Sie erhoben sich von ihren knorrigen Stühlen in Rahals Hafenschenke. Es war alles besprochen, es war alles gesagt - es war besprochen, was zu tun war. Nun galt es, zu tun was zu tun war.
"Es ist nicht unsere Aufgabe, die Geschicke selbst zu lenken, sie lenken sich von selbst, wenn wir die Figuren in Position bringen."
"Das ist unsere Aufgabe - so beginnen wir unsere Arbeit und halten die Augen offen."
"Wenn wir tun, was wir besprochen haben können wir nicht verlieren. Gleichwohl gibt es ein wünschenswertes Ergebnis, und dieses müssen wir erreichen."
Der Rauch stand in der Luft und als Loreen die Türe aufriss stieg ihr kalte salzige Meerluft in die Nase, vermengt mit Gerüchen von Unrat, Tod und einer Priese Erfolg. Oh es würde schon gut gehen.
Im Grunde konnte Loreen nur schmunzeln als sie in ihrem guten Kleid die Stadttore verließ. In ihrer Aufmachung sah sie so gar nicht wie eine Angehörige des Hafenviertels aus, sondern vielmehr wie jemand, der der Oberstadt angehört. Sie war, wenn man von ihrem eisigen Blick absah gepflegt, wusste sich auszudrücken - sie war, wenn sie es wollte unauffällig. Und nun, da die Arbeit begann - war es noch notwendiger als sonst.
Aus dem Arsenal an Perrücken, die sie in all den Monden aus den Haarteilen abgetrennter Skalpe ihrer Opfer anfertigte suchte sie sich nun eine lange blonde heraus, dieses Haarteil gehörte bis vor kurzem noch einer Hafendirne Rahals, die unglücklicherweise den Tod fand und nun unterhalb der Krypta ihr Unwesen trieb. Sie veränderte ihr Gesicht, ihre Hautfarbe - geringfügig gar ihre Stimme - und sie änderte ihre Kleidung entsprechend. Nun war sie eine völlig fremde - und so konnte sie Bajard betreten.
Die begierigen Blicke die die Frau wohl augenscheinlich in jener Gestalt auf Anfang zwanzig schätzen mochten überging sie elegant und setzte ihren Weg fort in Richtung der Taverne.
Am Nachmittag zuvor sprach sie noch mit einem Ahad und legte eine Situation offen, die Wahrheit enthielt, doch natürlich wurde sie anders verpackt. Das lichte Reich wurde ihr zu lästig - also wurde die Geschichte elegant abgeändert und gab ihr und dem Ahad Grund zu reden - ein Geschäft zu tätigen - ein Geschäft von dem beide profitierten. Das war die Kunst des Handels. Und nun - nunja es war sein Schaden nicht - der Rest war Kleinhandwerk - mal dort - mal dort einen Faden ziehen - und natürlich auch Mitarbeiter suchen, die vielleicht Interesse an harter aber gutbezahlter Arbeit zeigten. Doch eins nach dem Anderen. Eins nach dem Anderen...
Ein Greif saß in der Taverne - oh und da sah sie auch diesen unsäglichen Kerl von neulich, dem sie subtil eine Eingebung zukommen ließ, seinen guten Freund zu töten. Ein interessantes Schauspiel - wie schwach waren die Menschen doch...
Es mochte sein dass der flammende Greif ein Flüstern in seinem Geist hörte. Kein Befehl aber vielleicht ein Gedanke? - War er schwach genug konnte er gar diesen Gedanken, diese Eingebung für seine eigene halten - und in diesem Falle war es ein Leichtes.
>>Der Mann an der Theke dient Temora - er hat den Tod verdient.
>>Er wird dich töten wenn du es nicht tust.
Diese und andere Eingebungen langsam in seinen Geist treibend stachelten ihn auf - irgendwann zog er seinen Degen - und was darauf folgte war ein sehr unterhaltsamer Teil - ein Gefecht in der Taverne. Das Blut floss - und irgendwann floh einer. Ohja - es war in der Tat äußerst erfreulich und unterhaltsam.
Einige Tage zuvor spielte sie dieses Spiel mit einem Arkorither - wahrscheinlich kochte es noch heute in ihm - und seine persönliche Rache würde sie vielleicht noch zu spüren bekommen - doch es war die Sache durchaus wert.
Nach und nach kam es wie es kommen musste - Zeit zu fliehen und Bericht zu erstatten. Einige Diener von Eluives Nachgeburt kamen und gingen - und kamen in größerer Zahl wieder, wohl in der Befürchtung bald einen Massenexorzismus durchführen zu müssen. Nun - Wer weiß was noch alles notwendig sein würde. Man mochte es einst sehen.
Doch inzwischen lief alles wie geplant. Sie beobachtete und wartete ab. Nein - eines galt noch zu tun - und dazu kam ihr der Adlerritter Silberhand gerade recht.
