Neue Wege fordern Entscheidungen

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Nasira Masari

Neue Wege fordern Entscheidungen

Beitrag von Nasira Masari »

Die Sonne streckte vorsichtig die ersten Strahlen über die weite Sandebene und vertrieb langsam die Kälte der Nacht. Die Wachen hatten ihren Dienst beendet und gingen nach Hause, zu Frau und Kind, sich dort ausruhend für den nächsten Dienst; während die Ablösung sich nun an die jeweilige Stelle positionierte und die gewohnte Tätigkeit aufnahm. Die Strassen schienen noch zu schlafen, nur ab und an huschte mal hier eine Katze, dort eine Echse über die Wege, als müsste demonstriert werden, dass Leben in der Stadt herrsche.
Selbst der Palast schien noch im Schlafe zu sein, sowie der Harem, in dem die Perlen der Wüste lebten und dem Erhabenen dienten. Doch bereits zu jener Stunde war eine der Lagerstätten leer; lediglich das zerknautschte Kissen zeugte davon, dass jemand dort mehr oder minder ruhig genächtigt hatte.

Die Sonne war noch nicht einmal aufgegangen gewesen, als der kleine Schatten sich aus dem Palast gestohlen hatte und auf leisen Sohlen quer durch die Stadt huschte, immer darauf bedacht, nicht in die Hände der Wachen zu laufen. In der Oase ließen sich die Gedanken einfacher ordnen...
Lange hatte Nasira nun schon dort gesessen, als sie den Blick hob und ihn gen der Sonne richtet, dessen Strahlen ihr verhülltes Antlitz langsam erwärmte. Die zögernden Strahlen formten ein eigenes Spiel der Reflektion auf der Wasserfläche der Oase. Zu jener Stunde verschwammen Traum und Realität und man konnte in eine eigene Welt fliehen, die nicht vor Problemen und Konflikten strotzten.
Die braunen Augen richteten sich auf das Farbenspiel der Wasserfläche, während der Kopf sich leicht schräg legte und die Hände sich enger um die angezogenen Knie schlungen.
Noch immer konnte sie nicht fassen, was in all den letzten Tagen geschehen war.

Radeh....wieso kommt er ausgerechnet jetzt hier her? Er sprach von Sorge über mich, über mein weiteres Leben...aber was meint er? Immer muss er mich im Unklaren lassen. Seine Strategien müssen immer erst erprobt werden; erst in der Tat erkennt man, ob der Plan funktioniert. So hat er uns das damals immer gesagt.

Sie hätte es wissen müssen, hätte den Worten Zhenzraels doch trauen sollen. Eine Heirat sollte es sein...mit einem Mann, den sie wohl als Freund, aber nicht als Liebender bezeichnen würde. Neda, Saahir war Ceems bester Freund, Kumpan, Mitstreiter...und sie hatte damals das Herz an Ceem verloren. Unwillkürlich musste sie in jenem Moment auf ihr rechtes Handgelenk sehen. Die Kette....
Zhenzrael hatte sie ihr vor einigen Sonnenläufen geschenkt; der Stein hatte ihn an ihre Augen erinnert. Zu sehr hing sie noch an dem Versprechen, keine andere als Ceems Kette zu tragen und dennoch wollte sie nicht die Gefühle Zhenzraels verletzen. Sie hatte die Kette als Armband getragen, Tag und Nacht, nicht einmal ablegend. Sie konnte sich immer noch nicht erklären, was sie dazu veranlasst hatte.

Mein Herz sollte immer nur einem Mann gehören...nur Ceem und keinem anderen. Eluive entschied, dass sich unsere Wege früh trennen sollen und mein Herz suchte ein neues Ziel. Und nun?

Sie wusste, dass Zhenzrael ihr Freund war; manchmal jedoch strahlte er mehr aus, als wolle er ihr etwas sagen, wozu er noch nicht imstande war. Doch dann dachte sie, dass sie sich alles einbilde; alles nur eine Spinnerei ihrer eigenen Gedanken sei. Es lenkte gerade so gut ab, sorgte dafür, dass sie sich nicht mit Saahir und dem, was geplant war, beschäftigen musste.

Der Sand wurde langsam wärmer und der Wind nahm mit dem Steigen der Sonne langsam ab. Viel war geschehen in der letzten Zeit und nicht nur der Besuch des Vaters hatte sie überrascht. Neda, vor allem die Umstrukturierung innerhalb der Stadt; die plötzlichen Wandel der Menschen dort ließen ein flaues Gefühl in der Magengegend aufkommen.

Sie hatte es zu Zhenzrael selbst gesagt, hatte angedeutet, dass auch sie genügend Geheimnisse in sich trug, die ins Verderben führen konnten. Die Worte sollten ihren Radeh schützen und hätten sicherlich viel mehr hervorgerufen. Vielleicht sollte sie gar der Gütigen dafür danken, dass die beiden Sturköpfe dann das Wort gegeneinander erhoben hatten und sie keines Blickes mehr gewürdigt hatten.

