Dumpf hallten die Schritte von den steinernen Wänden wieder und verklangen als fernes Echo alter Erinnerungen in ihren Gedanken. Nahezu andächtig war der Kopf etwas gesenkt die glänzenden Haare zu einem strengen Zopf geflochten der bis zur Hüfte herunter hing. Kein Windhauch regte sich hier in der Tiefe und es war ungewiss wann die den Ort wieder verlassen würde. Angeeignete Gewohnheiten unterdrückend streckte sie nicht die Finger aus um über den Stein zu fahren denn vermutlich würde genug Zeit bleiben sich mit diesem Ort vertraut zu machen. Sicher schienen die Schritte der hohen Templerin gesetzt und Raum für Raum zeigte man ihr. Am Ende dieser 'Führung' brachte man sie in die Räumlichkeiten der Catuli. Einige Betten die kein Zeichen von Bequemlichkeit aufzeigten standen ordentlich gemacht im Raum. Kühl und karg wäre wohl eine treffende Bezeichnung doch etwas anderes hatte sie im Grunde nicht erwartet.
Lange war es her seit sie sich in solch einer Situation befunden hatte doch überraschenderweise fand sich Lanaya recht rasch in alte Gewohnheiten ein. Vieles schien so vertraut in Sinn und Anwendung während anderes Grundsätze in Frage stellte die über Jahre hinweg gefördert worden waren. Kommentarlos legte sie die Kleider ab die sie zuviel am Leibe trug und entledigte sich den Wahrzeichen ihres Standes. Scham kannte die Baronin in derlei Situationen längst nicht mehr. Erniedrigung war den Notwendigkeiten diverser Rituale gewichen und somit war es ein leichtes die Anwesenheit eines weiteren Menschen schlichtweg zu ignorieren während sie den rauen Robenstoff über die nun nackte Haut zog. Vermutlich würde das unangenehme Gefühl in den nächsten Tagen bereits verschwunden sein bis dahin würde sie sich damit arrangieren müssen. In aller Gelassenheit lag der Blick nun auf der Templerin während sie ihr die Wertgegenstände reichte.
In den nächsten Momenten verlor sie alles. Anerkennung, Respekt, Macht und selbst den Namen nach dem man sie rief. Hier in diesem Gemäuer würde sie von einem gänzlich anderen Punkt erfahren was es bedeutete sich dem Tempel zu verschreiben. Schmerzlich gruben sich die knöchernen Fingerspitzen in die blasse Haut ihres Gesichtes während die Templerin das Kinn fest umgriffen hielt. Keinerlei Regung ging von Lanaya's Gesicht aus. Lediglich die Nähe war ihr unangenehm doch was die Templerin nicht wissen konnte waren die Grundsätze des Ordens. Schon früh stellte man fest das Schmerz überaus lehrend sein konnte. Das sich auch der Tempel dieser Methodik bediente war nicht sonderlich überraschend. So oder so die Worte würde sie nicht so rasch vergessen und nun wo Rang und Position keinerlei Bedeutung mehr besaßen begegnete sie ihr wie es sich gehörte.
Manches hier ist etwas verstaubt.
Obwohl wir auftrugen, dass sich etwas daran ändern sollte...
Bereits als diese Worte aufklangen ahnte sie was auf sie zukommen würde. Der Verlauf des Gespräches bestätigte es. Zufall das die Templerin hierbei den Eindruck vermittelte als wäre sie nur deswegen hier? Innerlich wog sie die Möglichkeiten ab und war fast etwas enttäuscht. So ähnlich... so durchschaubar und dennoch gefährlich. Nachdem sie sich angemessen verabschiedet hatte und die Templerin aus ihrem Blickfeld entschwunden war wandte sich die Baronin um. Kühl war es in der einfachen Robe ohne weitere Bekleidung allemal. Allerdings würde die aufgetragene Arbeit sie wärmen. Prüfend wanderte der Blick über diverse Überreste in der Zelle und sorgsam machte sie sich daran diese tatsächlich zu entfernen. Zimperlich war sie noch nie gewesen und vieles war weitaus erniedrigender und abstoßender als dies hier. Stunde um Stunde beseitigte sie Staub, Blut, Dreck und alles was nicht sein sollte wo man es auffand. Gründlichst prüfte sie Stelle für Stelle um letztendlich zufrieden die Robe glatt zu streifen. Keinerlei Magie hatte die Arbeit begleitet. Diese Blöße würde sie sich nicht geben. Einer Prüfung gleich hatte sie beschlossen die Zeit im Tempel hinter sich zu bringen und ihr zu entnehmen was man entnehmen konnte. Zweifelsohne würde man noch einige Überraschungen für sie bereit halten. Doch waren die Gründe jene sie aufgeführt hatte wirklich alles was sie hierzu veranlasste?
Tempel und Orden
-
Lanaya Shevanor
Tage verstrichen in denen Lanaya das Sonnenlicht nicht sah. Man traf sie nicht, sah sie nicht und hatte keine Gelegenheit mit ihr zu sprechen. Interessant war das gesammelte Wissen der Templerschaft allemal. Sicherlich nur ein verschwindend geringer Teil zu dem sie Zugang hatte doch man würde sehen. Berechnungen wurden angestellt, Vergleiche abgewickelt und schließlich geschah was zu vermuten war. Lehren die sich widersprachen. Ansichten die weit auseinander drifteten und so manches in Frage stellten. Zu lange weilte sie schon hier Unten um für sich abwägen zu können was für sie entscheidend war. Es war Zeit der Pflicht nachzukommen die neben dem Wissenshunger unweigerlich auf sich aufmerksam machen würde sollte man sie zu lange vernachlässigen.
