Gebrochener Schwur, vergessenes Versprechen...

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Iljana Rhogan

Gebrochener Schwur, vergessenes Versprechen...

Beitrag von Iljana Rhogan »

Was war ein Versprechen wert, gegeben von unzähligen Gästen?

Was waren Worte der Liebe wert, gesprochen in trauter Zweisamkeit?

Was war ein Schwur wert, gegeben vor zwei Priesterinnen, im Namen der Mutter und Tochter, im Namen Temoras und Eluive, als absolute Einehe geschlossen?

Was war ein Schwur wert, auf immerwährende Liebe und Treue, bis in den Tod hinein?


NICHTS! Es waren nur leere Worte gewesen!

Es war vorbei! Entgültig!
Alle Versuche waren vergebliche Liebesmüh gewesen. Vielleicht hatte sie im Grunde niemals eine wirkliche Chance gehabt.

Nur warum dann überhaupt das alles?
Warum hatte er nicht offen und ehrlich sein können? Und das eigendlich schon seid Wochen und Monden. Vielleicht schon vor der Hochzeit.

Er brauchte seine Freiheiten, was auch immer das für ihn bedeutete. Iljana hatte sich zurück gezogen, seine Arbeit am Hof und im Konvert nahmen ihn sehr in Anspruch und so hatte er wenig Zeit für seine Verlobte, später dann für seine junge Frau. Iljana blieb nichts anderes übrig, als sich damit zu arrangieren. Sie tat alles, damit Yarin es wenigstens Zuhause ruhig und gemütlich hatte, damit er dort entspannen konnten. Aber darauf legte er wohl überhaupt keinen Wert. Denn immer weniger Zeit verbrachte er Zuhause, kaum mal eine Nacht verbrachte er an der Seite seiner Frau. Nur hin und wieder war sie wohl gut genug, seiner Begierde nachzugeben und sie verbrachten eine leidenschaftliche Nacht miteinander.

Schon als sie sich kennenlernten, war es offensichtlich, dass Yarin gerne mit anderen Frauen flirtete. Es hatte sie immer gestört, aber sie hatte gelernt, damit zu leben. Schließlich vertraute sie ihm. Aber wenn sie jetzt so darüber nachdachte ....

Schon immer hatte sie ihn sehr oft mit anderen Frau angetroffen, auf dem Marktplatz im trauten Gespräch einmal eine Schneiderin, unzählige Male mit ständig wechselnden Frauen in der Taverne.
Finja Stenfjort ... sie war wohl eine Lehrerin gewesen, genau noch erinnere sie sich an eine Begebenheit in der Taverne wo sie in geselliger Runde zusammen saßen. Wie die Dame rot anlief, als Yarin sich neben sie setze ... war es das schlechte Wissen, was sie plagte, befand sie selber sich doch in einer festen Beziehung und wusste zudem noch von Iljana?

Seodra, eine junge Magierin fiel ihr ein. Yarin hatte sie durch Iljana kennengelernt und die junge Magierin himmelte ihren Gatten offensichtlich an. An eine Begebenheit erinnerte sie sich noch genau. Sie waren zur Jagd verabredet gewesen und Iljana hatte sich etwas verspätet. Als Iljana den Unheilsberg betrat und dort auf Yarin traf, sah sie die junge Magierin zunächst nicht sofort, sie war wohl einige Schritte voraus, doch als Seodra dann Iljana erblickte, zog sie sich sofort offensichtlich beleidigt und vor sich hin murmelnd zurück. Iljana konnte ihr nur verdutzt nachschauen, so schnell war sie weg. Yarin hatte sich dann wohl noch öfters mit Seodra getroffen. Allerdings selbst das verleugnete er vor ihr.

