Das Leben ist wahrlich ein zerbrechlich Ding. Es ist so leicht, ein Leben zu rauben, so leicht es zu nehmen, so leicht es auszulöschen. Und nur der Wille, die Moral eines Menschen hält ihn zurück, nicht wahllos ein Leben zu nehmen. Zu welchem Zwecke, so mag man sich fragen, könnte man doch durchaus so mir nichts dir nichts töten.
Wie, so frage ich mich, kann man etwas verehren das mit eindeutiger Sicherheit sowieso einst endet. Wie kann man das Leben ehren, das einzig auf Vergänglichkeit basiert? Wie kann man, so frage ich mich immer wieder, etwas behüten, das man besser zuvor nimmt. Die Seele mag im Körper eines Lebenden reifen, doch ist es doch gleich. Letzten Endes endet alles einzig und allein und unabdinglich im Tode. Und der Tod währt ewig.
Simoen war eine gelehrige Schülerin. Schweigsam vielleicht, doch in ihr brodelte der Zorn auf Loreen, und in ihr brodelte noch viel mehr die Neugierde, der Weg, den Wijay ihr gezeigt hatte - der Weg den sie beschreiten konnte. Sie KONNTE sich als würdig erweisen, ein Diener des Seelenherren zu werden, sie musste es nur wollen.
Es gibt viele Arten zu töten. Ob durch das Schwert, ob durch Vergiftung, oder wie in meinem Falle erst kürzlich durch die Verpestung. Auf die Weise kann man am schnellsten, am einfachsten und am effektivsten töten. Ein Massenmord, der uns unsere Tarnung nicht kosten mag.
Doch wie will man beweisen, dass man es würdig ist, im Dienste der Ewigkeit zu stehen? Ein einfacher Mord? Wohl kaum. Das ist zu bieder, das ist viel zu unprofessionell.
Ja, auch der Mord kann eine Kunst sein. Und du, meine Schülerin, hast einen Auftrag, den ich dir gebe. Es mag schwierig sein, doch wirst du nach getaner Arbeit erkennen, dass selbst ein gut geplanter Mord eine Kunst ist.
Dein Auftrag ist simpel. Suche dir jemanden aus und überrede ihn zum Selbstmord. Stelle sein gesamtes Tun in Frage - versuche dein Bestes damit er am Ende freiwillig aus diesem Leben scheidet. Das ist die wahre Kunst zu töten. Das ist deine aufgabe. Bewältigst du diese, dann bist du es wahrlich würdig. Vielleicht mag der Seelenherr dein Potential nach deiner Aufgabe erkennen.
Tue dein Bestes aber überstürze nichts. Du wirst feststellen, dass wahre macht nicht in der Machtgier liegt sondern in deinem Vertrauen zu deinem Tun. Du magst es schaffen. Doch musst du wohl überlegen.
Am Ende wirst du dein Kunstwerk betrachten und stolz auf dein Tun sein, glaube mir.
Die Kunst zu töten
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Wijay Loreen
Wir sprachen bereits über die Kunst, jemanden in den Selbstmord zu treiben. Es ist ein nettes Spielchen jemandes Leben zu zerstören, doch bedenke, Simoen, er muss es freiwillig tun. Deshalb versuche ihn zu überreden.
Zunächst wäre es ratsam dein Opfer kennen zu lernen, seine Ängste, seine Ziele, seine Lebensart zu erkunden. Anschließend wirst du dein Gift in Form süßer Worte langsam in seinen Geist eindringen lassen. Stelle alles was er tut in Frage, bedenke, dass jemand, der den Tod sucht einen plausiblen Grund braucht. Entsinne dich allem, was du von mir gelernt hast.
Zuerst sagst du ihm was er hören will, doch dann wirst du langsam aber sicher seine ganzen Ängste, seine Komplexe und seine Macken gegen ihn richten. Dein Opfer soll denken, dass alles was es tut sinnlos ist, das was er befürchtet ist wahr. Und dann, eines Tages wirst du deinem Opfer langsam aber sicher die Lösung des Freitods unterbreiten - langsam aber sicher. Jeder Mensch ist durchschaubar, er muss im Geiste nur schwach genug sein, dass er am Leben nicht mehr hängt.
Eine andere Form der Kunst zu töten ist das Schmieden von Intrigen. Eine Lektion die wir einst erlernen werden, sollte der Rabe Deiner aufmerksam werden und dich erwählen. Doch ob es dazu kommen mag - und wann liegt ganz an dir. Du musst es beweisen, würdig zu sein. Doch vielleicht mag der Tag einst kommen.
Ihr Auftreten war makellos - das musste man Simoen zugestehen - das Wissen jedoch fehlte. Allerdings brachte sie, wohl dank ihres Alters schon etwas mit, Selbsteinschätzung, Vertrauen in ihr Können und den Willen. Sorgen machte sie sich höchstens über ihre Müßigkeit. Doch auch dies mochte einst - so sie den Willen beibehielt - etwas sein, das schon bald der Vergangenheit angehören möge.
Zunächst wäre es ratsam dein Opfer kennen zu lernen, seine Ängste, seine Ziele, seine Lebensart zu erkunden. Anschließend wirst du dein Gift in Form süßer Worte langsam in seinen Geist eindringen lassen. Stelle alles was er tut in Frage, bedenke, dass jemand, der den Tod sucht einen plausiblen Grund braucht. Entsinne dich allem, was du von mir gelernt hast.
Zuerst sagst du ihm was er hören will, doch dann wirst du langsam aber sicher seine ganzen Ängste, seine Komplexe und seine Macken gegen ihn richten. Dein Opfer soll denken, dass alles was es tut sinnlos ist, das was er befürchtet ist wahr. Und dann, eines Tages wirst du deinem Opfer langsam aber sicher die Lösung des Freitods unterbreiten - langsam aber sicher. Jeder Mensch ist durchschaubar, er muss im Geiste nur schwach genug sein, dass er am Leben nicht mehr hängt.
Eine andere Form der Kunst zu töten ist das Schmieden von Intrigen. Eine Lektion die wir einst erlernen werden, sollte der Rabe Deiner aufmerksam werden und dich erwählen. Doch ob es dazu kommen mag - und wann liegt ganz an dir. Du musst es beweisen, würdig zu sein. Doch vielleicht mag der Tag einst kommen.
Ihr Auftreten war makellos - das musste man Simoen zugestehen - das Wissen jedoch fehlte. Allerdings brachte sie, wohl dank ihres Alters schon etwas mit, Selbsteinschätzung, Vertrauen in ihr Können und den Willen. Sorgen machte sie sich höchstens über ihre Müßigkeit. Doch auch dies mochte einst - so sie den Willen beibehielt - etwas sein, das schon bald der Vergangenheit angehören möge.
Zuletzt geändert von Wijay Loreen am Freitag 7. September 2007, 04:58, insgesamt 1-mal geändert.