Der dunkle Pfad

Inara Schwarzmourne

Der dunkle Pfad

Beitrag von Inara Schwarzmourne »

Langsam neigte sich die Sonne dem Ende ihres Tageslaufes zu, als Inara nach Bajard schlenderte um etwas Gemüse einzukaufen. Am Stand angekommen, begrüßte sie die Verkäuferin auch bereits mit einem Lächeln. „Ah, bringt ihr mir wieder frisches Gemüse von eurem Hof Frau Schwarzmourne?“ Inara erwiderte das lächeln „Nein nein! Ab sofort komme ich nur noch um welches von euch zu kaufen. Ich habe den Hof vor kurzem für ein gutes Sümmchen verkauft. Aber natürlich brauche ich zum kochen noch Gemüse und da hab ich gedacht, ich sehe mal bei euch vorbei.“ Und so plauderten die beiden noch ein Weilchen und am Ende wechselten einige Münzen, sowie ein paar Kürbisse und Mais und Erbsen den Besitzer. Gerade, als Inara Bajard verlassen wollte, trat eine Gestallt aus dem Schatten der Bäume und kam auf sie zu.
„Ach entschuldigt gute Frau“ sprach sie der Mann an. Er war ein wenig größer als sie selbst und hatte halblanges braunes Haar, welches er sich hinter die Ohren gestrichen hatte. Braune Augen blickten freundlich lächelnd zu ihr hinab und mit seiner sonnengebräunten Haut und den teils abgetragenen Kleidern sah er fast wie ein Knecht aus.
„Meint ihr mich?“ erwiderte Inara, doch bereits einen Augenblick später wurde ihr gewahr, dass sich außer ihr sonst niemand auf der Strasse zu sehen war.
„Verzeiht bitte gute Frau, doch ich hörte eben am Stand, dass ihr einen Hof besessen habt? So kennt ihr euch vielleicht auch mit Tieren aus? Pferden um genau zu sein?“ Er sah sie eindringlich fragend an und Inara nickte leicht „Ja, das tue ich, ich hatte auch eine Pferdezucht. Warum fragt ihr?“ Sein Gesicht verzog sich zu einem verlegenen Lächeln und er antwortete „Ach wisst ihr, ich soll mich um die Pferde meines Herren kümmern, während er gerade auf Reisen ist, doch eines ist krank geworden. Es frisst kaum noch und da war ich eben auf der Suche nach einem Heiler. Leider ohne Erfolg. Aber vielleicht könnt ihr mit eurer Erfahrung…..“ Inara runzelte die Stirn leicht und nickt dann „Ja gut, ich werde sehen, was sich machen lässt. Vielleicht hat es eine Kolik, dann müssen wir sofort handeln. Wo ist euer Stall?“ Ein sichtlich erleichtertes Lächeln zierte das Gesicht des Mannes „Oh danke gute Frau! Danke! Es ist auch nicht allzu weit, nur ein Stück weit, etwas abseits des Weges!“ er deutete gen der Strasse, die westlich von Bajard wegführte und ging bereits im schnellen Schritt voran. Inara hatte fast Mühe Schritt zu halten, bei dem Tempo, welches er mit seinen langen Beinen vorlegte. „Sagt, wie heißt ihr eigentlich gute Frau?“ fragte er, während er am Ende der Strasse nach Norden abbog. „Inara“ keuchte sie außer Atem „Inara Schwarzmourne. Und wie ist euer Name?“ „Franz“ erwiderte er „einfach nur Franz“ Mittlerweile waren sie bereits an den Waldrand gelangt. Mit einem stirnrunzelnden Blick sah sich Inara um „Sagt Franz, wo liegt euer Hof denn eigentlich?“ „Oh, es ist nicht mehr weit, nördlich der Sturmkrähen wurde er vor kurzem gebaut auf einer Lichtung. Das hier … ist eine Abkürzung“ lächelnd deutete er einladend gen Wald „Geht ruhig vor, ich passe auf, dass uns kein Wolf von hinten erwischt!“ Ein unruhiges Gefühl erfasste Inara plötzlich, doch schellte sie sich sogleich dafür. Als Frau des Schattenlords hat man keine Angst zu haben vor einem Wald in der immer dunkler werdenden Abenddämmerung. Wie lächerlich! Früher hätte sie sicher nicht gezögert. Hat sie die Geburt ihres Sohnes vielleicht verweichlicht? Immer tiefer und tiefer lief sie dabei durch den Wald in die Richtung, die Franz ihr immer wieder von hinten bestätigte. Plötzlich rief er „Wartet, ihr habt da etwas verloren!“ Inara drehte sich überrascht um und suchte mit dem Blick auf dem Boden, als Franz plötzlich einen dicken Ast aufhob, mit einem Satz hinter ihr war und sie mit einem kräftigen Schlag auf den Kopf zu Boden warf. Ihr war, als würden 1000 Sterne in ihrem Kopf explodieren und sie spürte, wie sie auf den weichen Waldboden fiel. Unter größter Anstrengung öffnete sie ihre Augen einen Spalt breit und sah durch einen Schleier, wie sich der eben noch freundliche Knecht nun hämisch grinsend über sie beugte „Dann wollen wir doch mal sehen, wie reich du wirklich bist, Bäuerin! Und hast du nicht genug dabei, fällt mir sicher etwas ein! Hier hört uns sicher niemand!“ Sie hörte sein selbstgefälliges dreckiges Lachen, dass ihr durch Mark und Bein ging. Doch glücklicherweise lies der dunkle Schmerz in ihrem Kopf sie endlich bewusstlos werden.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Langsam hob er das kleine Kind auf seinen Arm, während er mit seinen Fingern die Tränen aus seinen Augen wischte.
Es war merkwürdig, er schlief doch so fest, doch plötzlich, als hätte es einen lauten Knall gegeben, den er nicht hörte, sondern nur sein Sohn, erwachte er mit lautem Geschrei.
Langsam beruhigte er sich, auf den Armen seines Vaters, jener Person, die ihm stetige Sicherheit versprochen hatte.
Er ging Auf und Ab, bemüht, das Kind in seinen Armen zu schaukeln, damit es wieder einschlafen würde.
Wo war bloss seine Frau geblieben?
Er schaute aus dem Fenster.
Sie wollte doch nur kurz Gemüse holen, um dann das Abendessen vorzubereiten.
Sein Blick fiel auf Bajard, dass er erkennen konnte, war sein Haus ja nicht einmal einen Steinwurf davon entfernt.
Er wendete sich vom Fenster ab, wahrscheinlich hat Sie einen alten Kunden getroffen und sich in ein Gespräch vertieft oder sonstiges an Hilfe leistet Sie gerade.
Sie ist nun einmal so, sie kann unschwer jemanden Hilfe verweigern, der Sie bräuchte, egal wer es ist.
Anders als Er, der seine Prioritäten anders steckte.
Dennoch....genau solche Arten und Weisen waren es, die er so sehr an seiner Frau liebte....Inara....schoss es ihm durch den Kopf und er began zu lächeln.
Dann ging er rüber zum Bettchen, sein kleiner Sohn schluchzte zwar noch ein wenig, doch siegte wohl die Müdigkeit und er legte ihn vorsichtig hinab, kniete sich hin und beobachtet dieses kleine Wesen.
"Hoffentlich kommt Sie bald...", sprach er leise, mehr zu sich als zu Marick,"...wollen ja nicht, dass ich kochen muss, das würde wohl keiner Überleben."
Ein lächeln wanderte über seine Lippen, seinen Sohn über die schwarzen Haare streichelnd, versank er wieder in Gedanken, nichts ahnend, dass seiner Frau auch hätte etwas passieren können auf jenen wenigen Metern, die Sie eigentlich trennten.
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Inara Schwarzmourne

Beitrag von Inara Schwarzmourne »

