Zorn des Lebens - Si'nae Ro'elz
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Ilitriel
Zorn des Lebens - Si'nae Ro'elz
Kapitel I - Der Samen fällt - Die Vorgeschichte
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Xarx’ae Haz’an war eine Lethra von schmaler Statur, ihr sehniger, leicht abgemagerter Körper sollte nie die Lehre einer Lethraxiae erfahren. Die fast zu einem Strich verkommenen Lippen waren meist sorgenumwogen, ihre Stimme gedämpft, fast hauchend, während einzig das leichte Schimmern des Augenpaars auf die Stolze existenz einer Lethra hindeutete. Ihr von unterschiedlichen Letharfen geschundene Körper hatte zwei Töchter geboren, beide innerhalb der Letharengesellschaft noch weniger wert als ihre Mutter. Da der letzte der Väter ein Lethyr war, wurde vermutet ihr Körper sei nicht in der Lage einen Letharfen zu gebären, die Kraft Alatars zu schwach und ihr Blut damit unrein. Die ganze Sippe wurde seit der Geburt der zweiten Tochter strenger behandelt als jede andere Familie, ihre Fehler wogen schwerer, ihre Bestrafungen waren härter. Kaum ein Lethar zeigte offen Respekt vor ihrer Sippe, einige verweigerten gar das Wort.
So kam es, dass Xarx’ae und ihre Töchter zunehmend Gegenstand von geheimen Absprachen der Lethyrengemeinschaft wurden. Eine Lethra die ausschließlich Lethraen gebar, war bereits eine Beleidigung, als Lethra eines Lethyren jedoch kam es einem Schlag ins Gesicht gleich. Aufgrund der zunehmenden Probleme mit übrigen Letharen, entschieden die Lethyrenältesten ein letztes Mal Xarx’ae ihre Ehrerfüllung zu gestatten, sie beschlossen ein Treffen, diesmal in Anwesenheit von der Lethra selbst um ihr die Bedingungen einer weiteren Existenz zu erläutern. An der Südwand der Höhle, welche die Letharenkolonie beherbergte, gab es ein kleines, schwer bewachtes Tor. Hinter jenem mit Eisen beschlagenen Tor gab es einen einzigen, großflächigen Raum, der den Zusammenkünften der Lethyren diente. Es sollte das erste und letzte Mal sein dass Xarx’ae die Ehre erhielt jenen Raum zu betreten.
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*Als Xarx’ae den von Fackeln erhellten Raum betrat, waren bereits alle Lethyren anwesend, unruhige Blicke wechselte die Lethra mit den Ältesten ehe sie sich ans Fußende des Tisches stellte. Ihr gegenüber saß Lethyr Varax Ag’ach, der älteste und mächtigste Lethar jener Kolonie, sein spötisches Schmunzeln verzog sich zu einer entstellten Grimasse, während sein intensiver Blick den zögerlichen Schritten der jungen Lethra folgte. „Wir haben uns hier versammelt um den Fortbestand der Sippschaft Xarx’ae Ha’zans zu erwägen.“ Setze Ag’ach in bedächtigen Tonfall an. „Den Fortbestand jener also, deren klägliche Existenz unseren aller Segen des Vaters bedroht.“ Das zynische Schmunzeln auf Ag’achs Lippen war verschwunden, ernste Mienen wandten sich Xarx’ae von allen Seiten des länglichen Tisches zu, ihre Hände verkrampften sich zunehmend hinter ihrem Rücken, doch sie wusste das ein einziger Widerspruch bereits ein eindeutiges Urteil dieses Treffens bedeuten würde. „Was also, minderwertige Lethra, habt ihr zu Eurer Verteidigung vor zu bringen? Was macht Euch noch nützlich? Noch schützenswert?“ Xarx’aes filigrane Augenbrauen hoben sich an, selten war es einer Lethra gestattet nach einem so kurzem Erguss über die Minderwertigkeit ihres Geschlechts, die Stimme zu erheben, doch ohne auf eine Antwort zu warten fuhr der Älteste fort und zerstörte damit jede angestrengte Überlegung der Lethra nach einer angemessenen Antwort. „Nichts! Bemitleidenswerte Lethra! Nichts spricht dafür das wir Euch nicht augenblicklich einem unserer jungen Lethyren zum Erproben seiner Kampfmagie, oder einer unserer Priester als minderwertiges Opfer für eins seiner Rituale schenken!“ Xarx’aes Mine blieb ruhig, kein Zeichen von Angst durfte die Muskeln dazu bewegen auch nur für einen Herzschlag lang zu zucken, jedes Zeichen von Schwäche musste versteckt werden. Sie wusste, dass noch keine Entscheidung gefallen war, andernfalls hätte man ihr keinesfalls gestattet jenen Heilligen Raum zu betreten; wäre ihr Tod bereits entschieden, hätte sie diesen Tag nicht mehr erlebt. Das höhnische Kichern einiger ältesten bei den drastischen Worten Ag’achs wurden von ihr gekonnt ignoriert, nichtsagend, emotionslos fixierte sie weiter in demütiger Pose den Tisch. „Hast du die Macht deiner Stimme vergessen Lethra? Erhebe sie närrisches Kind oder die meinen Worte sind sogleich die Entscheidung!“ fauchte Ag’ach der verstörten Lethra entgegen. „Ich ehrte seid jeher den Vater, ich...“ begann Xarx’ae eingeschüchtert und nervös zugleich, beim Klang ihrer eigenen Stimme erhöhte sich ihr Herzschlag, ihre am Rücken verschrenkten Hände begannen zu schwitzen, doch noch immer blieb ihre Mine ungerührt. „Mit welchem Erfolg, frage ich dich? Was schenkte dir Alatar für deine ach so große Demütigkeit?“begann ein minder gealterter Lethyr „Zwei Bastarde!“ schloss Ag’ach. Xarx’ae sprach kein Wort, sie wusste, dass ihr nach jeder Unterbrechung durch einen der Ältesten erneut das Wort erteilt werden musste. Ein aufforderndes Nicken des Ältesten, ein kurzes zögerliches Warten Xarx’aes und sie erhob erneut die Stimme: „Ich bin eine des auserwählten Volkes, ein Tocher des Alatars, meine Töchter werden zahllose Nachkommen zeugen...““Keine Eurer Töchter wird auch nur einen willigen Letharfen finden, nichtmal Ihr seid dazu in der Lage.“ donnerte ein weiterer Lethyr. Noch ehe Xarx’ae ihre Gedanken kontrollieren konnte schoss sie hervor:„Und doch bin ich eine der Euren, eine des auserwählten Volkes“ ein Raunen machte sich auf den Rängen der Lethyren breit, unterbrochen von leisem Flüstern und strengen Blicken. Im Unklaren darüber ob ihr unangemessenes Verhalten oder die Bedeutung ihre Worte der Grund waren, senkte Xarx’ae erneut ihren Blick. Nach Herzschlägen die ihr wie Stunden erscheinten, wurde es still um sie herum, Ag’ach hob theatralisch den Blick zu ihr an. Wieder wartete der Älteste während der penetrant missbilligende Blick auf der Lethra verharrte. „So sei Eure Existenz gesichtert, die Gnade der Letharen sei Euch für den Augenblick gewiss.“ Eine lange Pause, untermalt von einem schweren Seufzer des Lethyren, folgte. „Doch nichts wird geschenkt Lethra, die Gemeinschaft erfordert etwas von Euch. Einen Sohn sollst du gebären und den Vater dafür werden wir bestimmen. Solltet ihr versagen, kennt Ihr den Preis der zu entrichten ist!“ Ein tiefes senken des Hauptes Xarx’ae war das Einzige was ihr in diesem Moment als Zeichen der Zustimmung gestattet war. „Über die Art der Bestrafung sprechen wir wenn es soweit gekommen ist.“ Ebenso die Lethyren senkten nach einander zustimmend ihr Haupt. „Wie immer gilt, das nichts von alledem diese Räumlichkeiten verlässt.“ Zufrieden senkte nun auch Varax Ag’ach sein Haupt. „Es ist gut das wir uns nicht getroffen haben.“*
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Xarx’ae, musste zuerst den Raum verlassen, zu ihrem eigenen Erstaunen dauerte es lange bis ein weiterer Lethyr die Haupthöle der Kolonie betrat. Wenige Tage später wurde ihr junger Letharf, ein Sohn eines relativ machtlosen Lethyren, zugewiesen. Er war unerfahren und es war noch unklar ob die Gabe seines Vaters an ihn weitergegeben wurde. Der Beischlaf war ausgesprochen kurz, anders als üblicherweise verließ der Vater Xarx’ae noch während der Schwangerschaft, ihr selbst wurde verboten ihr Haus zu verlassen. Die dritte Geburt Xarx’aes offenbarte erneut einer Lethra den Anblick der Welt. Si’nae Ro’elz sollte ihr Name lauten, doch keinen Stolz brachte ihre Geburt Xarax’ae. Der Hausarest der Mutter wurde auf Lebzeit verlängert, doch der Zeitpunkt ihrer Strafe war noch nicht gekommen. Lange musste sie mit der Gewissheit ihres geplanten Todes in ihren Gemächern schmachen, stets auf den letzten ihrer Tage wartend verstrichen die letzten Jahre Xarx’aes qualvollen Existenz.
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Xarx’ae Haz’an war eine Lethra von schmaler Statur, ihr sehniger, leicht abgemagerter Körper sollte nie die Lehre einer Lethraxiae erfahren. Die fast zu einem Strich verkommenen Lippen waren meist sorgenumwogen, ihre Stimme gedämpft, fast hauchend, während einzig das leichte Schimmern des Augenpaars auf die Stolze existenz einer Lethra hindeutete. Ihr von unterschiedlichen Letharfen geschundene Körper hatte zwei Töchter geboren, beide innerhalb der Letharengesellschaft noch weniger wert als ihre Mutter. Da der letzte der Väter ein Lethyr war, wurde vermutet ihr Körper sei nicht in der Lage einen Letharfen zu gebären, die Kraft Alatars zu schwach und ihr Blut damit unrein. Die ganze Sippe wurde seit der Geburt der zweiten Tochter strenger behandelt als jede andere Familie, ihre Fehler wogen schwerer, ihre Bestrafungen waren härter. Kaum ein Lethar zeigte offen Respekt vor ihrer Sippe, einige verweigerten gar das Wort.
So kam es, dass Xarx’ae und ihre Töchter zunehmend Gegenstand von geheimen Absprachen der Lethyrengemeinschaft wurden. Eine Lethra die ausschließlich Lethraen gebar, war bereits eine Beleidigung, als Lethra eines Lethyren jedoch kam es einem Schlag ins Gesicht gleich. Aufgrund der zunehmenden Probleme mit übrigen Letharen, entschieden die Lethyrenältesten ein letztes Mal Xarx’ae ihre Ehrerfüllung zu gestatten, sie beschlossen ein Treffen, diesmal in Anwesenheit von der Lethra selbst um ihr die Bedingungen einer weiteren Existenz zu erläutern. An der Südwand der Höhle, welche die Letharenkolonie beherbergte, gab es ein kleines, schwer bewachtes Tor. Hinter jenem mit Eisen beschlagenen Tor gab es einen einzigen, großflächigen Raum, der den Zusammenkünften der Lethyren diente. Es sollte das erste und letzte Mal sein dass Xarx’ae die Ehre erhielt jenen Raum zu betreten.
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*Als Xarx’ae den von Fackeln erhellten Raum betrat, waren bereits alle Lethyren anwesend, unruhige Blicke wechselte die Lethra mit den Ältesten ehe sie sich ans Fußende des Tisches stellte. Ihr gegenüber saß Lethyr Varax Ag’ach, der älteste und mächtigste Lethar jener Kolonie, sein spötisches Schmunzeln verzog sich zu einer entstellten Grimasse, während sein intensiver Blick den zögerlichen Schritten der jungen Lethra folgte. „Wir haben uns hier versammelt um den Fortbestand der Sippschaft Xarx’ae Ha’zans zu erwägen.“ Setze Ag’ach in bedächtigen Tonfall an. „Den Fortbestand jener also, deren klägliche Existenz unseren aller Segen des Vaters bedroht.“ Das zynische Schmunzeln auf Ag’achs Lippen war verschwunden, ernste Mienen wandten sich Xarx’ae von allen Seiten des länglichen Tisches zu, ihre Hände verkrampften sich zunehmend hinter ihrem Rücken, doch sie wusste das ein einziger Widerspruch bereits ein eindeutiges Urteil dieses Treffens bedeuten würde. „Was also, minderwertige Lethra, habt ihr zu Eurer Verteidigung vor zu bringen? Was macht Euch noch nützlich? Noch schützenswert?“ Xarx’aes filigrane Augenbrauen hoben sich an, selten war es einer Lethra gestattet nach einem so kurzem Erguss über die Minderwertigkeit ihres Geschlechts, die Stimme zu erheben, doch ohne auf eine Antwort zu warten fuhr der Älteste fort und zerstörte damit jede angestrengte Überlegung der Lethra nach einer angemessenen Antwort. „Nichts! Bemitleidenswerte Lethra! Nichts spricht dafür das wir Euch nicht augenblicklich einem unserer jungen Lethyren zum Erproben seiner Kampfmagie, oder einer unserer Priester als minderwertiges Opfer für eins seiner Rituale schenken!“ Xarx’aes Mine blieb ruhig, kein Zeichen von Angst durfte die Muskeln dazu bewegen auch nur für einen Herzschlag lang zu zucken, jedes Zeichen von Schwäche musste versteckt werden. Sie wusste, dass noch keine Entscheidung gefallen war, andernfalls hätte man ihr keinesfalls gestattet jenen Heilligen Raum zu betreten; wäre ihr Tod bereits entschieden, hätte sie diesen Tag nicht mehr erlebt. Das höhnische Kichern einiger ältesten bei den drastischen Worten Ag’achs wurden von ihr gekonnt ignoriert, nichtsagend, emotionslos fixierte sie weiter in demütiger Pose den Tisch. „Hast du die Macht deiner Stimme vergessen Lethra? Erhebe sie närrisches Kind oder die meinen Worte sind sogleich die Entscheidung!“ fauchte Ag’ach der verstörten Lethra entgegen. „Ich ehrte seid jeher den Vater, ich...“ begann Xarx’ae eingeschüchtert und nervös zugleich, beim Klang ihrer eigenen Stimme erhöhte sich ihr Herzschlag, ihre am Rücken verschrenkten Hände begannen zu schwitzen, doch noch immer blieb ihre Mine ungerührt. „Mit welchem Erfolg, frage ich dich? Was schenkte dir Alatar für deine ach so große Demütigkeit?“begann ein minder gealterter Lethyr „Zwei Bastarde!“ schloss Ag’ach. Xarx’ae sprach kein Wort, sie wusste, dass ihr nach jeder Unterbrechung durch einen der Ältesten erneut das Wort erteilt werden musste. Ein aufforderndes Nicken des Ältesten, ein kurzes zögerliches Warten Xarx’aes und sie erhob erneut die Stimme: „Ich bin eine des auserwählten Volkes, ein Tocher des Alatars, meine Töchter werden zahllose Nachkommen zeugen...““Keine Eurer Töchter wird auch nur einen willigen Letharfen finden, nichtmal Ihr seid dazu in der Lage.“ donnerte ein weiterer Lethyr. Noch ehe Xarx’ae ihre Gedanken kontrollieren konnte schoss sie hervor:„Und doch bin ich eine der Euren, eine des auserwählten Volkes“ ein Raunen machte sich auf den Rängen der Lethyren breit, unterbrochen von leisem Flüstern und strengen Blicken. Im Unklaren darüber ob ihr unangemessenes Verhalten oder die Bedeutung ihre Worte der Grund waren, senkte Xarx’ae erneut ihren Blick. Nach Herzschlägen die ihr wie Stunden erscheinten, wurde es still um sie herum, Ag’ach hob theatralisch den Blick zu ihr an. Wieder wartete der Älteste während der penetrant missbilligende Blick auf der Lethra verharrte. „So sei Eure Existenz gesichtert, die Gnade der Letharen sei Euch für den Augenblick gewiss.“ Eine lange Pause, untermalt von einem schweren Seufzer des Lethyren, folgte. „Doch nichts wird geschenkt Lethra, die Gemeinschaft erfordert etwas von Euch. Einen Sohn sollst du gebären und den Vater dafür werden wir bestimmen. Solltet ihr versagen, kennt Ihr den Preis der zu entrichten ist!“ Ein tiefes senken des Hauptes Xarx’ae war das Einzige was ihr in diesem Moment als Zeichen der Zustimmung gestattet war. „Über die Art der Bestrafung sprechen wir wenn es soweit gekommen ist.“ Ebenso die Lethyren senkten nach einander zustimmend ihr Haupt. „Wie immer gilt, das nichts von alledem diese Räumlichkeiten verlässt.“ Zufrieden senkte nun auch Varax Ag’ach sein Haupt. „Es ist gut das wir uns nicht getroffen haben.“*
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Xarx’ae, musste zuerst den Raum verlassen, zu ihrem eigenen Erstaunen dauerte es lange bis ein weiterer Lethyr die Haupthöle der Kolonie betrat. Wenige Tage später wurde ihr junger Letharf, ein Sohn eines relativ machtlosen Lethyren, zugewiesen. Er war unerfahren und es war noch unklar ob die Gabe seines Vaters an ihn weitergegeben wurde. Der Beischlaf war ausgesprochen kurz, anders als üblicherweise verließ der Vater Xarx’ae noch während der Schwangerschaft, ihr selbst wurde verboten ihr Haus zu verlassen. Die dritte Geburt Xarx’aes offenbarte erneut einer Lethra den Anblick der Welt. Si’nae Ro’elz sollte ihr Name lauten, doch keinen Stolz brachte ihre Geburt Xarax’ae. Der Hausarest der Mutter wurde auf Lebzeit verlängert, doch der Zeitpunkt ihrer Strafe war noch nicht gekommen. Lange musste sie mit der Gewissheit ihres geplanten Todes in ihren Gemächern schmachen, stets auf den letzten ihrer Tage wartend verstrichen die letzten Jahre Xarx’aes qualvollen Existenz.
Zuletzt geändert von Ilitriel am Sonntag 6. Januar 2008, 18:11, insgesamt 2-mal geändert.
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Ilitriel
Kapitel II - Verdorbene Wurzeln – die ersten beiden Dekaden
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Bereits am Tag ihrer Geburt war Si’nae von einer ungewöhnlich Dunklen Hautfarbe gekennzeichnet. In schlecht belichteten Räume glaubte man fast, ihre Haut hätte jeglichen blauen Glanz verloren und wäre vollständig von einer pechschwarzen Hülle verdrängt worden. In den ersten Jahren zeigte sich schnell das auch ihre Körperproportionen ungewöhnlich anmuteten, trotz ihre durchschnittlichen Größe ragten überproportional lange Arme an beiden Enden des Rumpfes hervor. Feingliedrige nicht minder lange Finger, an welchen wiederum zugespitze Fingernägel saßen, ahmten gekonnt das Erscheinen von Krallen nach.
„Benutze dein Antlitz zu deinem Zwecke, sähe Furcht und Verwirrung mit deinen Gesten, denn nichts schützt dich mehr als der fahle Geschmack von Unkenntniss im Gesicht deines Gegenübers.“ Xarx’ae Ha’zan zu Si’nae Ro’elz.
Mit dem vollenden der ersten Dekade wurde Si’nae erstmals Unterricht von fremden Letharen gegeben. Erst jetzt bemerkte die junge Lethra den extremen Widerspruch zwischen den Freiheiten fremder und jenen ihrer Mutter und ihr selbst. Zwar war es Si’nae im Unterschied zu ihrer Mutter gestattet ihr Haus zu verlassen, jedoch wollten dennoch wenige der übrigen Letharen mit ihr in Kontakt treten geschweigedenn sie respektvoll behandeln. Während die Erziehung von Xarx’ae meist mit scharfen Zurechtweisungen und leichten Züchtigungen endete, gaben sich die außenstehenden Letharen alle Mühe Si’naes Minderwetigkeit offen zur Schau zu stellen. Bei jeder sich bietenden Möglichkeit wurden Strafen über sie verhängt. So bemitleidenswert ihr Schicksal auch erscheint so wurde ihr schon von Kindesbeinen an gelehrt ihren Unmut zu verhüllen. Doch durch ihre geringe Stellung und der Verschwiegenheit Xarx’aes war eine unsichtbare Barriere zwischen Si’nae und ihrer Mutter, sie tollerierten sich doch mehr auch nicht.
„Täuschung und List sollen deine Klingen sein - Emotionslosigkeit und Demut dein Schild, verlasse dich nie auf die Stärken der Letharfen denn du bist keine, du bist eine Lethra und Schmerz und Qual sind dir damit gewiss“ Xarx’ae Ha’zan zu Si’nae Ro’elz.
Jahre verstrichen, Si’nae wuchs heran und ihre Schönheit nahm keinesfals zu. Narben wurden zahlreicher und die Mine offenbarte kaum mehr als undeutbare Emotionslosigkeit. Ihr Haar wurde zu schlichten Frisuren zusammengebunden, keinesfalls überheblich durfte sie wirken um nicht erneut einer Bestrafung zum Opfer zu fallen. Mit den Jahren wurde auch Xarx’ae zunehmend zurückgezogener, sie überließ die Erziehung großteils ihrer Tochter selbst. Noch immer wurde Xarx’ae geplagt vom Warten auf ihren eigenen Tod. Am Tag an welchem Si’naes kurze Existenz die zweite Dekade vollendete, stand ein Lethyr hohem Ranges vor ihrem Haus, als Xarx’ae öffnete wurde sie weggeschickt, Si’nae sollte vor die Lethyren treten. Während die unerfahrene Lethra zum Eingang schritt konnte sie aus den Augenwinkel die Nervöse Mine ihrer Mutter erspähen. So geschah es, dass ebenso die Tocher vor die launischen Lethyren trat, zwei dekaden nach ihrer Mutter musste Si’nae nun für ihre Sippe Rechenschaft ablegen.
