… Bilder ihrer Vergangenheit… ihres Wandels…

Immer mehr sinkt er in die Konzentration, während langsam auf seiner dunkelblauen Robe sich einige Insignien abzuzeichnen beginnen und der Stab, den er noch immer verkrampft mit der Hand festhält, in ein schwaches bläuliches Licht getaucht wird.

Leise dringen ihm dann Worte über die Lippen…

„Legionär… schließt die Tür… niemand darf herein… absolut… NIEMAND!“
Wobei er dem letzten Wort extremste Betonung schenkt, und neben dem geflüsterten, es beinahe schon bedrohlich klingen wird.
Dann öffnet Tyrius langsam die Augen…

Sein Blick fixiert sich auf Shessidyr.
Und langsam beginnen sich Tyrius seine Lippen zu bewegen.
Leise aber eindringlich beginnt er zu sprechen, die Worte direkt an Shessidyr gerichtet..

„So Dämon…
Eine kurze Pause, ehe er weiterspricht.

… DU, der du meinst andere Versklaven zu müssen…
… DU, der du meinst Hass und Zorn in die Welt zu setzen…
… DU, der du verursachst Verzweiflung und Mutlosigkeit…
… DU, der du denkst unantastbar zu sein…
… DU, der du glaubst die Berechtigung zur Existenz zu haben…


Erneut eine Pause, in den Worten, die mit jedem Satz eindringlicher wurden…
ehe ganz leise angefügt wird:

… DU, der du dich in all deinem Handeln, Glauben und Denken irrst…

Dann schließt Tyrius erneut die Augen und die dunkelblaue Robe, worauf die Insignien sich abgezeichnet haben beginnt aufzuflammen und ein gewaltiges Licht beginnt sich auszubreiten.
Hell und heller strahlt das Licht in dem kleinen Raum und breitet sich aus, bis in den letzten Winkel der Kammer.
Der Stab in Tyrius seiner Hand, den er nun schließlich mit beiden Händen umfasst und leicht anhebt, so dass seine Arme eine Position über seinem Kopf inne haben, wird sacht vibrieren ob der Bündelung des Liedes Eluives.
Die Kraft des Liedes wird mehr und mehr zusammengezogen auf einen Punkt.
Einem Punkt irgendwo im Raum…
Einem Punkt direkt bei Tyrius…

Mehr und mehr lässt er sich vom Lied tragen, durchfließen und durchströmen, als sei er ein leerer Körper durch den alles einfach hindurch geraten könnte.
Ein Gefühl der Wärme und der Zufriedenheit, der Besonnenheit und der Geborgenheit, des Schutzes und der Zuneigung fließen durch seinen Körper und erfüllen jeden einzelnen Bereich seines Körpers mit Kraft und Glück.
Ein Gefühl, welches Tyrius seine Konzentration noch um ein weiteres verstärkt und einmal tief durchatmend wird er noch mehr in die Bündelung der Kraft eintauchen.
Sein Geist …
Geleert von allen Gedanken…
Gesäubert von störenden Eindrücken…
Gereinigt von Ideen und Vorhaben…
Alles verdrängt,... bei Seite Geschoben, … als unwichtig erachtet.

Nur ein einziger Gedanke in seinem Geist.
Ein einziger Fokus, worauf seine Gedanken gerichtet sind.
Dieser Fokus, eine bildliche Darstellung Shessidyrs in seinem Geist, ist der Ruhepol seiner Konzentration.

Und das Licht beginnt sich mehr und mehr um ihn herum zu verdichten.


Sollte jemand nun den Raum, gegen die Anweisung der Wache betreten, wird derjenige wohl einen stechenden Schmerz und zugleich einen leichten Energiestoß abbekommen, der ihm unmissverständlich klar machen dürfte, dass es blanker Selbstmord wäre, den Raum nun zu betreten.


Die Fenster, die zum Burghof zeigen, werden ebenso von einem hellen Schein erfüllt sein und hinaus in den Himmel strahlen und es scheint gar, als würde selbst das Wetter einen Augenblick den Atem anhalten, denn der Wind, wie auch der Schnee, der die letzten Tage unaufhörlich an die Festung brandete, hat nun endlich einmal nachgelassen, geradezu als hätte das Wetter um die Gefahr auf der Burg gewusst…

Der Dämon war wiedererwacht…
Tyrius brauchte nicht erst mit Shessidyr zu sprechen um dies zu sehen.
Ihr Hunger nach Blut war neu erwacht… es hatte bereits zu lange gedauert…
Nun blieben ihnen nur wenige Tage Zeit…
Das war nicht gut…

Weiter und weiter fokussiert er das Bild von Shessidyr vor seinem geistigen Auge und einen Augenblick hält er das Licht noch zurück bei sich.
Dann jedoch kann er die gesammelte und mit aller Kraft gebündelte Macht des Liedes Eluive nicht mehr zurück halten und ein jäher Aufschrei erfolgt, der hinaus, bis hinunter in den Burghof hallt. Hinüber zum Bergfried dringt und gar durch die verschlossenen Fenster nach drinnen gelangt, dort auf die Ohren der Legion treffend und auch hinaus in den Wald fliegend, Tiere aufscheuchend und vertreibend durch die Burg fährt. Wobei er die Kraft dann in ihre Richtung schleudert.
Zielgerichtet und mit aller Kraft, wird es für Shessidyr erscheinen, als würde sie förmlich im Lichte aufgehen.
Hell und weiß, klar und rein, warm und schützend, schlägt die Kraft über Shessidyr zusammen wie das Wasser über einem Stein, …
wie die Erde in einem Stollen, …
wie das Feuer in einem Kamin, …
wie die Luft über einer Wolke.

