Es dämmert als Sarel den Schrein der Ehre westlich von Varuna betritt. Ein Ort der Göttin Temora, die er so sehr verachtete und voller Inbrunst Jagd auf ihre Diener machte. Ein seltsames gefühl war es, dass ihn befiel, dennoch kniete er sich nieder und begann zu beten. Voller Ehrfurcht pries er seinem Gott, dem All-Einen und einzig Wahren Alatar. Die Worte die über seine Lippen kamen gaben ihm Mut und Kraft, er spürte die Nähe des Herrn, wie er ihn beobachtete. Ruhig, mit aller Zeit der Welt zog er den großen und schlichten Bihänder vom Rücken, legte ihn quer über den Schrein ehe er das Ganze mit Öl übergoss und anzündete. Das Öl rann in die Gravuren und liesen so das Zeichen hellaufleuchten, die Flammen umspielten die Klinge.
Hail dir Alatar, ein treuer Diener bittet dich um Stärke und Kraft. Segne dieses Schwert, lass ihm deine Kraft und deinen Willen zu teil werden und geb mir die Macht es zu führen im Kampf gegen jene die dem falschen Weg beschreiten und sich uneinsichtig zeigen.
Eine Stimme durchschnitt die Luft, kaum dass er geendet hatte. Das Schwert aufnehmend richtet sich der Hühne auf und dreht sich langsam um. Nevyn Silberhand, Adlerritter und Ritter der Grafschaft Varuna stand hinter ihm.
Du willst also den Beweis haben dass mein Schwert und ich wert sind deine Gunst zu erhalten? Ich werde ihn in deinem Namen richten Alatar!
Und schon geht der erste Schlag der wuchtigen Klinge gen des Körpers seines Gegenübers. Ein heftiger aber doch kurzer Schlagabtausch entstand, bis die Klinge pulsierend den Weg gen dem Oberschenkel findet und den Ritter von den Beinen reisst. Die Klinge wird erhoben und saust im Stich herab in den Oberkörper des Ritters. Ein weiterer Stoß steht bevor als ein lauter Schrei ihn kurz stoppen lässt.
SAREL! HALTET EIN!
Da war es wieder, das beklemmende Gefühl dass er schon zu vor versprüt hatte. Darna von Elbenau hatte mal wieder das Talent ihm in die Quere zu kommen. Es war nicht die erste Begegnung der Beiden, doch diese sollte die Letzte werden..
Er vollendete den Stich, jagte das Schwert mit aller Kraft in den Oberschenkel des Ritters, der vor Schmerz nur laut aufschrei. Er würde nicht mehr fliehen und er würde sterben wenn Darna vor ihm zu Boden ging.
Das Schwert senkrecht vor dem Körper haltend wendet er sich Darna zu, wartend bis sie auf ihn zu kommt. Und das tat sie. Doch viel hatte sie gelernt in den letzten Begegnungen. Ein Schlag durchtrennt die Platte am rechten Oberarm, ein weiterer zertrümmert sein Schulterblatt und zwingt ihn in die Knie wo ein weiterer Hieb seinen Brustkorb entlang fährt. Kraftlos bricht der Hühne zusammen und fällt nach vorne ins nasse Gras. Sein Blut schimmert silbern im fahlen Mondlicht. Seine Sinne schwinden, und doch beendet seine ärgste Feindin nicht das was sie anfing. Nein .. sie schleift ihn zu seinem Pferd, setzt sich stützend hinter ihn und bringt ihn so auf den Boden des alatarischen Reiches um ihn in die Obhut der Garde und des Temples dort zu übergeben.
Nun liegt er im Tempel Rahals, Aliyahna und Mirvyn Tefra an seiner Seite, nur gebrochen unter Aufbietung aller Kraft berichtet er in groben Zügen was geschehen war.
Habe ich .. ihm .. ausreichend gedient .. Clerica?
Tonlos formen seine Lippen das Glaubensbekenntnis während die Templerin ihr eigenes Gebet spricht. Seine Hand umschliessen nocheinmal fest sein Schwert ehe der Körper erschlafft und seine Seele die Reise nach Nileth'Azur antritt.
[edit:
OOC: Hier nochmal ein herzliches Danke an alle Beteiligten. Es war ein schönes Event zum Abschluss des Chars. Und für alle die es nicht verstehen, es wird einfach Zeit für einen neuen Char :) ]
Sarel's Einzug in Nileth'Azur
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Sarel
Sarel's Einzug in Nileth'Azur
Zuletzt geändert von Sarel am Sonntag 9. Dezember 2007, 00:57, insgesamt 3-mal geändert.
- Aliyahna
- Beiträge: 635
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:19
"Clerica .. welcher Platz steht .. mir in der schwarzen Festung .. zu?"
"Das zu entscheiden, liegt alleine an unserem Herren.
Doch deine Seele wird nach Nileth'Azur wandern, schon bald.."
"Habe .. ich ihm .. ausreichend .. gedient?"
"Du hast deine Aufgabe gemeistert, Hauptmann
Auf der Irdischen gibt es nichts mehr für dich zu tun..
Der Herr wird dich in Nileth'Azur erwarten."
Alatar, allmächtiger Vater,
Sieh, einer deiner Jünger, ist bereit einzukehren in dein Reich..
Gedient hat er auf der Irdischen, doch seine Zeit ist nun gekommen..
Doch seine Treue, geht weit hinaus über den Tod..
Und so wird er dienen, in deinem Reiche, Nileth Azur's.
Und so tat Sarel, der Hauptmann der Garde, seinen letzten Atemzug, während die Templerin neben ihm kniete und ihn auf seinem letzten Weg begleitete. Weder Trauer, noch Mitleid standen ihr ins Gesicht geschrieben, wußte sie doch, dass er auf der Irdischen lange genug gedient hatte und nun bereit war für den letzten Schritt. Die nachtschwarze Festung würde ihn erwarten und so es in Alatars Sinn war, würde er vielleicht sogar an der Ehrentafel seinen Platz erhalten. Nein, Sarels Leben war nicht beendet, er war nur einen Schritt weiter gegangen...
"Das zu entscheiden, liegt alleine an unserem Herren.
Doch deine Seele wird nach Nileth'Azur wandern, schon bald.."
"Habe .. ich ihm .. ausreichend .. gedient?"
"Du hast deine Aufgabe gemeistert, Hauptmann
Auf der Irdischen gibt es nichts mehr für dich zu tun..
Der Herr wird dich in Nileth'Azur erwarten."
Alatar, allmächtiger Vater,
Sieh, einer deiner Jünger, ist bereit einzukehren in dein Reich..
Gedient hat er auf der Irdischen, doch seine Zeit ist nun gekommen..
Doch seine Treue, geht weit hinaus über den Tod..
Und so wird er dienen, in deinem Reiche, Nileth Azur's.
Und so tat Sarel, der Hauptmann der Garde, seinen letzten Atemzug, während die Templerin neben ihm kniete und ihn auf seinem letzten Weg begleitete. Weder Trauer, noch Mitleid standen ihr ins Gesicht geschrieben, wußte sie doch, dass er auf der Irdischen lange genug gedient hatte und nun bereit war für den letzten Schritt. Die nachtschwarze Festung würde ihn erwarten und so es in Alatars Sinn war, würde er vielleicht sogar an der Ehrentafel seinen Platz erhalten. Nein, Sarels Leben war nicht beendet, er war nur einen Schritt weiter gegangen...
