Als der Konvent erbebte…
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Meredorn Volospa
Als der Konvent erbebte…
Der Verwalter der Akademie Alfaran Eibenbruch strich sich einige Male kurz durch seinen langen, gepflegten Bart, welchen die vielen Jahre seines Lebens bereits in ein recht beständiges weißgrau färbten. Fast schien es so, als würde sich jedem Tag auf’s neue die ersterbende Farbpracht seines Haares weniger von Weiß des Konvents abzuheben vermögen und doch erfüllte das Zeichen seines Alters, besonders in Anbetracht seiner – wohl treffender Weise als solide zu bezeichnenden – Gesundheit, ihn nicht nur mit Wehmut sondern gleichermaßen auch einen gewissen Stolzes.
Er wandt sich herum um einen spärlichen Blick durch das Fenster hinaus zu wagen. Die Sonne hatte sich schon längst mit einer spürbaren Ruhe an den Horizont geschmiegt und vermag nur noch ein kaum mehr wärmendes, orange-rot glimmendes Licht über die Stadt zu legen, welches die langen Schatten der Häuser genussvoll nach sich zog. Die Tage wurden bereits kürzer und die Winde kälter und doch verhießen diese letzten Sonnenstrahlen, dass es für ihn Zeit werde, den Heimweg zumindest vorzubereiten.
Akribisch ordnete er die für ein ungeübtes Auge wohl unüberschaubare Vielfalt von Briefen, Schriftstücken, leeren, verzierten, wichtigen und weniger bedeutsamen Pergamenten als er sich schlussendlich zum Ausgang hin bewegte um die Tore als letzter vor dem Einbruch der Nacht abzuschließen.
In diesem Moment jedoch, er hatte schon den Knauf des Tores umfasst, überkam seinem alten aber nicht müden Geist ein gewisses Gefühl, ein starkes Schwanken im Lied und sein Konzentration glitt sogleich über in das Reich seiner Profession, doch vermochte er nichts zu erkennen. <Mag es doch schon mein Alter sein?> sprach er zu sich selbst und verwarf den aufkommenden, sorgenvollen Gedanken. Als er nur noch seiner natürlichen Wahrnehmung gestattete seinen Geist zu erfüllen und die Augen öffnete – ja es war so seine Art, dem Liede mit geschlossenen Augen zu lauschen, wie es wohl nur die Jüngsten und die Ältesten vermögen – fixierte sein Augenpaar eine andere Tür, den Zutritt zum Alchemiekeller des Konventsgebäudes und tatsächlich überkam ihn erneut ein Gedanke, welcher sich bestrebend danach sehnte, Aufmerksamkeit zu erlangen.
Das Schloss schien ebenso noch eines verriegelnden Schlüssels zu bedürfen, so dass er sich ebenso auf jene Tür zubewegte, mit routinierten Fingern den korrekten Schlüssel ohne Zögern von den vielen Dutzend Anderen trennte und inne hielt…
Es ging recht schnell und doch gewaltvoll vor sich, erst klirrten die einzelnen Schlüssel, verschiedener Größe und Form aneinander, obwohl der Alte seine Hand fast starr hielt bis schließlich ein kräftiger Ruck durch seinen Leib ging. Doch nicht von ihm ging jene Kraft aus, es war als stoße ihn eine wuchtige Faust, sanft und doch voller innbrünstiger Macht, gemächlich und doch zielstrebig zurück. Ein Dröhnen drang an seine Ohren und einige Bücher fielen gar aus den benachbarten Regalen, als die Erde im Konvente erbebte, fast so als wollte sich ein Übel unter seinen Füßen erheben, als schlug es gegen die Decke, um sich zu befreien und in einem schwer schätzbar, vernachlässigbar kurzem Moment schien das Lied zu erstarren, als wüsste es nicht, wie die nächste Melodie zu formen sei… Stille.
Es kam ebenso schnell wie es erschien und man mag gar in der näheren Umgebung des Konventsgebäudes jenen Ruck gespürt haben und doch erschien alles so ruhig wie zuvor. Einige Bücher lagen auf dem Boden, ein vergessenes Glas zerschellte auf dem kargen Stein und der noch an die Wand gelehnt Stab Alfarans konnte sich ebenso nicht mehr aufrecht halten, und doch schien alles völlig normal. Zumindest für einen Augenblick…
Vor den Augen des Verwalters begannen sich unter- und oberhalb der Tür zum Keller kleinste Ranken durch das Gestein zu drängen, ein lehmartiges Gebilde schob sich auf dem Eisen entlang und schon nach wenigen Momenten hatte diese langsam, aber stetige Bewegung das gesamte Tor, die Angeln und das nahe liegende Gemäuer überzogen, man mag fast glauben: Fest verschlossen.
Es scheint, als entwachse aus dem Alchemiekeller des Konvents selbst ein neues Leben. Man mag sehen, wie sich dünne und dicke Ranken in der Umgebung des Tores noch einige Fingerbreit in das Gebäude drängen, wie sich lebende, frische und doch einem Felsen gleichend starre Erde über den stets so sauberen, kahlen Boden zieht. Das Tor selbst ist schon längst kaum mehr zu erkennen, eher scheint es als blicke man auf eine mit Lehm und kleinsten Ästen überzogene, drohend wirkende Felswand. Doch kaum mag dies das merkwürdigste sein.
Wahrlich beunruhigt mögen nur sehr wenige sein, die sich bis auf wenige Schritt dieser Wand nähern und sich des Liedes gewahr werden… denn dort, so kurz vor dem vermeintlichen Ort des Geschehe, scheint es gar als würde sich das Lied, das gesamte Entstehen, Sein und Vergehen, verlangsamen. Nur Nuancen, Facetten, leicht zu übersehen… und doch spürbar scheint es so, als griffe eine Hand nach der Umgebung zwinge sie, inne zu halten…
<Der Prior Princeps muss sofort informiert werden!> Schoss es dem alten Mann durch den Kopf und er eilte sogleich zurück zu seinem Schreibtisch, um sein Schreibwerk zu sammeln und Yarin sowie Meredorn zu informieren, als ein recht unauffälliges, auf den morgigen Tag adressiertes Schreiben in der Auslage des Prior Princeps seine Aufmerksamkeit erregte. In Anbetracht der Umstände erlaubte er sich, dieses an sich zu nehmen und es noch auf seinem eiligen Wege zum Heime der Spektabilität zu öffnen und nach einigen üblichen, formellen Worten außerhalb ungewöhnlicher Umstände die wohl weniger beunruhigenden Worte zu lesen…
… und somit werde ich mich für einige Tage lang auf Reisen befinden. Ich werde euch den genaueren Zeitpunkt meiner Rückkehr rechtzeitig mitteilen. Bis dahin wird mich seine Spektabilität von Wolfenfels in jeder internen Angelegenheit ordnungsgemäß vertreten.
Möge Phanodains Licht eure Wege erhellen,
Meredorn Volospa
Er wandt sich herum um einen spärlichen Blick durch das Fenster hinaus zu wagen. Die Sonne hatte sich schon längst mit einer spürbaren Ruhe an den Horizont geschmiegt und vermag nur noch ein kaum mehr wärmendes, orange-rot glimmendes Licht über die Stadt zu legen, welches die langen Schatten der Häuser genussvoll nach sich zog. Die Tage wurden bereits kürzer und die Winde kälter und doch verhießen diese letzten Sonnenstrahlen, dass es für ihn Zeit werde, den Heimweg zumindest vorzubereiten.
Akribisch ordnete er die für ein ungeübtes Auge wohl unüberschaubare Vielfalt von Briefen, Schriftstücken, leeren, verzierten, wichtigen und weniger bedeutsamen Pergamenten als er sich schlussendlich zum Ausgang hin bewegte um die Tore als letzter vor dem Einbruch der Nacht abzuschließen.
In diesem Moment jedoch, er hatte schon den Knauf des Tores umfasst, überkam seinem alten aber nicht müden Geist ein gewisses Gefühl, ein starkes Schwanken im Lied und sein Konzentration glitt sogleich über in das Reich seiner Profession, doch vermochte er nichts zu erkennen. <Mag es doch schon mein Alter sein?> sprach er zu sich selbst und verwarf den aufkommenden, sorgenvollen Gedanken. Als er nur noch seiner natürlichen Wahrnehmung gestattete seinen Geist zu erfüllen und die Augen öffnete – ja es war so seine Art, dem Liede mit geschlossenen Augen zu lauschen, wie es wohl nur die Jüngsten und die Ältesten vermögen – fixierte sein Augenpaar eine andere Tür, den Zutritt zum Alchemiekeller des Konventsgebäudes und tatsächlich überkam ihn erneut ein Gedanke, welcher sich bestrebend danach sehnte, Aufmerksamkeit zu erlangen.
Das Schloss schien ebenso noch eines verriegelnden Schlüssels zu bedürfen, so dass er sich ebenso auf jene Tür zubewegte, mit routinierten Fingern den korrekten Schlüssel ohne Zögern von den vielen Dutzend Anderen trennte und inne hielt…
Es ging recht schnell und doch gewaltvoll vor sich, erst klirrten die einzelnen Schlüssel, verschiedener Größe und Form aneinander, obwohl der Alte seine Hand fast starr hielt bis schließlich ein kräftiger Ruck durch seinen Leib ging. Doch nicht von ihm ging jene Kraft aus, es war als stoße ihn eine wuchtige Faust, sanft und doch voller innbrünstiger Macht, gemächlich und doch zielstrebig zurück. Ein Dröhnen drang an seine Ohren und einige Bücher fielen gar aus den benachbarten Regalen, als die Erde im Konvente erbebte, fast so als wollte sich ein Übel unter seinen Füßen erheben, als schlug es gegen die Decke, um sich zu befreien und in einem schwer schätzbar, vernachlässigbar kurzem Moment schien das Lied zu erstarren, als wüsste es nicht, wie die nächste Melodie zu formen sei… Stille.
Es kam ebenso schnell wie es erschien und man mag gar in der näheren Umgebung des Konventsgebäudes jenen Ruck gespürt haben und doch erschien alles so ruhig wie zuvor. Einige Bücher lagen auf dem Boden, ein vergessenes Glas zerschellte auf dem kargen Stein und der noch an die Wand gelehnt Stab Alfarans konnte sich ebenso nicht mehr aufrecht halten, und doch schien alles völlig normal. Zumindest für einen Augenblick…
Vor den Augen des Verwalters begannen sich unter- und oberhalb der Tür zum Keller kleinste Ranken durch das Gestein zu drängen, ein lehmartiges Gebilde schob sich auf dem Eisen entlang und schon nach wenigen Momenten hatte diese langsam, aber stetige Bewegung das gesamte Tor, die Angeln und das nahe liegende Gemäuer überzogen, man mag fast glauben: Fest verschlossen.
Es scheint, als entwachse aus dem Alchemiekeller des Konvents selbst ein neues Leben. Man mag sehen, wie sich dünne und dicke Ranken in der Umgebung des Tores noch einige Fingerbreit in das Gebäude drängen, wie sich lebende, frische und doch einem Felsen gleichend starre Erde über den stets so sauberen, kahlen Boden zieht. Das Tor selbst ist schon längst kaum mehr zu erkennen, eher scheint es als blicke man auf eine mit Lehm und kleinsten Ästen überzogene, drohend wirkende Felswand. Doch kaum mag dies das merkwürdigste sein.
