Zu spät gekommen...

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Erishel

Zu spät gekommen...

Beitrag von Erishel »

Zu spät gekommen... Ja das war sie. So wie Serenya und Tasmalon auch. Der Magus Ravenor war sehr erbost darüber... Vielleicht hätte sie der Stunde lieber mit einer Ausrede fernbleiben sollen, als sie zu spät dran war?

Wie dem auch sein mochte... Die Strafaufgabe war ja nicht so schlimm ausgefallen. Einen Nachmittag auf dem Bauernhof Elenoras aushelfen. Das sollte ja gehen. Aber... Wo mochte der bloß sein?
Nach einigen Stunden sinnlosem Gerenne war der Hof dann auch gefunden und Erishel fand Elenora auf dem Felde.

Erishel stellte sich vor und erklärte, dass der Magus Ravenor sie geschickt hatte. Elenora lächelte recht amüsiert und Erishel? Die lief rot an. "Ach komm Mädchen", sprach Elenora, "du bist doch keine Tomate!" Sie drückte Erishel einen Kübel in die Hand und sagte: "Es hat eine Weile nicht geregnet. Hol Wasser aus dem Brunnen, das Gemüse hat's nötig." So wandte sich Erishel dem Brunnen zu.
Man merkte es jenem nicht an, dass es an Regen gemangelt hatte. Das Wasser stand hoch darin. Erishel ließ den Eimer langsam am Seil hinabgleiten. Als er sich mit Wasser gefüllt hatte, kurbelte Erishel und er kam wieder herauf. Entsprechend Elenoras Anweisungen verteilte sie das Wasser in der Furche neben dem Gemüse. Ja, hier merkte man es, dass es an Wasser mangelte... anders als im Brunnen. Die Erde war gesprungen und das Wasser wurde schnell schlammig von der teils sandig wirkenden, trockenen Erde. Es sickerte in die Ritzen und jene schlossen sich, als der Schlamm in sie glitt. So arbeitete sie zwei Stunden lang.

Fertig! Erishel lehnte sich erschöpft von der Wasser-Schlepperei an den Brunnen und ließ die Arme über den Rand baumeln, doch Elenora rief: "Sei so gut, pflück das Unkraut zwischen den Tomaten!" Erishel rührte sich nicht. "Oder soll ich Aldred erzählen, dass du gefaulenzt hast?" Erishel schreckte auf. Nein! Dann würde er sie sicher nicht zur Prüfung lassen! Sie rannte los, in Richtung der Tomatenstauden, stieß mit dem Fuß, welcher in den dünnen Sandalen wenig Schutz fand, gegen einen Stein und fiel der Länge nach hin. Dies geschah jedoch HINTER den hohen Tomatenstauden, außerhalb Elenoras Blickfeld. Erishel wollte nicht faul sein, sie wollte sich nur ausruhen! An solche Arbeit war sie eben nicht gewöhnt. Naja... war ja auch eine Strafaufgabe. Also kniete sie sich hin und zupfte das Unkraut aus, Stück für Stück. Es war tatsächlich recht viel... Eins, zwei... vierundzwanzig... etwa bei der fünzigsten ausgerissenen Pflanze verlor sie den Überblick.
Dann kam eine seltsam aussehende Pflanze dran. Erishel zog und zerrte... sie rührte sich nicht. Erishel versuchte es nochmal. Nichts! Dann pflötlich kam die Pflanze - ohne den geringsten Widerstand - aus dem Boden und Erishel fielt samt Pflanze hin. Etwas abseits vernahm sie Elenoras Schmunzeln und lief wieder rot an. "Jetzt hab dich nicht so", rief Elenora, "sonst halten dich die Vögel noch für eine Tomate und picken nach dir!" Erishel richtete sich wieder auf und pflückte - nach einem leisen Knurren - weiter Unkraut.

Allmählich wurde es dunkel und Elenora rief Erishel zu sich. "Komm kleines, du hast wohl genug geholfen... Willst du eine Tomatensuppe?" Erishel zuckte etwas zusammen uznd fragte dann mit pipsiger Stimme: "Müssen es... Tomaten sein?" Elenora lächelte amüsiert und nahm das erschöpfte Mädchen mit ins Haus.
Serenya Yarsil

Beitrag von Serenya Yarsil »

