Bruder Titus war, das wusste man in Bajard allgemein ein zwar genügsamer aber dennoch viel und alles verschlingender Mann. Bajards Dorfpriester musste sich schon einige Witze über seine Leibesfülle gefallen lassen, doch das machte ihm im Grunde nichts aus.
"Seht nur, da rollt ein Bierfass"
"Seht her, halb Mann, halb Schwein."
"Schwabbelbüchse"
"Ich hab' gehört, dem Bruder Titus wollte man neulich als er im Teich schwamm fangen, weil er für einen Wal gehalten wurde."
"Als er neulich im Meer baden ging, blieb er zwischen Gerimor und Lameriast stecken"
"Jedesmal wenn der nach draußen geht, gibt's eine Sonnenfinsternis."
"Zu seinen zwei Schweinen frühstückt der Bruder Titus immer einen Kartoffelacker."
Eigentlich konnte Titus darüber sogar selber lachen, nur wenn ein junger Bursche ihm beleidigend kam - tja dann konnte es schon passiert dass er den Teppichklopfer auspackte und den Lump vor Bajards Eingang vor sich hertrieb.
Sein Gewicht brachte ihm ja eigentlich sogar viele Vorteile. Schließlich konnte seine "Fleischbombe" so manchen Feind zu Fall bringen. Eine sehr wirksame aber gemeine Taktik. Jaja - Bruder Titus war schon ein sehr außergewöhnlicher Mann.
Neulich jedoch saß er in der Taverne und genoss seinen abendlichen Rachenputzer - eine Flasche Schnaps - für Bruder Titus, der freigiebig und gutmütig war hatte der Wirt eigentlich immer den Besten parat. Doch als er sich gemütlich zurücklehnen wollte ächzte das Holz protestierend und der Stuhl brach in sich zusammen - und mit ihm mit lautem Gepoltere auch der dicke Priester.
"Ihr hobt's nix g'seh'n, gäh?" "Nein natürlich nicht." Die Trinkrunde war sehr zuvorkommend - gute Jungs. Wahrscheinlich war das Material einfach nur übermüdet. Sowas war ihm ja noch nie passiert.
Einige Tage später stand er vor Bajards Eingang und lehnte sich gemütlich gegen die Tafel - als sie sich plötzlich aus der Verankerung löste. Titus konnte sich gerade noch auf seinen Stab abstützen als krachend die Tafel umkippte. Es war Winter, da wird ja selbst Holz steif und so. "Joh mey, vielleycht hob i heyt amol vargess'n zum Sternvota zum bet'n" dachte er in sich hinein.
Alles dumme Zufälle. Nichts worüber man besorgt sein müsste. - Oder?
Gesund aber rund - na und?
-
Tithus Hemmel
Gesund aber rund - na und?
Zuletzt geändert von Tithus Hemmel am Freitag 4. Januar 2008, 18:21, insgesamt 2-mal geändert.
-
Tyrius Sendar
Aus Sicht eines Beobachters..
Der Tag war nicht sonderlich ereignisreich verlaufen.
Tyrius hatte lediglich im Wald einige Kräuter und Pilze gesammelt, welche er in der Stadt mit dem Namen Varuna verkauft hatte.
Dadurch, dass er den ganzen Tag nun in dem Schnee unterwegs gewesen war und es auch immer wieder neu geschneit hatte, war er nun doch recht durchgefroren und kehrte schließlich nach Bajard zurück.
Als würden seine Füße einen eigenen Willen haben, oder war es mehr was ihn zur Taverne trug?
Dem Alkohol war er eigentlich weniger verfallen, doch schienen seine Füße eine Pause im Warmen nötig zu haben und so ließ er sie gewähren und sich von ihnen zur Taverne zu Bajard tragen.
Als er die Tür geöffnet hatte, war ihm sofort die warme Luft des Gebäudes entgegen geschlagen und hatte ihn eingehüllt.
Schnell war die Wärme auch unter seine lederne Kleidung gelangt und bildete so ein wärmendes Polster.
Er hatte kaum einen Schritt in die Taverne getan, als er von der Seite einen ihm doch recht bekannten Gruß vernahm.
"Dem Sternenvota seyn' Segen Bursche!"
Tyrius hatte noch einen Schritt in das innere machen müssen, um in die Ecke, woher die Stimme gekommen war, zu schauen, doch was er dann sah hatte ihm doch kurzzeitig die Sprache verschlagen und ihm blieben jene Worte, die er eigentlich hatte nennen wollen im Halse stecken.