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Nevyn Silberhand
Eigentlich hätte es ein ruhiger Abend an 'seinem' Schrein werden sollen.
Also eigentlich natürlich an Ihrem, Temoras, Schrein, aber Nevyn fühlte sich schon immer zum Schrein
der Ehre hingezogen, war es doch die Tugend, die er bei seiner Weihe erwählt hatte.
Er hatte schon länger kaum noch Zeit für sich gehabt und dieser Abend bot sich dafür an, zumal ja auch
die Wacht an den Schreinen zu den Aufgaben eines Ritters der Herrin gehörte.
Angetan im Ornat seines Standes und dem Wappenrock der Bruderschaft ritt er durch den Wald.
Im diffusen Dämmerlicht war es schwer, den sicheren Weg zu erkennen, doch die Herrin würde ihn behüten
und sicher an sein Ziel führen.
Schließlich erreichte er die Nähe des Schreins und sah schon von weitem das helle Fackellicht.
Fackellicht?
Er stutzte. Seit wann gab es denn Fackeln im Schrein?
Da musste schon jemand anderes sein...
Vor der Brücke zum Schrein stand ein Pferd.
Es war zerschunden und Wahnsinn lag in seinem Blick.
Als sich Nevyn näherte, schnaubte es und riss an den Zügeln, mit denen es an einen Baum gebunden war.
Jenes Pferd wirkte...vertraut. Auf eine unangenehme Art und Weise.
Vorsichtig trat er auf die Holzbohlen der Brücke, die Augen fest auf den Schrein gerichtet.
Vor dem heiligen Symbol kniete ein Mann in dunkler Rüstung, vor sich ein Schwert.
Ein mächtiger Zweihänder, tödlich in den richtigen Händen und in jenem Augenblick umspielt von Feuer
und Blut.
Der Schrein...entweiht!
"Hail dir Alatar, ein treuer Diener bittet dich um Stärke und Kraft. Segne dieses Schwert, lass ihm deine Kraft und deinen Willen zu teil werden und geb mir die Macht es zu führen im Kampf gegen jene die dem falschen Weg beschreiten und sich uneinsichtig zeigen." hörte er den Mann sprechen.
"Wer auch immer Du bist, Bastard, halte in Deinem schändlichen Treiben ein!"
Langsam erhob sich die Gestalt, wandte den maskierten Kopf zu ihm.
"Silberhand...bist Du gekommen, um zu sterben?"
"Sarel..." entfuhr es Nevyn geflüstert, mehr wie ein Fluch denn wie ein Name.
Diesmal waren es nur sie beide und sie wussten beide, dass es dieses Mal entschieden würde.
Krachend schlugen die Klingen aufeinander, Steinsplitter wurden durch den Zweihänder aus den steinernen
Wänden gehauen und die Flammen auf dem heiligen Symbol tauchten die Szenerie in ein gespenstisches Licht.
Nach kurzem hin und her musste Nevyn mit erschrecken feststellen, dass durch die Schändung des Schreins der
Zugriff auf die Macht Temoras derart eingeschränkt war, dass er sie nicht nutzen konnte.
So kam es, wie es kommen musste, Sarel landete harte Treffer, das verfluchte Schwert durchbohrte sein Bein
und der Ritter ging zu Boden.
Ein weiterer Stich...Schmerz...Heiss und kalt...Erinnerungen an den Kerker...Rahal...Sarel...
...muss die Disharmonien durchdringen...er würde sterben!...Darnas Stimme...heilen, er musste sich heilen...
...Dunkel...
(ooc: hat sehr viel Spass gemacht und ich es hat mich gefreut, dass ich als "letztes Opfer" auserkoren wurde :-))
Also eigentlich natürlich an Ihrem, Temoras, Schrein, aber Nevyn fühlte sich schon immer zum Schrein
der Ehre hingezogen, war es doch die Tugend, die er bei seiner Weihe erwählt hatte.
Er hatte schon länger kaum noch Zeit für sich gehabt und dieser Abend bot sich dafür an, zumal ja auch
die Wacht an den Schreinen zu den Aufgaben eines Ritters der Herrin gehörte.
Angetan im Ornat seines Standes und dem Wappenrock der Bruderschaft ritt er durch den Wald.
Im diffusen Dämmerlicht war es schwer, den sicheren Weg zu erkennen, doch die Herrin würde ihn behüten
und sicher an sein Ziel führen.
Schließlich erreichte er die Nähe des Schreins und sah schon von weitem das helle Fackellicht.
Fackellicht?
Er stutzte. Seit wann gab es denn Fackeln im Schrein?
Da musste schon jemand anderes sein...
Vor der Brücke zum Schrein stand ein Pferd.
Es war zerschunden und Wahnsinn lag in seinem Blick.
Als sich Nevyn näherte, schnaubte es und riss an den Zügeln, mit denen es an einen Baum gebunden war.
Jenes Pferd wirkte...vertraut. Auf eine unangenehme Art und Weise.
Vorsichtig trat er auf die Holzbohlen der Brücke, die Augen fest auf den Schrein gerichtet.
Vor dem heiligen Symbol kniete ein Mann in dunkler Rüstung, vor sich ein Schwert.
Ein mächtiger Zweihänder, tödlich in den richtigen Händen und in jenem Augenblick umspielt von Feuer
und Blut.
Der Schrein...entweiht!
"Hail dir Alatar, ein treuer Diener bittet dich um Stärke und Kraft. Segne dieses Schwert, lass ihm deine Kraft und deinen Willen zu teil werden und geb mir die Macht es zu führen im Kampf gegen jene die dem falschen Weg beschreiten und sich uneinsichtig zeigen." hörte er den Mann sprechen.
"Wer auch immer Du bist, Bastard, halte in Deinem schändlichen Treiben ein!"
Langsam erhob sich die Gestalt, wandte den maskierten Kopf zu ihm.
"Silberhand...bist Du gekommen, um zu sterben?"
"Sarel..." entfuhr es Nevyn geflüstert, mehr wie ein Fluch denn wie ein Name.
Diesmal waren es nur sie beide und sie wussten beide, dass es dieses Mal entschieden würde.
Krachend schlugen die Klingen aufeinander, Steinsplitter wurden durch den Zweihänder aus den steinernen
Wänden gehauen und die Flammen auf dem heiligen Symbol tauchten die Szenerie in ein gespenstisches Licht.
Nach kurzem hin und her musste Nevyn mit erschrecken feststellen, dass durch die Schändung des Schreins der
Zugriff auf die Macht Temoras derart eingeschränkt war, dass er sie nicht nutzen konnte.
So kam es, wie es kommen musste, Sarel landete harte Treffer, das verfluchte Schwert durchbohrte sein Bein
und der Ritter ging zu Boden.
Ein weiterer Stich...Schmerz...Heiss und kalt...Erinnerungen an den Kerker...Rahal...Sarel...
...muss die Disharmonien durchdringen...er würde sterben!...Darnas Stimme...heilen, er musste sich heilen...
...Dunkel...