Langsam erhob sie sich von dem langsam wärmer werdenden Boden und schlüpfte in ihre Sandalen. Die Wachablöse würde bald stattfinden und sie musste rechtzeitig zurück sein, ehe der Erhabene oder eines der Mädchen etwas bemerken würde.
Ein letzter Blick glitt über die Ebene, die Palmen, die ruhige Wasserfläche. Alles schien still und ruhig, kein Körnchen fegte über die Fläche. Doch in ihrem Inneren sah es ganz anders aus und der in ihr tobende Sturm würde wohl eine ganze Weile nicht enden wollen.

Noch einmal sog Nasira tief die Luft ein, ehe sie nun mit bedächtigen Schritten zurückging gen des Palastes.

Ob er die Kette hat liegen lassen?
Warum jene Frage von Radeh an mich letztens?
Ich werde ihn noch einmal sprechen müssen, es kann nicht so enden, wie er es geplant hat. Und Saahir...aiwa, er wird mich sicher unterstützen.
Zuletzt geändert von Nasira Masari am Mittwoch 16. Januar 2008, 22:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Zhenzrael Yazir
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Beitrag von Zhenzrael Yazir »

Ein kalter Wind fegte durch die Straßen des nächtlichen Menek`Ur als er in eine dicke dunkle Robe gehüllt an der Schenke vorbeiging. Aus den Fenstern drang warmes Licht und erhellte ein wenig die dunkle Straße. Er hörte die sanften Geräusche einer Laute die im inneren gezupft wurde. Er verweilt kurz etwas vor den Fenstern ehe er sich abwand und gen seines Hauses ging. All der Frohsinn, all die gute Laune, das war nichts für ihn, war es nie gewesen.

Daheim angekommen ließ er sich etwas steif im Schneidersitz auf der Brüstung, dem Geländer auf seinem Dach, nieder. Es hatte etwas beruhigendes, wenn gleich der Wind so hoch oben noch schärfer über sein Gesicht striff. Er sah hinab zur Stadt, sah hier und da den Schein der Laternen, wie sie hin und her schauckelten in den Händen der Jemaats die sie trugen und ihre Streife gingen. Er sah hier und da einen Schatten an einer Hauswand. Hörte das Lachen in der Taverne, wie es verzerrt an seine Ohren drang. Er zog die Luft tief ein und schloss die Augen, er wollte das hier und jetzt vergessen. Es wurde dunkel vor seinem geistigen Auge.

Doch dann flackerten einige Bilder des vergangenen Tages auf. Die Auseinandersetzung mit dem Radeh von Nasira. Er stand auf einmal neben sich selbst und betrachtete das Wortgefecht. Aus den Lippen seines geistigen Ichs, war ein kaltes Lächeln zu sehen.
Es war keine Auseinandersetzung...es war eine Hinrichtung ging es ihm durch den Kopf. Der alte Sekban mochte vielleicht ein Schwert führen können, doch dem Worte war er nicht so mächtig. Er war in seiner Erinnerung gerade an dem Punkte angelangt , als sich Yesaya die junge Prekhaliq eingemischt hatte. Welch klerisches Geschwafel. Versteht sie denn nicht, das soetwas keinen Platz hat. Nicht wenn es um Recht geht? Wahrlich, es wäre falsch zu behaupten Güte hätte nichts mit Rechtsprechung zu tun und doch, sie hatte Unrecht in dem was sie sagte So schoss es ihm durch den Kopf als er mit zusah wie sein geistiges Ich weiter mit Faarooq sprach und die Einwürfe Nasiras und Yesayas gänzlich ignoriert wurden...

Wieder wurde es dunkler und als das Bild wieder feste Formen annahm, stand sein geistiges Ich allein unter dem Baldachin mit Faarooq.
Ah das war der Zeitpunkt, in dem ich über sein Leben entschied rief er sich in Gedanken. War es doch der Zeitpunkt an dem er sich überlegte, es wäre weniger Wert würde er Faarooq arrestieren und peitschen lassen. Zweifelsohne hätte es ihn ungemein gesättigt diesen alten Sekban zu brechen, aber es war nicht sein Ziel...

...Die Szene wechselte und er sah sich selbst unter einer Palme sitzen. Ein Schatten den er gar nicht bemerkt hatte, näherte sich ihm leise.
Raniya Er hatte sich selbst nicht bemerkt, doch jetzt so tief in seiner Meditation erkannte er, das sie so an ihn herangetreten war. Aber wieso dachte er genau an diesen Zeitpunkt? Ah der Tag an dem ich Raniya auftragen wollte Faarooqs Lebensfaden zu durchtrennen..

...Abermals ward es kurz dunkel dann wieder hell und er stand neben Faarooq am Brunnen und beobachtete Nasira...