Wahrlich beunruhigt mögen nur sehr wenige sein, die sich bis auf wenige Schritt dieser Wand nähern und sich des Liedes gewahr werden… denn dort, so kurz vor dem vermeintlichen Ort des Geschehe, scheint es gar als würde sich das Lied, das gesamte Entstehen, Sein und Vergehen, verlangsamen. Nur Nuancen, Facetten, leicht zu übersehen… und doch spürbar scheint es so, als griffe eine Hand nach der Umgebung zwinge sie, inne zu halten…
<Der Prior Princeps muss sofort informiert werden!> Schoss es dem alten Mann durch den Kopf und er eilte sogleich zurück zu seinem Schreibtisch, um sein Schreibwerk zu sammeln und Yarin sowie Meredorn zu informieren, als ein recht unauffälliges, auf den morgigen Tag adressiertes Schreiben in der Auslage des Prior Princeps seine Aufmerksamkeit erregte. In Anbetracht der Umstände erlaubte er sich, dieses an sich zu nehmen und es noch auf seinem eiligen Wege zum Heime der Spektabilität zu öffnen und nach einigen üblichen, formellen Worten außerhalb ungewöhnlicher Umstände die wohl weniger beunruhigenden Worte zu lesen…
… und somit werde ich mich für einige Tage lang auf Reisen befinden. Ich werde euch den genaueren Zeitpunkt meiner Rückkehr rechtzeitig mitteilen. Bis dahin wird mich seine Spektabilität von Wolfenfels in jeder internen Angelegenheit ordnungsgemäß vertreten.
Möge Phanodains Licht eure Wege erhellen,
Meredorn Volospa
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Selina Savliare
Die Augen schienen fast wie von selbst zufallen zu wollen, doch wurden diese unter Zwang weiterhin offengehalten, denn einen beruhigenden Schlaf konnte sie sich nicht gönnen...nicht..bis sie die letzten Lettern in das Buch gesetzt hatte und somit ihr Werk vollendet war. Der Blick hob sich an und wanderte vom offenen Fenster, an dem sich bereits die ersten Strahlen der morgentlichen Sonne schoben und sachte ihr Gesicht umschmeichelten und ihr wenigstens einen gewissen Trost, in der Bücherei des Konvents, welches irgendwie so starr wirken konnte, schenkten. Außer Alfran schien sie die einzige zu sein, die die Nacht über durchgearbeitet hatte, daher war auch die Müdigkeit mehr als selbstverständlich. "Genug der Ruhe..", entgegnete Selina in einem flüsterndem Tone gen sich selbst, ehe sich der Kopf erneut gen dem offenem Buche senkte und ihre zierlichen Finger die Feder umschlossen, um diese daraufhin in den Kiel voll Tinte zu tunken. Sie hielt inne... weswegen wusste sie ebensowenig, doch ein unwohlwollendes Gefühl überkam sie. Es war so, als würde etwas versuchen in ihren Kopf einzudringen, ihre Gedanken und ihre Bewegungen zu verlangsamen oder gar aufzuhalten, sie versuchte ihren Arm zu bewegen, doch ihr blieb nichts anderes übrig, als entsetzt auf ihre Hand zu starren, die wie ein Klotz in der Luft verharrte. Dann wurde das Lied irgendwie auf groteskte Weise beeinflusst.. Ihr Gesicht verzog sich deutlich, doch konnte sie nicht ihre Arme heben, um sich die Ohren zuzuheben, um diesen grässlichen Ton auf ihrem Kopf zu verbannen. Ein leichten Rucken ging durch das Konventsgebäude, ehe ein weiteres, weitaus stärkeres Benen folgen vermochte. Die Regale schüttelten sich wie Espenlaub in einer kalten Herbstnacht, die Bücher flogen aus jenen Regalen und flogen in unbestimmten Bahnen durch den Raum. Noch bevor sie das dicke Band über die "Götter Germimors und den Glauben anderer Rassen", am Kopf traf, stockte das Lied urplötzlich, so als wüsste es nicht, welche Melodie auf die davor folgen würde.. Es überkam sie ein schrecklicher Gedanke, ehe sie, wohl des Schlagen wegen, in einen tiefen Abgrund stürzte...
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Janus Aethra
Lediglich der Schein der gänzlich vom Horizont verschluckten Sonne, der die Wolken in ein düsteres Rot tauchte, spendete der menschenleeren Landschaft noch ein karges Licht, als Janus durch die Straßen Varunas ritt. Die Strahlen der Lichter, die aus den Fenstern der umliegenden Häuser drangen waren es, die dafür sorgten, dass seine Gestalt nicht nur ein verschwommener Schatten war, und so waren sie auch der Grund dafür, dass der nach getanen Besorgungen auf dem Heimweg befindliche Magier aprupt an den Zügeln seines Pferdes zurrte, um es zum Innehalten zu bewegen.
Beinahe schienen die Umrisse der an ihm vorbei eilenden Gestalt zu strahlen, so unverkennbar stach die Farbe des Konvents aus der bereits fortgeschrittenen Dämmerung hervor. Janus Begriff schnell, um wen es sich bei dieser Gestalt handelte: der gleichsam wie die weite Robe strahlende, weiße Bart, das ergraute Haar; Doch war es eben diese Tatsache, dass der Verwalter des Konvents derartig rasch und mit gesenktem Blick an ihm vorbei rauschte, die eine Verwunderung, gar Beunruhigung ins Janus hervorrief.
Alfaran hatte sich bereits wieder einige Schritte von Janus entfernt, als auch dessen Bewegung nicht minder aprupt erstarrte und er einen gezischten Fluch ausstieß. Auch dies hätte Janus in einer anderen Situation nicht als ungewöhnlich befunden, als jedoch das leise Wiehern seines Pferdes die abendliche Stille durchbrach und so die Aufmerksamkeit Alfarans, der rasch herumwirbelte, erregt wurde und Janus einem beinahe panischen Blick ausgesetzt wurde, nahm auch in dem jungen Magier die Beunruhigung Oberhand.
Mit zusammengekniffenen Augen blickte der alte Mann Janus entgegen und einen kurzen Augenblick dauerte es, bis er ihn scheinbar erkannte. Der stark beunruhigte wich einem strengen Ausdruck in dem faltigen Gesicht Alfaran, als seine noch deutlicher als gewohnt strenge Stimme ertönte:
"Das Konventsgebäude wird nicht betreten!"
Janus blieb nichteinmal die Gelegenheit, nach dem "Warum" zu fragen - Der alte Magier wandte sich bereits wieder ab und verschwand um die nächste Hausecke, den perplex dreinblickenden Janus zurücklassend. Für gewöhnlich bewegten Alfarans strenge Worte Janus zu Gehorsam, diesmal jedoch überwog die Beunruhigung gleichsam seiner Neugier. Und ob dieser ungewöhnlichen Situation riss Janus die Zügel seines Mustangs herum und gab ihm die Sporen.
Sein Tier quittierte den unsanften Stillstand und das rasche Absitzen mit einem empörten Aufwiehern, doch ungeachtet dessen stieß Janus das Tor zum Innenhof des Konvents auf und trat raschen Schrittes hinein.
Zunächst war es nur ein Gefühl, eine unheilverkündende Vorahnung, als Janus den Eingangsraum betrat, als er sich jedoch zur Seite und der schweren Eisentür zuwandte ließ dieses Gefühl eine Gänsehaut über seinen Rücken wandern.
Schwungvoll zog Janus die Tür auf, und ein geradezu entsetzter Blick wurde dem Dahinterliegenden entsandt...
Beinahe schienen die Umrisse der an ihm vorbei eilenden Gestalt zu strahlen, so unverkennbar stach die Farbe des Konvents aus der bereits fortgeschrittenen Dämmerung hervor. Janus Begriff schnell, um wen es sich bei dieser Gestalt handelte: der gleichsam wie die weite Robe strahlende, weiße Bart, das ergraute Haar; Doch war es eben diese Tatsache, dass der Verwalter des Konvents derartig rasch und mit gesenktem Blick an ihm vorbei rauschte, die eine Verwunderung, gar Beunruhigung ins Janus hervorrief.
Alfaran hatte sich bereits wieder einige Schritte von Janus entfernt, als auch dessen Bewegung nicht minder aprupt erstarrte und er einen gezischten Fluch ausstieß. Auch dies hätte Janus in einer anderen Situation nicht als ungewöhnlich befunden, als jedoch das leise Wiehern seines Pferdes die abendliche Stille durchbrach und so die Aufmerksamkeit Alfarans, der rasch herumwirbelte, erregt wurde und Janus einem beinahe panischen Blick ausgesetzt wurde, nahm auch in dem jungen Magier die Beunruhigung Oberhand.
Mit zusammengekniffenen Augen blickte der alte Mann Janus entgegen und einen kurzen Augenblick dauerte es, bis er ihn scheinbar erkannte. Der stark beunruhigte wich einem strengen Ausdruck in dem faltigen Gesicht Alfaran, als seine noch deutlicher als gewohnt strenge Stimme ertönte:
"Das Konventsgebäude wird nicht betreten!"
Janus blieb nichteinmal die Gelegenheit, nach dem "Warum" zu fragen - Der alte Magier wandte sich bereits wieder ab und verschwand um die nächste Hausecke, den perplex dreinblickenden Janus zurücklassend. Für gewöhnlich bewegten Alfarans strenge Worte Janus zu Gehorsam, diesmal jedoch überwog die Beunruhigung gleichsam seiner Neugier. Und ob dieser ungewöhnlichen Situation riss Janus die Zügel seines Mustangs herum und gab ihm die Sporen.
Sein Tier quittierte den unsanften Stillstand und das rasche Absitzen mit einem empörten Aufwiehern, doch ungeachtet dessen stieß Janus das Tor zum Innenhof des Konvents auf und trat raschen Schrittes hinein.
Zunächst war es nur ein Gefühl, eine unheilverkündende Vorahnung, als Janus den Eingangsraum betrat, als er sich jedoch zur Seite und der schweren Eisentür zuwandte ließ dieses Gefühl eine Gänsehaut über seinen Rücken wandern.
Schwungvoll zog Janus die Tür auf, und ein geradezu entsetzter Blick wurde dem Dahinterliegenden entsandt...
Zuletzt geändert von Janus Aethra am Montag 26. November 2007, 13:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Selina Savliare
Es war wohl das Geräusch, welches jedes Mal ertönt, wenn man das schwere Eisentor öffnete, um das Gebäude des Konventes zu betreten, welches sie erneut in die Realität zurückholte. Die Augen schlugen auf, doch blickte sie eher in ein grelles Licht, als dass sie irgendwelche Umrisse erkennen konnte. "Bin...bin ich verstorben..", huscht Selina bei jenem Anblick durch den Kopf, doch das Augenbild lichtete sich und sie fand sich in der Bücherei wieder. Doch was war passiert?... Da war doch dieses Gefühl, diese Zerrung im Liede Eluives.. und ihre Starre. Sie versuchte ihren rechten Arm zu heben, um diesen an ihren schmerzenden Kopf zu legen, doch der Arm verharrte schon nach kurzer Zeit. Sie war am Boden gefesselt. Ihr Kopf schwenkte gen Seite und der Blick manifestierte sich auf dem Szenario, welches sich um sie herabspielte.
Ranken, soweit das Auge reichte und sie war gefangen zwischen diesen, denn jene Ranken schlangen sich auch um ihre Arme und Beine..
Hatte sie nicht eben noch das Tor gehört? War Alfran, der alte Verwalter des Konventes noch im Gebäude, oder hatte sich dieser seinen abendlichen Spaziergang gegönnt? Sie konnte nur hoffen, dass er noch anwesend war, hoffen, dass überhaupt einer der Schüler anwesend war.
Es blieb ihr nichts anderes übrig, als zu rufen, mochte sie auch noch so schwach sich fühlen. Der Kopf wandte sich erneut um, sodass sie auf die Decke starrte, ehe sich ihr Mund öffnete und ein leises Rufen ihren Mund verließ: "Hilfe...". Nach einiger Zeit wurde dieser Ruf zwar etwas lauter, doch es war ungewiss, ob man diesen hören würde, wenn überhaupt jemand anwesend war.. Es war alles wie ein Albtraum....
Ranken, soweit das Auge reichte und sie war gefangen zwischen diesen, denn jene Ranken schlangen sich auch um ihre Arme und Beine..
Hatte sie nicht eben noch das Tor gehört? War Alfran, der alte Verwalter des Konventes noch im Gebäude, oder hatte sich dieser seinen abendlichen Spaziergang gegönnt? Sie konnte nur hoffen, dass er noch anwesend war, hoffen, dass überhaupt einer der Schüler anwesend war.
