Eigentlich hatte er ja mit dem Thema abgeschlossen. Wusste er doch nur zu gut warum.
Frauen.
Jeder kennt es und jeder kann einen Roman darüber schreiben. Dennoch beschäftigt es die halbe Welt, ist doch kein Mensch wie der andere und jede Erfahrung unterscheidet sich durch eine Winzigkeit. Genau das machte die Sache so wahnsinnig komplex und damit auch interessant. Zumal der Verstand sich meist verabschiedet oder für unbestimmte Zeit auf Reisen geht. Welch Phänomen! Besonders für einen Magier mit ausgeprägtem Forscherdrang. Doch das ist eine ganz andere Geschichte.
In seiner Jugend war Aldred neugierig und auf Erfahrungen ausgewesen. Blendend sah er sicher nicht aus, doch seine Züge waren markant und er strahlte etwas aus. Auf sein Äußeres hatte er schon immer wert gelegt oder mit anderen Worten: Er war eitel gewesen. Er ließ sich mal mit der einen und mal mit der anderen ein, doch so recht behagte ihm die Sache nie. Gelegentlich suchte er auch ein Freudenhaus auf, allerdings wusste er selbst nicht, was er suchte. So konnte der damalige Novize schließlich aus Erfahrung behaupten, dass er für Frauen nicht viel übrig habe. Die Jahre gingen ins Land, bis…. ja bis gleich zwei Frauen in seinem Leben auftauchten. Aber auch das gehört hier nicht her.
Zurück von seiner mehrjährigen Forschungsreise fand Aldred seine Verlobte nicht mehr vor. Gerüchte besagten, sie sei ihm nachgereist…. doch gefunden hatten sie sich nicht. Es war nie einfach gewesen mit Erinya, aber auch nie langweilig. Und wenn er daran dachte, was Ihr womöglich zugestoßen war, wurde ihm schlecht. Zwar hatte er sich um viel zu kümmern, dafür sorgte seine Rückkehr an die Magierakademie, dennoch war sein Herz schwer vor Trauer, hatte er doch mit Erinya etwas gefunden gehabt, was er zuvor nicht gekannt hatte.
Die Monate vergingen und schleppend langsam begann der Magus, sich mit dem Gedanken abzufinden, seine Verlobte nie mehr wieder zu sehen. Für ihn war das Kapitel Frauen abgeschlossen. Von nun an würde er sich wieder voller Elan seiner Arbeit und seinen Schülern widmen. Schienen doch Verwicklungen mit dem anderen Geschlecht in seinem Falle von den Göttern nicht begünstigt zu sein.
Eigentlich hatte er ja mit dem Thema abgeschlossen.
Dieser Gedanke schob sich erneut vor sein geistiges Auge, so dass ihm die Einschränkung darin nur allzu bewusst wurde: „eigentlich“. Alles hatte mit einem sonderbaren Gespräch begonnen, wie der Magier es vorher noch nie geführt hatte. Und er hatte tatsächlich Gefallen daran gefunden. Doch mehr war es nicht gewesen. Vorerst.
Die Lebensmitte
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Erinya Erlias
Als wären Hunde hinter ihm her, hetzte der Junge durch die Stadt. Er musste ihm finden, hatte Vater ihm doch aufgetragen Hrn. Aldred Ravenor folgendes zu überbringen. Ein kleines Buch mit einer schwarz gelockten Haarsträhne und einen Ring. Würde Aldred das Buch öffnen, so könnte er folgende Zeilen lesen.
"Mein geliebter Aldred,
bitte verzeih mir, dass ich nicht mehr hierbleiben konnte. Doch die Sehnsucht nach Dir bringt mich um den Verstand. Wochen sind wir nun schon auf dieser Nußschale unterwegs. Die stinkende, versoffene Crew sehnt sich nach Land und ich sehne mich nach Dir.
