So plötzlich es begann....

Antworten
Leander ip Yratha

So plötzlich es begann....

Beitrag von Leander ip Yratha »

....so plötzlich nahm es für seine Schwester auch schon wieder ein Ende. Nach erhalt des Briefes der Maestra folgte der junge Arkorither ihrer Anweisung und suchte die Kellergewölbe der steinernen Festung auf. Eiligen Schrittes nahm er gleich immer 2 Stufen hinab in die Katakomben. Die Luft wurde von Stufe zu Stufe stickiger. Das flackernde Licht der Fackeln, welche vereinzelt an den Wänden der engen Gänge hingen, ließen die Gänge alles andere als Gemütlich wirken.
Als er endlich an der massiven Metalltür angelangt war hinter jener er seine Schwester vermutete hielt er kurz inne. Er musste sich beherrschen ruhig zu bleiben, warf die Kaputze in den Nacken und atmete mehrmals tief durch ehe er die Türe aufdrückte. Sofort stieg ihm ein Geruch von verbrauchter Luft und dem Gestank des Verwesens in die Nase der bei ihm beinahe einen Brechreiz auslöste. Eilig band er sich seine Maske vor den Mund, kniff die Augen ein stückweit zusammen und trat vorran. Da lag sie nun, Lynn. Einen Momentlang sah er einfach nur regungslos zu ihr herunter. Der Ausdruck auf seinem Gesicht ließ weder auf Trauer noch Freude schließen. Kurzerhand packte er den Leblosen Körper unterhalb der Arme und in den Kniekehlen und legte ihn auf dem Großen Tisch in mitten des Raumes ab. Abermals hielt er kurz inne. Sichtlich überlegend legte er seine Hand an die Schläfe, was brauche ich? was erwartet die Maestra? Schnellen Schrittes verließ er den den Raum und die Festung um einige Besorgungen zu tätigen.

Durch seine tiefschwarze Robe war er in der Dunkelheit kaum auszumachen und selbst ein aufmerksamer Beobachter hätte von ihm nur das kurze Aufblinken eine Rune auf der schweren, schwarzen Metalltüre der Festung gesehen. Eiligen Schrittes fand er sich wieder in dem Ritualraum der Festung ein. Einen kleinen jedoch durchaus prallgefüllten Beutel in der rechten Hand haltend schritt er wieder gen des Tisches.
Es dauerte eine Zeit bis der beissende Geruch ihm nichtmehr allzuviel ausmachte. Zumindest so das er seine Aufgabe meistern konnte.

Sorgsam besah er den Leblosen Körper seiner einstigen Schwester. Beinahe der ganze Körper war seltsam aufgequollen und hatte überaus viele Blasen geworfen welche an schwere Verbrennungen erinnerten. Sorgsam stellte er eine große Schüssel auf den Tisch und füllte diese mit Wasser. Vorsichtig tauchte er ein sauberes Tuch in das Wasser um den Körper der toten zu säubern. Nach kurzem Druck auf die Brandblasen platzten sie schon auf und befleckten das Tuch mit einem seltsamen Gemisch aus Blut und Wundflüssigkeit. Nachdem der Körper grob gereinigt war wendete er sich ihrem Kopf zu. Was hatte er doch letztens noch gelesen oder gar von einem der Ordensmitglieder gehört? Man sammelte die Köpfe der gescheiterten Suchenden? Nach einer kurzen Weile des Grübelns griff er in seine Tasche und zog eine Knochensäge, gleich derer eines Schneiders heraus. Er schluckte einmal schwer bevor er diese ansetzte um ihren Kopf vom Torso zu trennen. Nachdem es vollbracht war packte er ihren Kopf an den Haaren und sah ihn sich einen Momentlang an. Abermals ließ sein Gesichtsausdruck keinerlei Gefühlsdeutung zu. Sorgsam jedoch legte er den Kopf in ein großes Glas, welches er zuvor von einem der zahllosen Regale genommen hat, ab.

Es war ihm anzusehen das er diese Arbeit das erste mal machte. Oftmals grübelte er nach was nun zutun sei. Letztlich füllte er das Glas mit Essig wovon er wusste das dieser den Kopf zumindest eine Zeitlang konservieren dürfte. Nachdem das Glas fest verschlossen war hob er es an und sprach Lynn ins Gesicht: Du wusstest genau worauf du dich einlässt, Schwester. Die Worte kamen nur halblaut aus seinem Mund. Das schlimmste ist überstanden überstanden dachte er sich. Aber wohin nun mit dem Körper? Abermals verfiel er in ein längeres Grübeln. Schlussendlich deckte er ihren Körper mit Essigdurchtränkten Tüchern ab um am nächsten Tage zu Entscheiden was noch zutun ist...
Zuletzt geändert von Leander ip Yratha am Donnerstag 27. September 2007, 04:44, insgesamt 3-mal geändert.
Asterath Steras

