Noch recht verschlafen trotz der späten Stunde saß sie im Raum des alten Wissens und betrachtete die Einbände der Bücher, die sie am Tag zuvor bekommen hatte. Ihre Freunde hatten es gut mit ihr gemeint... fast schon zu gut. Sie würde die kostbare Lektüre in diesem besonderen Raum bewahren... die Buchrücken stachen regelrecht ins Auge, würde sie sie zwischen die alten, vergilbten Exemplare stellen. Wertvoller noch als die Einbände war der Inhalt... wirklich, sie hatten sich Mühe gegeben, ihr etwas Besonderes zu schenken. Ihr Blick wanderte weiter zu der hübschen Kette... sie würde ihr sicher noch an einigen festlichen Anlässen ein Begleiter sein. Einen Ehrenplatz für Zyrans Geschenk hatte sie auch schon gefunden: die Statue wachte nun über den Eingang des Raumes. Sie musste unwillkürlich schmunzeln: Eine durch die Luft geschleudert werdende und sich an der Mähne festkrallende Nuria, darunter ein Silbersturm ganz in seinem Element... wahrlich, ein kreativeres und auch vielsagenderes Portrait hätte er kaum schnitzen können. Langsam wanderte ihre Hand auf den neuen Armreif. Jener war wohl die größte Überraschung an dem gestrigen Abend gewesen... So wunderschön und so wahr. In allen Facetten schimmerten Edelsteine, um auf einzigartige Art und Weise die Symbole aller Götter auf sich zu vereinen. Sonne und Adler, Panther und Stern, Buch und Hammer... alles war dort zu finden. Sie bekam fast schon ein schlechtes Gewissen. Larissa musste sich in riesige Umkosten gestürzt haben, um ihr solch ein prachtvolles Geschenk zu machen. Geradezu erhaben fühlte sie sich mit solch reicher Zier. Ihr Blick wanderte weiter auf einen kleinen Quarz.... und die Erinnerung an den Abend wurde wieder lebendig.
Sie sah die bunte Gesellschaft vor sich, als sie etwas zu spät vorgestürmt kam... sie hatte ewig geschruppt und gefeilt, um ernten und brauen gewohnte Hände in halbwegs damenhafte Finger und vor allem Fingernägel zu verwandeln... viel zu lange. Und dann hatten die Ohrringe nicht so gewollt wie sie... wenn man es einmal eilig hatte. Sie wurde herzlichst empfangen. Taralea hatte für einen wunderbaren Geburtstagsplatz gesorgt. Eine kleine Bühne, das Buffett, die Tische und Stühle... es war einfach perfekt. Und entgegen all ihrer Befürchtungen war tatsächlich eine Bardin aufgetaucht. Sie hatte es verstanden, Stimmung zu machen... Niana hatte gewiss einen großen Beitrag zu dem schönen Fest geleistet. Vor lauter begrüßen und beschenkt werden war Nuria selbst kaum zum Essen und Trinken gekommen... denn selbst als sie am Tische saß, hielt es sie nicht lange dort. Die Musik stachelte sie an: Sie wollte tanzen. Die Ehre des ersten Tanzes bekam der kleine große Bruder. Als sie an ihren 25. Geburtstag im Vergleich dachte, musste sie sich zu gestehen: er war erwachsener geworden... und umgänglicher. Sein Tanz war sicherer als noch damals. Nicht ausgepfeilt, aber darauf kam es nun auch gar nicht an. Einen Herren nach dem nächsten bat sie um einen Tanz... und alle erfüllten sie ihr den Herzenswunsch. Sie wirbelte, hüpfte, flog, ließ sich heben, jauchzte... sie hatte das fröhliche Treiben mit allen Zügen genossen. Dann der Gemeinschaftstanz der Bardin... eine gute Idee. Eine einfache Schrittfolge, im Rund, zunächst langsam, dann schneller und wilder. Joren bekam dabei wohl weniger sanft ihr Temperament ab... sie hüpfte, rempelte... und riss ihn am Ende sogar von den Füßen, verknotet mit ihm im Moos landend. Lachend lagen sie auf dem Boden... für Außenstehende musste es ein herrliches Bild gewesen sein. Vor allem... weil der frisch angekommene Raskar, so manierlich gepflegt, einen ausgeprägten Kontrast dazu darstellte, als er an das Glieder sortierende Knäuel heran trat. Raskar... sie hatte sich gefreut, dass er gekommen war. Aber dennoch, sie war sich nicht darüber im Klaren, was sie ihm gegenüber eigentlich fühlte... war es die Faszination des Edlem, am Andersartigen, war es fleischliche Gier, war es mehr? Eine Antwort fand sie an jenem Abend nicht. Vielmehr wirbelte Yarin ihr Gedankenkarussell abermals durcheinander. Auch er war charmant, ließ in seiner Art durchblicken, dass er ihr nicht ganz abgeneigt war... vor allem im letzten Tanz. Warum warfen eigentlich ausgerechnet solche hohen Herren Augen auf sie? In diesen Kreisen hatte sie sich noch nie richtig wohlgefühlt. Sie war absolut nicht salonfähig... sich und den Partner würde sie wahrscheinlich zum Gespött der ganzen Stadt machen beim ersten offiziellen Termin. Und das... war ganz und gar keine gute Grundlage für die subtile Informationsgewinnung...