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*„Und so durschreitet die zweite Generation eurer unwürdigen Sippschafft die Ehrenvolle Pforte zu diesem Raum“ Begann Varax Ag’ach. Ein amüsiertes Raunen – ob der Unwissenheit der Lethra - glitt durch die Münder der übrigen Lethyren. „Nur selten dulden wir deart wertloses Blut in unseren Reihen und nie ist der Anlass ein erfreulicher!“ donnerte Ag’ach auf die leicht zuckende Mine Si’naes. Angestrengt erinnerte sich Si’nae an die wenigen Weisheiten ihrer Mutter, versuchte zu verstehen wovon die Ältesten sprachen. Noch ehe ein vernünftiger Gedanke zu seinem Ende gelangte, erhob der Älteste erneut sein Wort „Deine Sippschafft ist des Todes und du Kind, willst uns weismachen du wüstest von nichts“ Ein kurzer Wink Ag’achs zu einem Lethyr direkt neben sich folgte, kurz darauf erhob sich jener während die übrigen Blicke abwartend Si’nae fixierten. „Ich... Ich weiss... nicht“ stotterte die sichtlich überforderte Lethra. Kurz hob sie den Blick, dann senkte sie ihn sogleich, bemüht ihre Verwirrung nicht sichtbar werden zu lassen. Ag’ach blickte kurz zu dem stehenden Lethyren neben sich „Sie sagt die Wahrheit“ bestätigte er. Ag’ach lachte auf. „Die Ironie deines halbverwelkten Lebens Kind! Doch du kennst sie nichtmal!“ Ebenso die übrigen Lethyren zeigten selten sichtbare Gefühlsregungen, ein amüsiertes Kichern breitete sich im Raum aus und hallte von allen seiten auf die Lethra nieder. „Doch die Konsequenz Xarxa’es soll nicht unbeachtet bleiben“ sprach der noch immer offensichtlich amüsierte Älteste“Es liegt an dir ein Individuum deiner Familie zu retten, doch bedenke: nichts wird geschenkt.“ Erneut kicherten einige Lethyren im Raum auf, jedoch nur wenige Wimpernschläge. „An mir...?“ Wiederholte die Lethra langsam. „Unterbrich mich nie wieder!“ fauchte ihr Ag’ach entgegen, seine Mine war nun keineswegs mehr erheitert, sie ähnelte zunehmend der Mimik einer zum Angriff bereiten Katze. „Wir geben dir eine Möglichkeit, eine einzige, dein elendigliches Leben zu retten! Nutze sie oder wähle den Tod!“ Sich vollkommen im klaren darüber dass dies keineswegs als Frage gedacht war, beugte sich Si’nae tief herab, verschrenkte die Arme auf ihrem Rücken und sprach in gedämpfter Tonlage „Was verlangt ihr?“ Ein überhebliches Grinsen verzerrte die Mine Ag’achs „Töte Xarx’ae oder wir töten deine ganze Sippschafft.“ Sprach er nun ebenso gedämpfter Stimme, „dich miteingerechnet“ fügte er hinzu. Si’naes Herz stockte, ihre Lunge krampfte sich zusammen und ihre Augen schlossen sich. „Ich verstehe“ hauchte sie.
Dunkler Qualm stiegt Si’nae bereits an der Pforte entgegen, ein penetrant süßlicher Duft brachte die schmale Nase dazu sich angewidert zu rümpfen. Langsamen Schrittes näherte sich die junge Lethra dem Hauptraum des Hauses.Unbehagen machte sich im jungen Herzen der Lethra breit, so wenig sie ihre Mutter auch schätzte so wurde ihr nun allmälich klar dass sie selbst Grund für viele Sanktionen der Letharen um sie herum war. Nicht ihre Mutter hatte etwas verfehlt, vielmehr war ihre Existenz Grund für das Schicksal ihrer Sippe. Die Spinnenartigen Extremitäten umschlossen einen mit Bernstein besetzen Dolch, nicht viel mehr als ein gefährliches Spielzeug eines Kindes und doch zum lautlosen töten geeignet. Je näher sie dem Hauptraum kam, umso dichter wurde der Qualm und erlaubte kaum weiter als zwei Schritt zu sehen.“Ich habe dich erwartet...“ Wisperte es aus dem Qualm hervor, noch ehe die Lethra den Raum betreten konnte. „Ich kenne dein Begehr“flüsterte Xarx’ae gerade laut genug um von einer Letrha gehört zu werden. Si’naes Herz blieb stehen, sie verstand nicht woher Xarx’ae von dem Treffen erfahren konnte. Ein heimtückischer Angriff auf Xarx’ae war schon gewagt, doch ein offener fast unmöglich. Intuitiv verbarg die Lethra den kleinen Dolch hinter ihrem zierlichen Rücken, bemerkte jedoch schnell die Absurdität jener Handlung ob des undurchsichtigen Qualms. „Es ist gut, Kind. Tue wie dir geheissen“ Si’nae konnte erste umrisse ihrer Mutter erkennen, sie kniete vor einer Kohleschale in der Mitte des Raumes. Beide Arme horizontal von sich gestreckt mit dem Rücken zu Si’nae gewand. „Doch eins sollst du noch wissen, Si’nae. Auch du wirst versagen. Deine Kinder und ihre Waffen werden noch vor dem ersten Ungläubigen gegen dich gerichtet.Ich habe es gesehen Si’nae, gib acht und wende ihnen nie deinen Rücken zu“ Ein geqäultes Lachen war das letzte was die entwertete Mutter von sich gab. Si’nae nutze die Möglichkeit die ihr Xarx’ae bot, ein gezielter Stich zwischen die Schulerplätter und die Lethra ging zu boden. *
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„Ich erinnere mich genau an jenen entstellten Korpus wie er vor mirzu zucken begann. Ihre Augenlieder schlugen heftig, ihr Hals begann zu röcheln, immer wieder würgte sie lautlos Blut hervor. Es war abstoßend, so viel Schwäche in nur einer Lethra! Sie schwitze wie ein Mensch, sie wand sich in ihrem eigenen unwertem Blut - wand sich wie ein Wurm. Viele Momente vergingen ehe ihr hilfloser, verzweifelter Blick endlich zu erstarren begann - Erst im Tod hatte Xarx’ae wieder den Stolz der einer Lethra gebührt.“ Si’nae Ro’elz zu Varax Ag’ach am Tag nach der Ermordung Xarx’ae Haz’ans.
Si’nae wurde schweigsamer seid diesem Tag. Viele hielten es für ein Zeichen von Stärke, doch in ihrem Innersten wusste die junge Lethra war etwas gestorben. Selbsthass zerfraß die Möderin, ihre Existenz war schuld an dem Tod Xarx’aes. Si’nae verdrängte schnell die Geschehnisse jener Tage und nie sprach sie mit anderen Letharen darüber.
„Jede Bestrafung, jede Qual und jeder Schmerz hatt ein Ende, Kind. Dieses Ende ist der Horizont den eine Lethra nie aus den Augen verlieren darf. Er ist Quell unserer Demut, unserser Selbstaufopferung und unserer Stärke.“ Xarx’ae Ha’zan zu Si’nae Ro’elz.
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Bereits am Tag ihrer Geburt war Si’nae von einer ungewöhnlich Dunklen Hautfarbe gekennzeichnet. In schlecht belichteten Räume glaubte man fast, ihre Haut hätte jeglichen blauen Glanz verloren und wäre vollständig von einer pechschwarzen Hülle verdrängt worden. In den ersten Jahren zeigte sich schnell das auch ihre Körperproportionen ungewöhnlich anmuteten, trotz ihre durchschnittlichen Größe ragten überproportional lange Arme an beiden Enden des Rumpfes hervor. Feingliedrige nicht minder lange Finger, an welchen wiederum zugespitze Fingernägel saßen, ahmten gekonnt das Erscheinen von Krallen nach.
„Benutze dein Antlitz zu deinem Zwecke, sähe Furcht und Verwirrung mit deinen Gesten, denn nichts schützt dich mehr als der fahle Geschmack von Unkenntniss im Gesicht deines Gegenübers.“ Xarx’ae Ha’zan zu Si’nae Ro’elz.
Mit dem vollenden der ersten Dekade wurde Si’nae erstmals Unterricht von fremden Letharen gegeben. Erst jetzt bemerkte die junge Lethra den extremen Widerspruch zwischen den Freiheiten fremder und jenen ihrer Mutter und ihr selbst. Zwar war es Si’nae im Unterschied zu ihrer Mutter gestattet ihr Haus zu verlassen, jedoch wollten dennoch wenige der übrigen Letharen mit ihr in Kontakt treten geschweigedenn sie respektvoll behandeln. Während die Erziehung von Xarx’ae meist mit scharfen Zurechtweisungen und leichten Züchtigungen endete, gaben sich die außenstehenden Letharen alle Mühe Si’naes Minderwetigkeit offen zur Schau zu stellen. Bei jeder sich bietenden Möglichkeit wurden Strafen über sie verhängt. So bemitleidenswert ihr Schicksal auch erscheint so wurde ihr schon von Kindesbeinen an gelehrt ihren Unmut zu verhüllen. Doch durch ihre geringe Stellung und der Verschwiegenheit Xarx’aes war eine unsichtbare Barriere zwischen Si’nae und ihrer Mutter, sie tollerierten sich doch mehr auch nicht.
„Täuschung und List sollen deine Klingen sein - Emotionslosigkeit und Demut dein Schild, verlasse dich nie auf die Stärken der Letharfen denn du bist keine, du bist eine Lethra und Schmerz und Qual sind dir damit gewiss“ Xarx’ae Ha’zan zu Si’nae Ro’elz.
Jahre verstrichen, Si’nae wuchs heran und ihre Schönheit nahm keinesfals zu. Narben wurden zahlreicher und die Mine offenbarte kaum mehr als undeutbare Emotionslosigkeit. Ihr Haar wurde zu schlichten Frisuren zusammengebunden, keinesfalls überheblich durfte sie wirken um nicht erneut einer Bestrafung zum Opfer zu fallen. Mit den Jahren wurde auch Xarx’ae zunehmend zurückgezogener, sie überließ die Erziehung großteils ihrer Tochter selbst. Noch immer wurde Xarx’ae geplagt vom Warten auf ihren eigenen Tod. Am Tag an welchem Si’naes kurze Existenz die zweite Dekade vollendete, stand ein Lethyr hohem Ranges vor ihrem Haus, als Xarx’ae öffnete wurde sie weggeschickt, Si’nae sollte vor die Lethyren treten. Während die unerfahrene Lethra zum Eingang schritt konnte sie aus den Augenwinkel die Nervöse Mine ihrer Mutter erspähen. So geschah es, dass ebenso die Tocher vor die launischen Lethyren trat, zwei dekaden nach ihrer Mutter musste Si’nae nun für ihre Sippe Rechenschaft ablegen.
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*„Und so durschreitet die zweite Generation eurer unwürdigen Sippschafft die Ehrenvolle Pforte zu diesem Raum“ Begann Varax Ag’ach. Ein amüsiertes Raunen – ob der Unwissenheit der Lethra - glitt durch die Münder der übrigen Lethyren. „Nur selten dulden wir deart wertloses Blut in unseren Reihen und nie ist der Anlass ein erfreulicher!“ donnerte Ag’ach auf die leicht zuckende Mine Si’naes. Angestrengt erinnerte sich Si’nae an die wenigen Weisheiten ihrer Mutter, versuchte zu verstehen wovon die Ältesten sprachen. Noch ehe ein vernünftiger Gedanke zu seinem Ende gelangte, erhob der Älteste erneut sein Wort „Deine Sippschafft ist des Todes und du Kind, willst uns weismachen du wüstest von nichts“ Ein kurzer Wink Ag’achs zu einem Lethyr direkt neben sich folgte, kurz darauf erhob sich jener während die übrigen Blicke abwartend Si’nae fixierten. „Ich... Ich weiss... nicht“ stotterte die sichtlich überforderte Lethra. Kurz hob sie den Blick, dann senkte sie ihn sogleich, bemüht ihre Verwirrung nicht sichtbar werden zu lassen. Ag’ach blickte kurz zu dem stehenden Lethyren neben sich „Sie sagt die Wahrheit“ bestätigte er. Ag’ach lachte auf. „Die Ironie deines halbverwelkten Lebens Kind! Doch du kennst sie nichtmal!“ Ebenso die übrigen Lethyren zeigten selten sichtbare Gefühlsregungen, ein amüsiertes Kichern breitete sich im Raum aus und hallte von allen seiten auf die Lethra nieder. „Doch die Konsequenz Xarxa’es soll nicht unbeachtet bleiben“ sprach der noch immer offensichtlich amüsierte Älteste“Es liegt an dir ein Individuum deiner Familie zu retten, doch bedenke: nichts wird geschenkt.“ Erneut kicherten einige Lethyren im Raum auf, jedoch nur wenige Wimpernschläge. „An mir...?“ Wiederholte die Lethra langsam. „Unterbrich mich nie wieder!“ fauchte ihr Ag’ach entgegen, seine Mine war nun keineswegs mehr erheitert, sie ähnelte zunehmend der Mimik einer zum Angriff bereiten Katze. „Wir geben dir eine Möglichkeit, eine einzige, dein elendigliches Leben zu retten! Nutze sie oder wähle den Tod!“ Sich vollkommen im klaren darüber dass dies keineswegs als Frage gedacht war, beugte sich Si’nae tief herab, verschrenkte die Arme auf ihrem Rücken und sprach in gedämpfter Tonlage „Was verlangt ihr?“ Ein überhebliches Grinsen verzerrte die Mine Ag’achs „Töte Xarx’ae oder wir töten deine ganze Sippschafft.“ Sprach er nun ebenso gedämpfter Stimme, „dich miteingerechnet“ fügte er hinzu. Si’naes Herz stockte, ihre Lunge krampfte sich zusammen und ihre Augen schlossen sich. „Ich verstehe“ hauchte sie.
Dunkler Qualm stiegt Si’nae bereits an der Pforte entgegen, ein penetrant süßlicher Duft brachte die schmale Nase dazu sich angewidert zu rümpfen. Langsamen Schrittes näherte sich die junge Lethra dem Hauptraum des Hauses.Unbehagen machte sich im jungen Herzen der Lethra breit, so wenig sie ihre Mutter auch schätzte so wurde ihr nun allmälich klar dass sie selbst Grund für viele Sanktionen der Letharen um sie herum war. Nicht ihre Mutter hatte etwas verfehlt, vielmehr war ihre Existenz Grund für das Schicksal ihrer Sippe. Die Spinnenartigen Extremitäten umschlossen einen mit Bernstein besetzen Dolch, nicht viel mehr als ein gefährliches Spielzeug eines Kindes und doch zum lautlosen töten geeignet. Je näher sie dem Hauptraum kam, umso dichter wurde der Qualm und erlaubte kaum weiter als zwei Schritt zu sehen.“Ich habe dich erwartet...“ Wisperte es aus dem Qualm hervor, noch ehe die Lethra den Raum betreten konnte. „Ich kenne dein Begehr“flüsterte Xarx’ae gerade laut genug um von einer Letrha gehört zu werden. Si’naes Herz blieb stehen, sie verstand nicht woher Xarx’ae von dem Treffen erfahren konnte. Ein heimtückischer Angriff auf Xarx’ae war schon gewagt, doch ein offener fast unmöglich. Intuitiv verbarg die Lethra den kleinen Dolch hinter ihrem zierlichen Rücken, bemerkte jedoch schnell die Absurdität jener Handlung ob des undurchsichtigen Qualms. „Es ist gut, Kind. Tue wie dir geheissen“ Si’nae konnte erste umrisse ihrer Mutter erkennen, sie kniete vor einer Kohleschale in der Mitte des Raumes. Beide Arme horizontal von sich gestreckt mit dem Rücken zu Si’nae gewand. „Doch eins sollst du noch wissen, Si’nae. Auch du wirst versagen. Deine Kinder und ihre Waffen werden noch vor dem ersten Ungläubigen gegen dich gerichtet.Ich habe es gesehen Si’nae, gib acht und wende ihnen nie deinen Rücken zu“ Ein geqäultes Lachen war das letzte was die entwertete Mutter von sich gab. Si’nae nutze die Möglichkeit die ihr Xarx’ae bot, ein gezielter Stich zwischen die Schulerplätter und die Lethra ging zu boden. *
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„Ich erinnere mich genau an jenen entstellten Korpus wie er vor mirzu zucken begann. Ihre Augenlieder schlugen heftig, ihr Hals begann zu röcheln, immer wieder würgte sie lautlos Blut hervor. Es war abstoßend, so viel Schwäche in nur einer Lethra! Sie schwitze wie ein Mensch, sie wand sich in ihrem eigenen unwertem Blut - wand sich wie ein Wurm. Viele Momente vergingen ehe ihr hilfloser, verzweifelter Blick endlich zu erstarren begann - Erst im Tod hatte Xarx’ae wieder den Stolz der einer Lethra gebührt.“ Si’nae Ro’elz zu Varax Ag’ach am Tag nach der Ermordung Xarx’ae Haz’ans.
Si’nae wurde schweigsamer seid diesem Tag. Viele hielten es für ein Zeichen von Stärke, doch in ihrem Innersten wusste die junge Lethra war etwas gestorben. Selbsthass zerfraß die Möderin, ihre Existenz war schuld an dem Tod Xarx’aes. Si’nae verdrängte schnell die Geschehnisse jener Tage und nie sprach sie mit anderen Letharen darüber.
„Jede Bestrafung, jede Qual und jeder Schmerz hatt ein Ende, Kind. Dieses Ende ist der Horizont den eine Lethra nie aus den Augen verlieren darf. Er ist Quell unserer Demut, unserser Selbstaufopferung und unserer Stärke.“ Xarx’ae Ha’zan zu Si’nae Ro’elz.
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Si´nae Ro´elz
Kapitel III - Das erste Blatt fällt ab - 3. bis 5. Dekade
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Durch den Tod der Mutter musste Si’naes weitere Ausbildung zu einer vollwertigen Lethra nun vollkommen durch fremde Letharen übernommen werden. Dank ihrer Skrupelosigkeit jedoch stieg ihr Ansehen innerhalb der Lethyren, so entschied Ag’ach ihr Gnade zukommen zu lassen und ihr einen fähigen Letharfen zu gestatten.
Lethyr Brax’arel Ynae war von vielen Lethraen gefürchtet, es war gemeinhin bekannt wie brutal er selbst bei kleinen Regelvertößen zu bestrafen wusste. Dennoch war er ein Lethyr hohen Ranges und so kam es einer Ehre gleich ihm als Lethra geschenkt zu werden. Si’nae verbag ihre Furcht vor dem unbekannten Lethyren. Inzwischen war sie geübt im verstecken ihrer Absichten und Gefühle, ihre Mine glich den erstarrten Gesichtszügen einer Leiche, kaum und wenn doch, nur in Momenten in denen sie sich allein glaubte, zuckten die Muskel ihres Gesichtes.
Die erste Hälfte der dritten Dekade verbrachten Si’nae und Brax’arel in der Höle der Letharenkolonie. Doch mit dem 38. Sommer Si’naes kamen ihre Schwestern zurück zur Kolonie. Ihre hasserfüllten, verständnisslosen Blicke erinnerten Si’nae an jenen Tag den sie um jeden Preis vergessen wollte. Trotz des allgemeinen Wissens um die Art des Ablebens Xarx’aes war den Schwestern nicht bekannt wieso Si’nae ihre Mutter ermordete. Si’nae selbst war es – wie immer – verboten darüber zu sprechen. Brax’arel merkte die sinkende Aufmerksamkeit seiner Lethra, erst züchtigte er sie noch härter als in den vergangenen sieben Sommern, doch mit der Zeit wurde auch in ihm ein Drang stärker die Kolonie zu verlassen. Im 38. Winter Si’naes verließ sie mit Brax’arel schließlich die Kolonie, dass erste Mal sah sie die Außenwelt.
„Bereits auf den ersten Blick war mir die ganze Hässlichkeit jener - zum Untergang verdammten - Welt bewusst. Ich roch ihren Gestank und atmete ihre verpestete Luft. Soll sie brennen und untergehen im Zorn unseres Volkes, soll sie geschändet werden durch den Willen unseres Vaters, denn zu mehr ist sie nicht gut.“ Si’nae Ro’elz zu Brax’arel Ynae
Trotz aller Demütigen durch den ungnädigen Mentor war jene Zeit doch eine Lehrreiche für Si’nae. Sie erhielt erste Kenntnisse in den Geschicken der Jagd, erste Belehrungen über den Tiefen Glauben des Lethyren. Si’nae lernte erstaunlich schnell, angefacht durch die drohenden Strafen gab sie sich jede Mühe ihren Meister zufrieden zu stellen, jedoch nur selten wurde dieses Vorhaben erfüllt.
„Wie soll ich ihn zufriedenstellen wenn er doch nie zufrieden ist? Wie kann ich ihn Ehren wenn mein Wesen dem seinen nie gerecht werden kann? Sein Wissen ist Machtvoller als jedes das ich zuvor erleben durfte, seine Peitschenhiebe schmerzvoller als jede die meinen Rücken zuvor berührte. Ich Hasse und Verehre dich Brax’arel, doch weder das eine noch das andere wirst du je für mich empfinden, wie denn auch? Bei meiner, mich durchdringenden, Schwäche?“
Während der vierten Dekade Si’naes Leben legten die beiden Letharen große Strecken zurück. Viele unbekannte Gebiete, fremde Letharenkolonien aber auch erste Menschenstädte lernte die noch immer junge Lethra so kennen. Zwar war Brax’arel nach wie vor unachgiebig und streng zu ihr, dennoch musste auch er insgeheim eingestehen, dass sie ausgesprochen schnell lernen konnte. Die meisten Grundfähigkeiten der Letharen beherrschte sie bereits, ebenso ihr Glaube an Alatar war tief. So entschied sich Brax’arel dazu mit ihr ein Kind zu zeugen. Der Beischlaf dauerte ungewöhnlich lang, für letharen mutete er fast zärtlich an. Si’nae verwirrte der Entschluss des Lethyren von ihr ein Kind zu empfangen, noch immer gab er sich ihr abweisend, fast feindlich, zwar vermutete sie eine Maskerade dennoch konnte sie sich nie sicher sein.
Während der Schwangerschaft änderte sich die hierachische Stellung zwischen den beiden – noch immer über große Zeiträume von anderen Letharen isolierten – drastisch. Zum ersten Mal verfügte Si’nae über Autorität, ihre Meinung wog gleich schwer wie jene Brax’arels und keine einzige Züchtigung musste sie während der Schwangerschaft über sich ergehen lassen. Einzig Erinerrungen plagten die schwangere Lethra in jener ansonsten schmerzlosen Zeit.
„Ich sah den Hauptraum meines alten Hauses, ein zweites Mal roch ich den Geruch des dichten Qualms, diesmal wirkte er nicht so abstoßend, fast angenehm schien es, wie er meine Kehle hinab glitt. Ich sah Xarx’ae tod am Boden, ihren entstellten Körper und den zierlichen Dolch in ihrem Rücken. In meinem Kopf ertönten Worte, Worte die ich seid Dekaden nicht mehr gedacht hatte, Xarx’ae warnte mich und ich werde diese Warnung wohl nie vergessen.“ Si’nae Ro’elz zu Brax’arel Ynae
Auch Brax’arel nahm diese Warnung ernst. Langsam brach die Barriere zwischen den beiden und offene Worte waren nun erstmals möglich. Als die Schwangerschaft sich dem Ende näherte nahmen die unruhigen Träume Si’naes zu, kaum eine Nacht verstrich ohne ihre gequälten Laute eines sich anbahnenden Albtraum. Die Letharen kehrten zurück in ihre einstige Letharenkolonie, als die Geburt unmittelbar bevorstand.
Erst hier, im naheverhältniss zu den übrigen Letharen viel den beiden auf wie nah sie sich gekommen waren. Kaum ein Lethyr behandelte selbst eine Schwangere Lethra so zuvorkommend und respektvoll wie Brax’arel. Doch keine Zufriedenheit erfüllte die Herzen der Letharen bei dem bewusstwerden ihrer Führsorglichen Beziehung.
