Summend bog sie den Rücken durch, drehte sich zur Seite und wirbelte in einer fließenden Bewegung um die eigene Achse als auch schon der strenge Tonfall Fatimah's erklang und sie unterbrach.
Neda! Wo hast du nur deine Gedanken, Rivkah?
Kopfschüttelnd bog die alte Frau die abgewinkelten Finger noch ein gutes Stück nach Hinten und den zur Seite gedrehten Fuß noch etwas nach Außen während die andere Hand das Kinn der Tänzerin etwas anhob. Wenngleich die Muskeln unter dieser Prozedur gefährlich schmerzten lächelte die junge Rivkah beständig und nahm auch die folgenden Worte in sich auf.
Wenn du nicht konzentrierst wird es immer aussehen als würdest du noch üben! Wo nur kleine Blüte sind deine Gedanken?
Sie sind weit fort Fatimah, verzeih – ich muss besser auf mich achten.
Aiwa! Du kannst direkt damit anfangen Rivkah.
Mit einem Nicken fügte sie sich und nahm den Tanz wieder auf. Eigentlich war es nicht schwierig den Körper mit den Klängen zu bewegen. Heute jedoch hatte sie wahrlich viel über das sie nachdenken konnte. Strecken, drehen, den Fuß zur Seite... noch ein Stück... langsam aber sicher begann Rivkah zu schwitzen. Ihre dunkelbraune Haut glänzte bald schon vor Nässe und sie gab sich sichtlich Mühe den Ansprüchen Fatimah's gerecht zu werden. Erst nach einer guten Stunde beendete die Alte die Stunde mit einem Kopfschütteln.
Rivkah...
Aiwa?
Was immer es auch ist was dich beschäftigt... sieh zu das es beim nächsten Male nicht deinen Tanz behindert.
Aiwa.. dhabir - ich werde mich bemühen.
Recht zerknirscht wusch sie sich im Harem und zog frische Kleider an um Momente später brütend auf dem Dach zu sitzen. Keine fünf Schritt hatte er gesagt. Verboten war es geworden und was hatten sie getan? Zusammen über ein Seil balanciert als sei nichts gewesen – gar nichts. Bei Eluive, war es denn so falsch? Das schlechte Gewissen nagte an ihr und war Antwort genug. Die Schmach saß tief und der Stolz war zu sehr gekränkt worden als das man es nun einfach vergessen lassen sein konnte. Dennoch – warum nur hatte er die Anweisung nicht befolgt? Wie hatte sie zulassen können das er sie nicht befolgte?
Hmpf...
Energisch schob sie sich eine der noch feuchten Strähnen hinter die Ohren um den Blick über die Stadt schweifen zu lassen. Erst viel später am Abend brach sie auf um in der Taverne etwas zu sich zu nehmen. Noch immer wirbelten ihre Gedanken einem Wüstensturm gleich durch ihren Kopf. Hinzu kam die Sorge um ihr Lama. Bisher hatte niemand Zeit gefunden sich das Tier anzusehen und inzwischen belastete es sein Bein kaum noch. Abgelenkt wurde sie erst als ein ihr fremder Menekaner die Taverne betrat.
Salam!
Verwirrt
-
Ziyad Falah
Völlig in Gedanken betrat er vorsichtig die Taverne. Im ersten Moment hatte er gar nicht bemerkt das die junge Menekanerin an dem Tisch kniete. Es dauerte sogar einen Atemzug, bis er auf den Gruß reagiert hatte. Eigentlich wollte er sich schon wieder umdrehen und die Taverne zu verlassen. Aber irgendwie war es dafür schon zu spät. Draußen brach auch schon die Nacht herein. Und es sollte wieder kalt werden.
„Setz Dich doch“
Nun hatte sie ihn auch noch eingeladen sich zu ihr an den Tisch zu setzen. Hätte er gewusst, um wer oder besser gesagt was sie war, hätte er einfach abgelehnt. So setzte er sich an die andere Ecke des Tisches, stellte den Krug mit frischem Wasser vor sich ab.
„Ich bin Rivakh aus dem ehrenwerten Hause der Ifrey. Ich habe Dich hier noch nie gesehen.“
… aus dem ehrenwerten Hause … sofort zog sich sein Herz etwas zusammen. Ein leichtes Zittern fuhr über seinen Körper. Ehrenwertes Haus … eine Familie. Wie lange würde es dauern bis er es schaffte wieder zu Ehren zu kommen. Wann würde er wieder eine Familie haben …
‚Ziyad … Falah’
Er eine Reaktion erwartet, zumindest irgendeine. Sie schien den Namen nicht zu kennen, oder sie überspielte es einfach. Als sie dann noch erwähnte, das sie eine Blüte des Harems wäre. Was machte sie dann in seiner Nähe, gemeinsam mit ihm an seinem Tisch. Als er erwähnte, dass er einige Dinge der Heilkunst verstand blitzten ihre Augen zwischen Turban und Schleier kurz auf.