Langsam verliere ich die Hoffnung, ich weiß nicht wohin die Reise geht. In ein fremdes Land, doch hoffe ich, dass ich dich wiedersehe. Ich habe so gehofft wir könnten ein ruhiges Leben führen, in unserem Heim und mit unseren Kindern. So gehofft habe ich, Du würdest mich wieder in Deine Arme schließen.
Ein Sturm kommt auf... ich habe Angst. Hier kann ich nichts mit meinem Schwert ausrichten, hilflos ausgeliefert auf das Können dieser Barbaren... Aldred... hilf mir....
Ich liebe D.... ". Doch hier verschwinden die Zeilen und die Tinte scheint verronnen.
Nur der kleine Junge würde Aldred noch zu berichten wissen, dass jenes Schiff gesunken war. Die toten Körper an den Strand gespült und darunter jene junge Frau, deren Buch er jetzt in den Händen hielt und die verzweifelt in den letzten Minuten ihres Daseins nach ihrer großen Liebe rief.
Zerschellt ein Körper in den Klippen einer fremden Insel, als wäre der Fluch dieser Familie mit voller Wucht über sie hereingebrochen.
"Mein geliebter Aldred,
bitte verzeih mir, dass ich nicht mehr hierbleiben konnte. Doch die Sehnsucht nach Dir bringt mich um den Verstand. Wochen sind wir nun schon auf dieser Nußschale unterwegs. Die stinkende, versoffene Crew sehnt sich nach Land und ich sehne mich nach Dir.
Langsam verliere ich die Hoffnung, ich weiß nicht wohin die Reise geht. In ein fremdes Land, doch hoffe ich, dass ich dich wiedersehe. Ich habe so gehofft wir könnten ein ruhiges Leben führen, in unserem Heim und mit unseren Kindern. So gehofft habe ich, Du würdest mich wieder in Deine Arme schließen.
Ein Sturm kommt auf... ich habe Angst. Hier kann ich nichts mit meinem Schwert ausrichten, hilflos ausgeliefert auf das Können dieser Barbaren... Aldred... hilf mir....
Ich liebe D.... ". Doch hier verschwinden die Zeilen und die Tinte scheint verronnen.
Nur der kleine Junge würde Aldred noch zu berichten wissen, dass jenes Schiff gesunken war. Die toten Körper an den Strand gespült und darunter jene junge Frau, deren Buch er jetzt in den Händen hielt und die verzweifelt in den letzten Minuten ihres Daseins nach ihrer großen Liebe rief.
Zerschellt ein Körper in den Klippen einer fremden Insel, als wäre der Fluch dieser Familie mit voller Wucht über sie hereingebrochen.
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Aldred Ravenor
Mit versteinerter Miene nahm er dem Jungen das Buch ab, hatte er doch schon die Haarsträhne und den Ring in dessen kleinen Händen erblickt, bevor dieser ihm auch diese beiden Dinge aushändigte. Ihm schwante Böses, doch als der Junge zu erzählen begann, legte sich ein Felsbrocken auf sein Herz und ein Schatten auf seine Seele. Hatte er nie viel von den Göttern gehalten verfluchte er sie nun lauthals, so dass sich der Kleine ängstlich umschaute und Zeichen zur Abwehr des Bösen schlug.
„Warte einen Moment, ich werde Dich zu Deinem Vater begleiten und den Leichnam der Frau mitnehmen.“, sprach der Magier. Hart musste er schlucken und feucht glänzten seine Augen. Vermutet hatte Aldred, dass er Erinya nicht wiedersehen würde, doch hatte er ihr alles Gute auf dieser Welt gewünscht. Es wäre leichter für ihn gewesen, wenn sie in der Fremde geheiratet hätte. Zwar hätte ihm auch das sein Herz gebrochen, doch wenigstens ihr wäre es gut ergangen. Dass die Götter sie beide so straften und ihr das Leben nahmen, das würde er ihnen über seinen Tod hinaus nicht verzeihen.