(ooc: hat sehr viel Spass gemacht und ich es hat mich gefreut, dass ich als "letztes Opfer" auserkoren wurde :-))
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Darna von Hohenfels
Es wurde schon dunkel? Ach je! Seit Tagen nun hatte sie schon zum Schrein der Ehre gewollt, um über einige Probleme nachzudenken, und von Sturm bis zuviel Organisationsarbeit war ihr immer wieder was dazwischen gekommen. Die nächsten Tage würden auch nicht besser werden, und so eiste sie sich diesmal entschlossen los und gab Aarentrutz die Sporen.
Als sie ein weiteres Pferd entdeckte, merkte sie, daß sie nicht alleine war. Das zweite Pferd aber... ließ ihr ein Schaudern über den Rücken gleiten. Sie kannte es. Flanken und Maul blutig, ein... mißbrauchtes Nutzwerkzeug, anders war es nicht mehr zu beschreiben. Ein gebrochener Wille in einem geschundenen Leib. Sarels Pferd. Ihre Augen verengten sich beim Gedanken an den Reiter.
Ja, er war hier. Ihre Hand wanderte zum Schwertgriff, der golden aufglänzte, oft war es schwer zu sagen, ob dieses Signal nur Ausdruck ihres eigenen Gefühls war oder sie tatsächlich warnte. Es bestätigte sie nur immer in ihren Vermutungen. Hier war die Gewißheit schnell gegeben: dieser Tag würde nicht friedlich bleiben.
In dem Moment, wo sie mit einem halblaut gemurmelten "Herrin, ich klage an..." die hölzernen Stufen zum Steg betrat, hörte sie Nevyns gequälten Schrei und fühlte, wie sich um ihren Körper die Rüstung bildete. Sie sah die Flammen, spürte eher, als analysierend zu wissen, was hier gerade geschehen war und vor sich ging. Zorn wallte in ihr hoch.
"Sarel!"
"Hör auf! Feiger..." - ihr fiel nicht mal mehr ein Schimpfwort ein, daß seiner würdig wäre und sie noch in den Mund nehmen durfte. Sarel packte Nevyns Gesicht, als er Darna bemerkte, raunte ihm etwas zu:
"Ich schenke Euch die Zeit, bis Darna neben euch liegt - Ihr werdet kaum noch fliehen können, Silberhand..."
Nevyn konnte es tatsächlich nicht. Sie musste in letzter Sekunde gekommen sein und glaubte kaum mehr an Zufälle. Sarel... Hier... Sie spürte, wie auch der adlerkopfförmige Helm sich bildete, doch blieb das "Visier" diesmal offen, ihr Gesicht lag frei, gab die grimmige Mimik preis.
"Heute .. sind unsere Waffen ebenbürtig, von Elbenau. Der All-Eine hat es hier auf diesem Schrein in Flammen gesegnet."
Ebenbürtige Waffen... er trug einen Zweihänder, sie ihr Schwert, es mochte ungleich wirken, doch darum alleine ging es nicht. Sie horchte in sich, weil sie merkte, daß noch etwas fehlte: ihr Schild. Er blieb fort. Sie fixierte den Hauptmann der rahaler Garde, der sich im Kampf stets als gefährlich herausgestellt hatte. Noch etwas, das ihr gerade fehlte: Furcht.
"Vertrauen..."
Sie nahm die Klinge mittig vor sich in beide Hände.
"Hab Vertrauen."
"Ihr seid nicht der Erste, der derartiges versucht...", antwortete sie spät und fast schon gemächlich - oder gedanklich abwesend. Es fiel ihr schwer, sich völlig klar zu konzentrieren, diese Flammen, die frevelhafter Hohn auf dem Boden Temoras waren, schienen sie abzulenken, obwohl sie sie nicht mal von hier aus klar sehen konnte. Umso deutlicher wusste sie, daß sie da waren. Er hatte es geschafft, dem Schrein Schaden zuzufügen, Alatars Macht hierher zu locken. Dreckskerl.
"Hab Vertrauen."
"Ihr werdet nicht der Letzte sein - und die Schreine, die geschändet wurden, stehen wie eh und je." Diese Gewißheit gab Kraft. "Du kannst nicht die Quelle dessen vergiften, was hier verankert ist, Sarel. Dazu hast du nicht die Kraft. Und weder Nevyn noch ich werden zufällig hier sein. SIE weiß, wann Gefahr droht. Suhle dich ruhig in deinem Triumph. Hochmut kommt..."
"Wenn Ihr ihn retten wollt von Elbenau, dann tut es jetzt. Oder Ihr besiegelt sein Schicksal und schenkt ihm einen schmerzhaften Tod."
Nevyns Wundränder färbten sich langsam dunkler, wie Gift, das sich schleichend in seinem Körper ausbreitete.
Der Tanz begann - und käme es zwischen ihnen sowieso immer zum Kampf, so hatte sie hier, jetzt, erst recht einer Aufgabe, einer Verpflichtung, einer Lebensart nachzukommen.
Laut verkündete sie, auf der kleinen Holzbrücke zum Schrein stehend:
"Es reicht, Sarel. Ihr habt genug Schandtaten begangen, daß ich von hier nicht gehen werde, ehe einer von uns beiden tot ist.
Ich fordere Euch, Sarel, auf's dritte Blut, hier vor ihrem Schrein, in ihrem Namen. Ich fordere Euch für die Menschen, die Ihr gequält und getötet habt, selbst für die Grausamkeiten, die Ihr Eurem armen..", sie stockte kurz kaum merklich, als ihr von den Flammen im Schrein eine Woge von Mißtönen entgegenschwappte, dann brüllte sie umso energischer: "Eurem armen Pferd, dem Stolz eines jeden aufrechten Streites, angetan habt, fordere ich Euch! Im Namen der göttlichen Ritterin!"
"So kommt und versucht, Euch das zu holen, wonach es euch verlangt", spöttelte Sarel, "mit Euren Worten werdet Ihr bei mir nichts erreichen!"
Sie hob das Schwert in beiden Händen: "So sei es ihre Klinge!"
Er blieb dicht beim Schrein, sich den Platz für den sperrigen Zweihänder bewahrend, und sie setzte eine erste Attacke, die er bekannt wuchtig und rasch erwiderte - ein Schritt die Holztreppe zurück, und seine schwere Klinge fraß sich in das hölzerne Geländer des Steges. Sie wartete den berstenden Ton kaum ab, es war das, was sie brauchte: seine Klinge verrichtete unnütze Arbeit, während ihre mit ungewohnter Gnadenlosigkeit nach Sarels Schulter zielte.
Er verdiente keine Schonung mehr, und auch wenn es ihr schwer fiel, war die Zeit ihrer Skrupel ihm gegenüber vorbei.
Leider drehte es sich weg, ihre helle Klinge riß etwas die Rüstung auf, ohne ihm größeren Schaden zuzufügen. Er wich zurück, und hörte hinter sich nur noch das Geräusch des durch die Luft schneidenden Paladinschwertes. Mit einer Rückwärtsdrehung hob er gleichzeitig auf blanken Verdacht seine Waffe zur Parade - die beiden Schwerter knallten klirrend aufeinander. Einen Moment fühlte sie sich, als würden ihr von dieser bloßen Wucht vibrierend gleich die Arme zerbröseln, doch sie wollte keine Schwäche: "DEIN GLAUBE MEINE KRAFT!"