Der Schmerz war das erste, was ihr langsam wieder ins Bewusstsein kam. Kopfschmerzen, furchtbare Kopfschmerzen bohrten sich durch ihren Kopf. Langsam öffnete sie die Augen und selbst das Dämmerlicht stach ihr noch in den Augen. Ihre Hand legte sich an ihre Schläfe um das pochen zu beruhigen, doch sie fühlte dort nur eine klebrige Masse…fast getrocknetes Blut. Wie lange lag sie hier schon? Sie blickte sich um. Der Wald war in ein trübes Dämmerlicht getaucht, wie es nach Sonnenuntergang, oder kurz vor Sonnenaufgang zu sehen war. Doch hörte sie nur ein paar wenige Vögel, also musste es fast Nacht sein. Ein frösteln lies ihren Körper zittern und langsam richtete sie sich auf. Ihre Kleider waren verschmutzt und zerrissen, etwas abseits lag ein Korb mit Gemüse, welches sich auf dem Waldboden verteilt hatte. Offenbar hatte sie ihn weggeworfen, oder er war ihr aus der Hand gefallen. Aber was machte sie hier eigentlich? Wie war sie hierher gekommen? Ihr Kopf schien schier zu zerbersten je mehr sie darüber nachdachte, doch die Antwort wollte ihr einfach nicht einfallen. Zunächst sollte sie auch erstmal schauen, dass sie aus dem Wald heraus kam, bevor es ganz Nacht wurde. Also rappelte sie sich auf und sammelte zunächst das Gemüse wieder ein und nachdem sie sich kurz umsah ging sie in die Richtung, aus der sie meinte, dass es noch etwas heller sei.
Sie konnte nicht sagen, wie lange sie nun gelaufen und gestolpert war, doch es schien ihr wie eine Ewigkeit. Mittlerweile war es fast stockfinster, aber zu ihrem Bedauern hatte sie keinen Rucksack oder ähnliches bei sich, wo eine Fackel oder Lampe hätte sein können. Nach einer Zeit, die ihr wie Stunden vorkamen errechte sie jedoch endlich eine Strasse die vor dem Waldrand entlang lief. Niemand war zu sehen, noch ein Wegweiser, also wandte sie sich zu einer Seite und lief fortan auf der Strasse weiter. Immer weiter und weiter führten Sie ihre Schritte bis sie letztendlich sich erschöpft an einem kleinen Baum am Stassenrand niederlies. Nicht lange danach, war sie dort bereits eingenickt und düstere Träume verfolgten sie von einem nachtschwarzen Wald, durch den sie immer weiter und weiter rannte, aber nie hinaus fand. Und irgendwo in weiter Ferne hörte sie ein kleines Kind weinen….
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Langsam war es tief in der Nacht und Malachai konnte seine Sorge nicht verbergen.
Vor Stunden hätte Sie schon kommen müssen, doch Sie war nicht da.
Es war unüblich für Sie, solange Fern zu bleiben, sicher, ihm war bewusst, dass Sie des öfteren Aufgehalten werden kann, aber so lange?
Die Sorge schien auch auf seinen Sohn zu fallen, stetig schlief er ein, nur um kurz danach schreiend aufzuwachen.
Das verbesserte nicht gerade die Lage.
Malachai war bemüht, ruhig zu bleiben, er entsann sich an das Versprechen, dass er ihr geben musste, die Freiheit und das Vertrauen, dass Sie auf sich selbst aufpassen könne und keinen stetigen Beschützer bräuchte.
Zur Hölle damit...er hat lang genug gewartet.
Er nahm seinen Sohn auf den Arm und öffnete die Türe, es war schon spät in der Nacht, der Frost sammelte sich an ihren Scheiben, ja gar Schnee ist zu erwarten.
Eine schlechte Zeit, um eventuell Verirrt durch die Nacht zu wandern, eine schlechtere für ein kleines Kind.
Er hüllte ihn in Decken und Kleidung ein, ganz verhüllt, nur ein kleiner Spalt seines Gesichtes schaute hinab.
Er war ruhig geworden, so als hätte er mit seinem Geschrei erreicht, was er wollte, erreicht, dass sein Vater sich endlich aufmachte um seine Mutter zu finden.
Er pfeifte kurz, Schattenhuf trat von der Ecke zur Tür, besattelt und zum besteigen bereit.
Malachai schloss die Tür, seinen Sohn im Arme und bestieg das edle, pechschwarze Ross.
Bajard, Taverne murmelte er nur kurz in dessen Ohren, es schien, als verstünde das Pferd, was sein Herr ihm mitteilte und rannte los.
Die Reise war nur von kurzer Dauer, schliesslich grenzte das Haus Malachais und Inaras an Bajard an.
Die Taverne schien erfüllt zu sein mit vielen, wohl volltrunkenden Gästen und man hörte Lachen wie Gesang in netter Gesellschaft.
Sehr nett, dachte Malachai, der wie immer an das Gesocks dachte, dass dort verkehren würde, doch es liess sich nicht ändern, er wüsste, wen er dort finden würde.
Er öffnete die Tür, seinen Sohn am Arme tragend und als er die Taverne betrat, schob er seine Maske hinab und seine Kaputze hinunter.
Kurz schien es still zu werden, nicht aufgrund seiner Anwesenheit, mehr wohl wegen der Anwesenheit des Kindes, dass er auf dem Arm trug.
Doch dann schien der Alkohol mehr ihre Sinne zu betäuben und Sie gingen lachend und trinkend ihren Abend nach.
Malachai blickte nur kurz, dann fand er in der von ihm erwarteten Ecke jene Gestalt mit seinen körperlangen, schwarzen Haaren, die ihm bis zum Boden reichten, trinkend, feiernd und mit der Damenwelt wohl tief beschäftigt.
Malachai trat näher, er schubste dabei einen Trunkenbolt zur Seite, der unsanft auf den Tisch fiel, doch keiner empfand, den sorgenden Vater auf seine Grobheit hinzuweisen.
Er stellte sich neben Cyrion, dessen Augen nur auf die Dame neben ihn gerichtet war, ehe er ihn dann auf die Schulter antippte.
Cyrion wandte sich ihm zu, lächelnd und fröhlich, seinen Bruder zu sehen, wohl ein wenig laiernd meinend, er solle sich dazu setzen.
Malachai war nicht nach Späßchen zumute, er packte seinen Bruder unsanft an der Schulter und half ihm wohl ungewollt auf die Beine, ehe sein ernster Blick die von Cyrion trafen, der erst Protest aussprechen wollte.
Selbst ohne Worte, verstand er, dass etwas los seie.
"Los Cyrion, komm mit."
Cyrion nickte nur, nahm seinen Umhang und legte einige Goldmünzen, für die Dame und den Barmann hin, dann folgte er, still, ohne zu fragen.
Draussen angekommen, wendete sich Malachai und drückte Cyrion das Kind in den Arm.
"Es tut mir Leid Cyrion, aber du musst heute Nacht für mich den Kindersitter spielen."
Cyrion schaute verdutzt, als er sein Patenkind auf dem Arm hatte, welches nun fest und ruhig schlief.
"Aber...was ist los Bruder...wo ist Inara..."
Malachai schaute ihn an, weniger Ernst, mehr Besorgt, als er mit leiser Stimme sprach.
"Sie ist verschwunden, sie war am Markte, doch Sie kam nicht wieder. Ich werde Sie suchen müssen."
"Lasse mich dir helfen, ich komme mit."
Malachai legte seine Hand auf des Bruders Schulter, dankbar für jene Worte, ehe er sprach.
"Nein, du musst auf Marick aufpassen. Er kann nicht mit, da ich nicht weiß, was mich erwartet. Nur DU, Cyrion, mein Bruder, sein Patenonkel kannst es, niemand anderen würde ich das wichtigste in meinem Leben anvertrauen, bei niemand anderen wüsste ich ihn in Sicherheit."
"Aber..."
"Bitte...kein Aber...dies ist eine Aufgabe für mich, eine Aufgabe für die Schatten. Ich unterweise dich, wenn ich mehr erfahre und ich rufe dich, wenn ich dich brauche."
Ehe weitere Worte wechseln konnten, wendete sich Malachai, die Kaputze tief ins Gesicht gezogen, die Maske aufgesetzt, nur wenige Meter, schien die Dunkelheit ihn zu verschlingen und der Schattenlord war hinfort.
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Auron Devertare
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Beitrag von Auron Devertare »

"He... Aufwachen mein Kind" sprach der schlaksige, hühnenhafte Templer wohlwollend gen Inara als er sich nach unten beugte. Auron legte seine rechte Hand auf ihre Schulter und rüttelte sachte. Auf den ersten Blick scheint er es gar nicht wahrgenommen zu haben wie abgekämpft sie wirkte - jedoch änderte sich dies schlagartig als er die Wunde an der Schläfe erblickte.

Mittlerweile war es schon tiefe Nacht - Auron schien erneut, wie so oft in der letzten Zeit, von Schlaflosigkeit geplagt seine Runden zu drehen. Fast schon paranoid blickt er sich dabei immer wieder um und so entging ihm auch der leblose Körper Inaras nicht obwohl er in der Dunkelheit wahrlich schwer auszumachen war.

Ihr Leib zitterte allmählich ob der Kälte die sich wie ein Schleier über das Land legte und schon in der Nacht die Pflanzen fast zu Stein werden ließ. Der Winter steht offensichtlich nicht mehr vor der Tür - er steht schon mitten im Raum.

Nach einem weiteren erfolglosen Weckversuch beschloss er nun die Frau in die heilige Stadt in Sicherheit zu bringen - doch keine Milde oder Mitleid mag ihn dazu gebracht haben. Nein, eher seine Neugier und seine Rastlosigkeit die in letzter Zeit seine Gedanken umnebelt und überall Feinde auftauchen lässt - jedenfalls in seinem Kopf.

Den Korb in der Linken und sie auf der rechten Schulter mit der rechten Hand stützend ging er nun die letzten Schritte bis zu den Mauern.
Als die ersten Gardisten in Sichtweite waren eilten diese herbei.

"Bringt sie in den Tempel" befahl er knapp.

Ohne weitere Fragen zu stellen übernahmen die Gardisten das "Paket" das immer noch in einer Art erschöpften Dämmerschlaf war und brachten es in den Tempel.