Liebkosend fuhren die Finger über den blutroten Robenstoff ehe sie diese über eines der spärlichen Bette legte. Nach einem entspannenden Bad zog sie die Arkoritherrobe an und suchte den Palast auf. Geraume Zeit verbrachte sie in ihrem Gemach, befasste sich mit Schriftstücken und prüfte den Zustand ihrer Reagenzien. Kraut um Kraut wurde von einem Glas in ein anderes sortiert wobei man durchaus den Eindruck haben konnte das ihre Gedanken an gänzlich anderer Stelle weilten. Schließlich schienen alle Möglichkeiten abgewogen und sie kehrte dem Ort den Rücken. Niemand hielt sie um diese Zeit auf und erst in der dunklen Ordensburg traf sie auf Gesellschaft. Geraume Zeit sprach sie mit dem jungen Arkorither und verzichtete auf die üblichen Spielchen. Drängend forderte die Unruhe ihr Recht und somit beschloss man gemeinsam aufzubrechen. Rasch war ein Riss in der Sphere geöffnet ehe man sich auf anderen Ebenen den Weg bahnte und schließlich die Arkorither sich vor Bajard manifestierten.
Ho, Lady!
Stirnrunzelnd sah man die Baronin stocken. Was bei Alatar konnte dieser Lausebengel schon wollen? Ach, Gold – was auch sonst. Recht rasch beantworteten seine nächsten Worte jegliche Möglichkeit die ihr durch den Kopf geschossen war und die Ablehnung lag wohl greifbar in der Luft. Natürlich lehnte sie ab, den Jungen dennoch nicht aus den Augen lassend. Kinder waren ein wahrlich geeignetes Donarium. Dieses hier schien alleine...
Prüfend fuhr der Blick kurz zur Seite wobei die ungewohnt braunen Augen sich leicht zusammengezogen hatten. Viel mehr der Verständigung benötigte es nicht. Man lockte den Jungen. Geschichten, Gold ein wenig Veränderung in den Klängen und sie hatten den Bengel mehr oder weniger wo sie ihn haben wollten. Ehe die Zuschauer sich mehren konnten zog man sich mit dem Kind durch einen weiteren Riss zurück. Was die Arkoritherin jedoch nicht bedachte waren die Eigenheiten eines Kindes. Normalerweise machte sie einen großen Bogen um diese kleinen Monster und kaum etwas trieb sie schneller in die Flucht als kindliche Neugier. Dies hier jedoch war kein Kind aus einer Familie des Herrn. Im Grunde hielt sie ihn für einen jämmerlichen Straßenbengel der bereits in diesem Alter dem Alkohol zugetan war. Als das Kind anfing zu klagen zogen sich die fein geschwungenen Brauen skeptisch zusammen und jegliche Bekundung wurde ohne ein Zeichen des Mitleides wahr genommen.
Magister!
Gerade hatte er sich abwenden wollen und stockte auf dem Absatz um sich umzuwenden. Abwartend sahen die grünen Augen zu ihr und ein leises Brummen erklang als sie ihm auftrug den Jungen gefälligst mitzunehmen, sich um diesen 'Zustand' zu kümmern. Studierend musterte ihr Blick die Beiden. Sympathie konnte man auf den verschleierten Zügen keine erkennen. Rasch durchquerte man Rahal und brachte das Donarium zur Burg. Zunächst hatte sie vorgehabt das Kind als Ganzes zu verwenden. Unterkunft und Futter jedoch erschienen ihr zu aufwendig. Vielleicht sollte man ihn auf andere Art und Weise nutzen? Hallend klangen die Schritte der Arkorither auf den steinernen Treppenstufen wieder. Im Kellergewölbe angelangt erklang die nächste Anweisung recht deutlich. Mit einem vernehmlichen Platschen stob die Wasseroberflöche zur Seite als das Kind fallen gelassen wurde.
Liebkosend fuhren die Finger über den blutroten Robenstoff ehe sie diese über eines der spärlichen Bette legte. Nach einem entspannenden Bad zog sie die Arkoritherrobe an und suchte den Palast auf. Geraume Zeit verbrachte sie in ihrem Gemach, befasste sich mit Schriftstücken und prüfte den Zustand ihrer Reagenzien. Kraut um Kraut wurde von einem Glas in ein anderes sortiert wobei man durchaus den Eindruck haben konnte das ihre Gedanken an gänzlich anderer Stelle weilten. Schließlich schienen alle Möglichkeiten abgewogen und sie kehrte dem Ort den Rücken. Niemand hielt sie um diese Zeit auf und erst in der dunklen Ordensburg traf sie auf Gesellschaft. Geraume Zeit sprach sie mit dem jungen Arkorither und verzichtete auf die üblichen Spielchen. Drängend forderte die Unruhe ihr Recht und somit beschloss man gemeinsam aufzubrechen. Rasch war ein Riss in der Sphere geöffnet ehe man sich auf anderen Ebenen den Weg bahnte und schließlich die Arkorither sich vor Bajard manifestierten.
Ho, Lady!
Stirnrunzelnd sah man die Baronin stocken. Was bei Alatar konnte dieser Lausebengel schon wollen? Ach, Gold – was auch sonst. Recht rasch beantworteten seine nächsten Worte jegliche Möglichkeit die ihr durch den Kopf geschossen war und die Ablehnung lag wohl greifbar in der Luft. Natürlich lehnte sie ab, den Jungen dennoch nicht aus den Augen lassend. Kinder waren ein wahrlich geeignetes Donarium. Dieses hier schien alleine...