„Erst als ich wieder die Höhle betrat, als ich wieder Letharen anblickte in all ihrer Herrlichkeit wurde mir klar, wie schwach wir geworden waren. Die Außenwelt hatte uns verändert, wir hatten uns verändert. Und diese hohen Lethyren was erreichten sie? Gaben mir einen ach so mächtigen Lethyr um mich weiter zu schwächen, jeder einzelne Schritt meines Lebens ist eine Prüfung und diesmal versagte ich, ganz wie Xarx’ae es mir prophezeite.“
Offenbar fühlte auch Brax’arel jene Schwäche in sich, die Beziehung der beiden Letharen wurde stiller, fast so schien es, lebten sie an einander vorbei. So kam es, dass am Tag der Geburt Brax’arel nicht anwesend war, einzig ob es ein Letharf oder eine Lethra war interessierte ihn, ehe er erneut die Kolonie verließ. Si’nae Gebar einen Letharfen und es schien als wäre der Fluch ihres Blutes gebrochen.
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Durch den Tod der Mutter musste Si’naes weitere Ausbildung zu einer vollwertigen Lethra nun vollkommen durch fremde Letharen übernommen werden. Dank ihrer Skrupelosigkeit jedoch stieg ihr Ansehen innerhalb der Lethyren, so entschied Ag’ach ihr Gnade zukommen zu lassen und ihr einen fähigen Letharfen zu gestatten.
Lethyr Brax’arel Ynae war von vielen Lethraen gefürchtet, es war gemeinhin bekannt wie brutal er selbst bei kleinen Regelvertößen zu bestrafen wusste. Dennoch war er ein Lethyr hohen Ranges und so kam es einer Ehre gleich ihm als Lethra geschenkt zu werden. Si’nae verbag ihre Furcht vor dem unbekannten Lethyren. Inzwischen war sie geübt im verstecken ihrer Absichten und Gefühle, ihre Mine glich den erstarrten Gesichtszügen einer Leiche, kaum und wenn doch, nur in Momenten in denen sie sich allein glaubte, zuckten die Muskel ihres Gesichtes.
Die erste Hälfte der dritten Dekade verbrachten Si’nae und Brax’arel in der Höle der Letharenkolonie. Doch mit dem 38. Sommer Si’naes kamen ihre Schwestern zurück zur Kolonie. Ihre hasserfüllten, verständnisslosen Blicke erinnerten Si’nae an jenen Tag den sie um jeden Preis vergessen wollte. Trotz des allgemeinen Wissens um die Art des Ablebens Xarx’aes war den Schwestern nicht bekannt wieso Si’nae ihre Mutter ermordete. Si’nae selbst war es – wie immer – verboten darüber zu sprechen. Brax’arel merkte die sinkende Aufmerksamkeit seiner Lethra, erst züchtigte er sie noch härter als in den vergangenen sieben Sommern, doch mit der Zeit wurde auch in ihm ein Drang stärker die Kolonie zu verlassen. Im 38. Winter Si’naes verließ sie mit Brax’arel schließlich die Kolonie, dass erste Mal sah sie die Außenwelt.
„Bereits auf den ersten Blick war mir die ganze Hässlichkeit jener - zum Untergang verdammten - Welt bewusst. Ich roch ihren Gestank und atmete ihre verpestete Luft. Soll sie brennen und untergehen im Zorn unseres Volkes, soll sie geschändet werden durch den Willen unseres Vaters, denn zu mehr ist sie nicht gut.“ Si’nae Ro’elz zu Brax’arel Ynae
Trotz aller Demütigen durch den ungnädigen Mentor war jene Zeit doch eine Lehrreiche für Si’nae. Sie erhielt erste Kenntnisse in den Geschicken der Jagd, erste Belehrungen über den Tiefen Glauben des Lethyren. Si’nae lernte erstaunlich schnell, angefacht durch die drohenden Strafen gab sie sich jede Mühe ihren Meister zufrieden zu stellen, jedoch nur selten wurde dieses Vorhaben erfüllt.
„Wie soll ich ihn zufriedenstellen wenn er doch nie zufrieden ist? Wie kann ich ihn Ehren wenn mein Wesen dem seinen nie gerecht werden kann? Sein Wissen ist Machtvoller als jedes das ich zuvor erleben durfte, seine Peitschenhiebe schmerzvoller als jede die meinen Rücken zuvor berührte. Ich Hasse und Verehre dich Brax’arel, doch weder das eine noch das andere wirst du je für mich empfinden, wie denn auch? Bei meiner, mich durchdringenden, Schwäche?“
Während der vierten Dekade Si’naes Leben legten die beiden Letharen große Strecken zurück. Viele unbekannte Gebiete, fremde Letharenkolonien aber auch erste Menschenstädte lernte die noch immer junge Lethra so kennen. Zwar war Brax’arel nach wie vor unachgiebig und streng zu ihr, dennoch musste auch er insgeheim eingestehen, dass sie ausgesprochen schnell lernen konnte. Die meisten Grundfähigkeiten der Letharen beherrschte sie bereits, ebenso ihr Glaube an Alatar war tief. So entschied sich Brax’arel dazu mit ihr ein Kind zu zeugen. Der Beischlaf dauerte ungewöhnlich lang, für letharen mutete er fast zärtlich an. Si’nae verwirrte der Entschluss des Lethyren von ihr ein Kind zu empfangen, noch immer gab er sich ihr abweisend, fast feindlich, zwar vermutete sie eine Maskerade dennoch konnte sie sich nie sicher sein.
Während der Schwangerschaft änderte sich die hierachische Stellung zwischen den beiden – noch immer über große Zeiträume von anderen Letharen isolierten – drastisch. Zum ersten Mal verfügte Si’nae über Autorität, ihre Meinung wog gleich schwer wie jene Brax’arels und keine einzige Züchtigung musste sie während der Schwangerschaft über sich ergehen lassen. Einzig Erinerrungen plagten die schwangere Lethra in jener ansonsten schmerzlosen Zeit.
„Ich sah den Hauptraum meines alten Hauses, ein zweites Mal roch ich den Geruch des dichten Qualms, diesmal wirkte er nicht so abstoßend, fast angenehm schien es, wie er meine Kehle hinab glitt. Ich sah Xarx’ae tod am Boden, ihren entstellten Körper und den zierlichen Dolch in ihrem Rücken. In meinem Kopf ertönten Worte, Worte die ich seid Dekaden nicht mehr gedacht hatte, Xarx’ae warnte mich und ich werde diese Warnung wohl nie vergessen.“ Si’nae Ro’elz zu Brax’arel Ynae
Auch Brax’arel nahm diese Warnung ernst. Langsam brach die Barriere zwischen den beiden und offene Worte waren nun erstmals möglich. Als die Schwangerschaft sich dem Ende näherte nahmen die unruhigen Träume Si’naes zu, kaum eine Nacht verstrich ohne ihre gequälten Laute eines sich anbahnenden Albtraum. Die Letharen kehrten zurück in ihre einstige Letharenkolonie, als die Geburt unmittelbar bevorstand.
Erst hier, im naheverhältniss zu den übrigen Letharen viel den beiden auf wie nah sie sich gekommen waren. Kaum ein Lethyr behandelte selbst eine Schwangere Lethra so zuvorkommend und respektvoll wie Brax’arel. Doch keine Zufriedenheit erfüllte die Herzen der Letharen bei dem bewusstwerden ihrer Führsorglichen Beziehung.
„Erst als ich wieder die Höhle betrat, als ich wieder Letharen anblickte in all ihrer Herrlichkeit wurde mir klar, wie schwach wir geworden waren. Die Außenwelt hatte uns verändert, wir hatten uns verändert. Und diese hohen Lethyren was erreichten sie? Gaben mir einen ach so mächtigen Lethyr um mich weiter zu schwächen, jeder einzelne Schritt meines Lebens ist eine Prüfung und diesmal versagte ich, ganz wie Xarx’ae es mir prophezeite.“
Offenbar fühlte auch Brax’arel jene Schwäche in sich, die Beziehung der beiden Letharen wurde stiller, fast so schien es, lebten sie an einander vorbei. So kam es, dass am Tag der Geburt Brax’arel nicht anwesend war, einzig ob es ein Letharf oder eine Lethra war interessierte ihn, ehe er erneut die Kolonie verließ. Si’nae Gebar einen Letharfen und es schien als wäre der Fluch ihres Blutes gebrochen.
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Si´nae Ro´elz
Kapitel IV - Vom Verwelken - 6. bis 8. Dekade
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Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet durch die Erziehung ihres Sohnes Szen’thars. Keine Gnade sollte mehr walten, er sollte ein echter Letharf werden, kein rührseliges Gefühl sollte ein einziges Mal seine Brust umschliessen und niemals war es ihm vergönnt Ruhe zu finden. Si’naes Erziehung als streng zu titulieren wäre eine Untertreibung. Vielmehr züchtigte sie ihren Sohn härter und brutaler als jede andere ihr bekannte Lethra. Sei es da sie noch immer einen Teil Brax’arels in ihm sah – den sie durch die Schwäche welche sie durch ihn erfahren hatte, inzwischen ebenso verabscheute – oder aber durch ihren erstärkten Glauben, dass nur Schmerz und Qual einen Letharen, gleich seines Geschlechts, abhärten lies.
„Begrüße deine Züchtigungen, Letharf. Denn sie sind es die dich zu dem machen was du bist. Jeder Teil der in dir Stirbt wird vervielfacht zurück kehren zu dir durch den ewig brennenden Hass. Lerne ein jedes Gefühl in Hass zu wandeln, denn mehr ist es nicht was diese Welt von dir erwartet. Qual und Schmerz sind der Weg, doch einzig der Hass ist dein Ziel und dabei, dass schwöre ich dir mein Sohn, werde ich dir auf jede mir denkbare Weise helfen“ Si’nae Ro’elz zu Szen’thar.
Hass erfüllte das Herzen des jungen Szen’thar, seine Lippen verkümmerten zu einem kargen Strich, nichts war ihm gestattet zu empfinden, keine Freude, keine Genugtuung. Doch Zorn wuchs in ihm und bereits in frühen Jahren erreichte der junge Letharf so stärke und Kraft welche kaum ein gleichaltriger sein eigen nennen konnte.
Bereits sehr früh noch vor der zweiten Dekade seines Lebens wurde Szen’thar als Lethyr erkannt, der älteste der Letharenkolonie selbst, Varax Ag’ach, war es der Alatars Gabe in ihm erkannte. Boten wurden ausgesand um Brax’arel zur Kolonie zurück zu bringen, denn auch wenn Sin’nae durch die Geburt eines Letharfen eine gewisse aufwertung erfahren hatte, so war sie noch immer nicht würdig einen Lethyren zu erziehen.
„Als ich Brax’arel nach jenen langen zwei Dekaden wieder sah, erklamm mein Herz erneut die alt verhasste Schwäche. Für den Bruchteil eines Herzschlages, für das kurzlebige schlagen einer Wimper vergaß ich mein Volk, meine Bestimmung und meine Grundsätze. Ich sehnte mich nach ihm, ich wollte ausbrechen aus diesem Steinverlies, doch Szen’thar erkannte dies, er sah in mir, was ich ihm lehrte zu hassen, Schwäche als Emotionen, einer alles verpestenden Krankheit gleich.“
Auch Brax’arels Herzen erfüllte sich mit zweifeln, doch im Unterschied zu Sin’ae vermochte er seine Regungen zu verbergen, als der Vater erkannte wie die Wut in seinem Sohn alle Gesichtszüge erfüllte packte er Szen’thar und verließ seine Mutter, ohne ein einziges Wort. Doch Szen’thar sollte ein weiteres Mal seine Mutter besuchen, in abwesenheit seines Vaters, nur wenige Tage nach dem ersten Treffen mit seinem Vater. Der Sohn betrat das alte Haus Xarx’aes, in welchem nun Sin’ae lebte mit dem selben motiven die einst seine Mutter hatte.
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„Als das sanfte Knarren des Tores Si’nae hörte, stiegen Erinnerungen in ihr hoch. Inzwischen begriff Si’nae das ihre Mutter keine Närrin gewesen war, ihre Prophezeiung war wahr und niemand ihrer Sippe konnte daran etwas ändern. Szen’thar war geübt im lautlosen gehen, doch Si’nae war seine Lehrerin und so konnte sie jeden seiner unerfahrenen Schritte verfolgen. Si’nae betrat den Hauptraum des alten Hauses, sowie es ihre Mutter einst tat, an jenem Schicksalshaftem Tag welcher die Lethra zu jenem Wesen gemacht wurde welches sie heute war. Szen’thar betrat nur kurz später den großflächigen Raum, Si’nae konnte seinen Zorn spüren, sein Unverständniss und seinen Ekel vor seiner eigenen Mutter. Doch kein Wort verließ seine schmalen Lippen, also erhob Si’nae das Wort: „Ich Grüße dich, Szen’thar, Lethyr des Vaters“ Ohne ihn zu sehen, bemerkte sie sein schlagartiges Stocken, seine ansteigende Nervosität – dachte er tatsächlich sie würde ihn nicht bemerken? Ihr eigen Fleisch und Blut? „Ich grüße dich, Mutter...“ Noch ehe sein hasserfüllter Geist weitere Wörter finden konnte sprach seine Mutter in ruhigem, fast bedächtigem Tonfall weiter: „Ich weiss weshalb du gekommen bist, Sohn. Denn auch ich tat dies vor langer – sehr langer – Zeit.“ Die filigrane Gestallt wand sich langsam gen Szen’tahr um, ihre matt funkelnden Augen erfassten die seinen. „Dieser Tag wird dich verändern, Szen’thar, du wirst das Töten was dich erschuf – nichteinmal du kannst daran vorbei ohne dabei etwas von dir selbst zu töten, vielleicht weisst du es noch nicht, doch du wirst es wissen ohne jeden zweifel.“ Si’nae hob ihre Are an, streckte ihre Brust hervor und hob den Kopf gen Gewölbe an, ein offenkundiges Zeichen der Niederlage. „Ich werde dich nicht töten, törrichte Mutter, dein Leib ist keinen meiner Zauber wert, keinen meiner Dolchstöße... Doch ich werde dich entehren, deine letzte Existenzberechtigung vernichten, aufdass du niemals in Alatars Welt einziehen wirst, ewig gebunden an jene widerwertige Welt der Weltenhure.“ Ein perverses Lächeln verzog die Lippen Szen’thars als seine Hände sich drohend anhoben. Si’nae hingegen lachte höhnisch auf „Nichts kannst du noch töten, entehren oder schänden was nicht längst verwelkt ist! Närrischer Sohn! Hast du nichts gelernt?! Ich bin toter als du es je sein wirst, verkümmerter als jede meiner Züchtigungen dich hätte werden lassen können! Tu was du willst und maße dir niemals an des Vaters willen zu kennen!“ In diesem Moment spührte Si’nae bereits ein fahles Gefühl von Taubheit aufsteigend von ihrer Bauchhöle wand es sich über ihren Hals bis es schließlich ihren Kopf umhüllte. Sie sank zu Boden, nicht verstehend was passierte blickte sie ein weiteres Mal, ihre Furcht mit einem Lächeln überspielend, gen Szen’thar. „Sie nur was aus dir geworden ist, ich bin stolz auf dich.“ Dunkelheit erfüllte Si’nae und sie verlor das Bewusstsein.
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Als Si’nae zu sich kam, war ihr Sohn und dessen Vater verschwunden, es hieß sie hätten die Kolonie gen Norden verlassen, sie wusste das Brax’arel es vorzug seine Schüler in abgeschiedenheit zu unterrichten und so verwunderte sie dies nicht. Von Szen’thars Fluch war eine prangernde Narbe, die sich quer über den mageren Bauch des Lethra erstreckte, geblieben, sie wusste dass Szen’thar sie nicht töten wollte und bald vermutete Si’nae dass er ihre Gabe Leben zu schenken vernichten wollte. Doch niemand in der Kolonie wusste von Szen’thars Fluch und so konnte die Lethra weiter existieren.
Wenige Jahre später, als die Ausbildung Szen’thars abgeschlossen war und weiteres Wissen nur von ihm selbst erreicht werden konnte, betrat der junge Lethyr erneut die Kolonie der Letharen. Sein Schritt richtete sich auf den Sitz des Ältesten, Varax Ag’ach. Si’nae war inzwischen vollkommen zurückgezogen und verließ nur wenn sie musste das Haus ihre Mutter. Am folgenden Tag, standen vier Lethyren vor dem einstigen Haus Xarx’aes und dem jetztigen Haus Si’naes. Als Si’nae das Tor öffnete, sank ihr Blick entsprechend ihrem niederen Ranges. Die Lethyren befohlen ihr ihnen zu folgen, kein Grund wurde dafür genannt doch Si’nae musste ihnen gehorchen. Am Weg bemerkte Si’nae dass die Lethyren sie zu jenem Raum führten den sie einst bereits betrat, den ihre Mutter einst betrat und welchem sie nie wieder betreten wollte. Kurz vor dem massiven mit Eisen beschlagenem Tor sah Si’nae ihren Sohn neben den Lethyren Wachen, der mit einem süffisantem Lächeln die zögerlichen Schritte seiner Mutter beobachtete.
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*Bereits beim durchschreiten des Tores donnerte die unsanfte Begrüßung Varax Ag’achs auf die ohnehin unsichere Lethra ein „Eure Sippe wird sich niemals ändern! Alle paar Dekaden müssen wir uns mit euch beschäftigen, seid gewiss unsere Geduld ist nun entgültig erschöpft!“ Si’naes Kopf sank demütig vor dem Ältesten der Kolonie, während – zu Si’naes erstaunen – Szen’thar gemächlich an die linke Seite Varax Ag’ach trat. Szen’thar höhnischer Blick wurde routiniert ignoriert, er war unwichtig, auch wenn er selbst so tat als wäre er der neue Älteste, war Agach die einzige Autorität in diesem Raum. „Es wurden Informationen an uns getragen, Si’nae Ro’elz, welche an obskurität kaum mehr zu überbieten sind! Wir gaben euch unsere Gnade, unsere unermessliche Gnade! Wir gaben euch einen Mentor, einen mächtigen noch dazu und was tut ihr?! Ihr vergiftet ihn, verpestete ihn mit eurer Schwäche!“ Zornige Blicke hagelten von allen Seiten des langen Tisches auf Si’nae ein, nun verstand sie. „Ich gebar einen Sohn... einen Lethyr...“ versuchte Si’nae sich auf zu werten. „Null und Nichtig!“ donnerte Agach. „Du wirst sterben Si’nae, nichts anderes hast du verdient! Es ist genug! Ich habe keine Geduld mehr, keine Gnade die ich verschenken könnte! Nichts was du sagst kannt daran etwas ändern! Nichts!“ Die übrigen Lethyren am Tisch verstummten, selten war der älteste derart ausser Fassung und seine Mine tat sich keinen Anlass die brennende Wut die in ihm hervorquoll zu unterdrückebn. „Friste die letzten Tage deiner kläglichen Existenz in deinen Gemächern, den Gemächern deiner ermeuchelten Mutter! Brax’arel wird zurückkommen in diese Kolonie und Rache nehmen für die Schwäche die ihm zuteil wurde! Das ist alles Si’nae! Verschwinde aus unserem Blick!“ Bevor Si’nae das gesagte richtig verstand, wurde sie unsanft von zwei Lethyren hinter sich gepackt und aus dem Raum gezerrt.*
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Si’nae stand unter Hausarest, sie durfte die kommenden Wochen nicht einen Schritt aus ihrem Haus setzen. Vor dem Eingangstor wachten zwei Lethyren, die in unterschiedlichen Schichten abgelöst wurden. Si’naes Geist verdunkelte sich entgültig. Sie Begann alles und jeden zu Hassen den sie je kennen gelernt hatte, ihr Herz, einst fähig dazu selbst eine milde Form von Liebe zu fühlen, verwelkte und brachte nur mehr Wut und Zorn hervor, ihre Mine versteinerte einer entarteten Maske gleich. Kein Gedanke wurde an eine mögliche Flucht verschwendet, alles was Si’nae in diesen Tagen noch wollte war Rache, Rache und sterben. Ihrem eigenen Leben – welches sie selbst zu hassen begann – eine Ende zu setzen, dass war alles was sie noch begehrte. Träume suchten Si’naes Geist heim, Visionen würden es andere nennen, sie sah unendliches Leid und lab sich daran, ihr perverser Geist wurde an seine Grenzen getrieben.
„Ich sehe Türme aus toten Körpern, brennend, schmorend und stinkend verpesten sie diese verpestete Welt. Ich sehe Wälder brennen und Berge einstürtzen, Tiere liegen geschändet zu den füßen der Weltenhure. Ich tanze auf ihren toten Leiben, singe während sie geschlachtet werden, ich wollte nie mehr als ewige Qualen und dies mein Vater schenktest du mir“
Es kam der Tag an dem Brax’arel die Kolonie betrat, wenige Momente später pochte es an den Toren des Hauses Si’nae. Sie hörte es doch sie öffnete nicht. Stimmen wurden lauter vor ihrem Haus, doch es kümmerte sie wenig. Ein Lautes krachen bahnte seinen Weg zu den Ohren der Lethra und langsam wand sie sich um. Aufgebrachte Lethyren standen vor ihr unter ihnen auch Szen’thar, vorwurfsvolle Blick streiften ihre Mine. Doch der messerscharfe Blick aus unendlicher Qual Si’naes war gefährlicher als tausend Dolche und Schwerter, die Lethyren verstummten und selbst Szen’thars Lächeln - ob des bevorstehenden Todes seiner Mutter - verschwand als er die Versteinerte Mine der Lethra sah.
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„Oh ihr mächtigen Lethyren, dann tut doch warum ihr gekommen. Oder wollt ihr mich erst bestrafen ob meiner Respektlosigkeit die Türe nicht zu öffnen?“ sprach Si’nae in unüberhörbaren spöttischem Ton. Nie zuvor fühlte sich Si’nae so frei, sie hatte keine Furcht mehr vor diesen Lethyren, was sollten sie denn machen? Sie töten? „Folgt mir Si’nae Ro’elz“ sprach der in der Lethyren Hierachie am höchsten stehende zu ihr. „Wie könnte ich die Bitte eines Lethyren abschlagen?“ Der spott der Lethra wurde ignoriert, auch wenn es jedem der Lethyren an zu sehen war wie groß ihre Lust war sie auf der Stelle zu töten. Auch Si’nae erkannte jenes Begehr und sie labte sich an der Unfähigkeit der Lethyren dieses Bedürfniss zu stillen. „Wie demütigend nicht wahr?“ sprach sie langsam weiter, diesmal in ernsterem Tonfall. „Demütigend?“ fragte einer der Lethyren „Nichtmal eine minderwertige Lethra dürft ihr schlachten wenn ihr es wollt, und ich sehe wie sehr ihr es wollt“ Ein amüsiertes Lachen erfüllte die obskure Gestallt Si’naes, die Lethyren stöhnten und begannen sie zu ignorieren.
