Duell vor Rahal (Der Blinde gegen seinen Peiniger)

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Koltar de Luca

Duell vor Rahal (Der Blinde gegen seinen Peiniger)

Beitrag von Koltar de Luca »

Es war ein Tag wie jeder andere in Koltar’s Leben. Es Schneite, der Wind schnitt in sein Gesicht wie tausender hauchdünner feiner Messer. Hätte er gewusst, was heute noch geschehen sollte, wäre er zuhause geblieben.
Koltar war auf dem Weg nach Rahal. Er wollte dort seine Lederrüstung reparieren lassen, welche beim harten Training der letzten Monate schwer gelitten hatte.
Er hasste es in Geschäfte zu gehen und etwas zu kaufen oder etwas reparieren zu lassen. Ständig wurde er ungläubig angeschaut, es wurden Fragen gestellt und hinter seinem Rücken getuschelt. Was für naive Menschen. Sie hatten nicht die geringste Ahnung von Magie und doch hielten ihn viele für einen Scharlatan, welcher durch gutes oder in ihren Augen auch schlechtes Theaterspiel zu einem einfacheren Leben kommen will. Er verstand sie nicht, wahrscheinlich genauso wenig, wie sie ihn.

Endlich erreichte er die warme Stube des Handwerkshauses zu Rahal. So arbeitete dort die wahrlich Begabteste unter allen Schneiderinnen, die er kannte, Alexa N’Yota. Unerwartet neutral, wurde er hinein gebeten, als das Schauspiel seinen Lauf nahm. In der Handwerksstube saß kein Geringerer als sein ewiger Peiniger. Seinen Namen kannte er nicht, obwohl ihn einige Zak riefen, so hieß er für Koltar nur: „Peiniger“. Schon am ersten Tage in Bajard traf er ihn und musste über sich Spott und Peinigung ertragen ohne sich auch nur Ansatzweise wehren zu können. Doch heute! Heute, war ein anderer Tag. Koltar hatte viel gelernt an der Academie Arcana und würde nun das Wissen gegen seinen Feind, seinen ewigen Peiniger, anwenden und ihn auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Er würde den bittersüßes Geschmack der Rache schmecken. Er freute sich.

Wie erwartet, hagelte es augenblicklich Beleidigungen und Spott gen Koltar. Diesmal, heute, an diesem 3 Mal verfluchten Tage, lies sich Koltar nicht unterkriegen. Solch einen ungebildeten Mann konnte er in Grund und Boden reden. Er lachte innerlich, als seinem Gegenüber nichts mehr einfiel, als ihn zu einem Duell herauszufordern. Zak würde ihn unterschätzen, so wie jeder andere es auch tun würde. Koltar war sich bereits siegessicher.
Als er seine Geschäfte und die üblichen lästigen und dummen Fragen über seine Blindheit abgeschlossen hatte, begab er sich zum Duell. Siegessicher, Stolz und Übermütig schritt er voran und stand schon bald seinem ewigen Peiniger gegenüber.

Koltar konzentrierte sich und wirkte still einige Zauber, bevor der Kampf losgehen sollte. Seine frisch reparierte Rüstung und sein Schutzzauber mussten ausreichen. Lästiger Spott prallte nun an ihm ab…Koltar konzentrierte sich, er musste tief im Lied der Eluive sein, wenn der Kampf losging. Er musste durch das Lied spüren, vielleicht sogar sehen, woher die Schläge kamen. Doch als der Kampf entbrannte und Koltar die ersten Schläge wegstecken musste, vergas er alles Gelernte. Seine Konzentration schwand und er spürte nur noch Facetten seines Gegenübers. Sein Gegner war ein Meister seiner Kampfkunst oder ein grobschlächtiger Barbar, vielleicht auch beides. Sicher konnte Koltar einige Treffer verzeichnen, doch waren sie bei weitem nicht so effektiv, geschweige denn so kraftvoll und sicher. Der letzte Schlag riss ihm den Brustkorb auf und er fiel. Fiel tiefer als jemals zuvor. Er hörte nichts mehr, er spürte nichts mehr, er war alleine. Verlassen von all seiner Zuversicht. Er war verloren.

Tief, weit entfernt, gleich einem weit entferntem Echo, hallte es: „Finde den richtigen Glauben, den Glauben an den Einen, den Wahren…“. Und so hauchzart, wie es gekommen war, verhallte es auch wieder. Koltar war verloren und alles um ihn herum war schwarz.
Zuletzt geändert von Koltar de Luca am Dienstag 26. Februar 2008, 22:07, insgesamt 1-mal geändert.
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