Prüfend fuhr der Blick kurz zur Seite wobei die ungewohnt braunen Augen sich leicht zusammengezogen hatten. Viel mehr der Verständigung benötigte es nicht. Man lockte den Jungen. Geschichten, Gold ein wenig Veränderung in den Klängen und sie hatten den Bengel mehr oder weniger wo sie ihn haben wollten. Ehe die Zuschauer sich mehren konnten zog man sich mit dem Kind durch einen weiteren Riss zurück. Was die Arkoritherin jedoch nicht bedachte waren die Eigenheiten eines Kindes. Normalerweise machte sie einen großen Bogen um diese kleinen Monster und kaum etwas trieb sie schneller in die Flucht als kindliche Neugier. Dies hier jedoch war kein Kind aus einer Familie des Herrn. Im Grunde hielt sie ihn für einen jämmerlichen Straßenbengel der bereits in diesem Alter dem Alkohol zugetan war. Als das Kind anfing zu klagen zogen sich die fein geschwungenen Brauen skeptisch zusammen und jegliche Bekundung wurde ohne ein Zeichen des Mitleides wahr genommen.
Magister!
Gerade hatte er sich abwenden wollen und stockte auf dem Absatz um sich umzuwenden. Abwartend sahen die grünen Augen zu ihr und ein leises Brummen erklang als sie ihm auftrug den Jungen gefälligst mitzunehmen, sich um diesen 'Zustand' zu kümmern. Studierend musterte ihr Blick die Beiden. Sympathie konnte man auf den verschleierten Zügen keine erkennen. Rasch durchquerte man Rahal und brachte das Donarium zur Burg. Zunächst hatte sie vorgehabt das Kind als Ganzes zu verwenden. Unterkunft und Futter jedoch erschienen ihr zu aufwendig. Vielleicht sollte man ihn auf andere Art und Weise nutzen? Hallend klangen die Schritte der Arkorither auf den steinernen Treppenstufen wieder. Im Kellergewölbe angelangt erklang die nächste Anweisung recht deutlich. Mit einem vernehmlichen Platschen stob die Wasseroberflöche zur Seite als das Kind fallen gelassen wurde.
-
Tarja Lycron
Sie hatte erst am nächsten Morgen von dem "Besuch" erfahren. Lucan schickte die junge Schülerin des Ordens in den Keller, sie sollte sich um jenen "Besuch" kümmern. Also stieg Tarja die Treppen hinab und begab sich zu den Kerkern. Leise Schritte ging sie voran, das Flackern der Kerze zeichnete in einem Eck immer wieder eine Shilouette ab. Ein Junge, schätzungsweise etwa zwischen zwölf und fünfzehn Jahren. Genau konnte sie es nicht sagen. Mit ihren Fingern strich sie an den Gitterstäben des Kerkers entlang, die dumpf klingenden Geräusche durchzogen das dunkle Kellergewölbe. Vor der Tür blieb sie stehen. Ihre leise, rauhe und kratzige Stimme hauchte ein "Seinen Segen" durch die kalten Gitterstäbe.
Der Junge schreckte wohl auf und kauerte sich an die Wand, als die Arkoritherin auf den Kerker zuging. Sie verfolgte ihn mit ihrem Blick und als sich die Türe öffnete, marschierte sie in die Zelle. Bis auf einen Schritt breit ging sie auf ihn zu und sah ihn an. Er war nicht unbedingt viel kleiner als sie udn das für das Alter. Aber gut, sie war auch nciht sonderlich groß.
Sie kümmerte sich eine ganze Weile um den Jungen. Ihm schien kalt zu sein. Seine Kleidung roch noch nass. Tödlich um diese Jahreszeit, aber was scherte sie das schon? Immer wieder flehte er um Gnade, darum, freigelassen zu werden. "Sehe ich so aus, als würde ich auf eine Bitte eingehen, Bruder?" Lucan lies sich mit der Antwort Zeit. Erst nach einer Weile antwortete er mit einem schlichten "Nein." - natürlich ging sie nicht auf Bitten ein, es sei denn jemand flehte darum, dem Tod näher zu geraten, als ihm lieb war. Ihr irres Kichern durchzog das Kellergewölbe. Zu schade, der Junge hatte noch so viel vor sich.
"Hat dir deine Mama denn nie gesagt, dass du nicht mit Fremden mitgehen sollst?"
Sie hatte den Jungen im Auge. Und sie hatte nicht vor ihn sterben zu lassen. Wozu? Sie sah keinen Sinn darin. Vielmehr spielte sie mit ihm. Und es machte ihr Spaß. Der Junge sah immer wieder zu der Bestie, dem Höllenhund, dem auf einmal das Maul fehlte und nur noch Blut auf den Boden tropfte. Wimmernd kauerte sich der Kleine im Eck zusammen und versuchte krampfhaft wegzusehen. Tarja sprach darüber, ihm die Finger abzutrennen um die Gastfreundschaft zu vertiefen. Davon war der Junge aber nicht begeistert. Vielleicht die Zehe? Auch das schien ihm nicht zu gefallen. "Tja, dann bleibt mir nur noch eines. Ich werde mir deine Zunge holen!" Und sie hörte wieder nur ein Japsen und ein röchelndes "Nein!".
Irgendwann war aber auch genug. Sie nahmen den Jungen und gingen mit ihm durch den Hof über die Insel. Die Pilze sollte er einsammeln. Ja, es war kalt, seine Kleidung war nass. Das war Qual genug für einen so schwachen Sprößling. Der Kleine war gerade fertig, als Lucan das Wort erhob. "In die Burg!" Der Knirps wiedersprach. Schließlich hatte er die Pilze gepflückt um frei zu sein. Tarja schob ihn voran, zurück in die Burg. Dort setzten sie sich vor den Kamin.
"Der Befehl lautet ihn bei Varuna auszusetzen!"
Tarja nickte. Und sie gingen los.