"Bevor du mir meine Fragen beantworten kannst was sich vor den Mauern abspielt, müssen wir dich anscheinend erst mal wieder aufpäppeln was...?" sprach Auron und holte einige Utensilien aus der Kammer.
Zuletzt geändert von Auron Devertare am Donnerstag 20. Dezember 2007, 12:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Ungeduldig am Rande des Waldes wartet jene schwarz verhüllte Gestalt.
Es war schon ziemlich spät, wenn es nach ihm ginge, zu spät.
Wo waren Sie nur.
Da, ein leiser Windhauch, als der Schattenlord sich langsam umdrehte.
"Ihr seit Spät."
Die beiden, ebenfalls schwarz verhüllten, traten aus der Dunkelheit hervor und verbeugten sich.
"Entschuldigt unser Lord, es liess sich nicht früher einrichten."
"Doch sagt," sprach der andere, "was gibt es so wichtiges, dass ihr uns von unseren Aufträgen weg ruft?"
Der Schattenlord wandte sich ab und trat gen Bajard zu, ehe er seinen Arm erhebt und leise, gar mit bitteren Unterton sprach.
"Meine Frau ist verschwunden, Inara Schwarzmourne, diese Nacht. Sie wollte Gemüse kaufen und ist seither nicht mehr erschienen."
Die Augen der beiden Schatten weiteten sich, als Sie näher traten, ihre Hand auf die Schulter des Schattenlords legten.
"Wir finden Sie, macht euch keine Sorgen."
Die Wolken zogen weg und gaben den Vollmond preis, der über ihnen schien.
Ein leichtes funkeln der traurig blickenden Augen des Schattenlords, erfüllt von Sorge und Angst, fasste er sich dann und nickte.
"Wir suchen als erstes die Dame des Gemüsestandes auf, wir müssen eingrenzen, wohin Inara gegangen ist, ob Sie schon vor dem Einkauf oder danach verschwand. Hoffen wir, dass Sie etwas sah."
Die anderen beiden nickten, dann zogen sie ihre Gesichter tiefer in die Kaputzen, richteten ihre Schwertscheide und der andere überprüfte die Pfeile in seinem Köcher und die Spannung der Bogensehne.
Dann traten Sie los, fast geräuschlos, nach Bajard, möglichst ungesehen um die Frau aufzusuchen.
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Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Windeln... Sie verfolgten ihn... Windeln, die hinter ihm her rannten! Das Baby, welches eigentlich in diesen Windeln stecken sollte, nicht sichtbar. Allerdings hörte er das Schreien. Körperloses Greinen, welches in der Lichtlosen Dunkelheit um ihn herum heulte und nachhallte. Die Windeln leuchteten matt, hoben sich cremefarben ab von dem reinweissen Schnee, welcher ihm das Laufen erschwerte. So schwer vorran zu kommen, so schwer, den Windeln zu entkommen! Die Windeln flogen hinter ihm her, von unsichtbaren Beinen bewegt. Sie umzingelten ihn! Sein Herz schlug höher, als ihm klar wurde, das er ihnen nicht entkommen würde, das er ihnen und dem penetranten Schreien nicht entkommen würde! Er würde es schon wieder tun müssen, würde erst frei sein, wenn er...
Der Krieger erwachte mit einem Ruck und schlug die Augen auf. Die letzten Schleier des Traumes mit einem Reiben seiner Augen vertreibend, schlug er die Decken beiseite. Sein Patenkind, Marick, schrie sich seine kleine Seele aus dem Leib. Er hatte nicht lange gebraucht, um die Art des Schreiens zu erkennen. Windeln... kein Wunder, das er von Windeln geträumt hatte. Der Part seines Daseins als Patenonkel, den er am wenigsten leiden mochte. Er ging im Halbdunkel herüber zu der Wiege, seufzend und sich fragend, ob er wirklich nur mit einer Schlafhose bewaffnet in die Kälte des Turmausgucks steigen wollte, um das beschmutzte Heu und die Windeln erstmal irgendwo abzulegen. Das oder den Gestank ertragen, der durch den ganzen Turm zog. Und dann am Morgen die Windeln waschen... Ohja, er liebte diesen Part wirklich.
Er brauchte nicht lange, hatte inzwischen genug Übung. Kerzen anmachen, Kind auswickeln, säubern, neuwickeln, die unschönen Hinterlassenschaften vorerst aus dem Weg räumen – ohja, draussen war es frisch! Der Schnee hatte unter seinen Füssen geknirscht. Und dann den Kleinen wärmen. An seiner Brust halten und leise Lieder singen. Diesen Teil mochte er. Die Uhrzeit störte ihn ein bisschen - es war mitten in der Nacht – aber er mochte unbestritten jene Zeit, wo er Marick im Arm hielt und merkte, wie er ruhiger wurde, der kleine Körper vom Schlaf schwerer wurde. Marick wurde immer bemerkenswert schnell ruhig, wenn Cyrion ihn im Arm hielt. Er wusste nicht warum, was es war, das den Kleinen beruhigte. Sein Geruch? Seine Stimme? Die langen Haare, die der Kleine Strähnenweise mit seinen kleinen Händchen ergriff und festhielt, als wären sie seine Rettungsleine? Was immer es war, es liess Cyrion in den Momenten, wo der Kleine an seiner Brust schlief oder ihn mit glückstrahlenden Augen anlachte, vergessen, das es auch ungeliebte Stunden mit Windeln gab... oder auch die Zeiten, wo er mit der Milch kämpfte, bis sie endlich die richtige Temperatur hatte. Jedesmal klebte sein Arm von oben bis unten, so häufig testete er die Milch, unsicher, ob es wirklich richtig war. Er hatte den Dreh nie wirklich heraus bekommen... Trotz der Nächte, bei denen er ab und an mal, als Gast im Hause der Schwarzmournes, das Kind versorgt hatte, damit die Eltern durchschlafen konnten. Gähnend schüttelte er den Kopf, den Gedanken vertreibend und sich hinlegend, Marick sicher auf seiner Brust haltend. Wieder mal zollte er einen Heidenrespekt gegenüber jeder Mutter. Es war eine Heidenarbeit... schwerer als jeder Beschattungsauftrag. Zeitraubend, schlafraubend, Wache über das Baby rund um die Uhr. Er war froh, keine Frau zu sein. Auch wenn ein Kinderlächeln alles wettmachte.
Nachdenklich musterte er die Decke, leise vor sich hinsummend. Was war mit der Mutter? Was war geschehen, das Inara sich nicht um das Kind kümmern konnte? Er wusste nichts genaues, doch liess ihn allein das schon unruhig schlafen. Malachai hatte so überstürzt Marik bei ihm abgeliefert und war auf und davon... Cyrion wäre lieber an der Seite seines Bruders verblieben, doch wusste er, das Malachai, so vermutete er, nur einen wusste, dem er auf die Schnelle seinen grössten Schatz – seine Familie – anvertrauen konnte. Also wachte er über das Kind, welches ungewohnt unruhig war, sobald er es in die Krippe legte.
Der Kleine quengelte, gab halberstickte Laute von sich, die Arme unruhig, ein weinerlicher Ausdruck auf dem Gesicht. Seufzend hob er ihn aus den Decken und legte ihn sich wieder auf die Brust, erneut in die Felle steigend. Würde der Kleine heute bei ihm bleiben. Aber dennoch... er hatte ihn selten so unruhig gesehen. Vermisste er seine Mutter? Spürte er, das etwas nicht stimmte? Marick mochte anders als andere Kinder seines Alter sein – immer hin war er seines Vaters Sohn. Das Blut der Schatten war unleugbar in ihm. Aber... Der Krieger konnte es nicht mit Bestimmtheit sagen. Er hatte soviel Ahnung von Kindern, wie auf einen Löffel passte. Sorgenvoll blickte er zur Decke hoch, die Müdigkeit schon lange wie fortgewaschen, während sein Patenkind sicher in seinem Arm lag und schlief. Was war nur geschehen. Leise seufzte er. „Sei vorsichtig, Bruder... wohin dich dieser Weg auch führt.“ murmelte er leise, der eigenen Stimme im Dunkeln lauschend.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Friedlich lag Sie da, schlafend, sich in Sicherheit wiegend nach einem anstrengenden Arbeitstag.
Unwissend, welch Rolle sie in einer schicksalhaften Geschichte spielen würde, eine Rolle, welche Sie schneller erfahren würde, als ihr lieb sei.
Ihre Augen sprangen vor Schreck auf, sie wollte schreien, wollte wissen, was vor sich ginge, warum man ihr eine Hand auf den Mund hielt.
Matschig, vom Schlafe getrübt, richtete Sie ihr Augenmerk auf jene, schwarz verhüllte Gestalt an ihrem Bette.
Kaum erkennend, wer es war, gleich, ob es ein Mensch war.
Jener hob aber seine andere Hand, den Finger in die Höhe gestreckt und glitt damit vor dem, wo sein Mund sein könnte, wohl deutend, ruhig zu bleiben.
Angst machte sich in ihr breit, als Sie an ihm vorbei in den Ecken zwei weitere, verhüllte Gestalten erkannte, mehr aber, als Sie an jenen vor ihr, der ihr den Mund zu hielt, 4 Schwerter unter seinen Umhang sah.
Sie nickte nur stumm, sie wollte das tun, was jener Fremde von ihr wollte und er nahm langsam seine Hand von ihrem Munde.
Bibbernd, fast flehend sprach Sie leise zu ihm.
"Wa....was wollt ihr....ich....mein Gold ist dort....da....ich habe nicht viel...bitte...bitte tut...."
Sie verstummte, als jener vor Ihr wieder den Finger erhob.
"Habt keine Angst...wir wollen weder Gold, noch euch Leid zufügen."
"A....Aber was wollt....wollt ihr dann?"
Der Schattenlord setzte sich auf die Bettkante wie ein Vater zu seinem Kinde, welches die Gutenachtgeschichte vorgelesen bekommt.
Seine beiden Begleiter in den Ecken blieben ruhig und stumm stehen, ihre Augen wanderten immer von einer Seite des Raumes zur anderen, ab und an aus dem Fenster hinaus.
"Wir suchen eine Kundin von euch....Inara Schwarzmourne. Sie wollte am gestrigen Tage bei euch Obst einkaufen."
Ihr blick schien verwirrt, wohl wissend, dass Inara dort war, weniger wissend, was diese Aufmachung sollte, die sich hier, bei ihr in ihrem Schlafgemach, abspielte.
"Bitte, werte Dame, es ist wichtig, dass ihr uns alles sagt."
Als der Schattenlord dies sprach, nahm er seine Kaputze und seine Maske hinab und die Martkfrau erkannte nun jenen Fremden.
"Meister...ihr dürft...",protestierte einer der hinteren Männer, entsetzt über jene entblössung des Gesichtes, doch Malachai hob nur die Hand und er schwieg.
"Herr....Herr Schwarzmourne?"
Malachai nickte, dann erklärte er ihr in ruhigem, sanften Tone, dass er seine Frau vermisst.
Die Marktfrau beruhigte sich, es schien, als sei nun alle Angst verflossen und Sie erhebte sich.
Dann began sie langsam zu sprechen, sich an alles versuchend zu erinnern und nichts auszulassen.
Sie erzählte von jenem Manne, der Inara ansprach, einen Manne, den Sie die letzten Tage öfters gesehen hatte, ein Mann, wohl ein Knecht, namens Franz. Sie beschrieb seine Struktur, seine Haarfarbe, seine Art, ja selbst an seine Augen konnte Sie sich erinnern.
"Ich...ich hoffe Herr Schwarzmourne...dass es ihnen hilft. Mehr noch....hoffe ich, dass eurer Gemahlin nichts passiert ist. Wisst ihr, Inara, sie ist so eine liebe Person, so hilfsbereit, so nett. Ich...habe mich wirklich gefreut, als Sie ihr Kind erwartete, einen Sohn, wie Sie mir erzählte. Ich hoffe inständig bei Eluive, dass niemand die Hilfsbereitschaft ausnutzen würde. Dieser....Kerl...man sollte der Bürgerwehr meldung geben, man muss andere Frauen vor so etwas warnen...man muss..."
Malachai nickte.
"Sorgt euch nicht, werte Marktfrau, wir werden uns seiner Annehmen und verhindern, dass er jemand irgendetwas antun kann."
Die Marktfrau nickte und schaute in die Zuversicht jenes Mannes, der auf ihrem Bette saß.
"Wenn ich ihn sehe...was soll ich tun Herr Schwarzmourne?"
Er legte seine Hand an ihre Schulter und drückte Sie leicht zurück, nur mit wenig Kraft, liess Sie sich in ihr Bett zurück gleiten.
Dann nahm er seine Hand und legte Sie auf ihre Augen.
"Nichts, werte Marktfrau, ihr werdet schlafen, ihr werdet vergessen und die Sorge soll nicht eure sein."
Er holte ein Fläschchen aus seinem Umhang hervor und öffnete es leise.
"Vertraut mir und trinkt, schlaft beruhigt und vergesst, was geschehen war. Es war nicht mehr als ein Traum...ein böser Traum."
Wie in hypnose öffnete die Marktfrau ihren Mund und trank aus dem Fläschchen, ehe Sie beruhigt einschlief.
Dann erhob sich Malachai, zog Kaputze und Maske hoch und wendete sich an seine Begleiter, die wohl nichtswissend ihn anschauten.
"Eine Mixtur von Dantian, Sie hilft unter Müdigkeit und Schock zu vergessen. Der Mensch...er will soetwas nicht wissen, er möchte gerne in seiner heilen Welt leben und lieben. Morgen, wenn Sie erwacht, wird Sie all jenes nur für einen bösen Traum gehalten haben."
Sie nickten stumm und verstanden, dann griff Malachai unter seinen Umhang und zog einen Beutel hervor, die klimperte und sich nach Gold anhörte.
Er begab sich zum Versteck, dass die Marktfrau aus Angst zeigte und öffnete es, legte den Beutel dazu und nickte dann mit dem Kopf.
"Eine nette Frau, sie soll für ihre Dienste und diesen Streß belohnt werden....sie hat es verdient."
Dann verschwanden alle Dreien in der Dunkelheit der Nacht, ohne auch nur eine Spur ihrer Anwesenheit zu hinterlassen.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Lange saß er dort an seinem Tische.
Er strich sich mit der Hand durch die Haare, seine Augen untersetzt mit Ringen deuteten auf den Schlafmangel hin, den sein Körper und Geist erleiden musste.
Doch Schlaf, ja jene Teufelei vermied er.
Jede Nacht dasselbe, qualvolle Träume von Leid und dem Tot, stetig jenes Bilde im Kopfe von einer Frau, in ihrem eigenen Blute getränkt irgendwo im nirgendwo verwesend und unauffindbar für jene, die Sie suchten.
Ja, die Suche, sie waren zumindest einen Schritt weiter gekommen, doch warf jener Schritt mehr Fragen auf als Sie klären konnten, mehr noch, steigerte es die Angst des Schattenlords, seine geliebte Frau auf ewig verloren zu haben.
Wut stieg in ihm auf, Wut und Hass auf alles, was es gab, ja auch auf sich selber. Es war das einzige, was ihn von Trauer und Qualen ablenkte, wenn er irgendetwas Hassen konnte und diesen Hass, dieser Zorn bündelte er um Sie dann an einem Opfer Frei zu lassen. Es könnte ein Gegenstand sein, ein Lebewesen, ja gar Menschen würden diesen Zorn zum Opfer fallen und wenn die Wut und der Hass die Oberhand gewannen, wenn er zum letzten Schlage ausholen würde, dann würde…..Gedanken….Sie erreichten ihn immer Rechtzeitig.
Selbst wenn der schlimmste Alptraum wahr werden würde, ja wenn Inara Tot wäre, er müsse weiterleben, für Marick, ihren gemeinsamen Sohn. Er müsste ein Vater sein und sich kontrollieren.
So endeten jene Wutausbrüche meist nur mit einem blauen Auge und trotz jener Gewalt unter den Mitgliedern, verstanden die Schatten ihren Lord und hielten ihm auch die andere Wange hin.
Ja, Sie waren die Besten, Sie suchten Überall, unermüdlich nach der Frau des Schattenlords, unbeachtete auf der eigenen Gefahr, auf welche Sie sich begaben…dennoch, ohne Erfolg.
Es klopfte, der Schattenlord schaute hinauf und die alte, morsche Holztür öffnete sich.
Hinein kam ein Schatten, er verbeugte sich kurz, ehe er anfing zu sprechen.
Das Licht der Fackeln flackerte sachte durch den neu aufgetretenen Windzug und nur langsam Tropfte Wasser von der Decke.
Es war für einen normalen Menschen sicherlich kein schöner Unterschlupf, doch ein Höhlensystem aus vielen Tunneln unter einer Ruine für die Schatten Ideal.
„Mein Schattenlord, alle Folterversuche waren Erfolglos, der Mann will nicht sprechen und streitet weiterhin alles ab.“
Der Schattenlord seufzte, ehe er sich langsam erhob und nickte.
„Gut, ich werde mich selber um ihn kümmern.“
Der andere Schatten schien erstarrt.
„Aber…Aber mein Lord, ihr sagtet doch….“
Ehe er weiter sprechen konnte gebot ihm der Schattenlord mit einer Handbewegung einhalt und so stockte der Schatten.
„Ich weiß was ich sagte, doch besondere Situationen erfordern besondere Methoden.“
Der Schatten nickte nur und dann gingen sie einen der Tunnel entlang, ebenso spärlich beleuchtet wie die einzelnen Räume.
Sie kamen an eine massivere Tür, sie wirkte recht Neu gegenüber den anderen und beim öffnen quietschte sie nicht so fürchterlich wie die anderen.
Beim Hineintreten kam man an eine kleine Treppe, die hinab führte, doch man konnte von Hier aus schon den ganzen Raum überblicken.
Zwei Schatten standen vor einem Tisch mit verschiedenen Werkzeugen und Flaschen, Sie ähnelten eher schwarzgekleideten Heilern mit ihren langen Roben, den Schürzen davor und den Masken, Brillen und Handschuhen.
Der Boden war voller Blut und in der Mitte des Raumes saß ein Mann auf einem Stuhl gefesselt, eine Blutspur von ihm aus liess deuten, dass er für den Dreck auf den Boden verantwortlich war.
Als der Schattenlord ihn sah, fiel ihm wieder alles ein, der Tag, als Sie nach langem warten ihn endlich fanden.

