Gedankengänge eines Junglethyren!

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Shan´Rhyl

Gedankengänge eines Junglethyren!

Beitrag von Shan´Rhyl »

In dieser Nacht ließ der strahlende Mond das betroffene, sonst so tiefschwarz wirkende Gras, in einem silbrigen Schleier versinken. Fast lautlos waren die Fußschritte des jungen Shan’Rhyl, der so eben durch das Stadttor Rahals in Richtung Fluß glaufen war. Ein tiefes einatmen, dann herrschte Stille. Die hellviolett leuchtenden Augen starrten förmlich auf das trübe, dunkle Gewässer und mit einer eleganten Bewegung ließ er sich ins Gras nieder. Die letzte Zeit war recht viel geschehen und der ruhige Moment sollte ihm Revueé passieren lassen.

Zum einen war da Kyr’laex der Praefector Alataris. Ellenlange Gespräche hatte er schon mit ihm geführt und letztendlich war es so weit gekommen das er sich der Bruderschaft angeschlossen hatte. Wenn er in ihren Reihen tätig war durfte er stets nur maskiert auftreten, doch das eigentliche was ihn daran störte war die Tatsache, das er momentan an unterster Stufe stand. Jedoch schien er auf diese Weise mehr für seinen Vater bewegen können, und wenn es dessen Wunsch war so würde er sich diesem fügen. Er wusste ja was er ist, und was ihm in Wirklichkeit gebührte. Das hinterhältige lächeln das er den anderen Anwärtern entgegenbrachten wurde stets durch die Maske verschleiert und immer wieder überkam in ein schmunzeln bei dessen Worte. Sie waren so einfach zu manipulieren, so voller Tatendrang, doch keinerlei Geduld besaßen sie. Wie sagte er doch selbst so gern: Je länger man die Rache reifen lässt, um so süßer wird die Ernte sein..

Auch seine Weihe als Junglethyre war noch nicht sehr lange her. Es erfüllte ihn mit Stolz von seinem Vater, von Alatar als einer der jenigen, die das Wort verkünden ernannt worden zu sein. Er war ein Priester Alatars, und gehörte von nun an zu der höchsten Kaste der Letharen. Er selbst wurde Mory’tael unterstellt der von nun an sein Lehrmeister war. Immer wieder predigte er ihm seinen Zorn zu steigern und jenen gegen die unwürdigen zu schleudern. Je größer der Zorn in einem wächst, um so stärker wird die Macht in einem werden. Doch solle man es immer unter Kontrolle haben. Niemals darf die Wut einen selbst übermannen. Shan’ prägte sich diese Worte gut ein, und schwor es niemals zu vergessen. Mory’ machte ihm auch sehr klar deutlich, das wenn er sein Training unterbrach, schwere Strafen auf ihn warten würden. Erst die vollkommene Erschöpfung sollte ihn daran hindern die Kräfte die ihm gegeben wurden, weiter auszubauen. Oftmals lobte Mory’ ihn und es erfüllte Shan’ abermals mit Stolz. Er wollte doch schon sehr bald stark genug sein um den Worten Alatars gebührenden Nachdruck zu verleihen, so wenn sich jemand dagegen stellen sollte. Doch waren die Worte und das Lob Mory’taels war? Was dachte seine Meister wirklich über ihn.....?

Weiter jedoch konnte er den Gedanken nicht führen denn fast lautlose Schritte kamen auf ihn hinzu. Das Haupt des jungen Letharfen neigte sich ein wenig zur Seite und aus den Augenwinkeln erfasste er Ari’derya, welche langsam auf ihn zu kam.......
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Mory'tael
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Registriert: Sonntag 6. September 2015, 14:17

Beitrag von Mory'tael »

Jung schien ihm sein Schüler. So voller Begierde den Willen des großen Schwarzen, den Ungläubigen auf zu zwingen. Voller Zorn war dieser Jüngling, wie einst sein Meister. Er würde es lernen, wie auch sein Meister. Lernen seinen Zorn in Schmerz zu wandeln, Schmerz zu Zorn. Er würde lernen seinem Feind, die Qualen welche ihm diesen Schmerz bereiten, entgegenzuschleudern und ihn wimmernd zu Boden gehen lassen. Doch sollte der Schleier der Lüge sein bester Schild sein gegen die Ketzer Gerimors. Seine Gabe zu verschleiern vor den Ketzern Tirells sollte nicht nur seinem Schutz dienen. Schwach zu wirken ist der beste Schild den die Kinder des Einen haben. Wiege sie in Sicherheit um sie dann in ihren Schmerzen ersticken zu lassen. Dieser Jüngling wird unter viel Leid seine ersten Schritte zum Ruhme des Vaters gehen. Kraftlos soll sein Körper zu Boden sinken, an jedem Tag an jedem Abend. Erst dann wird er verstehen lernen, welch Gabe der Vater ihm dort zu teil werden lässt und welch ein vertrauen der Vater ihm schenkt.