Es blieb ihr nichts anderes übrig, als zu rufen, mochte sie auch noch so schwach sich fühlen. Der Kopf wandte sich erneut um, sodass sie auf die Decke starrte, ehe sich ihr Mund öffnete und ein leises Rufen ihren Mund verließ: "Hilfe...". Nach einiger Zeit wurde dieser Ruf zwar etwas lauter, doch es war ungewiss, ob man diesen hören würde, wenn überhaupt jemand anwesend war.. Es war alles wie ein Albtraum....
Zuletzt geändert von Selina Savliare am Dienstag 27. November 2007, 21:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Janus Aethra
Die anfängliche Starre und Fassungslosigkeit, die Janus wie gebannt an Ort und Stelle hielt begann sich nur sehr allmählich zu lösen.
Was...?
Es war das einzige Wort, dass unhörbar gewispert über Janus' Lippen lief, als ihn von Neugier getrieben seine Schritte auf die Wand aus Ranken und Erde zu trieb. Neugier - gemischt mit einem ordentlichen Maß an Unsicherheit, die seine Bewegung immer wieder beinah zum Stillstand bewegte, doch letzten Endes näherte er sich bis auf einen Schrittweit dem befremdlichen Gebilde.
Von den auf ihn wirkenden weltlichen Reizen geblendet und so gänzlich unfähig sich auf das Lied zu konzentrieren hoben sich Janus' Arme empor, die Finger wurden in langsamen und zögerlichen Bewegungen ausgestreckt. Kurz bevor seine Fingerspitzen eine der kräftigen Ranken jedoch berührten schoss es gleich einem Blitz durch seinen Geist, der seine Finger zurückzucken ließ. Die Fassung und Konzentration zurückgewinnend erstarrte sein Körper - sein Geist hingegen erwachte zum Leben, um sich dem Offentsichtlichen Gewahr zu werden.
Etwas war dort unten ... Es schien am Lied zu zerren, es zu bändigen und gar, tief im Inneren des Konventgebäudes, gänzlich zum Stillstand zu zwingen.
Doch was war es? Von dieser Frage, die sich geradezu erbarmungslos in seinen Geist bohrte getrieben, versuchte er tiefer in das Lied hervorzudringen, sich weiter in die Starre voranzutasten...
Nicht seine Vorsicht war es, die Janus aus seiner Konzentration riss, sondern ein dumpfer Laut, der von der Treppe herab drang... eine Stimme...?
Ohne dem vor ihm, was immer es sein mochte, weitere Beachtung zu schenken wandte er herum und huschte, stets mehrere Stufen aufeinmal überspringend, die Treppe zur zweiten Etage empor. Auch dort bot sich ihm ein schauriger Anblick, der ihn jedoch nicht mehr zu überraschen vermochte: Die Gemälde der dem Konvent entsprungenen Arcomagi lagen in teilweise zerbrochenen Rahmen am Boden verstreut, der gleichsam von zahlreichen, herabgefallenen Büchern bedeckt war.
Behutsam tastete sich Janus durch das verwüstete Zimmer zur nur angelehnten Tür des Nebenraumes, der Bibliothek. Als er langsam mit dem Handrücken die Tür und mit ihr einen Stapel Bücher zur Seite schob glitt sein Blick zunächst über den noch viel wüster von Schriften bedeckten Boden hinweg, als hätte ein Orkan in der Bibliothek gewütet... bis ein leises, verzweifeltes Ächzen seine Aufmerksamkeit erregte.
Kaum hatte er die am Boden liegende, von Auswüchsen der Ranken gefesselte Selina entdeckt eilte er ihr auch schon zur Hilfe...
Was...?
Es war das einzige Wort, dass unhörbar gewispert über Janus' Lippen lief, als ihn von Neugier getrieben seine Schritte auf die Wand aus Ranken und Erde zu trieb. Neugier - gemischt mit einem ordentlichen Maß an Unsicherheit, die seine Bewegung immer wieder beinah zum Stillstand bewegte, doch letzten Endes näherte er sich bis auf einen Schrittweit dem befremdlichen Gebilde.
Von den auf ihn wirkenden weltlichen Reizen geblendet und so gänzlich unfähig sich auf das Lied zu konzentrieren hoben sich Janus' Arme empor, die Finger wurden in langsamen und zögerlichen Bewegungen ausgestreckt. Kurz bevor seine Fingerspitzen eine der kräftigen Ranken jedoch berührten schoss es gleich einem Blitz durch seinen Geist, der seine Finger zurückzucken ließ. Die Fassung und Konzentration zurückgewinnend erstarrte sein Körper - sein Geist hingegen erwachte zum Leben, um sich dem Offentsichtlichen Gewahr zu werden.
Etwas war dort unten ... Es schien am Lied zu zerren, es zu bändigen und gar, tief im Inneren des Konventgebäudes, gänzlich zum Stillstand zu zwingen.
Doch was war es? Von dieser Frage, die sich geradezu erbarmungslos in seinen Geist bohrte getrieben, versuchte er tiefer in das Lied hervorzudringen, sich weiter in die Starre voranzutasten...
Nicht seine Vorsicht war es, die Janus aus seiner Konzentration riss, sondern ein dumpfer Laut, der von der Treppe herab drang... eine Stimme...?
Ohne dem vor ihm, was immer es sein mochte, weitere Beachtung zu schenken wandte er herum und huschte, stets mehrere Stufen aufeinmal überspringend, die Treppe zur zweiten Etage empor. Auch dort bot sich ihm ein schauriger Anblick, der ihn jedoch nicht mehr zu überraschen vermochte: Die Gemälde der dem Konvent entsprungenen Arcomagi lagen in teilweise zerbrochenen Rahmen am Boden verstreut, der gleichsam von zahlreichen, herabgefallenen Büchern bedeckt war.
Behutsam tastete sich Janus durch das verwüstete Zimmer zur nur angelehnten Tür des Nebenraumes, der Bibliothek. Als er langsam mit dem Handrücken die Tür und mit ihr einen Stapel Bücher zur Seite schob glitt sein Blick zunächst über den noch viel wüster von Schriften bedeckten Boden hinweg, als hätte ein Orkan in der Bibliothek gewütet... bis ein leises, verzweifeltes Ächzen seine Aufmerksamkeit erregte.
Kaum hatte er die am Boden liegende, von Auswüchsen der Ranken gefesselte Selina entdeckt eilte er ihr auch schon zur Hilfe...
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Alindra de Feruin
Wie so oft saß Alindra Feruin auch in dieser Nacht im Kastell von Varuna. An dem kleinen Schreibtisch im spärlich beleuchteten Zimmer verfasste sie ihren Tagesbericht für die Regimentsleitung. Die Nacht war still, in Varuna waren die Türen verschlossen und die Festernleden zugezogen. Die Straßenlaternen strahlten und leuchteten mit dem Sternenhimmel und dem Mond regelrecht um die Wette. Hätte sie nicht wie üblich soviel Arbeit gehabt, würde sie irgendwo im Gras sitzen und mit einem Buch über die arkane Welt im Schoß die Gestirne bewundern.
Lediglich das Kratzen der Federspitze war zu hören. In kunstvoll und geübt geschwungenen Lettern sauste sie über das Pergament, als ein dumpfes Geräusch im Kastell zu vernehmen war. Man fühlte es eher in der Magengegend, als das man es tatsächlich hörte. Für einen kurzen Moment schien die Erde zu erzittern. Für die meisten Menschen wäre, dies wohl ein einfaches kurzes Beben gewesen - Nichts weshalb man sich sorgen machen müsste. Doch Alindra vernahm diese Erschütterung ebenso im Lied. Für einen einzelnen Lidschlag schien es angehalten, auf seltsame weise gestoppt zu sein. Nach dem Ruck war jedoch alles wie zuvor, Nicht schien sich geändert zu haben. Aber gerade dieser Umstand ließ Sorgen in dem Kopf der jungen Magierin aufkommen. Was war das? Ein Erdbeben hätte man nicht derart im Lied vernommen...
Sie ließ alles stehen und liegen. Die Feder landete achtlos auf dem Tisch und ihr Stuhl rutschte knärzend über den Steinboden. In rascher Abfolge setzte sie ein Bein vor das Andere und sputete sich um möglich rasch die Ursache des Rüttelns zu ergründen. Für sie war nicht einmal genug Zeit, noch ihre Uniform auszuziehen und sich zivil zu kleiden. Alindra war sich absolut sicher, dass sich die Quelle der Anomalie direkt im Nebengebäude, dem Konvent des Phönix, befinden würde. Aber wer oder was konnte so etwas tun? Ein missglücktes Experiment der Magister? Schließlich eilte sie die Straße hinunter und stieß die schweren Eisentüren des Vorhofen, dann auch des Gebäudes selbst auf. Das Geräusch war wohl im ganzen Konvent zu hören. Mit einem raschen Streifzug der Augen verschaffte sie sich einen überblick. Ein paar Bücher lagen auf dem Boden und Alfaran Eibenbruch, der ehrwürdige Verwalter des Konvents mit dem weissen Bart fehlte. Das war recht ungewöhlich, so war er auf seltsame weise eigentlich immer zugegen, soweit sie sich erinnern konnte. Er war an ihrem ersten Tag da und wird wohl auch noch nach dem Abschluss ihres Hauptstudiums auf seinen Posten sein. "Hoffentlich ist ihm Nichts passiert.", schoss es ihr durch den Kopf. Ihre Füße trugen sie in den Nebenraum, sie wollte fast schon weiter gehen, da zögerte die junge Frau und hielt inne. Irgendwas an dem eben gesehenen stimmte ganz und garnicht, es fühlte sich irgendwie fremd an...
Die geweiteten Augen waren auf die Stelle gerichtet, an der vor einem Tag noch die Türe zum Alchemiekeller war. Ranken schlängelten sich um die versteinerte fest verschlossene Türe und schienen sogar in den Raum vorgedrungen zu sein. Wie in Trance näherte sich Alindra der Türe, wobei das Lied und die Welt um sie herum sich mit steigender Nähe zu der merkwürdigen Steinwand sich zu verlangsamen schien. Es war zu besorgniserregend, faszinierend und beängstigend zugleich. Das Herz von diesem Fehler im Lied schien direkt unter ihren Füßen im Keller des Konventgebäudes zu sein. Es war irgendetwas undefinierbares, doch schien es zu bewusst das Lied um sie herum stopppen zu wollen. Immer näher kam sie der ehemaligen Türe und streckte schließlich die Hand aus um die zugerankte Steinwand zu berühren...
Lediglich das Kratzen der Federspitze war zu hören. In kunstvoll und geübt geschwungenen Lettern sauste sie über das Pergament, als ein dumpfes Geräusch im Kastell zu vernehmen war. Man fühlte es eher in der Magengegend, als das man es tatsächlich hörte. Für einen kurzen Moment schien die Erde zu erzittern. Für die meisten Menschen wäre, dies wohl ein einfaches kurzes Beben gewesen - Nichts weshalb man sich sorgen machen müsste. Doch Alindra vernahm diese Erschütterung ebenso im Lied. Für einen einzelnen Lidschlag schien es angehalten, auf seltsame weise gestoppt zu sein. Nach dem Ruck war jedoch alles wie zuvor, Nicht schien sich geändert zu haben. Aber gerade dieser Umstand ließ Sorgen in dem Kopf der jungen Magierin aufkommen. Was war das? Ein Erdbeben hätte man nicht derart im Lied vernommen...