„Mein Lord, sicher dass ihr nicht Heim gehen wollt?“
Malachai schüttelte abermals den Kopf.
„Nein, und wenn ihr abermals damit anfangt, Rifius mein Freund, dann dekradiere ich euch zum einmaligen Tellerwäscher der Schatten.“
Rifius nickte nur, die Kaputze weit ins Gesicht gezogen und seinen Blick wieder auf den Marktstand richtend.
Schon seit langem saß der Schattenlord und ein treuer Gefährte der Schatten auf diesem Kirchendach, stetig nach einem Mann Ausschau haltend, der für die Entführung der Frau des Schattenlords verantwortlich sein soll und je länger Sie dort saßen, umso weniger Hoffnungen besassen die Schatten, anders als ihr Lord, unermüdlich der Tag und Nacht dort saß und seine Augen immer noch offen hielt.
„Mein Lord….doch wollt ihr nicht bei Zeiten….“
Die Hand des Schattenlords erhob sich und gebot seinem Gefährten Einhalt, welcher erschrocken versuchte den Blick des Lords zu verfolgen und um zu sehen, was er sehe.
Eine Frau besuchte den Marktstand und schien einiges einzukaufen. Der Schatten wollte schon desinteressiert zu seinem Lord schauen und den Satz beenden, als sein Blick auf einen jungen Mann nahe dieser Frau fiel. Sicher, dieser Mann hatte im Gegensatz zu der Beschreibung einen Bart und langes Haar, doch…..könnte er es sein?
Der Schattenlord erhob sich, der Mann trat zu der Frau als Sie den Marktstand verliess und Sie unterhielten sich.
„Das ist er…“, sagte der Schattenlord nur leise und er stieg vom Dache in eine dunkle Seitengasse hinab, sein Gefährte hinterher.
Die Frau folgte dem Manne, ja, Sie schien doch ein wenig gefallen an ihm zu haben. Er erklärte ihr, dass er von einem Gutshof aus Varuna komme und seine Herrin eine Köchin für ein Fest bräuchte und Bereit wäre, dafür bis zu 5 Kronen zu bezahlen. Alleine der Gedanke, dass Sie, eine einfache Wirtsköchin, für den Adel kochen sollte, für 5 Kronen, gab ihr eine wohlfühlende Gänsehaut. Welch Möglichkeiten boten sich ihr, vielleicht wäre ja sogar der Graf von Hohenfels selbst dort, vielleicht würde es ihm schmecken, ja vielleicht sogar würde er Sie zum königlichen Hofe bitten.
Ein Lächeln breitete sich in ihr aus, als Sie zuversichtlich in die Augen des Mannes schaute, der Sie bescheiden zurück anlächelte.
Welch Naivität jener jungen Frau. Es war der einfachste Trick, Menschen mit Wohlstand und Reichtum, Erfolg, gar sogar ein wenig Macht zu locken. Ja, Sie würden immer Folgen, solange jene Menschen Gutmütig sind, würden Sie diesem Schönling nichts Böses ansehen.
Doch Sie irrten, alle, die er schon beraubt hatte. All diese Frauen lagen falsch und es gab dem Mann ein Gefühl der Genugtuung, ja dieses Gefühl der Macht, zu Bestimmen, wer leben und wer sterben würde. Keiner wüsste um ihn, keiner würde sich ihm in den Weg stellen, einen einfachen Diener, wie er immer sagte.
Ja, das Lächeln war echt, dass er der Frau zeigte, doch es war ein eigensinniges Lächeln, das Lächeln eines Kindes, das ein Geschenk sieht und sich freut es auszupacken.
Sie gingen tiefer in den Wald, Unsicherheit machte sich nun im Gemüt der Frau breit, Fragen, warum Sie vom Wege abgegangen seien. Doch die Gedanken an den Wohlstand gaben ihr Kraft, jene Fragen nicht auszusprechen und einfach weiter Stumm zu gehen, egal wie finster es noch werden würde, Sie würde sich nicht eingestehen, dass es ein Fehler war mitzugehen.
Er sprach, nach langer Reise sprach er. Eine Lichtung offenbarte sich ihnen, er sagte, Sie müsse dort hingehen, dort sei der Hof. Sie trat einen Schritt, er blieb hinter ihr. Hoffnung verdrängten die Angst, ja, dort wäre der Gutshof, wahrscheinlich wären Sie am Waldrande nahe der wunderschönen Stadt Varuna. Sie lächelte und trat hinaus, doch das Lächeln verschwand. Nur eine kleine Holzhütte, schäbig und verlassen. Sie drehte sich um, vor Schreck liess Sie ihren Korb mit Nahrung fallen als Sie den jungen Mann mit erhobener Faust und einem diabolischen Lachen sah, der ausholte und im Begriff war zuzuschlagen.
Haut klatschte gegen Haut, das einzige Geräusch so tief im Walde und zurück blieb der verdutzte Blick des Mannes, als seine Faust von einer Hand fest umklammert wurde. Die Hand von einer schwarzgekleideten, verhüllten Gestalt hielt die Faust kurz vor dem Gesicht der jungen Frau auf. Die andere Faust des Mannes holte aus und wollte die Gestalt wegschlagen, doch auch diese Faust wurde durch die andere Hand aufgehalten.
Dann drehten sich die Hände der Gestalt, ein knacken von brechenden Händen und der Aufschrei des Mannes war zu hören, der leicht zusammen sackte. Dann ein Tritt der verhüllten Gestalt und der Mann fiel rücklings, wo vier weitere Hände ihn packten und zu Boden schmissen.
Der Schattenlord nickt gen der Schatten, die den Mann fest hielten.
„Bringt dieses Schwein weg.“
Dann drehte er sich zu der am Boden kauerten, ängstlichen Frau hin.
Die Tatsache, dass das Gesicht, dass Sie sehen sollte, durch die Kaputze wie eine ewig gähnende, schwarze Leere aussah machte es nicht besser und Sie schloss die Augen und fing an zu weinen.
„Bitte….bitte….tut mir nichts.“
Als keine Reaktion kam, öffnete die schluchzende Frau langsam die Augen und vor ihr waren alle Personen verschwunden.
Sie erhob sich und blickte zur Seite auf einen umgefallenen Baumstamm. Ihr Korb, welcher ihr auf den Boden fiel stand dort und die Nahrung, die hinaus fiel war wieder in jenen Korb.
Sie trat näher, nahm und öffnete ihn. Drin fand Sie eine kurze Nachricht.