Bei Varuna angekommen schickten sie den Jungen fort. "Lauf, lauf so schnell du kannst!" zischte Lucan und der Junge rannte davon. Tarja war gespannt, ob er in seinen Gedanken behielt, dass der Orden nicht schlafen würde und ob er jene Kunde durch die Städte tragen würde.
"Schade, er war ein so schönes Spielzeug, jetzt brauch ich ein Neues!"
Tarja murrte. Aber Lucan schmunzelte nur und sie machten sich auf den Heimweg.
Der Junge schreckte wohl auf und kauerte sich an die Wand, als die Arkoritherin auf den Kerker zuging. Sie verfolgte ihn mit ihrem Blick und als sich die Türe öffnete, marschierte sie in die Zelle. Bis auf einen Schritt breit ging sie auf ihn zu und sah ihn an. Er war nicht unbedingt viel kleiner als sie udn das für das Alter. Aber gut, sie war auch nciht sonderlich groß.
Sie kümmerte sich eine ganze Weile um den Jungen. Ihm schien kalt zu sein. Seine Kleidung roch noch nass. Tödlich um diese Jahreszeit, aber was scherte sie das schon? Immer wieder flehte er um Gnade, darum, freigelassen zu werden. "Sehe ich so aus, als würde ich auf eine Bitte eingehen, Bruder?" Lucan lies sich mit der Antwort Zeit. Erst nach einer Weile antwortete er mit einem schlichten "Nein." - natürlich ging sie nicht auf Bitten ein, es sei denn jemand flehte darum, dem Tod näher zu geraten, als ihm lieb war. Ihr irres Kichern durchzog das Kellergewölbe. Zu schade, der Junge hatte noch so viel vor sich.
"Hat dir deine Mama denn nie gesagt, dass du nicht mit Fremden mitgehen sollst?"
Sie hatte den Jungen im Auge. Und sie hatte nicht vor ihn sterben zu lassen. Wozu? Sie sah keinen Sinn darin. Vielmehr spielte sie mit ihm. Und es machte ihr Spaß. Der Junge sah immer wieder zu der Bestie, dem Höllenhund, dem auf einmal das Maul fehlte und nur noch Blut auf den Boden tropfte. Wimmernd kauerte sich der Kleine im Eck zusammen und versuchte krampfhaft wegzusehen. Tarja sprach darüber, ihm die Finger abzutrennen um die Gastfreundschaft zu vertiefen. Davon war der Junge aber nicht begeistert. Vielleicht die Zehe? Auch das schien ihm nicht zu gefallen. "Tja, dann bleibt mir nur noch eines. Ich werde mir deine Zunge holen!" Und sie hörte wieder nur ein Japsen und ein röchelndes "Nein!".
Irgendwann war aber auch genug. Sie nahmen den Jungen und gingen mit ihm durch den Hof über die Insel. Die Pilze sollte er einsammeln. Ja, es war kalt, seine Kleidung war nass. Das war Qual genug für einen so schwachen Sprößling. Der Kleine war gerade fertig, als Lucan das Wort erhob. "In die Burg!" Der Knirps wiedersprach. Schließlich hatte er die Pilze gepflückt um frei zu sein. Tarja schob ihn voran, zurück in die Burg. Dort setzten sie sich vor den Kamin.
"Der Befehl lautet ihn bei Varuna auszusetzen!"
Tarja nickte. Und sie gingen los.
Bei Varuna angekommen schickten sie den Jungen fort. "Lauf, lauf so schnell du kannst!" zischte Lucan und der Junge rannte davon. Tarja war gespannt, ob er in seinen Gedanken behielt, dass der Orden nicht schlafen würde und ob er jene Kunde durch die Städte tragen würde.
"Schade, er war ein so schönes Spielzeug, jetzt brauch ich ein Neues!"
Tarja murrte. Aber Lucan schmunzelte nur und sie machten sich auf den Heimweg.
-
Lanaya Shevanor
Und vergib uns unser Giern,
nach dem Wissen und der Macht.
Lass uns nicht den Kopf verliern,
wenn das Tier in uns erwacht.
Zorn war es dem sie sich hingab und Zorn würde es sein der eines Tages über die Vernunft siegte. Wie konnte es dieser junge Knilch nur wagen? Sicherlich er hatte seine Aufgabe erfüllt – sie war zufrieden gewesen doch er, er verstand es nicht sie bei Laune zu halten. Abfällig verzog sich das Gesicht, sie hatte genug. Ein schmerzlicher Eingriff in die Klänge und der junge Arkorither fand sich einen guten halben Meter über dem Boden wieder. Eine eiserne Klaue griff nach seiner Kehle, schnürte ihm die Luft ab und fügte ihm Schmerzen zu. Lanaya ließ sich Zeit. Warum auch nicht? Würde er verrecken war er ohnehin zu schwach die harte Schulung des Ordens zu durchlaufen. Jeder musste sich fügen und achten was seit Generationen geachtet wurde. Dieses Betragen würde sie nicht dulden. Wort für Wort klang ruhig und weich auf während sich die fehlende Atemluft immer mehr und mehr bemerkbar machte. War es Wahn in ihren Augen oder Zorn? Akut ließ sie ihn fallen und gestattete ihm sich zu entfernen. Inzwischen war sie es leid sich länger als nötig mit derlei zu befassen.
Prüfend wurde Momente später die unscheinbare Phiole vor Augen gehalten während sie leise Worte an den wertvollen Inhalt richtete. Vermutlich nahm der Magister an sie habe nun endgültig den Verstand verloren – es war ihr gleich. Sollten sie alle denken was sie wollten. Kaum jemand verstand was sie antrieb, verstand wie sie dachte und wie man sie bei Laune hielt. Wechselhaft wie der Wind und auf Dauer doch so beständig wie der Fels. Lachend legte sie den Kopf zurück – sie hatten was sie wollten. Kostbar, süß und zähflüssig schwappe das kindliche Blut in seinem Behälter.