>>Bajard muss brennen im reinigenden Feuer.
>>Leandro Montego muss sterben.
Wer weiß - vielleicht würden sich die Ereignisse überschlagen - und wenn es so weit kommen würde, dann ginge der erste Teil ihres Planes mehr als auf. Doch noch war nicht alles getan. Oh nein! Es würde noch weit mehr zu tun sein.
Und so kam es dass die Tage darauf eine gutgekleidete Frau in Rahals Hafenschenke saß - und manchmal wurde ein Kunde angesprochen und ihm würde ein Angebot zuteil werden, gut bezahlt doch äußerst zeitaufwändig. Doch wer weiß? Vielleicht willigte ja jemand ein. Und wenn er das tat, würde er Rahal einen großen Dienst erweisen - doch Loreen - oh IHR würde er den größten Dienst tun.
Bestimme die Geschicke - doch lenke sie nicht
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Wijay Loreen
Bestimme die Geschicke - doch lenke sie nicht
Zuletzt geändert von Wijay Loreen am Donnerstag 10. Januar 2008, 09:08, insgesamt 2-mal geändert.
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Nevyn Silberhand
"Gib es zu, verdammter Götzendiener, Du wolltest uns vergiften!"
Metall schabte auf Metall, als der Ritter den völlig fassungslosen Tavernenwirt mit noch festerem Griff packte und einen weiteren Zentimeter die Wand hinaufschob.
Schon jetzt baumelten die Füsse eine Handbreit über dem Boden und Luft bekam der arme Kerl wohl auch nicht mehr sonderlich gut...
Er ist es...er versucht uns alle zu vergiften...der Wirt!
Natürlich! Es war nur logisch, denn niemand würde ihn verdächtigen...er war der perfekte Spion und Diener des Raben, wenn er da so selbstgefällig hinter seinem Tresen stand und den Leuten wer-weiss-was in die Speisen und Getränke gab!
Schon holte er mit der anderen gepanzerten Faust aus, um sie dem Wirt in den Magen zu treiben...als ihn eine Stimme neben sich innehalten liess.
"Bruder! Was, bei der Herrin, MACHST Du da?"
Sie waren gemeinsam in die Taverne gekommen auf Nachricht von Hochgeboren von Dragenfurt.
Ein Diener Kra'Thors würde dort sein schändliches Werk verüben...
Schon beim betreten hatte Nevyn ein seltsames Gefühl, dass anwesende Publikum sah aus wie meistens: unauffällig, gleichgültig, anonym.
Er hasste soetwas.
Ein Ritter Alatars besass zumindest den Mumm, sich offen zu erkennen zu geben, aber diese Götzenanbeter schlichen im Schatten umher wie die Katze um die Maus...
Nein, dass war ein schlechter Vergleich, denn eigentlich waren doch er und seinesgleichen die Jäger!...oder...?
In der vergeblichen Hoffnung, mit eindringlichen Blicken etwas bewirken zu können, starrte er die Leute einzelnd an, aber kein verräterisches Augenzucken, kein nervöses herumrutschen auf dem Stuhl...nur gelangweilte Blicke zurück.
Es könnte auch der Wirt sein...
Metall schabte auf Metall, als der Ritter den völlig fassungslosen Tavernenwirt mit noch festerem Griff packte und einen weiteren Zentimeter die Wand hinaufschob.
Schon jetzt baumelten die Füsse eine Handbreit über dem Boden und Luft bekam der arme Kerl wohl auch nicht mehr sonderlich gut...
Er ist es...er versucht uns alle zu vergiften...der Wirt!
Natürlich! Es war nur logisch, denn niemand würde ihn verdächtigen...er war der perfekte Spion und Diener des Raben, wenn er da so selbstgefällig hinter seinem Tresen stand und den Leuten wer-weiss-was in die Speisen und Getränke gab!
Schon holte er mit der anderen gepanzerten Faust aus, um sie dem Wirt in den Magen zu treiben...als ihn eine Stimme neben sich innehalten liess.
"Bruder! Was, bei der Herrin, MACHST Du da?"
Sie waren gemeinsam in die Taverne gekommen auf Nachricht von Hochgeboren von Dragenfurt.
Ein Diener Kra'Thors würde dort sein schändliches Werk verüben...
Schon beim betreten hatte Nevyn ein seltsames Gefühl, dass anwesende Publikum sah aus wie meistens: unauffällig, gleichgültig, anonym.
Er hasste soetwas.
Ein Ritter Alatars besass zumindest den Mumm, sich offen zu erkennen zu geben, aber diese Götzenanbeter schlichen im Schatten umher wie die Katze um die Maus...
Nein, dass war ein schlechter Vergleich, denn eigentlich waren doch er und seinesgleichen die Jäger!...oder...?