Erst vor einigen Wochen war es dann offensichtlich, dass er etwas mit einer anderen Frau gehabt hatte. Der große Knutchfleck an seinem Hals sagte alles.
Nein! Er würde diese Frau noch nicht lange kennen, hätte sie nur das eine Mal getroffen und sie direkt mit in die Waldhütte .... ihrem gemeinsamen Zufluchtsort ... mitgenommen und sich dort mit ihr vergnügt.
Nein! Sie hätten sich nur geküsst, mehr wäre nicht passiert. Dieser Knutschfleck aber sprach eine andere Sprache und es fiel ihr sichtlich schwer, ihm dieses zu glauben.
Iljana glaubte nicht mehr an Zufälle, dafür war es einfach zu offensichtlich.
Und doch hatte sie letztlich seinen Worte geglaubt, dass er sie liebte und bei ihr bleiben wollte. Das er bereute, was geschehen sei und er sich eine zweite Chance wünschte ... es waren nur leere Worte gewesen, Lügen gar. Schließlich war es doch so bequem eine Frau zuhause zu haben, die das Haus einrichtete und sauber hielt, die für den Bau eines Kellers sorgte, in dem er in Ruhe arbeiten konnte.

Die nächste jetzt war wohl die Frau von letztens aus der Taverne ... Videra Askari war wohl ihr Name, wenn Iljana sich recht erinnerte. Sie saß mit Yarin am Tisch, als Iljana hinzu kam und reagiert sehr heftig, eifersüchtig könnte man fast sagen auf Iljanas Anwesenheit. Mehr als seltsam war es dann, dass diese Videra es plötzlich sehr eilig hatte, davon zu kommen und fast Zeitgleich Yarin von einem Boten in den Konvert geholt wurde und die ganze Nacht wieder nicht nach Hause kam.

Und dann hatte sie die beiden erwischt ... Yarin und Videra, wie sie sich leidenschaftlich küssten. Sie hatte ihren Augen kaum trauen können. Völlig perplex und schockiert hatte sie die beiden nur einige Momente angestarrt, nicht fähig, einen Mucks von sich zu geben oder auch nur einen einzigen Muskel zu rühren.

Das konnte doch einfach nicht wahr sein.

So leichtfertig verspielte er also ihre Liebe, ihr Vertrauen in ihn. Sie hatte wirklich gehofft, eigendlich schon gebetet, es würde wieder Bergauf gehen, aber da hatte sie sich wohl gründlich getäuscht. Yarin würde sich niemals ändern. Er würde immer nach anderen Frauen schauen, sich immer wieder Bestätigung bei anderen Frauen suchen. Warum das so war, das konnte und wollte sich Iljana gar nicht ausmalen, sie wusste nur eines, sie konnte so einfach keine Ehe führen, eine Ehe, die auf Liebe und Vertrauen aufgebaut sein sollte. Yarin hatte durch sein Verhalten dafür gesorgt, dass sie ihm nicht mehr vertraute und nun wohl auch niemals wieder vertrauen würde.

Es war vorbei... der Bund, welchen sie vor sieben Monden eingegangen ist, verursachte ihr nur mehr einen bitteren Geschmack. Und Yarin machte sich nicht einmal die Mühe, nach Ausflüchten oder einer Entschuldigungen zu suchen und eigendlich hatte Iljana auch nicht mehr damit gerechnet. Er hatte sich entschieden. Seine Liebe zur ihr war nicht stark genug gewesen, vielleicht auch niemals wirklich vorhanden, denn in Iljana's Augen, tat man dem Menschen, den man liebte, so etwas nicht an, selbst wenn nicht alles zum Besten stand, so hätte man reden können und vielleicht hätten sie wieder einen Weg zueinander gefunden.

Doch diese Möglichkeit hatte Yarin mit seiner neuesten Eroberung vertan ... ein für alle Mal. Iljana würde sich dieses nicht wieder antun, das Warten auf ihn, das er Heim kam, seine Ausflüchte, wenn sie ihn fragte, was denn los sei, selbst seine gespielte Sorge um sie nahm sie ihm nicht mehr ab.