Sorge dafür das er sicher nach Hause findet. Schüre wovon er nur einen flüchtigen Eindruck erhalten hat doch lass ihn in einem Stück ziehen.
Deutlicher hätte sie es nicht ausdrücken können. Enttäuschung zierte seine Züge doch würde er die Gründe eines Tages verstehen. Dieses Balg war nützlicher so es berichtete was ihm widerfahren war. Das Donarium mit sich nehmend verließ sie die Burg. Längst schon graute der Morgen und sie hatte nicht vor die Zeit unnütz zu vergeuden. An einem sicheren Ort wurde die unscheinbare Phiole verstaut. Diverse Kräuterzusätze verhinderten ein Gerinnen des Blutes. Nachtschwarze Kleidung die gleichsam verstaut wurde ehe sie wieder die Robe überzog die es in den Tempelkatakomben zu tragen galt. Noch immer fand man eine gewisse Wildheit in ihrem Blick und noch lag es zu nahe zurück dass der junge Arkorither sie mit seinem Fehlverhalten bis auf die Knochen gereizt hatte. Vielleicht hätte sie ihn umbringen sollen. Aufsässige Schnösel hatte sie noch nie gemocht und gleichsam schien er vielversprechend. Man würde abwarten müssen wie sehr er mit den Gepflogenheiten des Ordens zurecht kam. Schritte unterbrachen ihre Gedankengänge und innerhalb eines Herzschlages hatte sie erfasst wer sich näherte.
Die Wildheit in ihrem Blick wurde rascher verborgen als man sie vermuten konnte und einer braven Schülerin gleich wurde das Haupt geneigt. Leicht nur bewegte sich der Robensaum im Wind während die Tetrachin den Blick wandern ließ. Floskelei auch an diesem Abend ehe der Ahad den Tempel betrat. Seine Lunge machte ihm zu schaffen und interessiert beobachtete sie wie die Tetrachin dem Abhilfe leistete. War sie sich über das 'Wie' bewusst? Zweifelsohne formten die Templer das Lied. Man konnte ihr Wirken verfolgen so man es verstand den Klängen zu lauschen. Allerdings war dies kein bewusstes formen – sie würde es eingehender studieren müssen um es gänzlich zu verstehen. Vorerst jedoch galt es sich um die Hierarchie und deren Beachtung zu kümmern. Unheilvoll waren die eisblauen Augen etwas verengt während sie der Tetrachin bekundete den Tempel im Angesicht der Pflicht verlassen zu müssen. Spiel, Notwendigkeit, Interesse – was nur war aus all der Planung geworden? Gewannen Begebenheiten die Oberhand die Jahre hinweg verborgen lagen?
nach dem Wissen und der Macht.
Lass uns nicht den Kopf verliern,
wenn das Tier in uns erwacht.
Zorn war es dem sie sich hingab und Zorn würde es sein der eines Tages über die Vernunft siegte. Wie konnte es dieser junge Knilch nur wagen? Sicherlich er hatte seine Aufgabe erfüllt – sie war zufrieden gewesen doch er, er verstand es nicht sie bei Laune zu halten. Abfällig verzog sich das Gesicht, sie hatte genug. Ein schmerzlicher Eingriff in die Klänge und der junge Arkorither fand sich einen guten halben Meter über dem Boden wieder. Eine eiserne Klaue griff nach seiner Kehle, schnürte ihm die Luft ab und fügte ihm Schmerzen zu. Lanaya ließ sich Zeit. Warum auch nicht? Würde er verrecken war er ohnehin zu schwach die harte Schulung des Ordens zu durchlaufen. Jeder musste sich fügen und achten was seit Generationen geachtet wurde. Dieses Betragen würde sie nicht dulden. Wort für Wort klang ruhig und weich auf während sich die fehlende Atemluft immer mehr und mehr bemerkbar machte. War es Wahn in ihren Augen oder Zorn? Akut ließ sie ihn fallen und gestattete ihm sich zu entfernen. Inzwischen war sie es leid sich länger als nötig mit derlei zu befassen.
Prüfend wurde Momente später die unscheinbare Phiole vor Augen gehalten während sie leise Worte an den wertvollen Inhalt richtete. Vermutlich nahm der Magister an sie habe nun endgültig den Verstand verloren – es war ihr gleich. Sollten sie alle denken was sie wollten. Kaum jemand verstand was sie antrieb, verstand wie sie dachte und wie man sie bei Laune hielt. Wechselhaft wie der Wind und auf Dauer doch so beständig wie der Fels. Lachend legte sie den Kopf zurück – sie hatten was sie wollten. Kostbar, süß und zähflüssig schwappe das kindliche Blut in seinem Behälter.
Sorge dafür das er sicher nach Hause findet. Schüre wovon er nur einen flüchtigen Eindruck erhalten hat doch lass ihn in einem Stück ziehen.