„Würdest Du Dir mein Lama einmal ansehen, ja?“
Er stockte kurz, nickte dann aber. Aiwa … er hatte zwar noch nie ein Tier behandelt. Aber er sollte es sich ja auch nur ansehen.
‚Ich … kann … nichts versprechen … aiwa, Rivakh aus dem Hause Ifrey?’
Sie nickte und kurze Zeit später waren sie im Stall am Tor der Stadt. Er betrachtete das Bein des Tieres. Entweder hatte es sich verstaucht, oder es war sogar gebrochen. Nachdenklich betrachtete er die Wunde, dann griff er in die Tasche und ging daran, das Tier zu behandeln. Er versuchte es mit einigen kühlenden Kräutern, die er zu einer Paste verrieb und auf die Wunde legte. Kurz daraufhin schiente er noch das Bein des Tieres, ehe er vorsichtig auf seine Arbeit blickte.
„Wie kann ich Dir denn danken, Ziyad?“
‚Ihr … Du … musst mir … nicht danken. Das … ist … meine Arbeit.’
„Neda, ich möchte mich aber bedanken“
‚Dann … erzähl … mir eine … Geschichte, aiwa? Ich … habe … lange … keine mehr … gehört’
Die Stimme war vorsichtig, forschend. Sie nickte und ein Lächeln husch über ihre Lippen. Es würde sicher einige Tage dauern, aber er freute sich ein wenig darauf, wieder eine Geschichte über sein Volk zu hören.
„Setz Dich doch“
Nun hatte sie ihn auch noch eingeladen sich zu ihr an den Tisch zu setzen. Hätte er gewusst, um wer oder besser gesagt was sie war, hätte er einfach abgelehnt. So setzte er sich an die andere Ecke des Tisches, stellte den Krug mit frischem Wasser vor sich ab.
„Ich bin Rivakh aus dem ehrenwerten Hause der Ifrey. Ich habe Dich hier noch nie gesehen.“
… aus dem ehrenwerten Hause … sofort zog sich sein Herz etwas zusammen. Ein leichtes Zittern fuhr über seinen Körper. Ehrenwertes Haus … eine Familie. Wie lange würde es dauern bis er es schaffte wieder zu Ehren zu kommen. Wann würde er wieder eine Familie haben …
‚Ziyad … Falah’
Er eine Reaktion erwartet, zumindest irgendeine. Sie schien den Namen nicht zu kennen, oder sie überspielte es einfach. Als sie dann noch erwähnte, das sie eine Blüte des Harems wäre. Was machte sie dann in seiner Nähe, gemeinsam mit ihm an seinem Tisch. Als er erwähnte, dass er einige Dinge der Heilkunst verstand blitzten ihre Augen zwischen Turban und Schleier kurz auf.
„Würdest Du Dir mein Lama einmal ansehen, ja?“
Er stockte kurz, nickte dann aber. Aiwa … er hatte zwar noch nie ein Tier behandelt. Aber er sollte es sich ja auch nur ansehen.
‚Ich … kann … nichts versprechen … aiwa, Rivakh aus dem Hause Ifrey?’
Sie nickte und kurze Zeit später waren sie im Stall am Tor der Stadt. Er betrachtete das Bein des Tieres. Entweder hatte es sich verstaucht, oder es war sogar gebrochen. Nachdenklich betrachtete er die Wunde, dann griff er in die Tasche und ging daran, das Tier zu behandeln. Er versuchte es mit einigen kühlenden Kräutern, die er zu einer Paste verrieb und auf die Wunde legte. Kurz daraufhin schiente er noch das Bein des Tieres, ehe er vorsichtig auf seine Arbeit blickte.
„Wie kann ich Dir denn danken, Ziyad?“
‚Ihr … Du … musst mir … nicht danken. Das … ist … meine Arbeit.’
„Neda, ich möchte mich aber bedanken“
‚Dann … erzähl … mir eine … Geschichte, aiwa? Ich … habe … lange … keine mehr … gehört’
Die Stimme war vorsichtig, forschend. Sie nickte und ein Lächeln husch über ihre Lippen. Es würde sicher einige Tage dauern, aber er freute sich ein wenig darauf, wieder eine Geschichte über sein Volk zu hören.
-
Rivkah Yazir
Eine Geschichte?
