Lange hatte sie mit Spjall gesprochen, vieles hatte er sie gefragt. Auch über den Vorfall mit Elina in der Clanshalle. Ein Mißverständnis, ein riesengroßes Mißverständnis, das war nun wohl beiden Seiten klar. Wobei sie sich bei Elina noch nicht ganz sicher war.
Jolinn hatte zum ersten Mal seit Wochen das Gefühl gehabt, als Elina ihr den Umhang übergab, dass sie einen Schritt aufeinander zu gemacht hatten. Ihr war sogar richtig warm ums Herz geworden, dass Elina aus freien Stücken heraus nach Gerimor gefahren war.
Spjall wollte mit Elina einen schönen Ausflug unternehmen. Eine Decke mit einpacken, dazu noch einen Korb voller Essen. Jolinn half Spjall mit ihren Worten so gut es ging, in die Hand nehmen wollte und sollte er es allein. Aber dann kam ihr eine Idee. Vor langer, langer Zeit hatte sie von ihrer Mah ein Kleid überreicht bekommen, welches bestickt war mit den feinsten Garnen. Jenes Kleid hatte über Generationen hinweg schon immer Glück gebracht. Jolinn hatte es gerne an, es war ihr zwar ein wenig zu kurz, war sie doch viel größer als ihre Mutter und ihre Großmutter, aber sie hatte es gerne bei und an sich. Aber sie hatte ihr Glück gefunden. Svenja hatte ihr eigenes Kleid, jetzt war es an der Zeit, das Glück weiterzugeben. Und Jolinn war sich sicher: Elina sollte nun auch einmal Glück haben.
Mit diesen Worten gab sie Spjall das Kleid. Sie hoffte, Elina würde daran gefallen finden und den wahren Sinn des Kleides entdecken. Nämlich, dass sie Elina alles alles erdenklich Gute wünschen würde für ihren Weg, den sie gerade dabei war einzuschlagen. Vielleicht war es auch ein erster Schritt in eine Richtung, die Jolinn und Elina aneinander noch nicht kennengelernt hatten.
Kleine Glücksbringer und erste Schritte
-
Elina Hinrah
Nun waren schon zwei Tage vergangen, an denen Elina immer wieder zu dem Päckchen ging, es vorsichtig öffnete und dann das Kleid betrachtete.
Spjall hatte es ihr, nachdem er sie zu einem Ausflug ans Festland geladen hatte, überbracht.
Immer wieder strich sie vorsichtig über die edlen Stickereien des Kleides.
Ihre Gedanken schweiften dabei allezeit zwischen dem Abend an Samhain und dem Tag des Ausfluges hin und her.
Schnell machte sie das Päckchen wieder zu und setzte sich zum Tisch rüber.
Sie schloss ihre Augen und ließ den Abend des Samhain Revue passieren.
Es war wohl der schrecklichste und auch einer der schönsten Abende ihres bisherigen Lebens.
Erst jetzt im Nachhinein erkannte sie, dass sie wohl Falk den letzten Nerv geraubt haben musste, sodass er an diesem Abend völlig ausrastete.
Und dabei hatte sie bloß versucht eine gewisse Art Freundschaft aufzubauen.
Das musste er wohl völlig missverstanden haben. Sie mochte ihn sehr und schätzte ihn, aber er dachte wohl immer noch, dass sie hinter ihm her war.
Und Jolinn…sie kannte sie kaum. Nach dem Eklat, vor langer Zeit in der Halle der Bunjams, gingen sich beide so gut wie möglich aus dem Weg.
Elina hatte ein schlechtes Gewissen deshalb, und hoffte so sehr, dass Jolinn mal auf sie zugehen und dies in einem Gespräch klären würde.
Doch es kam von ihr nie etwas und Elina hatte einfach nicht den Mut den ersten Schritt selbst zu gehen.
Ihre Erinnerungen schweiften zurück, als sie an diesem Abend endlich in den Keller huschte um einfach einmal tief durchzuatmen und wieder ruhig zu werden. Sie stand nur da, blickte starr zu Boden und bemerkte nicht mal dass ihr jemand gefolgt war.
Als er zu sprechen anfing, und ihr sagte, dass er den Ersten Segen geholt hatte, war ihr erster Gedanke, na toll, wieder einer…nur die Worte, die nach kurzer Pause folgten…für dich….ließen ihre Gedankenwelt rotieren.