Kurze Zeit später saß er mit dem Kind in einem Boot, einen starken magischen Wind in den Segeln, hatte die wochenlange Irrfahrt seine Verlobte doch an eine kleine, gar nicht so ferne Insel getrieben. Trauer und Schmerz zeichneten seine Züge, als er dem Vater des Jungen gegenüber saß, der ihm noch mal schilderte, wie sie die Leichen am Strand entdeckt hatten. Die Toten waren bereits aufgebahrt und sollten beim nächsten Morgengrauen begraben werden, doch der Fischer übergab dem fremden Magier den Körper der Frau, denn es war diesem problemlos anzusehen, wie nah ihm der Verlust ging und wie schwer dieser ihn traf.
Aldred schob dem Fischer einige Münzen zu, bestieg das Boot erneut und segelte mit seiner Verlobten nach Hause. Wieder auf Gerimor angekommen, trug er sie zum Kloster der Temora, bat einen Priester um Hilfe und begann dann, zu Füßen einer großen Eiche ihr Grab auszuschaufeln. Soweit er wusste, hatte Erinya keine Familie mehr gehabt und so verabschiedete er sich von ihr mit dem Segen der Kirche Temoras und überließ sie dem Leib Eluives.
Zurück in Bajard fühlte er sich elend, leer und kraftlos. Aldred schleppte sich in das Gasthaus, das er bewohnte, verzog sich in sein Zimmer, verriegelte es und legte sich aufs Bett, wo er die eisige Klammer um sein Herz löste. Erst jetzt ließ er seinen Gefühlen freien Lauf und Tränen tränkten sein Lager. Doch all seine Tränen konnten den brennenden Schmerz in seinem Herzen nicht lindern.
„Warte einen Moment, ich werde Dich zu Deinem Vater begleiten und den Leichnam der Frau mitnehmen.“, sprach der Magier. Hart musste er schlucken und feucht glänzten seine Augen. Vermutet hatte Aldred, dass er Erinya nicht wiedersehen würde, doch hatte er ihr alles Gute auf dieser Welt gewünscht. Es wäre leichter für ihn gewesen, wenn sie in der Fremde geheiratet hätte. Zwar hätte ihm auch das sein Herz gebrochen, doch wenigstens ihr wäre es gut ergangen. Dass die Götter sie beide so straften und ihr das Leben nahmen, das würde er ihnen über seinen Tod hinaus nicht verzeihen.
Kurze Zeit später saß er mit dem Kind in einem Boot, einen starken magischen Wind in den Segeln, hatte die wochenlange Irrfahrt seine Verlobte doch an eine kleine, gar nicht so ferne Insel getrieben. Trauer und Schmerz zeichneten seine Züge, als er dem Vater des Jungen gegenüber saß, der ihm noch mal schilderte, wie sie die Leichen am Strand entdeckt hatten. Die Toten waren bereits aufgebahrt und sollten beim nächsten Morgengrauen begraben werden, doch der Fischer übergab dem fremden Magier den Körper der Frau, denn es war diesem problemlos anzusehen, wie nah ihm der Verlust ging und wie schwer dieser ihn traf.
Aldred schob dem Fischer einige Münzen zu, bestieg das Boot erneut und segelte mit seiner Verlobten nach Hause. Wieder auf Gerimor angekommen, trug er sie zum Kloster der Temora, bat einen Priester um Hilfe und begann dann, zu Füßen einer großen Eiche ihr Grab auszuschaufeln. Soweit er wusste, hatte Erinya keine Familie mehr gehabt und so verabschiedete er sich von ihr mit dem Segen der Kirche Temoras und überließ sie dem Leib Eluives.
Zurück in Bajard fühlte er sich elend, leer und kraftlos. Aldred schleppte sich in das Gasthaus, das er bewohnte, verzog sich in sein Zimmer, verriegelte es und legte sich aufs Bett, wo er die eisige Klammer um sein Herz löste. Erst jetzt ließ er seinen Gefühlen freien Lauf und Tränen tränkten sein Lager. Doch all seine Tränen konnten den brennenden Schmerz in seinem Herzen nicht lindern.
