*sie gibt im Hafen von Bajard einem Seemann ein eingerolltes Leder und bittet ihn, nach Kanubio in dessen Heimatstadt am Hafen ausschau zu halten.*
Den Namen der Geburtsstadt hatte sie von Nadua, die ihn wohl aus dem letzten Briefe oder so hatte. Hoffentlich hatte sie ihn richtig verstanden, und hoffentlich war der Hafen nicht so gross, dass man dort Kanubio nicht finden würde. Aber sicher würde er sich da umtun, schliesslich war die See seine Heimat lange Zeit gewesen.
Sie hatte ihm erst ein paar Wort am heutigen Morgen schreiben wollen, aber bereits nach den ersten verunglückten Versuchen und dem zweiten durchgebrochenen Kohlestift hatte sie aufgegeben. An ihrer statt hatte sie sich neben das Feuer gesetzt und mit Kohle und Asche, sowie etwas Erde, mit Finger, und anderen Utensilien auf ein helles dünnes Ledertuch angefangen zu zeichnen.
Zwei Hände die Sich umfassten, umwickelt mit einem tüchernen Band, Und neben den Händen zwei Gestalten.
Die eine weiblich mit wirrer kurzer Haarpracht, deren Schatten eher wölfische Züge hatte. Daneben ein hochgewachsener Mann mit sanften Zügen, der ein wenig von Ranken aus Efeu, und anderen Pflanzen umwuchert schien.
Beide Gestalten standen sich gegenüber und schauten sich an. Wohl in einer Art Höhle und als einzige Zeugen waren ein ungewöhnlich grosser Wolf, mit aschgrauer Schnauze und eine junge graziel wirkende dunkelgraue Pumakatze zu sehen.
Einzig die Worte
Für Kanubio den Seemann
von Siobhan und Lamiro
waren auf dem Bild zu sehen.
So erfuhren durch ein Bild die Freunde von Lamiro und Siobhan, das jene verliebten, sich zu Gefährten fürs ganze Leben erklärt hatten.
Kein Priester oder Druide war von Nöten um den beiden Waldläufern einen Segen zu geben, sie selbst hatten sich entschieden und sie selbst hatten es sich versprochen.
Das war jetzt über einen Mond her und Sio rannte glücklich durch den Wald, Ly ihr vierbeiniger Wolfsgefährte kam immernoch ab und an mit ihr mit, doch er hatte aufgehört sie wie einen seiner Welpen zu behandeln, jetzt passte Lamiro auf sie auf.
Und eigentlich war alles wunderherrlich in Sio's Augen, wenn da nur nicht dieser Bankmensch wäre, der ein Papier haben wollte, das sie jetzt Siobhan Dandreon wär.
Doch wirklich sorgen tat sie sich nicht. So wichtig waren die Sachen in der Kiste auch nicht für sie.
Und so sprang sie weiter dem Winter entgegen...