Wie eine warme, weiche Decke, legt die Kraft sich über sie und die heilenden und schützenden Kräfte dringen an ihre Wunden. Um die Wunden wird das Lied zu wirbeln beginnen und seine Kraft an die Wunden weiter geben.
Einige werden sich daraufhin schließen, die größeren jedoch werden nach wie vor sichtbar bleiben, doch die Blutung wird verebben… Kraft fährt in ihren Körper und belebt die Muskeln, die Nerven und den Geist…

Wärme, Schutz und Geborgenheit…
Licht, Freundschaft und Vertrauen…
Kraft, Ausdauer und Intelligenz…

All dies wird erweitert als die Kraft an Shessidyr kommt und in sie hinein fährt.

„TODESSANG niemals wirst du das Lied Eluives besiegen!“

Und das gebündelte Licht strahlt einmal in einem Aufblitzen auf, ehe es verfliegt.

Stille…
Ruhe…
Friede…

Einen Augenblick steht Tyrius noch auf der Stelle und seine Augen ruhen auf Shessidyr, bis er dann sacht auf der Stelle taumelt und mit einem dumpfen laut auf dem Boden aufschlägt.
Den Stab fest umklammert und der Länge nach am Boden ausgestreckt liegt er dann da.

Schwach…
Kraftlos…
Überanstrengt…



Ein Augenblick verstreicht ehe dann einer der Legionäre vor der Tür einen Blick hinein wirft.
Als er Tyrius nun am Boden liegen sieht, weiten sich kurz seine Augen und er kommt herein, wobei er einen Prüfenden Blick in Shessidyrs Richtung wirft.
Dann wird er den Inquisitor hochheben und langsam hinunter in die Taverne bringen, wo er ihn auf eine der Bänke ablegen wird.
Die anderen im Raum blicken verdutzt zu den Beiden und der Legionär wird Tyrius dann langsam ein wenig die Stirn befeuchten.

Woraufhin sich seine Lippen nur schwach öffnen und einem hauchen gleich
nur zwei Worte über die Lippen kommen:

„Mehr…. Wachen…“


...

Eine ganze Weile lag Tyrius dann schließlich auf der Bank, bis man sich entschied, ihn in sein Heim zu bringen.
Die beiden Legionäre kramten zuerst den Hausschlüssel aus seiner Tasche und öffneten die Tür. Brachten ihn dann hinein und legten ihn dann auf die Kissen, welche sorgsam vor dem Kamin drapiert waren.
Sobald Synessia bei der Burg auftauchen würde, würde sie ohne große Umschweife in Erfahrung bringen können, dass es dem Inquisitor nicht gut ginge und er sich ausruhen müsse.
So sie jedoch gleich den Weg ins Haus einschlagen sollte, so wird sie Tyrius, entspannt, aber vollkommen geschwächt auf dem Läufer vor dem Kamin liegen sehen.
Großteils aus der Lederrüstung gepellt, welche daneben auf einem Haufen drapiert liegt, Tyrius selbst nur in ein dünnes Hemd und die Lederhose gekleidet.
Doch der Brustkorb wird sich regelmäßig heben und senken.
Zuletzt geändert von Tyrius Sendar am Mittwoch 27. Februar 2008, 16:59, insgesamt 1-mal geändert.
Andreana Steinschmelz

Beitrag von Andreana Steinschmelz »

Er begann von Anfang an zu erzählen. Dass jemand – er sprach immer von einer sie – besessen sei durch einen bösen Geist. Dass er mit Hilfe von Janus diesen Geist austreiben möchte. Immer wieder liefen ihr Schauer über den Rücken, bei den Erzählungen. Die Vorstellung war einfach schrecklich. Gehört hatte sie davon schon öfter, aber nur Erzählung von Außenstehenden. Nie war sie so dicht dabei und sogar daran beteiligt.

Sie hörte ihm aufmerksam zu, dabei gingen die Gedanken einige Zeit zurück. Wie hat es angefangen? Vor nur wenigen Tagen kam ein Bote und suchte gerade sie. Ein Herr Inquisitor der Burg Eisenwart wollte eine äußerst wichtige Angelegenheit mit ihr besprechen. Es galt Diskretion zu wahren.
Eines Fehlers war sie sich nicht bewusst, sie hatte in der Regel auch nicht viel mit der Burg zu tun. Hatte sie zu einem ihrer Kunden ein falsches Wort gesagt? So ritt sie in Gedanken in Richtung Wegend, wo das Treffen sein sollte. Wie kam man denn gerade auf sie? Waren ihre Gedanken.