„Lebt ständig auf vorsichtigen Fuße und legt eure Naivität ab.
Ihr seit mit einem Schrecken davon gekommen und nur dem Schicksal verdankt ihr es, dass unsere Interessen gerade jene waren, diesen Mann zu fassen.
Also seht uns nicht als Retter, denn wir sehen euch eher als Lockvogel und eure Bezahlung ist eure Unversehrtheit aus dieser Situation.
So wandert zurück, schweigt über das, was vorgefallen ist und seit das nächste mal bedachter.
Die Schatten


Ohne zu zögern steckte Sie den Brief weg, schaute sich einmal gewiss um und als Sie wirklich niemanden fand began Sie schnell zu laufen, unwissend, dass ein Schatten ihr folgte auf Befehl des Schattenlords und wachend, dass ihre Heimkehr ebenfalls So sicher verlief wie die Reise bis dorthin.

Der Schattenlord trat an den gefesselten Mann. Sein Gesicht war nicht mehr so schön wie vorher. Ganze Haarbüschel fehlten auf seinem Kopfe und einige Zähne waren ihm entfernt worden. Dennoch, nach all den Qualen, war er bei Bewusstsein.
Einer der Schatten wandte sich vom Tische ab und trat an den Schattenlord heran.
„Mein Lord, er ist schweigsam und bleibt dabei, dass er nichts mit der Frau vor hatte und auch sonst nie einer Frau geschadet hatte.“
Der Schattenlord nickte, dann kniete er sich hin und hob leicht den Kopf des Mannes.
Er öffnete langsam die Augen, ein gequältes, dem wahnsinn verfallenes Lächeln liess nur genau zeigen, wie viele Zähne dem Mann fehlten.
„Ach…noch einer.“, sprach er leise und schwach.
„Ihr könnt eurem Boss sagen, dass ich immer noch nichts sagen kann und werde….“, er hustet ein wenig Blut, ehe er weiter sprach. „Und das ich nun verlange….das man mich frei lässt, wenn man mir nichts vorzuwerfen hat.“
Er lachte leicht, doch Malachai starrte ihn nur weiter an. Minuten vergingen und das Lächeln des Mannes verschwand, während er weiter nur in diese ewige schwarze Leere schaut, die von der Kaputze, die das Gesicht verbirgt, erscheint. Unsicherheit machte sich in ihm breit, doch er sagte kein Wort, sondern versuchte seine Augen auf andere Dinge zu richten. Ja selbst die Folterinstrumente und das ganze Blut schienen ihm erträglicher, realer als diese unnatürliche Schwärze, die vor seinem Gesicht liegt.
Dann packte eine Hand ihn an den Wangen und drehte seinen Kopf wieder zu der Leere und der Schattenlord began zu sprechen.
„Ich bin dieser sogenannte Boss.“
Die Augen des Mannes weiteten sich.
„Und diese Hände sollten euch Bekannt vorkommen.“
Der Schattenlord nickte nur leicht gen der an den Armlehnen gefesselten Hände.
„Und wenn ihr nicht wollt, dass ich euch mehr als das breche, dann solltet ihr redseeliger werden.“
Wieder erschien ein lächeln auf dem Gesicht des Mannes und mit zusammengedrückten Wangen sprach er leicht.
„Ihr könnt mir gar nichts…und ich weiß zwar nicht, welche Stadt oder welche Fraktion mich hier festhält…doch sind diese Schmerzen erträglicher als eine Verurteilung zum Tode…also…du großer Anführer dieser ach so finsteren Gestalten, ich kann warten, ich kann es ertragen und ich bleibe dabei…ich weiß nichts.“
Dann lachte er auf und der Schattenlord drückte sein Gesicht weg und wandte sich ihm ab.
„Dort liegt also das Problem…ihr wisst nicht, mit wem ihr hier redet. Ihr glaubt, wir sind eine dieser anständigen Garnisonen und wollen nur ein Geständnis…ich verstehe.“
Das Lachen verstummte. Es schien, als würde sich für den Mann eine Welt zusammen brechen, als wüsste er nun auf einen Schlag, dass Tage der Folter sinnlos waren und sein guter, sich im Kopfe ausgemalter Plan nicht klappen würde.
Der Schattenlord drehte sich um.
„Ich muss euch enttäuschen…wir leben nach eigenen Gesetzen und diese Gesetze unterstützen den Tot auch von Unschuldigen oder Schweigsamen, gar beführworten diese den Tot, wenn ein Gefangener sich als unnütz erweist...und nun...werde ich mich selber jener Sache annehmen.“
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Auron Devertare
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Beitrag von Auron Devertare »

Es waren viele Wochen vergangen - viele Wochen die Inara in den dunklen Kellergewölben des Tempels verbrachte.
Zurückblickend wird ihr diese Zeit nur wie einige Tage vorkommen, die meisten Stunden wurde sie in einem künstlichen Dämmerschlaf gehalten.
Clericus Auron Devertare arbeitete in diesen Tagen eng mit den Gelehrten und Alchemisten der heiligen Stadt zusammen. Es galt neue Wege der Kriegsführung zu erforschen.
Intrigant und Hinterhältig - seit jeher der effektivste Weg.

Man versuchte Inaras Willen zu brechen und sie anschließend zu konditionieren. Man testete ob sie eher auf akkustische oder optische Signale ansprang, doch am Ende einigte man sich auf ihren Geruchssinn der sehr ausgeprägt zu sein schien.

Tagelang musste sie benebelt immer wieder die selben Übungen durchführen – es kamen verkleidete Templer in den Raum die sie nicht kannte sobald sie für kurze Zeit bei klarem Verstand war.
Die Templer unterhielten sich mit ihr und streuten immer wieder Informationen ein.
Nach einiger Zeit verließen sie wieder den Raum und Auron kam mit dem wohlriechenden Gebräu was die Sinne vernebelte wieder hinein.
Der Erfolg war nach knappen 3 Wochen sichtbar – sie reagierte auf diesen erlernten Schlüsselreiz und gab in einem fast willenlosen Zustand die gerade aufgenommenen Informationen wieder.

Das seltsame jedoch war, das sie nichts über sich selber preisgab – doch vermutete man schon nach kurzer Zeit das sie es wahrscheinlich gar nicht konnte. Ob des Schlages waren ihre Erinnerungen wie ausgelöscht.
Doch das hinderte den Tempel nicht sie als ungewollte Spionin in der Stadt der Fehlgläubigen einzusetzen.

Nachdem alle Vorkehrungen getroffen waren wurde sie vermummt und mit einer kleinen, neutral gekleideten Eskorte Richtung Varuna gebracht.

Langsam kam sie zu sich...
Inara Schwarzmourne

Beitrag von Inara Schwarzmourne »

Als erstes kam der Schmerz zurück.

Dann hörte sie dumpf Stimmen, die zähflüssig durch den Nebel in ihrem Kopf drangen. Was war geschehen? Sie konnte sich nicht erinnern…

Sie blinzelte und wurde durch die tief stehende Nachmittagssonne geblendet.
„Ah, sie scheint aufzuwachen“ hörte sie einen Mann neben sich.
Sie öffnete langsam die Augen und sah drei Männer, die sich mit besorgter Mine über sie gebeugt hatten. „Was…wie…was ist denn passiert?“ stotterte sie. Während zwei der Männer sich wieder aufrichteten streckte ihr der dritte lächelnd die Hand hin um ihr auf zu helfen. „Wie es aussieht, seid ihr über diese Wurzel gestolpert und habt euch den Kopf übel an dem Grenzstein hier angeschlagen“ meinte er und deutete zunächst auf eine etwa Fingerdicke Baumwurzel, die sich durch den festgetretenen Boden gekämpft hatte und dann auf den Grenzstein, der den Beginn der Grafschaft Hohenfels bekundete.
Sie rappelte sich auf und klopfte sich den Staub von den Kleidern so gut es ging und befühlte die schmerzende Stelle an ihrem Kopf. Eine dicke Beule zeichnete sich jetzt schon ab, doch schien sie wenigstens nicht zu bluten. „Immerhin etwas“ dachte sie „das erspart den Weg zum Heiler, bin ich doch eh schon so spät dran. …. Hm..zu spät für was eigentlich?“ aber es viel ihr nicht mehr ein. „Alles in Ordnung?“ fragte einer der Männer besorgt. „Hm…ja, ich .. ich denke schon. Ich kann mich nur nicht mehr daran erinnern, wohin ich wollte…“ sagte sie stirnrunzelnd. Ein mitfühlendes Lächeln kam von dem offenbar ältesten der drei Männer. Er war sicher schon fast 40 Lenze alt, hatte schwarzes kurzes Haar und auf seinem Gesicht zeigten sich die ersten Falten. „Ah, keine Sorge! Das passiert manchmal, wenn man auf den Kopf fällt, aber das fällt euch sicher auch bald wieder ein Melora“
„Melora?“ sie grübelte, doch fühlte sie sich bei diesem Namen nicht angesprochen.
„Aber ja, Melora Lax sagtet ihr, sei euer Name. Ihr habt uns in Bajard nach eurer Ankunft mit dem Schiff nach dem Weg gen Varuna gefragt und sagtet, ihr wolltet eine Pferdezucht dort eröffnen und dass das schon lange euer Wunsch war und ihr zuhause sogar schon Erfahrung auf einem Hof mit Pferdezucht sammeln konntet“
Sie musste wohl ein reichlich verwirrtes Gesicht gemacht haben, denn es viel dem Mann sichtlich schwer, sich ein schmunzeln zu verkneifen.
„Nur keine Sorge, das fällt euch sicher wieder ein. Nun geht erstmal nach Varuna und trinkt erstmal einen ordentlichen Schnaps würd ich euch empfehlen. Meine Brüder und ich haben euch zwar gern ein Stück begleitet, aber es wird Zeit wieder unserer Wege zu gehen!“ Mit diesen Worten gab er ihr einen kräftigen Schulterklopfer, der sie beinah wieder zum wanken gebracht hätte, aber sie lächelte nur dankbar.
„Vielen Dank für eure Hilfe meine Herren“ sagte sie höflich und deutete einen Knicks an. Dann drückten ihr die Männer einen grossen Rucksack in die Hand, in dem wohl ihre Habe war, winkten ihr noch mal und wandten sich dann um zum gehen. Einen Moment lang sah sie ihnen nach, dann wandte sie sich ebenso um und ging in Richtung Varuna, in Richtung ihrer eigenen Pferdezucht, ihrer Zukunft! …oder etwa nicht? Sie schüttelte das mulmige Gefühl, dass sie beschlich aus ihrem Kopf und ging festen Schrittes weiter. „Der Mann wird Recht gehabt haben. Ein kräftiger Schnaps und alles wird sicher wieder gut!“ dachte sie bei sich und lächelte zufrieden.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

"Nichts mein Lord, weder auf der Südseite, noch auf der Nordseite."
"Und ihr, wie sieht es nahe Rahal aus?"

