An Ibraheem, Munaya und Jahwarah aus dem Hause der Bashir

Moderator: Menekaner [Mod]

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Raniya Sahar

An Ibraheem, Munaya und Jahwarah aus dem Hause der Bashir

Beitrag von Raniya Sahar »

Eine verschnürte Schriftrolle, in der eine Wüstenblume hinausragt, findet ihren Weg in die Hände der Familienmitglieder der Bashirs.
So ein jeder sein persönliches Schreiben entrollt, wird ihm vermutlich die bekannte Handschrift entgegenblicken, welche folgende Zeilen preis gibt....


Salam Ibraheem, Oberhaupt und mein geliebter Cousin,

„Zusammen durch die Welt zu gehen ist schöner, als allein zu stehen.
Und sich darauf das Wort zu geben ist wohl das Schönste im Leben.“


Die Tage strichen durch die Wüste wie kleine Würbelwinde, steht als bald der wichtigste Tag meines Lebens an, welchen ich nicht ohne dich und Munaya verbringen will.
Am 4.Hartung zur Achten Abendstunde, wenn die Sonne langsam den heißen Wüstensand berührt, werden Ishaaq und ich, vor Eluive und unseren Familien, wie Freunden, den Bund des Lebens gemeinsam beschreiten.
Am 3.Hartung wird der Männerabend in Taverne Menek'Urs gehalten und zugleich auch der traditionelle Hennaabend im Harem zelebriert.
Es würde Ishaaq, wie auch mein Herz erfüllen, wenn du und Munaya nicht nur am Tage der Hochzeit an meiner Seite weilt, sondern ebenso die letzten Stunden zuvor mit uns verbringt.

Ich bat dich bisher nie um etwas, drum schlage mir meinen Wunsch und die Bitte, Euch dabei zu haben nicht aus.

Möge Eluive gut über dich und Munaya wachen.


Deine Raniya


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Salam Jahwarah, meine geliebte Cousine

„Zusammen durch die Welt zu gehen ist schöner, als allein zu stehen.
Und sich darauf das Wort zu geben ist wohl das Schönste im Leben.“


Auch wenn unsere beider Augen, sich selten erhaschen, weiß ich, das wir in unseren Herzen stets vereint sind.
Du merktest schon damals, das mein Herz für Ishaaq schlägt und der Gedanke an deine Worte an jenen Abend, erfüllen mein Herz nach wie vor mit Freude.
Ebenso mit Freude will ich dir mitteilen, das der Tag, meinen Weg, den ich bisher mit Euch, meiner geliebten Familie bestritt, nun mit Ishaaq bestreiten werde.

Am 4.Hartung zur Achten Abendstunde, wenn die Sonne langsam den heißen Wüstensand berührt, werden Ishaaq und ich, vor Eluive und unseren Familien, wie Freunden, den Bund des Lebens gemeinsam beschreiten.
Am 3.Hartung wird der Männerabend in Taverne Menek'Urs gehalten und zugleich auch der traditionelle Hennaabend im Harem zelebriert.
Es würde mein Herz erfüllen, wenn du nicht nur am Tage der Hochzeit an meiner Seite weilst, sondern ebenso die letzten Stunden zuvor mit mir verbringt.
Du gibst mir die Kraft und Stärke, die ich für diesen Schritt brauche, so schlage meine Bitte nicht aus, an meinem wichtigsten Tag, an meiner Seite zu stehen.

Möge Eluive weiterhin ihre Augen auf dich gerichtet haben, so wie ich es stets tue.