Aiwa, bei Zeiten würde sie ihm eine Geschichte erzählen. Für diese Nacht jedoch war es zu spät. Den Namen des Hauses Falah kannte sie tatsächlich nicht und sein Betragen kam ihr mehr als wunderlich vor. Flink huschte sie durch die dunklen Gassen bis hin zum Palast. Licht und Leben herrschte dort selbst um diese Stunde so das niemand Anstoß daran nahm sie erst jetzt wieder im Harem zu wissen. Lange dauerte es nicht ehe ihre Augen zugefallen waren und die Kälte der Nacht ihr einen ruhigen Schlaf gewährte. Kaum jedoch ging die Sonne auf wurde es warm. So rasch und drückend das sie selbst trotzt der Müdigkeit unmöglich weiterschlafen konnte. Mit einem Gähnen streckte sie sich und widmete sich dem morgendlichen Ritual. Es gab einen einfachen Grund dass die braune Haut mancher Menekanerinnen wie glänzende Seide erschien – Öl. Nach dem Waschen und bürsten war sie eine ganze Weile damit beschäftigt jeden Zentimeter der Haut mit dem zart duftenden Öl zu verwöhnen. Es sorgte dafür dass die Hennazeichnungen länger hielten und gehörte einfach zu ihrem Schönheitsempfinden dazu. Kaum eine Frau im Harem nutzte diese Öle nicht.
Immer höher und höher stieg die Sonne und inzwischen war Rivkah auch völlig wach. Irgendetwas hatte sie doch vergessen? Kurz zog sich die Stirn in Falten dann hob sie die schmalen Schultern an. Es würde ihr schon wieder einfallen. Sich eines der Bücher schnappend legte sie sich mit dem Buch bäuchlings auf einen der Teppiche. Ellenbogen würden auf dem Boden positioniert die Beine überkreuzt während das Buch aufgeschlagen vor ihrer Nase lag. Weit kam sie nicht ehe Salyzaa die Vorhänge zur Seite schob und anklagend meinte.
Fatimah wartet auf dich!
Hastig doch mit einem bedauernden Blick landete das Buch in einer Ecke und rasch huschte sie durch den Palast zu der Genannten. Zerknirscht wurde eine Entschuldigung gestammelt dann ließ sie sich auf eines der Kissen sinken. Einige Stunden lang wurden Gelenke geknetet, Gesten gelernt und Sehnen gedehnt. Dann endlich wandten sie sich von der Theorie der Praxis zu. Lange kam sie nicht in den Genuss ihr Herz dem Tanz zu öffnen. Auf einer der Fließen ausgleitend war sie zu Boden gesunken und hatte sich direkt wieder erhoben. Ein verblüffter Laut als ihr Bein das Gewicht nicht tragen konnte dann kamen die Schmerzen. Wuchtig, ungeahnt und ohne abzuklingen wurde sie einige Nuancen blasser. Man rief eine Heilerin, brachte sie auf ihr Lager und irgendwie schien die ganze Hektik an ihr vorbei zu gehen. Kaum jedoch kam jemand an das Bein brach ihr der Schweiß aus alle Poren und sie musste jedes mal einen Schrei unterdrücken. Kundige Finger die vorsichtig Knochen und Sehnen abtasteten machten es nicht besser. Als man ihr das Bein streckte waren vier Frauen nötig sie zu halten. Danach wurde es jedoch besser, der Knebel wurde entfernt und einige Tage lag sie ruhig in der seltsamen Holzkonstruktion die verhinderte dass sie das Bein auch nur einen Zentimeter Bewegen konnte. Erneut kam sodann die Heilerin und diesmal legte sie ihr einen Verband an. Nahezu jede zweite Lage wurde mit einer Flüssigkeit bestrichen die das Ganze hart werden ließ. Am Ende war das Bein in dieser Haltung mehr als geschient und man wies sie an noch einige Tage das Lager nicht zu verlassen.
Unerträglich erschien es ihr so lange still zu liegen. Kaum war die Zeitspanne vorüber humpelte sie mehr schlecht als recht gen des Kontors. Zwar schmerzte noch jeder Schritt doch war sie froh endlich wieder heraus zu kommen. Dämpfer jedoch kamen bald. Unbewusst fand Khalida genau die richtigen Worte und sprach von Wunden, Tanz und Unterhaltung. Tief durchatmend musste die junge Rivkah an sich halten nicht zu explodieren. Khalida konnte es nicht wissen. Nur schwer wurde das hitzige Temperament gekühlt und aiwa, vielleicht war es besser sich schlafen zu legen. Morgen sah alles vielleicht schon anders aus.