Sie ließ alles stehen und liegen. Die Feder landete achtlos auf dem Tisch und ihr Stuhl rutschte knärzend über den Steinboden. In rascher Abfolge setzte sie ein Bein vor das Andere und sputete sich um möglich rasch die Ursache des Rüttelns zu ergründen. Für sie war nicht einmal genug Zeit, noch ihre Uniform auszuziehen und sich zivil zu kleiden. Alindra war sich absolut sicher, dass sich die Quelle der Anomalie direkt im Nebengebäude, dem Konvent des Phönix, befinden würde. Aber wer oder was konnte so etwas tun? Ein missglücktes Experiment der Magister? Schließlich eilte sie die Straße hinunter und stieß die schweren Eisentüren des Vorhofen, dann auch des Gebäudes selbst auf. Das Geräusch war wohl im ganzen Konvent zu hören. Mit einem raschen Streifzug der Augen verschaffte sie sich einen überblick. Ein paar Bücher lagen auf dem Boden und Alfaran Eibenbruch, der ehrwürdige Verwalter des Konvents mit dem weissen Bart fehlte. Das war recht ungewöhlich, so war er auf seltsame weise eigentlich immer zugegen, soweit sie sich erinnern konnte. Er war an ihrem ersten Tag da und wird wohl auch noch nach dem Abschluss ihres Hauptstudiums auf seinen Posten sein. "Hoffentlich ist ihm Nichts passiert.", schoss es ihr durch den Kopf. Ihre Füße trugen sie in den Nebenraum, sie wollte fast schon weiter gehen, da zögerte die junge Frau und hielt inne. Irgendwas an dem eben gesehenen stimmte ganz und garnicht, es fühlte sich irgendwie fremd an...
Die geweiteten Augen waren auf die Stelle gerichtet, an der vor einem Tag noch die Türe zum Alchemiekeller war. Ranken schlängelten sich um die versteinerte fest verschlossene Türe und schienen sogar in den Raum vorgedrungen zu sein. Wie in Trance näherte sich Alindra der Türe, wobei das Lied und die Welt um sie herum sich mit steigender Nähe zu der merkwürdigen Steinwand sich zu verlangsamen schien. Es war zu besorgniserregend, faszinierend und beängstigend zugleich. Das Herz von diesem Fehler im Lied schien direkt unter ihren Füßen im Keller des Konventgebäudes zu sein. Es war irgendetwas undefinierbares, doch schien es zu bewusst das Lied um sie herum stopppen zu wollen. Immer näher kam sie der ehemaligen Türe und streckte schließlich die Hand aus um die zugerankte Steinwand zu berühren...
Zuletzt geändert von Alindra de Feruin am Mittwoch 28. November 2007, 21:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Eruhl´Druark Kethyrr
Ein weiterer Student trifft hinzu...
Die Personen im Konvent mögen der Überzeugung sein, dass unterdessen nur wenige Minuten verstrichen sind, doch draußen kündet der matt-goldene Schimmer am Horizont bereits vom anbrechenden Tag.
Ohne Kampf scheint die Nacht jedoch ihre eiskalte Umarmung um Varuna nicht lösen zu wollen. Hoch am Himmel treibt der kalte Nordwind vereinzelte Wolken über den noch immer nachtblauen Himmel und auch in der Stadt selbst fegt er heulend und erbarmungslos durch die engen Gassen. Doch über dem Atrium liegt absolute Stille. Kein Grashalm regt sich und keine Brise raschelt im spärlichen gold-braunen Laub des Baumes dort in dem kleinen Garten. Es herrscht vollkommene Ruhe…
… dann durchdringt ein penetrantes Geräusch den unnatürlichen Frieden – scheint die leere Stille dröhnend ausfüllen zu wollen. Ein Schlurfen; erzeugt durch eine Gangart, die in ihrem Nutzen weniger der Fortbewegung dienlich zu sein scheint, jedoch sehr gut zum Umpflügen der Straße geeignet wäre. Als sich der Eigentümer der verantwortlichen Stiefel weiter nähert, mag man zudem ein gepresstes, monotones Flüstern wahrnehmen, gleich dem Aufsagen einstudierter oder abgelesener Worte. Dann plötzlich folgt der dumpfe Schlag eines Aufpralls und wieder ist es für einen Herzschlag leise, bevor ein erstickter, doch durch und durch empörter Fluch die Treppe dafür verantwortlich zu machen sucht, dass Eruhl sich soeben seinen Fuß daran gestoßen hat.
Den Kopf tief in ein Buch in gesenkt, das aufgeschlagen in seiner Linken getragen wird, überquert er die kleine Brücke und marschiert quer durch den Innenhof. An der Türe angekommen wird die Rechte – der Zeigefinger zum nachfahren der Zeilen abgespreizt – erst nach Vollenden des zuletzt begonnen Satzes und auch dann nur sehr unwillig von dem Buch gelöst und tastet dann wild in der Luft herum greifend nach dem Griff des schweren Tores. Der Blick kann hierzu nicht gehoben werden, denn er wird noch zum Lesen gebraucht.
Schließlich aber betritt Eruhl endlich die Empfangshalle; Nicht jedoch ohne auch diese Treppenstufen mit Missachtung, einem schwerfälligen Stolpern und einem entrüsteten Ausruf des Protestes zu würdigen.
„Gemäß dieser aufgezählten Studien, ist die Annahme divergierender Einflüsse je nach Wahl des Holzes…,“ gaben seine Lippen stumm die erste Zeile der nächsten Seite wieder, unterbrachen sich dann jedoch für einen ungerichteten Gruß in den Raum hinein, „Einen guten Morgen hochgelehrter Herr Eibenbruch“. Und ohne in dieser Zeit ein einziges Mal den Kopf aus dem Buch gehoben zu haben, eilt er bereits weiter zur Nordtüre. Die Tatsache, dass seinem Gruß keine Erwiderung entgegengebracht wurde, scheint er nicht einmal registriert zu haben.
„… sollen sich gewisse Holzarten gar unvorteilhaft…,“ liest er einige Zeilen weiter, schlägt dann das Buch jedoch entschieden und unter frustiertem Murren zu, um stattdessen nach dem Türknauf zu greifen. Als er das Buch am vergangenen Abend in der Bibliothek gefunden hatte, war es so vielversprechend erschienen, doch dessen nächtliches Studium hatte schließlich aufgezeigt, dass es kein einziges Wort über die Einbindung der Elemente in das Ritual der Stabweihe verlor. „Also auf ein neues in die Bibliothek,“ brummte er missmutig in sich hinein und riss voller Ungeduld die Türe auf.
Mitten in der Handlung, die Türe einen Spaltweit geöffnet, hält er jäh inne. Das Sichtfeld durch den Spalt offenbart ihm einen kleinen Ausblick auf den sonderbar veränderten Raum dahinter; all die Ranken und die lehmige Substanz (Alindra befindet sich außerhalb des Sichtfeldes, dass der kleine Spalt ermöglicht). Doch nicht das, womit seine AUgen konfrontiert werden, ist der Grund für sein Innehalten; es ist etwas, das viel früher und wie ein Schlag auf seinen Geist trifft. Eine für den jungen und in Magie noch recht unerfahrenen Verstand vollkommen überrumpelnde Empfindung scheint sich in seinen Geist graben zu wollen; ein fremder unnatürlicher Klang im Lied; ein widernatürlicher Sog, der nach ihm zu greifen scheint – seine Sinne zu verschlingen droht.
Vollkommen überwältig und dem unerwarteten Gefühl unterlegen, taumelt er einige benommene Schritte zurück. Sein Sichtfeld wird fleckig und hätte er nicht glücklicherweise die Tischkante hinter sich zu fassen bekommen, würden seine Knie nun unter ihm nachgegeben.
Der Mund wird zu einem verzweifelten Ausruf gegenüber dem Verwalter geöffnet, doch als er den Kopf in dessen vermeintliche Richtung herumwirft, muss er entsetzt feststellen, dass Alfaran nicht zugegen ist. Wild und hektisch bewegen sich die Augen in den Höhlen, als der Blick gehetzt und voller Verzweiflung durch den Raum irrt – suchend. Niemand war dort… Panik steigt in ihm auf.
Er musste jemanden… nein, es war niemand hier außer ihm… er müsste selbst… aber… irgendjemand muss doch hier sein… er… musste… er würde… was sollte er nur tun?
Ohne Kampf scheint die Nacht jedoch ihre eiskalte Umarmung um Varuna nicht lösen zu wollen. Hoch am Himmel treibt der kalte Nordwind vereinzelte Wolken über den noch immer nachtblauen Himmel und auch in der Stadt selbst fegt er heulend und erbarmungslos durch die engen Gassen. Doch über dem Atrium liegt absolute Stille. Kein Grashalm regt sich und keine Brise raschelt im spärlichen gold-braunen Laub des Baumes dort in dem kleinen Garten. Es herrscht vollkommene Ruhe…
… dann durchdringt ein penetrantes Geräusch den unnatürlichen Frieden – scheint die leere Stille dröhnend ausfüllen zu wollen. Ein Schlurfen; erzeugt durch eine Gangart, die in ihrem Nutzen weniger der Fortbewegung dienlich zu sein scheint, jedoch sehr gut zum Umpflügen der Straße geeignet wäre. Als sich der Eigentümer der verantwortlichen Stiefel weiter nähert, mag man zudem ein gepresstes, monotones Flüstern wahrnehmen, gleich dem Aufsagen einstudierter oder abgelesener Worte. Dann plötzlich folgt der dumpfe Schlag eines Aufpralls und wieder ist es für einen Herzschlag leise, bevor ein erstickter, doch durch und durch empörter Fluch die Treppe dafür verantwortlich zu machen sucht, dass Eruhl sich soeben seinen Fuß daran gestoßen hat.
Den Kopf tief in ein Buch in gesenkt, das aufgeschlagen in seiner Linken getragen wird, überquert er die kleine Brücke und marschiert quer durch den Innenhof. An der Türe angekommen wird die Rechte – der Zeigefinger zum nachfahren der Zeilen abgespreizt – erst nach Vollenden des zuletzt begonnen Satzes und auch dann nur sehr unwillig von dem Buch gelöst und tastet dann wild in der Luft herum greifend nach dem Griff des schweren Tores. Der Blick kann hierzu nicht gehoben werden, denn er wird noch zum Lesen gebraucht.
Schließlich aber betritt Eruhl endlich die Empfangshalle; Nicht jedoch ohne auch diese Treppenstufen mit Missachtung, einem schwerfälligen Stolpern und einem entrüsteten Ausruf des Protestes zu würdigen.
„Gemäß dieser aufgezählten Studien, ist die Annahme divergierender Einflüsse je nach Wahl des Holzes…,“ gaben seine Lippen stumm die erste Zeile der nächsten Seite wieder, unterbrachen sich dann jedoch für einen ungerichteten Gruß in den Raum hinein, „Einen guten Morgen hochgelehrter Herr Eibenbruch“. Und ohne in dieser Zeit ein einziges Mal den Kopf aus dem Buch gehoben zu haben, eilt er bereits weiter zur Nordtüre. Die Tatsache, dass seinem Gruß keine Erwiderung entgegengebracht wurde, scheint er nicht einmal registriert zu haben.
„… sollen sich gewisse Holzarten gar unvorteilhaft…,“ liest er einige Zeilen weiter, schlägt dann das Buch jedoch entschieden und unter frustiertem Murren zu, um stattdessen nach dem Türknauf zu greifen. Als er das Buch am vergangenen Abend in der Bibliothek gefunden hatte, war es so vielversprechend erschienen, doch dessen nächtliches Studium hatte schließlich aufgezeigt, dass es kein einziges Wort über die Einbindung der Elemente in das Ritual der Stabweihe verlor. „Also auf ein neues in die Bibliothek,“ brummte er missmutig in sich hinein und riss voller Ungeduld die Türe auf.
Mitten in der Handlung, die Türe einen Spaltweit geöffnet, hält er jäh inne. Das Sichtfeld durch den Spalt offenbart ihm einen kleinen Ausblick auf den sonderbar veränderten Raum dahinter; all die Ranken und die lehmige Substanz (Alindra befindet sich außerhalb des Sichtfeldes, dass der kleine Spalt ermöglicht). Doch nicht das, womit seine AUgen konfrontiert werden, ist der Grund für sein Innehalten; es ist etwas, das viel früher und wie ein Schlag auf seinen Geist trifft. Eine für den jungen und in Magie noch recht unerfahrenen Verstand vollkommen überrumpelnde Empfindung scheint sich in seinen Geist graben zu wollen; ein fremder unnatürlicher Klang im Lied; ein widernatürlicher Sog, der nach ihm zu greifen scheint – seine Sinne zu verschlingen droht.