Sarel selber taumelte durch diese Kraft überrascht nach hinten gegen den Pfeiler des Schreines. Abermals wanderte ein goldenes Glänzen über ihre Rüstung, als sie ihm mit anklagendem Zorn nachsetzte: "Menschenvergifter!" Ihr Gegner schloß am Pfeiler die Augen und senkte kurz den Kopf, ihre Klinge raste wieder auf ihn zu - keinen Herzschlag später schwenkte er den Körper zur Seite und brachte den Pfeiler zwischen sich und ihn. Mit einem häßlichen Kreischen kratzte ihr Schwert funkensprühend über den grauen Stein, doch hinterließ der Treffer komischerweise keinen Schaden. Von rechts kam nun mit tödlichem Schwung der Zweihänder knapp auf Halshöhe auf sie zu, sie duckte sich unter dem Schlag, die Waffe sauste über ihren Kopf hinweg, traf ebenso den Pfeiler, und kleine Gesteinsbrocken flogen, hinterließen eine Kerbe. "Schulter offen. Ich muß nur hoch", stand als aus dem Geschehen resultierendes Wissen in ihren Gedanken, und sie drückte sich von der Säule ab, sprang regelrecht schräg nach oben und führte ihren nächsten Hieb, heute mit jedem Schlag bereit, Sarel in Stücke zu hacken.
Sie traf. "Pferdeschinder!", blaffte sie ihm gleichzeitig anklagend entgegen und riß das Schwert zurück, das sich tief ins Fleisch seines linken Armes geschnitten hatte. Er musste den schweren Zweihänder fallen lassen und zog sich zurück, die Wunde klaffte und blutete stark.
"Dein Blut auf ihrem Boden..." - es mißfiel ihr. Am liebsten hätte sie hier gar nicht gekämpft, doch dieser Bastard ließ ihr keine Wahl. "Tod. Du bist tot, Sarel." Er griff eine Fackel, die neben dem Schrein noch in den Boden gerammt stand, nahm sie in die gesunde rechte Hand und führte sie mit wuchtigen Hieben wie einen Streitkolben, jede Deckung vernachlässigend. Er weigerte sich, das Unvermeidliche anzuerkennen, doch als die Flammen fauchend das erste Mal vor ihrem Gesich vorbeisausten, Funken warfen, zuckte sie das erste Mal innerlich in Angst zurück. Feuer. Und ihr Gesicht war offen.
"Er ist dir unterlegen. Hoffnungslos unterlegen", wehrte sie sich innerlich gegen die alte Furcht, die sie lähmen wollte und ihre Miene wurde verbissen. Sie zog den Ellbogen hoch, und die Fackel glitt an ihrem Arm ab. Er trieb sie gerade zurück und wollte sie offenbar in die Nähe Nevyns bringen, den sie hinter sich beten hörte.
"Du musst ihn schützen!" Sie rammte ihren Fuß in den Boden. Keinen Schritt zurück mehr! "Folterknecht!" Wieder anklagend riß sie ihr Schwert in einen diagonalen Hieb voraus, spaltete die Fackel und fraß sich dicht über der bereits bestehenden Wunde erneut in seine Schulter, zwang ihn in die Knie. Merklich in Rage zog die Paladin das Schwert heraus und hielt so schnell nicht inne, schwenkte die blutige Klinge über den Kopf ihres Feindes, der immer noch höhnisch zu ihr aufblickte. Als wäre es die schlimmste aller Anklagen, erscholl es: "LÜGNER!", als das geweihte Schwert quer über seine Brust fuhr, Wappenrock, Waffengurt, Rüstung und Fleisch zerteilte. Zufrieden auflächelnd fiel Sarel nach vorne über und keuchte nur noch.
Über ihm stehend und seinen Rücken offen vor Augen ließ sie die Spitze des noch immer in beiden Händen gehaltenen Schwertes senkrecht nach unten sacken. "Drittes Blut. Tod."
Röchelnd und Blut beim Sprechen mit ausstoßend, war Sarel kaum zu verstehen - oder fiel es ihr nur schwer, ihn über das Rauschen ihres eigenen Blutes in den Ohren zu hören? "Jaaa... gebt Euch Eurem Haß hin und versetzt mir den Todesstoß, den Ihr mir zugedacht habt... Gebt Euch der Wut hin, Darna..."
"Pantherdiener!", schien der Stimme nach ihr Zorn doch noch eine Steigerung zu kennen, weiß glänzend und bluttriefend fuhr die Schwertspitze nach unten, während sie mit gleicher Bewegung auf ein Knie ging, um ihn mit aller Kraft zu erstechen. Die Spitze durchdrang Umhang, kratzte tief die Platte - und verharrte. "Er ist schon tot."
"Öffnet Euch dem Willen des Herrn!", keuchte er nachdringlich, als er ihr Stocken bemerkte.
"Das hättest du gerne", fauchte sie kalt und packte ihn durch die schwarze Kapuze am Schopf. Er schien nicht einmal mehr zum Stöhnen die Kraft zu haben, sondern sah sie aus blutunterlaufenen Augen nur an - ein Blick, der bereits langsam in eine weite Ferne zu rücken schien. Sie selber kehrte gerade zurück. "Es ist vorbei, Sarel", lautete die leise, wieder halbwegs beherrschte Feststellung.
"Ich kann sie sehen, die schwarzen Mauern von Nileth Azur..."
"Hier?", fragte sich ein Teil von ihr verwundert, fast erschrocken - sie spürte die Nähe von Temoras Kraft. Nur nicht so... innig wie sonst hier, nicht wahr? Er hatte sich am Schrein vergangen. In die Erde war von Kampfeswut durchsetztes Blut gedrungen. Sein Glaube musste erschüttert werden, wenn sie ihn Alatar abspenstig machen wollte. Er wollte zu ihm.
Nun war sie es, die sich dichter an sein Ohr beugte und ekelhaft freundlich klang: "Ihr werdet an ihrem Schrein sterben, Sarel... vor ihren Augen... ausgerechnet an einem ihrer heiligen Orte... seht Euch Nileth Azur gut an...", ihre Stimme wurde plötzlich kalt: "Ihr werdet es nicht erreichen."
"Ihr irrt.. Euch, ..von.. Elbenau..." Er hatte kaum mehr Kraft, doch klang er völlig sicher. Sie ließ seinen Kopf gerade mal umsichtig genug los, um sein Gesicht nicht völlig entwürdigend ins Gras klatschen zu lassen. "Meine Taten .. sprechen für mich .. und mich hier .. sterben zu lassen .. wird euren so geliebten Schrein nur .. mit meinem toten Blut besudeln."
Die Mißtöne wurden lauter, wenn man überhaupt vom Hören sprechen konnte, je leiser Sarel wurde. "Nicht zweifeln."
"Ich denke, Ihr irrt", widersprach sie, "Die Seherin wird es gefügt haben, Euch hier in Empfang nehmen zu können, und sei es nur ein 'Abfangen'... sie ist der Adler, Sarel. Das ist ein Greifvogel." "Ihr glaubt gerne, der Panther wär das einzige Raubtier, nicht wahr?"