Der Schmerz in ihrem Innersten wurde fast unerträglich für sie, sie hatte Yarin geliebt, tat es wohl immer noch und nur die Zeit konnte zeigen, ob sich daran etwas ändern würde. Er hatte das zerstört, woran sie am meisten geglaubt hatte, an die ehrliche, aufrichtige Liebe zwischen Mann und Frau. Die tiefe Trauer und der Schmerz tief in ihr machte es ihr im Moment unmöglich, daran zu glauben, dass es wirklich so etwas wie eine Liebe bis in den Tod gab.

Soll diese Videra sich mit ihm herumplagen, wenn diese Affaire überhaupt mehr als nur wenige Wochen überdauerte. Iljana wollte sich mit dem Schicksal dieser Frau einfach nicht mehr befassen, verstand sie es doch nicht, wie eine Frau so etwas tun konnte. Aber wer weiss ... nunja, das war etwas, worüber die junge Frau nicht mehr nachdenken wollte.

Jetzt es an ihr, sich ein neues Leben aufzubauen. Eines aber war ihr felsenfest klar, darüber brauchte sie nicht weiter nachzudenken. Und so teilte sie Yarin mit erstaunlich fester Stimme mit, dass er sofort seine Sachen packen und das Haus in Varuna verlassen sollte. Für ihn war es nie wirklich sein Zuhause gewesen, ihn hatte es immer wieder woanders hingezogen und sie war nun nicht mehr bereit, sich ihm unterzuordnen und nur auf seine Bedürfnisse einzugehen, wie sie das mehr als ein Jahr gemacht hatte. Gewiss, einer Scheidung musste der Kronrat zustimmen, auch ein Priester musste sie von ihrem Schwur lossagen, sicher würde das nicht so einfach werden, doch da sich Yarin als Eheunwillig herausgestellt hatte, bestand wenigstens für sie ja irgendwann wieder die Möglichkeit zu heiraten, auch wenn ihr dieser Gedanke im Moment eher absurd vorkam. Was Yarin betraf, darüber sollten sich andere Gedanken machen, doch hoffte sie, dass jene dann daran dachten, was er schon einmal angerichtet hatte mit seinem Schwur.


Einige Tage war dies nun alles her. Iljana hatte wenig geschlafen, wenig gegessen. Dafür umso mehr nachgedacht und gegrübelt. Den Gedanken, nach Drachenfels zurück zukehren, hatte sie irgendwann wieder verworfen. Sie hätte wohl sowieso bis zum Frühling warten müssen, heftiger Schneefall machte eine Reise im Moment unmöglich. Irgendwann dann hatte sie damit begonnen, das Haus umzuräumen. Bei jedem Stück, das ihr in die Hände fiel, überlegte sie genau, wo es ihr gefallen würde, ganz bewusst unterdrückte sie jeden Gedanken an Yarin, was er dazu sagen würde. Es fiel ihr noch unsagbar schwer, sich damit abzufinden, doch wusste sie, das einfach nichts mehr zu ändern war.

Sie war Iljana von Wolfenfels, sie gedachte nicht, diesen Namen wieder abzugeben, dieser Name war in den letzten Monden zu ihrem Namen geworden. Es blieb ihr zwar nichts anderes übrig, als die Entscheidung des Kronrates abzuwarten, doch da sie keine Schuld am Ende ihrer Ehe traf, blieb ihr zumindest ein kleiner Funken Hoffnung, dass es ihr gestattet werden würden, auch weiterhin Iljana von Wolfenfels zu sein.

Im Moment war der Name alles, was ihr von der Liebe geblieben war, die sie eigendlich bis ans Ende ihres Lebens begleiten sollte. Sie würde darüber hinwegkommen, sie musste es einfach, man sagte doch, das die Zeit alle Wunden heilen würde und Iljana hoffte sehr, dass diese Heilung bald beginnen würde....
Iljana Rhogan

Beitrag von Iljana Rhogan »

*Langsam nur verstrichen die Tage. Gleichtönig, eintönig .. doch war Iljana dies eigendluch sogar recht. So blieb ihr Zeit zum Nachdenken, zum Luftholen, zu sich selber finden und das war gar nicht so leicht.