Wieder wurde es dunkel und dann öffnete er die Augen. Noch immer saß er auf der Brüstung. Die Sonne erklomm gerade das Firmament, der Wind hatte sich gelegt. Oh Nasira...was wird nur werdenging
ihm durch den Kopf als er sich im Keller in sein Schlafgemach legte und versuchte wenigstens noch 2 Stunden vor dem richtigen Tagesanbruch zu schlafen.
Faarooq Masari

Beitrag von Faarooq Masari »

Ein langer Tag steckte in den alten Knochen des alten Sekban's, als er die Stufen des Kontors hinaufstieg. Nasira, sein kleiner Wüstensturm, saß gemeinsam mit zwei Kindern der Stadt unter dem Baldachim, sie erzählte etwas und Faarooq wollte garnicht weiter stören, auchwenn er sich schließlich zu ihnen setzte. Nasira erzählte von den Ifrey, stolze Krieger brachten sie stets hervor und doch sollte einer der ihren den Emir töten wollen...
Unfassbar war es für Faarooq, doch war es viel verwunderlicher für den alten Mann das Zhenzrael soviel verachtung für ihn bekannte.
Zhenzraels Worte waren hinterlistig, wusste er doch um die geringe Bildung des Sekban bescheid. Zhenzrael verstand es gut eine Schlinge um Faarooqs Hals zu legen und falls es ihm doch auf den Fuß treffen sollte, würde er die möglichkeiten seiner Position ausnutzen.
Er war ein Mann der Politik, ohne Zweifel und doch erkannte Faarooq sehr schnell in dem aufkommenden Wortwechsel, wiesehr er sich selbst zum stolpern brachte und es offenlegte, wiesehr ihm diese Macht zu Kopfe gestiegen ist.
Faarooq ist nicht sonderlich gebildet, schreiben und lesen waren Eluives Gaben ebenso wie das Rechnen. Doch für mehr als diese Grundkenntnisse reichte es bei den Kriegern zumeist nicht. Wurden sie doch schon früh an den Säbel gewohnt und nicht an Bücher.
Aiwa, ein Kämpfer mit Leib und Seele, das war Faarooq... doch nicht nur das war er, als vater von drei bildhübschen Wüstenblumen wusste der alte Mann einige Dinge über die Kinder der Stadt, die sie selbst wohl nie erfahren würden oder es erst spät erkennen könnten.
Faarooq erkannte das Saahir eine unglaublich unüberlegte Wahl für seinen Wüstensturm war. Zhenzrael... so hieß jener Mann den Faarooq sich als nächstes vornehmen würde, aufdass kein Geheimniss mehr in dessen Knochen verborgen bleibt.

Zhenzrael... jener Mann der Faarooq unter dem Baldachim verurteilte. Ein übereifriger Mann, der seine Grenzen kennenlernen müsste.
Yazir, ein Name den sein Wüstensturm villeicht schon bald tragen würde.
Stadthalter, ein Titel der Träume. Viele wünschen sich als Kind schon Stadthalter des Emirs zu werden, doch das ein junger Bursche wie Zhen es war, schockierte den alten Mann beinahe.
Titel... was bedeuten sie noch in einem Reich das Frauen eine Armee führen lässt, was sagen sie aus wenn das Leben eines der seinen auf dem Spiel steht?
Menek'ur... ein Name der in Faarooq's Augen viel von seinem goldenen Glanz verlor, eine Stadt die in eine Not geraten würde, wenn nicht bald etwas geschieht.

Und zu guter letzt der Emir, ein Name ohne Gesicht. Nie hatte Faarooq ihn gesehen, nie hatte der Emir ihn zu einem Gespräch geladen, wie der alte Sekban es sich doch erhoffte. Vieles würde er dem Emir erzählen können, doch ebenso vieles würde dem Emir missfallen, Frauen die ihr Heim verlassen.

Zhenzrael... ein Name der Faarooq nun begleitete, so wie es einst der Name Saahir tat.
Zhenzrael, der Mann der seinem Wüstensturm näher kam als er es sollte. Ein Mann der Faarooqs kleinem Wüstensturm etwas schenkte, was sie wegschmiss. Eine Kette die Faarooqs Augen öffnete, die Zhenzrael verriet. Eine Kleinigkeit die der junge Stadthalter nicht bedachte, eine Kleinigkeit die Zhenzrael in die Ecke trieben und dort wird Faarooq ihn festhalten. Nicht eher würde Zhenzrael gehen bevor Faarooq hörte was es zu hören gab.

Gedanken um Gedanken schwirrten im Kopf des alten Mannes während dieser seine gemütliche Wasserpfeife am Abend rauchte. Worte die um seine Ohren schwirrten, die nicht so einfach vergessen werden würden. Bilder die sich nichtmehr von den Augen des Mannes lösten. Emotionen die wie gewohnt unter der ruhigen, Väterlichen Maske verteckt wurden.
So ging der Tag spät in der Taverne zu ende, um am nächsten Morgen wie gewohnt mit dem Sonnenaufgang zu beginnen. Antworten waren es die Faarooq nun brauchte und so machte er sich auf die Suche nach jenen Antworten.
Nasira Masari

Beitrag von Nasira Masari »

Ein entspannendes Seufzen entfuhr den Lippen, als sich der Körper in das angenehme Nass hineingleiten ließ. Die braunen Augen huschten einmal über die Ornamente an der Decke, ehe sie gänzlich die Lider schloss und lediglich das Gefühl der Schwerelosigkeit genoss.

Sie hatte es bereits einmal gespürt jenes Gefühl.

Ein sachtes Lächeln legte sich auf die Lippen, als sie daran zurückdachte. Ihr kamen das Sternenfirmament in den Sinn, der Geruch des Windes, der sich mit weiteren Düften vermischte und zu einem eigenen wurde. Aiwa, es war wirklich eine besondere Nacht gewesen.
Die Hände tasteten sich langsam am Rand des Beckens entlang, auf der Suche nach einer der zahlreichen Fläschchen und Phiolen, als Nasira plötzlich etwas klimperndes in die Hände bekam. Sachte öffneten sich die Augen, um das Gefundene zu begutachten.