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Aldred Ravenor
Die Zeit verstrich und er sah ein, dass er die Welt nicht ewig würden meiden können. Die Akademie forderte seine Aufmerksamkeit, so dass er seine Trauer mit aller Macht in den Hintergrund drängte. Der Magus brauchte einen freien Kopf, gab es doch einiges zu tun. So nahm ihn das Leben wieder in Beschlag und band ihn an sich.
Ein zweites Mal traf er auf die junge Frau. Sie mochte wohl um die zehn Jahre jünger als er sein. Eine Frau, mit der man – wenn auch etwas umständlich – diskutieren konnte. Doch lag die Umständlichkeit wohl in ihrem inneren Schutzwall begründet. Sie war sehr direkt und ehrlich, aber zugleich auch verbal angriffslustig ohne jedoch persönlich zu werden. Manchmal hatte er das Gefühl, sie wolle ihn provozieren, doch brauchte es dazu in seinem Falle eine ganze Menge. Sie antwortete mit Gegenfragen, stellte ihm mehrere Fragen gleichzeitig, ohne ihn ausreden zu lassen und er wusste nicht, ob er sich darüber ärgern oder lieber drüber schmunzeln sollte. Deutete man jedoch seinen Unmut an, zog sie sich zurück, als hätte sie sich die Finger verbrannt. Aldred vermutete, dass ihre Art ihr oftmals Ärger einbrachte und machte sich ein wenig Sorgen. Eine Frau, die einen Heiler suchte, brachte das Gespräch auf einen interessanten Weg. Aldred und die junge Frau begannen über sich selbst und ihre Gedanken zu sprechen. Er tat das ganz offen, einfach weil er das Gefühl hatte, dass er es konnte. Das führte er entscheidend auf ihr Wesen zurück. Außerdem lag zu übertreiben oder von der Wahrheit abzuweichen eh nicht in seiner Art, doch hieß das nicht, dass er jedem gleich alles auf die Nase band.
Es war wirklich ein großer Vorteil in dieser Welt, ein Magier zu sein. Er wählte seine Worte stets mit Bedacht, konnte dabei aber offen seine Meinung sagen, auch wenn sie anderen missfiel. Seine Kräfte gaben ihm Sicherheit und das war seiner Gestik und Mimik anzumerken. Im Gegensatz zu so vielen Möchtegernhelden war seine Ruhe nicht aufgesetzt und gespielt und das strahlte er auch aus.
Dennoch war er nicht gefeit gegen die Trauer, die ihn immer noch oft überwältigte. Die Gedanken schweiften zu den glücklichen Tagen mit Erinya, ihrem Temperament, dem Feuer in ihren Augen und den gemeinsamen Gefühlen. Seine Augen begannen feucht zu glänzen, doch er lächelte tapfer, waren es doch allesamt schöne Erinnerungen. Eine Harfe erklang in der Nähe und er musste den Kloß in seinem Hals herunterschlucken.
Das Gespräch hatte lange gedauert und es war ein wertvolles, ein persönliches gewesen. Es hatte ihn abgelenkt und er hatte das erste mal seit Wochen wieder befreit lachen können. Das Leben hielt so viel für einen bereit. Ob Trauer und Leid, ob Freude und Glück. War es nicht alles wert erlebt und gelebt zu werden?