Sie hob das Schwert über ihn und intonierte: "Herrin, hier an deinem heiligen Orte liegt ein gefallenes Kind, das deiner Wachsamkeit bedarf..." Ihr Blick beobachtete grimmig, wie die unheiligen Flammen am Schrein sich wehrend aufflackerten und langsam an Sarels Blut entlang zu ihm hinwanderten. Dunkler Nebel stieg aus dem Wasser auf und begann, sich langsam um die Fußgelenke und um den Sterbenden zu schlingen.
"Tut euch selber einen Gefallen und .. bringt mich nach Rahal .. ich habe was ich .. wollte .. den Einzug in .. die schwarze Festung."
Ihr Blick beobachtete den Nebel, ihr Kopf ruckte zum Schrein, zu Nevyn, der selber mit Gebeten gegen die Schmerzen und seinen Tod ankämpfte. Überall Blut auf dem Boden "Zu viel Tod." Hatte Sarel etwa recht, götterverflucht? Sie wollte ihm nicht glauben, nicht durch den Ratschlag eines sterbenden Pantherdieners ihm einen Dienst erweisen und den Schrein fliehen. Niemals. Abrupt stand sie auf und betrat das Innere des kleinen Gebäudes.
Sie sah auf die grün-goldene Platte und das heilige Symbol, um das noch Flammen tanzten. Sie befreite das Schwert vom Blut und hob die rechte Hand zum Symbol des Kelches auf dem Boden:
"Herrin, in allem liege Nutzen wie Verderben, und wo das verdorbene Feuer waltet, da rufe ich zu dir und bitte um Wasser, so rein wie jenes, das deinen Baum speise, so rein wie jenes, das uns tränke und Leben schenkt, rein genug, dir zu dienen..."
Sie schloß die Augen und spürte zufrieden, wie für andere beobachtbar aus dem Kelchsymbol Wasser quoll, als entströme es dem Gefäß selber. Die Flammen erloschen, doch krochen die verbliebenen weiter auf den sterbenden Körper des rahaler Hauptmannes zu. Die Zeit drängte, und sie kniete nieder, sprach leiser: "Der Kampf nicht vorbei, ich weiß es, spüre es... hilf mir, Herrin, im Zeichen der Geistigkeit erbitte ich deinen Rat..."
Eine Weile verharrte sie still, dann weitete sie mit kalt entschlossenem Blick die Augen. Draußen welkte unter Sarel sogar das erste Gras. "Er muß weg. Ich bin kein Priester, um seine Seele hier aufzuhalten.
Sie stand abrupt auf, verneigte sich und ging nach draußen, fixierte Nevyn, dem der Schweiß auf der Stirn stand. "Es ist ein Befehl, Adlerritter...", meinte sie gedehnt, entschlossen und streng, "Ihr werdet Ihr ausharren müssen, bis ich zurück bin... und wagt es nicht, hier zu sterben!"
Das Schwert noch immer in der Linken, packte mit der Rechten Nevyns Schulter und starrte ihn an, bat Temora um alle Kraft, die sie ihm gewähren mochte. "Duchhalten. Schwört es."
Ein schwaches Nicken war zu erkennen: "Ich... gebe... mir Mühe."
Das reichte ihr nicht und beunruhigte sie umso mehr, doch weniges war nun überflüssiger als Diskussionen. Sie konzentrierte sich, scheidete ihr Schwert und packte Sarel, um ihn trotz Rüstung von der Insel eher zu tragen als zu schleifen.
"Das verdient Ihr gar nicht, mir so einen Gefallen zu schulden...", murmelte sie, während ihre Augen die rahaler Grenze absuchten. Doch die Feindesstadt sollte wissen, was geschehen war. Sarel lag im Sterben. Ausgerechnet die Ehre gebot, selbst dem schlimmsten Feind die Rückkehr in die Heimat zum Sterben oder seiner Leiche zu gewähren. Und Ehrentaten waren es, die der Schrein nun brauchte.
Endlich traf sie auf eine der erhofften Grenzposten und zügelte Sarels Pferd, wo der Rahaler vor ihr quer über dem Sattel lag, sie dahinter sitzend. "He, Ihr!", rief sie mit strenger Stimme, sobald sich ein Schemen langsam in Bewegung setzte. Schnell erkannte sie, um was es sich handelte: eine Priesterin auch noch ausgerechnet. Fast schlimmer noch, die Priesterin, mit der sie eh nun bald schon geraume Zeit in persönlicherer Fehde lag. Im gleichen Moment des gegenseitigen Erkennens formte sich plötzlich auch das Visier ihres Helmes. Eine zweite Gestalt trat neben sie, eine Gardistin Rahals. "Bloß kein Kampf."
"Keinen Schritt weiter", erklang der Priesterin Stimme scharf.
"Hab ich auch nicht vor", erwiderte sie knapp, "Ich habe hier jemanden für Euch..."
"Das sehe ich. Tot?", erklang es fast gelangweilt.
"Noch nicht. Greift ihr mich an, ist er es", konterte sie nüchtern, "Ihr solltet ihn also beser in eure verfluchte Stadt schleppen."
"Das Leben eines einzelnen Gardisten ist wertlos", kam als Antwort, "Und um Euch zu töten wird ein jeder Gardist gern sein Leben geben..."
"Was machen sie eigentlich mit ihren Leuten, daß sie sich sowas neben einer einzelnen Gardistin zu sagen traut?", fragte sie sich kurz verwundert, doch dann packte sie erneut Sarels Kopf und zog dabei die Kapuze nach hinten. "Der hier ist auch wertlos?", fragte sie provozierend und merkte trotz der Maske am Blick der Priesterin, daß sie einen Treffer gesetzt hatte.
"Gardistin, nehmt den Hauptmann in Empfang."
"Ihr solltet Euch vielleicht mehr um das Leben eines Mannes sorgen, der... HALT." Sie fixierte die Gardistin, die sich gerade in Bewegung hatte setzen wollen und nun kurz zögerte. Darna war nicht gewillt, Sarel diesen Leuten einfach nur zu überlassen, dann hätte sie ihn eben auch einfach abwerfen und fortreiten können.
"...eines Mannes, der recht eindringlich versucht hat, einen ihrer Schreine zu schänden" - das klang in deren Ohren sicher wie ein Verdienst, also fügte sie an: "Nehmt das hier ruhig als Ergebnis."
"Rückt den Mann raus, oder ich zerstöre einen jeden eurer Schreine einzeln", zischte die Templerin.
"Pflegt ihn gut, dann schafft er es vielleicht selber, sein Pferd zurückzufordern", erwiderte sie kalt, "Es hat genug unter ihm gelitten." Sie ließ Sarel nun gerade so rücksichtsvoll genug herunter, daß die Gardistin ihn in Empfang nehmen konnte. Er war schlaff, das Gesicht blutleer und eingefallen. Vielleicht war er sogar schon tot. "Ich sollte hier weg."
"Ich bin sicher, man sieht sich wieder."
"Ja, man sieht sich wieder", schien die Priesterin ihr zu versprechen.