„Der Stein erinnert mich an deine Augen. Er weist im Lichte jenes Funkeln auf, welches auch du zu besonderen Momenten inne hast.“

.....

„Werben...du zeigtest mir, dass du es scheinbar nicht wünschst.“

.....

„...Es ist an dir, zu entscheiden, nicht an mir. Sei mir eine Freundin...oder so es die Heilige vorsieht, mein Weib mit all den Konsequenzen.“



Vorsichtig suchten die nassen Finger die Konturen des Steines nachzuzeichnen, der in die Kette mit eingefasst war. Die Fackeln des Bades warfen einen undurchsichtigen und ständig wechselnden Schimmer auf den Topas. Mal drang das Braune Grundmuster besonders hervor, nur um im nächsten Moment von den Grünen Akzenten abgelöst zu werden. Ein Anblick, in dem man wirklich versinken und Ruhe finden konnte. Doch ihre Gedanken flogen, flirrten durch die Gegend. Was war nur in jener Nacht geschehen? Sie hätte ihn hassen sollen, hätte ihm verachtend vor die Füße spucken sollen. Doch mit einem Male war sie ihm gefolgt in seine Mauern, um dort Worte zu hören, die sie nie erwartet hätte.
Sie schluckte schwer....mit all den Konsequenzen.
Sie fühlte sich nicht bereit, bereit, Konsequenzen zu tragen und auszustehen. Und doch hatte sie es nicht abgewiesen, hatte keinen Rückzieher gemacht.
Die Gedanken gingen weiter zurück, bis sie bei einem Gespräch hingen blieben, das sie damals mit Tenaya geführt hatte.... und auch Khalidas Worte hallten eine Weile in ihr nach. Nicht immer war Liebe etwas entscheidendes, um den Weg gemeinsam mit einem Mann zu beschreiten.
Seine Position, seine Fähigkeiten... er würde für sie sorgen können, würde sie beschützen, wo es nur ginge. Aiwa...es war ihr bewusst. Vielleicht hatte sie deswegen nicht abgelehnt... und doch stand viel mehr dahinter.

„Ich mag dich Zhenzrael...mehr als einen Freund. Doch was es ist, weiß auch ich nicht.“

Liebe? Neda.... sie wusste, wie Liebe sich anfühlt, wusste, wie man sich in jenem Gefühl verlieren konnte. Doch die Grenze zur Freundschaft war überschritten. Vielleicht war es Mitgefühl, vielleicht ein Bedürfnis danach, jemanden zu schützen. Sie wusste es nicht.

Ein Kichern in den Nebenräumen holte sie langsam wieder zurück in die Wirklichkeit. Die Finger fuhren ein weiteres Male sanft über die Kettenglieder, ehe sie sich jene anlegte und aus dem Becken stieg.
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Zhenzrael Yazir
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Beitrag von Zhenzrael Yazir »

Er zog tief den Wasserdampf der Pfeife ein und inhalierte den Tabak, welcher vor sich hin knisterte. Leises Blubbern war zu hören bevor er den Qualm auspustete und ihm nachsah wie er sich wabernd gen Himmel bewegte.
Langsam senkte er den Blick und gleichsam die Hand in der er den Schlauch der Wasserpfeife hielt. Der kalte Nachtwind strich wie kleine feine Nadeln über seine Wangen. Er musste an das denken was er eben gerade getan hatte. Er konnte es gar nicht realisieren, weshalb er es getan hatte.

Langsam ließ er den Schlauch fallen und legte sich flach auf den Boden, den Blick auf den Nachthimmel gebannt. Überwältigt von dem Gefühl...dem Gedanken etwas getan zu haben ohne vorher mindestens 3 mal die Vor- und Nachteile abzuwägen. Er konnte sich nicht gegen das kalte Lächeln auf seinen schmalen Lippen wehren , welches entstand als er sich Saahirs Gesicht vorstellte, wenn er die Neuigkeiten erfahren würde.

Dann wurde seine Miene wieder ernst und nachdenklich. Er dachte an Faarooq. Er hatte einen harten Weg vor sich wenn er dessen Segen haben wollte. Sicher er könnte ihn töten lassen von Ishaaq oder Raniya aber das wäre zu einfach. Oh Heilige...was ist nur mit mir ? Hast du mir solch abstruses Vergnügen an Aufgaben ...an Spielen gegeben? murmelte er vor sich hin und schloss kurz die Augen.