Doch ihre Gedanken griffen vor. Als die Bardin ging, fanden sie eine andere Regelung für die Musik: da mehr Herren als Damen anwesend waren, bestimmte sie einfach, dass immer einer von ihnen auf die Weise seiner Wahl einen Takt zum Tanzen geben musste. Laute, Schellenkranz, klopfende Füße und Hände, Stimme... alles kam zum Einsatz. Vielleicht war die Untermalung nicht immer kunstvoll, aber kreativ. Und sie erfüllte ihren Zweck. Niemals war die Tanzfläche leer. Sie hatte gerade eine Runde mit Raskar getanzt, war noch ins Gespräch mit ihm vertieft, als sie spürte, wie ins Lied eingegriffen wurde... und unwillkürlich wendete sich ihr Blick sofort zu Yarin und Janus. Dann von ihnen zum Himmel... und sie staunte. Ein Feuerwerk, wunderschön, in allen Farben und Formen... wahrlich, die beiden zauberten einen wunderbar hell erleuchteten Himmel. Mit offenem Mund staunte sie. Was für ein Anblick! Sie konnte ihren Blick nicht von der Pracht lassen. Ein einzelner Funke schließlich sank herab... unwillkürlich streckte sie die Hand nach ihm aus. Es reizte sie, mit jenem zu spielen... doch jenes hätte sie verraten. So folgten jenem ihre Augen, bis er verschwand, kurz bevor er ihre Handfläche berührte.
Leicht strich sie über den Quarz, den ihr Yarin als Erinnerung an dieses Spektakel geschenkt hatte und ihre Gedanken kehrten langsam wieder in die Wirklichkeit zurück. Ein leichtes Seufzen entfuhr ihr, als sie an die ungeernteten Beete dachte und die Bestellung, die noch ausgeliefert werden wollte. Heute fühlte sie sich wirklich alt... und nicht nur um ein Jahr älter. Mit leicht brummendem Schädel trennte sie sich von all den lieben Geschenken, griff nach der Sichel und wandte sich zum nächstbesten Feld, um mit der Arbeit zu beginnen.
eine unvergessliche Feier - Nurias 30. Geburtstag
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Nuria Mondin
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eine unvergessliche Feier - Nurias 30. Geburtstag
Zuletzt geändert von Nuria Mondin am Sonntag 27. Januar 2008, 12:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Taralea Mirrosil
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Lieber Himmel, was brummte ihr der Kopf. Wieviel Wein hatte sie bitte getrunken? Nein, besser gar nicht erst drüber nachdenken. Wenig war es jedenfalls nicht gewesen.
Die Sonnenstrahlen, die über den Boden krochen, waren fast zu hell für die müden Augen, welche gerade eher widerwillig das vor ihr angerichtete Frühstück musterten. Der Schinkengeruch stieg ihr unangenehm in die Nase. Doch es half alles nichts. Gab sie nicht bald ihrem Körper eine vernünftige Mahlzeit als Basis, würde sie den ganzen Tag im Bett verbringen. Wenn doch wenigstens der Magen sich beruhigen würde! Warum musste eigentlich alles Schöne so einen fiesen Nachgeschmack haben?