Aiwa, bei Zeiten würde sie ihm eine Geschichte erzählen. Für diese Nacht jedoch war es zu spät. Den Namen des Hauses Falah kannte sie tatsächlich nicht und sein Betragen kam ihr mehr als wunderlich vor. Flink huschte sie durch die dunklen Gassen bis hin zum Palast. Licht und Leben herrschte dort selbst um diese Stunde so das niemand Anstoß daran nahm sie erst jetzt wieder im Harem zu wissen. Lange dauerte es nicht ehe ihre Augen zugefallen waren und die Kälte der Nacht ihr einen ruhigen Schlaf gewährte. Kaum jedoch ging die Sonne auf wurde es warm. So rasch und drückend das sie selbst trotzt der Müdigkeit unmöglich weiterschlafen konnte. Mit einem Gähnen streckte sie sich und widmete sich dem morgendlichen Ritual. Es gab einen einfachen Grund dass die braune Haut mancher Menekanerinnen wie glänzende Seide erschien – Öl. Nach dem Waschen und bürsten war sie eine ganze Weile damit beschäftigt jeden Zentimeter der Haut mit dem zart duftenden Öl zu verwöhnen. Es sorgte dafür dass die Hennazeichnungen länger hielten und gehörte einfach zu ihrem Schönheitsempfinden dazu. Kaum eine Frau im Harem nutzte diese Öle nicht.
Immer höher und höher stieg die Sonne und inzwischen war Rivkah auch völlig wach. Irgendetwas hatte sie doch vergessen? Kurz zog sich die Stirn in Falten dann hob sie die schmalen Schultern an. Es würde ihr schon wieder einfallen. Sich eines der Bücher schnappend legte sie sich mit dem Buch bäuchlings auf einen der Teppiche. Ellenbogen würden auf dem Boden positioniert die Beine überkreuzt während das Buch aufgeschlagen vor ihrer Nase lag. Weit kam sie nicht ehe Salyzaa die Vorhänge zur Seite schob und anklagend meinte.
Fatimah wartet auf dich!
Hastig doch mit einem bedauernden Blick landete das Buch in einer Ecke und rasch huschte sie durch den Palast zu der Genannten. Zerknirscht wurde eine Entschuldigung gestammelt dann ließ sie sich auf eines der Kissen sinken. Einige Stunden lang wurden Gelenke geknetet, Gesten gelernt und Sehnen gedehnt. Dann endlich wandten sie sich von der Theorie der Praxis zu. Lange kam sie nicht in den Genuss ihr Herz dem Tanz zu öffnen. Auf einer der Fließen ausgleitend war sie zu Boden gesunken und hatte sich direkt wieder erhoben. Ein verblüffter Laut als ihr Bein das Gewicht nicht tragen konnte dann kamen die Schmerzen. Wuchtig, ungeahnt und ohne abzuklingen wurde sie einige Nuancen blasser. Man rief eine Heilerin, brachte sie auf ihr Lager und irgendwie schien die ganze Hektik an ihr vorbei zu gehen. Kaum jedoch kam jemand an das Bein brach ihr der Schweiß aus alle Poren und sie musste jedes mal einen Schrei unterdrücken. Kundige Finger die vorsichtig Knochen und Sehnen abtasteten machten es nicht besser. Als man ihr das Bein streckte waren vier Frauen nötig sie zu halten. Danach wurde es jedoch besser, der Knebel wurde entfernt und einige Tage lag sie ruhig in der seltsamen Holzkonstruktion die verhinderte dass sie das Bein auch nur einen Zentimeter Bewegen konnte. Erneut kam sodann die Heilerin und diesmal legte sie ihr einen Verband an. Nahezu jede zweite Lage wurde mit einer Flüssigkeit bestrichen die das Ganze hart werden ließ. Am Ende war das Bein in dieser Haltung mehr als geschient und man wies sie an noch einige Tage das Lager nicht zu verlassen.
Unerträglich erschien es ihr so lange still zu liegen. Kaum war die Zeitspanne vorüber humpelte sie mehr schlecht als recht gen des Kontors. Zwar schmerzte noch jeder Schritt doch war sie froh endlich wieder heraus zu kommen. Dämpfer jedoch kamen bald. Unbewusst fand Khalida genau die richtigen Worte und sprach von Wunden, Tanz und Unterhaltung. Tief durchatmend musste die junge Rivkah an sich halten nicht zu explodieren. Khalida konnte es nicht wissen. Nur schwer wurde das hitzige Temperament gekühlt und aiwa, vielleicht war es besser sich schlafen zu legen. Morgen sah alles vielleicht schon anders aus.