Als er sie wieder öffnete war es morgen. Die Sonne kroch langsam gen Firmament und er hatte zum ersten mal einfach nur geschlafen ohne sich in Gedanken oder Sorgen zu verlieren. Er setzte sich auf und strich sich matt über das Gesicht. Der Tabak war ausgekühlt und er lag noch immer unter dem Baldachin auf dem Dach. Du solltest langsam beginnen das Spiel vorzubereiten ermahnte ihn eine Stimme in seinem Kopfe und er wusste das sie Recht hatte. Es war nun mal seine Welt. Mit Worten und Intrigen Leute zu manipulieren...gezielt zuzubeissen, so hätte Raniya es sicher genannt. Doch er wusste diesmal würde er es nicht nur für sein Vergnügen tun...diesmal gab es einen höheren Preis als sein eigenes Vergnügen..Nasira...
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Zhenzrael Yazir
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Beitrag von Zhenzrael Yazir »

Seine Schritte hallten über den kalten Steinboden wieder. Er musste den Kopf frei bekommen, wieder zu alten Formen finden. Er hielt kurz inne und sah um eine Ecke. Nichts...der Gang war leer. Es war keine Angst die ihn innehalten ließ. Es war Vorsicht ! Er war durcheinander...wusste nicht was zu tun, solch ein Gefühl der Hilflosigkeit hatte ihm noch nie innegewohnt. Er ging weiter und seine Gedanken schweiften ab.

..Was hatte sie nur getan. Sie hatte ihn die Regeln brechen lassen, für die er doch einstehen musste. Sie hatte ihn vollkommen aus seinem Selbst gerissen. Nie zuvor war er sich so ungeschützt vorgekommen. Keine Gedanken, nicht mal zum Sprechen war er fähig gewesen. Er musste sich kurz schütteln. Was machst du nur mit mir ? fragte er in die Stille des Ganges hinein. Es war wirklich nicht der geeignete Ort um über soetwas nachzudenken, aber es zog ihn hierher. Hierher an einen Ort der Gefahr. Immerhin, so rief er sich ins Gedächtnis, war ihr tun vor wenigen Stunden genauso gefährlich gewesen. Hätte man sie dabei gesehen, man hätte ihm die Zunge rausgerissen. Doch es war ihm gleich...immerhin ..er er konnte sich nicht wehren. Was hätte er tun sollen? Er konnte ja nicht mal klar denken. Er war nicht er selbst gewesen....

..Langsam erklomm er die Leiter und gelang wieder ans Tageslicht. Die wärmenden Strahlen der Sonne strichen über seine Haut. Die pupillen der müden Augen zogen sich etwas zusammen und er genoss die Hitze...

..Abermals musste er an das denken was Nasira getan hatte. Wieso fürchtete er sich so davor? War es die Furcht die Regeln und die Traditionen gebrochen zu haben? Er musste den Kopf schütteln. Es wäre lächerlich das zu denken, wieso sollte er auch Angst davor haben, brach er sie doch freiwillig in den ausgeklügelten Zügen seines Spiels und er war sich sicher, das auch sein Gönner...sein Shanun es genauso tat.
Er musste abermals die Luft tief einziehen und versuchte sich Nasiras Gesicht vor Augen zu rufen. Was machst du nur mit mir...? fragte er abermals im leisen Tone und schüttelte den Kopf. Dann führten ihn seine Schritte gen Menek`Ur
Nasira Masari

Beitrag von Nasira Masari »

Oh Nasira, was hast du nur getan?

Immer und immer wieder schoss die Frage durch ihren Kopf, als sie durch die Strassen huschte. Die Stimmen der Wachen, die ihr nachblickten, nahm sie nicht wahr, wie sie in jenem Moment alles andere auch vergaß.

Sie wusste nicht mehr, was sie dazu getrieben hatte, woher auf einmal der Mut entstanden waren. Seine Lippen...sie waren sanft und doch...was hatte sie verspürt, als sie jene mit ihren berührte? Ein Kribbeln? Anspannung? Leidenschaft?
Kein Kribbeln, keine Leidenschaft. Nur das Anspannen des Körpers, die Fasern, die sich Muskel für Muskel zusammengezogen hatten, die Unsicherheit, die durch ihren Körper rauschte, zeigte, dass sich etwas in ihr regte.

Oh Nasira, was hast du nur getan?

Sie lief weg. Lief weg vor dem eigenen Tun. Ängste stiegen auf. Er würde ein guter Mann sein, aiwa...er würde für sie sorgen können. Doch es würde zu einem weiterem Käfig werden, in dem sie zwischen Tradition und Gehorsam leben müsste. Vom Harem in ein eigenes Heim. Hatte sie sich das früher so vorgestellt?

Ein Aufprall ließ sie straucheln und gen Boden stürzen. Verwirrt blickt sie auf und als wäre sie nicht die ganze Zeit bereits Dunkeln gewandelt, brauchte das Augenpaar eine Weile, bis die dunkeln Schemen vor ihr Gestalt annahmen. Eine Hand, eine dunkle Stimme, die auf sie einredete, scheltete. Sie hörte die Worte, konnte ihnen jedoch keinem Sinn zuordnen.

Ihr rennt, als würdet ihr flüchten, Perle der Wüste...

Ein sachtes Lächeln, ein kurzes Kopfschütteln

Neda Janitshar, dhabir. Ich fürchte keinen Verfolger, aber meine Schritte müssen mich rasch an mein Ziel bringen.

Die Füße gingen automatisch los, suchten sich ihren Weg, während die Augen nun wachsamer umherblickten.
Neda, lass keine Ängste zu, Nasira. Eluive bestimmt unseren Weg und säumt ihn so, wie sie es vorhergesehen hat. Sie wird alles zum Guten wenden.