Es war noch sehr früh am Morgen, als Serenya von einem wiederholten Klopfen gegen ihre Tür aus ihren Träumen gerissen wurde. Zuerst versuchte sie noch, es zu ignorieren und verkroch sich tief unter ihrer warmen Bettdecke. Jedoch dachte das Klopfen gar nicht daran, aufzuhören, sondern wurde im Gegenteil immer lauter und drängender. "Serenya! So steh doch auf! Du kommst sonst zu spät!" erscholl schließlich eine männliche Stimme, die die junge Frau sogleich als die des Wirtes der Taverne nahe Tirell erkannte. "Ich bin ja schon wach..." gab sie missmutig zur Antwort, setzte sich langsam im Bett auf, streckte sich ausgiebig und schwang endlich die Beine über die Bettkante. Ein kurzer Blick aus dem Fenster überzeugte sie davon, dass der Wirt tatsächlich sein Wort gehalten und sie kurz nach Sonnenaufgang geweckt hatte. Serenya hatte sich in den wenigen Wochen, seit denen sie nun in einem kleinen Zimmer der Taverne wohnte, mit ihm angefreundet, und so hatte er sich gern damit bereit erklärt, sie am frühen Morgen zu wecken, damit sie ihre Verabredung mit Elenora nicht verschlief. Serenya seuftze tief.... Arbeiten auf einem Bauernhof hatte schon als Kind nicht gerade zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört und daran hatte sich bis heute nichts geändert. Aber es half ja alles nichts, ihre Strafaufgabe musste erledigt werden.... und einen halben Tag würde sie schon überstehen.

Kurze Zeit später erreichte Serenya den Bauernhof Elenoras. "Da bist du ja, Mädchen! Genau pünktlich!" Mit diesen Worten und einem freundlichen Lächeln auf den Lippen schüttelte Elenora ihr fest die Hand. "Komm mit! Du wirst mir helfen, ein paar Hühner zu ihrem neuen Besitzer zu bringen!" Schon stapfte die Bäuerin zu einem kleinen Verschlag in der Nähe des Bauernhauses, in dem sich zahlreiche Hühner tummelten. Serenya atmete innerlich auf.... Diese Aufgabe hörte sich nicht allzu schwierig an. Zu ihrem Leidwesen musste sie schon sehr bald feststellen, dass sie sich in diesem Punkt ganz entschieden getäuscht hatte... Entgegen ihrer Erwartung waren es nicht zwei oder drei Hühner, die zu ihrem neuen Besitzer getrieben werden mussten, sondern acht. Und leider, so kam es zumindest Serenya vor, acht sehr störrische und eigenwillige Tiere, die eine unerklärliche Abneigung gegen die junge Frau zu hegen schienen. Entweder weigerten sie sich, weiterzugehen, oder sie wuselten ihr zwischen den Beinen herum, oder sie rannten in die völlig verkehrte Richtung, oder sie beschlossen, es sich in dichtem Gehölz gemütlich zu machen... oder..oder.. oder. Serenya hatte alle Hände voll zutun, und schon nach kurzer Zeit geriet sie ins Schwitzen. Ganz im Gegensatz zu Elenora, welche gemächlich hinter der jungen Frau und der Hühnerschar einherspazierte und das Geschehen mit einem amuesierten Schmunzeln beobachtete. Nur, wenn sich eines der Hühner gar zu weit vom Weg entfernte oder zu weit zurückblieb griff sie ein und scheuchte es ohne große Mühe wieder zurück zu den anderen. Nach einer halben Ewigkeit, so schien es zumindest Serenya, hatten sie endlich ihr Ziel erreicht und konnten die Hühner ihrem neuen Besitzer übergeben.

Wieder auf dem Hof angelangt, wartete auch schon die nächste Aufgabe auf Serenya. "Du hast dich nicht schlecht gehalten, Mädchen! Hast nicht aufgegeben, das gefällt mir." sprach Elenora und lächelte sie dabei freundlich an. "Eine Aufgabe habe ich noch für dich, dann hast du deinen Teil getan. Hier..." Die Bäuerin drückte Serenya einen großen geflochtenen Korb und eine Art Gabel in die Hand. Dann führte sie die junge Frau auf einen nahen Rübenacker. "Ich möchte, dass du mir bei der Rübenernte zur Hand gehst. Lockere die Erde zunächst und entferne sie, bis du die Rübe leicht mit der Hand herausziehen kannst. Dann befreist du die Rübe von Erde und legst sie in den Korb." Ein leichtes Nicken war Serenyas einzige Antwort auf diese Erklärungen und eifrig begann sie mit der Arbeit. Schließlich wollte sie so schnell wie möglich damit fertig sein. Jedoch dauerte es noch einige Zeit, bis die Bäuerin wieder zu ihr kam und ihr die Hand auf die Schulter legte. "Du kannst aufhören, du hast lange genug gearbeitet. Ich bin sehr zufrieden mit deiner Arbeit, und dies werde ich auch dem Magus Ravenor sagen. Hier, nimm dies..." Mit diesen Worten reichte sie Serenya einen kleinen, mit einem Tuch abgedeckten Korb. "Lauter Erzeugnisse meines Hofes - lass sie dir schmecken!" sprach Elenora mit freundlicher Stimme. "Und komm gut Heim."
Tasmalon Tso´al

Beitrag von Tasmalon Tso´al »

Mit einem Ruck saß Tasmalon Kerzengerade in seinem Stuhl auf dem er wohl am Abend zuvor als er wieder einmal bis spät in die Nacht über den Büchern der Kräuterkunde saß eingeschlafen sein muss.
„Verdammt!“ murmelte er und rieb sich die Augen.
Schlagartig wurde ihm klar dass er am heutigen Tage seine Strafarbeit bei der Bäuerin Elenoras ableisten müsse.
Er schielte zum Fenster und hielt die Luft an.
Die Sonne schien bald aufzugehen und er sollte früh bei ihr sein.
Sofort lief er los in Richtung Varuna.