Dort angekommen, war das Haus schnell gefunden und sie band ihr Tier fest. Nur wenige Schritte noch bis zur Tür. Sie ging diese zögerlich. Die Neugier war riesengroß. Aber doch schwang ein wenig Furcht mit, Furcht vor dem Ungewissen, Furcht vor dem, was sie erwartete. Ob sie sich deshalb noch tiefer in ihren Umhang hüllte oder ob es an dem etwas auffrischenden eisigen Wind lag, das war nicht so leicht zu beantworten.

Dann stand er vor ihr. So privat hatte sie noch nie einen der Burgler gesehen. Meistens sah sie sie an der Werkstatt vorbeireiten. Hoch zu Ross. Schwer bewaffnet und hoch gerüstet. In den dunklen Farben der Burg. Das war ein äußerst imponierender Anblick. Wenn da eine Horde der Legionäre vor einem Stand, dann machte man gern, was sie sagten.

Aber nun. Er stand in einfachem Hemd und in Hose in seinem Heim. Mit bloßen Füßen. Man merkte ihm eine schwere Last und eine große Anstrengung an. Bedenken und Furcht waren komplett weggewischt. Sie spürte, dass er Hilfe benötigte und wollte ihm diese gern geben.

Der Raum, in den er sie führte, war ein gemütlich eingerichteter Wohnraum. Doch etwas war besonders, was sofort ihren Blick auf sich zog. Eine Kiste mit leuchtenden Insignien. Er erklärte ihr, dass dort drinnen drei der vier Elemente gefangen waren. Sie hielt lieber etwas Abstand von der Kiste.


Und nun? Nun war sie direkt beteiligt. An dieser Geschichte. Ein Gefäß für den bösen Geist sollte sie erstellen. Einen Würfel aus reinem Silber. Mit Einfassungen für Edelsteine die mit der Macht der vier Elemente gespeist waren. Auf dem Deckel ein Pentagramm, so tief eingraviert, dass es Blut für eine Weile halten kann. Und Innen, eine Aufnahme für einen weiteren Edelstein. Und in diesem Edelstein solle der Geist eingesperrt werden.

Von diesen ganzen Geister-Sachen und Elementar-Mächten verstand sie kein Wort. Und warum man nicht einfach ein Schloss anbringen konnte, sondern es unbedingt mit Blut versiegeln muss. Das war ihr zu hoch. Natürlich hatte sie schon von vielem gehört. Der Tratsch und die Gerüchte rund um die Magie bei magisch unbegabten war blumig ausgeschmückt und handelte von Vielem. Doch sind das Bereiche, mit denen sie in der Regel äußerst wenig zu tun hatte. Wie ein Geist überhaupt gefangen werden kann. Das war ihr ein Rätsel.

Die handwerkliche Ausführung sollte aber keine Hürde darstellen. Sie würde es genau so herstellen, wie man es ihr sagte. Der Magus wolle noch eine genaue Beschreibung des Würfels liefern.
Nur ein paar Sorgen machten ihr die Halterungen, die in diesem Fall für die Ewigkeit gemacht sein sollten. Einfache Klammern, wie sie bei Schmuckstücken genommen wurden, waren hier nicht ausreichend. Es müsste also eine Art Käfig sein, in denen die Edelsteine ruhten. So etwas hatte sie aber noch nie gemacht, da würde sie wohl einige Proben machen.
Auch waren Kisten und Truhen nie aus reinem Metall. Es war immer ein gewisser Anteil an Holz vorhanden, der half den Behälter zusammenzuhalten. Nun war es aber von äußerster Wichtigkeit, dass nur reines Silber verwendet wurde. Auch hier würden einige Versuche anstehen.

Aber Herr Sendar sprach weiter. Noch einen zweiten Wunsch hatte er. Einen steinernen Tisch, an dem Ketten und Schellen anzubringen seien. Um einen Menschen daran festzuketten. Folterwerkzeug waren nun wahrlich nicht ihr Metier. Auch wenn der Tisch in diesem Fall nicht zum Foltern verwendet werden sollte.
Sie verstand die Beweggründe gut. Die Person sollte sich nicht verletzten bei der Geisteraustreibung. Und sie sollte ebenso keine Gefahr darstellen für andere.
Eigentlich stellte sie es sich leicht vor, diese Halterungen anzubringen. Wahrscheinlich leichter als die Herstellung des Würfels.

Dann war alles geklärt. Gemeinsam schafften sie den schweren steinernen Tisch in ihre Werkstatt. Durch den tiefen Schnee war eine deutlich sichtbare Spur zu sehen. Zwei Pferde, tiefer eingesunken als sonst, geführt von zwei Menschen. Immer schön nebeneinander über den ganzen Weg in gleichem Abstand. Diese Spuren werden so lange zu sehen sein, bis der nächste Schnee fällt, und das kann schon bald sein. Sie verbinden Wegend mit Neuhaven. Verlieren sich in den vielen Spuren der Reisenden auf dem Weg.