Dort stand ein großer Thyre in einer Maske und hatte um den Ersten Segen für sie, Elina, gebeten, und sie wußte nicht einmal wer sich dahinter verbarg. Krampfhaft versuchte sie die Stimme zuzuordnen, die natürlich auch ziemlich verändert unter der Maske klang.
Alles was sie sah, war, dass er ein Hinrah war und alles was Elina wollte, war, Grimwould zu verlassen.
Doch dass es da jemanden gab, der sie so sehr mochte, dass er trotz all ihrer Schwierigkeiten und Probleme auf sie zuging…auf sie…wo sich schon so viele vor ihr zurückgezogen hatten…sie konnte es nicht glauben.
Es machte großen Eindruck auf Elina. Einen sehr großen Eindruck.
Wieder drehten sich ihre Erinnerungen ein Stück weiter.
Spjall, das war der Hüne im Keller, zeigte ihr in den letzten Tagen durch seine Stärke und Behutsamkeit wie wichtig sie für ihn war und gewann sie so immer mehr für sich.
Er zeigte sich immer mehr als ihr Fels in der Brandung, als Ruhepol und Ausgleich.
Immer wieder versuchte er mit all seiner Geduld, dass sie wieder zu ihrem inneren Gleichgewicht fand.
Ihre Gedanken machten nun einen Sprung zu ihrem Picknick am Wasserfall.
Sie reisten mit dem Schiff nach Berchgard, Elina zeigte Spjall die Stelle, an der sie vor einiger Zeit ein paar Tage verlebte. Damals als sie ihren Clan verlassen hatte um Ruhe zu finden.
Kurz darauf bat er sie, ihr mit einen Tuch die Augen verbinden zu dürfen, um sie zu überraschen.
Nach kurzem Zögern willigte sie ein. Ihr Zutrauen zu ihm war in dieser Zeit schon so gewachsen, dass sie vertrauensvoll ihr Leben in seine Hände legte. Er führte ihr Pferd an einen Platz, half ihr absteigen, fasste behutsam nach ihrer Hand. Elina folgte ihm unsicher mit langsamen Schritten.
Erst als sie angekommen waren, löste er das Tuch von ihren Augen.
Völlig überwältigt blickte sie einige Augenblicke stillschweigend um sich.
So einen wunderbaren Ort hatte sie noch nie gesehen. Der riesige Wasserfall, die Felle am Boden, die vielen Kerzen, der Picknickkorb und Spjall….
Sacht und geduldig wie immer begann er von Jolinn zu erzählen, nahm dabei Elinas Hände und streichelte sie sanft. Zuerst zogen sich Elinas Augenbrauen zusammen. Er brachte sie an so einen schönen Ort um dann mit ihr über Jolinn zu sprechen?
Er legte ihr das Päckchen mit dem Kleid hin, und als sie es öffnete, konnte sie vorerst nichts damit anfangen. Ein Kleid? Wozu ein Kleid?
Aber nach und nach begann Elina zu verstehen, Jolinn wollte ihr wohl die Hand reichen.
Elina öffnete ihre Augen wieder.
"Nun liegt es wohl an mir auch ihr meine Hände entgegen zu strecken. Vielleicht hilft es mir auch endlich zur Ruhe zu kommen. Zu meinem inneren Frieden."
…….
Spjall hatte es ihr, nachdem er sie zu einem Ausflug ans Festland geladen hatte, überbracht.
Immer wieder strich sie vorsichtig über die edlen Stickereien des Kleides.
Ihre Gedanken schweiften dabei allezeit zwischen dem Abend an Samhain und dem Tag des Ausfluges hin und her.
Schnell machte sie das Päckchen wieder zu und setzte sich zum Tisch rüber.
Sie schloss ihre Augen und ließ den Abend des Samhain Revue passieren.
Es war wohl der schrecklichste und auch einer der schönsten Abende ihres bisherigen Lebens.
Erst jetzt im Nachhinein erkannte sie, dass sie wohl Falk den letzten Nerv geraubt haben musste, sodass er an diesem Abend völlig ausrastete.
Und dabei hatte sie bloß versucht eine gewisse Art Freundschaft aufzubauen.
Das musste er wohl völlig missverstanden haben. Sie mochte ihn sehr und schätzte ihn, aber er dachte wohl immer noch, dass sie hinter ihm her war.
