Torinas Hinweis, am Strand nachzusehen trug früchte. Tajara durchstreifte am Morgen den Strand, mit wachem Blick, um ja fündig zu werden. Ind sie wurde es in der Tat. Einem Instinkt folgend setzte sie sich Knochenhelm und Knochenhandschuhe über und öffnete die kleine hübsch verzierte Schatulle als sie der Beschreibung folgte.
Der Lamerische Schwerze Strandskorpion liebt feucht-warmes Klima und wurde erstmalig auf Lameriast vom Tierforscher Helkias Stround entdeckt. Sein Verhalten ist zumeist äußerst agressiv, doch ist jenes Tier zumeist Nachts aktiv. Er ernährt sich vorwiegend von kleinen Sandschnecken, Asseln, Käfern und eventuell kleineren Nagern.
Das Gift dieses Getiers wirkt auf den Menschen nicht tödlich, ist jedoch anfangs sehr schmerzhaft und führt zu vorübergehender Erblindung, zumeist zwei Tage, doch gab es schon Fälle wo der Körper etwa eine Woche brauchte, um das Gift abzubauen.
Bei Kleintieren wirkt dieses Gift irritierend, weshalb der Skorpion rasch und effizient seine Beute verschlingen kann.
Vorsicht sei geboten. Denn das Tier neigt zu äußerster Agression.
Bei Tag - das heißt bei Tageslicht buddelt es sich in den Sand ein und schläft bis zum Einbruch der Nacht. Deshalb ist keien akute Gefahr ausgehend bei Menschen die ein Bad im Meer nehmen wollen. Zumal ist er mit seinen drei Fingern breit gut sichtbar. Leider gibt er jedoch kein Geräusch von sich.
Als sie das Vieh ergriff zappelte es wie verrückt und bohrte den unheimlich großen Stachel der am Schwanz hing klackend in die Knochenhandschuhe, wäre sie nicht geschützt wäre dies ein böser Stich gewesen.
Sie ließ das Insekt in die Schatulle fallen und verschoss sofort diese wieder. Ein Glück war, dass dieses Gift nicht zur Erblindung führte. Dieses Insekt war genau das, was sie brauchte. Ein Strandskorpion der agressiv vorging.
Sie legte schon zuvor Asseln in die Schatulle um das Tier über Tage hinweg zu ernähren. Zumal befand sich bbereits ihr Haar und ein Brief darin. Dieser würde heute noch abgeschickt, per Eilboten. Nicht dass jenes tier frühzeitig sterben würde. Es wäre ohnedies egal. Das Aussehen des Tieres - ihre Strähne - der Brief den sie irgendwie übersetzen lassen mussten sofern sie ihn lesen wollen würden - es war eine ausreichende Warnung. Sie verschloss sie und stapfte zurück.
All der Schmerz der in ihr saß wie ein Parasit, der Schlafmangel, die Nachdenklichkeit, dies Alles zehrten stark an ihr. Ihr Gesicht mochte die letzten Wochen um jahre gealtert wirken. Es konnte so nicht weitergehen. es wurde Zeit, dass die Jägerin ihre Beute vorwarnte. Rache, so erklärte ihr Torell, sei ehrlich und rein, sofern man sie ankündigt. Das wurde hiermit getan.
Kriegserklärung - Genug ist Genug!
- Tajara Nair
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- Tajara Nair
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Mit einem dumpfen Krachen bohrte sich die Spitze des Beils in das dicke Holz der Birke. Eigentlich hasste Tajara Holzhacken. Unglaublich was Marye daran fand, wenn sie darüber nachsinnte - doch sie brauchte das Holz schließlich, um Schäfte und Pfeile daraus zu machen. Ihre Armbrust und ihr Bogen fraßen die Dinger nahezu - oder vielmehr fraßen sie die Monster und die armen Gejagten, in die sich ein solches Geschoss bohren würde.
Sie vernahm die sich erwärmende Luft und die schweren Schritte nicht wirklich. Ihre Gedanken kreisten ganz woanders. Verbrecherische Seeleute, ein bevorstehender Kampf und andere Dinge. Es war gut, wieder einmal herauszukommen und einfache Arbeit zu tun. Schließlich hatte sie Nächtelang an Atinas zelle Wache geschoben, und an Schlaf war kaum zu denken angesichts so manch schwieriger Situation.