Vollkommen überwältig und dem unerwarteten Gefühl unterlegen, taumelt er einige benommene Schritte zurück. Sein Sichtfeld wird fleckig und hätte er nicht glücklicherweise die Tischkante hinter sich zu fassen bekommen, würden seine Knie nun unter ihm nachgegeben.
Der Mund wird zu einem verzweifelten Ausruf gegenüber dem Verwalter geöffnet, doch als er den Kopf in dessen vermeintliche Richtung herumwirft, muss er entsetzt feststellen, dass Alfaran nicht zugegen ist. Wild und hektisch bewegen sich die Augen in den Höhlen, als der Blick gehetzt und voller Verzweiflung durch den Raum irrt – suchend. Niemand war dort… Panik steigt in ihm auf.
Er musste jemanden… nein, es war niemand hier außer ihm… er müsste selbst… aber… irgendjemand muss doch hier sein… er… musste… er würde… was sollte er nur tun?
Zuletzt geändert von Eruhl´Druark Kethyrr am Mittwoch 28. November 2007, 23:05, insgesamt 5-mal geändert.
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Yarin von Wolfenfels
Was bei Temora war das? Ranken die an den Türen des Alchemielabors prangten. Im Moment war dafür wenig Zeit. Die erste von ihm abgenommene Prüfung stand bevor. Selbst bei der Prüfung lies ihn das Gefühl nicht los, das irgend etwas nicht stimmte.
Nach der Prüfung wand der sich Alfaran zu. Als jener ihm von der Abreise Meredorns berichtete und davon, das diese Ranke schon einige Tage an Ort und Stelle war war der nächste Schritt für ihn klar.
Einige Schreiben wurden verfasst und jeder Schüler des Konvents sollte - teils von Flügelaffen, teils von normalen Boten - ein kurzes Schreiben mit dem Siegel des Konvents erreichen.
"Temoras Segen, die Weisheit Phanodains mit Euch,
Aufgrund sonderbarer Ereignisse im Alchemielabor des Konvents wird eine Zusammenkunft aller Schüler in den kommenden Tagen einberufen.
Am sechsten Wochentag zur sechsten Stunde erwarte ich jeden Schüler, der keine Begründung für sein Fernbleiben bringen kann in den Hallen des Konvents.
Von JEDEM Schüler der in den letzten zwei Wochen Experimente oder Tätigkeiten im Alchemielabor vollzog erwarte ich UMGEHEND einen Bericht selbiger. Bei einfachen Arbeiten genügt eine Aufzählung, bei Experimenten eine GENAUE Beschreibung.
In Vertretung des Prior Princepes
Yarin von Wolfenfels."
Mit einem Seufzen wand er sich an Alfaran, den alten Verwalter des Konvents.
'Berichtet mir bitte umgehend, wenn sich etwas ändert. Wenn Euch ein ähnlicher Vorfall bekannt ist, lasst es mich wissen. Jedwede magische Untersuchung an dem Labor ist nur mit mindestens zwei Schülern durchzuführen. Ein anschließender Bericht hierüber ist an mich zu senden. Richtet das bitte den Schülern aus, die sich an den Ranken zu schaffen machen.'
Seufzend, in Gedanken versunken führte den Magier der Weg in sein Heim.
Nach der Prüfung wand der sich Alfaran zu. Als jener ihm von der Abreise Meredorns berichtete und davon, das diese Ranke schon einige Tage an Ort und Stelle war war der nächste Schritt für ihn klar.
Einige Schreiben wurden verfasst und jeder Schüler des Konvents sollte - teils von Flügelaffen, teils von normalen Boten - ein kurzes Schreiben mit dem Siegel des Konvents erreichen.
"Temoras Segen, die Weisheit Phanodains mit Euch,
Aufgrund sonderbarer Ereignisse im Alchemielabor des Konvents wird eine Zusammenkunft aller Schüler in den kommenden Tagen einberufen.
Am sechsten Wochentag zur sechsten Stunde erwarte ich jeden Schüler, der keine Begründung für sein Fernbleiben bringen kann in den Hallen des Konvents.
Von JEDEM Schüler der in den letzten zwei Wochen Experimente oder Tätigkeiten im Alchemielabor vollzog erwarte ich UMGEHEND einen Bericht selbiger. Bei einfachen Arbeiten genügt eine Aufzählung, bei Experimenten eine GENAUE Beschreibung.
In Vertretung des Prior Princepes
Yarin von Wolfenfels."
Mit einem Seufzen wand er sich an Alfaran, den alten Verwalter des Konvents.
'Berichtet mir bitte umgehend, wenn sich etwas ändert. Wenn Euch ein ähnlicher Vorfall bekannt ist, lasst es mich wissen. Jedwede magische Untersuchung an dem Labor ist nur mit mindestens zwei Schülern durchzuführen. Ein anschließender Bericht hierüber ist an mich zu senden. Richtet das bitte den Schülern aus, die sich an den Ranken zu schaffen machen.'
Seufzend, in Gedanken versunken führte den Magier der Weg in sein Heim.
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Viljo Llastobhar
Ein kurzer Bericht wird bei Alfaran hinterlegt:
„ Begutachtung des Phänomens am Labor am Abend des 30ten Rabenmond.
Zugegen die Canditati Alindra Feruin und Viljo Llastobhar.
Eine arkane oder eingehende physikalische Untersuchung der dargebotenen Veränderung wurde nicht vorgenommen. Dieses Vorgehen wurde verworfen, da man das mögliche Risiko nur schwerlich abwegen konnte und man einer größeren Versammlung von Konventsmitglieder am angekündigten Treffen eine höhere Aussicht auf Erfolg anrechnete
Jenes Phänomen wurde lediglich gründlich in Augenschein genommen. Die Ergebnisse sind hier zu Protokoll gegeben sind und als Basis meiner Mutmaßungen dienen:
i) Die Veränderung besteht augenscheinlich größtenteils aus einem Erdgemisch ohne nennenswerte Ausprägungen oder Charakteristika in der Zusammensetzung.
- aus der unspezifischkeit lassen sich wenig Schlüsse ziehen. Jedoch erweckt sie den Eindruck eines in diesen Landen üblichen Bodens und lässt zumindest exotischere Entstehungsorte unwahrscheinlich erscheinen.
ii)Eben jene Erdschicht scheint sich auf dem Umgebenden Gemäuer zu befinden. Die ursprüngliche Türe ist nicht auszumachen.
- Dies lässt den Schluß zu, daß diese Material nicht aus einer arkanen oder alchemistischen Veränderung des umliegendes Gesteins heraus entstanden ist, sondern, den Spuren nach zu Urteilen seinen Ursprung (im Sinne der Richtung) im Keller zu haben.
iii)Die Pflanzen, welches das Erdreichen durchsetzen, entbehren sich gleichsam einer offensichtlichen Spezifikation, sondern scheinen von gleicher generischer Natur zu sein, wie das Erdreich selber.
Thesen spekulativer Natur aufgrund der obigen Beobachtungen:
1)Es handelt sich vermutlich nicht um eine rein elementare Manisfestation, im Sinne eines reinen Erdelementares, denn hierfür fehlt die Homogenität die das derart geschaffene physikalische Material hat.
2)Einen magischen Angriff einer uns feindlich gestimmten Gruppierung, gleich welcher Gesinnung, halte ich für unwahrscheinlich, denn die magischen Schutzvorkehrungen des Konvents hätten einen solchen Angriff abwehren müssen. Des weiteren entbehrt das Alchemielabor der taktischen oder materiellen Bedeutung für einen solchen Angriff.
Aufgrund der oben bereits erwähnten magischen Sicherungen ist ein schlichter Scherz auch auszuschließen, denn dafür wäre der Aufwand zu große, diese zu überwinden.
3)Die Akademie Arcana erlitt erst vor kurzem gleichsam einen unweit schwereren Angriff. Zwar erfolgte jener, soweit die Quellen stimmen, aus dem Meer, aber gleichsam gab es in der anschließenden Zeit mehrere heftige Erschütterungen und Veränderungen des Landes.
Ein möglicher Zusammenhang erscheint nicht unwahrscheinlich.
4) Einen Unfall mit einer alchemistischen Substanz möchte ich aufgrund der wenigen Indizien zwar nicht für gänzlich unmöglich halten, jedoch für sehr unwahrscheinlich. Zwar sind Substanzen bekannt die das Wachstum von Pflanzen positiv beeinflussen, aber bis dato nicht in einem derart starken Umfang. Außerdem deckt sich das nicht mit der eingehenden Verschiebung, oder Manifestation von Erdreich.
Abschließend möchte ich noch aufführen, das ich zu dem angekündigten Treffen aufgrund von Familienangelegenheiten höchstwahrscheinlich erscheinen kann und möchte dies hiermit im Vorfeld bereits Entschuldigen.
Des weiteren habe ich bis auf einen kurzen Blick hinein, da ich das fertig bestückte Labor noch nicht gesehen hatte, besagten Keller nicht betreten und erst recht darin gearbeitet oder experimentiert.
Möge Phanodain Euch bei der Entschlüsselung jenes Rätsels wohlgestimmt sein.
Gezeichnet,
Viljo Llastobhar“
„ Begutachtung des Phänomens am Labor am Abend des 30ten Rabenmond.
Zugegen die Canditati Alindra Feruin und Viljo Llastobhar.
Eine arkane oder eingehende physikalische Untersuchung der dargebotenen Veränderung wurde nicht vorgenommen. Dieses Vorgehen wurde verworfen, da man das mögliche Risiko nur schwerlich abwegen konnte und man einer größeren Versammlung von Konventsmitglieder am angekündigten Treffen eine höhere Aussicht auf Erfolg anrechnete
Jenes Phänomen wurde lediglich gründlich in Augenschein genommen. Die Ergebnisse sind hier zu Protokoll gegeben sind und als Basis meiner Mutmaßungen dienen:
i) Die Veränderung besteht augenscheinlich größtenteils aus einem Erdgemisch ohne nennenswerte Ausprägungen oder Charakteristika in der Zusammensetzung.
- aus der unspezifischkeit lassen sich wenig Schlüsse ziehen. Jedoch erweckt sie den Eindruck eines in diesen Landen üblichen Bodens und lässt zumindest exotischere Entstehungsorte unwahrscheinlich erscheinen.
ii)Eben jene Erdschicht scheint sich auf dem Umgebenden Gemäuer zu befinden. Die ursprüngliche Türe ist nicht auszumachen.
- Dies lässt den Schluß zu, daß diese Material nicht aus einer arkanen oder alchemistischen Veränderung des umliegendes Gesteins heraus entstanden ist, sondern, den Spuren nach zu Urteilen seinen Ursprung (im Sinne der Richtung) im Keller zu haben.
iii)Die Pflanzen, welches das Erdreichen durchsetzen, entbehren sich gleichsam einer offensichtlichen Spezifikation, sondern scheinen von gleicher generischer Natur zu sein, wie das Erdreich selber.
Thesen spekulativer Natur aufgrund der obigen Beobachtungen:
1)Es handelt sich vermutlich nicht um eine rein elementare Manisfestation, im Sinne eines reinen Erdelementares, denn hierfür fehlt die Homogenität die das derart geschaffene physikalische Material hat.
2)Einen magischen Angriff einer uns feindlich gestimmten Gruppierung, gleich welcher Gesinnung, halte ich für unwahrscheinlich, denn die magischen Schutzvorkehrungen des Konvents hätten einen solchen Angriff abwehren müssen. Des weiteren entbehrt das Alchemielabor der taktischen oder materiellen Bedeutung für einen solchen Angriff.
Aufgrund der oben bereits erwähnten magischen Sicherungen ist ein schlichter Scherz auch auszuschließen, denn dafür wäre der Aufwand zu große, diese zu überwinden.
3)Die Akademie Arcana erlitt erst vor kurzem gleichsam einen unweit schwereren Angriff. Zwar erfolgte jener, soweit die Quellen stimmen, aus dem Meer, aber gleichsam gab es in der anschließenden Zeit mehrere heftige Erschütterungen und Veränderungen des Landes.
Ein möglicher Zusammenhang erscheint nicht unwahrscheinlich.