Sobald es seines sonstigen Reiters und Herren entledigt war, weigerte sich das irrsinnige Tier unter der Paladin und wollte zu Sarel, und es brauchte Darnas ganze Reitkünste, daß man sie wenig später etwas schlingernd den Weg zurück zum Schrein reiten sah. "Ich hoffe, daß wenigstens dir noch zu helfen ist, armes Pferd..."
Als sie ein weiteres Pferd entdeckte, merkte sie, daß sie nicht alleine war. Das zweite Pferd aber... ließ ihr ein Schaudern über den Rücken gleiten. Sie kannte es. Flanken und Maul blutig, ein... mißbrauchtes Nutzwerkzeug, anders war es nicht mehr zu beschreiben. Ein gebrochener Wille in einem geschundenen Leib. Sarels Pferd. Ihre Augen verengten sich beim Gedanken an den Reiter.
Ja, er war hier. Ihre Hand wanderte zum Schwertgriff, der golden aufglänzte, oft war es schwer zu sagen, ob dieses Signal nur Ausdruck ihres eigenen Gefühls war oder sie tatsächlich warnte. Es bestätigte sie nur immer in ihren Vermutungen. Hier war die Gewißheit schnell gegeben: dieser Tag würde nicht friedlich bleiben.
In dem Moment, wo sie mit einem halblaut gemurmelten "Herrin, ich klage an..." die hölzernen Stufen zum Steg betrat, hörte sie Nevyns gequälten Schrei und fühlte, wie sich um ihren Körper die Rüstung bildete. Sie sah die Flammen, spürte eher, als analysierend zu wissen, was hier gerade geschehen war und vor sich ging. Zorn wallte in ihr hoch.
"Sarel!"
"Hör auf! Feiger..." - ihr fiel nicht mal mehr ein Schimpfwort ein, daß seiner würdig wäre und sie noch in den Mund nehmen durfte. Sarel packte Nevyns Gesicht, als er Darna bemerkte, raunte ihm etwas zu:
"Ich schenke Euch die Zeit, bis Darna neben euch liegt - Ihr werdet kaum noch fliehen können, Silberhand..."
Nevyn konnte es tatsächlich nicht. Sie musste in letzter Sekunde gekommen sein und glaubte kaum mehr an Zufälle. Sarel... Hier... Sie spürte, wie auch der adlerkopfförmige Helm sich bildete, doch blieb das "Visier" diesmal offen, ihr Gesicht lag frei, gab die grimmige Mimik preis.
"Heute .. sind unsere Waffen ebenbürtig, von Elbenau. Der All-Eine hat es hier auf diesem Schrein in Flammen gesegnet."
Ebenbürtige Waffen... er trug einen Zweihänder, sie ihr Schwert, es mochte ungleich wirken, doch darum alleine ging es nicht. Sie horchte in sich, weil sie merkte, daß noch etwas fehlte: ihr Schild. Er blieb fort. Sie fixierte den Hauptmann der rahaler Garde, der sich im Kampf stets als gefährlich herausgestellt hatte. Noch etwas, das ihr gerade fehlte: Furcht.
"Vertrauen..."
Sie nahm die Klinge mittig vor sich in beide Hände.
"Hab Vertrauen."
"Ihr seid nicht der Erste, der derartiges versucht...", antwortete sie spät und fast schon gemächlich - oder gedanklich abwesend. Es fiel ihr schwer, sich völlig klar zu konzentrieren, diese Flammen, die frevelhafter Hohn auf dem Boden Temoras waren, schienen sie abzulenken, obwohl sie sie nicht mal von hier aus klar sehen konnte. Umso deutlicher wusste sie, daß sie da waren. Er hatte es geschafft, dem Schrein Schaden zuzufügen, Alatars Macht hierher zu locken. Dreckskerl.
"Hab Vertrauen."
"Ihr werdet nicht der Letzte sein - und die Schreine, die geschändet wurden, stehen wie eh und je." Diese Gewißheit gab Kraft. "Du kannst nicht die Quelle dessen vergiften, was hier verankert ist, Sarel. Dazu hast du nicht die Kraft. Und weder Nevyn noch ich werden zufällig hier sein. SIE weiß, wann Gefahr droht. Suhle dich ruhig in deinem Triumph. Hochmut kommt..."
"Wenn Ihr ihn retten wollt von Elbenau, dann tut es jetzt. Oder Ihr besiegelt sein Schicksal und schenkt ihm einen schmerzhaften Tod."
Nevyns Wundränder färbten sich langsam dunkler, wie Gift, das sich schleichend in seinem Körper ausbreitete.
Der Tanz begann - und käme es zwischen ihnen sowieso immer zum Kampf, so hatte sie hier, jetzt, erst recht einer Aufgabe, einer Verpflichtung, einer Lebensart nachzukommen.
Laut verkündete sie, auf der kleinen Holzbrücke zum Schrein stehend:
"Es reicht, Sarel. Ihr habt genug Schandtaten begangen, daß ich von hier nicht gehen werde, ehe einer von uns beiden tot ist.
Ich fordere Euch, Sarel, auf's dritte Blut, hier vor ihrem Schrein, in ihrem Namen. Ich fordere Euch für die Menschen, die Ihr gequält und getötet habt, selbst für die Grausamkeiten, die Ihr Eurem armen..", sie stockte kurz kaum merklich, als ihr von den Flammen im Schrein eine Woge von Mißtönen entgegenschwappte, dann brüllte sie umso energischer: "Eurem armen Pferd, dem Stolz eines jeden aufrechten Streites, angetan habt, fordere ich Euch! Im Namen der göttlichen Ritterin!"
"So kommt und versucht, Euch das zu holen, wonach es euch verlangt", spöttelte Sarel, "mit Euren Worten werdet Ihr bei mir nichts erreichen!"
Sie hob das Schwert in beiden Händen: "So sei es ihre Klinge!"
Er blieb dicht beim Schrein, sich den Platz für den sperrigen Zweihänder bewahrend, und sie setzte eine erste Attacke, die er bekannt wuchtig und rasch erwiderte - ein Schritt die Holztreppe zurück, und seine schwere Klinge fraß sich in das hölzerne Geländer des Steges. Sie wartete den berstenden Ton kaum ab, es war das, was sie brauchte: seine Klinge verrichtete unnütze Arbeit, während ihre mit ungewohnter Gnadenlosigkeit nach Sarels Schulter zielte.
Er verdiente keine Schonung mehr, und auch wenn es ihr schwer fiel, war die Zeit ihrer Skrupel ihm gegenüber vorbei.
Leider drehte es sich weg, ihre helle Klinge riß etwas die Rüstung auf, ohne ihm größeren Schaden zuzufügen. Er wich zurück, und hörte hinter sich nur noch das Geräusch des durch die Luft schneidenden Paladinschwertes. Mit einer Rückwärtsdrehung hob er gleichzeitig auf blanken Verdacht seine Waffe zur Parade - die beiden Schwerter knallten klirrend aufeinander. Einen Moment fühlte sie sich, als würden ihr von dieser bloßen Wucht vibrierend gleich die Arme zerbröseln, doch sie wollte keine Schwäche: "DEIN GLAUBE MEINE KRAFT!"