Die Jagd zusammen mit Liliana, Averlion und Gemir war erstaunlich angenehm gewesen. Iljana war über die Nachricht Averlion's überrascht gewesen, der sie zu dieser Jagd einlud, er wollte einfach, dass sie mal wieder aus dem Haus und auf andere Gedanken kam. Auch Liliana freute sich offensichtlich sehr, als sie, Iljana, zu der kleinen Jagdgruppe stieß und sie begleiten wollte. Averlion stapfte mit einem sichtlich zufriedenem Grinsen voraus, Gemir schloss sich ebenfalls gut gelaunt der Jagdgruppe an und so ließ sich Iljana alsbald anstecken und genoß die Jagd zunehmen. Viel zu lange war sie nicht mehr unterwegs gewesen und hatte ihre Fähigkeiten ausgetestet und geübt.
Den ganzen Tagen waren sie unterwegs und als Iljana am späten Nachmittag dann wieder Zuhause ankam, war sie zwar müde und geschafft ... sie war eine solche Anstrengung einfach nicht mehr gewöhnt ... aber ansonsten war sie so gut gelaunt wie schon seit langem nicht mehr.

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Sie hatte Liliana gesucht, in der Residenz derer von Drachenfels sagte man ihr, ihre Hochgeboren wäre beim Kräuterhändler und so stapfte sie durch den Schnee dorthin, trat ein und blieb erst einmal wie angewurzelt stehen. Zum einen, weil Yarin vor ihr stand, den sie in den letzten Tagen nicht mehr gesehen hatte und auch nicht sehen wollte. Viel mehr erstaunte sie allerdings der Anblick der kleinen Person, die neben dem Kräuterhändler stand ... Una! Ein kurzer Gruß nur kam über ihre Lippen, dann eilt sie auch schon, Yarin einfach ignorierend, auf Una zu und umarmte sie spontan. Una war wohl ebenso überrascht wie Iljana selber, aber es tat gut, Una wiederzusehen.

Iljana machte sich nach einer kurzen Unterhaltung mit Liliana auf den Weg zum Heilerhaus, Una würde Iljana später aufsuchen, doch zunächst müsste sie dringend mit jemandem reden .. mit Yarin. Und so geschah es dann auch, Iljana verbrachte eine Zeitlang bei Liliana im Heilerhaus, die beiden Frauen war schon seit vielen Jahren befreundet, in Drachenfels waren sie miteinander aufgewachsen und nur ein dummer, mittlerweile unwichtiger Streit hatte dazu geführt, dass sich die beiden Freundinnen lange Zeit nicht gesehen und miteinander gesprochen hatten. In der Zwischenzeit aber war dies aus dem Weg geräumt und sie waren wieder Freundinnen.

Irgendwann dann machte sich Iljana wieder auf den Weg nach Hause, Una kam dann einige Zeit später dort an und die beiden Frauen setzten sich hin und unterhielten sich erst einmal in aller Ruhe. Una konnte nicht fassen, was passiert war, Yarin's Version kannte Una nun ja schon und so war es jetzt an Iljana ihr zusagen, was vorgefallen war. Una war regelrecht schockiert, mit so etwas hatte sich überhaupt nicht gerechnet, auch konnte sie Yarin's Verhalten keineswegs verstehen oder gar billigen.

Iljana war sehr überrascht zu hören, dass Una auf ihrer Seite stand und sie nun bat, Varuna doch nicht zu verlassen. Una bedauerte es sehr, nicht bei der Hochzeit dabei gewesen zu sein, versicherte Iljana aber nun eindringlich, dass sie -Una- nun für sie da wäre. Sichtlich überrascht und gerührt bedankte sich Iljana bei der nun wieder zurück gewonnenen Freundin. Damit hatte sie wirklich nicht gerechnet, doch tat es wirklich gut zu wissen, dass es Leute gab, die auf ihrer Seite standen. Vor allem, da ihre Zukunft in Varuna weiterhin ungewiss war. Hatte sie doch bisher nichts vom Yarin oder dem Kronrat gehört, ihre Zukunft hing von jenen Leuten ja ab.