Nun steht der Tisch in der Werkstatt. Gut sichtbar. Sie wird ihn in den Keller stellen müssen. Sie hatten Stillschweigen vereinbart. Es wäre nicht gut, wenn das, was er ihr erzählte, Dorfgespräch werden würde. Und wenn sie beginnen würde, in der Werkstatt einen Tisch mit Ketten und Schellen zu versehen, dann würden unweigerlich Fragen aufkommen. Fragen, Tratsch und Gerüchte.

Nun galt es sich an die Arbeit zu machen. Die Zeit eilte …
Zuletzt geändert von Andreana Steinschmelz am Montag 3. März 2008, 16:32, insgesamt 2-mal geändert.
Tyrius Sendar

Die erste Prüfung! - The first Task!

Beitrag von Tyrius Sendar »

Schwärze und Stille um ihn herum.
Tyrius sah sich selbst. Offenbar hatte er eine Art Außenposition eingenommen.
Verdammt dazu stiller Beobachter zu sein.

„Wer bist du?“
Kalt und zischend drang eine Stimme durch seinen Geist und ließ beinahe automatisch jede Faser seines Körpers sich zusammen ziehen, wodurch er selbst in eine krampfende Haltung fiel. Etwas, was nicht in seinem Geiste geschah, sondern wirklich.

Er träumte… oder doch mehr?
Denn was er hier sah, schien Auswirkungen auf ihn selbst zu haben.


Kälte läuft durch seinen Körper und fährt in die angespannten Glieder ein.
Eisige Kälte als würde er nackt im Schnee liegen, obwohl er genau wusste, dass der Kamin neben ihm entzündet war. Er hatte ihn gehört gehabt, doch das war im Moment unwichtig.

Woher kam die Stimme in seinem Geist?
Wer war das?
Wer hatte das Gesagt?
Fragen über Fragen und keine Antwort…
Weiterhin zum Beobachten verdammt, sah Tyrius sich selbst zu, wie er durch den dunklen Raum wandelte, orientierungslos, alleingelassen, schweigend.
Das einzige am Körper jenes Tyrius, die Robe, die weiße Robe seines Glaubens…


„Ich kenne deine Präsenz…“, kam es leis‘ und zischend,
„du bist jener…
der Eine, den sie hasst und liebt zugleich…,
der Eine, der versucht ihr zu helfen...
Armes dummes Geschöpf…
Meinst du wirklich, du könntest dich mit MIR messen?...“

Und wieder verhall die Stimme in seinem Kopf.

„Du weißt nicht wo du bist Menschlein…, du bist verwirrt…“
Ein leises kaltes Lachen auf diese Erkenntnis.
Aber hatte die Stimme recht?
… Ja, sie hatte recht, er wusste weder, wie er hier her gekommen war, noch wie er hier wieder wegkommen würde…
Es war schon beinahe eine panische Angst, die sich in seinen Körper stahl ob dieser Erkenntnis.
Doch Angst?...
Nein.. das war genau das, was die Stimme von ihm erwartete…


„Du hast keine Ahnung Dunkelheit!
Du weißt nichts… du weißt nur, was du siehst…
Und was du siehst ist nicht viel… denn auch du steckst in dieser Dunkelheit fest, denn du BIST die Dunkelheit…
Verdammt dazu ohne Licht zu wandeln…
Verdammt dazu ohne Freud‘ und Genuss durchs Leben gehen zu können…“


Worte die wirklich Tyrius Lippen verlassen und in dem kleinen Haus wiederhallen.
Die kalte Wahrheit… Das Bewusstsein, wo er nun war…
Die Erkenntnis und die Enttäuschung… all diese Emotionen klingen in seiner Stimme mit und werden daran gehindert das Haus zu verlassen. Die Wände zu dick.

„Wie machst du das Menschlein?“
„Wie mache ich was?“
„Dein Geist, deine Gedanken… ich komme nicht an sie ran und das nervt mich…“
„Glaubst du wirklich, ich würde alle in meinem Geist lesen lassen wie in einem offenen Buch?
Wer bist du, als dass du solch eine Naivität an den Tag legst dummes Geschöpf?“

„Sei vorsichtig Menschlein… ich kann dir alles nehmen,… ALLES!“

Und ein deutlich drohender Unterton schwang nun in der Stimme mit.

‚Sehr gut… er weiß nicht was ich denke und fühle..‘, ein winziger Hoffnungsschimmer und sei er noch so klein. ‚Und noch besser… es versetzt ihn in Rage..‘
Innerlich musste Tyrius nun lachen.