Der Weg führte sie an der Kammer in welcher Lethyren Besprechungen stattfanden vorbei in einer hintere Höle, welche ebenfalls nur Lethyren und Lethrys betreten durften. Si’nae wusste das jener Ort der Ort für Beschwörungen und Rituale war. Fackeln erhellten die längliche Höle, Stalagtiten Ragten von der Decke fast bis zum Boden hinab. In der Mitte der Höle war ein Podium errichtet, welches zwei Ebenen beherbergte. Auf der Höheren saßen eine Reihe von Lethyren, in der Mitte Varax Ag’ach, neben ihm Szen’thar. Auf der Ebene darunter stand Brax’arel. Si’nae vollzog eine tiefe Verbeugung doch ihr schiefes Lächeln zeugte von Spott welcher den Lethyren unmöglich verborgen blieb. „Ich grüße euch Lethyren“ sprach Si’nae noch ehe der Älteste etwas dagegen unternehmen konnte. „Bringt hinter euch warum ihr gekommen seid, oder ich werde euch noch länger belästigen“ ein kichern drang zu den verstörten Ohren der Lethyren. „Schweig Still! Still minderwertige Lethra! Oder...“ fauchte Ag’ach zu ihr „Oder was?!“ donnerte es ihm entgegen. Ag’ach verstand und ein kurzes anerkennendes Schmunzeln verzog die Lippen. „Es gibt schlimmeres als den Tod Si’nae Ro’elz... viel schlimmeres...“ sprach er drohend. „Seine Mutter zu töten vielleicht? Oder von seinem Sohn verraten zu werden? Oder Verflucht zu werden etwa? Oder...“ „Ruhe!“ donnerte Ag’ach erneut, ein schwerer Schmerz überfiel Si’nae sie kannte ihn, sie hatte bereits ähnliche Züchtigungen von Brax’arel erhalten und sie sank nur kurz in die Knie. „Denkt ihr Schmerzen können mir noch Leid zu führen?“ erneut lachte die Lethra hell auf. „Brax’arel vollführt eure Bestimmung und erlöst uns von dieser Qual!“ brummte Szen’thar vom Podium hinab.
Si’nae vollzog erneut eine tiefe Verbeugung, diesmal jedoch nicht vor den Lethyren am Podium sondern direkt gen Brax’arel gewand, die spöttische Mine verschwand dabei. „Ihr habt mich viel gelehrt Brax’arel, mehr als euch wohl bewusst ist und dafür danke ich euch, tut was ihr tun müsst.“ Si’naes Arme hoben sich horizontal von ihrem Körper an, ihre Finger spreitzten sich verkrampft ab, ihre Atmung wurde flacher. Doch Brax’arel zögerte. Die verwunderte Lethyren fixierten Brax’arel. „Ist eure Schwäche so groß geworden?“ Brax’arel schüttelte langsam sein Haupt. „Das ist es nicht.“ Die Lethyren verstummten doch sie verstanden nicht. Szen’thar stand am Podium auf, hob die rechte Hand an und Si’nae konnte das tödliche Knistern hören, die Augen verschlossen stand sie noch immer in ihrer Posse da. Intensive Blicke wurden von Brax’arel und Ag’ach ausgetauscht während in Szen’thars Hand der Feuerball langsam an größe Gewann. „Zu spät.“ Murmelte Ag’ach gen Brax’arel kaum hörbar und doch laut genug, dass die geschulten Ohren Si’naes es vernehmen konnten. Als nächstes drang ein Surren in Si’naes Ohren, es wurde zunehmend lauter und sie öffnete schlagartig ihre Augen, für einen Wimpernschlag sah sie Szen’thar der einen Feuerball ihr entgegen warf. Hass quoll aus allen Poren ihres Körpers, Brax’arel sollte sie töten, nicht dieser widerwärtige Sohn. Kurz bevor der Feuerball sie traf sah sie ein helles Flackern vor sich und sie spührte wie ihr Körper zurückgeworfen wurde. Zuerst verlor sie das Gespühr in ihren Extremitäten, dann in ihrem Bauch und ihrer Brust. „Sie müsste tod sein...“ Hörte Si’nae Brax’arels Stimme ehe sie das Bewusstsein verlor.
Als Si’nae zu ihrer eigenen Überraschung wieder zu sich kam, ruhte sie auf ihrem Bett im Haus Xarx’aes. Neben ihr saß Brax’arel der sie emotionslos anstarrte. Langsam richtete sich Si’nae auf, ihr Körper schmerzte doch sie war an Schmerzen gewohnt. Noch immer brannte der Hass in ihr und sie fixierte nicht minder emotionslos Brax’arel. „Was wollt ihr?“ fuhr sie ihn an. Brax’arel schmunzelte. „Interessiert euch nicht warum ihr noch lebt?“ „Ich lebe, das genügt.“ „Keine gute einstellung für eine Lethry.“ Kurz stockte Si’nae, sie begann zu verstehen, doch interessierte es sie derzeit wenig die Gründe ihres Lebens zu erfahren. „Verschwindet, oder ich werde euch erneut dazu zwingen mich zu töten.“ Ein Blick gefüllt aus Hass und Entschlossenheit brachte Brax’arel dazu sich zu erheben und ohne ein Wort den Raum zu verlassen. Si’nae starrt ihm noch einige Zeit lang hinterher.
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Kurz vor der Vollführung der Hinrichtung erkannten die Lethyren die Gabe welche Si’nae geschenkt wurde, ihr von Hass und Zorn erfüllter Geist hatte es verstanden sich intuitiv gegen den Feuerball zu schützen, zwar waren die Ausgebildeten Kräfte Szen’thars weit größer als die seiner Mutter, dennoch konnte ihr Geist sie zumindest am Leben erhalten. Eine Lethra war nicht viel wert so sie keine Kinder mehr zeugen konnte, doch eine Lethry zu töten bedarf größerer Gründe als ihrer Unfruchtbarkeit. Si’nae wurde verschont und doch war ihr einstiger Geist gestorben, geschändet durch Züchtigungen, durch Mord und Verrat erschufen die Lethyren in Si’nae ein Wesen welches sich erst langsam seiner selbst bewusst wurde.
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Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet durch die Erziehung ihres Sohnes Szen’thars. Keine Gnade sollte mehr walten, er sollte ein echter Letharf werden, kein rührseliges Gefühl sollte ein einziges Mal seine Brust umschliessen und niemals war es ihm vergönnt Ruhe zu finden. Si’naes Erziehung als streng zu titulieren wäre eine Untertreibung. Vielmehr züchtigte sie ihren Sohn härter und brutaler als jede andere ihr bekannte Lethra. Sei es da sie noch immer einen Teil Brax’arels in ihm sah – den sie durch die Schwäche welche sie durch ihn erfahren hatte, inzwischen ebenso verabscheute – oder aber durch ihren erstärkten Glauben, dass nur Schmerz und Qual einen Letharen, gleich seines Geschlechts, abhärten lies.
„Begrüße deine Züchtigungen, Letharf. Denn sie sind es die dich zu dem machen was du bist. Jeder Teil der in dir Stirbt wird vervielfacht zurück kehren zu dir durch den ewig brennenden Hass. Lerne ein jedes Gefühl in Hass zu wandeln, denn mehr ist es nicht was diese Welt von dir erwartet. Qual und Schmerz sind der Weg, doch einzig der Hass ist dein Ziel und dabei, dass schwöre ich dir mein Sohn, werde ich dir auf jede mir denkbare Weise helfen“ Si’nae Ro’elz zu Szen’thar.
Hass erfüllte das Herzen des jungen Szen’thar, seine Lippen verkümmerten zu einem kargen Strich, nichts war ihm gestattet zu empfinden, keine Freude, keine Genugtuung. Doch Zorn wuchs in ihm und bereits in frühen Jahren erreichte der junge Letharf so stärke und Kraft welche kaum ein gleichaltriger sein eigen nennen konnte.
Bereits sehr früh noch vor der zweiten Dekade seines Lebens wurde Szen’thar als Lethyr erkannt, der älteste der Letharenkolonie selbst, Varax Ag’ach, war es der Alatars Gabe in ihm erkannte. Boten wurden ausgesand um Brax’arel zur Kolonie zurück zu bringen, denn auch wenn Sin’nae durch die Geburt eines Letharfen eine gewisse aufwertung erfahren hatte, so war sie noch immer nicht würdig einen Lethyren zu erziehen.
„Als ich Brax’arel nach jenen langen zwei Dekaden wieder sah, erklamm mein Herz erneut die alt verhasste Schwäche. Für den Bruchteil eines Herzschlages, für das kurzlebige schlagen einer Wimper vergaß ich mein Volk, meine Bestimmung und meine Grundsätze. Ich sehnte mich nach ihm, ich wollte ausbrechen aus diesem Steinverlies, doch Szen’thar erkannte dies, er sah in mir, was ich ihm lehrte zu hassen, Schwäche als Emotionen, einer alles verpestenden Krankheit gleich.“
Auch Brax’arels Herzen erfüllte sich mit zweifeln, doch im Unterschied zu Sin’ae vermochte er seine Regungen zu verbergen, als der Vater erkannte wie die Wut in seinem Sohn alle Gesichtszüge erfüllte packte er Szen’thar und verließ seine Mutter, ohne ein einziges Wort. Doch Szen’thar sollte ein weiteres Mal seine Mutter besuchen, in abwesenheit seines Vaters, nur wenige Tage nach dem ersten Treffen mit seinem Vater. Der Sohn betrat das alte Haus Xarx’aes, in welchem nun Sin’ae lebte mit dem selben motiven die einst seine Mutter hatte.
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„Als das sanfte Knarren des Tores Si’nae hörte, stiegen Erinnerungen in ihr hoch. Inzwischen begriff Si’nae das ihre Mutter keine Närrin gewesen war, ihre Prophezeiung war wahr und niemand ihrer Sippe konnte daran etwas ändern. Szen’thar war geübt im lautlosen gehen, doch Si’nae war seine Lehrerin und so konnte sie jeden seiner unerfahrenen Schritte verfolgen. Si’nae betrat den Hauptraum des alten Hauses, sowie es ihre Mutter einst tat, an jenem Schicksalshaftem Tag welcher die Lethra zu jenem Wesen gemacht wurde welches sie heute war. Szen’thar betrat nur kurz später den großflächigen Raum, Si’nae konnte seinen Zorn spüren, sein Unverständniss und seinen Ekel vor seiner eigenen Mutter. Doch kein Wort verließ seine schmalen Lippen, also erhob Si’nae das Wort: „Ich Grüße dich, Szen’thar, Lethyr des Vaters“ Ohne ihn zu sehen, bemerkte sie sein schlagartiges Stocken, seine ansteigende Nervosität – dachte er tatsächlich sie würde ihn nicht bemerken? Ihr eigen Fleisch und Blut? „Ich grüße dich, Mutter...“ Noch ehe sein hasserfüllter Geist weitere Wörter finden konnte sprach seine Mutter in ruhigem, fast bedächtigem Tonfall weiter: „Ich weiss weshalb du gekommen bist, Sohn. Denn auch ich tat dies vor langer – sehr langer – Zeit.“ Die filigrane Gestallt wand sich langsam gen Szen’tahr um, ihre matt funkelnden Augen erfassten die seinen. „Dieser Tag wird dich verändern, Szen’thar, du wirst das Töten was dich erschuf – nichteinmal du kannst daran vorbei ohne dabei etwas von dir selbst zu töten, vielleicht weisst du es noch nicht, doch du wirst es wissen ohne jeden zweifel.“ Si’nae hob ihre Are an, streckte ihre Brust hervor und hob den Kopf gen Gewölbe an, ein offenkundiges Zeichen der Niederlage. „Ich werde dich nicht töten, törrichte Mutter, dein Leib ist keinen meiner Zauber wert, keinen meiner Dolchstöße... Doch ich werde dich entehren, deine letzte Existenzberechtigung vernichten, aufdass du niemals in Alatars Welt einziehen wirst, ewig gebunden an jene widerwertige Welt der Weltenhure.“ Ein perverses Lächeln verzog die Lippen Szen’thars als seine Hände sich drohend anhoben. Si’nae hingegen lachte höhnisch auf „Nichts kannst du noch töten, entehren oder schänden was nicht längst verwelkt ist! Närrischer Sohn! Hast du nichts gelernt?! Ich bin toter als du es je sein wirst, verkümmerter als jede meiner Züchtigungen dich hätte werden lassen können! Tu was du willst und maße dir niemals an des Vaters willen zu kennen!“ In diesem Moment spührte Si’nae bereits ein fahles Gefühl von Taubheit aufsteigend von ihrer Bauchhöle wand es sich über ihren Hals bis es schließlich ihren Kopf umhüllte. Sie sank zu Boden, nicht verstehend was passierte blickte sie ein weiteres Mal, ihre Furcht mit einem Lächeln überspielend, gen Szen’thar. „Sie nur was aus dir geworden ist, ich bin stolz auf dich.“ Dunkelheit erfüllte Si’nae und sie verlor das Bewusstsein.
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Als Si’nae zu sich kam, war ihr Sohn und dessen Vater verschwunden, es hieß sie hätten die Kolonie gen Norden verlassen, sie wusste das Brax’arel es vorzug seine Schüler in abgeschiedenheit zu unterrichten und so verwunderte sie dies nicht. Von Szen’thars Fluch war eine prangernde Narbe, die sich quer über den mageren Bauch des Lethra erstreckte, geblieben, sie wusste dass Szen’thar sie nicht töten wollte und bald vermutete Si’nae dass er ihre Gabe Leben zu schenken vernichten wollte. Doch niemand in der Kolonie wusste von Szen’thars Fluch und so konnte die Lethra weiter existieren.
Wenige Jahre später, als die Ausbildung Szen’thars abgeschlossen war und weiteres Wissen nur von ihm selbst erreicht werden konnte, betrat der junge Lethyr erneut die Kolonie der Letharen. Sein Schritt richtete sich auf den Sitz des Ältesten, Varax Ag’ach. Si’nae war inzwischen vollkommen zurückgezogen und verließ nur wenn sie musste das Haus ihre Mutter. Am folgenden Tag, standen vier Lethyren vor dem einstigen Haus Xarx’aes und dem jetztigen Haus Si’naes. Als Si’nae das Tor öffnete, sank ihr Blick entsprechend ihrem niederen Ranges. Die Lethyren befohlen ihr ihnen zu folgen, kein Grund wurde dafür genannt doch Si’nae musste ihnen gehorchen. Am Weg bemerkte Si’nae dass die Lethyren sie zu jenem Raum führten den sie einst bereits betrat, den ihre Mutter einst betrat und welchem sie nie wieder betreten wollte. Kurz vor dem massiven mit Eisen beschlagenem Tor sah Si’nae ihren Sohn neben den Lethyren Wachen, der mit einem süffisantem Lächeln die zögerlichen Schritte seiner Mutter beobachtete.
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*Bereits beim durchschreiten des Tores donnerte die unsanfte Begrüßung Varax Ag’achs auf die ohnehin unsichere Lethra ein „Eure Sippe wird sich niemals ändern! Alle paar Dekaden müssen wir uns mit euch beschäftigen, seid gewiss unsere Geduld ist nun entgültig erschöpft!“ Si’naes Kopf sank demütig vor dem Ältesten der Kolonie, während – zu Si’naes erstaunen – Szen’thar gemächlich an die linke Seite Varax Ag’ach trat. Szen’thar höhnischer Blick wurde routiniert ignoriert, er war unwichtig, auch wenn er selbst so tat als wäre er der neue Älteste, war Agach die einzige Autorität in diesem Raum. „Es wurden Informationen an uns getragen, Si’nae Ro’elz, welche an obskurität kaum mehr zu überbieten sind! Wir gaben euch unsere Gnade, unsere unermessliche Gnade! Wir gaben euch einen Mentor, einen mächtigen noch dazu und was tut ihr?! Ihr vergiftet ihn, verpestete ihn mit eurer Schwäche!“ Zornige Blicke hagelten von allen Seiten des langen Tisches auf Si’nae ein, nun verstand sie. „Ich gebar einen Sohn... einen Lethyr...“ versuchte Si’nae sich auf zu werten. „Null und Nichtig!“ donnerte Agach. „Du wirst sterben Si’nae, nichts anderes hast du verdient! Es ist genug! Ich habe keine Geduld mehr, keine Gnade die ich verschenken könnte! Nichts was du sagst kannt daran etwas ändern! Nichts!“ Die übrigen Lethyren am Tisch verstummten, selten war der älteste derart ausser Fassung und seine Mine tat sich keinen Anlass die brennende Wut die in ihm hervorquoll zu unterdrückebn. „Friste die letzten Tage deiner kläglichen Existenz in deinen Gemächern, den Gemächern deiner ermeuchelten Mutter! Brax’arel wird zurückkommen in diese Kolonie und Rache nehmen für die Schwäche die ihm zuteil wurde! Das ist alles Si’nae! Verschwinde aus unserem Blick!“ Bevor Si’nae das gesagte richtig verstand, wurde sie unsanft von zwei Lethyren hinter sich gepackt und aus dem Raum gezerrt.*
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Si’nae stand unter Hausarest, sie durfte die kommenden Wochen nicht einen Schritt aus ihrem Haus setzen. Vor dem Eingangstor wachten zwei Lethyren, die in unterschiedlichen Schichten abgelöst wurden. Si’naes Geist verdunkelte sich entgültig. Sie Begann alles und jeden zu Hassen den sie je kennen gelernt hatte, ihr Herz, einst fähig dazu selbst eine milde Form von Liebe zu fühlen, verwelkte und brachte nur mehr Wut und Zorn hervor, ihre Mine versteinerte einer entarteten Maske gleich. Kein Gedanke wurde an eine mögliche Flucht verschwendet, alles was Si’nae in diesen Tagen noch wollte war Rache, Rache und sterben. Ihrem eigenen Leben – welches sie selbst zu hassen begann – eine Ende zu setzen, dass war alles was sie noch begehrte. Träume suchten Si’naes Geist heim, Visionen würden es andere nennen, sie sah unendliches Leid und lab sich daran, ihr perverser Geist wurde an seine Grenzen getrieben.
„Ich sehe Türme aus toten Körpern, brennend, schmorend und stinkend verpesten sie diese verpestete Welt. Ich sehe Wälder brennen und Berge einstürtzen, Tiere liegen geschändet zu den füßen der Weltenhure. Ich tanze auf ihren toten Leiben, singe während sie geschlachtet werden, ich wollte nie mehr als ewige Qualen und dies mein Vater schenktest du mir“
Es kam der Tag an dem Brax’arel die Kolonie betrat, wenige Momente später pochte es an den Toren des Hauses Si’nae. Sie hörte es doch sie öffnete nicht. Stimmen wurden lauter vor ihrem Haus, doch es kümmerte sie wenig. Ein Lautes krachen bahnte seinen Weg zu den Ohren der Lethra und langsam wand sie sich um. Aufgebrachte Lethyren standen vor ihr unter ihnen auch Szen’thar, vorwurfsvolle Blick streiften ihre Mine. Doch der messerscharfe Blick aus unendlicher Qual Si’naes war gefährlicher als tausend Dolche und Schwerter, die Lethyren verstummten und selbst Szen’thars Lächeln - ob des bevorstehenden Todes seiner Mutter - verschwand als er die Versteinerte Mine der Lethra sah.
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„Oh ihr mächtigen Lethyren, dann tut doch warum ihr gekommen. Oder wollt ihr mich erst bestrafen ob meiner Respektlosigkeit die Türe nicht zu öffnen?“ sprach Si’nae in unüberhörbaren spöttischem Ton. Nie zuvor fühlte sich Si’nae so frei, sie hatte keine Furcht mehr vor diesen Lethyren, was sollten sie denn machen? Sie töten? „Folgt mir Si’nae Ro’elz“ sprach der in der Lethyren Hierachie am höchsten stehende zu ihr. „Wie könnte ich die Bitte eines Lethyren abschlagen?“ Der spott der Lethra wurde ignoriert, auch wenn es jedem der Lethyren an zu sehen war wie groß ihre Lust war sie auf der Stelle zu töten. Auch Si’nae erkannte jenes Begehr und sie labte sich an der Unfähigkeit der Lethyren dieses Bedürfniss zu stillen. „Wie demütigend nicht wahr?“ sprach sie langsam weiter, diesmal in ernsterem Tonfall. „Demütigend?“ fragte einer der Lethyren „Nichtmal eine minderwertige Lethra dürft ihr schlachten wenn ihr es wollt, und ich sehe wie sehr ihr es wollt“ Ein amüsiertes Lachen erfüllte die obskure Gestallt Si’naes, die Lethyren stöhnten und begannen sie zu ignorieren.
Der Weg führte sie an der Kammer in welcher Lethyren Besprechungen stattfanden vorbei in einer hintere Höle, welche ebenfalls nur Lethyren und Lethrys betreten durften. Si’nae wusste das jener Ort der Ort für Beschwörungen und Rituale war. Fackeln erhellten die längliche Höle, Stalagtiten Ragten von der Decke fast bis zum Boden hinab. In der Mitte der Höle war ein Podium errichtet, welches zwei Ebenen beherbergte. Auf der Höheren saßen eine Reihe von Lethyren, in der Mitte Varax Ag’ach, neben ihm Szen’thar. Auf der Ebene darunter stand Brax’arel. Si’nae vollzog eine tiefe Verbeugung doch ihr schiefes Lächeln zeugte von Spott welcher den Lethyren unmöglich verborgen blieb. „Ich grüße euch Lethyren“ sprach Si’nae noch ehe der Älteste etwas dagegen unternehmen konnte. „Bringt hinter euch warum ihr gekommen seid, oder ich werde euch noch länger belästigen“ ein kichern drang zu den verstörten Ohren der Lethyren. „Schweig Still! Still minderwertige Lethra! Oder...“ fauchte Ag’ach zu ihr „Oder was?!“ donnerte es ihm entgegen. Ag’ach verstand und ein kurzes anerkennendes Schmunzeln verzog die Lippen. „Es gibt schlimmeres als den Tod Si’nae Ro’elz... viel schlimmeres...“ sprach er drohend. „Seine Mutter zu töten vielleicht? Oder von seinem Sohn verraten zu werden? Oder Verflucht zu werden etwa? Oder...“ „Ruhe!“ donnerte Ag’ach erneut, ein schwerer Schmerz überfiel Si’nae sie kannte ihn, sie hatte bereits ähnliche Züchtigungen von Brax’arel erhalten und sie sank nur kurz in die Knie. „Denkt ihr Schmerzen können mir noch Leid zu führen?“ erneut lachte die Lethra hell auf. „Brax’arel vollführt eure Bestimmung und erlöst uns von dieser Qual!“ brummte Szen’thar vom Podium hinab.
Si’nae vollzog erneut eine tiefe Verbeugung, diesmal jedoch nicht vor den Lethyren am Podium sondern direkt gen Brax’arel gewand, die spöttische Mine verschwand dabei. „Ihr habt mich viel gelehrt Brax’arel, mehr als euch wohl bewusst ist und dafür danke ich euch, tut was ihr tun müsst.“ Si’naes Arme hoben sich horizontal von ihrem Körper an, ihre Finger spreitzten sich verkrampft ab, ihre Atmung wurde flacher. Doch Brax’arel zögerte. Die verwunderte Lethyren fixierten Brax’arel. „Ist eure Schwäche so groß geworden?“ Brax’arel schüttelte langsam sein Haupt. „Das ist es nicht.“ Die Lethyren verstummten doch sie verstanden nicht. Szen’thar stand am Podium auf, hob die rechte Hand an und Si’nae konnte das tödliche Knistern hören, die Augen verschlossen stand sie noch immer in ihrer Posse da. Intensive Blicke wurden von Brax’arel und Ag’ach ausgetauscht während in Szen’thars Hand der Feuerball langsam an größe Gewann. „Zu spät.“ Murmelte Ag’ach gen Brax’arel kaum hörbar und doch laut genug, dass die geschulten Ohren Si’naes es vernehmen konnten. Als nächstes drang ein Surren in Si’naes Ohren, es wurde zunehmend lauter und sie öffnete schlagartig ihre Augen, für einen Wimpernschlag sah sie Szen’thar der einen Feuerball ihr entgegen warf. Hass quoll aus allen Poren ihres Körpers, Brax’arel sollte sie töten, nicht dieser widerwärtige Sohn. Kurz bevor der Feuerball sie traf sah sie ein helles Flackern vor sich und sie spührte wie ihr Körper zurückgeworfen wurde. Zuerst verlor sie das Gespühr in ihren Extremitäten, dann in ihrem Bauch und ihrer Brust. „Sie müsste tod sein...“ Hörte Si’nae Brax’arels Stimme ehe sie das Bewusstsein verlor.