Beitrag von Asterath Steras »

Auch mich erreichte der bittere Brief, dessen Bedeutung ich durch Leander erfahren durfte.
Alleine öffnete ich die Tür zum Kellergewölbe und das Feuer der Fackeln spiegelte sich in meinen Augen wider. Den Kopf angewidert zurückgezogen begann ich die Stufen herabzusteigen. Leander hat schon gute Arbeit geleistet, jedenfalls berichtete er mir von seinen Fortschritten.
Wir wollen demnächst die Arbeit an Carolyna gemeinsam verrichten, was mir einen leichten Schauer über den Rücken laufen lässt. Noch bevor ich sie erblickte kündigte der Gestank, welcher den Raum erfüllte, die Präsenz des Todes an.
Mein Geist wollte diesen Raum verlassen, trotzdem setzen die Füße ihren Weg fort.
„Was ist nur mit dir geschehen?“ fragte ich leise in die bedrückende, stinkende Leere des Raumes. Schließlich fand mein Blick einen kopflosen, durch ein Lacken bedeckten, Körper. Es war nicht schwer zu erraten warum der Kopf entfernt wurde, doch umso schwerer viel es mir einzugestehen, dass gerade jener Kopf uns noch oft genug schweigend beobachten wird.

Mein Weg führte mich näher an meine ehemalige Schwester heran. Es war offensichtlich, dass Leander zum ersten mal einen Leichnam „behandelte“.
Der Gedanke verhalf mir auf seltsame Weise zu etwas Ruhe, schliesslich gewährte ich meinen Beinen ihre Forderung und ging auf die Knie.
Mit einer Mischung aus Abscheu und Trauer legte ich meine Hand auf ihren Arm und betrachtete den unvollständigen Körper. Mein Blick fiel auf das mit Essig gefüllte Glas welches das Schicksal eines jeden Suchenden darstellte der den Anforderungen des Ordens nicht gerecht wird. Obwohl ich alleine in diesem Raum war schluckte ich so gut es ging meine Trauer hinunter, die Maestra hat vermutlich mehrere Wege jemanden zu beobachten, zu hintergehen und wie in Carolynas Fall auch zu töten.
Ich erhob mich und mit meinen Bewegungen wanderten auch meine Gedanken. Ich musste an Vater denken, er wäre sehr wahrscheinlich nicht angetan von der Tatsache, dass ich seinen Traum so schlecht lebe. Die einzige Möglichkeit ihn zufrieden zustellen und zugleich auch noch dem Orden angemessen zu dienen, war nicht demselben Schicksal zu unterliegen wie es meine Schwester tat….und dies konnte nur durch ein baldiges Umdenken meinerseits erreicht werden. Doch wie und besonders wie schnell dies Realität werden sollte konnte ich mir selbst nicht beantworten.

Jeder Schritt nach vorne würde mehr Gefahren bedeuten, doch Gefahren gibt es auch schon so genug, die Möglichkeit des Versagens und demnach des Todes würde nur noch näher rücken. Doch wie in Carolynas Fall bedeutet der Stillstand offensichtlich ebenfalls den Tod. Egal wie ich es drehe und wende irgendwann werde ich sterben. Im Grunde kann ich nur entscheiden wann mich dieses Schicksal ereilen wird und wenn ich Glück habe obliegt mir auch die Bestimmung des „wies“. Morgen sollte die Arbeit auch für mich beginnen, in Gedanken versunken ging ich langsam zu den Treppen, welche mich aus diesem Raum führen sollten.
Ein letztes mal für diesen Tag fällt mein Blick zu Carolynas eingelegten Kopf und ich spürte wie die Leder-Maske sich enger um mein Gesicht schnürte. Eine einzelne Träne befreite sich von einem meiner wässrigen Augen und fand ihren Weg abwärts.
Sie sollte ein stiller Abschied sein, eine stille Ehrerbietung an Carolyna Eileen De´Lyan, einer Suchenden zu welcher ich, wenn auch nur kurz, aufschaute...
Leander ip Yratha

Beitrag von Leander ip Yratha »

...da war er nun, der nächste Tag. Viel war nun schon passiert an diesem Tag, vielmehr an diesm Abend. Nachdem der Unterricht und die Exkursion beendet waren hatte sich bei Dogan seine Müdigkeit deutlich gezeigt. Die Augen waren nunmehr nurnoch halb geöffnet und es bildeten sich stetig dunkler werdende Augenringe auf seiner blassen Haut. Trotz allem konnte er seine Pflicht nicht noch weiter hinauszögern. Der Verwesungsprozess an dem Leichnahm der jungen Suchenden hatte bereits eingesetzt und ließ nicht mehr viel Zeit für Verzögerungen. Er musste seine Arbeit jetzt tun. Er schluckte nochmals schwer bevor er die großen Metalltüre, welche den weg zu den Katakomben der Festung verbarg, aufdrückte um jenen Gang, beinahe schon gewohnt zu durchqueren. Schon seit längerem schienen die vielen engen Gänge nichts mehr aus zu machen. Nicht wie Anfangs wo er sich dort unten regelrecht verlief. An dem sogenannten Ritualraum angekommen zog er sich seine Handschuhe an, nahm nochmals tief Luft und trat festentschlossen ein.