Erst als ein wütendes Aufbrüllen erklang, das sich alles Andere als freundlich anhörte fuhr sie herum - und erblickte den alten Anguren der Jall genannt wurde - die Luft um ihn flimmerte und überall wo er seinen Fuß aufsetzte verdorrte das Gras. Das war schon beunruhigend genug, doch sein wütender Blick und seine dröhnende Stimme waren alles andere als erfreulich. "THU MAK'N DOLLY KAPUTH!" dröhnte es. Sie ahnte sofort was los war. Scheinbar hatte irgendein Mitglied ihres Clans der sich Dolly Nannte (Ein Name den sie in einer anderen Situation mehr als lächerlich empfunden hatte) den Stich abbekommen. Einer von ihnen war also erblindet. Und zumindest in dieser Hinsicht wurde ihr gewahr, dass der Plan funktioniert hatte.
Erklärungen zum Trotz versuchte sie den Anguren einigermaßen zu beruhigen, dass das Gift nach ein paar Tagen verklungen war, vielleicht noch ein juckender Stich zurückbleiben wurde, doch er schien nicht zu hören und kam auf Tajara zu. Die Luft wurde heißer, sie flirrte förmlich und es schien beinahe so als ob alles um den Anguren in Flammen aufgehen würde. Und schließlich griff auch der Zorn nach ihr und sie brüllte ihn an, versuchend zu erklären, warum sie das denn eigentlich tat. Er schien es nicht zu verstehen.
Noch ein Schritt zurück und sie stieß gegen den Baum, an dem sie zuvor noch herumgehackt hatte. Ehe sie sich versah war ihre Rechte an den Waffengurt gewandert und ergriff eine Wurfaxt. Sie wurde sie erst werfen, wenn die Gefahr offensichtlich war - zu spät, wie sie später, sofern sie sich an die bizarre Szenerie noch erinnern konnte, rausfinden würde.
Denn von einem Moment auf dem anderen züngelten um jall Flammen auf - nein - er WURDE zu flammen. Ein Feuerelementar, oder zumindest eine Abart davon. Und sofort schnellte eine flammende Faust auf sie zu. Sie versuchte einen Ausweg zu finden, doch Tajara reagierte zu langsam. Eine heiße Faust traf sie auf die linke Wange. Es war keine Wucht dahinter, doch sie fühlte den Schmerz sofort. Er brannte sich wortwörtlich in ihre Haut ein.
Sie rollte sich zur seite ab - griff nach der Wurfaxt und schleuderte sie in Richtung des Wesens, doch sie ging hindurch. Und schon wurde sie wieder gepackt, diesmal am linken Arm. Der Griff war fest und sengend heiß. Sie schrie auf vor schmerz. Den Ruf nach Tajaras Namen, der von weiter hinten, ausgehend von Aimee, vernahm sie nicht, denn mit unglaublicher wucht wurde die schreiende junge Frau hochgerissen und zu Boden geschleudert. In ihrem Körper explodierte der Schmerz. Und erneut wurde sie hochgehoben.
"Das ist mein Ende" ging es ihr ruckartig durch den Kopf, doch der Gedanke erstarb als sie erneut zu Boden ging. Sie bekam den brechenden Arm nicht mehr mit, das Feuer nagte sich bereits zu den Knochen durch - sie bekam nur das Knacksen brechender Rippen mit - und einem erneuten hochheben. Doch als sie das Dritte Mal zu Boden ging wusste sie schon nichts mehr. Es wurde mit einem Mal schwarz... und dunkel... und...
Sie vernahm die sich erwärmende Luft und die schweren Schritte nicht wirklich. Ihre Gedanken kreisten ganz woanders. Verbrecherische Seeleute, ein bevorstehender Kampf und andere Dinge. Es war gut, wieder einmal herauszukommen und einfache Arbeit zu tun. Schließlich hatte sie Nächtelang an Atinas zelle Wache geschoben, und an Schlaf war kaum zu denken angesichts so manch schwieriger Situation.
Erst als ein wütendes Aufbrüllen erklang, das sich alles Andere als freundlich anhörte fuhr sie herum - und erblickte den alten Anguren der Jall genannt wurde - die Luft um ihn flimmerte und überall wo er seinen Fuß aufsetzte verdorrte das Gras. Das war schon beunruhigend genug, doch sein wütender Blick und seine dröhnende Stimme waren alles andere als erfreulich. "THU MAK'N DOLLY KAPUTH!" dröhnte es. Sie ahnte sofort was los war. Scheinbar hatte irgendein Mitglied ihres Clans der sich Dolly Nannte (Ein Name den sie in einer anderen Situation mehr als lächerlich empfunden hatte) den Stich abbekommen. Einer von ihnen war also erblindet. Und zumindest in dieser Hinsicht wurde ihr gewahr, dass der Plan funktioniert hatte.