„hm.. erzähle mir doch ein wenig mehr über dich… wir werden hier ja vermutlich noch ein wenig länger beschäftigt sein, denn es macht ja den Anschein, als sei hier kein Ausweg zu finden.“
„Wer ich bin willst du wissen Menschlein…?“
„Ich weiß nun einmal gern woran ich bin. Und Angewohnheiten, ob gut oder schlecht, man zumeist nur schwer ablegen kann…“

Eine kurze Pause entstand. Und einen Augenblick huschte der winzige Hoffnungsfunke durch seinen Geist entdeckt zu haben wo er war und was das bedeutete.

„Du weißt nicht wer ich bin Menschlein? Du weißt es nicht? Du kennst mich nicht? Ich, der ich so bekannt und grausam bin? Ich, der ich so mächtig und kräftig bin?

Ich bin…
Der..
TODESSANG!“


Ein Dröhnen in seinem Geist, als die Stimme anschwoll, Tyrius umgebend, als sei die Stimme überall. Als sei sie das Zentrum… überall und allgegenwärtig.

„hm.. nein tut mir leid.. noch nie gehört…“, mit vollkommen innerlich neutraler Miene blickt er auf das Geschehen vor seinen Augen.

„ICH BIN DAS MÄCHTIGSTE GESCHÖPF DAS ES GIBT!“
„Gut.“
„Gut?“
„Ja, Gut halt..
Dann weiß ich nun nämlich was ich wissen wollte…
Daher wäre ich doch äußerst glücklich würdest du meinen Geist nun wieder verlassen.“

„Du beliebst zu Scherzen Menschling…“
„Sicher?“

Die letzten Worte hallten im Raum nach… wie ein Echo kamen sie langsam wieder angerollt und von neuem fuhren sie durch Mark und Gebein.
Ein leises Knurren erklang von der Stimme. Doch wirkte es nicht mehr sehr überzeugend.
Verwirrung und deutliche Ahnungslosigkeit schwangen mit.
Dann flammten wieder Bilder auf.

Freundliche, Gute, Schöne Bilder…
Bilder aus Tyrius leben…

Immer mehr und mehr, schneller und schneller wechselten die Bilder sich ab.
Verbunden ein jedes mit Emotionen und Gefühlen, Gedanken und Geräuschen…
Schneller und schneller!
Die Geräusche verschmolzen zu einem anhaltenden Dröhnen.
Die Bilder verschmolzen zu einem Schleier bunter Farben.

Ein Schrei hallte durch Tyrius Geist und fuhr durch seinen Leib. Ein Gefühl, als würde etwas herausgestoßen, herausgerissen durch einen Anderen…
Das Bild um ihn herum verschwamm und die Wärme des Feuers machte sich bemerkbar.

Ein letzter Schrei, der dunkel nachhall in seinem Geist…
Dann war es vergangen…
Der Todessang hatte Tyrius Körper verlassen…
Doch war sich Tyrius zugleich eines Bewusst.

Das war nur…
… eine Prüfung!


Mit einem kurzen flattern öffnet Tyrius die Lider und die blaugrauen Augen fahren einmal umher.
Synessia. Neben ihm hockend. Er schaut ihr in die Augen.
Dann eine Bewegung auf Tyrius seinem Gesicht.
Ein sanftes Lächeln.

„Meine erste Prüfung habe ich bestanden.“
Leise spricht er dies aus und ein kurzes Funkeln in den Augen Synessias, auf seine Worte hin. Es wird Gewissheit.

Der Teil des Wesens, der sich in ihn gekrallt hatte, schon vom ersten Mal an war vergangen. Eine weitere Gewissheit.

So wie der Teil vergangen war, würde auch bald die Stund‘ für den Rest schlagen.
Zuletzt geändert von Tyrius Sendar am Donnerstag 28. Februar 2008, 18:43, insgesamt 1-mal geändert.
Andreana Steinschmelz

Beitrag von Andreana Steinschmelz »

Der erste Teil war geschafft. Der Tisch war so präpariert, dass er hoffentlich den Wünschen des Auftraggebers entsprach.

Zögerlich legt sie sich auf den Tisch, so wie die gepeinigte Person einmal darauf liegen sollte. Ihre Fantasie lässt sie Bilder sehen, Bilder von einer sich auf dem Tisch windenden Person und Männern, die drum herum stehen. Ein unheimliches Gefühl beschleicht sie. Mit einem Satz springt sie von dem Tisch und versucht das beklemmende Gefühl wieder abzuschütteln.

Sie betrachtet den Tisch und die Arbeit, die sie geleistet hat.

Es waren einige Stunden harte Arbeit. Sie hoffte bei ihrer Arbeit, dass in der Zeit, in der sie hier unten war, kein Überfall durch Orks auf das Dorf stattfand. Dann wäre sie nämlich von jedem Fluchtweg abgeschnitten. Des Öfteren legte sie das Werkzeug beiseite und stieg nach oben, um nach dem Rechten zu sehen.