Und Jolinn…sie kannte sie kaum. Nach dem Eklat, vor langer Zeit in der Halle der Bunjams, gingen sich beide so gut wie möglich aus dem Weg.
Elina hatte ein schlechtes Gewissen deshalb, und hoffte so sehr, dass Jolinn mal auf sie zugehen und dies in einem Gespräch klären würde.
Doch es kam von ihr nie etwas und Elina hatte einfach nicht den Mut den ersten Schritt selbst zu gehen.
Ihre Erinnerungen schweiften zurück, als sie an diesem Abend endlich in den Keller huschte um einfach einmal tief durchzuatmen und wieder ruhig zu werden. Sie stand nur da, blickte starr zu Boden und bemerkte nicht mal dass ihr jemand gefolgt war.
Als er zu sprechen anfing, und ihr sagte, dass er den Ersten Segen geholt hatte, war ihr erster Gedanke, na toll, wieder einer…nur die Worte, die nach kurzer Pause folgten…für dich….ließen ihre Gedankenwelt rotieren.
Dort stand ein großer Thyre in einer Maske und hatte um den Ersten Segen für sie, Elina, gebeten, und sie wußte nicht einmal wer sich dahinter verbarg. Krampfhaft versuchte sie die Stimme zuzuordnen, die natürlich auch ziemlich verändert unter der Maske klang.
Alles was sie sah, war, dass er ein Hinrah war und alles was Elina wollte, war, Grimwould zu verlassen.
Doch dass es da jemanden gab, der sie so sehr mochte, dass er trotz all ihrer Schwierigkeiten und Probleme auf sie zuging…auf sie…wo sich schon so viele vor ihr zurückgezogen hatten…sie konnte es nicht glauben.
Es machte großen Eindruck auf Elina. Einen sehr großen Eindruck.
Wieder drehten sich ihre Erinnerungen ein Stück weiter.
Spjall, das war der Hüne im Keller, zeigte ihr in den letzten Tagen durch seine Stärke und Behutsamkeit wie wichtig sie für ihn war und gewann sie so immer mehr für sich.
Er zeigte sich immer mehr als ihr Fels in der Brandung, als Ruhepol und Ausgleich.
Immer wieder versuchte er mit all seiner Geduld, dass sie wieder zu ihrem inneren Gleichgewicht fand.
Ihre Gedanken machten nun einen Sprung zu ihrem Picknick am Wasserfall.
Sie reisten mit dem Schiff nach Berchgard, Elina zeigte Spjall die Stelle, an der sie vor einiger Zeit ein paar Tage verlebte. Damals als sie ihren Clan verlassen hatte um Ruhe zu finden.
Kurz darauf bat er sie, ihr mit einen Tuch die Augen verbinden zu dürfen, um sie zu überraschen.
Nach kurzem Zögern willigte sie ein. Ihr Zutrauen zu ihm war in dieser Zeit schon so gewachsen, dass sie vertrauensvoll ihr Leben in seine Hände legte. Er führte ihr Pferd an einen Platz, half ihr absteigen, fasste behutsam nach ihrer Hand. Elina folgte ihm unsicher mit langsamen Schritten.
Erst als sie angekommen waren, löste er das Tuch von ihren Augen.
Völlig überwältigt blickte sie einige Augenblicke stillschweigend um sich.
So einen wunderbaren Ort hatte sie noch nie gesehen. Der riesige Wasserfall, die Felle am Boden, die vielen Kerzen, der Picknickkorb und Spjall….
Sacht und geduldig wie immer begann er von Jolinn zu erzählen, nahm dabei Elinas Hände und streichelte sie sanft. Zuerst zogen sich Elinas Augenbrauen zusammen. Er brachte sie an so einen schönen Ort um dann mit ihr über Jolinn zu sprechen?
Er legte ihr das Päckchen mit dem Kleid hin, und als sie es öffnete, konnte sie vorerst nichts damit anfangen. Ein Kleid? Wozu ein Kleid?
Aber nach und nach begann Elina zu verstehen, Jolinn wollte ihr wohl die Hand reichen.
Elina öffnete ihre Augen wieder.
"Nun liegt es wohl an mir auch ihr meine Hände entgegen zu strecken. Vielleicht hilft es mir auch endlich zur Ruhe zu kommen. Zu meinem inneren Frieden."
…….