Frühstück bei den Weinschenks

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Alena Zandorim

Frühstück bei den Weinschenks

Beitrag von Alena Zandorim »

Frühstück bei den Weinschenks war zu einem Ritual geworden und auch an diesem Morgen fand Alena sich dort ein. Ein neuer Koch?
Sie bestellte wie jeden Morgen, Brot, Käse und frische Milch, doch der junge Koch verstand es, Alena die Frühstückseier, die es jeden ersten Tag in der Woche gab, schmackhaft zu machen. So bestellte sie diese.
Es sah köstlich aus. Auf einem Brot war eine Creme verstrichen, darauf eine Scheibe dünn geschnittenes Fleisch und darauf lachten ihr 2 Eier entgegen.
Es schmeckte recht gut, wie Alena befand und sie bedankte sich freundlich bei der Dame Weinschenk und dem Koch als sie das gasthaus verliess und eilte zum Schneiderhaus.

Es dauerte nicht lange, bis Alena merkte, das etwas nicht stimmte und es fühlte sich an, als hätte sie Backsteine gegessen.
„Und das am frühen Morgen!“
Alena saß zusammengekrümmt zwischen den Stoffen und ihrer halb fertigen Arbeit.
„Hast du etwas falsches gegessen?“ Frena schaute sie prüfend an. Sie tastete die Stirn. „Ich meine, das du ein wenig erhöhte Temperatur hast.“ Gab sich dann schließlich sehr besorglich von sich.
Alena zuckte nur mit den Schultern. „Ich werde wohl ein wenig an die Luft gehen, wenn es dir recht ist. Ich denke, die kühle Morgenluft wird mir gut tun.“
Mit diesen Worten erhob sich Alena, nicht einmal eine Antwort von Frena abwartend und verschwand durch die Tür.

Ihr zustand jedoch besserte sich nicht.
Sie grübelte. Sollten es wirklich die Eier gewesen sein, die sie im Gasthaus der Weinschenks zum Frühstück gegessen hatte? Allein bei dem Gedanken daran drehte sich der Magen und es kostete sie große Mühe sich nicht auf der Stelle übergeben zu müssen.
“Hät ich doch lieber auf das Brot mit dem Käse bestanden! Wieso musste ich auch dem drängen des neuen Koches nachgeben.“
Je mehr Alena durch die Gassen Varuna’s lief umso schlechter ging es ihr. Die Wachen beäugten sie bereits kritisch und als sie um eine Ecke bog um den Mageninhalt nun endlich los zu werden, standen dort 2 Frauen. „Auch das noch!!“ dachte sich Alena, die nun kreideweiß, sich den Bauch haltend an der Häuserwand halt suchte.
„Geht es euch nicht gut?“ Eine der beiden Frauen kam sogleich zu Alena und sie berichtete kurz und knapp, was ihr am Morgen widerfahren war und wie sie sich nun fühlte.
Die Dame reichte ihr ein Fläschchen und meinte knapp.“ Das ist Brechwurz, nehmt das und es wird euch gleich erleichtern und besser gehen. Ich bin Heilerin.“ Ja das konnte jeder sagen. Misstrauisch schaute sie die Dame an, die aber mit ein wenig Nachdruck die Flasche entgegenreichte.
Alena, der allmählich nun alles egal zu werden schien, nahm die Flasche schließlich und nippte einmal.
„Ja, kein Wunder, das man sich bei diesem Geschmack übergeben müsste.“ sagte sie sich im Stillen und musste sich unweigerlich schütteln ob des grässlichen Geschmackes. Doch die Heilerin nickte bekräftigend und bat, das man ihr Vertraue. Alena also, nahm einen Kräftigen Schluck und auch kurze Zeit später brach die Wirkung des Brechwurz über sie hinein. Alena fiel erschöpft auf die Knie. "OOH!! Dieser Wirt!!“ schimpfte sie mehrfach. Niemals wieder würde sie dieses Gasthaus betreten. Warnen sollte man die Gäste!
Langsam aber sicher erholte sie sich von dem üblen Gebräu und die Heilerin betonte, das sie sich bitte in ihrem Haus einfinden sollte. Die andere der beiden Damen führte sie auch gleich, ein wenig stützend, aus der Stadt. Es sollte Richtung Berchgard gehen. Laufen, frische Luft, ja, das war völlig in Ordnung, bis die Frau vor der Kutsche halt machte. „In die Kutsche?? Ihr erwartet nicht wirklich, das ich dort einsteige, bei dem Geschaukel?“ Alena, die, wenn es ihr nicht gut geht eher unausstehlich wurde, schüttelte heftig den Kopf, als sie erneut bemerkte, wie ihr Magen zu rebellieren begann.“ „Zu Fuß ist es viel zu weit!“
So gab Alena, zum dritten mal an diesem frühen Tag nach und stieg in die Kutsche .