[img]http://web322.server-drome.org/Alathair/BEW/Tisch-Arbeit-im-Keller.jpg[/img]

Zuerst bohrte sie sorgfältig einige Löcher in den Tisch. Fünf an der Zahl. Eines an einem Ende, zwei am entgegengesetzten Ende und zwei in etwa in der Mitte, an den langen Seiten.

Nun konnte sie die Metallteile herstellen. Dies ging auch in der Werkstatt und so stieg sie hinauf und begann mit der Arbeit. Sie erhitzte etwas Eisen und formte es zu Stangen, so dass sie in die vorher gebohrten Löcher hineinpassten. An einem Ende wurden die Stäbe geweitet, so dass sie nicht durch die Löcher hindurchrutschen konnten.

An eben diesem Ende wurden bei vier der Stäbe Schellen angebracht. Diese waren mit Leder abgepolstert, um Verletzungen zu verhindern.

Am fünften Stab wurde eine Schale befestigt. Sie sah aus wie ein Helm, ausgekleidet mit Leder und mit Stoff gepolstert.

Nun ging sie wieder in den Keller, erhitzte die glatten Enden der Stäbe und setzte sie, als sie rotglühend waren in die vorgefertigten Löcher ein. Das unten herausstehende Ende wurde breitgeschlagen, wie bei einer Niete. Nun waren die Halterungen nicht mehr durch normale menschliche Kräfte zu zerstören.


Sie greift nach einer an der Seite stehenden Truhe und steigt zufrieden aus dem Keller hinauf. Dort setzt sie sich an die Werkbank. Sie schließt die Truhe auf und holt die vorbereiteten Teile heraus. Bereits sind Platten aus reinem Silber vorbereitet, etwa einen Fingerbreit stark. Sie nimmt sich einige Edelsteine hervor und misst die Größe und Form dieser aus.

Sie geht mit den Platten zum Amboss und legt sie auf diesen. Mit gezielten Schlägen treibt sie mit Hammer und verschiedenen feinen Meißeln eine Form in die Platte. Immer wieder probiert sie, ob der Edelstein hineinpasst. Bis dann endlich der Stein genau sitzt. Er verschwindet ein Stück im Metall und kein Luftspalt ist mehr zwischen beidem.

Dann bohrt sie sorgfältig neben der Vertiefung für den Edelstein 4 Löcher. Auf jeder Seite eines. Nimmt feine Silberstangen zur Hand, die etwas schmaler sind als ihr kleiner Finger. Diese legt sie im Kreuz übereinander, erhitzt die Stelle und verbindet diese mit dem Hammer. Dann biegt sie dieses Kreuz bis die vier Enden durch die Löcher passen und das Kreuz genau am Edelstein anliegt.

Sie betrachtet das Werk genau und nickt zufrieden: „Ja, so könnte es etwas werden. Das wird lange halten.“ Dann erhitzt sie die Stäbe auf der Rückseite der Platte und schlägt sie breit. So dass das Gitter den Edelstein festhält.

Sie rüttelt etwas, aber es wackelt nichts. Dann legt sie die Werkstücke wieder sorgsam in die Truhe, die sie verschließt und in den Keller trägt.

Dann setzt sie sich mit etwas Pergament und einer Schreibfeder an einen Tisch. Eine Nachricht wird aufgesetzt.


Werter Herr Sendar,

mit Freuden kann ich euch mitteilen, dass ein Teil eures Auftrages fertig gestellt wurde. Es handelt sich um den Tisch, der nach euren Wünschen präpariert wurde.

Für die Kiste benötige ich noch die genauen Daten für die Größe und Form.

Andreana Steinschmelz


Dann lässt sie die Nachricht mit einem Boten zum Haus von Herrn Sendar bringen. Zufrieden geht sie nach nebenan und bereitet sich das Abendmahl vor.
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Khazkal Deslon
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Khazkal Deslon »

Khazkal saß in seinem Schreibzimmer und sinnierte über Dinge, die ihm missfielen.
Da waren unter anderem dieses Ritual.
Warum gerade dieser Janus?
Hätte es nicht ein anderer Dahergelaufener sein können?
Für Khazkal hätte es keinen Unterschied gemacht.
Er vertraute ihm keineswegs und doch musste er das Leben einer der Seinen, welche ohnehin in Ungnade gefallen war, in seine Hände geben.
Er musste ihm gestatten, sich in der Festung aufzuhalten.. grauenvoll.
Er würde ihn ohnehin sofort töten, wenn es eine Abweichung im Ritual gab - da mochte er dreimal Erzmagier sein. Khazkal konnte sich nicht durchringen, dankbar für Janus' Bemühungen zu sein.
Nein .. dahinter steckte etwas.
Dieser Bastard hätte sicherlich nicht ohne Grund geholfen, niemand tat das so einfach.
Doch was war es?
Worauf wollte er am Ende hinaus?
Vielleicht nutzte er die Möglichkeit, die Eisenwart einzunehmen, indem er dunkle Diener rufen würde .. oder führte er gar im Schilde, die Burg zu zerstören?

