Trotz der Dämmerung, welche zu dieser Jahreszeit auch eine gehörige Portion Kälte mit sich bringt, sitzt ein kleiner Junge auf den kalten Fließen im Tempel der Dornenfeste. Das Bürschchen, kaum acht Jahre alt und eher schmächtig, hat sich wohl den Eluive-Schrein ausgesucht und kauert andächtig inmitten der Ranken und Blumen. Seine Augen allerdings starren ein wenig am funkelnden Quell vorbei und ein leichter, milchiger Film über der hellblauen Iris zeugt von Blindheit. Das kleine Gesicht, ebenso vornehm blass, wie das eines jeden Familienmitgliedes wirkt ernst und angespannt. Mit Bedacht faltet er seine Kinderhände und holt tief Luft, ehe die klare Stimme des Jungen aus der Ecke des Eluive-Schreins heraus durch den gesamten Tempel dringt. Die Worte klingen vertraulich, wie als würde er mit einem sehr guten Freund oder engerem Verwandten reden:
Liebe, gute Schöpfermutter Eluive,
hier spricht Niall aus dem zweiten Haus der Familie Llastobhar.
Ich denk du kennst mich schon noch, schließlich hast du bei meiner Geburt ja so arg aufgepasst, dass ich auch überlebe, nicht wahr? Mama sagt, du hast mir das Leben geschenkt und da bin ich dir schon dankbar, denn das Leben macht wirklich Spaß... auch wenn ich blind bin, ehrlich. Außerdem sagt Sorcha, dass es vielleicht nicht ewig so bleibt, weil Keara rausgefunden hat, dass ich Schatten sehen kann... aber oh, das ist ja nun was ganz anderes als ich dir sagen wollte. Richtig!
Also Alassea hat gesagt, dass du immer auf alle Lebewesen aufpasst und dich um sie kümmerst und lieb hast, weil du sie ja geschaffen hast, nicht? Deshalb möchte ich dich bitten, dass du dich mit mir um so ein Lebewesen kümmerst, um ein ganz Bestimmtes.
Es geht um meine liebe, große Schwester Shanna, die nicht ganz so groß und stark wie Sorcha ist, aber ganz genau so lieb... und sie hat den Wald und das Leben da so lieb wie du. Bin mir sicher, dass du sie auch kennst, nicht? Na, Shanna geht es ganz arg schlecht. Irgendwer hat ihr schrecklich weh getan, weshalb sie nicht mehr lacht und gestern hat sie gezittert und noch nicht einmal gesprochen, so schlimm ist das.
Oh, ich bin so böse mit dem jemand und möcht ihn gern verhauen aber ich weiss ja nicht wer das war und du bist sicher wütend mit mir, wenn ich andere einfach so verhau', denn das sind ja auch Lebewesen.
Da siehst du mein Dil... Dili... Dilämmer... oder so.
Ich allein schaff das nicht und kann ihr nicht ganz helfen, verstehst du?
Ich brauch ganz dringend deine Hilfe und werd dir dafür auch versprechen, dass ich dir helf und mich um Lebewesen kümmer. Unseren Hasen hab ich erst heut morgen wieder mit den besten Möhren gefüttert und er hat viel Auslauf. Ich würde dir auch mein Holzschwert als Austausch anbieten aber Cathal hat mal gesagt, dass Götter sowas nicht brauchen, also ist das nichts. Aber zu deiner Schöpfung bin ich gut, immer... wenn du mir nur mit Shanna hilfst...
Als hätte die Allmutter sein Gebet erhört, traf ein letzter Sonnenstrahl, durch die Ranken hindurch, das glitzernde Kleinod in der Nische und eine seltsame Zuversicht durchströmte den Jungen. Seine blinden Augen weiteten sich kurz, ehe er ergriffen das Haupt tiefer senkte und nur noch zum Heiligtum wisperte.
Danke, oh danke dir, Eluive!
Gemeinsam schaffen wir das bestimmt. Dann geht es ihr bald besser, ja.
Und schon wollte er sich aufrappeln und seinen Gebetsort hastig verlassen, als er nachdenklich innehielt und freundlich zu "Ihr" sprach:
Du, Eluive, nachdem du mich ja wirklich hören kannst...
Wenn dir arg langweilig wird, im Mittelpunkt der Erde, unter all dem Meerwasser und so, dann werd ich dir gern eine Geschichte erzählen, ja? Eine Spannende, von Rittern und Drachen... versprochen!
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[OOC: Danke hiermit auch an den/die lieben Staffler/in, die/der "Eluive" gespielt hat!]
Liebe Eluive... (Gebet für Shanna)
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Niall Llastobhar
Liebe Eluive... (Gebet für Shanna)
Zuletzt geändert von Niall Llastobhar am Freitag 30. November 2007, 18:31, insgesamt 1-mal geändert.