"Bisher auch nichts, wenn wir den Aussagen des Tagesdiebes vertrauen schenken könnten, müsste Sie irgendwo in diesem Umkreise sein."
Der Schatten deutete mit seinem Finger einen Kreis auf der vor ihnen liegenden Karte Gerimors.
"Rahal. Wenn Sie irgendwo Unterschlupf hat, könnte dies nur in diesen paar Häusersiedlungen oder in Rahal sein, doch ihr selber wisst, mein Lord, dass Rahal schwerer denn je bewacht wird und die Schatten mühen besitzen, unbekannt zu bleiben."
Der Schattenlord nickt nur, sein Blick weiter über der Karte gebeugt, während er selber andere Blicke auf sich zieht.
"Gut, die Männer werden verdoppelt zu den Schichten, Positioniert Sie hier...hier und hier....das sind die Hauptrouten, welche passiert werden. Zudem schickt ihr Mardor und seinen Schüler hier hin, wir müssen auch die Seitenwege sehen. Desweiteren werden die Wälder noch einmal durchsucht."
"Aber mein Lord...."
"Kein aber...Sie muss hier irgendwo sein....Sie ist da irgendwo....ich weiß es."

Der Schatten nickt nur, dann verlässt er den Raum. Die anderen Schatten schauen weiter auf den Schattenlord, welcher ihn nach einigen Sekunden mit einem Handwink andeutet, sie sollen seine Räumlichkeiten verlassen.
Er beugt sich langsam vom Kartentische auf, zieht die Maske hinab und die Kaputze runter. Luft, er brauchte Luft. Es war in letzter Zeit so schwer für ihn zu atmen. Seine Gedanken, er hatte müh sie zu ordnen, doch er musste einen kühlen Kopfe bewahren.
Sie war da draussen...und er wird Sie weder aufgeben, noch alleine lassen.
Er dreht sich, sein Blick wandert durch den Raum, 2 Schritte vorwärts zu seinem Schreibtische, setzt er sich und lehnt sich in seinem Throne zurück.
Sein Blick fällt auf die 2. Schublade von rechts. Er streckt den Arm aus, er zögert. Schweiß entrinnt ihm, die Stirnhinab, über die Wange, tropfend wie Blut auf den Boden.
Dann öffnet er die Schublade, fasst vorsichtig hinein und holt etwas, dass in feinen Seidenstoffen eingebunden ist.
Seine Augen schliessen sich, er kämpft dagegen an, doch die Erinnerungen, die Trauer, die Angst und die Sorge kehren zurück.
Er weint, als er seinen Blick wieder auf das Geschenk richtete, welches er in der Hand hielt.
Er hatte es schon vor so langer Zeit gekauft...in 2 Tagen sollte Sie es bekommen...in 2 Tagen...an ihrem Geburtstag....

"Nalos...was ist es...sag es mir?".
"Nein nein nein...du bekommst es an deinem Geburtstag."
Malachai lächelt, als er eben jenes Geschenk hoch empor hielt und Inara versucht, es ihm zu entreissen.
"Du bist ein Schuft...kaufst viele Monden vor meinem Geburtstag ein Geschenk, erzählst mir, wie toll es sei und hälst es mir unter die Nase und dann willst du mich mit der Zeit foltern, weil ich rätsel, was es sein mag."
Malachai musste breiter grinsen.
"Du weisst, Inara, meine geliebte Inara, wir Schatten sind Meister im Foltern und meist muss die Folter nichts mit körperlichen Schmerz zu tun haben."
Nun musste auch Inara wieder grinsen, sie tappte langsam zu ihm hin, die Arme unschuldig auf den Rücken, ein Blick, der Malachai wie so oft in ihren Bann zog.
"Aber...wenn du es mir jetzt gibst...dann freue ich mich doch auch so sehr wie an meinem Geburtstag."
Sie sprach langsam, in reinster Unschuld, als ob Sie keinen Hintergedanken hegen würde und für einen Moment verfiel Malachai jener Unschuld, ja er wollte es ihr geben.
Seine Arme senkten sich, sein Kopf kam den ihren näher. Sein Blick auf Sie gerichtet, ihre schönen Augen, ihre langen, seidenweichen Haare und ihre süßen, verzauberten Lippen. Er wolle Sie küssen, Sie schliesst die Augen, er schliesst die seine und mit jeder Sekunde ist die Entfernung zwischen ihnen geringer und geringer.
Langsam hob Inara ihren rechten Arm, streichelt ihn sanft über den Bauch, an der Seite, höher und höher...gleich...gleich hat Sie es erreicht, als dann Malachai seinen Arm weg zog.
"Nichts da....du bekommst es nicht, noch nicht."
Er grinste wieder. Er genoss es doch ein wenig, selbst wenn er dafür auch einstecken muss.
"Du bist gemein."
"Ich weiß...aber ändert trotzdem nichts daran."
Sie wollte ihn gerade wieder anspringen, als Geschrei aus dem Nachbarzimmer herauskam.
Beide drehten sich zu jenen.
"Du hast ihn aufgeweckt."
"Hm...einer sollte zu ihm und ihn wieder zum einschlafen bringen."
"Er ist dein Sohn, du bist dran."
Malachai lächelte leicht.
"Du gehst aber, wunderschöne Mutter...und ich gehe das hier mal verstecken."
Inara erwiederte sein Lächeln, wendete sich von ihm an und ging zur Tür, die Sie langsam öffnete. Ihr Kopf drehte sich noch einmal zu ihm und leise, verführerisch sprach sie dann:
"Ich finde es, Geliebter, dass weisst du."
Malachai lächelte, blickte er ihr nach und dann auf seine Hand, wo das Geschenk lag.


Wut stieg in ihm auf, während er den Blick auf das Geschenk gerichtet hatte. Wut auf sich selbst, dass er ihr es hätte geben sollen, dass es vielleicht doch etwas geändert hätte. Wut auf jenen Mannen, der ihm ihr nahm...wegen ein paar Gold.
Er legte das Geschenk behutsam zurück. Sie würde es bekommen, da war er sich sicher.
Zuletzt geändert von Malachai Schwarzmourne am Montag 9. Juni 2008, 23:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Ein lautes Hämmern riss ihn auf seinen Träumen. Wieder diese selbe Alptraum, ein Traum von Tot und Zerstörung. Obwohl seine Gedanken nur um seine verschollene Frau kreisten, waren jene Träume nicht ihr Tot, sondern der Tot aller Schatten.
Er schaute zur Tür, wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht und zog Kaputze wie Maske auf, ehe er den Schatten vor der schweren Holztür den Einlass gewährte.
"Mein Schattenlord, ich komme, um euch davon in Kenntnis zu setzen, dass der Gefangene 1 Strich 2_3 vorhin in der Folterkammer ums Leben kam. "
Malachai nickte nur knapp, es tat ihm wenig Leid, im Gegenteil, war er frustriert, dass dieser Tagedieb nur so wenig leiden musste. Gerne hätte er ihm viel mehr angetan, weiter hätte er sich an dem flehen und betteln dieses Bastardes genährt, der sich nicht mehr als den Tot wünschte.
Ja, der Tot...es wäre ein Geschenk vom Schattenlord gewesen, diese Befreiung von all dem Schmerz, den er seinem Gefangenen angetan hatte und mit welcher Präzession er dabei vor ging, glich dem Meisterhandwerk eines Arztes.
"Gut, schafft seinen Leichnahm hinaus und verbrennt jene auf einer Lichtung, dann nehmt ihr die Überreste und werft jene ins Meer. Achtet darauf, dass ihr unentdeckt bleibt."
Der Schatten nickt und verlässt dann augenblicklich den Raum.
Der Schattenlord lehnt sich an seinen Throne zurück, in Gedanken entsinnt er sich an die Folter, die er dem Diebe zuteil werden liess. Daran, wie er schrie....