Mit verschlafenden Augen und vollkommen aus der Puste kam er am Hof an.
„Na wen haben wir denn da?“ sprach die Frau von der er vermutete das sie Elenora war.
„Einen verschlafenden Mann der euch etwas zur Hand gehen soll.“ Antwortete er.
Ein leichtes lächeln legte sich auf seine Lippen.
„So so, du musst ja eine menge Unsinn gemacht haben, du sollst den ganzen Tag bei mir verbringen“.
Wieder willig nickte er und sagte „So ist es…junge Dame“.
„Gut gut, hier!“ sie warf ihm eine Mistgabel in die Hände.
„Ich denke du weißt wozu sie dient.“
Kurz dachte er darüber nach was man alles mit dieser Mistgabel anstellen könnte, bevor er diesen Gedanken verwarf und sich in Richtung des Stalls bewegte.
„puh!“ keuchte er als er den ‚Geruch’ der vom Stall ausging vernahm.
„So viel Unsinn habe ich nun doch nicht getan“ raunte er zu sich selbst und begann langsam das Heu zusammenzukratzen.
Nachdem er gut zwei stunden Heuhaufen gebildet und den Tieren einiges zugeschoben hat ging er wieder zu der Bäuerin und lehnte die Mistgabel neben sie an eine Wand.
„Oh, ich hatte dich fast vergessen!“ sagt sie mit einem überaus freundlichen lächeln.
„Ohh ! Dann kann ich ja gehen!“ sagte er mit übertrieben fröhlicher stimme.
„Dass… kannst du vergessen. Schau dir mal die Pferde an, so kauft die doch keiner so dreckig wie die sind. Ich bin sicher wenn du sie gereinigt hast finde ich auch Abnehmer.“
Mit einem Nicken verabschiedete er sich von ihr und schlenderte zu den Pferden.
„Endlich mal eine nicht so anstrengende Arbeit..“ dachte er sich und ging einmal um das erste Pferd.
In der tat lies es sich ohne große Schwierigkeiten Säubern.
Er klopft dem Pferd einige Male auf den Rücken und ging zum nächsten.
Dieses Pferd wies eine gut gebaute Statur auf und schaute, soweit es ein Pferd kann, nicht sonderlich erfreut gen Tasmalon.
Schon nach kurzer zeit merkte Tasmalon das es nicht bei diesem Blick blieb.
Das Pferd holte als er hinter ihm stand mit dem rechten Bein aus und Donnerte es gegen den Eimer mit Wasser.
Etwas verdutzt schielte Tasmalon zur Seite.
„Hmm… so was aber auch…“
Er schaute sich kurz um, keine Bäuerin zu sehen.
Dann füllte er den Trog des Pferdes mit etwas Futter und mischte 5 Fläschen seines Schlaftrunkes hinzu welchen er letzte Nacht fertigte.
Das Pferd, welches er mittlerweile auch den Namen „Sturm“ zugewiesen hat, schien hungrig zu sein und begann sofort zu fressen.
Nach kurzer zeit hörte es einfach auf und schloss die Augen.
„So ist es für uns beide einfacher.“ Sagte Tasmalon und begann ihn langsam zu Bürsten.
Nachdem alle Pferde abgebürstet waren ging er wieder zu der Bäuerin.
Etwas verdutzt schien sie dass er wahrlich alle Pferde abgebürstet hat und sie fragte wiederholt: „Du hast keines Übersprungen? Das glaub ich dir nicht!“.
Zusammen gingen sie zu den Pferden.
Sturm hat sich aus dem Schlaf gerissen und der Trog war leer.
Die Bäuerin machte einen Rundgang um die Pferde und musterte sie.
Bei Sturm blieb sie stehen und sagte mit unzufriedenem Gesichtsausdruck „Tatsache… Alle Pferde sind sauber. Na gut mein Junge dann geh mal nach Hause.“
„Aber…!“ warf er rasch ein.
„Ja ja, ich weiß… ich werde ihm sagen das du bist zum Abend hier bei mir warst und hart gearbeitet hast. Er wird nur das Beste hören.“ Sagte sie zwinkernd.
„Oh Vielen Dank junge Dame!“
Sie nickte ihm nochmals zu und sagte „Gute Heimreise.“


Mit einem breiten Grinsen schlenderte er davon…
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