Ein zweites Mal traf er auf die junge Frau. Sie mochte wohl um die zehn Jahre jünger als er sein. Eine Frau, mit der man – wenn auch etwas umständlich – diskutieren konnte. Doch lag die Umständlichkeit wohl in ihrem inneren Schutzwall begründet. Sie war sehr direkt und ehrlich, aber zugleich auch verbal angriffslustig ohne jedoch persönlich zu werden. Manchmal hatte er das Gefühl, sie wolle ihn provozieren, doch brauchte es dazu in seinem Falle eine ganze Menge. Sie antwortete mit Gegenfragen, stellte ihm mehrere Fragen gleichzeitig, ohne ihn ausreden zu lassen und er wusste nicht, ob er sich darüber ärgern oder lieber drüber schmunzeln sollte. Deutete man jedoch seinen Unmut an, zog sie sich zurück, als hätte sie sich die Finger verbrannt. Aldred vermutete, dass ihre Art ihr oftmals Ärger einbrachte und machte sich ein wenig Sorgen. Eine Frau, die einen Heiler suchte, brachte das Gespräch auf einen interessanten Weg. Aldred und die junge Frau begannen über sich selbst und ihre Gedanken zu sprechen. Er tat das ganz offen, einfach weil er das Gefühl hatte, dass er es konnte. Das führte er entscheidend auf ihr Wesen zurück. Außerdem lag zu übertreiben oder von der Wahrheit abzuweichen eh nicht in seiner Art, doch hieß das nicht, dass er jedem gleich alles auf die Nase band.
Es war wirklich ein großer Vorteil in dieser Welt, ein Magier zu sein. Er wählte seine Worte stets mit Bedacht, konnte dabei aber offen seine Meinung sagen, auch wenn sie anderen missfiel. Seine Kräfte gaben ihm Sicherheit und das war seiner Gestik und Mimik anzumerken. Im Gegensatz zu so vielen Möchtegernhelden war seine Ruhe nicht aufgesetzt und gespielt und das strahlte er auch aus.
Dennoch war er nicht gefeit gegen die Trauer, die ihn immer noch oft überwältigte. Die Gedanken schweiften zu den glücklichen Tagen mit Erinya, ihrem Temperament, dem Feuer in ihren Augen und den gemeinsamen Gefühlen. Seine Augen begannen feucht zu glänzen, doch er lächelte tapfer, waren es doch allesamt schöne Erinnerungen. Eine Harfe erklang in der Nähe und er musste den Kloß in seinem Hals herunterschlucken.
Das Gespräch hatte lange gedauert und es war ein wertvolles, ein persönliches gewesen. Es hatte ihn abgelenkt und er hatte das erste mal seit Wochen wieder befreit lachen können. Das Leben hielt so viel für einen bereit. Ob Trauer und Leid, ob Freude und Glück. War es nicht alles wert erlebt und gelebt zu werden?
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Aldred Ravenor
Nachdem seine letzte Beziehung in die Binsen gegangen war, hatte der Magier ein paar Sachen gepackt, die Haustür des gemeinsamen Heimes geschlossen, den Schlüssel zweimal herumgedreht und sich erneut auf Wanderschaft begeben. Die Magie zu erforschen. Die Welt zu erkunden. Zu lernen.
Das war nun mehr oder minder erfolgreich gewesen, denn obwohl er eine Menge an Aufzeichnungen hatte sammeln können, erschloss sich ihm vieles nicht mehr. Es machte schlicht keinen Sinn und er hoffte darauf, dass mit den aufgenommenen Studien auch das Verständnis für die unendlichen Weiten der Magie zurückkehren würde. Kurz dämmerte die Erinnerung an die Feen wieder in ihm hoch - http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=49838 – bevor er sich aktuellen Sorgen, Problemen und Gedanken zuwand.