In der vergeblichen Hoffnung, mit eindringlichen Blicken etwas bewirken zu können, starrte er die Leute einzelnd an, aber kein verräterisches Augenzucken, kein nervöses herumrutschen auf dem Stuhl...nur gelangweilte Blicke zurück.
Es könnte auch der Wirt sein...
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Wijay Loreen
Knirschend versanken die grauschwarzen stiefel im Schnee als sie sich auf dem Weg machte, Tirell schnell zu verlassen. Der Mann in der Taverne würde bald erwachen und sich vermutlich fragen, was geschehen war, warum er gerade hier erwacht war.
Er verdiente die Bezeichnung "Schläfer" schon alleine deshalb redlich. Doch das war nur ein Randgedanke während sie sich wachsam umblickte und hoffe, niemand würde sie in der Aufmachung erblicken als sie zu dem bereitgelegten Pferdekadaver am Waldesrand schritt.
Was sie erfuhr versetzte sie in eine leichte Euphorie. Es war nicht die ewünschte Information, welche sie erhielt, doch war sie für Rahal eindeutig zu teuer. Was wollte Rahal denn für eine Information solchen Ausmaßes schon bieten? Und so beschloss sie, es vorerst für sich zu behalten. Sie war nicht Rahals Schoßhund und es war immer gut ein visschen mehr zu wissen als ihre Auftraggeber. Zu gegebener Zeit würde sie ihnen den Knochen hinhalten - und dann würde sie sich anhören was sie zu bieten hatten. War es angemessen?
Vorerst galt es jedoch, Rahal dahin zu locken wo es gebraucht wurde. Es war abzusehen dass das Reich früher oder Später etwas plante - zumindest musste man nicht viel Phantasie besitzen um dies zu bedenken. Und das würde Rahal letztendlich davon überzeugen, zu tun was zu tun war. Man musste lediglich an ihrer Eitelkeit rühren.
Eitelkeit! Das war der Schlüssel. Rahal musste zumindest glauben, dass sich so manche Diener des Raben an Rahal anbiedern wollte. Wer tatsächlich in ihre Geschicke eingeweiht war wusste, dass nicht die Absicht bestand sie zu hintergehen. Wer tötete bereitwilliger als sie und gab ihnen Seelen, die am Ende ihren Herren stärken würden?
Vorerst galt es mit ihren Brüdern und Schwestern zu besprechen, was zu tun wäre. Es war ein interessanter Gedanke. Und es duldete keinen Aufschub. Jedenfalls keinen all zu großen.
Das Pferd erhob sich aus seiner Totenstarre. Hautfetzen hingen ihm an den Beinen herab und einige rissen als es in die Beuge ging, damit sie aufsetzen konnte.
Eilends preschte Loreen davon - nach Osten . Es gab viel zu tun.
Er verdiente die Bezeichnung "Schläfer" schon alleine deshalb redlich. Doch das war nur ein Randgedanke während sie sich wachsam umblickte und hoffe, niemand würde sie in der Aufmachung erblicken als sie zu dem bereitgelegten Pferdekadaver am Waldesrand schritt.
Was sie erfuhr versetzte sie in eine leichte Euphorie. Es war nicht die ewünschte Information, welche sie erhielt, doch war sie für Rahal eindeutig zu teuer. Was wollte Rahal denn für eine Information solchen Ausmaßes schon bieten? Und so beschloss sie, es vorerst für sich zu behalten. Sie war nicht Rahals Schoßhund und es war immer gut ein visschen mehr zu wissen als ihre Auftraggeber. Zu gegebener Zeit würde sie ihnen den Knochen hinhalten - und dann würde sie sich anhören was sie zu bieten hatten. War es angemessen?
Vorerst galt es jedoch, Rahal dahin zu locken wo es gebraucht wurde. Es war abzusehen dass das Reich früher oder Später etwas plante - zumindest musste man nicht viel Phantasie besitzen um dies zu bedenken. Und das würde Rahal letztendlich davon überzeugen, zu tun was zu tun war. Man musste lediglich an ihrer Eitelkeit rühren.
Eitelkeit! Das war der Schlüssel. Rahal musste zumindest glauben, dass sich so manche Diener des Raben an Rahal anbiedern wollte. Wer tatsächlich in ihre Geschicke eingeweiht war wusste, dass nicht die Absicht bestand sie zu hintergehen. Wer tötete bereitwilliger als sie und gab ihnen Seelen, die am Ende ihren Herren stärken würden?
Vorerst galt es mit ihren Brüdern und Schwestern zu besprechen, was zu tun wäre. Es war ein interessanter Gedanke. Und es duldete keinen Aufschub. Jedenfalls keinen all zu großen.
Das Pferd erhob sich aus seiner Totenstarre. Hautfetzen hingen ihm an den Beinen herab und einige rissen als es in die Beuge ging, damit sie aufsetzen konnte.
Eilends preschte Loreen davon - nach Osten . Es gab viel zu tun.