"Nein....Aaaarghh....ich bitte euch.....bitte....ich habe euch alles gesagt....bitte lasst ab von mir."
Der Schattenlord senkte das Messer und wandte sich von dem auf dem Stuhl gefesselten Manne ab.
Blut tränkte den Boden und die Schrittes des Schattenlordes klangen wie die Schritte eines Tieres, dass einen flachen Bach überquerte.
Er ging zum Tische neben an, nahm eine Flasche in die Hand und begutachtete Sie, während ein anderer Schatten das Messer nahm und säuberte.
Der Gefangene schüttelte nur leicht den Kopf, Angst war ihm wie ins Gesicht gebrannt, während sich die Tränen des Schmerzes mit seinen Blut vermischten.
"Nein....nein bitte....bitte habt doch erbarmen...bitte...nicht wieder...nein...."
Der Schattenlord reagierte nicht, er stellte das Fläschchen ab und nahm dann bestimmend ein anderes in die Hand, ehe er sich dann wieder zu seinem Gefangenen drehte und ja, wie im Freudenrausch zu ihm hinübertrat. Er öffnete die Flasche, der Gefangene schloss wie aus Reflex seine Augen.
"Bitte....erbarmt euch...was wollt ihr noch....ich habe euch alles erzählt....sagt mir...was wollt ihr noch...stellt mir doch wenigstens FRAGEN..."
Der Schattenlord packte mit einer Hand sein Gesicht und drückte ein Auge auf. Der Gefangene versuchte sich dagegen zu wehren, doch er unterlag und dann schüttete der Schattenlord ein paar Tropfen aus dem Fläschchen in die Augenpupille.
Der Gefangene fing an zu schreien, während leichter Dampf, untermalt mit einem zischen, aus seinen Augen hervortrat.
Der Schattenlord konnte nicht umher, sich ein grinsen zu verkneifen, ehe er dann wieder von dem Gefangenen abliess und wieder zu diesem Tische ginge mit den vielen Fläschchen.
"Haltet ihn bei Bewusstsein!",rief er einen Schatten zu.
Dieser packte den Gefangenen und gab ihm eine andere Flüssigkeit, woraufhin der Gefangene wieder leicht die Augen öffnete.
"Bitte...erbarmt euch...gewährt mir Frieden...gewährt mir Ruhe....bitte...bitte Tötet mich....bitte....ich flehe euch an...wenn etwas menschliches in euch steckt, nehmt euer Schwert und befreit mich von diesen Leid....TÖTET MICH."
Er senkte den Kopf als er merkte, das keine Reaktion vom Schattenlord kam und brach abermals in Tränen aus.
"IHR SEIT EIN MONSTER."
Der Schattenlord hielt inne, er lauschte den Worten und der Gefangene bemerkte dies, sah seine Chance, einen Schritt weiter zu kommen.
"SAGT WAS IHR WOLLT....WOLLT IHR ANTWORTEN...DANN MÜSST IHR FRAGEN....WOLLT IHR MICH TÖTEN...DANN TUT DIES....WENN NICHT...SAGT MIR WENIGSTENS OB ICH LEBEND DIES ÜBERSTEHEN KANN, WAS ICH DAFÜR TUN MUSS....IHR BASTARDE...ICH VERFLUCHE EUCH...EUCH UND EURE GANZE SIPPE...EURE FRAUEN....EURE KIND...."
Ehe er das Wort aussprach drehte sich der Schattenlord und warf einen Dolch gezielt in den Bauch des Gefangenen, welcher abermals aufschrie vor schmerzen.
Dann trat jener näher, zog diesen langsam aus dem Körper hinaus und gab den Befehl, man solle die Wunde flicken, er solle am Leben bleiben.
Dann trat der Schattenlord näher, nahe an seinen Kopfe und flüsterte:
"Ihr wollt antworten...ihr wollt wissen, wie es um euch steht...gerne sage ich es euch."
Der Schattenlord beugte sich auf, seine Hände gingen langsam an seine Kaputze und er nahm sich jene ab, dann zog er die Maske hinunter und seine hasserfüllten Augen blickten in die des Tagesdiebes, welcher nur müheseelig in die des Schattenlords blickte.
Die anderen Schatten waren erschrocken.
"Mein Schattenlord...ihr...ihr habt euch jenen offenbart...ihr wisst was das heisst?"
Malachai nickte nur, sein Blick weiter auf den fragenden Gesichtsausdruck des Gefangenen gerichtet. Dann trat er näher und beugte sich wieder hinab.
"Du misserables Stück Dreck...du verfluchst mich, welchen du schon verflucht hast? Du drohst jenen, die du mir genommen hast?"
Der fragende Blick des Gefangenen blieb und Malachai sprach weiter.
"Die letzte Frau, jene, über die wir dich ausgefragt haben, Tagein und Tagaus, jene Frau, die wir suchen...es war meine Frau...meine geliebte Frau Inara...und ihr habt Sie mir genommen. Warum? Aus Sucht vor ein wenig Wohlstand? Zur befriedigung eigener Bedürfnisse? Seit Froh dass ihr keine Familie habt, die wir finden konnten, denn glaubt mir, ihr müsstet sonst euer Leid an jenen sehen...denn Sie hätten euren Platz eingenommen...ihr sollt Leiden...ihr sollt ewige Qualen erfahren...der Tot ist eine Befreiung und ich bin nicht bereit, euch diese großzügige Geste zu geben...nein....die Qualen werden nur schlimmer....und schlimmer...und schlimmer...und um auf eure letzte Frage zurückzukommen..."
Malachai erhob sich, die Augen des Gefangenen füllten sich mit Tränen und die Angst war ihm wie eingemeiselt.
"...ich habe mich euch offenbart...einem Gefangenen....einem Feind....es gibt nur eines, was ich tun kann...zum Schutze meiner selbst...zum Schutze aller Schatten...zum Schutze dieser Identität...der Kodex beschreibt es...jene die um mich wissen und es nicht wissen sollten...erfahren den Tot."
Der Gefangene schien zu zerbrechen...das letzte, was ihm am Leben hielt, was diese Qualen für ihn ertragbar machten, war der Gedanke, doch Lebend jene Gemäuer zu verlassen....Gedanken, die der Schattenlord mit einem Schlag zunichte machte.
"Ich verfluche euch....Malachai..."
Der Gefangene spuckte Blut auf den Boden, doch sein Gegenüber lachte nur leicht, seine Augen schienen dem Wahnsinn nahe zu sein.
"Tut dies...doch glaubt mir...es wird euch nicht viel nützen...ich sitze definitiv am längeren Schwerte als ihr..."
So ging die Tortur weiter, die Schreie hallten durch alle Gänge im unterirdischen Reich der Schatten.


Schreie, die der Schattenlord immer noch in seinem Kopfe trug. Er weiß, Inara würde ihn wohl dafür verabscheuen, würde ihn gar Hassen, wenn Sie wüsste, mit welcher Genugtuung er jenen Manne folterte. Doch er musste es tun. Er konnte nicht anders. Wer weiß, was er vielleicht wirklich mit Inara angestellt hat, welch Qualen Sie nun durchleben musste. Er hätte nicht mehr in einen Spiegel schauen können, wenn er nicht wüsste, dass er die Folterung in vollen Zügen an jenen Gefangenen ausgenutzt hätte...jener...welcher soviel Leid in die heile Welt des Schattenlords brachte.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Antworten....irgendwo mussten doch Antworten stecken.
Er blätterte weiter die Seiten, schneller und seine Augen huschten nur vereinzelt über die Wörter.
"Der ewige Krieg....nein...verräterische Herzen....nein auch nicht....das schwarze Blut....nein nein nein."
Er kannte das Buch auswendig, das schwarze Buch der Schatten, der Quell allen Wissens. Doch je älter und weiser der Schattenlord wurde, umso besser verstand er um den Inhalt und mehr und mehr gab das Buch die wahre Bedeutung seines Schicksals, das Schicksal aller Schatten preis.
Doch all dieses Wissen...was nützte es, wenn es einem nicht dabei helfen kann, sein Herz und seine Seele wieder zu finden.
Er schlug mit einem Male das Buche zu und liess, wie durch eine Macht erdrückt, sich zurücksinken auf seinem Throne.
Langsam glitt seine Hand durch seine Haare, die Verzweiflung, die Angst, die ihn plagte, konnte er nur noch schwer verbergen.
Qualen, die auch die anderen Schatten litten.
Er erhob sich, er musste hinaus, er musste etwas tun. Der Tatendrang quol ihn an die Oberwelt, liess ihn die eisige Kälte der Nacht spüren.
Schattenhuf, sein treues Ross, sein Nachtmahr, wartete begierig auf ihn, nur darauf, seinem Herren dienlich zu sein und ihn dorthin zu tragen, wohin das Schicksal ihn führen würde.
Er sprang förmlich auf das Pferd, es trat einige Schritte zurück, um das Gewicht zu halten und nicht umzukippen.
Der Schattenlord streichte ihn einmal über das Fell, dann gab er ihm die Sporren.
Schattenhuf ritt, wie es noch nie geritten es.
Agil durch den Wald, Gefahren entweichend, Ästern, Baumstämme. Immer weiter, wie ein Schatten, von der sengenden Hitze der Sonne getrieben und verbannt, ruhlos, ohne Ziel doch einen Weg folgend.
Er schnaufte, er atmete schwer, doch das gab ihm nur mehr Kraft, spornte ihn zu Höchstzielen an und dann...
Es schien ein helles Licht zu sein in solch finsterer Nacht. So gleisend und so mächtig, dass es seinen Reiter vom Sattel riss.
Dort lag er, der Schattenlord, seine Augen schwer öffnend, geblendet von jenem, was ihn zu Boden riss.
Mag es die Erschöpfung sein? Will sein gequälter Körper nun seiner Seele sagen, dass hier das Ende gekommen ist?
Er wollte, er würde so gerne einfach allen Qualen entsagen und sterben. Doch es ging nicht, die Sehnsucht trieb ihn vorran, immer weiter, ins Endlose hinaus.
Er würde Inara nicht aufgeben, nein, und er würde seinem Sohne ein Vater sein. Ein Vater, welchen er nie besass.
Das Licht kam näher, es schien Gestalt anzunehmen, ein Mensch, nein, eine Seele.
Malachai zog sich die Kaputze hinab, zog die Maske hinunter und schnappte nach Luft.
"Ruhe, mein Bruder....nun ruhe. Stärke dich für die Gefahren, die kommen werden und ruhe."
Es schien, als würde sich eine eiskalte Hand auf die Augen legen, als würde ihm eine Last von den Schultern genommen werden.
Langsam formten sich seine Lippen, Kraft, er sammelte Kraft und began zu sprechen.
"Fi.....Fiona....meine Schwester....warum nur....warum verlassen mich alle...."
Die Wärme entglitt ihm, das Licht verschwand, die Augen schlossen sich.
Er weiß nicht, wielange er dort im Walde lag, doch als er zu bewusstsein kam, stand nur wenige Meter von ihm Schattenhuf, ihn ruhig anstarrend.
Dann trat er näher, stellte sich neben seinem Herren und es schien, als Bot er die Zügel an, um Malachai aufzuhelfen.
Er griff nach jenen und zog sich hoch, wackelig auf den Beinen und mit den schlimmsten Kopfschmerzen, die er sich jemals erträumen liess.
Die Sonne war aufgegangen, weit in der Ferne. Doch Sie war es nicht die ihn blendete, Sie war es nicht, die ihm Wärme gab in einer eiskalten Welt.
Er verweilte ein wenig, Trauer stieg wieder in ihm hoch und stetig quälte ihn die Frage:
"Warum nur....warum verlassen mich all jene Menschen, die ihm etwas bedeuteten. Seine Familie, seine Freunde....sein wertvollster Schatz....Inara."
Es schien wie ein Fluch auf ihn zu lasten. Ja, er war der Fluch. Vielleicht wäre es besser, egal wo Inara steckte, dass Sie fern von ihm blieb. Vielleicht erkannte Sie jene Gefahr und wandte sich ihren Ehemann ab. Ja, vielleicht weiß Sie um den Kummer und den Schmerz, den ihm wiederfahren ist, doch ist Sie die starke, die den Schritt der Trennung tat, leise, heimlich wie ein Schatten sich von ihm fort bewegte, um das Leben zuleben und die Sicherheit zu geniessen.
Er stieg hoch zu Ross, langsam trabte Schattenhuf vorwärts, als wüsste es um die körperlichen Schmerzen und versuchend, heftige Bewegungen zu vermeiden.
Sie ritten entgegen der Sonne, doch Malachai wandte sich öfters um zu jener, hoffend, irgendetwas zu sehen.
Er würde die Suche nicht abbrechen, nein, er liebte Sie, er liebte und begehrte Sie über alles und wenn wirklich ein Fluch auf ihm lasten würde, dann würde er ihn brechen.
Er zweifelt nicht ihre Liebe an, nein, alleine ihre seichtes lächeln auf den Lippen, welches Sie jedesmal besass, als er durch die Türe zu ihr trat. Es war Liebe, es waren Gefühle, die er von ihr erlernte in einer verbitterten Welt voll Hass. Sie würde ihn nicht aufgeben...sie würde kein Leben leben wollen, welches so voller Sehnsüchte ist...ebensowenig wie er es kann.
Er würde Sie finden...koste es, was es wolle und nicht ruhen, nein, das könnte er nicht.
Die Liebe war zu stark und er würde nicht noch einmal einen Menschen gehen lassen, der ihm ein Leben schenkte, was Lebenswert war.
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Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Wind fegte sein langes Haar aus seinem Gesicht heraus und Gischt benetzte als salziger Sprühregen sein Gesicht, während er neben der Galleonsfigur stand und sich mit einer Hand an der Reling festhielt.
Sein Blick war nach vorn gerichtet, dem Land entgegen, das sich von einer blassen Ahnung innerhalb weniger Tage in einen grünen Farbschlieren verwandelt hatte, das nun den ganzen Horizont einnahm.
>Land... ob dies das Ende dieser Reise ist?<
Wie so oft dachte er erneut daran, wie er gefunden worden war, am Kopf blutend, das Kind, welches er offensichtlich beschützt hatte, sicher in seinem Arm.
Es war ein stürmischer Tag gewesen, Äste waren gegen die Wände des Hauses gefegt worden, in welchem er erwacht war. Unwissend, wo er war, hatte er sofort, trotz seiner Schwäche, nach dem wimmernden Kind verlangt und es an sich genommen, sobald er seiner ansichtig wurde.