4) Einen Unfall mit einer alchemistischen Substanz möchte ich aufgrund der wenigen Indizien zwar nicht für gänzlich unmöglich halten, jedoch für sehr unwahrscheinlich. Zwar sind Substanzen bekannt die das Wachstum von Pflanzen positiv beeinflussen, aber bis dato nicht in einem derart starken Umfang. Außerdem deckt sich das nicht mit der eingehenden Verschiebung, oder Manifestation von Erdreich.
Abschließend möchte ich noch aufführen, das ich zu dem angekündigten Treffen aufgrund von Familienangelegenheiten höchstwahrscheinlich erscheinen kann und möchte dies hiermit im Vorfeld bereits Entschuldigen.
Des weiteren habe ich bis auf einen kurzen Blick hinein, da ich das fertig bestückte Labor noch nicht gesehen hatte, besagten Keller nicht betreten und erst recht darin gearbeitet oder experimentiert.
Möge Phanodain Euch bei der Entschlüsselung jenes Rätsels wohlgestimmt sein.
Gezeichnet,
Viljo Llastobhar“
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Yarin von Wolfenfels
Langsam streiften in den Morgenstunden die Finger des Magiers über das versteinerte Buch. ‚Hoffentlich sind keine tiefen Wunden nötig’ so oder so ähnlich waren die Buchstaben auf der einzigen unversteinerten Seite. Mit einem Seufzen lies sich der Magister in aller Ruhe das Geschehen am Konvent durch den Kopf gehen.
Irgendeine Mischung aus Alchemie und Magie musste es gewesen sein, dass dieser Schüler dort erforschte. Und es schien im Chaos zu enden, diese beiden Gebiete zu kombinieren. WAS genau machte dieser Schüler dort also. Die Lösung, da war er sich sicher lag vor ihm. Nur das die Lösung gerade nicht lesbar war. Der normale Zauber um Magie aufzuheben wirkte bei dem Buch nicht.
Stein … ein Teil des Elementes Erde. Für ein Buch allerdings viel zu viel Erde. Mit einem Seufzen klemmte er sich das Buch unter den Arm und verlies leise das eigene Haus. Eine kühle Luft strömte durch die Haare des Mannes, als er auf den Weg in Richtung Konvent war. Als er den menschenleeren Konvent betreten hatte hielt er inne. Der Wind hatte nachgelassen, die Luft aus seinen Haaren war gewichen. Er hielt inner und warf einen Blick auf das Buch in seiner Hand. Erdmagie … schon im Keller hatte er versucht es mit einem normalen Bannspruch zu belegen. Erfolglos. Gedankenverloren strich er sich durchs Haar, hielt mitten in der Bewegung inne. Warum nicht – einen Versuch war es allemal wert. Sicher, Yarin war kein Spezialist in der Elementarmagie. Auch Alchemie war eher ein Hobby. Er wusste, welche Kräuter man zusammen erhitzen musste. Aber da hörte es bei ihm mit der Alchemie auch schon auf.
Nichtsdestotrotz hatte er den Unterricht in den Elementarmagien besucht, hatte das theoretische Wissen. Mit nachdenklichem Blick wand er sich wieder dem Garten des Konvents zu. Bei dem Buch konnte nicht viel passieren. Ein Versuch war es sicher wert.
Der Wind hatte sich noch immer nicht gelegt fuhr also wieder durch die Haare des Magiers. Vorsichtig legte er das Buch auf den Boden des Gartens. Ein Stück Erde wurde aufgenommen, neben das Buch gelegt. Aus dem Teich fand etwas Wasser den Weg in einen kleinen Krug. Auch diesen stellte der Magier neben das Buch. Ein Stück Holz, scheinbar von einem nahe gelegenen Baum wurde in den Boden gesteckt. Ein einfacher Zauber und die Flamme knisterte im kühlen Wind der Nacht. Yarin atmete einige Male tief durch – einige Male mehr als er benötigt hätte, um sich auf etwas wie eine Beschwörung vorzubereiten. Ein Elementarmagier, Meredorn zum Beispiel würden wahrscheinlich amüsiert dabei zusehen, wie Yarin dieses Problem zu lösen versuchte. Sie hatten diese Foki – Feuer, Erde, Wasser und Luft einfach nicht nötig um diese Zauber zu wirken. Es war als würde Yarin bei jeder einfachen Beschwörung ein Pentagramm zeichnen. Mit einem Seufzen schloss der Magier die Augen und begann sein Wirken.
Es dauerte nicht lange, die Einstimmung in das Lied war für ihn eine Übung, die er inzwischen dutzende Male verübt hatte. Nun aber galt es, sich auf die Elemente zu konzentrieren, auf die Elemente mit denen dieses Buch behaftet war. Erde – es war mehr als deutlich, wie dieses Element überwog, ja es war sogar deutlich, das einfach zu viel Erde vorhanden war. Meredorn erklärte noch in seinem letzten Unterricht, das man dieses Dasein des Elementes einfach senken konnte. Er sprach von einer gedachten Linie. War es möglich die überschüssige Erde einfach aus dem Buch heraus zu ziehen, so wie man überflüssige Federn aus einem Huhn zog, wie man Kerne aus einem reifen Apfel heraussammelte. Einen Versuch war es wert. Vielleicht gelang es ihm, die Erde aus dem Buch wieder zurück in die normale Erde des Bodens zu führen …
Irgendeine Mischung aus Alchemie und Magie musste es gewesen sein, dass dieser Schüler dort erforschte. Und es schien im Chaos zu enden, diese beiden Gebiete zu kombinieren. WAS genau machte dieser Schüler dort also. Die Lösung, da war er sich sicher lag vor ihm. Nur das die Lösung gerade nicht lesbar war. Der normale Zauber um Magie aufzuheben wirkte bei dem Buch nicht.
Stein … ein Teil des Elementes Erde. Für ein Buch allerdings viel zu viel Erde. Mit einem Seufzen klemmte er sich das Buch unter den Arm und verlies leise das eigene Haus. Eine kühle Luft strömte durch die Haare des Mannes, als er auf den Weg in Richtung Konvent war. Als er den menschenleeren Konvent betreten hatte hielt er inne. Der Wind hatte nachgelassen, die Luft aus seinen Haaren war gewichen. Er hielt inner und warf einen Blick auf das Buch in seiner Hand. Erdmagie … schon im Keller hatte er versucht es mit einem normalen Bannspruch zu belegen. Erfolglos. Gedankenverloren strich er sich durchs Haar, hielt mitten in der Bewegung inne. Warum nicht – einen Versuch war es allemal wert. Sicher, Yarin war kein Spezialist in der Elementarmagie. Auch Alchemie war eher ein Hobby. Er wusste, welche Kräuter man zusammen erhitzen musste. Aber da hörte es bei ihm mit der Alchemie auch schon auf.
Nichtsdestotrotz hatte er den Unterricht in den Elementarmagien besucht, hatte das theoretische Wissen. Mit nachdenklichem Blick wand er sich wieder dem Garten des Konvents zu. Bei dem Buch konnte nicht viel passieren. Ein Versuch war es sicher wert.
Der Wind hatte sich noch immer nicht gelegt fuhr also wieder durch die Haare des Magiers. Vorsichtig legte er das Buch auf den Boden des Gartens. Ein Stück Erde wurde aufgenommen, neben das Buch gelegt. Aus dem Teich fand etwas Wasser den Weg in einen kleinen Krug. Auch diesen stellte der Magier neben das Buch. Ein Stück Holz, scheinbar von einem nahe gelegenen Baum wurde in den Boden gesteckt. Ein einfacher Zauber und die Flamme knisterte im kühlen Wind der Nacht. Yarin atmete einige Male tief durch – einige Male mehr als er benötigt hätte, um sich auf etwas wie eine Beschwörung vorzubereiten. Ein Elementarmagier, Meredorn zum Beispiel würden wahrscheinlich amüsiert dabei zusehen, wie Yarin dieses Problem zu lösen versuchte. Sie hatten diese Foki – Feuer, Erde, Wasser und Luft einfach nicht nötig um diese Zauber zu wirken. Es war als würde Yarin bei jeder einfachen Beschwörung ein Pentagramm zeichnen. Mit einem Seufzen schloss der Magier die Augen und begann sein Wirken.
Es dauerte nicht lange, die Einstimmung in das Lied war für ihn eine Übung, die er inzwischen dutzende Male verübt hatte. Nun aber galt es, sich auf die Elemente zu konzentrieren, auf die Elemente mit denen dieses Buch behaftet war. Erde – es war mehr als deutlich, wie dieses Element überwog, ja es war sogar deutlich, das einfach zu viel Erde vorhanden war. Meredorn erklärte noch in seinem letzten Unterricht, das man dieses Dasein des Elementes einfach senken konnte. Er sprach von einer gedachten Linie. War es möglich die überschüssige Erde einfach aus dem Buch heraus zu ziehen, so wie man überflüssige Federn aus einem Huhn zog, wie man Kerne aus einem reifen Apfel heraussammelte. Einen Versuch war es wert. Vielleicht gelang es ihm, die Erde aus dem Buch wieder zurück in die normale Erde des Bodens zu führen …
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Der Erzähler
Es begann vielversprechend. Nicht viel mehr als Grundlagenwissen und gewissenhaftes Vorgehen waren notwendig, um die in wahrlich beeindruckender Konzentration vorhandene Erde aus den Seiten des Buches zu ziehen und in den Boden zurück zu lenken. Ausgehend von der einzigen unversteinerten Seite des Buches zog sich die Versteinerung langsam zurück, begleitet von einem wiederholten Knistern und Knacken. Doch dann - stoppte es. Als habe jemand einen unsichtbaren Schalter umgelegt brach der Vorgang plötzlich ab, die schon befreiten Seiten raschelten noch einmal leise im Wind und erstarrten wieder, mitten in der Bewegung. Kurze Zeit darauf erstarb selbst der Wind.
Doch auch wenn die Seiten des Buches dem Magus keine Geschichte erzählen wollten, die Klänge des Liedes konnten es sehr wohl. Sie erzählten ihm von Stagnation...
Doch auch wenn die Seiten des Buches dem Magus keine Geschichte erzählen wollten, die Klänge des Liedes konnten es sehr wohl. Sie erzählten ihm von Stagnation...
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Meredorn Volospa
Licht, natürliches, schwaches Licht drang an die Augen Meredorns als er nach einer unermesslichen Zeit, fernab jeden Gefühles für diese, wieder einer menschlichen Wahrnehmung bemächtigt wurde. Erst schemenhaft erkannte er mehrere schemenenhaft humanoide Silhouetten bis seine Augen immer schärfer wurden, sein Blick stärkere Details erlaubt und sein Geist immer mehr Details seiner Umwelt zu erkennen vermochte. Er befand sich offensichtlich in den Raum, in dem ihm seine natürlichen Sinne verließen, doch war er nun nicht mehr allein und etwas hatte sich verändert. Er fühle sich schwach, alt, vergänglich… Sofort brachen verschiedenste, schwer zu ordnende Eindrücke auf ihn Ein. Stimmengewirr, Worte, Licht, Umgebung… zu vieles für einen Moment und doch alsbald eine ganz alltägliche Wahrnehmung schien es rasant schnell zu gehen bis auch er seiner eigenen Fähigkeit zu denken wieder bemächtigt wurde, zu verstehen und zu sprechen. Wie lang war er in diesem Zustand gewesen? Stunden? Tage? Zwei Wochen waren es, sagte man ihm!
So lang befand er sich in einem Zustand, indem er nur das Lied wahrnahm, so vieles sah und spürte, dass er vorher nur an der Oberfläche hatte sehen können. Die Zeit die verging, war nicht schätzbar geworden. Doch war es weniger eine Ewigkeit und noch weniger keine Zeit, die er verspürte. Es war vielmehr, als er würde die Zeit nicht wie üblich an ihm vorbeiziehen, es war als würde er mit ihr ziehen, ein Teil von ihr werden, ein Teil sein.