Dabei war der Abend einfach herrlich: Selbst für ihre Verhältnisse hatte sie ausgesprochen viel gelacht. Dank Joren hatte sie die innere Scheu gegen die Tanzfläche recht früh abgelegt und konnte das rauschende Fest in vollen Zügen genießen. Selbst Janus hatte sie zu den Takten der außerordentlich begabten Bardin schweben lassen. Schon stahl sich wieder ein kleines Lächeln auf ihr Gesicht, just in dem Moment, als sie die Augen ihrer Freundin vor sich sah, die voller Freude in einem leuchtenden Blau strahlten. Taralea war froh, ihr an Tagen wie diesen ein wenig von dem zurückgeben zu können, was diese immer wieder für sie tat. Es war viel Arbeit gewesen. Schon zu Beginn der Woche hatte sie die Vorbereitungen anlaufen lassen: Kochen und Backen, Weine auswählen, Kelche polieren. Mit ein wenig Hilfe hatte sie an diesem Abend die kleine Moorinsel in einen prunkvollen Festsaal verwandelt. Na gut, prunkvoll war übertrieben, Festsaal wohl auch... aber nur, wenn man es nüchtern betrachtete, was am gestrigen Abend wohl keinem außer Yarin mehr möglich war.
Seufzend machte Taralea sich daran, ihr Frühstück hinabzuzwingen. Schließlich musste das Schlachtfeld beseitigt werden. Wollte sie verhindern, dass Nuria ihr Versprechen brach und doch noch aufzuräumen begann, musste sie sich sputen. Für eine 30jährige hatte diese Frau erschreckend viel Energie.
Becher und Teller blieben auf dem Tisch stehen, als sie zu ihrem Umhang griff und ins Freie trat. Ob der -eigentlich gar nicht- so hellen Sonne musste sie blinzeln und schon klopfte der kleine Mann hinter ihrer Stirn wieder mit seiner Spitzhacke in ihrem Kopf herum. Es half alles nichts! Wie sagte ihr Vater immer so schön? Wer trinken kann, der... Ein weiteres, theatralisches Seufzen unterband den Gedanken und sie setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen, um sich mehr schlecht als recht zur Moorinsel zu schleppen...
Die Sonnenstrahlen, die über den Boden krochen, waren fast zu hell für die müden Augen, welche gerade eher widerwillig das vor ihr angerichtete Frühstück musterten. Der Schinkengeruch stieg ihr unangenehm in die Nase. Doch es half alles nichts. Gab sie nicht bald ihrem Körper eine vernünftige Mahlzeit als Basis, würde sie den ganzen Tag im Bett verbringen. Wenn doch wenigstens der Magen sich beruhigen würde! Warum musste eigentlich alles Schöne so einen fiesen Nachgeschmack haben?
Dabei war der Abend einfach herrlich: Selbst für ihre Verhältnisse hatte sie ausgesprochen viel gelacht. Dank Joren hatte sie die innere Scheu gegen die Tanzfläche recht früh abgelegt und konnte das rauschende Fest in vollen Zügen genießen. Selbst Janus hatte sie zu den Takten der außerordentlich begabten Bardin schweben lassen. Schon stahl sich wieder ein kleines Lächeln auf ihr Gesicht, just in dem Moment, als sie die Augen ihrer Freundin vor sich sah, die voller Freude in einem leuchtenden Blau strahlten. Taralea war froh, ihr an Tagen wie diesen ein wenig von dem zurückgeben zu können, was diese immer wieder für sie tat. Es war viel Arbeit gewesen. Schon zu Beginn der Woche hatte sie die Vorbereitungen anlaufen lassen: Kochen und Backen, Weine auswählen, Kelche polieren. Mit ein wenig Hilfe hatte sie an diesem Abend die kleine Moorinsel in einen prunkvollen Festsaal verwandelt. Na gut, prunkvoll war übertrieben, Festsaal wohl auch... aber nur, wenn man es nüchtern betrachtete, was am gestrigen Abend wohl keinem außer Yarin mehr möglich war.