Noch einmal dachte sie zurück, als sie Zhenzrael zurückließ. In seinem Blick, seinem Verhalten lag etwas neues, etwas, was sie zuvor noch nicht gesehen hatte. Vielleicht würde sie doch noch etwas in ihm wecken können.
Nasira Masari

Beitrag von Nasira Masari »

Er hat sich Amiras Segen eingeholt. Es gibt kein Zurück mehr...Radehs Blick, er zeigte, dass er sich bald entscheiden würde. Es fehlt nur noch Fadis Meinung dazu, ein Wort der Zustimmung oder der Ablehnung. Was erhoffe ich? Dass er Neda sagen wird? Zu einer Perle des Harems? Einer Tochter eines ehemalig respektiertem Sekbans?
Neda....er würde kaum ablehnen, wenn es keine schwerwiegenden Gründe gäbe. Er wusste nicht, wie es um mich steht, um meine Gefühle.

Khalidas Blick, als ich es ihr endlich gebeichtet hatte. Es war ein Schreckmoment. Aiwa..ich hatte so mit mir gerungen, bis die Worte die Lippen verliessen konnten. Vor was habe ich Angst? Dass es schief gehen könnte? Aiwa... Ich fürchte mich vor der Verantwortung, vor dem neuen Abschnitt. Es wird anders als hier, als in den Räumen des Palastes. Ich werde neue Pflichten haben...Pflichten einer Ehefrau... ich kann es immer noch nicht fassen.
Früher hoffte ich immer auf einen Mann, den ich lieben könnte und mein restliches Leben verbringen würde. Ceem war so ein Mann und wird es immer bleiben.

Zhenzrael... Immer und immer wieder kreist der Gedanke um ihn, um mir klar zu machen, warum ich das tue. Doch wie meinte Khalida? Es passt, und das ist das Wichtigste....

Aiwa...es passt. Er wird ein guter Mann sein und ich werde meine Pflichten nicht vernachlässigen. Ich habe verstanden; ich kann ihn nicht verändern, wenn er das nicht möchte und ich werde ihn nicht mehr zwingen. Nur das Versprechen, das musste er mir abnehmen.

Wenn er nur um den Schatten wüsste, ob er es immer noch so einfach versprochen hätte? Wahrscheinlich nicht...


Es ist Nacht. Eine junge Frau sieht mit abwesendem Blick aus den Fenstern des Harems über die Weite der Sandebenen. Das dunkle Haar umspielt die zarten Rundungen des jungen, schlanken Körpers, während ein sanfter Wind aufkommt. Einige Strähnen fallen ihr ins Gesicht, doch das braune Augenpaar nimmt sie nicht wahr. Weit und immer weiter entrückt der Blick aus dem Hier und Jetzt und taucht in eine andere Dimension ein.
Lange wird sie so sitzen, die schlanken Hände umfassen dabei eines der angezogenen Knie. Nur ein dünnes Schlafhemd verhüllt die Formen, doch scheint sie die Kühle des Windes, die aufkommende Kälte der Nacht nicht zu spüren.

Oh Nasira, was wird nur geschehen? Welchen Weg hat Eluive wohl für dich gewählt?
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Zhenzrael Yazir
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Beitrag von Zhenzrael Yazir »

Er ließ den Blick über das abendliche Menek`Ur schweifen, während er auf dem Dach seinen Mantel vom feinen Wüstensand befreite. Es war das erstemal das er sich eine Truppenübung angesehen hatte und trotz seines laienhaften Wissens über Taktiken, musste selbst er feststellen, dass es alles andere als zufriedenstellend war.
Dann schweiften seine Gedanken ein wenig ab und er senkte die Hand in der er den Mantel hoch in die Luft gehalten hatte und dachte an Nasira.
Es war kein schönes Bild sie in einer Rüstung zu sehen. Bei Khalida hatte er sich damit abgefunden aber Nasira. Er musste den Kopf schütteln und legte den Mantel über die Brüstung um sich gegen selbige zu lehnen.

Er mochte den Gedanken nicht Nasira in einer Rüstung zu wissen und genauso missfiel es ihm sie bei den Truppenübungen zu wissen. Dort waren immerhin nur Männer zugegen , bis auf Khalida.
Er musste feststellen wie seine Hände sich kurzzeitig verkrampft hatten als er zu jenen hinab sah und sie etwas schüttelte um sie zu lockern. Er musste daran denken wie sich Nasira auf den Rücken dieses Ifreys geklammert hatte. Er schnaubte ein wenig. Und legte sich eine Hand an die Stirn um sich zu maßregeln um seinen Gedanken besser nachhängen zu können. War es sein gewohnheitsmäßiges Besitzrecht, was ihn so aus der Haut fahren ließ wenn er das Bild von ihr auf dem Rücken eines anderen sah....oder gar Eifersucht? Er musste den Kopf schütteln. Eifersucht...kann ...darf es nicht sein .. meinte er leise und sah mit zu schlitzen geengten Augen gen Boden. Eifersucht...das würde implizieren, das seine Gefühle stärker waren als er sich eingestand....jedenfalls wenn er überhaupt in der Lage war, seine Gefühle zu deuten.