Worte wurden gewechselt, das Ritual, dass seine jungen Schüler und sein Collega durchführten und ihn befreite wurde erläutert ebenso wie die eher mutmaßlichen Gründe für diesen Zustand. Er fühlte sich schwach, obwohl ihm eine große Macht zu Teil wurde. Er fühlte sich alt, kränklich und verwittert und ebenso sah er aus.
Als er zwei Wochen zuvor betrat, waren seine Haare lang, erdbraun und ein kurzer Bart wuchs ordentlich geschnitten und rasiert in seinem Gesicht doch nun wucherte dieses Haar förmlich auf seinem Kopfe und ein dicker, mächtiger Bart verbarg fast seine gesamte untere Gesichtshälfte. Grau, fast weiß war der Bart und in Anbetracht der Verschleierung seiner Gesichtszüge, vermochte man wahrlich ihn für einen Greis zu halten. Das wahrlich beunruhigende jenes Zustandes war jedoch, dass er sich tatsächlich so fühlte.
Die chronomantische Macht, die Stagnation als Aspekt der Erdmagie und die bindende Macht der Kräuter stärkte seinen Leib nicht wie beabsichtigt, sie zehrten alle gemeinsam an ihm. Sie zogen an einem Strang, der ihm dem Leben entreißen sollte und ganze Dekaden seines Leben zu entreißen vermag. Er fühlte sich schwach und doch nicht müde, sein Geist war rastlos, unruhig, mit sich überschlagenden Gedankengängen überfordert. Die Zeit rann ihm davon, er musste einen Weg finden diesen Zustand umzukehren zu genesen und seine Lebenskraft, sein Lebensalter zurückzuerhalten.. seine Zeit wieder zu gewinnen.
Stundenlang grübelte er noch bis tief in die Nacht hinein über seine Notizen, seine Lehren und Gedanken, seine Erfahrungen und Wahrnehmungen… er durfte nicht erneut das alchemistische mit dem arkanen mischen und doch konnte die Macht eines Trankes allein niemals diese geballte Macht die sich seiner bemächtigt hatte, rückgängig machen. Er braucht erneut verschiedene Aspekte, doch mussten sie dieses mal aus einer Ebene stammen und jedwedem weiteren Experiment und etwaigen Fehlschlag vorzubeugen.
Ein Trank, stärkend und heilend… die Vitalität beinhaltend die er so sehr bräuchte, diesen würde er brauchen. Doch er würde sich nicht auf einen allein verlassen können. Er brauchte die Heilkunst verschiedener Kulturen, verschiedenste Herangehensweisen in einer vereint um die Verschiedenartigkeit des Leidens, dass in ihm vereint war, zu neutralisieren und umzukehren… Menschen, Menekaner, Heiler, Magier, Elfen, Druiden… sie alle werden Teil dieser Aufgabe sein müssen. Es blieb keine Zeit mehr zu verlieren, denn davon war für ihm genug auf der Strecke geblieben!
Er wusch sich, nahm sich neue… einmal nicht zerstörte oder mit einer dicken Lehmschicht bedeckte Kleider und machte sich direkt auf den Menek’ur. Der Markt würde noch nicht vorüber sein, vielleicht würde er hier bereits den ersten Trank ergattern können. Danach würde er zu seinen alten Freunden, dem Waldläufer Rowing und der Schneiderin Miriam, aufbrechen. Ein Waldläufer… und er hatte enge Freunde bei den Hütern des Waldes und den Kindern Phanodains. So würden bereits die wichtigsten Bausteine des Gesamtwerkes in Kürze verfügbar sein, hoffte er…
Er hob seine linke Hand an, wollte wie stets in fast unkonzentrierter Routine seinen Stab erscheinen lassen, doch seine Konzentration versagte es ihm. Er Zauber entstand, hielt sich eine Weile fast zitternd und verging doch wieder erfolglos. Seine Willenskraft fand noch nicht wieder den Weg zurück um seine arkane Macht zu stärken… und doch sah er die Vorgänge im Liede viel detaillierter als zuvor. Sah Zusammenhänge, Erscheinungen, Vorgänge… sah das Lied, wie er es nie zuvor konnte. Es überforderte ihn, all diese neuen Eindrücke, Facetten und Erfahrungen war zu viel für seinen Geist und ließen ihn jeden Versuch eines arkanen Inductums scheitern… seine Wahrnehmung des Liedes in dieser Fülle überforderte ihn… noch…
So lang befand er sich in einem Zustand, indem er nur das Lied wahrnahm, so vieles sah und spürte, dass er vorher nur an der Oberfläche hatte sehen können. Die Zeit die verging, war nicht schätzbar geworden. Doch war es weniger eine Ewigkeit und noch weniger keine Zeit, die er verspürte. Es war vielmehr, als er würde die Zeit nicht wie üblich an ihm vorbeiziehen, es war als würde er mit ihr ziehen, ein Teil von ihr werden, ein Teil sein.
Worte wurden gewechselt, das Ritual, dass seine jungen Schüler und sein Collega durchführten und ihn befreite wurde erläutert ebenso wie die eher mutmaßlichen Gründe für diesen Zustand. Er fühlte sich schwach, obwohl ihm eine große Macht zu Teil wurde. Er fühlte sich alt, kränklich und verwittert und ebenso sah er aus.
Als er zwei Wochen zuvor betrat, waren seine Haare lang, erdbraun und ein kurzer Bart wuchs ordentlich geschnitten und rasiert in seinem Gesicht doch nun wucherte dieses Haar förmlich auf seinem Kopfe und ein dicker, mächtiger Bart verbarg fast seine gesamte untere Gesichtshälfte. Grau, fast weiß war der Bart und in Anbetracht der Verschleierung seiner Gesichtszüge, vermochte man wahrlich ihn für einen Greis zu halten. Das wahrlich beunruhigende jenes Zustandes war jedoch, dass er sich tatsächlich so fühlte.
Die chronomantische Macht, die Stagnation als Aspekt der Erdmagie und die bindende Macht der Kräuter stärkte seinen Leib nicht wie beabsichtigt, sie zehrten alle gemeinsam an ihm. Sie zogen an einem Strang, der ihm dem Leben entreißen sollte und ganze Dekaden seines Leben zu entreißen vermag. Er fühlte sich schwach und doch nicht müde, sein Geist war rastlos, unruhig, mit sich überschlagenden Gedankengängen überfordert. Die Zeit rann ihm davon, er musste einen Weg finden diesen Zustand umzukehren zu genesen und seine Lebenskraft, sein Lebensalter zurückzuerhalten.. seine Zeit wieder zu gewinnen.
Stundenlang grübelte er noch bis tief in die Nacht hinein über seine Notizen, seine Lehren und Gedanken, seine Erfahrungen und Wahrnehmungen… er durfte nicht erneut das alchemistische mit dem arkanen mischen und doch konnte die Macht eines Trankes allein niemals diese geballte Macht die sich seiner bemächtigt hatte, rückgängig machen. Er braucht erneut verschiedene Aspekte, doch mussten sie dieses mal aus einer Ebene stammen und jedwedem weiteren Experiment und etwaigen Fehlschlag vorzubeugen.
Ein Trank, stärkend und heilend… die Vitalität beinhaltend die er so sehr bräuchte, diesen würde er brauchen. Doch er würde sich nicht auf einen allein verlassen können. Er brauchte die Heilkunst verschiedener Kulturen, verschiedenste Herangehensweisen in einer vereint um die Verschiedenartigkeit des Leidens, dass in ihm vereint war, zu neutralisieren und umzukehren… Menschen, Menekaner, Heiler, Magier, Elfen, Druiden… sie alle werden Teil dieser Aufgabe sein müssen. Es blieb keine Zeit mehr zu verlieren, denn davon war für ihm genug auf der Strecke geblieben!
Er wusch sich, nahm sich neue… einmal nicht zerstörte oder mit einer dicken Lehmschicht bedeckte Kleider und machte sich direkt auf den Menek’ur. Der Markt würde noch nicht vorüber sein, vielleicht würde er hier bereits den ersten Trank ergattern können. Danach würde er zu seinen alten Freunden, dem Waldläufer Rowing und der Schneiderin Miriam, aufbrechen. Ein Waldläufer… und er hatte enge Freunde bei den Hütern des Waldes und den Kindern Phanodains. So würden bereits die wichtigsten Bausteine des Gesamtwerkes in Kürze verfügbar sein, hoffte er…
Er hob seine linke Hand an, wollte wie stets in fast unkonzentrierter Routine seinen Stab erscheinen lassen, doch seine Konzentration versagte es ihm. Er Zauber entstand, hielt sich eine Weile fast zitternd und verging doch wieder erfolglos. Seine Willenskraft fand noch nicht wieder den Weg zurück um seine arkane Macht zu stärken… und doch sah er die Vorgänge im Liede viel detaillierter als zuvor. Sah Zusammenhänge, Erscheinungen, Vorgänge… sah das Lied, wie er es nie zuvor konnte. Es überforderte ihn, all diese neuen Eindrücke, Facetten und Erfahrungen war zu viel für seinen Geist und ließen ihn jeden Versuch eines arkanen Inductums scheitern… seine Wahrnehmung des Liedes in dieser Fülle überforderte ihn… noch…
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Meredorn Volospa
Der Regen prasselte lautstark auf die Kapuze seines Umhanges als Meredorn mit hektischen Bewegungen das Schloss zu sein Heim entriegelte. Rastlosigkeit… ein ruheloser Geist und sich stets wiederholende, überschlagende Gedanken und Taten prägten die letzten Stunden und Tage seit seiner Befreiung doch nun sollte all dies ein Ende haben. Er unternahm einige Reisen und ebenso dank der raschen Hilfe seiner Gefährten hatte er seine Sammlung komplettieren können. Das letzte Stück, das noch zum Ganzen fehlte, hatte ihm so eben der Bote aus Menek’ur überreicht, der letzte noch fehlende Trank war nun endlich in seinem Besitz.
Eilig ging er die Stufen hinauf, legte die innen gefütterte Tasche sorgsam auf seinem Labortisch ab und entledigte sich jeder behindernden Kleidung. Er verharrte einen Moment in starr und betrachtete die Tasche um seine Gedanken zu sammeln, ein Moment der Ruhe um seine Konzentration neu erwachen zu lassen…
So begann er nun die Kordel zu lösen und die einzelnen Tränke daraus zu nehmen. Es waren so einige an der Zahl, gefertigt mit verschiedenen und doch sehr ähnlichen Wirkungen die allesamt eine gewisse Vitalität intendierten. Eine Vitalität die ihm verloren gegangen war und er nur auf diesem Wege zurück erlangen konnte. Seine Sammlung umfasse Tränke aus den Händen einer Heilerin des Wüstenvolkes, einer Stadtbewohnerin der Grafschaft und eines Mannes aus dem Hafendorf. Ebenso befanden sich darunter Werke der Hüter des Waldes, eines Waldläufers und gar weiterer fremder Völker wie einer arkan begabten Heilerin der Kinder Phanodains und sogar einer Schamanin des Volkes der Tiefländer. Neben diesen fand sich auch ein Trank einer Einsiedlerin mit besonderer, magischer Begabung sowie einer Priesterin der Eluive. Die Sammlung war vollständig, der letzte Akt dieser erst mentalen, zeitweise körperlichen und nun alchemistischen Odyssee. Nun würde es alles ein Ende nehmen… es gab keine Zeit mehr zu verlieren, keinen Grund mehr zu warten.
Er hängte ein großes, ovalrundes Gefäß über eine noch nicht entzündete Feuerstelle in seinem Labor und positionierte verschiedenartige, leicht entzündbare und verlässliche Zündasche unter jener Flasche. Ritzte kurz darauf ein gleichschenkeliges Oktagramm in die Asche ein um bald darauf das Feuer zu entzünden, welches in flimmernden Grün- und Violetttönen emporzüngelte. Nun begann er einen Trank nach dem Anderen zu öffnen und die darin befindliche Flüssigkeit in jenes Gefäß gleiten zu lassen. Sehr behutsam, ließ er die Flüssigkeit erst tropfen und dann komplett darin versinken, möglichst ohne das Glas zu berühren oder gar etwas zu verschütten. Die einzelnen Phiolen waren allesamt der gleichen Form und Größe, doch unterschied sich ihr Inhalt deutlich in Farbe und Geruch.