Deutlicher hätte sie es nicht ausdrücken können. Enttäuschung zierte seine Züge doch würde er die Gründe eines Tages verstehen. Dieses Balg war nützlicher so es berichtete was ihm widerfahren war. Das Donarium mit sich nehmend verließ sie die Burg. Längst schon graute der Morgen und sie hatte nicht vor die Zeit unnütz zu vergeuden. An einem sicheren Ort wurde die unscheinbare Phiole verstaut. Diverse Kräuterzusätze verhinderten ein Gerinnen des Blutes. Nachtschwarze Kleidung die gleichsam verstaut wurde ehe sie wieder die Robe überzog die es in den Tempelkatakomben zu tragen galt. Noch immer fand man eine gewisse Wildheit in ihrem Blick und noch lag es zu nahe zurück dass der junge Arkorither sie mit seinem Fehlverhalten bis auf die Knochen gereizt hatte. Vielleicht hätte sie ihn umbringen sollen. Aufsässige Schnösel hatte sie noch nie gemocht und gleichsam schien er vielversprechend. Man würde abwarten müssen wie sehr er mit den Gepflogenheiten des Ordens zurecht kam. Schritte unterbrachen ihre Gedankengänge und innerhalb eines Herzschlages hatte sie erfasst wer sich näherte.
Die Wildheit in ihrem Blick wurde rascher verborgen als man sie vermuten konnte und einer braven Schülerin gleich wurde das Haupt geneigt. Leicht nur bewegte sich der Robensaum im Wind während die Tetrachin den Blick wandern ließ. Floskelei auch an diesem Abend ehe der Ahad den Tempel betrat. Seine Lunge machte ihm zu schaffen und interessiert beobachtete sie wie die Tetrachin dem Abhilfe leistete. War sie sich über das 'Wie' bewusst? Zweifelsohne formten die Templer das Lied. Man konnte ihr Wirken verfolgen so man es verstand den Klängen zu lauschen. Allerdings war dies kein bewusstes formen – sie würde es eingehender studieren müssen um es gänzlich zu verstehen. Vorerst jedoch galt es sich um die Hierarchie und deren Beachtung zu kümmern. Unheilvoll waren die eisblauen Augen etwas verengt während sie der Tetrachin bekundete den Tempel im Angesicht der Pflicht verlassen zu müssen. Spiel, Notwendigkeit, Interesse – was nur war aus all der Planung geworden? Gewannen Begebenheiten die Oberhand die Jahre hinweg verborgen lagen?
-
Lucan Linari
Zurück in seinen eigenen vier Wänden. In dem verlassenen Haus, in dem sich schon einige Spinnenweben in die Ecken gesetzt haben und der Staub sich auf die Möbel legte. Kaum noch betritt er diese Räumlichkeiten, nicht einmal, um dort zu übernachten.
Doch erheiterte ihn an diesem Abend ein Gedanke…
Luca – ein kleiner Junge, den er vor einigen Stunden mit Ordensschwester Tarja an einer Kreuzung vor Varuna ausgesetzt hatte, wie es ihm befohlen wurde. So sehr sein Mageninhalt, bei dem Gewinsel des Jungen, auch den umgekehrten Weg an die Luft nehmen wollte, so sehr hat er die Kontrolle auch genossen, doch war es nicht alles… Der Junge würde reden, das war ihm bewusst – so soll er es tun. Soll er sich bei seinen Eltern oder bei welchem Gesocks auch immer ausweinen.
Die Taten würden mündlich weiter getragen werden. Je weiter die Nachricht getragen wird, dass der Orden nicht untätig ist und auch vor Kindern keinen Halt macht, desto seltsamer und furchtbarer werden die Erzählungen. Angst würde unter das einfache Volk gestreut. Natürlich sind Erzählungen ein zweischneidiges Schwert – zum einen können sie die Menschen vor Angst erstarren lassen, zum anderen können sie Aggressionen hervorbringen. Doch war es ihm gleich…er hatte nie vor sich mit den Einwohnern Varunas anzufreunden. Zuviel Hass brodelt in ihm… zuviel ist geschehen.
Er geht ruhig zum Regal herüber, seine Augen sind die ganze Zeit geschlossen und ganz genau lauscht er den Klängen des Hauses. Das Knarren der Holzdielen, welches sich mit dem Knirschen seiner Lederstiefel vermischt. Herrlich diese Ruhe – diese Stille – der Tod?
Jedoch am Regal angelangt, nimmt er sich noch eine Weinflasche bevor er sich in seine Sessel sinken lässt. Einem kleinen Jungen Angst einzujagen ist nicht schwer, darauf war er nicht stolz – doch war es vielleicht der Stein, der so manches ins Rollen bringen könnte.
Die Zeit verstreicht in der er einfach nur in seinem Sessel verharrt bevor er sich der Weinflasche widmet.
Doch erheiterte ihn an diesem Abend ein Gedanke…
Luca – ein kleiner Junge, den er vor einigen Stunden mit Ordensschwester Tarja an einer Kreuzung vor Varuna ausgesetzt hatte, wie es ihm befohlen wurde. So sehr sein Mageninhalt, bei dem Gewinsel des Jungen, auch den umgekehrten Weg an die Luft nehmen wollte, so sehr hat er die Kontrolle auch genossen, doch war es nicht alles… Der Junge würde reden, das war ihm bewusst – so soll er es tun. Soll er sich bei seinen Eltern oder bei welchem Gesocks auch immer ausweinen.
Die Taten würden mündlich weiter getragen werden. Je weiter die Nachricht getragen wird, dass der Orden nicht untätig ist und auch vor Kindern keinen Halt macht, desto seltsamer und furchtbarer werden die Erzählungen. Angst würde unter das einfache Volk gestreut. Natürlich sind Erzählungen ein zweischneidiges Schwert – zum einen können sie die Menschen vor Angst erstarren lassen, zum anderen können sie Aggressionen hervorbringen. Doch war es ihm gleich…er hatte nie vor sich mit den Einwohnern Varunas anzufreunden. Zuviel Hass brodelt in ihm… zuviel ist geschehen.
Er geht ruhig zum Regal herüber, seine Augen sind die ganze Zeit geschlossen und ganz genau lauscht er den Klängen des Hauses. Das Knarren der Holzdielen, welches sich mit dem Knirschen seiner Lederstiefel vermischt. Herrlich diese Ruhe – diese Stille – der Tod?