Er konnte nun wahrlich nicht bestreiten, schon einige Erfahrungen mit Frauen gesammelt zu haben - http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=1400
Das hatte ihn nicht nur vorsichtig werden lassen, Aldred hatte sich vorgenommen, das Thema ganz und gar abzuhaken. Erinya und Aydeen. Die beiden hatten sein Leben geprägt, doch führten sie ihm auch vor Augen, dass seine Beziehungen anscheinend nicht für die Ewigkeit gedacht waren. Heute – mit seinen 37 Jahren – war er reifer und sagte sich, dass er wie schon früher in der Magie seine Erfüllung finden würde. Freude und Glück gaben ihm seine Studien, seine Arbeit, seine Lehrtätigkeit. Der Magister genoss das Gefühl, Schüler mit staunenden Augen zu verantwortungsvollen und fähigen Magiern heranreifen zu sehen. Zu wissen, dass er sie geleitet hatte auf ihrem Weg, gab seinem Leben Sinn. Er war zufrieden wie es war.
Noch dazu hatte er die Alchemie für sich entdeckt und von der Apothekaria Nefizca eine erste Einweisung erfahren. Es machte ihm irgendwie Spaß, auch mal wieder die Schulbank zu drücken. Fast war es so, als käme seine Jugend wieder zu ihm zurück und er dachte an seine eigenen Anfänge, als seine Sitznachbarin in Tirell noch eine Menekanerin gewesen war – und Lutenian Anius sein Lehrmeister. Leise seufzte er auf. War damals nicht alles viel einfacher gewesen? Lernen, lernen und nochmals lernen.
Umso irritierter war er vor einigen Tagen gewesen, als es begann. Ab und an schob sich das Bild einer Frau vor sein inneres Auge. Überrascht war er nicht mehr, hatten ihn Gefühle doch immer sehr überrumpelt und wie aus dem Nichts erwischt. Daran sollte er sich inzwischen gewöhnt haben. Der Magier murmelte missmutig vor sich hin. Er sah sich eigentlich ganz gut vor. Sein Leben fand größtenteils in der Akademie statt, wo die einzigen Frauen, die ihm über den Weg liefen, Schülerinnen waren. Verirrte er sich dennoch einmal in ein Wirtshaus, wappnete er sich gegen jede ernsthafte Zuneigung und flirtete nur mit Mimik, Gestik und Worten. Nicht mit dem Herzen.
So war es denn auch die Arbeit außerhalb der sicheren Akademiemauern, die besagte Frau zu ihm führte. Er hatte nicht aufgepasst, ging doch in der Regel keine Gefahr von dieser Arbeit aus. Jedenfalls nicht dieser Art. Bewusst und als Frau hatte er sie überhaupt erst sehr spät wahrgenommen. Ob es nun um ihn geschehen war? Wie groß war überhaupt die Wahrscheinlichkeit, sie wiederzusehen? Nicht sehr groß.
„Ganz ruhig, Aldred! Einatmen, ausatmen.“, besänftigte er sich selbst. Sein Atem beruhigte sich. Es war ihm schon einmal gelungen, den Funken der Emotion zu ersticken, warum sollte er es nicht wieder schaffen?! „Weil es die letzten beiden Male ebenfalls schief ging, Du Narr!“, blitzte ein kleiner enervierender Gedanke durch seinen Verstand.
Das war nun mehr oder minder erfolgreich gewesen, denn obwohl er eine Menge an Aufzeichnungen hatte sammeln können, erschloss sich ihm vieles nicht mehr. Es machte schlicht keinen Sinn und er hoffte darauf, dass mit den aufgenommenen Studien auch das Verständnis für die unendlichen Weiten der Magie zurückkehren würde. Kurz dämmerte die Erinnerung an die Feen wieder in ihm hoch - http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=49838 – bevor er sich aktuellen Sorgen, Problemen und Gedanken zuwand.
