Veränderungen, die bestimmte Entscheidungen fordern...

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Karina DelMur

Veränderungen, die bestimmte Entscheidungen fordern...

Beitrag von Karina DelMur »

Als sie spät in der Nacht endlich ins Bett kommt und den langen Zopf ihrer honigfarbenen Haare löst, sodass es ihn krausen Locken um ihre Schultern fällt, reflektiert sie die Begebenheiten des vergangenen Abends. Es war eine regelrecht Berg- und Talbahnfahrt der Emotionen gewesen.

Mit einem ihrer bekannten sachten Schmunzlern bürstet sie sich ihr Haar und schlüpft, wie sie es stets gewohnt ist, nur mit ihrer langen Bluse bekleidet unter die Decke. Ihre Gedanken, schon fast in einen Traum übergehend, folgen noch einmal in der Zeit zurück an den Hafen Rahals in den Lagerturm.
Julius...

Lange hatte Kari mit sich selbst gehadert, bis sie aus einem fast leichtsinnigen Affekt heraus der Einladung des lieben Herrn Stybbir zugesagt hatte und den frühen Abend des Sonntages als Termin genannt. Julius hatte den blendenden Einfall ein nettes Picknick am Rahaler Hafen zu machen; er brachte einen Beutel voller köstlicher Früchte mit, die Erdbeeren waren von Karis Gutshof, die sie eigentlich nicht anrührt. Weiterhin tranken sie den disjährigen Eiswein, ebenfalls vom Hof. Karina war ganz begeistert von der Idee gewesen. Später hatten die zwei das Lager verbotenerweise betreten, um sich vor dem einsetzenden Platzregen zu schützen.
Dort war nach etwa einer weiteren Stunde spritzigen Plauderns die Stimmung umgeschwungen, als Kari die Erinnerung an Gregor überfiel...

Sie wusste, was sie zu tun hatte und wusste es doch nicht.
Nun, sie würde eine Nacht darüber schlafen, beim Felderernten ließ es sich besser nachdenken, als schon halb weggetreten unter der Bettdecke...
Karina DelMur

Beitrag von Karina DelMur »

Karina, Sabriel und Landro hatten zusammen den Gutshof geräumt und einige Tage später angezündet.
Die junge Bäuerin mit den honigblonden, langen Haaren versammelte ihre Tiere draußen, brachte diese zu einem Stallmeister am Wegeskreuz und beobachtete mit tränenden Augen den Untergang der Höfe vor Rahal in den gelben Flammen vor den blauen der schwarzen, heiligen Stadt.

Nun hatte sie kein Heim mehr. Gregors Haus blieb ihr ab nun auch verwehrt. Aus diesen gingen nur diese Sachen mit ihr, die sie auch völlig ihr Eigen nennen konnte. Auch die Schafe und die Ziege - Nachkommen der Gutshoftiere - lies sie in Gregors Garten.
Nach dem letzten Abschließen legte sie nur noch den Schlüssel in seinen Briefkasten.

"Der Herr bestimmt oft unangenehme Wege für die Menschen und man kann nur hoffen, dass sie zu Glück führen. Es wird uns immer gepredigt, ja, jedoch weiß man's? Uns bleibt der Glaube." murmelte Landro, als er mit einem letzten Gruß und dem Versprechen des Wiedersehens davonritt.

Der Herr... Karinas Herr Alatar... er hatte sie in Zeiten der Not aufgenommen, nun hatte er alles wieder zerstört.
Warum Rahal brannte und wieder aufgebaut werden würde, das wusste sie. Aber warum bürdete der All-Eine ihr immer schwierige Entscheidungen auf? Sie waren Folgen der notwendigen Veränderungen.

Veränderungen waren wichtig, das sah Karina ein, doch der Mensch war ein Gewohnheitstier und sie noch viel stärker.
Jede Veränderung brachte ihr Unsicherheit... nun war sie auf sich allein gestellt, solange sie keine Stadt hatte.

Von den Höfen hatte sie sich bescheiden nur ein wenig Proviant und Heu für die Pferde mitgenommen und hatte dann als Letzte den ehemaligen Gutshof verlassen.

Nun saß sie in einem der Zelte vor den Trümmern ihres Lebens, ihrer heiligen Stadt des Schutzes.
Das Gefühl der Hilflosigkeit übermannte sie rücksichtslos... wie der Sturm an diesem Abend die Küsten erschütterte.

Aus Zerstörung entsteht Leben - ob auch bei Karina würde die Zeit zeigen.
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