Oft sah Mory seinen jungen Schüler bei seinen Übungen zu, auf der Suche nach Fehlern die es zu bestrafen gäbe. Doch boten sich nicht viele Gelegenheiten bei einem solch gelehrigem Schüler, der seinem Meister fast jeden Wunsch von den Lippen ablas. Das glimmen in den Augen des jungen Lethyr schien mit jedem Tag mehr und mehr aufzuleuchten, was für die Mehrung des Zornes in ihm Sprach. So nah waren sie der Disharmonie des Vaters, als sie des Schülers Macht an den niederen Wesen übten. Die Höhlen füllten sich mit der Energie des jungen Schülers und man konnte selbst bis in die kleinsten Winkel den Zorn des Shan’rhyl spüren. Dies dürfte nicht sein.

Mahnend sprach Mory zu seinem Schüler, er solle lernen seine Gabe zu verschleiern, lernen sie voll zu kontrollieren. Strafe würde auf ein Versagen folgen. Die Folter währe der Lohn der Niederlage gegen seinen eigenen Zorn. Seine Gunst ein Geschenk für gelehrige Schüler. Mit dieser Warnung zog Mory sich langsam in seine Gemächer zurück, auf das er einen Weg fände seinem Schüler die Wichtigste aller Lehren zu deuten. Shan würde es lernen müssen seine Gabe zu verschleiern, selbst wenn die Energien eines Arcomagus Tirells ihm Schmerzen zufügen muss das Geheimnis der Macht des Einen vor den Augen der Ketzer bewahrt bleiben.
Shan´Rhyl

Verschleierung

Beitrag von Shan´Rhyl »

Immer wieder befanden sich die zischelnden Worte des Mentors in seinem Gehörgang! „Lerne deine Macht zu verschleiern, aufdass diese Ketzer in Tirell sie niemals zu entdecken vermagen“ Nur wie sollte er das anstellen? Nur alzu gerne liess er den unwürdigen Kreaturen seine Kraft und seinen Hass spüren. In einem hellen Glanz funkelten dabei jedesmal die violetten Augen des jungen Lethyren auf. Er musste sich etwas einfallen lassen, um diesen zu verbergen, zu verschleiern. Niemand durfte seine Energie und die Macht, die dahinter verborgen war verspüren. Niemand ausser dem leidtragenden selbst! Suchend überflogen seine Augen die Wälder vor den Toren Rahal’s, auch wenn er nicht genau wusste nach was oder wem genau er überhaupt Ausschau hielt. Auf einmal raschelte etwas im Gebüsch das den Letharfen aufschrecken liess!

Die nachtschwarze Katze, welche sich den Weg durch das Unterholz bahnte konnte er wohl nur aufgrund seiner guten Augen vernehmen. Als jene ihn erblickte, hielt sie auf einmal inne und beobachtete Shan’Rhyl mit ihren leuchtend grünen Augen. Ruhig und regelrecht elegant setzte das Wesen eine Pfote vor die andere und bahnte sich agil ihren Weg zu dem etwas verdutzten Letharf. Allmählich setzte sie sich auf die Hinterpfoten und begann sich zu putzen, wobei die fasziniert leuchtenden, tiefgrünen Augen immer wieder zu ihm hinüber sahen. Als er in diese hinein blickte schien ihm eine Idee zu kommen. Tier spürten den Zorn der anderen Wesen, bemerkten jenen und müssten sich eigentlich davor fürchten. Wenn er es schaffen könnte seinen Zorn zu kanalysieren und diesen auf ein anderes Wesen zu richten ohne das die Katze es bemerkt, wäre er einen kleinen Schritt weiter und könnte zur nächsten Stufe, dem Menschen übergehen!

Im selben Moment huschte eine gewöhnliche Wasserratte über die Gräser, und fast wie von selbst bündelte der Lethyr seinen Zorn und liess ihn auf das Wesen hinabprasseln. Die Augen glimmten dabei einen Moment lang auf, und als die Ratte peinvoll in sich zusammensackte bemerkte er aus den Augenwinkeln wie die Katze sich sträubend und fauchend von ihm weg bewegte. Er hatte versagt! Enormer Zorn und Agressivität breiteten sich in ihm aus. Er wiederholte das Spiel, Nacht für Nacht, und immer wieder schien die selbe Katze zurückzukehren. Aus einem für ihn unersichtlichem Grund, doch irgendwann kam ihm der absurde Gedanke das dieses Wesen von seinem Vater geschickt wurde um ihn auf die Probe zu stellen. Nach einer Weile schien die Katze nichts mehr von seiner Macht zu verspüren. Die Tiere starben reihenweise und immer wieder war keinerlei Reaktion der friedlich verweilenden Katze zu spüren. Vielmehr kam sie auf Shan’ hinzu und schlängelte sich mit einem, ja gar zufriedenen maunzen, um seine Beine.

Ein diabolisches und abgrundtief böses grinsen überzog seine sonst so feinen Gesichtszüge und verzerrte jenes zu einer Fratze. Er hatte es endlich geschafft, das dieses Wesen nicht wie sonst durch seine Macht aufschrak. Der erste Schritt war getan, und weitere würden auf seinem Weg der Perfektion folgen!

Ab dieser Nacht war die Katze spurlos verschwunden..........
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