Dort saß jemand auf zwei Stühlen, die er auch beide in Anspruch nahm, und sah zu ihm herüber. Der dicke Bauch, der durch die abgerissene Kleidung nicht gerade verborgen war, passte kaum zwischen Stuhl und Tisch und einen Moment wunderte sich Tyrius tatsächlich, ob der Mann überhaupt im Stande war, mit seinen Händen bis zum Tisch zu gelangen, doch ob des Bierkruges in seiner Hand, den er auch getrost auf seinem Bauch hätte abstellen können, musste er wohl an diesen gelangen.
Der Mann schien an sich allerdings recht geselliger Natur zu sein, also ließ Tyrius sich ihm gegenüber am Tisch nieder. Später gesellte sich auch noch ein weiterer Mann an den Tisch und so verstrich die Zeit an dem Abend in der Taverne, bei einer gemütlichen Runde.
Sie hatten bereits eine Weile gesessen, als Tyrius etwas zu trinken nach holen wollte und gerade am bezahlen war, als es geschah.
Er vernahm ein Krachen, welches dem Einsturz eines Hauses am ehesten Ähnlich war. Ein Holzstück schlug gegen die Wand, zuvor durch die Luft gesegelt und der Wirt zog erschrocken den Kopf hinter die Theke.
Tyrius war herum gewirbelt und was er sah, ließ ihn beinahe die Bierkrüge fallen lassen.
Der dicke Mann, der sich als Bruder Titus vorgestellt hatte, lag rücklings auf dem Boden und schaute verwirrt zur Decke hinauf.
Die beiden Stühle, auf welchen er gesessen hatte, hatten sich über die Taverne verteilt und das Holzstück, was nur unweit der Theke an die Wand geschlagen war, konnte man noch als Stuhlbein identifizieren.
Sich mühsam vom Lachen abhaltend ging Tyrius zum Tisch zurück und stellte die Bierkrüge darauf ab.
Dann hielt er dem Manne eine Hand hin, um ihm beim Aufstehen zu helfen.
Was er sich dabei nun gedacht hatte wusste er selbst nicht so genau. Wie um alles in der Welt sollte er diesen Mann vom Boden hoch kriegen?
Aber er schaffte es mit der Hilfe des Mannes ihn wieder auf die Beine zu bekommen.
Den Stab den er dabei zur Unterstützung nahm, schien das Gewicht erstaunlich gut zu halten.
"Ihr hobt's nix g'seh'n, gäh?" Waren die ersten Worte, die ihm daraufhin wieder über die Lippen kamen.
Innerlich lachend verneinten Tyrius und auch der andere Mann am Tisch.
Natürlich hatten sie davon nichts gesehen.
Wie denn auch? Stammte der Lärm doch mit Sicherheit von draußen..
Doch bald darauf löste die Runde sich auf und der Mann, der sich als Cantaro Montego vorgestellt hatte und der dicke Bruder Titus, wollten sich zur Ruh legen.
Beim hinausgehen, erhaschte Tyrius noch einen Blick auf die helle Robe, welche sich beim hinausgehen über den Körper des Dicken gelegt hatte.
Er war also tatsächlich Horteras Anhängig..
Nun ja.. Horteras stand nun einmal für die Freiheit und jeder sollte so leben, wie er glücklich würde.
Nur ob dies so gesund sei?
Eine Weile dachte Tyrius an diesem Abend noch über den Dicken nach, doch irgendwie konnte er ihn kaum einschätzen.
Eine gemütliche, aber auch seltsame Persönlichkeit.. das stand außer Frage...
Tyrius hatte lediglich im Wald einige Kräuter und Pilze gesammelt, welche er in der Stadt mit dem Namen Varuna verkauft hatte.
Dadurch, dass er den ganzen Tag nun in dem Schnee unterwegs gewesen war und es auch immer wieder neu geschneit hatte, war er nun doch recht durchgefroren und kehrte schließlich nach Bajard zurück.
Als würden seine Füße einen eigenen Willen haben, oder war es mehr was ihn zur Taverne trug?
Dem Alkohol war er eigentlich weniger verfallen, doch schienen seine Füße eine Pause im Warmen nötig zu haben und so ließ er sie gewähren und sich von ihnen zur Taverne zu Bajard tragen.