Er konnte nun wahrlich nicht bestreiten, schon einige Erfahrungen mit Frauen gesammelt zu haben - http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=1400
Das hatte ihn nicht nur vorsichtig werden lassen, Aldred hatte sich vorgenommen, das Thema ganz und gar abzuhaken. Erinya und Aydeen. Die beiden hatten sein Leben geprägt, doch führten sie ihm auch vor Augen, dass seine Beziehungen anscheinend nicht für die Ewigkeit gedacht waren. Heute – mit seinen 37 Jahren – war er reifer und sagte sich, dass er wie schon früher in der Magie seine Erfüllung finden würde. Freude und Glück gaben ihm seine Studien, seine Arbeit, seine Lehrtätigkeit. Der Magister genoss das Gefühl, Schüler mit staunenden Augen zu verantwortungsvollen und fähigen Magiern heranreifen zu sehen. Zu wissen, dass er sie geleitet hatte auf ihrem Weg, gab seinem Leben Sinn. Er war zufrieden wie es war.
Noch dazu hatte er die Alchemie für sich entdeckt und von der Apothekaria Nefizca eine erste Einweisung erfahren. Es machte ihm irgendwie Spaß, auch mal wieder die Schulbank zu drücken. Fast war es so, als käme seine Jugend wieder zu ihm zurück und er dachte an seine eigenen Anfänge, als seine Sitznachbarin in Tirell noch eine Menekanerin gewesen war – und Lutenian Anius sein Lehrmeister. Leise seufzte er auf. War damals nicht alles viel einfacher gewesen? Lernen, lernen und nochmals lernen.
Umso irritierter war er vor einigen Tagen gewesen, als es begann. Ab und an schob sich das Bild einer Frau vor sein inneres Auge. Überrascht war er nicht mehr, hatten ihn Gefühle doch immer sehr überrumpelt und wie aus dem Nichts erwischt. Daran sollte er sich inzwischen gewöhnt haben. Der Magier murmelte missmutig vor sich hin. Er sah sich eigentlich ganz gut vor. Sein Leben fand größtenteils in der Akademie statt, wo die einzigen Frauen, die ihm über den Weg liefen, Schülerinnen waren. Verirrte er sich dennoch einmal in ein Wirtshaus, wappnete er sich gegen jede ernsthafte Zuneigung und flirtete nur mit Mimik, Gestik und Worten. Nicht mit dem Herzen.
So war es denn auch die Arbeit außerhalb der sicheren Akademiemauern, die besagte Frau zu ihm führte. Er hatte nicht aufgepasst, ging doch in der Regel keine Gefahr von dieser Arbeit aus. Jedenfalls nicht dieser Art. Bewusst und als Frau hatte er sie überhaupt erst sehr spät wahrgenommen. Ob es nun um ihn geschehen war? Wie groß war überhaupt die Wahrscheinlichkeit, sie wiederzusehen? Nicht sehr groß.
„Ganz ruhig, Aldred! Einatmen, ausatmen.“, besänftigte er sich selbst. Sein Atem beruhigte sich. Es war ihm schon einmal gelungen, den Funken der Emotion zu ersticken, warum sollte er es nicht wieder schaffen?! „Weil es die letzten beiden Male ebenfalls schief ging, Du Narr!“, blitzte ein kleiner enervierender Gedanke durch seinen Verstand.
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Aldred Ravenor
Aldred seufzte. Verträumt eilte sein Blick aus dem Fenster, dem Horizont entgegen. Es hatte ihn voll erwischt. Schneller als erwartet hatte er sie wiedergesehen. Diese Augen. Einen Augenblick sann er darüber nach. Alle Welt sprach immer von den Augen. Ihm wurde schlagartig klar, warum das so war. Entdeckte man die erste Zuneigung, den Frühling der Gefühle, so blieb dem aus tiefstem Herzen Schmachtenden doch meist nur ein Blick aus den Augen seiner Angebeteten. Er war schnell ergattert und billig erworben. War dies doch in der Regel erst der Startschuss zu dem Bedürfnis sie zu berühren, ihre weiche, kühle Haut zu spüren, ihren Duft einzuatmen.... er verlor sich wieder einmal in Schwärmereien. Wie so oft führten ihn Tagträume in ferne Welten und weite Weiten. Durch die Sphäre und darüber hinaus und immer war sie bei ihm. Der Magier schalt sich selbst einen Narren und hoffte, er würde nicht allzu oft mit verklärtem Blick erwischt. Als Magister der Akademie hatte er schließlich darauf zu achten, dass seine Schüler lernten, und das galt insbesondere auch für Disziplin. Weniger Gehorsam und Demut, doch Disziplin – auch sich selbst gegenüber. Er musste ein Beispiel und Vorbild sein.