Nein, es durfte nicht geschehen .. nicht, solange Khazkal noch eine Waffe halten konnte.
Tyrius Sendar

Die gute Nachricht - Messages

Beitrag von Tyrius Sendar »

Die blaugrauen Augen auf das Feuer vor sich gerichtet, blickt Tyrius nun schon seit einigen Stundenläufen in das Spiel der Flammen, während er selbst im Wasser des Beckens sitzt und das warme und angenehme Nass um sich herum genießend.

Ein paar ruhige Tage lagen nun hinter ihm und sie hatten sich als äußerst entspannend und erholsam erwiesen. Zwar hatten die Orks mit ihren Angriffen auf die Bewohner Lameriasts begonnen, doch musste dies erst einmal beiseite geschoben werden, denn das anstehende Ritual bedurfte seiner ganzen Aufmerksamkeit.

Die Tage müsste man sich um die Bindung der elementaren Energien an die Edelsteine kümmern, damit die Fertigstellung des Würfels geschehen könne.
Immerhin hatten Janus und Tyrius entschieden, dass es nun bald soweit sein würde, dass man bereit wäre für den Ritus.
Es würde viel Kraft kosten und noch mehr Konzentration, weshalb es auch unabdingbar wäre, die derzeitigen Geschehnisse einfach zu ignorieren, sie zwar zu beachten, was das Reisen auf Lameriast anging, allerdings nicht auf sich Einfluss nehmen zu lassen.


Shessidyr hatte einen Rückfall erlitten, nachdem Tyrius seine Kraft hatte von ihr nehmen sollen.
Es war klar gewesen, dass dies geschehen würde, doch offenbar war Janus noch immer Shessidyrs wahres Wesen nicht bekannt.
Die Tatsache, dass seine Behandlung bei ihr, so wenig gebracht zu haben schien, war alles andere als Erbauend gewesen und so hatten ihm die ruhigen Tage zugleich ebenso gut getan.

Er hatte sich in sein Haus zurück gezogen gehabt und einfach nur die Ruhe genossen.
Synessia war die meiste Zeit bei ihm gewesen und hatte sich in den Stunden, in denen er seinem Geist Ruhe vom Denken, Planen und Ausarbeiten gewährt hatte, mit ihm unterhalten gehabt. Ihre Nähe hatte er genossen und es viel ihm schwer nach einer längeren Pause wieder in die Gedanken zu kommen, denn es waren düstere und unheilvolle Gedanken, die immer Mal wieder von Bildern durchbrochen wurden, die Shessidyr ihm einst gezeigt hatte.
Er hatte viel in Shessidyrs Tagebuch gelesen gehabt und sich immer Mal wieder etwas notiert.

Es hieß einen Angriffspunkt zu finden. Einen Punkt in ihrem Geist, wo er ein Bild in ihr hervorrufen könnte… aber all dies würde im entscheidenden Moment geschehen müssen…


Eine gewisse Nervosität breitet sich bei den Gedanken daran ein jedes Mal aufs Neue in ihm aus und kalt läuft ihm ein Schauer über den Rücken. Die sich gebildete Gänsehaut wird durch den Gedanken der Gegenwehr des Wesens geschürt und ein sachtes Zittern durchläuft ihn.
Bis er dann mit einem mal durch ein Klopfen an der Tür aus seinen Gedanken gerissen wird.

„hm?.. wer mag dies sein?..“, langsam drückt Tyrius sich hoch und schlurft langsamen Schrittes zur Tür hinüber. Als er diese langsam öffnet greift er zugleich zum Stab, der neben dieser an die Wand gelehnt steht. Einen Spalt nur wird die Tür geöffnet, bis er dann den Boten erblickt und das Schreiben in seiner Hand.

„hmhm.. Des Sternenvaters seyn Segen..“, spricht er diesem dann freundlich entgegen, die Tür dann ganz öffnend. Der Bote lächelt zögerlich und mit einem einfachen Gruß reicht er Tyrius das Schreiben von Andreana hinüber.
Dieser nimmt es an sich und deutet dem Boten, dass er eintreten solle.
Der Bote wird daraufhin in das Innere des Hauses folgen, während Tyrius bereits das Schreiben liest. „Nehmt Euch ruhig etwas von dem Kuchen und den Keksen..“, spricht er dabei zum Boten gewandt, ehe er dann kurzerhand einen kleinen Pergamentbogen heran zieht und mit einigen Schwüngen eine Antwort verfasst.

Der Eisenwart Gruß und des Sternenvaters Segen, Frau Steinschmelz,

ich habe Eure Worte mit Freude empfangen und möchte Euch darum in Kenntnis setzen, dass ich den Tisch dann auch bald abzuholen gedenke. Ich denke auch, dass Herr Aethra sich bald bei Euch melden wird, bezüglich der genauen Ausmaße.
Ich hoffe jedoch, dass auch diese Arbeit nicht all zu sehr von den Orks und ihren marodierenden Horden aufgehalten wird. Denn erst wenn ich weiß, dass sich dieses erste Problem in Luft aufgelöst hat, kann ich mich mit meinen Gedanken den Orks zuwenden.

