auf und ab schlich.
Nachdenklich, sichtlich überlegend wirkte die Miene der jungen Menekanerin, welche ein Pergament in ihrer Hand hielt und ihren Blick nur auf jenen ruhen lies.
Das Kerzenlicht tanzte zu jeder Bewegung der jungen Frau spielerisch hin und her, bis jene sich doch dazu bereit sah sich dem Licht zu erbarmen und sich auf die vielen, ordentlich angerichteten Kissen niederzulassen.
Langsam strich die zarte Hand durch das volle, pechschwarze Haar, der Kopf neigte sich nachdenklich von einer Schulterseite auf die andere, das Unwohlsein, wie das Gefühl des Unbehagens nahm deutlich auf der Mimik der jungen Menekanerin einzug.
Sie hatte die Wahl. Lügen oder es einmal mit der Wahrheit zu versuchen.
Ein innerer Konflikt, welcher noch Stunden nach dem Gespräch in ihr auflebte.
Lügen oder die Wahrheit. Immer wieder kehrten beide Worte in ihren Kopf.
An sich würde jeder zur Wahrheit tendieren, zumindestens jeder, welcher ein reines Gewissen hatte oder einfach keinen Sinn darin sah,
eine Lüge aufzutischen.
Nicht mehr eine Hand verschwand im dichten Haar der jungen Frau, die andere tat selbiges, während sich der Körper vor und zurück wiegte.
Es verstrichen die Minuten, Stunden, während sich die Pose der jungen Frau nicht änderte, erst als die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster hineinlangten, hobt sich der Blick der Menekanerin.
Entschlossen.
So würde jeder diesen Blick deuten, wenn ihm die Ehre zu teil wurde in ihre Augenpaare blicken zu dürfen.
Flink wie sie war, wurde der naheliegende Kohlestift, welchen Jahwarah wohl am Vortag vergessen hatte wegzuräumen in die Hand genommen.
Recht zügig, fließend ging Zeile in Zeile über, bis schlussendlich das Pergament beschrieben war und seinen Platz auf dem Eßtisch fand, so das Jahwarah ihn um keines Preises hätte übersehen können.
Nochmals schweifte der Blick prüfend, einprägend durch die Wohnstube, ehe die Tür zu fiel und das Haus gänzlich aus dem Sichtfeld der jungen Frau verschwand, welche sich den Schatten suchte um ihren Weg zu gehen.
Die Wahrheit schien dieses Mal gewonnen zu haben.
Salam Jahwarah,
verzeih mir, das ich es nicht über mich brachte, dich in deinem tiefen Schlaf, welchen Eluive mit Sicherheit mit wunderschönen Träumen besetzte, hinaus zu reißen.
Ich hoffe du nimmst es mir nicht übel, das ich nicht darauf warte dir alles im Angesicht zu berichten, scheint die Zeit es in den letzten Tagen nicht gut mit uns zu meinen, was die aufeinander Treffen anbelangt.
Ich werde heute auf das Festland übersetzen, um meinen Blick weiter zu öffnen und es ebenso einmal kennenzulernen.
Ich werde jenen Ausflug dazu nutzen, um den ein oder anderen Kontakt zu knüpfen, welcher unserem Hause sicherlich zum Nutzen sein wird.
Deine Sorge, die dir sicherlich nun im Kopfe herumgeistern wird, das mir etwas passieren könnte oder gar ich auf merkwürdige Weise verschwinden sollte, möchte ich dir nehmen.
Ich habe die Möglichkeit Ishaaq aus dem Hause der Masari zu begleiten.
So wirst du merken, das mir nichts passieren kann, vor allem da du doch weißt, wie flink meine Linke ist und ich mich zur Wehr setzen kann.
So mach dir bitte keine Gedanken und verbringe schöne Stunden, in denen du das Haus nur für dich alleine hast, ohne einen Schatten zu spüren, der dir über die Schulter blickt.
Ich freue mich auf den Abend, an dem wir beide die Zeit finden, um uns mit den neuesten Tratsch und Klatsch auszutauschen.
Fühle dich umarmt und achte gute auf dich.
Möge Eluive dich die Tage genauer unter ihre Augen nehmen und über dich wachen,
da meine vorerst ihre Sicht auf andere Dinge legen.