Das Kind, dessen Namen er nicht zu nennen wusste.

Genauso, wie er seinen eigenen nicht wirklich kannte.

Erkennend, das er keinerlei Erinnerung an sich selbst hatte, war ein Schock ohnegleichen gewesen. Ein Handspiegel war ihm nach seiner Aufforderung gereicht worden. Ein weiterer Schock - der Blick in den Spiegel zeigte ihm einen Fremden mit veilchenblauen Augen. Augen die ausser Überraschung und Verwirrung nichts preisgaben.
>Wer bin ich?<

Die ersten Stunden nach seinem Erwachen waren voller Überraschungen für ihn gewesen. Die Heiler sprachen von Amnesie und fragten allerlei. Woher er kam, wohin er ging. Ob dies Kind sein Sohn war. Warum er alleine mit einem Kind reiste. Welche Bedeutung das grosse Tattoo auf seiner Brust hatte - ein fliegender Rabe mit einer Rose in seinen Krallen. Seine Waffen - er war wohl mit mehreren Kampfarten vertraut - trugen ein Siegel mit einem Raben. Sein Ring ebenfalls mit einem Raben graviert, das Band den Ranken eine Rose gleich. Um den Hals trug er einen ebensolchen Ring an einer Kette - wenn dieser auch zierlicher war, wohl für eine Frau gedacht.
Die Leute hatten gewispert und Gerüchte entstanden um seine Person herum, er könnte ein Anhänger Krathors sein - zumal ein Rabe beständig am Gasthaus zu finden war. Aus einem Impuls heraus hatte er inständig gebeten, den Raben nicht zu erschiessen. Warum ihm dies wichtig war, konnte er nicht sagen, nur das es ihm ein dringendes Anliegen war. Der Heiler, ein wichtiger Mann in dem Dorf, hatte sich dies einige Tage angesehen und dann bestimmt den Gerüchten ein Ende bereitet. Die Diener Krathors handelten nicht so offensichtlich, sich mit dem Raben tattowieren zu lassen - und dann auch noch jenes Abbild ihres Gottes mit einer Wildrose zu 'verschandeln'. Zudem war es seinen Worten nach, beschämend, einem Mann, der nichts über seine Vergangenheit wusste, eine solch düstere anzudichten. Danach war tatsächlich Ruhe eingekehrt und er hatte sich erholen können.
Zwei Tage nach seinem Unfall - er war bei dem Sturm von einem herabbrechenden Ast getroffen worden - war ein reiterloses Pferd aufgefunden worden. Der edle schwarze Hengst trug weitere Waffen mit sich, einige persönliche, wenn auch nichtssagende Gegenstände und dann noch Landkarten und Seekarten.
Karten, die am Rand mit einem Namen gekennzeichnet waren. Cyrion Ceylon Sha'Ar. Sein Name? Er konnte es nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber der Name klang... familiär.
Und dann noch die Karten selbst... Wenn er sich hier auskannte, woher brauchte er dann Karten? Und die Seekarte! Woher kam er? Aus Übersee? In dem Dorf hatte ihn jedenfalls niemand erkannt...

Das Kind in seinem Arm greinte leise, ein Geräusch, das ihn aus seinen wenigen Erinnerungen riss und ihn herab blicken liess.
Kühler Sprühregen von der See hatte sich auf das Gesichtchen des Kindes gelegt, welches er nur mit 'Knirps' betitelte, hatte er doch keinen Namen für ihn. Den Umhang enger um seine Gestalt ziehend, schirmte er den Knaben ab und liess seinen Blick einen langen Moment gedankenvoll auf ihm ruhen.
Dieser kleine Wurm hatte ihn schon Nächte wachen lassen, sich fragend, warum er mit einem Kind unterwegs war. Ein Kind noch dazu, das offenbar besondere Kräfte hatte. Es verschmolz mit dem Schatten, sobald es Angst verspürte und keiner hinsah.
Und doch... Er hatte dies bemerkt, als eine Schlägerei im Wirtshaus, in dem er nächtigte, ausbrach. Der Krach war bis in sein Zimmer zu hören gewesen. Nach dem Kinde sehen wollend, hatte er festgestellt, das es aus seiner Wiege verschwunden war. Aufgeregt wie Fassungslos hatte er begonnen zu suchen. Einige seiner Strähnen waren herabgefallen und etwas im Schatten der Wiege griff danach - erneut ein Schock, zu beobachten, wie die Schatten in der Wiege verblassten und dort, wo nichts zu sein schien, die Umrisse des Kindes zu Tage traten. Die winzige Hand hatte sich fest um seine Strähnen geschlossen. Ein Kind in einer Wiege, deren Decken vorher nichts behergten.
Welch sonderbaren Kräfte dieses Windelkind doch hatte! War er sein Vater? Wo war die Mutter des Jungen? Woher kamen diese Kräfte nur? Von seiner Mutter? Eine Magierin vielleicht?
Strähnen aus seinem Gesicht fegend, blickte er mit ernster Miene auf das Kind, welches ruhig wurde, sobald es an seiner Brust lag. Von ihm kamen diese Kräfte sicherlich nicht. Er war ein Schwertkämpfer - und sicherlich kein Paladin als solcher. Der Heiler hatte bestätigen können, das in ihm keinerlei magische Kräfte schlummerten. Den Jungen hatte er nicht untersucht - hatte er zu dem Zeitpunkt seiner Entdeckung jenes Dorf längst verlassen.
Allerdings war dem Heiler bei einem ihrer vielen Spaziergänge durch den Wald aufgefallen, das Cyrion bemerkenswert viel über die Natur wusste - und um Dinge, die mit dem Verborgenen Volk zu tun hatten. Cyrion konnte nicht sagen, woher er wusste, wie man Feen sehen konnte, oder woher er wusste, wie man sich mit der Natur in Einklang brachte - sogar soweit, das man einen Hauch dessen wahrnehmen konnte, was allgemein als Das Lied Eluvies bekannt war. Kristallklare Wahrnehmung seiner Umgebung mit einem damit einhergehenden Gefühl der völligen Entspannung... Geborgenheit...
"Alles ist Eins..."
Er blinzelte überrascht. Woher war dieser Satz gekommen? Er konnte es nicht sagen, aber irgendwie brachte er es in Verbindung mit etwas... femininem. Einer Frau vielleicht?
Einen Moment grübelte er weiter, ob es vielleicht mit der Frau zu tun hatte, dessen Stimme der Rabe ab und an nachahmte. Eine Frau, die nach einem Cyrion rief. Ob Solveigh diese Frau war? Ein Name, den der Rabe mit seiner, Cyrions, Stimme rief. Oder vielleicht Enghwyn? Eine weitere Frau, deren Stimme der Rabe von sich gab. Frauen, an die er keinerlei Erinnerung hatte.
Kurz linste er zu dem Raben hoch, der in dem Tauwerk des Schiffes Ausguck hielt. Dieser Rabe, der ihn überall hinbegleitete hatte ihm schon viel Kopfzerbrechen beschert, wann immer er gerade 'sprach'. Offensichtlich etwas, um Aufmerksamkeit - zumeisst in Form von Futter - zu erlangen.
Cyrion hatte ebenso erstaunt festgestellt, dass er, wenn in Gedanken und abgelenkt, wie von selbst Zeichen von sich gab, die der Rabe zu verstehen schien und diesen danach handeln liessen. Versuchte er bewusst etwas herauszufinden, waren seine Bemühungen völlig umsonst. Sein Unterbewusstsein schien sich zu erinnern. Seine bewusste Erinnerung hingegen... leer wie ein frischer Pergamentbogen.

Seufzend blickte er wieder nach vorn, zum Land hin. Häuser waren nun zu erkennen, auch wenn es noch schwer war, diese auseinander zu halten. Schiffe konnte er ausmachen, die in näherer Umgebung des Hafens waren, auf den sie zusteuerten. Wieder ein Ort, an dem er etwas über seine Vergangenheit heraus zu finden hoffte.
Es hatte nach seinem Ausbruch aus dem Dorf eine Weile gedauert, bis er die umliegenden Dörfer abgeklappert hatte - dann erst hatte er endlich jenes gefunden, in dessen Wirtshaus sich ein Cyrion Ceylon Sha'Ar eingetragen hatte - womit er immerhin die Richtung hatte, aus der er kam.
Die Suche ging weiter, bei der er seine Spuren zurück verfolgte. Er hatte recht gehabt - sie führten ihn letztendlich zu einem Hafen. Und von dort aus zu weiteren Orten, von Hafen zu Hafen bis zu diesem Ort hier.
Würde er hier wieder einen Eintrag finden, wo er in der Vergangenheit mit einem anderen Schiff ankam? Würde er erneut reisen müssen? Sich mit Medikamenten gegen Seekrankheit eindecken müssen? Oder würde er keinerlei Eintrag finden? Auf Leute treffen, die sich an ihn erinnerten? Die Wirte der Gasthäuser hatten sich alle an ihn erinnert - trug er sein Haar doch lang genug, das es ihm bis an die Knie reichte. Würden andere Leute sich auch an ihn erinnern? War dieses Land seine Heimat? Angespannt schaute er gen jenes Land, welches keinerlei Erinnerungen in ihm weckte. Was mochte ihn hier erwarten? Er würde es feststellen...
Zuletzt geändert von Cyrion Sha´Ar am Samstag 26. Juli 2008, 22:31, insgesamt 1-mal geändert.
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