Unter jenen Tränken waren recht zähflüssige, dunkle und trübe Gemische, kristallklare Erzeugnisse die fast reiner schienen als das Wasser eines Bergsees ebenso wie auch in kräftigem Grün und Gelb gehaltene Heiltränke. Sie alle würden ihren Teil zu einem Ganzen beitragen, ein Ganzes, das wie so oft mehr ist als die Summe seiner Teile.
Als er sämtliche Phiolen entleert hatte weilte er einen ruhigen Moment und beobachtete still und aufmerksam, wie sich verhielten. Schnell zeigten sich erste Erfolge. Die zählflüssigen, dunklen vereinigten sich schnell mit den sehr dünnen, klaren Tränken. Unter der gleichmäßigen Erhitzung der züngelten Flämmchen vermischten sich die einzelnen Tränke und fast mit jedem Wimpernschlag schien eine andere Farbe das Gemisch zu dominieren, wollte sich hervordrängen und den Anderen die eigene stärke, eigene Wirkung aufzwängen. Doch je mehr dies ein jeder Trank zu erreichen versuchte, umso mehr scheiterten sie und bald bildete sich ein stets farbloseres Gebilde im Inneren heraus bis man fast vermuten könnte, jenes Gefäß wäre lediglich mit klarem Wasser gefüllt.
Meredorn wartete noch einige Momente ehe er das Feuer löscht und das Gefäß an sich nahm. Wie erwartet war es trotz der Erhitzung völlig kalt. Er blickte auf die Oberfläche des Trankgemisches hinab und obwohl sie glatt und klar war, konnte er weder sich gespiegelt noch den Boden unter der Flasche erblicken. Erst wirkte jener Umstand befremdlich, doch bald darauf begann der Trank aus seinem Inneren heraus förmlich zu Glimmen.
Ein pulsierendes Licht begleitet von einem leichten, unwirklichen pulsieren im Inneren der Flüssigkeit begann zu erwachsen, welches bald darauf kurz vor seinem Zenit den Raum und besonders Meredorns Antlitz hell zu erleuchten vermochte. Nun war der Zeitpunkt gekommen, nun war es Richtig, nun würde es geschehen! Nun!
Er hob das Gefäß an und führt es an seine Lippen um den Trank beinah gierig in sich aufzunehmen. Nicht nur die Hoffnung auf die ersehnte Genesung nährte diesen Durst. Er hatte fast den gesamten Tag auf jedwede Nahrung oder Trank verzichtet, um seinen Leib rein zu halten um nur ihn auf seinen Körper von innen heraus wirken zu lassen.
Es schmeckte in jeder Beziehung neutral. Der Trank schien die exakte Körperwärme Meredorns angenommen zu haben, so dass er kaum merkte, wie die Flüssigkeit über seine Zunge glitt und nur sein Schluckreflex ihn davor bewahrte, dass einige Troopfen gar verloren gingen. Kein Geschmack ward ihm zu Teil, als hätte man ihm erneut eines Sinnes beraubt und doch spürte er sehr genau, wie die Wirkung bereits in seiner Kehle nach seinem Körper zu greifen ersuchte.
Ein wohltuendes Gefühl der Wärme begann nach und nach seinen Körper zu durchfluten. Es kroch durch die Glieder, raste durch jede Ader, schien sich wieder bis an seine Haut vorzuarbeiten und vorsichtig darauf zu achten, nicht zu weit zu gehen um seinen Leib wieder zu verlassen. Seien Finger krümmten sich, er musste die Augen schließen, da das Gefühl neu erlangter Klarheit, welches sich seinem Geiste bemächtigte, ihn förmlich zu blenden drohte und doch wurde es bald herum dunkel um ihn herum…
Er öffnete die Augen, blinzelte ein wenig und tastete an sich herab… seine Glieder wirkten wieder jung, die Finger bewegten sich ohne zu schmerzen und seine Augen fürchteten nun nicht mehr das Licht der jung erwachenden Sonne, welches durch die Ostfenster seines Heimes an seine Augen drang. Sein Geist war klar und doch besonnen, die Ruhelosigkeit, diese Schwäche in Leib und Geiste schien ihn verlassen zu haben und nun vermochte er es gar, sich ohne Stütze oder Anstrengung erheben zu können.
So ging er denn mit den festesten Schritten seit seiner Befreiung auf das Spiegelglas zu um sich zu betrachten und sich des tatsächlichen Erfolges zu versichern. Er sah in das Glas und erblickte einen Mann, der wohl seines Alters ein wenig zu gräuliche Haare zu haben schien und doch stolz und gesund wirkte. Ein Mann, den man nicht mehr mehrere Dekaden über sein tatsächliches Alter schätzen würde, der sich ohne Hilfe auf seinen Beinen zu halten vermag und dessen Gedanken wieder frei waren, sicher, geordnet… endlich nun, erblickte er wieder sich selbst.
Eilig ging er die Stufen hinauf, legte die innen gefütterte Tasche sorgsam auf seinem Labortisch ab und entledigte sich jeder behindernden Kleidung. Er verharrte einen Moment in starr und betrachtete die Tasche um seine Gedanken zu sammeln, ein Moment der Ruhe um seine Konzentration neu erwachen zu lassen…
So begann er nun die Kordel zu lösen und die einzelnen Tränke daraus zu nehmen. Es waren so einige an der Zahl, gefertigt mit verschiedenen und doch sehr ähnlichen Wirkungen die allesamt eine gewisse Vitalität intendierten. Eine Vitalität die ihm verloren gegangen war und er nur auf diesem Wege zurück erlangen konnte. Seine Sammlung umfasse Tränke aus den Händen einer Heilerin des Wüstenvolkes, einer Stadtbewohnerin der Grafschaft und eines Mannes aus dem Hafendorf. Ebenso befanden sich darunter Werke der Hüter des Waldes, eines Waldläufers und gar weiterer fremder Völker wie einer arkan begabten Heilerin der Kinder Phanodains und sogar einer Schamanin des Volkes der Tiefländer. Neben diesen fand sich auch ein Trank einer Einsiedlerin mit besonderer, magischer Begabung sowie einer Priesterin der Eluive. Die Sammlung war vollständig, der letzte Akt dieser erst mentalen, zeitweise körperlichen und nun alchemistischen Odyssee. Nun würde es alles ein Ende nehmen… es gab keine Zeit mehr zu verlieren, keinen Grund mehr zu warten.
Er hängte ein großes, ovalrundes Gefäß über eine noch nicht entzündete Feuerstelle in seinem Labor und positionierte verschiedenartige, leicht entzündbare und verlässliche Zündasche unter jener Flasche. Ritzte kurz darauf ein gleichschenkeliges Oktagramm in die Asche ein um bald darauf das Feuer zu entzünden, welches in flimmernden Grün- und Violetttönen emporzüngelte. Nun begann er einen Trank nach dem Anderen zu öffnen und die darin befindliche Flüssigkeit in jenes Gefäß gleiten zu lassen. Sehr behutsam, ließ er die Flüssigkeit erst tropfen und dann komplett darin versinken, möglichst ohne das Glas zu berühren oder gar etwas zu verschütten. Die einzelnen Phiolen waren allesamt der gleichen Form und Größe, doch unterschied sich ihr Inhalt deutlich in Farbe und Geruch.
Unter jenen Tränken waren recht zähflüssige, dunkle und trübe Gemische, kristallklare Erzeugnisse die fast reiner schienen als das Wasser eines Bergsees ebenso wie auch in kräftigem Grün und Gelb gehaltene Heiltränke. Sie alle würden ihren Teil zu einem Ganzen beitragen, ein Ganzes, das wie so oft mehr ist als die Summe seiner Teile.
Als er sämtliche Phiolen entleert hatte weilte er einen ruhigen Moment und beobachtete still und aufmerksam, wie sich verhielten. Schnell zeigten sich erste Erfolge. Die zählflüssigen, dunklen vereinigten sich schnell mit den sehr dünnen, klaren Tränken. Unter der gleichmäßigen Erhitzung der züngelten Flämmchen vermischten sich die einzelnen Tränke und fast mit jedem Wimpernschlag schien eine andere Farbe das Gemisch zu dominieren, wollte sich hervordrängen und den Anderen die eigene stärke, eigene Wirkung aufzwängen. Doch je mehr dies ein jeder Trank zu erreichen versuchte, umso mehr scheiterten sie und bald bildete sich ein stets farbloseres Gebilde im Inneren heraus bis man fast vermuten könnte, jenes Gefäß wäre lediglich mit klarem Wasser gefüllt.
Meredorn wartete noch einige Momente ehe er das Feuer löscht und das Gefäß an sich nahm. Wie erwartet war es trotz der Erhitzung völlig kalt. Er blickte auf die Oberfläche des Trankgemisches hinab und obwohl sie glatt und klar war, konnte er weder sich gespiegelt noch den Boden unter der Flasche erblicken. Erst wirkte jener Umstand befremdlich, doch bald darauf begann der Trank aus seinem Inneren heraus förmlich zu Glimmen.
Ein pulsierendes Licht begleitet von einem leichten, unwirklichen pulsieren im Inneren der Flüssigkeit begann zu erwachsen, welches bald darauf kurz vor seinem Zenit den Raum und besonders Meredorns Antlitz hell zu erleuchten vermochte. Nun war der Zeitpunkt gekommen, nun war es Richtig, nun würde es geschehen! Nun!
Er hob das Gefäß an und führt es an seine Lippen um den Trank beinah gierig in sich aufzunehmen. Nicht nur die Hoffnung auf die ersehnte Genesung nährte diesen Durst. Er hatte fast den gesamten Tag auf jedwede Nahrung oder Trank verzichtet, um seinen Leib rein zu halten um nur ihn auf seinen Körper von innen heraus wirken zu lassen.
Es schmeckte in jeder Beziehung neutral. Der Trank schien die exakte Körperwärme Meredorns angenommen zu haben, so dass er kaum merkte, wie die Flüssigkeit über seine Zunge glitt und nur sein Schluckreflex ihn davor bewahrte, dass einige Troopfen gar verloren gingen. Kein Geschmack ward ihm zu Teil, als hätte man ihm erneut eines Sinnes beraubt und doch spürte er sehr genau, wie die Wirkung bereits in seiner Kehle nach seinem Körper zu greifen ersuchte.
Ein wohltuendes Gefühl der Wärme begann nach und nach seinen Körper zu durchfluten. Es kroch durch die Glieder, raste durch jede Ader, schien sich wieder bis an seine Haut vorzuarbeiten und vorsichtig darauf zu achten, nicht zu weit zu gehen um seinen Leib wieder zu verlassen. Seien Finger krümmten sich, er musste die Augen schließen, da das Gefühl neu erlangter Klarheit, welches sich seinem Geiste bemächtigte, ihn förmlich zu blenden drohte und doch wurde es bald herum dunkel um ihn herum…
Er öffnete die Augen, blinzelte ein wenig und tastete an sich herab… seine Glieder wirkten wieder jung, die Finger bewegten sich ohne zu schmerzen und seine Augen fürchteten nun nicht mehr das Licht der jung erwachenden Sonne, welches durch die Ostfenster seines Heimes an seine Augen drang. Sein Geist war klar und doch besonnen, die Ruhelosigkeit, diese Schwäche in Leib und Geiste schien ihn verlassen zu haben und nun vermochte er es gar, sich ohne Stütze oder Anstrengung erheben zu können.
So ging er denn mit den festesten Schritten seit seiner Befreiung auf das Spiegelglas zu um sich zu betrachten und sich des tatsächlichen Erfolges zu versichern. Er sah in das Glas und erblickte einen Mann, der wohl seines Alters ein wenig zu gräuliche Haare zu haben schien und doch stolz und gesund wirkte. Ein Mann, den man nicht mehr mehrere Dekaden über sein tatsächliches Alter schätzen würde, der sich ohne Hilfe auf seinen Beinen zu halten vermag und dessen Gedanken wieder frei waren, sicher, geordnet… endlich nun, erblickte er wieder sich selbst.