Als Si’nae zu ihrer eigenen Überraschung wieder zu sich kam, ruhte sie auf ihrem Bett im Haus Xarx’aes. Neben ihr saß Brax’arel der sie emotionslos anstarrte. Langsam richtete sich Si’nae auf, ihr Körper schmerzte doch sie war an Schmerzen gewohnt. Noch immer brannte der Hass in ihr und sie fixierte nicht minder emotionslos Brax’arel. „Was wollt ihr?“ fuhr sie ihn an. Brax’arel schmunzelte. „Interessiert euch nicht warum ihr noch lebt?“ „Ich lebe, das genügt.“ „Keine gute einstellung für eine Lethry.“ Kurz stockte Si’nae, sie begann zu verstehen, doch interessierte es sie derzeit wenig die Gründe ihres Lebens zu erfahren. „Verschwindet, oder ich werde euch erneut dazu zwingen mich zu töten.“ Ein Blick gefüllt aus Hass und Entschlossenheit brachte Brax’arel dazu sich zu erheben und ohne ein Wort den Raum zu verlassen. Si’nae starrt ihm noch einige Zeit lang hinterher.
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Kurz vor der Vollführung der Hinrichtung erkannten die Lethyren die Gabe welche Si’nae geschenkt wurde, ihr von Hass und Zorn erfüllter Geist hatte es verstanden sich intuitiv gegen den Feuerball zu schützen, zwar waren die Ausgebildeten Kräfte Szen’thars weit größer als die seiner Mutter, dennoch konnte ihr Geist sie zumindest am Leben erhalten. Eine Lethra war nicht viel wert so sie keine Kinder mehr zeugen konnte, doch eine Lethry zu töten bedarf größerer Gründe als ihrer Unfruchtbarkeit. Si’nae wurde verschont und doch war ihr einstiger Geist gestorben, geschändet durch Züchtigungen, durch Mord und Verrat erschufen die Lethyren in Si’nae ein Wesen welches sich erst langsam seiner selbst bewusst wurde.
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Si´nae Ro´elz
Kapitel V - Von Tod und Glaube – die 9. Dekade
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Si’nae war gestorben, eine neue Lethry war geboren. Kaum ein Lethar der kleinen Kollonie konnte übersehen wie drastisch sich ihr verhalten ihre umgangsformen seid jenem Tag verändert hatten. Die wenigsten jedoch wusste über die geplante Hinrichtung bescheid, wie für Letharen üblich verschwiegen die wenigen die davon wussten ihre Geheimnisse. Kein Lächeln konnte sich seid diesen Geschehnissen auf die geschmälerten Lippen der Lethry bemühen. Si’nae wandelte als lebende Tote umher, kein unnötiges Wort verlor sie und selbst wenn sie aufgefordert wurde zu sprechen blieb sie wortkarg. In ihr jedoch brannte das neue Leben, Hass flackerte gepaart mit unverdrängbaren Zorn gegen jedes Leben auf und sie hatte Mühe ihre emotionslosigkeit nach aussen hin zu wahren. Sie verachtete jeden Letharfen jede Lethra dieser Kollonie und sie wusste sie musste die Kollonie verlassen. Einzig der Wunsch ihre Gabe zu entfalten war noch existent, weniger jedoch um ihre Macht zu erweitern als vielmehr Leid und Tod jener verhassten Welt zu bringen im Namen Alatars.
Wenige Monde nach dem Tag der Si’nae entgültig versteinern ließ, beschloss die Lethry die Kollonie zu verlassen, sie sprach mit niemanden darüber und sie nahm nichts ausser dem notwendigsten auf ihre Reise mit. Alles im Haus Xarx’aes war mit verblassten Erinnerungen verbunden und sie wollte sich loslösen von ihrer verhassten Vergangenheit.
So verließ die Lethry früh morgens die Kollonie, ihr Ziel war Rahal und die nahegelegene Letharenstadt. Auf ihrem Weg verschwendete sie keinen Moment an die Vergangenen Qualen, jedes Leben das sie auf der Oberfläche beobachtete wiederte sie an, jedes Stückchen Natur ferfestigte ihre Meinung das jene Welt dem Untergang geweiht war. Ihr Weg war lang und so rastete sie auf halber Strecke. In der Nacht überkamen sie erneut Träume diesmal jedoch so real und wahrhaftig dass selbst ihr junger Lethryren Geist sie als Visionen erkannte.
„Gedärme, Innereien und Blut befleckten die Verbrannten Erde der gigantischen Ebene vor welcher Si’nae stand, ein zufriedenes Lächeln zuckte über die sonst emotionslose Mine der Lethry. Aus der ferne drang qualvolles stöhnen, unterbrochen von leisem wimmern zu Si’naes Ohren. Ihr Schritt wurder schneller, ihr Ziel war die Quelle der Laute. Tausende verstümmelte Tiere, Menschen und andere Völker zierten die perverse Kulisse. Der Wind roch nach Feuer, der Himmel war von dunkelroten Wolken bedeckt. Kein Sonnestrahl bahnte sich hinab zu der Ebene und doch war die gesammte Umgebung von einem Unheilvollem rötlichen Schimmer erfüllt. Als Si’nae zu einer kleinen Erhöhung der Ebene kam sah sie die Quelle der Laute, Kinder laut jammernd und winselnd wanden sich in dem Blut ihrer Eltern. Die Leiber ihrer Eltern hingen hoch an einem vertrockneten Baum, die Äste durchbohrten ihr Fleisch, dickes Blut tropfte auf die weinenden Kinder. Ein fasziniertes Lächeln schob sich auf die Mine Si’naes während sie einen Panther unweit von ihr entfernt beobachtete der sich langsam an die Kinder heranschlich. Bewunderung war das einzige was Si’naes geschundener geist empfand als der Panther die Kinder in stücke riss. Das kreischen klang wie Musik in ihren Ohren, das zerbersten der Knochen wie Trommelschläge welche die Musik begleoteten. Nie zuvor hatte Si’nae solche Freude erlebt wie in diesem Moment.“
Am kommenden Morgen beschleunigte Si’nae ihren Schritt deutlich, sie vermutete die nähe zu Rahal als Ursache ihrer erstärkten Visionen. Bereits kurze Zeit später stand Si’nae beeindruckt vor den majestätischen Toren Rahals...
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Si’nae war gestorben, eine neue Lethry war geboren. Kaum ein Lethar der kleinen Kollonie konnte übersehen wie drastisch sich ihr verhalten ihre umgangsformen seid jenem Tag verändert hatten. Die wenigsten jedoch wusste über die geplante Hinrichtung bescheid, wie für Letharen üblich verschwiegen die wenigen die davon wussten ihre Geheimnisse. Kein Lächeln konnte sich seid diesen Geschehnissen auf die geschmälerten Lippen der Lethry bemühen. Si’nae wandelte als lebende Tote umher, kein unnötiges Wort verlor sie und selbst wenn sie aufgefordert wurde zu sprechen blieb sie wortkarg. In ihr jedoch brannte das neue Leben, Hass flackerte gepaart mit unverdrängbaren Zorn gegen jedes Leben auf und sie hatte Mühe ihre emotionslosigkeit nach aussen hin zu wahren. Sie verachtete jeden Letharfen jede Lethra dieser Kollonie und sie wusste sie musste die Kollonie verlassen. Einzig der Wunsch ihre Gabe zu entfalten war noch existent, weniger jedoch um ihre Macht zu erweitern als vielmehr Leid und Tod jener verhassten Welt zu bringen im Namen Alatars.
Wenige Monde nach dem Tag der Si’nae entgültig versteinern ließ, beschloss die Lethry die Kollonie zu verlassen, sie sprach mit niemanden darüber und sie nahm nichts ausser dem notwendigsten auf ihre Reise mit. Alles im Haus Xarx’aes war mit verblassten Erinnerungen verbunden und sie wollte sich loslösen von ihrer verhassten Vergangenheit.
So verließ die Lethry früh morgens die Kollonie, ihr Ziel war Rahal und die nahegelegene Letharenstadt. Auf ihrem Weg verschwendete sie keinen Moment an die Vergangenen Qualen, jedes Leben das sie auf der Oberfläche beobachtete wiederte sie an, jedes Stückchen Natur ferfestigte ihre Meinung das jene Welt dem Untergang geweiht war. Ihr Weg war lang und so rastete sie auf halber Strecke. In der Nacht überkamen sie erneut Träume diesmal jedoch so real und wahrhaftig dass selbst ihr junger Lethryren Geist sie als Visionen erkannte.
„Gedärme, Innereien und Blut befleckten die Verbrannten Erde der gigantischen Ebene vor welcher Si’nae stand, ein zufriedenes Lächeln zuckte über die sonst emotionslose Mine der Lethry. Aus der ferne drang qualvolles stöhnen, unterbrochen von leisem wimmern zu Si’naes Ohren. Ihr Schritt wurder schneller, ihr Ziel war die Quelle der Laute. Tausende verstümmelte Tiere, Menschen und andere Völker zierten die perverse Kulisse. Der Wind roch nach Feuer, der Himmel war von dunkelroten Wolken bedeckt. Kein Sonnestrahl bahnte sich hinab zu der Ebene und doch war die gesammte Umgebung von einem Unheilvollem rötlichen Schimmer erfüllt. Als Si’nae zu einer kleinen Erhöhung der Ebene kam sah sie die Quelle der Laute, Kinder laut jammernd und winselnd wanden sich in dem Blut ihrer Eltern. Die Leiber ihrer Eltern hingen hoch an einem vertrockneten Baum, die Äste durchbohrten ihr Fleisch, dickes Blut tropfte auf die weinenden Kinder. Ein fasziniertes Lächeln schob sich auf die Mine Si’naes während sie einen Panther unweit von ihr entfernt beobachtete der sich langsam an die Kinder heranschlich. Bewunderung war das einzige was Si’naes geschundener geist empfand als der Panther die Kinder in stücke riss. Das kreischen klang wie Musik in ihren Ohren, das zerbersten der Knochen wie Trommelschläge welche die Musik begleoteten. Nie zuvor hatte Si’nae solche Freude erlebt wie in diesem Moment.“
Am kommenden Morgen beschleunigte Si’nae ihren Schritt deutlich, sie vermutete die nähe zu Rahal als Ursache ihrer erstärkten Visionen. Bereits kurze Zeit später stand Si’nae beeindruckt vor den majestätischen Toren Rahals...
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Si´nae Ro´elz
Kapitel VI - Von neuem Leben - Rahal und der Letharenunterschlupf
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*Ihr Puls beschleunigte sich, der Atem wurde flacher, die Miene versteinerte entgültig während der Weg der Lethry sich gen Ausgang des Letharenunterschlupfes richtete. Ein heftiges Donnern lies die Umgebung erzittern, Winböhen zerbrachen an dem gewaltigen Gemäuer Rahals, bahnten sich ihren Weg unaufhaltsam durch alle Ritzen des Schutzwalls und ließen die Haare der Lethry umherwirbeln. Der angekündigte Regen setzte plötzlich wie stark ein. Si'nae hasste Regen, ihr Schritt nahm an Schnelligkeit zu. Die filligran geformten Extremitäten hoben sich an, die Krallenartigen Klauen bohrten sich in den weichen Stoff der Kaputze und zerrten sie tief hinab ins Gesicht Si'naes. Aus dem schmalen Schlitz zwischen Kaputze und Stoffmaske, bohrte sich unentwegt das matt schimmernde Augenpaar der Lethry in die Gesichter der herum irrenden Passanten, der pervertierte Geist Si'naes labte sich an dem offensichtlichen Respekt der ihr entgegen gebracht wurde. Trotz der niederen Existenz eines Menschen waren Angst und Ehrfurcht in den Augen eines Gegenübers stets Genugtung für Si'naes Welt. Ein unsichtbares Lächeln zeichnete sich auf der verhüllten Öffnung, welche einst die schmalen Lippen der Lethra beherbergte, für den Bruchteil eines Herzschlages ab. Ihr Korpus verlangsamte unbewusst den Schritt als die Gedanken der zierlichen Gestallt abschweiften. Ihr Blick fixierte nun keine Miene, keine Objekte oder Häuser, es wirkte als würde sie durch die Dinge hindurch sehen die sich den Opalfarbenen Augen offenbarten.*
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Erst langsam konnte sich die Lethry an ihren drastisch gewachsenen Stellenwert innerhalb der Letharengesellschaft gewöhnen. Ihr Geist wurde zunemend vernebelt durch wachsenden Großmut und Selbstüberschätzung. Im Unterschied zum Vergangenen Unterschlupf der Lethra kannten sie hier alle Letharen nur als Lethry, als ehrenwerte Auserwählte des Vaters und kaum jemand wagte es gegen sie auch nur ein Wort zu wenden. Selbst Shan'Rhyl - ein, wie Si'nae erfuhr, potentieller Meister der Lethry - erlaubte ihr bereits beim ersten Treffen das offene Wort, ließ ihre Kritik im Raum stehen und suchte keinesfalls einen Konflikt mit der Junglethry.
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*Die Miene verzog sich angewidert, als aus dem anschwellendem Wind zunehmend ein Sturm heranwuchs. Der Regen fiel weniger Vertikal als zunehmend Schräg und das kalte Nasser wurde so immer öfter unter den Schützenden Wall aus Stoff geweht. Die Nase rümpfte sich und warf - für eine Lethry in ihrem Alter - heftige Falten auf der Mimik Si'naes. Ihr Schritt drehte sich und nahm wieder deutlich an Tempo zu, die Füße trugen die Lethry zu den majestätischen Tempel des Einen, der Si'naes qualvoller Existenz alles bedeutete. Ehrfürchtig wurde der von Wasser durchtränkte Mantel bereits am Eingang des Tempels Abgeworfen. Die langen, zugespitzen Fingernägel der Lethry rissen die Maske von dem fein geformten Gesicht der Lethry, das Haupt wurde respektvoll gen Boden gesenkt ehe die Gestallt eine tiefe Verbeugung in Richtung des Altars vollzog. In bedächtigem Schritt näherte sich die Lethra, weiterhin mit gesenktem Haupt, dem Altar. Die anwesenden Menschen wurden keinen Blickes gewürdigt. In für einen Menschen beeindruckender Eleganz glitt Si'nae auf ihre Knie hinab, als sie das Fußende des Altars vor sich vermutete. Mit einem Ruck hob sich die Miene an, fixierte die unregelmäßig flackernde Flamme vor sich und begann in ruhigem, fast hauchenden Tonfall zu sprechen:*
"Bei deinem Zorn, deiner Wut wie deinem Zerstörungswillen -
Bei dem lauernden Panther im Schatten der Dunkelheit, bei seinen knochenbrechenden Zähnen und seinen alles zervetzenden Krallen -
Bei deinem alles durchdringenden Blick, deiner donnernden Stimme und deiner wütenden Klinge -
Bei Tag und bei Nacht, zu jeder Jahreszeit und jedem Herzschlag -
Schwöre ich dir ewige Treue.
Vernichten möge dein Zorn die alles verpestende Welt der Weltenhure -
Verbrennen soll dein Blick die Wälder der Länder -
Vergiften soll dein Speichel das Wasser der Flüsse -
Verderben soll dein Wort die Geister der minderwertigen Völker -
Dabei, bei deinem Namen, helfe ich dir.
Schenk mir deine Stärke, um die Völker der Unaussprechlichen zu Schänden -
Schenk mir deine List, um die Herzen der Menschen zu umgarnen -
Schenk mir deine Wut, auf dass ich nie unsere Ziele aus den Augen verliere -
Schenk mir deine Beharrlichkeit, um bis zum Ende zu kämpfen -
Schenk mir deine Demut, auf dass mein Hochmut nie deinen Zielen zu nahe kommt -
So bitte ich dich, schenk mir deinen Segen, auf dass all unsere Ziele erreicht werden!"
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Die normalerweise statische, stoisch emotionslose Miene, offenbarte während des kurzen Gebets, ungewöhnliche Gefühlsschwankungen. Einen Wimpernschlag nachdem die schmalen Lippen der Lethry sich schlossen, erstarrte die Mimik wieder zu jener beherrschten Grimasse welche Si'nae einem jeden Gegenüber offenbarte. Ohne einen Moment der Ruhe, wandte sich die Lethry um, ging kurz in die Hocke um die Achtlos zur Seite geworfene Maske wie den Umhang auf zu heben und kleidete sich sorgsam an. Nur wenige Momente später betrat die junglethry wieder die, fast gewohnt wirkenden, Hölen des Letharenunterschlupfes.
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*Ihr Puls beschleunigte sich, der Atem wurde flacher, die Miene versteinerte entgültig während der Weg der Lethry sich gen Ausgang des Letharenunterschlupfes richtete. Ein heftiges Donnern lies die Umgebung erzittern, Winböhen zerbrachen an dem gewaltigen Gemäuer Rahals, bahnten sich ihren Weg unaufhaltsam durch alle Ritzen des Schutzwalls und ließen die Haare der Lethry umherwirbeln. Der angekündigte Regen setzte plötzlich wie stark ein. Si'nae hasste Regen, ihr Schritt nahm an Schnelligkeit zu. Die filligran geformten Extremitäten hoben sich an, die Krallenartigen Klauen bohrten sich in den weichen Stoff der Kaputze und zerrten sie tief hinab ins Gesicht Si'naes. Aus dem schmalen Schlitz zwischen Kaputze und Stoffmaske, bohrte sich unentwegt das matt schimmernde Augenpaar der Lethry in die Gesichter der herum irrenden Passanten, der pervertierte Geist Si'naes labte sich an dem offensichtlichen Respekt der ihr entgegen gebracht wurde. Trotz der niederen Existenz eines Menschen waren Angst und Ehrfurcht in den Augen eines Gegenübers stets Genugtung für Si'naes Welt. Ein unsichtbares Lächeln zeichnete sich auf der verhüllten Öffnung, welche einst die schmalen Lippen der Lethra beherbergte, für den Bruchteil eines Herzschlages ab. Ihr Korpus verlangsamte unbewusst den Schritt als die Gedanken der zierlichen Gestallt abschweiften. Ihr Blick fixierte nun keine Miene, keine Objekte oder Häuser, es wirkte als würde sie durch die Dinge hindurch sehen die sich den Opalfarbenen Augen offenbarten.*
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Erst langsam konnte sich die Lethry an ihren drastisch gewachsenen Stellenwert innerhalb der Letharengesellschaft gewöhnen. Ihr Geist wurde zunemend vernebelt durch wachsenden Großmut und Selbstüberschätzung. Im Unterschied zum Vergangenen Unterschlupf der Lethra kannten sie hier alle Letharen nur als Lethry, als ehrenwerte Auserwählte des Vaters und kaum jemand wagte es gegen sie auch nur ein Wort zu wenden. Selbst Shan'Rhyl - ein, wie Si'nae erfuhr, potentieller Meister der Lethry - erlaubte ihr bereits beim ersten Treffen das offene Wort, ließ ihre Kritik im Raum stehen und suchte keinesfalls einen Konflikt mit der Junglethry.
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*Die Miene verzog sich angewidert, als aus dem anschwellendem Wind zunehmend ein Sturm heranwuchs. Der Regen fiel weniger Vertikal als zunehmend Schräg und das kalte Nasser wurde so immer öfter unter den Schützenden Wall aus Stoff geweht. Die Nase rümpfte sich und warf - für eine Lethry in ihrem Alter - heftige Falten auf der Mimik Si'naes. Ihr Schritt drehte sich und nahm wieder deutlich an Tempo zu, die Füße trugen die Lethry zu den majestätischen Tempel des Einen, der Si'naes qualvoller Existenz alles bedeutete. Ehrfürchtig wurde der von Wasser durchtränkte Mantel bereits am Eingang des Tempels Abgeworfen. Die langen, zugespitzen Fingernägel der Lethry rissen die Maske von dem fein geformten Gesicht der Lethry, das Haupt wurde respektvoll gen Boden gesenkt ehe die Gestallt eine tiefe Verbeugung in Richtung des Altars vollzog. In bedächtigem Schritt näherte sich die Lethra, weiterhin mit gesenktem Haupt, dem Altar. Die anwesenden Menschen wurden keinen Blickes gewürdigt. In für einen Menschen beeindruckender Eleganz glitt Si'nae auf ihre Knie hinab, als sie das Fußende des Altars vor sich vermutete. Mit einem Ruck hob sich die Miene an, fixierte die unregelmäßig flackernde Flamme vor sich und begann in ruhigem, fast hauchenden Tonfall zu sprechen:*
"Bei deinem Zorn, deiner Wut wie deinem Zerstörungswillen -
Bei dem lauernden Panther im Schatten der Dunkelheit, bei seinen knochenbrechenden Zähnen und seinen alles zervetzenden Krallen -
Bei deinem alles durchdringenden Blick, deiner donnernden Stimme und deiner wütenden Klinge -
Bei Tag und bei Nacht, zu jeder Jahreszeit und jedem Herzschlag -
Schwöre ich dir ewige Treue.
Vernichten möge dein Zorn die alles verpestende Welt der Weltenhure -
Verbrennen soll dein Blick die Wälder der Länder -
Vergiften soll dein Speichel das Wasser der Flüsse -
Verderben soll dein Wort die Geister der minderwertigen Völker -
Dabei, bei deinem Namen, helfe ich dir.
Schenk mir deine Stärke, um die Völker der Unaussprechlichen zu Schänden -
Schenk mir deine List, um die Herzen der Menschen zu umgarnen -
Schenk mir deine Wut, auf dass ich nie unsere Ziele aus den Augen verliere -
Schenk mir deine Beharrlichkeit, um bis zum Ende zu kämpfen -
Schenk mir deine Demut, auf dass mein Hochmut nie deinen Zielen zu nahe kommt -
So bitte ich dich, schenk mir deinen Segen, auf dass all unsere Ziele erreicht werden!"
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Die normalerweise statische, stoisch emotionslose Miene, offenbarte während des kurzen Gebets, ungewöhnliche Gefühlsschwankungen. Einen Wimpernschlag nachdem die schmalen Lippen der Lethry sich schlossen, erstarrte die Mimik wieder zu jener beherrschten Grimasse welche Si'nae einem jeden Gegenüber offenbarte. Ohne einen Moment der Ruhe, wandte sich die Lethry um, ging kurz in die Hocke um die Achtlos zur Seite geworfene Maske wie den Umhang auf zu heben und kleidete sich sorgsam an. Nur wenige Momente später betrat die junglethry wieder die, fast gewohnt wirkenden, Hölen des Letharenunterschlupfes.