Sie wunderte sich, dass sie so schnell am Ziel waren, bis die Frau sich kurz zu orientieren schien. „Wir sind in die falsche Kutsche gestiegen, wir sind in Bajard!“ sie schaute sie entschuldigend an „ Die Fahrt nach Berchgard wird von hier aus ein wenig länger dauern.“ Alena hatte allmählich genug. Wie schlimm sollte es heute noch kommen?? Doch wollte sie sich endlich wieder halbwegs in Ordnung fühlen. Sie konnte schließlich nicht in der ersten Woche fehlen, welchen Eindruck würde das bei Frena hinterlassen! So stiegen sie wieder ein. Der Weg war für Alena die Hölle. Die Straßen waren äußerst löchrig und modrig und es rumpelte und schaukelte heftigst, so dass Alena sich recht häufig zusammenreißen musste und die Hände verschränkt vor den Mund hielt. Die Dame beteuerte mehrmals, das sie gleich da seien, doch es kam Alena wie eine Ewigkeit vor.
Irgendwann hielt die Kutsche. Sie waren endlich in Berchgard angekommen. Alena konnte auch nicht länger und huschte hinter die Kutsche und auch der letzte Rest des Mageninhalts kam ohne Umschweife. Sie Fremde versuchte sie so gut es ging zu stützen.

Der Weg zum Heilerhaus war nun wirklich nicht mehr weit, doch die Heilerin war noch nicht da, so beschloss Alena, sich draußen auf die Bank zu legen und geduldig zu warten, in der Hoffnung, das es ihr am Abend vorkam als sei der Morgen nur ein schlechter Traum gewesen.
Trutta van Drachenfels

Beitrag von Trutta van Drachenfels »

So ein Missgeschick. Es tat ihr immer noch unendlich Leid. Sie schalt sich selber, ihrer Unachtsamkeit wegen, die arme Frau solchen Qualen ausgesetzt zu haben.


Liliana hatte ihr Bestes getan. Mehr konnte sie zu diesem Zeitpunkt nicht für sie wirken. Ein dringender Krankenbesuch forderte inzwischen ihre Anwesenheit. Bereit willig übernahm Trutta das Geleit der kranken Frau, versprach ihr zu helfen und sie wohlbehalten zum Heilerhaus zu bringen.
Blas und zitterig schlurfte sie neben Trutta her. Die große Verantwortung, die ihr Liliana übertragen hatte, sollte besten erfüllt werden. Immer wieder beobachtete sie die Frau. Hatte sich ihre Gesichtsfarbe verändert? Hatte sie Schweißperlen auf der Stirn? Atmete sie richtig tief oder schnappte sie krampfartig nach Luft? Hatte sie noch Kraft genug, den Weg zu bewältigen?

Es sah gut aus. Der langsame Spatziergang an frischer Luft tat ihr Wohl, aber sie würden den ganzen Weg nie und nimmer schaffen. Die Kutsche kam wie gerufen. Truttas ganze Aufmerksamkeit ruhte auf „ihrer“ Patientin. Sie stiegen ein. Die Schaukelei, die stickige Luft, beide waren gleichermaßen froh, als die Kutsche endlich anhielt. Sich dem vermeintlichen Weg zum Heilerhaus zuwendend, fuhr ihr, wie ein Blitz in einen Baum einschlägt, der Schrecken durch die Glieder.

Ein gutes hatte die Rosskur, als sie endlich Berchgard erreichten, war von dem ganzen üblen Zeugs nichts mehr in ihrem Magen, was ihr noch hätte schaden können.

Als Liliana sich der Erkrankten wieder annahm, fand sie, nach einer bitteren Medizin und einem guten heißen Tee, heilende Ruhe, schlief sich Gesund.


Zuletzt geändert von Trutta van Drachenfels am Freitag 26. Oktober 2007, 13:07, insgesamt 1-mal geändert.
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