Ein Brief an Fuad Ifrey

Moderator: Menekaner [Mod]

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Nasira Masari

Ein Brief an Fuad Ifrey

Beitrag von Nasira Masari »

Die Tage waren ruhig und die Sonne stand zäh wie eh und je am Horizont des menekanischen Himmels. Kein Sandkorn rührte sich, kein Palmblatt wog sich.
Nur langsam mochte man aus der Ferne der Wüste einen Punkt ausmachen, der sich der Stadt nähern mochte. Aus dem Punkt wurde eine Figur, aus der Figur eine Person. Schnell war der Schritt des Reittieres, welches schnaubend über die Sanddünen preschte; weder Müdigkeit noch Anstrengung konnten den jungen Mann dazu bewegen, die letzten Meter in ruhigem Schritt zu überwinden.

Wichtige Neuigkeiten waren zu überreichen. Neuigkeiten, die nicht von Interesse für die Stadt waren oder für dessen Erhabenen. Und doch war der Inhalt für bestimmte Personen sicher von großer Bedeutung....

Einer der Briefe mag bei dem Statthalter Fuad Ifrey eintreffen:

Salam ehrenwerter Statthalter Fuad, aus dem Hause der angesehenen Ifreys!

Selbst in die entlegensten Dörfer und Siedlungen ist bereits der Ruf ereilt, dass man dich zum Statthalter ernannte und so möchte ich dir in dieser Hinsicht zunächst einmal gratulieren! Auf dass du immer weise entscheiden magst und Eluive dabei hinter dir stehen mag!

Mein Schreiben wendet sich jedoch in einer privaten Angelegenheit an dich. Zwei junge Herzen aus je einem unserer Häuser fanden ihren Weg zueinander. Meine jüngste Tochter Nasira, angehörend dem Harem unseres allseits geliebten Emirs, soll, sobald sie ihren 21. Sommer vollendet hat, in die Hände des jungen Janitschars Saahir, aus dem Hause eurer ehrenwerten Familie, übergeben werden.
Ich habe lange überlegt und gar Informationen über den jungen Mann eingeholt, eine alte Gewohnheit wohl noch aus den Tagen, in denen ich für unseren Erhabenen diente.

Wie es der Anstand gebietet wende ich mich als Vater und treuer Anhänger des Emirs an dich, das Familienoberhaupt der Ifreys, um dir meine Entscheidung bekannt zu geben und deine Einwilligung einzuholen. Der junge Janitschar Saahir hat eine hoffnungsvolle Zukunft und meine Nasira wird sicher eine gute Frau ihm sein, um viele Kinder in die Welt zu setzen.

Respektvoll verbleibe ich und hoffe, du siehst jenes so wie ich...

Eluive schenke dir Wasser und gebe dir stets Schatten!


Faarooq Masari,
ehemals dem Erhabenen dienend als treuer Kämpfer und Sekban.
Fuad Ifrey

Re: Ein Brief an Fuad Ifrey

Beitrag von Fuad Ifrey »

Den Brief in der einen Hand. Den Krug mit warmer Milch in der anderen, Stand er auf seinem Balkon und lies die ersten Sonnenstrahlen, die die Meeresoberflache wie ein goldenes Flies erschienen ließ, seinen nackten Körper zum leben erwachen.
Wieder einmal musste er beim lesen eines Briefes feststellen, dass diese aufkommenden Gefühle von Freude, Verzweiflung und gar Trauer seinen Gesichtszügen ein unnatürliches zucken schenkten.

Im laufe des Tages verfasste er einen Brief. Welcher in die Siedlung zu Nasiras Vater gesandt wurde.

Salam Faarooq aus dem ehrhaften und von der Schönheit Menek'urs erfülltem Hause Masari.

Euer Segen über jene beiden jungen Kinder der Wüste bedeutet ihnen, wie auch den Oberhäuptern der Stadt viel. Und so erfüllt es mich mit Freude und auch großem Dank, dass ihr euch an mich wendet.
Doch aber auch mit ein wenig Trauer.
Denn erfahre ich von euch zum ersten male, dass mein junger Cousin das Herz eurer Tochter Nasira, gar einer Haremsdame raubte.

Ihr versteht mich als sorgetragendes Oberhaupt gewiss.
Wie soll ich dem jungen Saahir, der das kämpferische Blut der Ifrey wahrhaft in sich trägt, das Vertrauen schenken, ein guter Janitschar und vorallem eine sorgetragender Ehemann zu sein...
Wenn er dem Oberhaupt seines eigenen Hauses, ganz zu schweigen von seinem Cousin, mit welchem er schon so manch einmal gemeinsam das Reich vor Gefahr schützte, nicht den Mut und das Vertrauen besitzt eine solch erfreuliche Botschaft mir persönlich zu übersenden.

Ich werde ihm bisweilen keinen Segen schenken.
Saahir muss sich als pflichtbewusster Janitschar und auch als Mann des Hause Ifrey erst noch erweisen.

Ich habe einst dem Hause Masari einen Schwur gegeben. Das Haus nur das beste bieten. Es vor Unheil schützen und mit aller Kraft für seinen Glanz zu sorgen.
Denn auch ich nahm eine jener Blüten dieses Hauses, welche den Glanz und die Schönheit des Hause Masari verkörperten.
Doch das Schicksal und der Schatten ließ mich versagen und scheitern, meinem ehelichen Versprechen, des Schutzes nach zu kommen.

So bin ich Gewiss und zuversichtlich, dass ihr meinen Entscheid versteht.
Ich werde mich dieser Sache annehmen.
Denn nur das beste erhoffe ich mir für das Haus Masari und auch dem meinem.

Schenke dir die gebrisene stets Wasser und Schatten

Fuad Ifrey
Statthalter zu Menek'ur
Oberhaupt des Hause Ifrey
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