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Auch Averlion stand ihr bei. Hin und wieder kam er vorbei, unterhielt sich mit Iljana, fragte sie, wie es ihr ging und versuchte sie aus dem Haus zu locken. Iljana tat es einfach gut, dass es Leute gab, die für sie da waren, zu ihr hielten und auch wenn die junge Frau immer noch sehr blass und insich gekehrt war, war zumindest für den Moment nicht mehr die Rede davon, dass sie nach Drachenfels zu ihrer Familie zurückkehren würde. Jetzt im Winter war es sowieso völlig unmöglich und Liliana und Averlion setzten auch alles daran, ihr das ganz auszureden, doch noch immer war sich Iljana unsicher, was sie machen sollte. Keine Nachricht kam vom Kronrat, von Yarin erwartete sie sowieso nichts mehr und auch wenn Iljana sich langsam wieder erholte, es ihr langsam wieder besser ging, wusste sie ja immer noch nicht wo sie stand und wie es mit ihr weitergehen würde.

Averlion hatte sich in der Zwischenzeit den Haus Llastobhar angeschlossen. Iljana freute sich für ihn, so hatte er doch wieder eine neue Aufgabe. Sire Cathal hatte durch Averlion ausrichten lassen, dass er gerne mit Iljana sprechen wollte und auch wenn Iljana deutlich überrascht war, so bat sie Averlion dann doch, Cathal ausrichten zu lassen, dass sie in den nächsten Tagen in der Dornenfeste vorbei schauen würde und zumindest im Moment gab sich Averlion mit dieser doch recht vagen Zusage zufrieden, auch wenn ihm anzusehen war, dass er notfalls selber dafür Sorge tragen würde, dass Iljana in die Dornenfeste kam.

Nur die Zeit würde jetzt wohl zeigen, was noch auf die junge Frau zukommen würde und inzwischen sah Iljana ihrer Zukunft auch nicht mehr so düster entgegen, wie es noch vor einigen Tagen der Fall gewesen war. Sie hatte vor allem festgestellt, dass sie gute Freunde hatte, die zu ihr halten und das war mehr wert als alles andere.*

Isabelle Keyndar

Beitrag von Isabelle Keyndar »

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Zuletzt geändert von Isabelle Keyndar am Dienstag 12. Februar 2008, 11:29, insgesamt 1-mal geändert.
Iljana Rhogan

Beitrag von Iljana Rhogan »

*Tage vergingen und wurden zu Wochen und noch immer hatte sie nichts vom Kronrat gehört.
Sie wusste, dass Yarin schon vor längerer Zeit einen Brief geschickt hatte, in welchem er um die Auflösung der Ehe bat ... Auflösung der Ehe ... wie das klang, als wäre es etwa lästiges, dass man loswerden musste. Aber so empfand Yarin es wohl auch ... sie, Iljana, war ihm lästig geworden.
In der ganzen Zeit nun hatte sie nicht einmal etwas von Yarin gehört, nicht ein Wort. Sie hatte ihn nicht einmal gesehen und es war ihr eigendlich auch recht so, auch wenn ein Wort der Entschuldigung von ihm sicherlich angebracht gewesen wäre, aber darauf würde sie wohl vergeblich warten.

Im Moment interessiere sie sowieso viel mehr, was der Kronrat entscheiden würde.
Schließlich wollte auch sie nicht an einer Ehe festhalten, nachdem sie so behandelt worden war, darauf legte sie nun wirklich keinen Wert mehr. Viel lieber wollte sie endlich wissen, wie es mit ihr weitergehen würde. Wo sie nun stand und welche Stellung sie zukünftig innehaben würde.
Obwohl sie im Grunde ja schon jetzt davon ausging, dass sie die Leidtragende der ganzen Geschichte sein würde.
Aber auch damit würde sie sich abfinden müssen, ihr untreuer Noch-Ehegatte hatte wohl einfach einen viel besseren Stand als sie, auch wenn sie am Scheitern der Ehe keine Schuld trug.