Zuletzt geändert von Si´nae Ro´elz am Sonntag 6. Januar 2008, 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Si´nae Ro´elz
Re: Zorn des Lebens - Si'nae Ro'elz
Kapitel VII - Verlorene Hoffnung
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*Der Himmel öffnete sich, tausende flüchtige Tropfen bahnten ihren Weg auf die Dicke Robe der weit gereisten Lethra. Gierig machte sich der Stoff daran die Feuchtigkeit in sich zu saugen, wurde schwerer und brachte die schmale Gestalt dazu ihren Gang zu verlangsamen. Die filigranen Gesichtszüge verzerrten sich angewidert, die Nase rümpfte sich, die langen, an Spinnenbeine erinnernden Finger schlossen sich und formten die kleinen Hände zu Fäusten. Si´nae wahr weit entfernt von der Letharenkolonie bei Rahal, sie zog die Einsamkeit vor. Ihre wenigen Begegnungen mit anderen Letharen der Kolonien zeugten von der selben Selbstüberschätzung welche die noch immer junge Lethra nicht länger im Stande war zu ertragen. Sie spürte eine Anwesenheit um sich, ein Augenpaar ruhte auf ihr seid dem sie die Kolonie vor vielen Tagen verlassen hatte. Ihr Leben war verwelkt, ihr Geist nicht länger im Stande zwischen angemessenen Zorn und alles vernichtenden Hass zu differenzieren und so interessierte es die Lethra nicht wer ihr folgte. Sollte ihr Leben auf der Stelle enden, so wäre es kein Verlust, kein Grund auch nur einen Blick hinter sich zu richten.
Der Wind schwoll zu einem Handfesten Sturm an, Baumwipfel bogen sich und warfen unheilige Schatten über den zunehmen verschlammten Waldboden. Die wenigen Tiere in ihrer Umgebung verkrochen sich, sei es ob der Anwesenheit der Lethra oder der Naturgewalten Si´nae genoss die Abwesenheit von anderem Leben um sich herum. Das letzte woran sich der Verstörte Verstand der Lethra noch laben konnte war die Gabe des Einen, dessen Wille das Einzige war was der Lethra noch von Bedeutung erschien. Ihr Leben sollte in Einsamkeit enden, ihre Gabe würde ihr die nötige Macht zur Verfügung stellen um alleine den Willen des Einen und ihre qualvolle Existenz zu sichern.
Grollend trug der Schall die Vorboten eines heftigen Gewitters gen Erdreich und seine Bewohner, ein knistern durchzuckte die feuchte, wild umher wirbelnde, Luft ehe ein greller Blitz unweit der Lethra in einen hochgewachsenen Baum einschlug. Funken sprangen, Holz splitterte und entzündete sich. Dichter Qualm stieg auf, als das entflammte Holz sofort von tausenden Regentropfen gelöscht wurde. Si´naes Extremitäten hoben sich an, die Robe rutschte unfreiwillig die Arme hinab als die fein geformten Hände die Kaputze tief ins Gesicht zog. Die Umgebung wurde von dem undurchsichtigen Qualm immer stärker umschlossen und selbst die ureigene Fähigkeit eines jeden Letharen bei Nacht wie am hellen Tage zu sehen konnte nichts daran ändern. Angewidert von der eigenen Unfähigkeit sich zu orientieren öffnete sich der Mund welcher vor vielen Dekaden von dicken Lippen verziert wurde und stieß ein unzufriedenes zischeln hervor. Der Puls beschleunigte sich, die Hände verkrampften sich als der Lethra bewusst wurde das wenige Fuß von ihr entfernt ein matt funkelndes Augenpaar auf ihr ruhte.*
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*Die Muskeln des Panthers spannten sich, die Hinterbeine stemmten sich in den aufgeweichten Boden während die Vorderbeine gierig ihre Krallen ausfuhren. Der Jäger sah seinen hilflosen Feind, er spürte den ihn übermannenden Drang nach saftigem Fleisch, dem süßlichen Geschmack von warmen Blut und der unheiligen Symphonie von brechenden Knochen. Lautlos näherte sich das mächtige Tier seiner Beute bis er nur mehr einen Sprung benötigte um sein Ziel Tödlich zu verletzen. Die Rückenmuskulatur spannte sich, jede Faser trat durch das dichte, pechschwarze Fell der Raubkatze hindurch. Ein gewaltiger Satz war das einzige was der Panther benötigte um seine Beute gut fünf Fuß weit gen Waldboden zu schleudern, Hitze stieg in der Brust des Panthers auf, der Herzschlag wurde rasend, ein lautes fauchen sollte dem Opfer die Unvermeidlichkeit seines Todes vor Augen führen. Doch etwas geschah was den Panther aus dem Rhythmus seines Angriffes warf, ein helles leuchten flackerte an der Tod geklaubten Lethra auf, funken sprühten aus ihren Handöffnungen und ein kleiner Ball gleißender Energie bahnte sich seinen Weg gen Katze.
Ein Jaulen war das letzte was die Lethra von ihrem Todbringendem Feind vernehmen konnte, der hektisch herum wirbelnde Blick konnte den Verfolger nicht finden. Noch ehe die Verletzungen in ihr Bewusstsein drangen schossen vielfältige Gedanken in den geschundenen Geist der Lethra. Es war höchst ungewöhnlich das ein Panther einer Lethra das Leben nehmen wollte, selbst bei lang anhaltenden Hunger würde ein solches Tier ein anderes Opfer suchen oder verenden. Warmes Blut floss aus der tiefen Wunde am rechten Oberarm, der im letzten Moment schützen vor das schmale Gesicht der Lethra gehoben wurde. Erst langsam wurde der Schmerz Si´nae bewusst, die linke Pranke hob sich an und bewegte sich einige Male über die verwundete Stelle. Anstatt die Wunde schließen zu sehen konnten die schmalen Augen keine Veränderung erkennen. Der Heilzauber wurde wiederholt, mit selben unzufrieden stellenden Ergebnis. Erneut quälten tausende Gedanken das zermarterte Gehirn der Si´naes. Die Wunde wurde sorgsam gereinigt, mit einigen Tinkturen desinfisziert und abschließend verbunden.
Der Anfangs durch den Schock schwach wirkende Schmerz schwoll zunehmend an, schweres keuchen überkam die trockene Kehle. Ihr Weg führte sie zum Gebirge, eine kleine Höle war die sehnlich erhoffte Unterkunft für die kommenden Stunden. Si´nae musste zu Kräften kommen, ihre Augen schlossen sich und ihr Herz kam zu Ruhe.*
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Ich sehe Türme aus toten Körpern, brennend, schmorend und stinkend verpesten sie diese verpestete Welt. Ich sehe Wälder brennen und Berge einstürtzen, Tiere liegen geschändet zu den füßen der Weltenhure. Ich tanze auf ihren toten Leiben, singe während sie geschlachtet werden, ich wollte nie mehr als ewige Qualen und dies mein Vater schenktest du mir.
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*Am kommenden Tag wurde Gewiss was zuvor nur Befürchtung gewesen war: Si´naes Gabe, ihr Lebensgrund, die Rechtfertigung einer kläglichen Existenz eines noch kläglicheren Geschlechts war ihr geraubt. Die Macht der Disharmonie wurde ihr Gestohlen und ihr verwirrter Verstand musste nun erkennen das ihr Leben nur in Umgebung anderer Letharen gesichert war, solange zumindest, solange die Chance bestand ihre Gabe wieder zu erhalten und solange ihre Unfruchtbarkeit ein gut gehütetes Geheimnis blieb.
So trat die Reisende den Rückweg an, nur wenige Tage war ihr Aufbruch her und so konnten die Heimreise nicht wesentlich gefährlicher werden. Doch selbst wenn gab es nichts mehr wofür zu kämpfen, zu leben oder zu sterben es wert war, ihre Zukunft war der Lethra gut bekannt, würde sie ihre Gabe dauerhaft verloren haben, würde sie keinen Grund mehr für ihre absurde Existenz kennen und sie war sich sicher das auch der Allvater ihrem abstrusen Leben bald ein Ende setzen würde, zumindest diesen Wunsch konnte sie noch erfüllen, ein perfertiertes Lächeln verzog die Miene bei diesem Gedanken.*
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*Der Himmel öffnete sich, tausende flüchtige Tropfen bahnten ihren Weg auf die Dicke Robe der weit gereisten Lethra. Gierig machte sich der Stoff daran die Feuchtigkeit in sich zu saugen, wurde schwerer und brachte die schmale Gestalt dazu ihren Gang zu verlangsamen. Die filigranen Gesichtszüge verzerrten sich angewidert, die Nase rümpfte sich, die langen, an Spinnenbeine erinnernden Finger schlossen sich und formten die kleinen Hände zu Fäusten. Si´nae wahr weit entfernt von der Letharenkolonie bei Rahal, sie zog die Einsamkeit vor. Ihre wenigen Begegnungen mit anderen Letharen der Kolonien zeugten von der selben Selbstüberschätzung welche die noch immer junge Lethra nicht länger im Stande war zu ertragen. Sie spürte eine Anwesenheit um sich, ein Augenpaar ruhte auf ihr seid dem sie die Kolonie vor vielen Tagen verlassen hatte. Ihr Leben war verwelkt, ihr Geist nicht länger im Stande zwischen angemessenen Zorn und alles vernichtenden Hass zu differenzieren und so interessierte es die Lethra nicht wer ihr folgte. Sollte ihr Leben auf der Stelle enden, so wäre es kein Verlust, kein Grund auch nur einen Blick hinter sich zu richten.
Der Wind schwoll zu einem Handfesten Sturm an, Baumwipfel bogen sich und warfen unheilige Schatten über den zunehmen verschlammten Waldboden. Die wenigen Tiere in ihrer Umgebung verkrochen sich, sei es ob der Anwesenheit der Lethra oder der Naturgewalten Si´nae genoss die Abwesenheit von anderem Leben um sich herum. Das letzte woran sich der Verstörte Verstand der Lethra noch laben konnte war die Gabe des Einen, dessen Wille das Einzige war was der Lethra noch von Bedeutung erschien. Ihr Leben sollte in Einsamkeit enden, ihre Gabe würde ihr die nötige Macht zur Verfügung stellen um alleine den Willen des Einen und ihre qualvolle Existenz zu sichern.
Grollend trug der Schall die Vorboten eines heftigen Gewitters gen Erdreich und seine Bewohner, ein knistern durchzuckte die feuchte, wild umher wirbelnde, Luft ehe ein greller Blitz unweit der Lethra in einen hochgewachsenen Baum einschlug. Funken sprangen, Holz splitterte und entzündete sich. Dichter Qualm stieg auf, als das entflammte Holz sofort von tausenden Regentropfen gelöscht wurde. Si´naes Extremitäten hoben sich an, die Robe rutschte unfreiwillig die Arme hinab als die fein geformten Hände die Kaputze tief ins Gesicht zog. Die Umgebung wurde von dem undurchsichtigen Qualm immer stärker umschlossen und selbst die ureigene Fähigkeit eines jeden Letharen bei Nacht wie am hellen Tage zu sehen konnte nichts daran ändern. Angewidert von der eigenen Unfähigkeit sich zu orientieren öffnete sich der Mund welcher vor vielen Dekaden von dicken Lippen verziert wurde und stieß ein unzufriedenes zischeln hervor. Der Puls beschleunigte sich, die Hände verkrampften sich als der Lethra bewusst wurde das wenige Fuß von ihr entfernt ein matt funkelndes Augenpaar auf ihr ruhte.*
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*Die Muskeln des Panthers spannten sich, die Hinterbeine stemmten sich in den aufgeweichten Boden während die Vorderbeine gierig ihre Krallen ausfuhren. Der Jäger sah seinen hilflosen Feind, er spürte den ihn übermannenden Drang nach saftigem Fleisch, dem süßlichen Geschmack von warmen Blut und der unheiligen Symphonie von brechenden Knochen. Lautlos näherte sich das mächtige Tier seiner Beute bis er nur mehr einen Sprung benötigte um sein Ziel Tödlich zu verletzen. Die Rückenmuskulatur spannte sich, jede Faser trat durch das dichte, pechschwarze Fell der Raubkatze hindurch. Ein gewaltiger Satz war das einzige was der Panther benötigte um seine Beute gut fünf Fuß weit gen Waldboden zu schleudern, Hitze stieg in der Brust des Panthers auf, der Herzschlag wurde rasend, ein lautes fauchen sollte dem Opfer die Unvermeidlichkeit seines Todes vor Augen führen. Doch etwas geschah was den Panther aus dem Rhythmus seines Angriffes warf, ein helles leuchten flackerte an der Tod geklaubten Lethra auf, funken sprühten aus ihren Handöffnungen und ein kleiner Ball gleißender Energie bahnte sich seinen Weg gen Katze.
Ein Jaulen war das letzte was die Lethra von ihrem Todbringendem Feind vernehmen konnte, der hektisch herum wirbelnde Blick konnte den Verfolger nicht finden. Noch ehe die Verletzungen in ihr Bewusstsein drangen schossen vielfältige Gedanken in den geschundenen Geist der Lethra. Es war höchst ungewöhnlich das ein Panther einer Lethra das Leben nehmen wollte, selbst bei lang anhaltenden Hunger würde ein solches Tier ein anderes Opfer suchen oder verenden. Warmes Blut floss aus der tiefen Wunde am rechten Oberarm, der im letzten Moment schützen vor das schmale Gesicht der Lethra gehoben wurde. Erst langsam wurde der Schmerz Si´nae bewusst, die linke Pranke hob sich an und bewegte sich einige Male über die verwundete Stelle. Anstatt die Wunde schließen zu sehen konnten die schmalen Augen keine Veränderung erkennen. Der Heilzauber wurde wiederholt, mit selben unzufrieden stellenden Ergebnis. Erneut quälten tausende Gedanken das zermarterte Gehirn der Si´naes. Die Wunde wurde sorgsam gereinigt, mit einigen Tinkturen desinfisziert und abschließend verbunden.
Der Anfangs durch den Schock schwach wirkende Schmerz schwoll zunehmend an, schweres keuchen überkam die trockene Kehle. Ihr Weg führte sie zum Gebirge, eine kleine Höle war die sehnlich erhoffte Unterkunft für die kommenden Stunden. Si´nae musste zu Kräften kommen, ihre Augen schlossen sich und ihr Herz kam zu Ruhe.*
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Ich sehe Türme aus toten Körpern, brennend, schmorend und stinkend verpesten sie diese verpestete Welt. Ich sehe Wälder brennen und Berge einstürtzen, Tiere liegen geschändet zu den füßen der Weltenhure. Ich tanze auf ihren toten Leiben, singe während sie geschlachtet werden, ich wollte nie mehr als ewige Qualen und dies mein Vater schenktest du mir.
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*Am kommenden Tag wurde Gewiss was zuvor nur Befürchtung gewesen war: Si´naes Gabe, ihr Lebensgrund, die Rechtfertigung einer kläglichen Existenz eines noch kläglicheren Geschlechts war ihr geraubt. Die Macht der Disharmonie wurde ihr Gestohlen und ihr verwirrter Verstand musste nun erkennen das ihr Leben nur in Umgebung anderer Letharen gesichert war, solange zumindest, solange die Chance bestand ihre Gabe wieder zu erhalten und solange ihre Unfruchtbarkeit ein gut gehütetes Geheimnis blieb.
So trat die Reisende den Rückweg an, nur wenige Tage war ihr Aufbruch her und so konnten die Heimreise nicht wesentlich gefährlicher werden. Doch selbst wenn gab es nichts mehr wofür zu kämpfen, zu leben oder zu sterben es wert war, ihre Zukunft war der Lethra gut bekannt, würde sie ihre Gabe dauerhaft verloren haben, würde sie keinen Grund mehr für ihre absurde Existenz kennen und sie war sich sicher das auch der Allvater ihrem abstrusen Leben bald ein Ende setzen würde, zumindest diesen Wunsch konnte sie noch erfüllen, ein perfertiertes Lächeln verzog die Miene bei diesem Gedanken.*
Zuletzt geändert von Si´nae Ro´elz am Sonntag 6. Januar 2008, 18:09, insgesamt 3-mal geändert.
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Si´nae Ro´elz
Neues, altes Leben
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*Ein schwere Seufzen bahnte sich der trockenen Kehle hinauf, wurde von den geschlossenen Lippen gebrochen und drang nur als leises Summen in den kleinen Raum der Kolonie. Si´nae saß zusammengekauert an einem kleinen Steintisch, vor sich lag eine verziert beschriftete Pergamentrolle. Ihr Geist jedoch war weit entfernt von diesem beengenden Raum, seid ihrer Reise und dem Verlust der Gabe des Allvaters war ihr leben einzig dem einem Zwecke gewidmet. Ihr Leib schmerzte von den zahlreichen Züchtigungen der Lethyren und Lethrixoren der vergangenen Tage, ihre Spitze Zunge, einst eine mächtige Waffe war nun nicht länger ihr Freund, erneut musste die Lethra lernen ihre Stimme zu zügeln, ihre ohnehin wenigen Emotionen zu verbergen und ihre Miene als eiserne statuenhafte Maske zu tragen.*
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„Täuschung und List sollen deine Klingen sein - Emotionslosigkeit und Demut dein Schild, verlasse dich nie auf die Stärken der Letharfen denn du bist keine, du bist eine Lethra und Schmerz und Qual sind dir damit gewiss“ Xarx’ae Ha’zan zu Si’nae Ro’elz.
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*Erstaunlich oft kreisten ihre Gedanken um ihre verstorbene Mutter Xarx'ae Ha'zan, gestorben an dem vergifteten Dolch ihrer eigenen Tochter. Wie recht hatte sie doch als ihre Mutter die klägliche Zukunft ihrer Tochte vorhersah. Inzwischen hatte die Lethra sich wieder an ihre Wertlosigkeit in der Letharengesellschaft gewöhnt, ihr Mund blieb stets verschlossen, ihre Gestik demütig und ihr Blick gesenkt. Doch im inneren stieg ein Zorn auf, Zorn den die Lethra noch nie zuvor verspührte. Sie hasste ihre Umgebung und der Wunsch nach dem Tode wurde einzig vom Wille des Allvaters nach weiteren Qualen gebremst.
Die Treffen mit den minderwertigen Völker der Oberflächenwelt waren die letzten Momente nach welchen Si´nae noch strebte, die stinkende Schwäche, die verpestende Sprache und ihre unsagbare Furcht wiederten die Lethra an und doch waren jene Momente es, in denen Si´nae ihre eigene Macht erkannte, in denen sie Sinn in ihrer leidvollen Existenz fand. Auch die Letharfen erkannten die ausgeprägte macht Si´naes Stimme und so wurde sie erstaunlich oft als Sprecherin auserwählt, im unklaren darüber ob jene Aufgabe eine Ehre oder doch eher das Abschieben einer unliebsamen Aufgabe auf sie darstellte tat die Lethra das einzige was ihr möglich erschien, das befolgen eines jeden Wunsches der Letharfen.
Die Zugespitzen Fingernägel der krallenartigen Klauen fuhren zu den Seiten des Pergamentes. Ein erneutes, diesmal hörbares Seufzen folgte, während die Hände das klein beschriebene Pergament zusammenrollten. Der Kopf neigte sich langsam von der einen zur anderen Seite, Schmerz stieg auf als sich die Haut am Rücken dehnte bei jenen Bewegungen. Ein schmales Lächeln verzog die Miene, ihr durst nach Schmerz, immerhin wurde er zufriedenstellend gestillt und daran, darüber war sie sich sicher, würde sich so schnell nichts ändern.*
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*Ein schwere Seufzen bahnte sich der trockenen Kehle hinauf, wurde von den geschlossenen Lippen gebrochen und drang nur als leises Summen in den kleinen Raum der Kolonie. Si´nae saß zusammengekauert an einem kleinen Steintisch, vor sich lag eine verziert beschriftete Pergamentrolle. Ihr Geist jedoch war weit entfernt von diesem beengenden Raum, seid ihrer Reise und dem Verlust der Gabe des Allvaters war ihr leben einzig dem einem Zwecke gewidmet. Ihr Leib schmerzte von den zahlreichen Züchtigungen der Lethyren und Lethrixoren der vergangenen Tage, ihre Spitze Zunge, einst eine mächtige Waffe war nun nicht länger ihr Freund, erneut musste die Lethra lernen ihre Stimme zu zügeln, ihre ohnehin wenigen Emotionen zu verbergen und ihre Miene als eiserne statuenhafte Maske zu tragen.*
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„Täuschung und List sollen deine Klingen sein - Emotionslosigkeit und Demut dein Schild, verlasse dich nie auf die Stärken der Letharfen denn du bist keine, du bist eine Lethra und Schmerz und Qual sind dir damit gewiss“ Xarx’ae Ha’zan zu Si’nae Ro’elz.
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*Erstaunlich oft kreisten ihre Gedanken um ihre verstorbene Mutter Xarx'ae Ha'zan, gestorben an dem vergifteten Dolch ihrer eigenen Tochter. Wie recht hatte sie doch als ihre Mutter die klägliche Zukunft ihrer Tochte vorhersah. Inzwischen hatte die Lethra sich wieder an ihre Wertlosigkeit in der Letharengesellschaft gewöhnt, ihr Mund blieb stets verschlossen, ihre Gestik demütig und ihr Blick gesenkt. Doch im inneren stieg ein Zorn auf, Zorn den die Lethra noch nie zuvor verspührte. Sie hasste ihre Umgebung und der Wunsch nach dem Tode wurde einzig vom Wille des Allvaters nach weiteren Qualen gebremst.
Die Treffen mit den minderwertigen Völker der Oberflächenwelt waren die letzten Momente nach welchen Si´nae noch strebte, die stinkende Schwäche, die verpestende Sprache und ihre unsagbare Furcht wiederten die Lethra an und doch waren jene Momente es, in denen Si´nae ihre eigene Macht erkannte, in denen sie Sinn in ihrer leidvollen Existenz fand. Auch die Letharfen erkannten die ausgeprägte macht Si´naes Stimme und so wurde sie erstaunlich oft als Sprecherin auserwählt, im unklaren darüber ob jene Aufgabe eine Ehre oder doch eher das Abschieben einer unliebsamen Aufgabe auf sie darstellte tat die Lethra das einzige was ihr möglich erschien, das befolgen eines jeden Wunsches der Letharfen.
Die Zugespitzen Fingernägel der krallenartigen Klauen fuhren zu den Seiten des Pergamentes. Ein erneutes, diesmal hörbares Seufzen folgte, während die Hände das klein beschriebene Pergament zusammenrollten. Der Kopf neigte sich langsam von der einen zur anderen Seite, Schmerz stieg auf als sich die Haut am Rücken dehnte bei jenen Bewegungen. Ein schmales Lächeln verzog die Miene, ihr durst nach Schmerz, immerhin wurde er zufriedenstellend gestillt und daran, darüber war sie sich sicher, würde sich so schnell nichts ändern.*
Zuletzt geändert von Si´nae Ro´elz am Sonntag 6. Januar 2008, 18:58, insgesamt 3-mal geändert.