Sarel selber taumelte durch diese Kraft überrascht nach hinten gegen den Pfeiler des Schreines. Abermals wanderte ein goldenes Glänzen über ihre Rüstung, als sie ihm mit anklagendem Zorn nachsetzte: "Menschenvergifter!" Ihr Gegner schloß am Pfeiler die Augen und senkte kurz den Kopf, ihre Klinge raste wieder auf ihn zu - keinen Herzschlag später schwenkte er den Körper zur Seite und brachte den Pfeiler zwischen sich und ihn. Mit einem häßlichen Kreischen kratzte ihr Schwert funkensprühend über den grauen Stein, doch hinterließ der Treffer komischerweise keinen Schaden. Von rechts kam nun mit tödlichem Schwung der Zweihänder knapp auf Halshöhe auf sie zu, sie duckte sich unter dem Schlag, die Waffe sauste über ihren Kopf hinweg, traf ebenso den Pfeiler, und kleine Gesteinsbrocken flogen, hinterließen eine Kerbe. "Schulter offen. Ich muß nur hoch", stand als aus dem Geschehen resultierendes Wissen in ihren Gedanken, und sie drückte sich von der Säule ab, sprang regelrecht schräg nach oben und führte ihren nächsten Hieb, heute mit jedem Schlag bereit, Sarel in Stücke zu hacken.
Sie traf. "Pferdeschinder!", blaffte sie ihm gleichzeitig anklagend entgegen und riß das Schwert zurück, das sich tief ins Fleisch seines linken Armes geschnitten hatte. Er musste den schweren Zweihänder fallen lassen und zog sich zurück, die Wunde klaffte und blutete stark.
"Dein Blut auf ihrem Boden..." - es mißfiel ihr. Am liebsten hätte sie hier gar nicht gekämpft, doch dieser Bastard ließ ihr keine Wahl. "Tod. Du bist tot, Sarel." Er griff eine Fackel, die neben dem Schrein noch in den Boden gerammt stand, nahm sie in die gesunde rechte Hand und führte sie mit wuchtigen Hieben wie einen Streitkolben, jede Deckung vernachlässigend. Er weigerte sich, das Unvermeidliche anzuerkennen, doch als die Flammen fauchend das erste Mal vor ihrem Gesich vorbeisausten, Funken warfen, zuckte sie das erste Mal innerlich in Angst zurück. Feuer. Und ihr Gesicht war offen.
"Er ist dir unterlegen. Hoffnungslos unterlegen", wehrte sie sich innerlich gegen die alte Furcht, die sie lähmen wollte und ihre Miene wurde verbissen. Sie zog den Ellbogen hoch, und die Fackel glitt an ihrem Arm ab. Er trieb sie gerade zurück und wollte sie offenbar in die Nähe Nevyns bringen, den sie hinter sich beten hörte.
"Du musst ihn schützen!" Sie rammte ihren Fuß in den Boden. Keinen Schritt zurück mehr! "Folterknecht!" Wieder anklagend riß sie ihr Schwert in einen diagonalen Hieb voraus, spaltete die Fackel und fraß sich dicht über der bereits bestehenden Wunde erneut in seine Schulter, zwang ihn in die Knie. Merklich in Rage zog die Paladin das Schwert heraus und hielt so schnell nicht inne, schwenkte die blutige Klinge über den Kopf ihres Feindes, der immer noch höhnisch zu ihr aufblickte. Als wäre es die schlimmste aller Anklagen, erscholl es: "LÜGNER!", als das geweihte Schwert quer über seine Brust fuhr, Wappenrock, Waffengurt, Rüstung und Fleisch zerteilte. Zufrieden auflächelnd fiel Sarel nach vorne über und keuchte nur noch.
Über ihm stehend und seinen Rücken offen vor Augen ließ sie die Spitze des noch immer in beiden Händen gehaltenen Schwertes senkrecht nach unten sacken. "Drittes Blut. Tod."
Röchelnd und Blut beim Sprechen mit ausstoßend, war Sarel kaum zu verstehen - oder fiel es ihr nur schwer, ihn über das Rauschen ihres eigenen Blutes in den Ohren zu hören? "Jaaa... gebt Euch Eurem Haß hin und versetzt mir den Todesstoß, den Ihr mir zugedacht habt... Gebt Euch der Wut hin, Darna..."
"Pantherdiener!", schien der Stimme nach ihr Zorn doch noch eine Steigerung zu kennen, weiß glänzend und bluttriefend fuhr die Schwertspitze nach unten, während sie mit gleicher Bewegung auf ein Knie ging, um ihn mit aller Kraft zu erstechen. Die Spitze durchdrang Umhang, kratzte tief die Platte - und verharrte. "Er ist schon tot."
"Öffnet Euch dem Willen des Herrn!", keuchte er nachdringlich, als er ihr Stocken bemerkte.
"Das hättest du gerne", fauchte sie kalt und packte ihn durch die schwarze Kapuze am Schopf. Er schien nicht einmal mehr zum Stöhnen die Kraft zu haben, sondern sah sie aus blutunterlaufenen Augen nur an - ein Blick, der bereits langsam in eine weite Ferne zu rücken schien. Sie selber kehrte gerade zurück. "Es ist vorbei, Sarel", lautete die leise, wieder halbwegs beherrschte Feststellung.
"Ich kann sie sehen, die schwarzen Mauern von Nileth Azur..."
"Hier?", fragte sich ein Teil von ihr verwundert, fast erschrocken - sie spürte die Nähe von Temoras Kraft. Nur nicht so... innig wie sonst hier, nicht wahr? Er hatte sich am Schrein vergangen. In die Erde war von Kampfeswut durchsetztes Blut gedrungen. Sein Glaube musste erschüttert werden, wenn sie ihn Alatar abspenstig machen wollte. Er wollte zu ihm.
Nun war sie es, die sich dichter an sein Ohr beugte und ekelhaft freundlich klang: "Ihr werdet an ihrem Schrein sterben, Sarel... vor ihren Augen... ausgerechnet an einem ihrer heiligen Orte... seht Euch Nileth Azur gut an...", ihre Stimme wurde plötzlich kalt: "Ihr werdet es nicht erreichen."
"Ihr irrt.. Euch, ..von.. Elbenau..." Er hatte kaum mehr Kraft, doch klang er völlig sicher. Sie ließ seinen Kopf gerade mal umsichtig genug los, um sein Gesicht nicht völlig entwürdigend ins Gras klatschen zu lassen. "Meine Taten .. sprechen für mich .. und mich hier .. sterben zu lassen .. wird euren so geliebten Schrein nur .. mit meinem toten Blut besudeln."
Die Mißtöne wurden lauter, wenn man überhaupt vom Hören sprechen konnte, je leiser Sarel wurde. "Nicht zweifeln."
"Ich denke, Ihr irrt", widersprach sie, "Die Seherin wird es gefügt haben, Euch hier in Empfang nehmen zu können, und sei es nur ein 'Abfangen'... sie ist der Adler, Sarel. Das ist ein Greifvogel." "Ihr glaubt gerne, der Panther wär das einzige Raubtier, nicht wahr?"