Als er die Tür geöffnet hatte, war ihm sofort die warme Luft des Gebäudes entgegen geschlagen und hatte ihn eingehüllt.
Schnell war die Wärme auch unter seine lederne Kleidung gelangt und bildete so ein wärmendes Polster.
Er hatte kaum einen Schritt in die Taverne getan, als er von der Seite einen ihm doch recht bekannten Gruß vernahm.
"Dem Sternenvota seyn' Segen Bursche!"
Tyrius hatte noch einen Schritt in das innere machen müssen, um in die Ecke, woher die Stimme gekommen war, zu schauen, doch was er dann sah hatte ihm doch kurzzeitig die Sprache verschlagen und ihm blieben jene Worte, die er eigentlich hatte nennen wollen im Halse stecken.
Dort saß jemand auf zwei Stühlen, die er auch beide in Anspruch nahm, und sah zu ihm herüber. Der dicke Bauch, der durch die abgerissene Kleidung nicht gerade verborgen war, passte kaum zwischen Stuhl und Tisch und einen Moment wunderte sich Tyrius tatsächlich, ob der Mann überhaupt im Stande war, mit seinen Händen bis zum Tisch zu gelangen, doch ob des Bierkruges in seiner Hand, den er auch getrost auf seinem Bauch hätte abstellen können, musste er wohl an diesen gelangen.
Der Mann schien an sich allerdings recht geselliger Natur zu sein, also ließ Tyrius sich ihm gegenüber am Tisch nieder. Später gesellte sich auch noch ein weiterer Mann an den Tisch und so verstrich die Zeit an dem Abend in der Taverne, bei einer gemütlichen Runde.
Sie hatten bereits eine Weile gesessen, als Tyrius etwas zu trinken nach holen wollte und gerade am bezahlen war, als es geschah.
Er vernahm ein Krachen, welches dem Einsturz eines Hauses am ehesten Ähnlich war. Ein Holzstück schlug gegen die Wand, zuvor durch die Luft gesegelt und der Wirt zog erschrocken den Kopf hinter die Theke.
Tyrius war herum gewirbelt und was er sah, ließ ihn beinahe die Bierkrüge fallen lassen.
Der dicke Mann, der sich als Bruder Titus vorgestellt hatte, lag rücklings auf dem Boden und schaute verwirrt zur Decke hinauf.
Die beiden Stühle, auf welchen er gesessen hatte, hatten sich über die Taverne verteilt und das Holzstück, was nur unweit der Theke an die Wand geschlagen war, konnte man noch als Stuhlbein identifizieren.
Sich mühsam vom Lachen abhaltend ging Tyrius zum Tisch zurück und stellte die Bierkrüge darauf ab.
Dann hielt er dem Manne eine Hand hin, um ihm beim Aufstehen zu helfen.
Was er sich dabei nun gedacht hatte wusste er selbst nicht so genau. Wie um alles in der Welt sollte er diesen Mann vom Boden hoch kriegen?
Aber er schaffte es mit der Hilfe des Mannes ihn wieder auf die Beine zu bekommen.
Den Stab den er dabei zur Unterstützung nahm, schien das Gewicht erstaunlich gut zu halten.
"Ihr hobt's nix g'seh'n, gäh?" Waren die ersten Worte, die ihm daraufhin wieder über die Lippen kamen.
Innerlich lachend verneinten Tyrius und auch der andere Mann am Tisch.
Natürlich hatten sie davon nichts gesehen.
Wie denn auch? Stammte der Lärm doch mit Sicherheit von draußen..
Doch bald darauf löste die Runde sich auf und der Mann, der sich als Cantaro Montego vorgestellt hatte und der dicke Bruder Titus, wollten sich zur Ruh legen.
Beim hinausgehen, erhaschte Tyrius noch einen Blick auf die helle Robe, welche sich beim hinausgehen über den Körper des Dicken gelegt hatte.
Er war also tatsächlich Horteras Anhängig..
Nun ja.. Horteras stand nun einmal für die Freiheit und jeder sollte so leben, wie er glücklich würde.
Nur ob dies so gesund sei?
Eine Weile dachte Tyrius an diesem Abend noch über den Dicken nach, doch irgendwie konnte er ihn kaum einschätzen.
Eine gemütliche, aber auch seltsame Persönlichkeit.. das stand außer Frage...
Zuletzt geändert von Tyrius Sendar am Freitag 4. Januar 2008, 19:12, insgesamt 1-mal geändert.