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Si´nae Ro´elz
Der innere Spiegel - Von Einzelgängern und ihrem Tod
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*Der Eisige Wind streichelte die versteinerte Miene, Blitze zuckten in der Ferne, der anfängliche Regen wurde viele hundert Fuß vor dem Erdreich gefroren und formte so unbarmherzige Hagelkörner die eine fantastische Melodie an den Dächern Rahals erklingen ließen. Der Blick der Lethra glich einer gezückten Klinge an der Kehle eines jeden Passanten der ihr zu nahe kam, der geschundene Verstand labte sich an den ängstlichen Blicken der Menschen, während ihr beständiger doch langsamer Schritt sie unaufhaltsam ihrem Ziel näher brachte. Die stoische Miene zuckte, als die ersten Hagelkörner ihren nur langsam verheilenden Rücken trafen, der Atem wurde flacher, der Puls raste. Die Schritte kamen zum erliegen, das zierliche Haupt sank willkürlich gen Steinboden, sie war an ihrem Ziel: Das Gemäuer des Tempels streckte sich vor den matt flackernden Augen der Lethra gen Himmel. Noch ehe sie die Pforte durchschritt wurde die Kapuze mit einer eleganten Handbewegung aus dem Gesicht gestrichen, kaltes Wasser glitt an den dünnen Augenbrauen entlang, tropfte über die Wangen hinab bis zum Kinn. Die hinter dem dürren Rücken verschrenkten Extremitäten wurden gelockert, hoben sich langsam an, während der Oberkörper sich demütig streckte und eine tiefe Verbeugung vollzog. Die Robe rutschte an den Armen hinab, entblößte die aus kaum mehr als Haut und Knochen bestehenden Unterarme und offenbarten zahllose Narben - stille Zeugen einer leidvollen Existenz. In einer Langsamkeit die kaum in Worte zu fassen ist, verbogen sich die ärmlich anmutenden Arme über dem geschundenen – noch immer schmerzenden – Rücken und formten theatralisch ein „V“. Viele Herzschläge lang blieb die Lethra in jener demütigen, fast unterwürfigen Pose, ihre Augen waren geschlossen, die Finger spreizten sich in alle Himmelsrichtungen ab, ahmten Pump Bewegungen nach und schlossen sich wieder zu kleinen Fäusten. Fünf Zyklen jener seltsam anmutenden Bewegungsabfolgen durchzog die Lethra ehe die gespannten Muskeln und Sehnen in ihren Extremitäten erschlafften und der Oberkörper sich – nicht weniger langsam als zuvor – anhob. Die Miene blieb gesenkt als ihre Schritte die Lethra erst zögerlich, wenige Atemzüge später entschlossener gen Altar führten.
Jeden Schritt der sie näher an den Altar des Allvaters brachte flackerte der Schmerz in ihren Wunden stärker auf, Si´nae kannte dieses Phänomen, viele heilige Orte brachten den Willen des Einen erneut zum Ausdruck und der Zorn über ihre Existenz war seid ihrer Geburt stetige Gewissheit. Dieses Mal jedoch brachte der Schmerz die verstörte Lethra knapp an die Grenze zur Ohnmacht, immer wieder musste ihr Schritt den wallendem Schmerzen Respekt zollen und langsamer werden. Auf halber Strecke blieb die Lethra stehen, ihre Arme hoben sich erneut an und ihr Corpus vollzog erneut jene demütige Bewegung welche als Abschluss die „V“ Position mit ihren Pumpenden Handbewegungen kannte. Die Beine gaben langsam nach, ihr Körper sank demütig auf die Knie, während die Arme noch immer schräg vom Rest des Körpers abgestreckt wurden, die länglichen Finger beendeten ihr Pumpspiel, schlossen sich langsam und brachten so die zugespitzen Fingernägel dazu sich tief in die eigenen Handflächen zu bohren. Blut konnte immer Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das langsam entstehende, perfid anmutende Blutgerinsel zog seinen Weg von der innenseite der Handflächen hinab über die mageren Arme um dort gierig vom Stoff der dicken Robe aufgesaugt zu werden. Ein erstaunlich offenes Lächeln zierte die Öffnung welche vor Dekaden einst dicke Lippen beherbergte. Exstaße umschloss das erbärmliche Herzen der erbärmlicheren Lethra, der Puls raßte, während die Augen sich schlossen und lautlose Worte von den verkümmerten Lippen geformt wurden, während ihre materielle Gestallt vollkommene Ruhe ausstrahlte konnte ihr Geist kaum mehr alle Erinnerungen, Bilder, Fantasien und unausgesprochenen Wünsche verarbeiten die ihn durchschossen.*
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Eine breite Ebene erstreckte sich vor dem inneren Auge der Lethra, der süßliche Geruch von verbranntem Fleisch kitzelte ihre Nase, das unheilvoll flackernde Licht von Verbrennendem Leben erfreute ihre Augen und die qualvollen Schreie minderwertiger Völker ließen ihre Ohren auflachen. Kein Strahl hellem Lichts viel durch die gewaltige Wolkenformation, kein Schimmer Hoffnung konnte auf dieser Ebene selbst nach langen Stunden des Wartens erblickt werden. Si´nae fühlte sich zu Hause, an diesem Ort der einen jeden vernünftig denkenden Menschen die Nackenhaare zum aufstellen gebracht hätte, an diesem Ort des Leidens, des Schreckens und der endlos währenden Qualen erkannte die geschundene Lethra ihre eigene Seele.
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„... Aus diesem Grund... Folge... ich... dir“ *ein schweres Husten unterbrach die angestrengten Gebete der Lethra. Unbewusst wurde aus den erst lautlosen Lippenverformungen hörbare laute, die hauchend aus der trockenen Kehle krochen. Die Augen öffneten sich, registrierten knapp die beiden kleinen Blutlacken links und rechts von ihr und verkrampften sich zunehmend ob des erneut bewusst werdenden Schmerzes. Die krallenförmigen Hände hatten sich inzwischen geöffnet und vollzogen erneut ihre Pumpbewegungen in rythmischem Gleichklang ihrer rasenden Atmung. Kurz schloss sich der Mund, die spitze Zunge – der derzeit wohl mächtigste Verbündete der Lethra – benetze ihre trockenen Lippen mit etwas Speichen, ehe die Mimik erneut lautlose Gebete an den vor ihr ruhenden Altar schmetterte. Sie musste fortfahren, ihre Schmerzen war sie gewohnt, ihr Leid war Routine, also begann die Lethra erneut in gleichsamer Demut wie Qual stumm zu intonieren.*
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Sie spürte einen Ruck der ihren ganzen Körper durchzog, sie dachte sie würde schreien doch sie konnte nichts hören, da war sie wieder, jene unwirkliche, innere Heimat. Si´naes Weg war nicht gewollt und doch zog es sie zu einem Ort hinter einem kleinen von Asche bedeckten Hügel, sie spürte wie ihre Beine sich bewegten und sie konnte sie nicht vom Gegenteil überzeugen. Schon weit vor dem Ort an dem sie die neue Szenerie überblicken konnte drangen wunderbare Laute krachender Knochen, spritzenden Blutes und unterdrücktem Keuchens zu den Ohren der Lethra. Ein breites Lächeln umwob ihre Miene als das ganze Ausmaß der Brutalität offensichtlich wurd, eine Gruppe von kleinwüchsigen Menschen – jedoch keinen Kindern – wurde von einem Panther angegriffen, welch wunderbarer Ort!
Die hilflosen Wesen versuchten immer wieder Formationen die an Abwehrpositionen erinnerten ein zu nehmen, doch die Schnelligkeit ihres Widersachers machte es den wenigen Wesen schwer einen Abwehrkeil zu bilden der nicht in wenigen Momenten umlaufen werden konnte. Von einem weiter entfernten Hügel rannten weitere kleinwüchsige Gestalten hinab, Si´nae zweifelte keinen Moment an dem triumphalen Erfolg ihres Vertrauten, auch als immer mehr jener Wesen hinab ins blutbefleckte Tal liefen. Der Kampfstil des Panthers war von der Extase gekennzeichnet, er achtete nicht auf die herannahenden Gegner, er hatte immer sein nächstes Ziel im Auge. Die Pranken zerschmetterten den Kopf eines Widersachers ehe die andere Pranke tiefe Schnitte entlang des davon laufenden Rücken zu seiner linken schnitt. Si´nae war entzückt. Ein leises klicken unterbrach der Lethras innewohnenden Genuss, zwei duzend Bolzen flogen in Richtung des Panthers, schnitten in sein Fell, rissen klaffende Wunden am Hals des stolzen Tieres. Der Panther hatte nur seinen nächsten Gegner im Auge, nie das große ganze, er hatte keine Gefährten an seiner Seite, er war ein Einzelgänger – genau wie Si´nae – doch nun Riss ihn jene Ehrenvolle Tatsache ins verderben. Die herannahenden Wesen schlugen einer Vielzahl an erstaunlich großen Steitkolben, Hämmern und Morgensternen auf das verletzte Tier ein. Ein zweiter Panther und sie wären vernichtet worden, jene widerwärtigen Wesen der Weltenhure, zuckte es der Lethra durch die angestrengten Hirnwindungen...
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„Neeeiiiiin!“ *Die Stimme überschlag sich, schmerzte in der Kehle als die Lethra wieder in jene unerfreuliche Welt zurück geschleudert wurde. Die Laute errinerten an das verzweifelte Kreischen eines Raubvogels wenn ein Pfeil einen seiner Flügel töflich verletzte. Der Korpus der Lethra schmetterte hart gen Tempelgemäuer auf, die Arme erschlafften und fiehlen in die Blutpfützen hinab. Viele Herzschläge lang blieb die Lethra in ihrem eigenen Blut so liegen, kaum ein Anwesender im Tempel hätte den Mut aufgebracht sie eines besseren zu belehren. Langsam öffneten sich ihre schmalen Augen, erschüttert von der eben erfahrenen Tatsache ihrer eigenen Unwissenheit über die Natur der Letharen richtete sich die Lethra nur langsam, begleitet von unterdrücktem Keuchen auf. Blickte sich langsam, sehr langsam im inneren des Tempels um und deutete mit einem knappen Wink einer Wache die Spuren ihres Gebets zu beseitigen. Si´nae Ro´elz war eine Einzelgängerin, genau wie jener Panther und sie wusste nun was am Ende dieses Weges auf sie wartete. Sie fürchtete den Tod viele Dekaden nicht mehr, doch sie hatte den Willen des Allvaters gespürt es nicht dem Panther nach zu machen. Kurz hüpften ihre Munfwinkel, sie kannte nun ihren Fehler. Auch wenn ihr der neu gezeichnete Weg keinesfalls attraktiv erschien wusste sie zumindest was sie zu tun hatte.*
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*Der Eisige Wind streichelte die versteinerte Miene, Blitze zuckten in der Ferne, der anfängliche Regen wurde viele hundert Fuß vor dem Erdreich gefroren und formte so unbarmherzige Hagelkörner die eine fantastische Melodie an den Dächern Rahals erklingen ließen. Der Blick der Lethra glich einer gezückten Klinge an der Kehle eines jeden Passanten der ihr zu nahe kam, der geschundene Verstand labte sich an den ängstlichen Blicken der Menschen, während ihr beständiger doch langsamer Schritt sie unaufhaltsam ihrem Ziel näher brachte. Die stoische Miene zuckte, als die ersten Hagelkörner ihren nur langsam verheilenden Rücken trafen, der Atem wurde flacher, der Puls raste. Die Schritte kamen zum erliegen, das zierliche Haupt sank willkürlich gen Steinboden, sie war an ihrem Ziel: Das Gemäuer des Tempels streckte sich vor den matt flackernden Augen der Lethra gen Himmel. Noch ehe sie die Pforte durchschritt wurde die Kapuze mit einer eleganten Handbewegung aus dem Gesicht gestrichen, kaltes Wasser glitt an den dünnen Augenbrauen entlang, tropfte über die Wangen hinab bis zum Kinn. Die hinter dem dürren Rücken verschrenkten Extremitäten wurden gelockert, hoben sich langsam an, während der Oberkörper sich demütig streckte und eine tiefe Verbeugung vollzog. Die Robe rutschte an den Armen hinab, entblößte die aus kaum mehr als Haut und Knochen bestehenden Unterarme und offenbarten zahllose Narben - stille Zeugen einer leidvollen Existenz. In einer Langsamkeit die kaum in Worte zu fassen ist, verbogen sich die ärmlich anmutenden Arme über dem geschundenen – noch immer schmerzenden – Rücken und formten theatralisch ein „V“. Viele Herzschläge lang blieb die Lethra in jener demütigen, fast unterwürfigen Pose, ihre Augen waren geschlossen, die Finger spreizten sich in alle Himmelsrichtungen ab, ahmten Pump Bewegungen nach und schlossen sich wieder zu kleinen Fäusten. Fünf Zyklen jener seltsam anmutenden Bewegungsabfolgen durchzog die Lethra ehe die gespannten Muskeln und Sehnen in ihren Extremitäten erschlafften und der Oberkörper sich – nicht weniger langsam als zuvor – anhob. Die Miene blieb gesenkt als ihre Schritte die Lethra erst zögerlich, wenige Atemzüge später entschlossener gen Altar führten.
Jeden Schritt der sie näher an den Altar des Allvaters brachte flackerte der Schmerz in ihren Wunden stärker auf, Si´nae kannte dieses Phänomen, viele heilige Orte brachten den Willen des Einen erneut zum Ausdruck und der Zorn über ihre Existenz war seid ihrer Geburt stetige Gewissheit. Dieses Mal jedoch brachte der Schmerz die verstörte Lethra knapp an die Grenze zur Ohnmacht, immer wieder musste ihr Schritt den wallendem Schmerzen Respekt zollen und langsamer werden. Auf halber Strecke blieb die Lethra stehen, ihre Arme hoben sich erneut an und ihr Corpus vollzog erneut jene demütige Bewegung welche als Abschluss die „V“ Position mit ihren Pumpenden Handbewegungen kannte. Die Beine gaben langsam nach, ihr Körper sank demütig auf die Knie, während die Arme noch immer schräg vom Rest des Körpers abgestreckt wurden, die länglichen Finger beendeten ihr Pumpspiel, schlossen sich langsam und brachten so die zugespitzen Fingernägel dazu sich tief in die eigenen Handflächen zu bohren. Blut konnte immer Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das langsam entstehende, perfid anmutende Blutgerinsel zog seinen Weg von der innenseite der Handflächen hinab über die mageren Arme um dort gierig vom Stoff der dicken Robe aufgesaugt zu werden. Ein erstaunlich offenes Lächeln zierte die Öffnung welche vor Dekaden einst dicke Lippen beherbergte. Exstaße umschloss das erbärmliche Herzen der erbärmlicheren Lethra, der Puls raßte, während die Augen sich schlossen und lautlose Worte von den verkümmerten Lippen geformt wurden, während ihre materielle Gestallt vollkommene Ruhe ausstrahlte konnte ihr Geist kaum mehr alle Erinnerungen, Bilder, Fantasien und unausgesprochenen Wünsche verarbeiten die ihn durchschossen.*
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Eine breite Ebene erstreckte sich vor dem inneren Auge der Lethra, der süßliche Geruch von verbranntem Fleisch kitzelte ihre Nase, das unheilvoll flackernde Licht von Verbrennendem Leben erfreute ihre Augen und die qualvollen Schreie minderwertiger Völker ließen ihre Ohren auflachen. Kein Strahl hellem Lichts viel durch die gewaltige Wolkenformation, kein Schimmer Hoffnung konnte auf dieser Ebene selbst nach langen Stunden des Wartens erblickt werden. Si´nae fühlte sich zu Hause, an diesem Ort der einen jeden vernünftig denkenden Menschen die Nackenhaare zum aufstellen gebracht hätte, an diesem Ort des Leidens, des Schreckens und der endlos währenden Qualen erkannte die geschundene Lethra ihre eigene Seele.
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„... Aus diesem Grund... Folge... ich... dir“ *ein schweres Husten unterbrach die angestrengten Gebete der Lethra. Unbewusst wurde aus den erst lautlosen Lippenverformungen hörbare laute, die hauchend aus der trockenen Kehle krochen. Die Augen öffneten sich, registrierten knapp die beiden kleinen Blutlacken links und rechts von ihr und verkrampften sich zunehmend ob des erneut bewusst werdenden Schmerzes. Die krallenförmigen Hände hatten sich inzwischen geöffnet und vollzogen erneut ihre Pumpbewegungen in rythmischem Gleichklang ihrer rasenden Atmung. Kurz schloss sich der Mund, die spitze Zunge – der derzeit wohl mächtigste Verbündete der Lethra – benetze ihre trockenen Lippen mit etwas Speichen, ehe die Mimik erneut lautlose Gebete an den vor ihr ruhenden Altar schmetterte. Sie musste fortfahren, ihre Schmerzen war sie gewohnt, ihr Leid war Routine, also begann die Lethra erneut in gleichsamer Demut wie Qual stumm zu intonieren.*
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Sie spürte einen Ruck der ihren ganzen Körper durchzog, sie dachte sie würde schreien doch sie konnte nichts hören, da war sie wieder, jene unwirkliche, innere Heimat. Si´naes Weg war nicht gewollt und doch zog es sie zu einem Ort hinter einem kleinen von Asche bedeckten Hügel, sie spürte wie ihre Beine sich bewegten und sie konnte sie nicht vom Gegenteil überzeugen. Schon weit vor dem Ort an dem sie die neue Szenerie überblicken konnte drangen wunderbare Laute krachender Knochen, spritzenden Blutes und unterdrücktem Keuchens zu den Ohren der Lethra. Ein breites Lächeln umwob ihre Miene als das ganze Ausmaß der Brutalität offensichtlich wurd, eine Gruppe von kleinwüchsigen Menschen – jedoch keinen Kindern – wurde von einem Panther angegriffen, welch wunderbarer Ort!
Die hilflosen Wesen versuchten immer wieder Formationen die an Abwehrpositionen erinnerten ein zu nehmen, doch die Schnelligkeit ihres Widersachers machte es den wenigen Wesen schwer einen Abwehrkeil zu bilden der nicht in wenigen Momenten umlaufen werden konnte. Von einem weiter entfernten Hügel rannten weitere kleinwüchsige Gestalten hinab, Si´nae zweifelte keinen Moment an dem triumphalen Erfolg ihres Vertrauten, auch als immer mehr jener Wesen hinab ins blutbefleckte Tal liefen. Der Kampfstil des Panthers war von der Extase gekennzeichnet, er achtete nicht auf die herannahenden Gegner, er hatte immer sein nächstes Ziel im Auge. Die Pranken zerschmetterten den Kopf eines Widersachers ehe die andere Pranke tiefe Schnitte entlang des davon laufenden Rücken zu seiner linken schnitt. Si´nae war entzückt. Ein leises klicken unterbrach der Lethras innewohnenden Genuss, zwei duzend Bolzen flogen in Richtung des Panthers, schnitten in sein Fell, rissen klaffende Wunden am Hals des stolzen Tieres. Der Panther hatte nur seinen nächsten Gegner im Auge, nie das große ganze, er hatte keine Gefährten an seiner Seite, er war ein Einzelgänger – genau wie Si´nae – doch nun Riss ihn jene Ehrenvolle Tatsache ins verderben. Die herannahenden Wesen schlugen einer Vielzahl an erstaunlich großen Steitkolben, Hämmern und Morgensternen auf das verletzte Tier ein. Ein zweiter Panther und sie wären vernichtet worden, jene widerwärtigen Wesen der Weltenhure, zuckte es der Lethra durch die angestrengten Hirnwindungen...
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„Neeeiiiiin!“ *Die Stimme überschlag sich, schmerzte in der Kehle als die Lethra wieder in jene unerfreuliche Welt zurück geschleudert wurde. Die Laute errinerten an das verzweifelte Kreischen eines Raubvogels wenn ein Pfeil einen seiner Flügel töflich verletzte. Der Korpus der Lethra schmetterte hart gen Tempelgemäuer auf, die Arme erschlafften und fiehlen in die Blutpfützen hinab. Viele Herzschläge lang blieb die Lethra in ihrem eigenen Blut so liegen, kaum ein Anwesender im Tempel hätte den Mut aufgebracht sie eines besseren zu belehren. Langsam öffneten sich ihre schmalen Augen, erschüttert von der eben erfahrenen Tatsache ihrer eigenen Unwissenheit über die Natur der Letharen richtete sich die Lethra nur langsam, begleitet von unterdrücktem Keuchen auf. Blickte sich langsam, sehr langsam im inneren des Tempels um und deutete mit einem knappen Wink einer Wache die Spuren ihres Gebets zu beseitigen. Si´nae Ro´elz war eine Einzelgängerin, genau wie jener Panther und sie wusste nun was am Ende dieses Weges auf sie wartete. Sie fürchtete den Tod viele Dekaden nicht mehr, doch sie hatte den Willen des Allvaters gespürt es nicht dem Panther nach zu machen. Kurz hüpften ihre Munfwinkel, sie kannte nun ihren Fehler. Auch wenn ihr der neu gezeichnete Weg keinesfalls attraktiv erschien wusste sie zumindest was sie zu tun hatte.*
Zuletzt geändert von Si´nae Ro´elz am Montag 7. Januar 2008, 16:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Si´nae Ro´elz
Stimme des Wahn
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*Sturmböen peitschten über die schmale Vertiefung im Gebirge, die Lethra erntete wie automatisiert eine widerwärtige Pflanzen nach der anderen während die ersten Boten des aufziehenden Sturmes am Berg brachen, sich teilten und ihre Haare wild umher wirbeln ließen. Das Zischeln des Windes verfestigte sich, gewann durch das vom Berg zurückgeworfene Echo an Volumen und schwoll langsam zu einem ohrenbetäubenden Lärm an. Die trainierten Ohren der einstigen Lethry registrierten ein bekanntes Geräusch darinnen: Das rhetorische fauchen eines Letharen, kurz bevor er die ersten präzise platzierten Worte ausspricht um seinen Gegenüber aus der Rolle zu bringen.*
"Si`nae... Si´nae... du einfältiges Kind..."
*Die gelangweilte Mimik der Lethra verlor sich in einem Anflug von Panik. Die feingliedrigen Finger öffneten sich, die Sichen fiel zu boden währen der Rücken sich spannte und die Miene hastig umher schwang, die Lethra befolgte die wohl älteste trainierte Weisheit der Letharen: Sei immer auf der Hut. Die Opalfarbenen Augen konnten keinen Letharfen oder Lethyren in ihrer Umgebung ausmachen, die Miene beruhigte sich langsam, der Atem wurde flacher. Noch ehe die krallenartigen Finger die Sichel umschliessen konnte begann der Wind erneut zischelnd auf die Lethra nieder zu fahren*
"Si`nae... Si´nae... du einfältiges Kind... hast du deine Zunge.... schon wieder nicht zügeln können!?"
*Die Lethra riss den gescheideten Rapier mit einer Handbewegung hervor, gleichsam wusste sie das ein unsichtbarer Fein kaum mit dieser lächerlichen Waffe zu besiegen wäre. Die Augen zuckten kurz, eine kaum sichtbare, reptilienhafte zweite Haut legte sich in rasanter Geschwindigkeit über die Opalfarbenen Iris, jene Haut die es der Lethra in Hölen ermöglichte wie am hellen Tage zu sehen. Nichts war zu sehen, ihr Haupt fuhr herum, der Rapier als verlängerung des Armes immer vor sich erhoben, doch kein Zeichen war zu finden woher die unwirkliche Stimme hervor kam.
