Müde ging Thancred nach getanem Tagwerk zu seinem und seiner Fee Häußchen. Der Abend war schon fortgeschritten, als er müde und über die Bewegung fFK (freie Fahrt für Kutscher) grummelnd, aus dem Zweikopfpass trat.
Der Weg war lang und mühsam gewesen, nur begleitet vom hohen Schrei eines Vogels,welcher über denn Gipfeln, verborgen im Tanz der Schneeflocken, seine Kreise zog.
Harsch knirsche der Schnee unter den Füssen des Schmiedes, und kleine weiße Wölkchen begleiteten jeden seiner Atemzüge.
Er brummte leise und genüsslich, als er an das prasselnde, wohlige Feuer und den Rest des Hasenpfeffers dachte, den er hernach flugs mit einem guten Glas Trollinger aus Duris Kelterei zu mischen gedachte, und zwar drinnen in seinem Bauch.
Da erspähte er am Weg zu seinem Tor einige Rehe; schon machten sie sich auf in weiten Sätzen dem Waldrand entgegenzueilen. Jene hatten sich am Futtertrog für die Ziege und die Pferde etwas gestärkt, wie die wenigen Halme des Heus und magere drei Maiskörner verrieten, die noch am Boden des Kübels zu sehen waren.
Er lauschte: Stille! Kein Röhren, wie´s üblich zur Brunft, allenthalben im Wald erschallt. Auch liefen ihm in letzter Zeit viele recht magre und auch kranke Tiere vor die Armbrust.
Sorgenvoll bemerkte er auch jetzt, dass der Schnee Blutspuren zeigte.
Besonders dort, wo die Rehe gestanden hatten, wohl hatten sich einige der Stücke Wildes die Hufe wundgescharrt, im verzweifelten Versuch an einige Halme unter dem Eis zu kommen.
Einige Zeit später, während der Hase im Ofen langsam seiner Pflicht nachkahm, und einen schmackhaften Duft verbreitete, blickte er durch das Glas in seiner Hand in die Flammen des Kamins. Rot schimmerte der Wein darinnen.
Die Wölfe würden leichte Beute haben,...geschwächt wie das Wild war.
„Wer jagen will, soll die Hege nicht hintanstellen!“ brummt er schließlich.
Ja, er würde versuchen dem Wild, welches seinem Speisezettel so manches Gulasch und so manchen Braten bescherte, etwas zurückzugeben. Auf dass der Bestand im Gleichgewicht bleibe.
Eine Azungshütte mit Salzlecke muss her! Jawoll!
So stellte er sich das wohl in seinem beschränktem Wissen um Wild und Wald vor. Also schulterte er am nächsten Tage die Axt und hieb aus dem Stapel Balken zurecht. Er fragte Merigo, den Schreiner, nach der Art wie ein solcher Unterstand wohl zu machen sei, und nahm dankend die Hilfe des Meisters an, der ihm Zapfen und Löcher in die Balken schlug.
Im Laden traf er einen freundlichen Ritter der Scholle, der mit einer Lieferung Heu und Getreide zum halben Preis, seinen Teil zum Futterstand beitragen wollte. So gewappnet,
mit der Tasche voller Nägel und den Packpferden voller Material zog er denn aus, am Wegkreuz den Rehen ein Geschenk zu machen.
Auf einer Lichtung schließlich, wo Scharrspuren und Hufabdrücke ihm verrieten, dass hier das Wild öfter durchzog, machte er sich ans Werk.
Mit dem Pickel schlug er Löcher für die Tragpfosten in den frostharten Boden, legte ein paar Steine zurecht, und keilte mit jenen die recht grob mit dem Beil zugerichteten Posten ein.
Die Arbeit beim Wideraufbau Varunas machte sich nun bemerkbar, so verschieden vom herrichten der Marktstände oder des Musikpodestes, war das hier auch nicht.
Dennoch aber währ er wohl verzweifelt, hätte der Schreiner ihm nicht Balken und Streben vorgefertigt und mit Zapfen und Zapfenlöchern versehen.
So reichten seine geschickten Hände, und das geringe Verständnis für Holz das auch ein Schmied und Werkzeugmacher braucht aus, um die Stücke zusammenzustecken und mit Starken Nägeln zu sichern.
„Nun ja, einen Schönheitspreis wird´s wohl nicht gewinnen!“ Brummte er, als der Unterstand mit Stroh gedeckt fertig war. Doch das sollte er auch gar nicht. Der Salzleckstein würde trocken bleiben und das Heu nicht so schnell unter Schnee und Eis begraben liegen, das genügte dem Schmied vollauf.
Bald war er knirschenden Schrittes im Tanz der Flocken verschwunden nur noch die Fußtapfen und Hufabdrücke waren eine zeitlang noch zu sehen.