Er schloss die Augen und hob den Kopf an um sein Gesicht von der kühleren Abendluft verwöhnen zu lassen. Seine Gedanken schweiften etwas ab und er musste an den Abend zurückdenken an dem er mit Amira gesprochen hatte. Ein schiefes verschlagenes Lächeln verzerrte seine Miene als er an die Worte seines Radehs denken musste. Die richtigen Worten, in den richtigen Ohren, unterstrichen von einer Geste hörte er die Worte in seinem Kopfe widerhallen und für wahr, war es doch wenigstens ein Rat seines Radehs den er nicht von der Hand weisen konnte. Er hatte Amira um ihren Segen gebeten und wollte gleichsam ihre Ohren für Saahirs mögliche Worte verstopfen. Es war gar leichter gewesen, als er gedacht hatte. Die Shoka, war recht eitel und hatte ohnehin ein gewisses Maß an Verachtung für das Hause Ifrey in ihrem Gespräch aufgezeigt. So war es ein leichtes mit seiner geschickten Wortwahl noch ein wenig Öl ins Feuer zu gießen. Zum Schluss hatte er ihr in Folge einer freundlichen Geste noch ein Geschenk überreicht und er musste zugeben, die Unterredung hatte sich mehr als Gelohnt. Er hatte in Amira nicht nur wegen Nasira eine gute Verbündete gefunden. Er wusste eine Shoka an einem der Fäden des Marionettenkreuzes gebunden zu haben, würde sich auch, wenn man die "Freundschaft" respektvoll aufrecht erhielt, auch für andere Dinge lohnen.

Er schlug langsam die Augen auf und sah sich abermals um bevor er die Luft tief einsog un das Dach verließ um in seine Bibliothek hinabzusteigen.
Was hatte Nasira nur mit ihm gemacht. Es war nun mehr als ein Spiel mit einem lohnenswerten Gewinn geworden....doch was es war...konnte er nicht in Worte fassen.
Nasira Masari

Beitrag von Nasira Masari »

Ein Stechen durchfuhr den Körper, wie sie ihn noch nie gespürt hatte. Mit einem verärgertem Grummeln schnellte die Hand an die linke Seite ihrer Hüfte und strich einmal über die weite Toga, die sie sich übergestriffen hatte. Der Verband zeichnete sich eindeutig unter den Fingerkuppen ab. Schmaler wurden die Lippen und nur schwer konnte sie den Drang der Tränen unterdrücken.

Wie konntest du nur so töricht sein? Warum hast du das getan?

Ich war schon ein paar Mal alleine dort...es ist immer gut gegangen...

Doch diesmal ist es nicht gut gegangen! Du hättest niemals die Waffe in die Hand nehmen sollen!


Ihre Gedanken schwirrten erbarmungslos in ihrem Kopf umher, stritten um Recht und Unrecht. Was konnte sie auch anderes tun, als nachzudenken? Die Heilerin vom Festland hatte angeordnet, dass sie ruhig liegen müsste. Aiwa, das Festland....

Sie wusste nicht mehr, welcher Gedanke sie dazu veranlasst hatte, bei Zhenzrael anzuklopfen; einzig eine Hoffnung, vielleicht auch andere absurde Gedanken der Hilfe mochten sie dazu getrieben haben. Ein Heiler auf Menek `Ur durfte es nicht sein...Neda. Zu schnell würde die Kunde an die Ohren des Erhabenen gelangen. Zu schnell würde jeder in der Stadt mitbekommen, was sie getan hatte. Sie hatte sich nach der Truppenübung weggeschlichen; hatte die Gelegenheit, dass sie die Rüstung trug, dazu genutzt, sich einmal zu erproben auf der Insel. Die ersten Schritte führte sie sicher, wenn auch immer noch mit viel Schnaufen und ständig erhobenem Schild. Dann auf einmal dieser Ruck durch ihren Körper und die Welt begann sich, vor ihren Augen zu verändern. Farben flogen durch die Luft und die Wesen um sie herum wurden größer, gefährlicher.... umzingelten sie und drängten sie an eine Wand. Der Puls raste, konnte kaum Schritt halten mit dem heftigem Atem. Mehrmals strich sie sich über die Augen, nicht glauben könnend, was sie sah. Sie musste raus, musste weg dort. Dann dieser Stich in der Seite, der plötzliche Schmerz, der sie in die Knie gehen liess. Sie musste weg...einfach weg.

Das Hineinschleichen in den Harem gelang wohl nur, weil ein jeder mit seinen Aufgaben beschäftigt war. Nach und nach fielen unter schwerem Keuchen die Teile gen Boden. Ein weiteres Ziehen durchfuhr den Körper, die Hand tastete vorsichtig an die Seite, fühlte eine warme Flüssigkeit, die sich über die Hüfte ergoss. Blut...
Sie hatte Mist gebaut. So richtig großen Mist! Sie musste die Wunde versorgen; doch wie? Ein menekanischer Heiler würde wissen wollen, wie es geschah und sie hätte wohl in jenem Moment nicht die passenden Worte parat. Schnell suchten die Gedanken nach einer anderen Lösung, stumm formten sich Worte auf den sich langsam färbenden Lippen, um endlich eine Idee zu erahnen. Schweißperlen drangen von der sonst so geschmeidig erscheinenden Stirn, als sie sich nun in ihre Kleider zwang, einige Stoffreste als Leinen nutzend und auf die Hüfte legend. Sie hatte auf dem Basar einen Namen gehört, im Zusammenhang mit dem Heilen. Sie müsste die Frau finden. Sie um Rat und Hilfe bitten. Sie musste...oder Eluive würde ihre Törichtigkeit diesmal strafen.