Ein Mark erschütterndes Lachen hüllte den Geist der Lethra vollends in aufkeimende Panik ein, der Rapier wurde bei den anschwellenden Schmerzen fallen gelassen, erst jetzt bemerkte die verstörte Lethra das die Stimme nicht nur ihren Ohren, vielmehr ihren ganzen Körper schmerzen bereitete.*
„Närrisches Kind! Glaubst du wirklich du kannst mich Töten? Glaubst du wirklich du kannst mich auch nur bekämpfen....?“ *eine lange rhetorische Pause folgte, der Schmerz verebbte langsam, die Schläfen pulsierten, der Puls raste und der Atem wurde schneller. In den Gedanken Si´naes formten sich die Worte ehe der trockene Mund sie aussprechen konnte „Was willst du?“ doch viele Herzschläge bevor die Lippen mit Speichel benetzt wurden, bevor der Mund sich öffnen konnte donnerte es auf die kleine Lethra ein:* „Deinen Wertlosen Leib verformen, ihn zunutze machen für den einzigen Willen der dir noch wichtig sein wird!“ *Die Lethra brauchte einige Herzschläge ehe sie verstand das es nicht nötig war Worte aus zu sprechen, sie verstand langsam das es sich um keinen Letharfen oder um ein anderes Individuum wie sie ihr bekannt waren handeln konnte und sie verstand das Es ihre Gedanken lesen konnte. Zorn stieg in der Lethra auf, verformte ihre eiserne Maske der Emotionslosigkeit zu einer verzerrten Grimasse, die Augen traten langsam vor, die Stirn hob sich an und die langen, dürren Finger zuckten.* „Jaaaa....“ *zischelte es von allen Wänden* „Lass ihn wachsen und niemals Enden deinen Hass!“ *Ein flüchtiges Lächeln verzog die Miene der Lethra nur um zu erstarren als ihr erneut ein unsagbarer Schmerz die Innereien verdrehte* „Den Hass du Wurm!“ *Die Lethra senkte ihr Haupt, die Arme wurden abgespeizt, der Wind hingegen verebbte, viele Momente verharrte Si´nae in ihrer Demütugen Position, keine Stimme war zu vernehmen, kein zischeln, selbst der Wind beruhigte sich. Sie hob sich unsicher an, den Weg gen Letharen Unterschlupf gewand. Ihr Geist ratterte während ihre Miene sich in gleichgültiger Emotionslosigkeit verfestigte.*
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*Sturmböen peitschten über die schmale Vertiefung im Gebirge, die Lethra erntete wie automatisiert eine widerwärtige Pflanzen nach der anderen während die ersten Boten des aufziehenden Sturmes am Berg brachen, sich teilten und ihre Haare wild umher wirbeln ließen. Das Zischeln des Windes verfestigte sich, gewann durch das vom Berg zurückgeworfene Echo an Volumen und schwoll langsam zu einem ohrenbetäubenden Lärm an. Die trainierten Ohren der einstigen Lethry registrierten ein bekanntes Geräusch darinnen: Das rhetorische fauchen eines Letharen, kurz bevor er die ersten präzise platzierten Worte ausspricht um seinen Gegenüber aus der Rolle zu bringen.*
"Si`nae... Si´nae... du einfältiges Kind..."
*Die gelangweilte Mimik der Lethra verlor sich in einem Anflug von Panik. Die feingliedrigen Finger öffneten sich, die Sichen fiel zu boden währen der Rücken sich spannte und die Miene hastig umher schwang, die Lethra befolgte die wohl älteste trainierte Weisheit der Letharen: Sei immer auf der Hut. Die Opalfarbenen Augen konnten keinen Letharfen oder Lethyren in ihrer Umgebung ausmachen, die Miene beruhigte sich langsam, der Atem wurde flacher. Noch ehe die krallenartigen Finger die Sichel umschliessen konnte begann der Wind erneut zischelnd auf die Lethra nieder zu fahren*
"Si`nae... Si´nae... du einfältiges Kind... hast du deine Zunge.... schon wieder nicht zügeln können!?"
*Die Lethra riss den gescheideten Rapier mit einer Handbewegung hervor, gleichsam wusste sie das ein unsichtbarer Fein kaum mit dieser lächerlichen Waffe zu besiegen wäre. Die Augen zuckten kurz, eine kaum sichtbare, reptilienhafte zweite Haut legte sich in rasanter Geschwindigkeit über die Opalfarbenen Iris, jene Haut die es der Lethra in Hölen ermöglichte wie am hellen Tage zu sehen. Nichts war zu sehen, ihr Haupt fuhr herum, der Rapier als verlängerung des Armes immer vor sich erhoben, doch kein Zeichen war zu finden woher die unwirkliche Stimme hervor kam.
Ein Mark erschütterndes Lachen hüllte den Geist der Lethra vollends in aufkeimende Panik ein, der Rapier wurde bei den anschwellenden Schmerzen fallen gelassen, erst jetzt bemerkte die verstörte Lethra das die Stimme nicht nur ihren Ohren, vielmehr ihren ganzen Körper schmerzen bereitete.*
„Närrisches Kind! Glaubst du wirklich du kannst mich Töten? Glaubst du wirklich du kannst mich auch nur bekämpfen....?“ *eine lange rhetorische Pause folgte, der Schmerz verebbte langsam, die Schläfen pulsierten, der Puls raste und der Atem wurde schneller. In den Gedanken Si´naes formten sich die Worte ehe der trockene Mund sie aussprechen konnte „Was willst du?“ doch viele Herzschläge bevor die Lippen mit Speichel benetzt wurden, bevor der Mund sich öffnen konnte donnerte es auf die kleine Lethra ein:* „Deinen Wertlosen Leib verformen, ihn zunutze machen für den einzigen Willen der dir noch wichtig sein wird!“ *Die Lethra brauchte einige Herzschläge ehe sie verstand das es nicht nötig war Worte aus zu sprechen, sie verstand langsam das es sich um keinen Letharfen oder um ein anderes Individuum wie sie ihr bekannt waren handeln konnte und sie verstand das Es ihre Gedanken lesen konnte. Zorn stieg in der Lethra auf, verformte ihre eiserne Maske der Emotionslosigkeit zu einer verzerrten Grimasse, die Augen traten langsam vor, die Stirn hob sich an und die langen, dürren Finger zuckten.* „Jaaaa....“ *zischelte es von allen Wänden* „Lass ihn wachsen und niemals Enden deinen Hass!“ *Ein flüchtiges Lächeln verzog die Miene der Lethra nur um zu erstarren als ihr erneut ein unsagbarer Schmerz die Innereien verdrehte* „Den Hass du Wurm!“ *Die Lethra senkte ihr Haupt, die Arme wurden abgespeizt, der Wind hingegen verebbte, viele Momente verharrte Si´nae in ihrer Demütugen Position, keine Stimme war zu vernehmen, kein zischeln, selbst der Wind beruhigte sich. Sie hob sich unsicher an, den Weg gen Letharen Unterschlupf gewand. Ihr Geist ratterte während ihre Miene sich in gleichgültiger Emotionslosigkeit verfestigte.*
Zuletzt geändert von Si´nae Ro´elz am Samstag 12. Januar 2008, 15:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Si´nae Ro´elz
Erste Fäden im Netz
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*Ein Blick, gleich einer gezückten Klinge an der Hassschlagader, verzerrte die zierliche Miene zu einer entstellten Grimasse: die Brauen wanderten weit gen Haaransatz, die Nasenflügel bebten bei jedem Atemzug der verpesteten Luft der Außenwelt, die Augen formten sich zu schmalen Schlitzen, die langen, feingliedrigen Finger formten Fäuste während der Blick der Lethra die Silhouette der verschlafenen Kleinstadt Bajard musterte. Wie sehr hasste sie jenen Ort, wie sehr sehnte sie sich nach lodernden Flammen an jedem Häuserdach dieser Gemeinde, wie sehr nur wollte sie endlich diesen Schandfleck ausradieren, ihn tilgen, vernichten und schänden.*
"Sinae... Sinae... wirst du schon wieder deine... unsere Ziele vergessen..?"
*Die zu einem Strich verkommenen, von Zerstörungswut aufeinander gepressten Lippen formten ein Süffisantes Lächeln, noch kämpfte die Lethra darum die Zuflüsterungen ihrer eigenen inneren Stimme nicht an die Oberfläche ihrer Miene zu lassen, noch musste sie sich bemühen ihre Muskeln zu kontrollieren. Sie würde ihre Ziele nicht vergessen, der lächerliche erste Spion hatte versagt, seine Tarnung sollte nur nach wenigen Monden bereits geopfert werden, doch sie wusste das sie nur einen Bauern geopfert hatte, einen dummen Bauern. Fast wirkte es zu einfach, die Menschen jener Gemeinde waren einfältig, Zorn und Hass fanden einen guten Nährboden.
Ein kalter Wind Schlug der Lethra ins Gesicht, sie beschleunigte ihren Schritt, der Kutscher brachte keine Begrüßung über die rauen Lippen, öffnete die Türe und brachte den Vierspänner zum fahren. Die matt flackernden, Opalfarbenen Augen schlossen sich, der geschundene Geist ließ Erinnerungen passieren und zeichnete so Bilder in die Dunkelheit der geschlossenen Augenlieder. Unterbewusst zuckten die Mundwinkel als die Bilder vom „Ehrvollen“ Zwerg in ihr aufstiegen, von jenem Wesen dessen Axt der Lethra ohne Mühe den Kopf hätte spalten können, der jedoch aufgrund seiner Ehre eine, sich nicht einmal verteidigende, Lethra nicht richten konnte. Ein heißeres Lachen kroch die trockene Kehle hinauf als sie erneut die absurde Behauptung vernahm jene Ehre wäre eine Stärke, obwohl sie der Lethra doch gleichsam den Sieg brachte. Der Zwerg verschwamm in den geisterhaft gezeichneten Erinnerungen, die Angreifer wenige Tage zuvor formten sich in ihren Vorstellungen. Streiter Temoras wie sie behaupteten, voll von Hass und Furcht traten sie der Si´nae und Lys gegenüber, sie hielten weniger von Ehre, von Idealen und Moralvorstellung, sie kümmerte es nicht ob ihre Opfer sich wehrten oder nicht, wie einfach es ist, Alatars saht in Menschenköpfe zu pflanzen.*
„Termora...“ *zischelte die verwelkte Lethra* „Wie schwach sind doch deine Gläubigen, doch was erwartest du von ihnen? Die Kinder der Hure einer Hure wie sollen sie je...“
*Ein vielsagendes, unheilvolles, fast diabolisch anmutendes Lächeln verzierte die erhobenen Mundwinkel, die filligranen Augenbrauen hoben sich zu den pulsierenden Schläfen hin an, ehe sich die Mimik wieder langsam beruhigte.*
„Soll deine Brut ausgehölt werden, sollen sie von innen vernichtet und versklavt werden, der erste Fäden des Netzes führen bereits zu dir...“
*Kurz zuckten die Mundwinkel erneut, selbstsicher, fast überheblich schien ihr Lächeln, ehe neue Bilder die nur Si´nae zu sehen vermochte ihre Umrisse offenbarten: Jene absurde Kreatur sah sie, deren größte Liebe dem Querflötenspielen galt, dessen weiters favorisiertes Gesprächsthema das Schicksal seiner Haarpracht war, Si´nae stöhnte. Bei ihrem Treffen schien es als wäre Si´nae die, die auf diesem unwürdigem Wesen spielte, noch immer konnte die Lethra die Naivität dieses... Menschen nicht glauben, in ihr weigerte sich ein Drang derartige Dummheit zu akzeptieren, vielleicht, ja vielleicht hat auch er nur sein Spiel gespielt. Noch immer warteten Si´nae und ihre Schwester auf eine Antwort von jenem Wurm der sich Bürgermeister schimpft und die Geduld nahm stetig ab, erneut hatte die Lethra jenen Leandro – wie ihr berichtet wurde – nicht gefunden, doch ein Fünkchen Hoffnung stand in der Mimik der Lethra bei diesem Gedanken. Sie würde es genießen jenes Treffen, das kleine Dorf in eine Lage zu bringen in der sie lediglich zwischen Pest und Cholera wählen konnte.*
„Wir sind da!“
*dröhnte es vom Kutschbock hinab in die kaum beleuchtete Kabine der Kutsche, wenige Momente später öffnete der Kutscher die Türe, Si´nae stockte kurz als sie den aufgezogenen Sturm mit seinen ersten Regentropfen bemerkte. Die krallenartigen Extremitäten hoben sich an, die zugespitzen Fingernägel bohrten sich in den wärmenden Stoff ihres Mantels, die Gesichtszüge der Lethra verzerrten sich angewidert als sie die Kaputze tief ins Gesicht zog. Während dem kurzen Weg zur Letharenkollonie kreisten Si´naes Gedanken weiter, so gern würde sie dieses kleine Bauerndorf auf der Stelle angreifen, sie konnte in den Mienen ihrer Brüder und Schwestern sehen das ihr drang nicht geringer als der ihre war.*
„Si´nae... Si´nae... denk an deine Mutter, deine Hure die dich großzog, denk an ihre Worte oder Ende wie sie.“
*Ein Ruck durchfuhr den Körper der Lethra, tausende Gedanken auf einmal schossen durch das ohnehin zermarterte Hirn. Woher konnte... Wer war diese ... Stimme... war sie wirklich ein Teil ihrer selbst oder...
Si´nae wusste worauf SIE anspielte, sie erinnerte sich an die lehren ihrer... Mutter... als wären sie wenige Tage vergangen, stets die Peitsche erhoben hatte Xarx´ae ihrer Tochter, ihrem Todesurteil viel weitergegeben.*
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„Benutze dein Antlitz zu deinem Zwecke, sähe Furcht und Verwirrung mit deinen Gesten, denn nichts schützt dich mehr als der fahle Geschmack von Unkenntniss im Gesicht deines Gegenübers.“ Xarx’ae Ha’zan zu Si’nae Ro’elz.
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*Die Lethra betrat den Unterschlupf der Letharen, sie schüttelte kurz ihren Kopf ob ihrer eigenen Abwesenheit, streifte die Kaputze aus dem Gesicht und steuerte direkt zu den Zellen, der neuen „Verbündeten“. Si´nae hatte die Kutsche als Auserwählte verlassen, als ehrbares Wesen vor dem Respekt pflicht war, hier in der Unterwelt war sie als runenlose Lethra, als Suchende kaum mehr wert als die Orks und Trolle deren Mist sie beseitigen musste. Erneut zwang die Lethra ein gequältes Seufzen dazu in ihrer Kehle stecken zu bleiben, wie verlässlich nicht diese neuen Verbündeten waren! Ein zynisches lächeln kroch auf ihre Gesichtszüge, biete ihnen ein paar „Weiber“ und sie werden die Seite wieder wechseln, das Haupt schüttelte sich erneut*
„Si´nae... Si´nae... überlass das denken jenen, die dazu geboren wurden...“
*zischelte es von allen Wänden auf sie ein, die Miene der Lethra zeigte offenen Widerwillen, doch sie wusste das SIE recht hatte, sie öffnete die erste Zelle und griff nach der Schaufel. Es wird die Zeit kommen in der sie nicht mehr derartige Tätigkeiten erfüllen würde...“
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*Ein Blick, gleich einer gezückten Klinge an der Hassschlagader, verzerrte die zierliche Miene zu einer entstellten Grimasse: die Brauen wanderten weit gen Haaransatz, die Nasenflügel bebten bei jedem Atemzug der verpesteten Luft der Außenwelt, die Augen formten sich zu schmalen Schlitzen, die langen, feingliedrigen Finger formten Fäuste während der Blick der Lethra die Silhouette der verschlafenen Kleinstadt Bajard musterte. Wie sehr hasste sie jenen Ort, wie sehr sehnte sie sich nach lodernden Flammen an jedem Häuserdach dieser Gemeinde, wie sehr nur wollte sie endlich diesen Schandfleck ausradieren, ihn tilgen, vernichten und schänden.*
"Sinae... Sinae... wirst du schon wieder deine... unsere Ziele vergessen..?"
*Die zu einem Strich verkommenen, von Zerstörungswut aufeinander gepressten Lippen formten ein Süffisantes Lächeln, noch kämpfte die Lethra darum die Zuflüsterungen ihrer eigenen inneren Stimme nicht an die Oberfläche ihrer Miene zu lassen, noch musste sie sich bemühen ihre Muskeln zu kontrollieren. Sie würde ihre Ziele nicht vergessen, der lächerliche erste Spion hatte versagt, seine Tarnung sollte nur nach wenigen Monden bereits geopfert werden, doch sie wusste das sie nur einen Bauern geopfert hatte, einen dummen Bauern. Fast wirkte es zu einfach, die Menschen jener Gemeinde waren einfältig, Zorn und Hass fanden einen guten Nährboden.
Ein kalter Wind Schlug der Lethra ins Gesicht, sie beschleunigte ihren Schritt, der Kutscher brachte keine Begrüßung über die rauen Lippen, öffnete die Türe und brachte den Vierspänner zum fahren. Die matt flackernden, Opalfarbenen Augen schlossen sich, der geschundene Geist ließ Erinnerungen passieren und zeichnete so Bilder in die Dunkelheit der geschlossenen Augenlieder. Unterbewusst zuckten die Mundwinkel als die Bilder vom „Ehrvollen“ Zwerg in ihr aufstiegen, von jenem Wesen dessen Axt der Lethra ohne Mühe den Kopf hätte spalten können, der jedoch aufgrund seiner Ehre eine, sich nicht einmal verteidigende, Lethra nicht richten konnte. Ein heißeres Lachen kroch die trockene Kehle hinauf als sie erneut die absurde Behauptung vernahm jene Ehre wäre eine Stärke, obwohl sie der Lethra doch gleichsam den Sieg brachte. Der Zwerg verschwamm in den geisterhaft gezeichneten Erinnerungen, die Angreifer wenige Tage zuvor formten sich in ihren Vorstellungen. Streiter Temoras wie sie behaupteten, voll von Hass und Furcht traten sie der Si´nae und Lys gegenüber, sie hielten weniger von Ehre, von Idealen und Moralvorstellung, sie kümmerte es nicht ob ihre Opfer sich wehrten oder nicht, wie einfach es ist, Alatars saht in Menschenköpfe zu pflanzen.*
„Termora...“ *zischelte die verwelkte Lethra* „Wie schwach sind doch deine Gläubigen, doch was erwartest du von ihnen? Die Kinder der Hure einer Hure wie sollen sie je...“
*Ein vielsagendes, unheilvolles, fast diabolisch anmutendes Lächeln verzierte die erhobenen Mundwinkel, die filligranen Augenbrauen hoben sich zu den pulsierenden Schläfen hin an, ehe sich die Mimik wieder langsam beruhigte.*
„Soll deine Brut ausgehölt werden, sollen sie von innen vernichtet und versklavt werden, der erste Fäden des Netzes führen bereits zu dir...“
*Kurz zuckten die Mundwinkel erneut, selbstsicher, fast überheblich schien ihr Lächeln, ehe neue Bilder die nur Si´nae zu sehen vermochte ihre Umrisse offenbarten: Jene absurde Kreatur sah sie, deren größte Liebe dem Querflötenspielen galt, dessen weiters favorisiertes Gesprächsthema das Schicksal seiner Haarpracht war, Si´nae stöhnte. Bei ihrem Treffen schien es als wäre Si´nae die, die auf diesem unwürdigem Wesen spielte, noch immer konnte die Lethra die Naivität dieses... Menschen nicht glauben, in ihr weigerte sich ein Drang derartige Dummheit zu akzeptieren, vielleicht, ja vielleicht hat auch er nur sein Spiel gespielt. Noch immer warteten Si´nae und ihre Schwester auf eine Antwort von jenem Wurm der sich Bürgermeister schimpft und die Geduld nahm stetig ab, erneut hatte die Lethra jenen Leandro – wie ihr berichtet wurde – nicht gefunden, doch ein Fünkchen Hoffnung stand in der Mimik der Lethra bei diesem Gedanken. Sie würde es genießen jenes Treffen, das kleine Dorf in eine Lage zu bringen in der sie lediglich zwischen Pest und Cholera wählen konnte.*
„Wir sind da!“
*dröhnte es vom Kutschbock hinab in die kaum beleuchtete Kabine der Kutsche, wenige Momente später öffnete der Kutscher die Türe, Si´nae stockte kurz als sie den aufgezogenen Sturm mit seinen ersten Regentropfen bemerkte. Die krallenartigen Extremitäten hoben sich an, die zugespitzen Fingernägel bohrten sich in den wärmenden Stoff ihres Mantels, die Gesichtszüge der Lethra verzerrten sich angewidert als sie die Kaputze tief ins Gesicht zog. Während dem kurzen Weg zur Letharenkollonie kreisten Si´naes Gedanken weiter, so gern würde sie dieses kleine Bauerndorf auf der Stelle angreifen, sie konnte in den Mienen ihrer Brüder und Schwestern sehen das ihr drang nicht geringer als der ihre war.*
„Si´nae... Si´nae... denk an deine Mutter, deine Hure die dich großzog, denk an ihre Worte oder Ende wie sie.“
*Ein Ruck durchfuhr den Körper der Lethra, tausende Gedanken auf einmal schossen durch das ohnehin zermarterte Hirn. Woher konnte... Wer war diese ... Stimme... war sie wirklich ein Teil ihrer selbst oder...
Si´nae wusste worauf SIE anspielte, sie erinnerte sich an die lehren ihrer... Mutter... als wären sie wenige Tage vergangen, stets die Peitsche erhoben hatte Xarx´ae ihrer Tochter, ihrem Todesurteil viel weitergegeben.*
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„Benutze dein Antlitz zu deinem Zwecke, sähe Furcht und Verwirrung mit deinen Gesten, denn nichts schützt dich mehr als der fahle Geschmack von Unkenntniss im Gesicht deines Gegenübers.“ Xarx’ae Ha’zan zu Si’nae Ro’elz.
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*Die Lethra betrat den Unterschlupf der Letharen, sie schüttelte kurz ihren Kopf ob ihrer eigenen Abwesenheit, streifte die Kaputze aus dem Gesicht und steuerte direkt zu den Zellen, der neuen „Verbündeten“. Si´nae hatte die Kutsche als Auserwählte verlassen, als ehrbares Wesen vor dem Respekt pflicht war, hier in der Unterwelt war sie als runenlose Lethra, als Suchende kaum mehr wert als die Orks und Trolle deren Mist sie beseitigen musste. Erneut zwang die Lethra ein gequältes Seufzen dazu in ihrer Kehle stecken zu bleiben, wie verlässlich nicht diese neuen Verbündeten waren! Ein zynisches lächeln kroch auf ihre Gesichtszüge, biete ihnen ein paar „Weiber“ und sie werden die Seite wieder wechseln, das Haupt schüttelte sich erneut*
„Si´nae... Si´nae... überlass das denken jenen, die dazu geboren wurden...“
*zischelte es von allen Wänden auf sie ein, die Miene der Lethra zeigte offenen Widerwillen, doch sie wusste das SIE recht hatte, sie öffnete die erste Zelle und griff nach der Schaufel. Es wird die Zeit kommen in der sie nicht mehr derartige Tätigkeiten erfüllen würde...“
Zuletzt geändert von Si´nae Ro´elz am Dienstag 15. Januar 2008, 12:41, insgesamt 1-mal geändert.