Es erfreut mich natürlich ebenso, dass Ihr noch lebt und laut dem Schreiben wohl auf seid.

Hochachtungsvoll,

Tyrius Sendar,
Inquisitor der Eisenwart,
Diakon des Sternenvaters.


Dieses Schreiben rollt er dann zusammen und tropft ein wenig blaues Wachs auf das Ende der Rolle um diese zu verschließen. In das weiche Wachs wird zum Schluss der Siegelring der Eisenwart gepresst, so dass dieser in dem Wachsfleck deutlich wiederzuerkennen ist.
Dann reicht er das Schreiben an den Boten, welcher daraufhin das Haus, gestärkt durch einige Kekse und ein zwei Stück Kuchen, sowie einen Krug Milch und ein wenig Gold, sich wieder auf den Weg macht zu Andreana. Natürlich wird der Bote nicht ohne den Segen Horteras davon gesandt.
Janus Aethra

Beitrag von Janus Aethra »

Es war vollendet: Die Forschungen, die ihn in jüngster Zeit nahezu tagtäglich einnahmen hatten nicht ein Ende, sondern DAS Ende genommen, das er sich erhofft hatte; Alles weitere war bereits zum Greifen nahe - das Bild des Würfels, des Objekts, das in der Lage sein sollte, mentale Gebilde in sich einzusperren, es existierte detaillierter denn je in Janus' Geiste... nun galt es nur noch, seine Gedanken zu Papier zu bringen.

Der Würfel, das Gefängnis, sollte aus reinem Silber bestehen, wobei seine Größe eher einen zweitrangigen Aspekt darstellte. Groß genug, um ihn sicher zu halten, sowie öffnen und schließen zu können, und klein genug, damit sein Gewicht nicht störend wirken würde.
So handelte es sich um eine grobe Schätzung, als Janus einen sauberen Würfel auf einen frischen Bogen Pergament zeichnete und eine jeweilige Kantenlänge von 10 Zentimetern angab... ein Liter sollte ein angemessenes Volumen darstellen.

Die vier Seitenflächen des Gebildes stellten einen weitaus wichtigeren Aspekt dar: In ihnen würden die magisch präparierten Edelsteine eingebettet werden - so waren entsprechende Fassungen von Nöten, die die notwendige Stabilität aufweisen, um die Steine vor äußeren Einwirkungen zu schützen. Hierbei musste Janus auf die Fähigkeiten Andreanas setzen - doch galt ihr schon seit längerem ein gewisses Vertrauen... und so konnte er ihr auch in dieser Hinsicht vertrauen, eine Lösung für das Problem zu finden.
Desweiteren sollten sich die Steine im Zentrum eines auf jeder Seite eingelassenen Pentagramms befinden - es würde die Wirkung der Steine maßgebend verstärken und nur durch sie wäre der nötige Schutz gewährleistet. In den Würfel eingesenkt oder mithilfe eines anderen Metalls geformt - die Pentagramme würden, sofern sauber und durchgängig gezeichnet, seinen Zweck erfüllen, sodass Andreana auch hier einer gewissen Freiheit unterlag.

Die obere Seite, die zeitgleich den Deckel des Würfels darstellte, diente einem anderen Zweck. Der einzige Eingang in und Ausgang aus dem Würfel müsste auf besondere Weise versiegelt werden - jedoch erst, sobald das Ziel auch wirklich darin hinein getrieben war.
Es musste schnell gehen... wieder war ein Pentagramm von Nöten, diesmal jedoch mit einem Bannkreis kombiniert - beides in das Metall des Würfels eingesenkt, sodass es sich mit einem dünnen Blutfilm möglichst rasch füllen ließe.
Außerdem galt es, den Deckel neben der magischen Versiegelung mit einem Verschlussmechanismus zu versehen... eine weitere Aufgabe, der sich Andreana stellen müsste.

All dies waren Sicherheitsvorkehrungen - Schutz vor äußeren Einwirkungen, Schutz vor magischen Einwirkungen. Das eigentliche Gefängnis war nicht der Würfel selbst... das eigentliche Gefängnis befand sich in dessen Inneren.
Dieses Objekt, das im Zentrum des Würfels positioniert und fixiert werden sollte, war das Resultat der Forschungen, die Janus in der vergangenen Zeit angestellt hatte.
Ein Stein ... gefüllt mit vollkommener Schwärze - und doch viel mehr als nur ein Stein, wovon jedoch nur ausgewählte Personen erfahren sollten.
Der Schmiedin sollte es genügen, eine weitere Fassung für einen fünften Edelstein im Inneren des Würfels anzubringen.

Und so vervollständigte sich die Zeichnung des Gebildes, dem zahlreiche Randbemerkungen, die zur Herstellung notwendig waren, angefügt wurden, bevor er eine exakte Abschrift dessen anfertigte und eines der Exemplare Andreana zukommen ließ..
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