Die Gedanken sausten weiter, übersprangen den Weg durch die ungeheure Kälte, die in ihr immer noch ein Frösteln hervorrief, wenn sie nur daran dachte. Was hatte sie eigentlich in den Räumen der Heilerin alles gefaselt? Sie konnte sich nicht mehr erinnern.

Khalidas Blick. Sie war wütend auf mich.

Neda, sie hat sich lediglich gesorgt. Sie hätte sonst nicht die Sachen besorgt.

Ob es wirklich nutzen wird? Vielleicht ist es auch nur Aberglaube...

Es muss, sonst Gnade mir Eluive, wenn der Erhabene es sieht.


Sie konnte nur hoffen, dass das Blut des Drachens und das Herz des Wyrms wirklich die Narbenentwicklung unterband.

Wieder spürte sie den Drang des Tränenwassers in ihren Augenwinkeln und wieder wollte sie sie zurückhalten. Neda, sie durfte nun nicht einfach aufgeben. Es würde gut werden; es würde sich wieder einrenken und man würde ihr weiterhin glauben, dass sie sich lediglich den Magen verdorben hat. So hatte sie Ruhe für sich und konnte, wie geheissen, liegen bleiben und ein Aufreissen der Wundränder verhindern.

Es würde wieder gut werden... und doch sprangen die Tränen aus ihr heraus, liessen sich nicht aufhalten.

Warum warst du nur so dumm! So dumm! Mit diesem Ungehorsam, diesem naiven Kopf wird dich kein Mann wollen! Keiner! Und der Erhaben...? Ooohhh...er wird so enttäuscht sein; wird es nicht verstehen können.

Erschöpft von den umherfliegenden Gedanken schloss sie die noch feuchten Augen, um in einen unruhigen Schlaf zu fallen.

Neda...sie durfte nicht sein....diese Narbe...durfte nicht entstehen....ansonsten Gnade Eluive....
Nasira Masari

Beitrag von Nasira Masari »

Eluive schenke dir Träume und Frieden im Schlaf.....Ranim.

Die Worte kamen flüssig und ohne eine Scheu von den Lippen. Sie konnte es sich selbst nicht erklären, konnte nicht fassen, wieso sie sie gewählt hatte. Es war lange her, dass sie einen Mann so genannt hatte. Damals kamen die Worte vom Herzen und waren mit Liebe erfüllt gewesen. Und nun? War es etwa nicht so, dass dieses Wort immer die gleiche Bedeutung hatte? Ranim...ein so einfaches, klares Wort. Ein Wort, dass die Zuneigung zueinander ausdrücken sollte. Und doch war es etwas anderes, was sie dazu veranlasst hatte, es auszusprechen:

Vertrauen

Sie musste endlich beginnen, ihm zu vertrauen.
Er hatte sie gefragt, nach ihrer Angst... Aiwa, sie fürchtete die neue Zukunft mit all ihren Konsequenzen. Sie konnte es nicht abstreiten. War es die Vorsicht, die diese Angst entstehen ließ? Vielleicht...hatte sie doch erst vor ein paar Tagen wieder einmal bewiesen, dass auch sie nicht immer brav den Regeln folgte.
Mit einem Kopfschütteln sah sie sich in dem spärlich beleuchteten Raum um, während sie sich entkleidete. Einige Mädchen waren wirklich noch wach gewesen, als sie in den Schlafraum gehuscht war; ihre Blicke hatten wieder einmal für sich gesprochen. Sie blickten auch oft zu der kleinen Narbe, die sich über die linke Hüftseite erstreckte, doch glücklicherweise verlor keine von ihnen ein Wort darüber. Sie würde wohl bald auf Khalidas Angebot eingehen... auch wenn sie dafür Jala vertrauen müsste.
Ein Seufzen entglitt ihr, als sie daran dachte. Da war es wieder, jenes Wort: Vertrauen.
Hatte sie wirklich so das Vertrauen verloren, dass sie keinen an sich ran lassen wollte? Selbst Rasheeda hatte es erkannt und ihr ins Gesicht gesagt.

Langsam ließ sie sich auf die Bodenmatte gleiten, dabei den Stoff des Nachthemdes glatt streichend.
Aiwa...vielleicht war es wirklich nur Angst und nicht die Scheu vor dem Menschen. Sie hatte ihr Vertrauen Ceem geschenkt, der es mit zu Eluive nahm. Sie schenkte ihr Vertrauen Munaya... und auch sie nahm es mit und ließ sie hier zurück. Und sie schenkte es in einer gewissen Weise auch Saahir, den sie nun nicht mehr als Freund betrachten durfte.
Es war Zhenzraels Forderung gewesen.... sie würde es probieren, würde es noch einmal einem Menschen schenken, in der Hoffnung, dass es diesmal nicht mit fort genommen werden würde.
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