Jedoch am Regal angelangt, nimmt er sich noch eine Weinflasche bevor er sich in seine Sessel sinken lässt. Einem kleinen Jungen Angst einzujagen ist nicht schwer, darauf war er nicht stolz – doch war es vielleicht der Stein, der so manches ins Rollen bringen könnte.
Die Zeit verstreicht in der er einfach nur in seinem Sessel verharrt bevor er sich der Weinflasche widmet.
-
Lanaya Shevanor
Schwer hing die Robe herunter während die eisblauen Augen unergründlich in die Flammen starrten. Dunkle Strähnen durchzogen die silberblonden Haare welche das Gesicht einrahmten. Nicht einmal die Hände hatte sie gereinigt und langsam begann die dunkle Flüssigkeit zu gerinnen. Lanaya machte noch immer keine Anstalten den Platz zu verlassen und auch den sich nähernden Schritten wurde keinerlei Beachtung geschenkt.
Seinen Segen, Elegida.
Langsam, bedacht wandte sie sich um und musterte den respektvoll geneigten Kopf ehe der Gruß erwidert wurde. Momente verstrichen in denen der Ausdruck ihrer Augen rasch verborgen wurde. Es ging ihn nicht's an und dennoch war sie wohl zu langsam gewesen. Fragen kamen auf, der Tonfall wurde unverschämt und gefährlich verengten sich ihre Augen. Alleine diese Regung genügte ihn zu einem bedachteren Handeln zu bewegen. Andere Fragen wurden gestellt, die richtigen Fragen klangen auf. Antworten erhielt er nahezu umgehend und ohne das sie ein Blatt vor den Mund nehmen musste. Beide wussten sie um die Wichtigkeit gewisser Dinge und beide würden sie diese gnadenlos durchsetzen solange es ihrer Sache diente.
Gleichsam hatte er recht mit seinen Worten. Schon längst hätte sie sich reinigen sollen und somit holte sie nach was nötig war. Man traf sich danach in der Bibliothek wieder. Vollkommene Ruhe wurde durch jegliche Bewegung unterstrichen und verdeutlicht. Wahrlich – sie war zahm geworden, zumindest für den Augenblick. Wechselhaft wie das Wetter waren die Launen der Elegida die Tage. Warum auch nicht?
Traue niemals einem Illusionisten!
Lanaya musste an sich halten nicht aufzulachen. Wie lange war es her seit man ihr dies eingebläut hatte? Traf es nicht immer noch zu? Würde sie sich selbst vertrauen? Nein, eigentlich nicht. Geraume Zeit war es her seit der Orden mit seiner Heiligkeit verhandelt hatte. Bislang waren den Worten keine Taten gefolgt und sie begann sich ihre Gedanken darum zu machen. Möglichkeiten über Möglichkeiten wurden abgewogen und es war an der Zeit das die Maestra zurück kehrte.
Hast du nicht immer schon auf mich gewartet?
Glaubte er dies? Waren diese Worte wirklich aus seinem Mund aufgeklungen? Nun denn zumindest war er sehr von sich überzeugt. Auf der einen Seite beschwerte er sich das er sie nicht sah auf der Anderen war er nicht für sie anzutreffen wenn sie zugegen war. Vieles war derweil geschehen und immer wieder nagten gewisse Worte an ihr. Nein sie würde nicht zulassen das er sie schwach machte. Keinesfalls. Energisch fuhren die Fingerspitzen in massierenden Kreisen über ihre Schläfen. Ein Durcheinander wie sie es hasste. Was würde geschehen sollten die ausgehandelten Begebenheiten nicht eingehalten werden? Wie würde man entscheiden – fort von Rahal? Zu lange lag diese Zeit noch nicht zurück man würde sich sicherlich arrangieren können doch derweil sahen die Pläne gänzlich anders aus. Wie auch immer, sie würde nicht warten – wollte nicht warten. Zu sehr hatte die bestehende Hierarchie in Rahal bereits Einfluss auf den Orden genommen.
Dir zu dienen bedeutet Ehrfurcht zu lernen...
Oh sie wusste um die Notwendigkeit dessen. Nicht anders hielten sie es in den eigenen Reihen und lange dauerte es selten ehe sich das Gefüge festigte nachdem neue Talente geschult wurden. Doch letztendlich musste sie sich in verschiedenen Gefügen zurecht finden. Dumpf klangen die Worte der Templerin einem Echo gleich in ihren Gedanken auf und der Entschluss wurde gefasst. Man würde warten und sehen ob das Vertrauen gerechtfertigt war das sie derzeit noch aufbrachte.
Seinen Segen, Elegida.
Langsam, bedacht wandte sie sich um und musterte den respektvoll geneigten Kopf ehe der Gruß erwidert wurde. Momente verstrichen in denen der Ausdruck ihrer Augen rasch verborgen wurde. Es ging ihn nicht's an und dennoch war sie wohl zu langsam gewesen. Fragen kamen auf, der Tonfall wurde unverschämt und gefährlich verengten sich ihre Augen. Alleine diese Regung genügte ihn zu einem bedachteren Handeln zu bewegen. Andere Fragen wurden gestellt, die richtigen Fragen klangen auf. Antworten erhielt er nahezu umgehend und ohne das sie ein Blatt vor den Mund nehmen musste. Beide wussten sie um die Wichtigkeit gewisser Dinge und beide würden sie diese gnadenlos durchsetzen solange es ihrer Sache diente.