Seufzend machte Taralea sich daran, ihr Frühstück hinabzuzwingen. Schließlich musste das Schlachtfeld beseitigt werden. Wollte sie verhindern, dass Nuria ihr Versprechen brach und doch noch aufzuräumen begann, musste sie sich sputen. Für eine 30jährige hatte diese Frau erschreckend viel Energie.
Becher und Teller blieben auf dem Tisch stehen, als sie zu ihrem Umhang griff und ins Freie trat. Ob der -eigentlich gar nicht- so hellen Sonne musste sie blinzeln und schon klopfte der kleine Mann hinter ihrer Stirn wieder mit seiner Spitzhacke in ihrem Kopf herum. Es half alles nichts! Wie sagte ihr Vater immer so schön? Wer trinken kann, der... Ein weiteres, theatralisches Seufzen unterband den Gedanken und sie setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen, um sich mehr schlecht als recht zur Moorinsel zu schleppen...
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Niana Kytarr
Es lebe der Rausch der Sinne schoß es ihr am frühen Morgen durch den Kopf, als sie gen Varuna zurück schritt, denn er erzeugte lediglich in den Muskeln nicht aber im Kopf einen Kater.
So recht wußte sie noch nicht, was sie von dem vergangenen Abend halten sollte. Von den Anwesenden hatte sie niemanden gekannt bis auf einen und auf den hätte sie auch noch verzichten können, dann wäre es wenigstens richtig ausgelassen geworden. So hangelte man sich an mehr oder weniger braven Liedern den Abend entlang, mischte geistreiches mit einlullendem und versuchte das Eis zu brechen, das wie ein Sarkophag über so manchem hier zu hängen schien. Das Eis brechen. Welch bittere Ironie.
Sei es drum. Das Fest war vorbei, ihre Finger fühlten sich an als wäre ein Pferd darüber geritten und den Tag über würde sie wohl heiser sein. Was solls, ein wenig Stille konnte jetzt nicht schaden. Sie wußte schon, wo sie ein wenig herunter kommen könnte. Sie seufzte. Die Wortspiele fingen an sie zu nerven. Egal.
Die verwunderten Blicke der Wachen die sie passierte ignorierend begab sie sich noch vier Stunden zur Ruhe ehe ihr Tagwerk von neuem begann. Unauffällig. Brav. Ein völliger Kontrast zu ihrem Nachtleben. Denn Eisblumen erblühen nur bei Nacht, durchfuhr es sie, als sie ihr Bett aufsuchte. Sie hatte noch so viel zu erledigen. Leise seufzend versank sie in ihren unruhigen Schlaf. Sie hatte ihn sich verdient, auf die eine oder andere Weise.
So recht wußte sie noch nicht, was sie von dem vergangenen Abend halten sollte. Von den Anwesenden hatte sie niemanden gekannt bis auf einen und auf den hätte sie auch noch verzichten können, dann wäre es wenigstens richtig ausgelassen geworden. So hangelte man sich an mehr oder weniger braven Liedern den Abend entlang, mischte geistreiches mit einlullendem und versuchte das Eis zu brechen, das wie ein Sarkophag über so manchem hier zu hängen schien. Das Eis brechen. Welch bittere Ironie.
Sei es drum. Das Fest war vorbei, ihre Finger fühlten sich an als wäre ein Pferd darüber geritten und den Tag über würde sie wohl heiser sein. Was solls, ein wenig Stille konnte jetzt nicht schaden. Sie wußte schon, wo sie ein wenig herunter kommen könnte. Sie seufzte. Die Wortspiele fingen an sie zu nerven. Egal.
Die verwunderten Blicke der Wachen die sie passierte ignorierend begab sie sich noch vier Stunden zur Ruhe ehe ihr Tagwerk von neuem begann. Unauffällig. Brav. Ein völliger Kontrast zu ihrem Nachtleben. Denn Eisblumen erblühen nur bei Nacht, durchfuhr es sie, als sie ihr Bett aufsuchte. Sie hatte noch so viel zu erledigen. Leise seufzend versank sie in ihren unruhigen Schlaf. Sie hatte ihn sich verdient, auf die eine oder andere Weise.