[Elfengeschichten] Ein kleiner Ausflug

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Lethilifae Sphana

[Elfengeschichten] Ein kleiner Ausflug

Beitrag von Lethilifae Sphana »

Vergessen, sollte man ihn nicht, den Glauben

Gänzlich war sie in ihrer Aufgabe aufgegangen das Lied in jeder Facette zu erforschen. Langsam wurde ihr immer mehr über jenes bewusst, doch wie ihr die letzten Stunden zeigten, war nicht nur das Lied selber für einen der Ihren von Bedeutung, sondern auch die damit verbundenen Verantwortung. Eine gute Übung darin, waren bereits die Gespräche mit Lhanar, doch wusste sie, dass es wohl bald noch mehr sein würde. Die Verantwortung würde immer mehr der ganzen Gemeinschaft gegenüber gelten. Etwas, was sie nicht erwartet hätte, als sie das erste mal mit Isdaniel gesprochen hatte, dass sie den Weg der Ithron einschlagen möchte, doch merkte sie, dass hinter den Worten der Ihren mehr steckte, als der Klang ihrer Stimme. Iell beispielsweise, hatte sie auch schon um einen kleinen Rat gefragt und hatte auch angekündigt in weiterer Folge vielleicht ihren Rat erneut zu suchen.

Es war also wohl nur klug, wenn sie sich ein wenig durch die Bücher mit Geschichten wälzte um das eine oder andere zu erfahren. Wohl ging es vordergründig in den meisten Geschichten um die Unterhaltung des Lesers, doch prüfte man etwas genauer nach, verbarg jede einzelne von ihnen eine kleine Weisheit, die es galt zu finden. Eine Arbeit, oder besser gesagt Aufgabe, die ihr ganz und gar gefiel, und so verbrachte sie einige Zeit mit dem Studium von Geschichten. Doch auch ein paar Bücher über vergangene Entscheidungen von den Edhel vielen ihrem Wissensdurst anheim. Dort studierte sie genau, wie die verschiedenen Entscheidungen abgewogen wurden und was man in ihrer Gemeinschaft für erstrebenswert und wichtig hielt. So war es zum Beispiel genau so wichtig auf das Wohl des Einzelnen zu achten, wie auf das der Gemeinschaft, auch wenn sich das eine und das andere manchmal ausschlossen.

Doch nicht nur in der Bibliothek verbrachte sie ihre Zeit, denn mit dem beständigen Wachsen ihres Wissens, konnte sie auch den Kampf gegen jene Dissonanzen antreten, die man geläufig in Höhlen findet. So sollte es auch an diesem Tag sein, denn Nhariel lud sie dazu ein, ihn und Edraith auf einer kleinen Jagd zu begleiten. Gwathel Shalaryl komplettierte die Gruppe und so war es ihnen möglich auch stärkere Dissonanzen aufzusuchen, nämlich jene, die in dem Labyrinth nahe Varunas hausten. Nach einem recht akzeptablen Start wühlten sie sich durch allerlei Ungeheuer, bis hin zu einem Wyvern. Sie waren zuerst etwas unsicher, doch Nhariel und Shalaryl entschieden sich dann, gegen jene äußerst starke Dissonanz vorzugehen. Shalaryl hatte wohl eine Taktik ausgedacht, doch leider wusste der Wyvern recht wenig davon und so kam es, dass sie bald dem Boden näher war als gewünscht, doch ging es auch den anderen nicht viel besser.
Als dann alle wieder halbwegs auf den Beinen waren wurde ein neuer Angriff gestartet, doch erging es Lethilifae gleich zu Anfang nicht gerade gut, denn sie wollte den Wyvern aus einem Raum voller Titanen locken. Die Aufmerksamkeit die sie dabei erhielt war wohl nicht in dieser Stärke gewünscht und so machte sie sich auf den Weg zurück um nicht gleich unter ihre Füße zu geraten, doch es war nun mal so, dass ein Stein ihren Weg versperrte und sie so, dem großen Untier zum Opfer fiel. Dunkelheit breitete sich aus, die Bewusstlosigkeit schwappte wie eine riesige Welle über sie und begrub sie unter sich.
Doch dann. Sie verspürte eine nie gekannte Stärke in ihrem Körper. Schlug die Augen auf und brachte sich erstmals in Sicherheit. Jede einzelne Faser in ihrem Körper, die vor einem Augenblick noch geschmerzt hatte, wurde gestärkt und so maß sie erneut ihr Können mit den Anderen gegen den Wyvern. Noch während sie die letzten Veränderungen im Lied erwirkten, die den Untergang jener Dissonanz herbeiführten, begann die Decke in allen Farben zu schimmern. Das Schimmern griff für einen winzigen Augenblick auf die gesamte Luft über um dann eben so rasch zu verschwinden, wie es gekommen war.
Als sie um das tote Untier herumstanden war wohl jeder ein wenig überrascht, ob der unerwarteten Wendung. Wörter wie Eluive, Temora und Phanodain fielen in dem Raum, doch keiner wusste nun, was denn wirklich geschehen war.