Gleichsam hatte er recht mit seinen Worten. Schon längst hätte sie sich reinigen sollen und somit holte sie nach was nötig war. Man traf sich danach in der Bibliothek wieder. Vollkommene Ruhe wurde durch jegliche Bewegung unterstrichen und verdeutlicht. Wahrlich – sie war zahm geworden, zumindest für den Augenblick. Wechselhaft wie das Wetter waren die Launen der Elegida die Tage. Warum auch nicht?
Traue niemals einem Illusionisten!
Lanaya musste an sich halten nicht aufzulachen. Wie lange war es her seit man ihr dies eingebläut hatte? Traf es nicht immer noch zu? Würde sie sich selbst vertrauen? Nein, eigentlich nicht. Geraume Zeit war es her seit der Orden mit seiner Heiligkeit verhandelt hatte. Bislang waren den Worten keine Taten gefolgt und sie begann sich ihre Gedanken darum zu machen. Möglichkeiten über Möglichkeiten wurden abgewogen und es war an der Zeit das die Maestra zurück kehrte.
Hast du nicht immer schon auf mich gewartet?
Glaubte er dies? Waren diese Worte wirklich aus seinem Mund aufgeklungen? Nun denn zumindest war er sehr von sich überzeugt. Auf der einen Seite beschwerte er sich das er sie nicht sah auf der Anderen war er nicht für sie anzutreffen wenn sie zugegen war. Vieles war derweil geschehen und immer wieder nagten gewisse Worte an ihr. Nein sie würde nicht zulassen das er sie schwach machte. Keinesfalls. Energisch fuhren die Fingerspitzen in massierenden Kreisen über ihre Schläfen. Ein Durcheinander wie sie es hasste. Was würde geschehen sollten die ausgehandelten Begebenheiten nicht eingehalten werden? Wie würde man entscheiden – fort von Rahal? Zu lange lag diese Zeit noch nicht zurück man würde sich sicherlich arrangieren können doch derweil sahen die Pläne gänzlich anders aus. Wie auch immer, sie würde nicht warten – wollte nicht warten. Zu sehr hatte die bestehende Hierarchie in Rahal bereits Einfluss auf den Orden genommen.
Dir zu dienen bedeutet Ehrfurcht zu lernen...
Oh sie wusste um die Notwendigkeit dessen. Nicht anders hielten sie es in den eigenen Reihen und lange dauerte es selten ehe sich das Gefüge festigte nachdem neue Talente geschult wurden. Doch letztendlich musste sie sich in verschiedenen Gefügen zurecht finden. Dumpf klangen die Worte der Templerin einem Echo gleich in ihren Gedanken auf und der Entschluss wurde gefasst. Man würde warten und sehen ob das Vertrauen gerechtfertigt war das sie derzeit noch aufbrachte.
-
Lanaya Shevanor
Unruhig wälzte sich die Magierin – Lanaya von einer Seite auf die Andere. Viele Gedanken beschäftigten sie auch noch im Schlaf und die Träume waren selbst nach dem letzten Abend von unangenehmer Natur. Noch im Schlaf legte sie den Arm um den warmen Körper neben sich murmelte seinen Namen und noch einiges anderes nahe seines Ohres und schlief wie so oft einfach weiter. Sehr lange ruhten die Körper dicht an dicht in dieser Position, keiner der Schlafenden wachte auf. Dann glitt sie abermals unruhig zurück drehte sich um, die Decke etwas zu sich ziehend. Ein Gähnen... ein Augenreiben... gemurmelte Worte ehe man in den Schlaf zurückglitt. Während sich ein Arm nun um sie herum legte und den zierlichen Körper besitzergreifend an den Seinen zog öffnete sie die Augen einen Spalt.
Zufrieden schloss sie die Augen wieder, die Wärme des Bettes in vollen Zügen auskostend um ein letztes Mal in den Schlaf zurück zu fallen. Das hierbei irgendetwas nicht stimmte sollte sie erst viel später bemerken. Verworren war gar kein Ausdruck für die geschwächten Sinne. Dunkelheit jene das schmerzliche Licht erfolgreich ausblendete herrschte dank der zugezogenen Vorhänge im ganzen Raum. Stimmen drangen keine bis in diese Gemächer und selbst die Schritte im Anwesen wurden von dicken Teppichen gedämpft. Schließlich wurde er unruhig.. der Arm war ihr längst entzogen worden und die Bewegungen an ihrer Seite weckten sie nach geraumer Zeit.
Lass das!
Mehr gemurmelt denn eine ernsthafte Aufforderung war sie durchaus bereit wieder einzuschlafen. Man gönnte ihr dieses Vorhaben jedoch nicht und schließlich drehte sie sich um ihn zu wecken. Als erstes vielen ihr die dunkelroten Haare auf die sich wie ein seidiger Fluss über das gesamte Kissen gossen... dann die frierende, zierliche Figur die auf dem Bettzeug lag. Schlagartig weiteten sich die eisblauen Augen ein gutes Stück sie setzte sich rascher auf als es dem Zustand ihres Kopfes gefallen wollte und zog unweigerlich eine Schnute. Gedanken und Möglichkeiten schossen ihr durch den Kopf.
Hatte sie gestern...? - Nein hatte sie nicht...
War sie nicht gegangen..? - doch war sie
Wie also...?
Ob es wohl...?
Tief durchatmend wurde der magere Körper unsanft gestupft als müsse man prüfen ob er sich auch wirklich in diesem Bett befinde dann hakte sie recht unangetan nach. Jedes Wort klang unsanft in ihrem Kopf nach und innerlich schwor sie sich nie wieder soviel zu trinken. Wer es nicht gewohnt war sollte die Finger davon lassen.
Was bei allen Göttern machst du in meinem Bett?!
Wie bist du hierher gekommen?
-
Tarja Lycron