Im Moment konnte sie nur warten ... und das zerrte ziemlich an ihren Nerven, machte es nicht grad leichter, sich wieder etwas aufzubauen. Auch wenn sie mehr Unterstützung hatte, als sie zu hoffen gewagt hat.

Averlion kam hin und wieder vorbei und schaute bei ihr nach dem Rechten und erkundigte sich, ob alles in Ordnung bei ihr sei.
Auch Liliana sah immer wieder nach ihr, erst vor wenigen Tagen bekam sie eine Einladung zu einem geselligen Abend. Erst wollte Iljana ja überhaupt nicht hingehen, ihr war es nicht wirklich nach Gesellschaft, die Mitleidigen Blicke der anderen waren ihr unangenehm. Sie entschloss sich dann aber doch, der Einladung zu folgen, sie musste einfach wieder einmal aus dem Haus und der Abend wurde dann sogar recht nett, auch wenn natürlich die gefürchteten Blick nicht ausblieben. Doch daran würde sich Iljana wohl gewöhnen müssen.

Auch machte Averlion sein 'Versprechen' wahr und holte sie von Zuhause ab, als Sire Cathal Llastobhar Zeit für sie erübrigen konnte. Iljana wusste ja bereits, dass Cathal mit ihr sprechen wollte und sie hatte Averlion ja auch zugesagt gehabt, dass sie an der Dornenfeste vorbeischauen wollte, bisher hatte sie ihr Weg allerdings nicht dorthin geführt. Nunja, Averlion sorgte dann dafür, dass sie den Weg dorthin doch noch fand. Lange sprach Iljana mit Cathal und Shanna in der Feste, Gerüchte waren ihnen natürlich auch zu Ohren gekommen, doch wollte der Ritter natürlich nicht auf Gerüchte hören, sondern von ihr wissen, was vorgefallen sein und so erzählte Iljana es in groben Zügen. Sowohl Cathal als auch Shanna waren darüber doch sehr erstaunt, solch ein Verhalten hätten sie Yarin wohl beide nicht zugetraut, doch versichte der Ritter Iljana dann, dass Iljana in der Feste immer einen Ort hätte, wo sie unterkommen könne und das die Familie Llastobhar, wie Una ihr ja auch schon versichert hatte, hinter ihr ... Iljana ... stehen würde. Wieder einmal war Iljana sehr darüber erstaunt, doch nicht weniger erfreut. Bestärkte sie das doch in ihrer Entscheidung, in Varuna zu bleiben und nicht zurück nach Drachenfels zu reisen. Auch Cathal bestärkte sie noch, doch in Varuna zu bleiben, sie sollte sich doch von Yarin nicht verscheuchen lassen, es wäre doch nur ein zusätzlicher Triumpf für ihn.
Als Iljana später an diesem Abend dann wieder Zuhause war, fühlte sie sich ein klein wenig besser, doch war sie noch immer recht erstaunt, wieviele doch auf ihrer Seite standen. Damit hatte sie wirklich nicht gerechnet und konnte es im Grunde auch immer noch nicht fassen.

Doch half ihr dieses Wissen doch, zuversichtlicher in die Zukunft zu schauen ... wenn nun noch endlich vom Kronrat Nachricht kommen würde, konnte sie vielleicht endlich mit diesem unschönen Kapitel ihres Lebens abschließen.

Doch das Schreiben liess auf sich warten ... vielleicht würde ja die Ankunft der vom Kronrat gesandten Herzogin endlich die ersehnte Nachricht bringen ... sie würde sicherlich bald eintreffen ...*

Zuletzt geändert von Iljana Rhogan am Dienstag 12. Februar 2008, 22:04, insgesamt 1-mal geändert.
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