Doch erst als sie siegreich heimkehrten, wurde Lethilifae wirklich bewusst, was denn nun in jenen Minuten geschehen war. Und schlagartig wurde ihr bewusst, dass das was sie lernte zwar wichtig war, doch durfte sie niemals vergessen, dass es da noch mehr gab, als das Lied selber. Jene Geschöpfe, von den Gemeinen als Götter bezeichnet, die dem Lied noch um so vieles näher standen als sie. Sie waren zwar bereits vorgekommen in dem Unterricht, doch waren es nur Geschichten, wie jene, die sie so gerne las. Dass sie jedoch tatsächlich in solcher Nähe zu ihr selber stand, dessen war sie sich nicht bewusst, doch war ihr dieser Ausflug eine Lehre, die sie niemals vergessen würde, auch wenn ihr Leben sich noch über einige Jahrhunderte hinwegziehen würde, dessen war sie sich gewiss.
Gewiss wurde ihr schon während ihrer jungen Jahre von den Göttern erzählt, doch wieso musste man sie erst in solch einer Kraft an jene erinnern, wieso hatte sie nicht schon vor auf jene Gehört, die ihr damals davon erzählten. Denn selbst nach allem was sie bereits gelernt hatte, war sie im Vergleich zu diesen Wesen auch nur eine Figur auf dem Schachbrett der Welt. Recht sicher, war sie kein Bauer, doch gewiss war sie auch nicht die Hand, die die Figuren verschob.
In Verbindung mit ihren derzeitigen Nachforschungen über die Moral, gab dies natürlich eine wichtige Wendung, denn gab es nun auch noch die Götter in ihre Überlegungen mit einzubeziehen, waren jene vorhanden und blickten ab und an auf sie herab und so musste man auch ihnen gegenüber Verantwortung zeigen. Sie war sich gewiss, dass wenn sie jenes täte, würde es ihr irgendwann in der Zukunft zugute kommen, denn wer nicht dankt, der wird auch nicht bitten dürfen.
Zuletzt geändert von Lethilifae Sphana am Mittwoch 5. Dezember 2007, 20:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Shalaryl Di'naru
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Beitrag von Shalaryl Di'naru »

Tropf...
Tropf...
Tropf...


Eine glitzernde Wasserperle nach der anderen, geformt aus den Melodien im
Lied selbst, fällt auf die schimmernde Oberfläche des kleinen Weihers, geführt
von einem schmalen, grünen Finger. Jede einzelne wandelt sich in eine Welle,
getragen über das schimmernde Nass, resonierend mit der nächsten und der
vorherigen. Ein komplexes Muster, noch verfeinert vom Wind, jedem Zucken
des Lebens im Wasser selbst, jeder Nuance im leisesten Klang.

Nachdenkliche Augen mustern das Spiel aus Bewegung und Ton. Dieses Licht
in den Tiefen der steinernen Menschenhöhle, die Wärme, die davon getragene
Kraft...sie kannte all dies. Hatte es zuvor schon gespürt. Doch war es das identische
Licht oder nur ein ähnliches? Es fiel ihr schwer, damals wie nun vor kurzem
dort unten, mehr aus den Melodien des Lichtes herauszufiltern als diese ruhige,
sanfte Kraft, eine Stille der Geborgenheit und doch ein Sturm des Lebens.
Damals war es eindeutig Temoras Licht, Temoras Melodie. Diesmal ebenso?
Es war so kurz, so flüchtig, liess sich nicht fassen. Ein scheinender Funken
der Hilfe in dunkler Not, dann wieder nur die Höhle, als wäre nie etwas ge-
wesen.

Tropf...
Tropf...
Tro-opf...


Es weht kein Wind, der den Tropfen verändert...der Tropfen selbst hat sich
gewandelt...die von ihr geformte Wasserperle...glitzernde Augen verfolgen
weiter den perlengleichen Fall der kleinen Kugeln auf die Oberfläche des
kleinen Wassers.

Auf das feinste lauschen...um alles zu hören.
Zuletzt geändert von Shalaryl Di'naru am Mittwoch 5. Dezember 2007, 20:57, insgesamt 3-mal geändert.
Tschiep?
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