Der beissende Geruch stieg ihm wieder in die Nase. Schon wie am vergangenen Tage fiel es ihm sichtlich schwer dagegen anzukämpfen. Letztlich gelang es ihm doch, irgendwie...Wo Drago nur wieder bleibt?fragte er sich mehrmals während er die mittlerweile getrockneten Tüchen von dem Leichnahm entfernte und ohne Zwischenstopp in ein altes Holzfass warf. Plötzlich öffnete sich die schwere Metalltüre und Drago trat eiligen Schrittes ein. Einige Schweissperlen hatten sich auf seiner Stirn gebildet, scheinbar irrte er eine ganze Weile durch die engen, weitreichenden Gänge. "Gut das du kommst Bruder, ich wollte gerade anfangen." Sprach Dogan mit möglichst ruhiger und Gelassener Stimme zu dem anderen jungen Arkorither. Jener zog sich ebenso rasch Handschuhe an und trat neben ihm und entfernte rasch die restlichen Tücher welche ihren Körper noch bedeckten. "Ich schlage vor wir nehmen uns bei ihr die Arme, mitsamt Händen vor, oder was meinst du? Zum gesamten Körperbau reicht uns die Zeit bei weitem nichtmehr wie mir scheint." Kaum ausgesprochen legte Dogan den Kopf auch schon ein stückweit schief und sah mit leicht gerunzelter Stirn gen seines Bruders. Jener nickte nur zustimmend ohne ein Wort zu verlieren.

So fingen sie an...Womit nur Anfangen?, huschtees mehrmals durch Dogans Kopf ehe er zu einem kleinen, jedoch überaus scharf geschliffenen Dolch griff und ihn an der Armbeuge seiner ehemaligen Schwester ansetzte. Drago reichte ihm eine Fackel entgegen um ihm genauere Sicht auf sein Tun zu verschaffen. Vorsichtig wurden dann mit eher ungeschickten Schnitten die Ersten Hautschichten entfernt.

Als die ersten Muskel und Sehnen zum vorschein kamen beugten sich beide Arkorither weit darüber um einen genauen Blick zu erhaschen. Eilig kramte Dogan ein kleines Buch aus der Tasche und Notierte das gesehene um der Maestra einen möglichst zufriedenstellenden Bericht liefern zu können. Es schien ihm als sei der anatomische Aufbau des Ellenbogens und des Unterarmes nicht ausreichend um die Maestra zufrieden zu stellen, so zog er die Hautschichten weiterhin ab bis er letztlich am Handgelenk angelangt war. Das weggeschinittene Gewebe wurde stets in ein paar herumstehende Gläser gegeben und ebenso wie am gestrigen Tage der Kopf mit Essig aufgefüllt. Ebenso wie am Unterarm bereits geschehen entfernte diesmal Drago die Haut der Hand. Dogan stand stets neben ihm und beobachtete aufmerksam sein tun. An jenem Körperteil kamen weitaus mehr Knochen, Sehnen und Muskeln zum Vorschein. Dogan ließ es sich nicht nehmen und ballte die Hand der Toten, nachdem diese Weitestgehend auf alle Muskeln und Sehen einblick bot, zur Faust und beobachtete genauestens welche Muskeln und Sehen bei jenem Vorgehen Arbeiteten. Weiterhin jegliche wenn auch noch so kleine Entdeckung wurde kurz mit dem Kohlestift in dem kleinen Buch notiert.

Die Zeit vergang für die Beiden, in tiefschwarze Gewänder gehüllten Arkorither wie im Fluge. Nachdem sie wie ihnen schien ihre Arbeit getan hatten schleppten sie den Leichnahm gemeinsam aus der Festung. Dies war gewiss ein Kraftakt für die beiden, schmächtigen jungen Männer. Als ihr Körper endlich den Weg die Klippen hinunter ins Meer gefunden hat nickten sich die Beiden einander zu und suchten den Weg zurück in den Ritualraum um dort noch ein wenig für Ordnung zu sorgen. Sichtlich erschöpft und totmüde betrat Dogan, nachdem er sich von Drago verabschiedet hatte, sein Gemach und ließ sich aufs Bett fallen....

Gleich am Morgigen Tage würde er sich zu früher Stunde an den Bericht für die Maestra setzten. In der festen Hoffnung er würde ihren Erwartungen entsprechen....
Antworten