Achselzuckend blickte er in sein eigenes Antlitz, das sich durchscheinend im frisch polierten Fensterglas spiegelte. Es sah ihn an und der Gesichtsausdruck sagte:
„Du schöngeistiger Langweiler. Jeder Mensch hat eine Liebesgeschichte zu erzählen. Manch eine geht gut, manch andere nicht. Ansonsten klingen sie alle gleich, wir haben alle schon gehört und von Deiner will ganz bestimmt niemand etwas wissen. Entweder man ist selbst glücklich verliebt, dann hat man im allerbesten Fall seine Augen, Ohren und Hände ganz woanders als bei Deiner einschläfernden Gefühlsduselei. Oder man ist es nicht, dann will man Dein rosarotes Geseier ganz sicher nicht hören. Erzählst Du es dennoch, solltest Du einen Spuckbeutel zu verschenken haben, denn wer erfreut sich schon am Glück des anderen, wenn er selbst keines in Reichweite hat?! Aber wem sag ich das?! Du hörst mir eh nicht zu und träumst schon wieder! Schein- bis hirntot, der Mann.“
Der Magier staunte, was er so alles in seinen eigenen Zügen lesen konnte, fuhr sich mit der rechten Hand durch den sauber gestutzten Bart, kratzte sich dann am Kinn und gab sich selbst recht. Also verlegte er das Denken von seinem Hirn auf ein Blatt Papier und schrieb seinem Schwarm einen Liebesbrief, so herzerwärmend, überschwänglich, gewitzt und gefühlvoll, dass sie mit Sicherheit dahin schmelzen würde wie ein Camembert im Ofen. Solltet Ihr sie je treffen, wird sie Euch das gewiss gern bestätigen. Als er fertig war, knurrte sein Magen.
Achselzuckend blickte er in sein eigenes Antlitz, das sich durchscheinend im frisch polierten Fensterglas spiegelte. Es sah ihn an und der Gesichtsausdruck sagte:
„Du schöngeistiger Langweiler. Jeder Mensch hat eine Liebesgeschichte zu erzählen. Manch eine geht gut, manch andere nicht. Ansonsten klingen sie alle gleich, wir haben alle schon gehört und von Deiner will ganz bestimmt niemand etwas wissen. Entweder man ist selbst glücklich verliebt, dann hat man im allerbesten Fall seine Augen, Ohren und Hände ganz woanders als bei Deiner einschläfernden Gefühlsduselei. Oder man ist es nicht, dann will man Dein rosarotes Geseier ganz sicher nicht hören. Erzählst Du es dennoch, solltest Du einen Spuckbeutel zu verschenken haben, denn wer erfreut sich schon am Glück des anderen, wenn er selbst keines in Reichweite hat?! Aber wem sag ich das?! Du hörst mir eh nicht zu und träumst schon wieder! Schein- bis hirntot, der Mann.“
Der Magier staunte, was er so alles in seinen eigenen Zügen lesen konnte, fuhr sich mit der rechten Hand durch den sauber gestutzten Bart, kratzte sich dann am Kinn und gab sich selbst recht. Also verlegte er das Denken von seinem Hirn auf ein Blatt Papier und schrieb seinem Schwarm einen Liebesbrief, so herzerwärmend, überschwänglich, gewitzt und gefühlvoll, dass sie mit Sicherheit dahin schmelzen würde wie ein Camembert im Ofen. Solltet Ihr sie je treffen, wird sie Euch das gewiss gern bestätigen. Als er fertig war, knurrte sein Magen.