Sie hob das Schwert über ihn und intonierte: "Herrin, hier an deinem heiligen Orte liegt ein gefallenes Kind, das deiner Wachsamkeit bedarf..." Ihr Blick beobachtete grimmig, wie die unheiligen Flammen am Schrein sich wehrend aufflackerten und langsam an Sarels Blut entlang zu ihm hinwanderten. Dunkler Nebel stieg aus dem Wasser auf und begann, sich langsam um die Fußgelenke und um den Sterbenden zu schlingen.
"Tut euch selber einen Gefallen und .. bringt mich nach Rahal .. ich habe was ich .. wollte .. den Einzug in .. die schwarze Festung."
Ihr Blick beobachtete den Nebel, ihr Kopf ruckte zum Schrein, zu Nevyn, der selber mit Gebeten gegen die Schmerzen und seinen Tod ankämpfte. Überall Blut auf dem Boden "Zu viel Tod." Hatte Sarel etwa recht, götterverflucht? Sie wollte ihm nicht glauben, nicht durch den Ratschlag eines sterbenden Pantherdieners ihm einen Dienst erweisen und den Schrein fliehen. Niemals. Abrupt stand sie auf und betrat das Innere des kleinen Gebäudes.
Sie sah auf die grün-goldene Platte und das heilige Symbol, um das noch Flammen tanzten. Sie befreite das Schwert vom Blut und hob die rechte Hand zum Symbol des Kelches auf dem Boden:
"Herrin, in allem liege Nutzen wie Verderben, und wo das verdorbene Feuer waltet, da rufe ich zu dir und bitte um Wasser, so rein wie jenes, das deinen Baum speise, so rein wie jenes, das uns tränke und Leben schenkt, rein genug, dir zu dienen..."
Sie schloß die Augen und spürte zufrieden, wie für andere beobachtbar aus dem Kelchsymbol Wasser quoll, als entströme es dem Gefäß selber. Die Flammen erloschen, doch krochen die verbliebenen weiter auf den sterbenden Körper des rahaler Hauptmannes zu. Die Zeit drängte, und sie kniete nieder, sprach leiser: "Der Kampf nicht vorbei, ich weiß es, spüre es... hilf mir, Herrin, im Zeichen der Geistigkeit erbitte ich deinen Rat..."
Eine Weile verharrte sie still, dann weitete sie mit kalt entschlossenem Blick die Augen. Draußen welkte unter Sarel sogar das erste Gras. "Er muß weg. Ich bin kein Priester, um seine Seele hier aufzuhalten.
Sie stand abrupt auf, verneigte sich und ging nach draußen, fixierte Nevyn, dem der Schweiß auf der Stirn stand. "Es ist ein Befehl, Adlerritter...", meinte sie gedehnt, entschlossen und streng, "Ihr werdet Ihr ausharren müssen, bis ich zurück bin... und wagt es nicht, hier zu sterben!"
Das Schwert noch immer in der Linken, packte mit der Rechten Nevyns Schulter und starrte ihn an, bat Temora um alle Kraft, die sie ihm gewähren mochte. "Duchhalten. Schwört es."
Ein schwaches Nicken war zu erkennen: "Ich... gebe... mir Mühe."
Das reichte ihr nicht und beunruhigte sie umso mehr, doch weniges war nun überflüssiger als Diskussionen. Sie konzentrierte sich, scheidete ihr Schwert und packte Sarel, um ihn trotz Rüstung von der Insel eher zu tragen als zu schleifen.
"Das verdient Ihr gar nicht, mir so einen Gefallen zu schulden...", murmelte sie, während ihre Augen die rahaler Grenze absuchten. Doch die Feindesstadt sollte wissen, was geschehen war. Sarel lag im Sterben. Ausgerechnet die Ehre gebot, selbst dem schlimmsten Feind die Rückkehr in die Heimat zum Sterben oder seiner Leiche zu gewähren. Und Ehrentaten waren es, die der Schrein nun brauchte.
Endlich traf sie auf eine der erhofften Grenzposten und zügelte Sarels Pferd, wo der Rahaler vor ihr quer über dem Sattel lag, sie dahinter sitzend. "He, Ihr!", rief sie mit strenger Stimme, sobald sich ein Schemen langsam in Bewegung setzte. Schnell erkannte sie, um was es sich handelte: eine Priesterin auch noch ausgerechnet. Fast schlimmer noch, die Priesterin, mit der sie eh nun bald schon geraume Zeit in persönlicherer Fehde lag. Im gleichen Moment des gegenseitigen Erkennens formte sich plötzlich auch das Visier ihres Helmes. Eine zweite Gestalt trat neben sie, eine Gardistin Rahals. "Bloß kein Kampf."
"Keinen Schritt weiter", erklang der Priesterin Stimme scharf.
"Hab ich auch nicht vor", erwiderte sie knapp, "Ich habe hier jemanden für Euch..."
"Das sehe ich. Tot?", erklang es fast gelangweilt.
"Noch nicht. Greift ihr mich an, ist er es", konterte sie nüchtern, "Ihr solltet ihn also beser in eure verfluchte Stadt schleppen."
"Das Leben eines einzelnen Gardisten ist wertlos", kam als Antwort, "Und um Euch zu töten wird ein jeder Gardist gern sein Leben geben..."
"Was machen sie eigentlich mit ihren Leuten, daß sie sich sowas neben einer einzelnen Gardistin zu sagen traut?", fragte sie sich kurz verwundert, doch dann packte sie erneut Sarels Kopf und zog dabei die Kapuze nach hinten. "Der hier ist auch wertlos?", fragte sie provozierend und merkte trotz der Maske am Blick der Priesterin, daß sie einen Treffer gesetzt hatte.
"Gardistin, nehmt den Hauptmann in Empfang."
"Ihr solltet Euch vielleicht mehr um das Leben eines Mannes sorgen, der... HALT." Sie fixierte die Gardistin, die sich gerade in Bewegung hatte setzen wollen und nun kurz zögerte. Darna war nicht gewillt, Sarel diesen Leuten einfach nur zu überlassen, dann hätte sie ihn eben auch einfach abwerfen und fortreiten können.
"...eines Mannes, der recht eindringlich versucht hat, einen ihrer Schreine zu schänden" - das klang in deren Ohren sicher wie ein Verdienst, also fügte sie an: "Nehmt das hier ruhig als Ergebnis."
"Rückt den Mann raus, oder ich zerstöre einen jeden eurer Schreine einzeln", zischte die Templerin.
"Pflegt ihn gut, dann schafft er es vielleicht selber, sein Pferd zurückzufordern", erwiderte sie kalt, "Es hat genug unter ihm gelitten." Sie ließ Sarel nun gerade so rücksichtsvoll genug herunter, daß die Gardistin ihn in Empfang nehmen konnte. Er war schlaff, das Gesicht blutleer und eingefallen. Vielleicht war er sogar schon tot. "Ich sollte hier weg."
"Ich bin sicher, man sieht sich wieder."
"Ja, man sieht sich wieder", schien die Priesterin ihr zu versprechen.
Sobald es seines sonstigen Reiters und Herren entledigt war, weigerte sich das irrsinnige Tier unter der Paladin und wollte zu Sarel, und es brauchte Darnas ganze Reitkünste, daß man sie wenig später etwas schlingernd den Weg zurück zum Schrein reiten sah. "Ich hoffe, daß wenigstens dir noch zu helfen ist, armes Pferd..."