Fühle dich umarmt

Deine Raniya
Jahwarah Bashir

Beitrag von Jahwarah Bashir »

Der Höhepunkt der Nacht war längst überschritten und die Dunkelheit hatte das sonst so strahlende Reich des endlosen Sandes in festem Griff umschlossen. Kein Kerzenschein lugte mehr zwischen den Vorhängen der Häuser hindurch, keine Schatten bewegten sich in ihren diffusen Lichtkreisen. Nun, vielleicht wandelte da doch noch der ein oder andere Schatten, doch nahm ihn keiner wahr. Und auch, dass kein Licht die Stadt erhellte, war so nicht ganz richtig. Auf dem kleinen Vordach des Kontorgebäudes regnete es flammende Funken, tanzend, wirbelnd und doch zum Verglühen verdammt. Das beißende Zischen von flüssigem Metall bohrte sich durch die Stille der Nacht wie das einer hungrigen Schlange. Nicht wenige Menekaner, die den Schlaf ersehnten, wälzten sich wohl in ihren Decken, den Verursacher der unliebsamen Störung in das heiße Feuer der Schmiede wünschend, aus dem das Übel hervor kroch.

In einer kleinen Ecke ihres Bewusstseins verspürte Jahwarah das schlechte Gewissen, doch musste es für den Moment verbannt werden. Es galt ein Werk zu vollenden, ein Werk um zwei Herzen auf Ewig zu einen. Am Tage, an dem die Hochzeit ihrer Cousine Raniya Sahar mit Ishaaq aus dem Hause der Masari bekannt gegeben wurde, war Jahwarah zu Jakeem geeilt, einem alternden Salzschürfer, den sie noch aus ihren ersten Tagen in Cantar kannte. Die Picke hatte er inzwischen gegen Kohlestifte getauscht und er verstand es Land und Leben auf feinem Pergament wiederzugeben. So hatte er die Bitte der jungen Bashir nicht abgeschlagen und sich dem baldigen Brautpaar das ein oder andere Mal an die Fersen geheftet, war ihnen immer wieder zufällig über den Weg gelaufen, um sich die Züge und Linien ihrer Gesichter und Körper einzuprägen und sie schließlich auf Papier zu bringen. Und jenes Papier befand sich nun aufgespannt auf einer Staffelei vor Jahwarah, die ihm den letzten Schliff verpassen wollte. Feinstes Gold, hauchdünn und zart, sollte sich über die Zeichnung aus Kohle legen. Einen dünnen Pinsel, gefertigt aus den Haaren von Lamas, tauchte sie in die kleine Schale mit flüssigem Gold und begann die Linien nachzuzeichnen. Vorsichtig und mit Bedacht, damit sie auch ja nicht kleckerte und das Werk am Ende noch zerstörte. Tropfen um Tropfen vergoldete sich das Bildnis von Raniya und Ishaaq, auf das ihre gemeinsame Zukunft in ebensolchem erstrahlte.

Und als die ersten Strahlen der Morgensonne das Wüstenland küssten, war das Gold getrocknet und das Geschenk vollendet. Zusammengerollt und von einer roten Kordel gehalten, die im Licht unter den vielen eingeflochtenen Rubinsteinen funkelte, wurde das Pergament einem Boten übergeben, der es gleichsam mit einem Schreiben unverzüglich und ohne Umwege an die Braut aushändigte.

Raniya,
meine Liebe,

mein Herz wiegt schwer dir an diesem Tage nicht zur Seite stehen zu können.
Wie gerne würde ich in deine strahlenden Augen blicken und die Freude über das neu gewonnene Glück mit dir teilen. Sei dir gewiss, dass meine Gedanken einzig bei dir sein werden an diesem Abend, meine geliebte Cousine.

So bleibt mir, dir auf diesem Wege meine besten Wünsche mitzuteilen. Du hast deine Bestimmung und deinen Platz an der Seite eines Mannes gefunden und das gemeinsame Glück soll niemals enden. So wie er dich als seine Braut und seine Frau willkommen heißt, so heiße auch ich ihn als neuen Teil unserer Familie willkommen.



Deine

Jahwarah.
Zuletzt geändert von Jahwarah Bashir am Freitag 4. Januar 2008, 17:18, insgesamt 1-mal geändert.
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