Erklärungen zum Trotz versuchte sie den Anguren einigermaßen zu beruhigen, dass das Gift nach ein paar Tagen verklungen war, vielleicht noch ein juckender Stich zurückbleiben wurde, doch er schien nicht zu hören und kam auf Tajara zu. Die Luft wurde heißer, sie flirrte förmlich und es schien beinahe so als ob alles um den Anguren in Flammen aufgehen würde. Und schließlich griff auch der Zorn nach ihr und sie brüllte ihn an, versuchend zu erklären, warum sie das denn eigentlich tat. Er schien es nicht zu verstehen.
Noch ein Schritt zurück und sie stieß gegen den Baum, an dem sie zuvor noch herumgehackt hatte. Ehe sie sich versah war ihre Rechte an den Waffengurt gewandert und ergriff eine Wurfaxt. Sie wurde sie erst werfen, wenn die Gefahr offensichtlich war - zu spät, wie sie später, sofern sie sich an die bizarre Szenerie noch erinnern konnte, rausfinden würde.
Denn von einem Moment auf dem anderen züngelten um jall Flammen auf - nein - er WURDE zu flammen. Ein Feuerelementar, oder zumindest eine Abart davon. Und sofort schnellte eine flammende Faust auf sie zu. Sie versuchte einen Ausweg zu finden, doch Tajara reagierte zu langsam. Eine heiße Faust traf sie auf die linke Wange. Es war keine Wucht dahinter, doch sie fühlte den Schmerz sofort. Er brannte sich wortwörtlich in ihre Haut ein.
Sie rollte sich zur seite ab - griff nach der Wurfaxt und schleuderte sie in Richtung des Wesens, doch sie ging hindurch. Und schon wurde sie wieder gepackt, diesmal am linken Arm. Der Griff war fest und sengend heiß. Sie schrie auf vor schmerz. Den Ruf nach Tajaras Namen, der von weiter hinten, ausgehend von Aimee, vernahm sie nicht, denn mit unglaublicher wucht wurde die schreiende junge Frau hochgerissen und zu Boden geschleudert. In ihrem Körper explodierte der Schmerz. Und erneut wurde sie hochgehoben.
"Das ist mein Ende" ging es ihr ruckartig durch den Kopf, doch der Gedanke erstarb als sie erneut zu Boden ging. Sie bekam den brechenden Arm nicht mehr mit, das Feuer nagte sich bereits zu den Knochen durch - sie bekam nur das Knacksen brechender Rippen mit - und einem erneuten hochheben. Doch als sie das Dritte Mal zu Boden ging wusste sie schon nichts mehr. Es wurde mit einem Mal schwarz... und dunkel... und...
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Jall-Argayth MacAgrona
[OOC: das "Paket" bezieht sich darauf: [url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=24067]Klick![/url]]
Fuachtero
Unverständnis, Zorn.
Hass.
In dieser Reihenfolge begehrten die Gefühle in dem alten Mimir auf, als er das Kalkül wahrnahm, mit dem man ihn und seinen Clan hinters Licht geführt hatte. Da lag es, das Zeichen für die Falschheit der „Pimpfen“, der Bewohner der grünen Inseln: Dolly. Ein kleines Mädchen, welches in die Obhut des Clans gegeben worden war und sich nun in Schmerzen wand. Jeder Atemzug schien dem jungen, unvollendeten Körper einen Kampf zu kosten. Jeder Atemzug schien der letzte zu sein und das klägliche Rasseln, welches nun die sonst so lebhafte Hütte erfüllte, jagte heiße Schauer von Abscheu und Wut durch den Körper des Alten. Es war dasselbe Lager. Dort, wo Dolly nun um ihr Leben rang, hatte Jall bereits Argail niedergelegt, um seine schweren Wunden zu behandeln.
Greise und Kinder. Das waren die Ziele des Clans der Schwestern.
Diese trockene Feststellung ließ den Alten immer stärker um seine Fassung kämpfen. Jeder gequälte Atemzug Dollys schien die Flammen seines Zorns zu stärken, sie zu wildem Leben zu erwecken, während jede Unregelmäßigkeit in der Atmung des Mädchens die Sorge speiste. Jall kannte das Gift nicht, kannte keine Krabbeltiere, die mit ihrem Stachel den Tod brachten. Er war machtlos. Aber er wusste, dass ein Angure sehr wohl in der Lage war, seine Ansichten zu solch hinterhältigem Vorgehen dem Schuldigen beizubringen. Besonders, wenn der Angure keinen anderen Gedanken fassen konnte und im wahrsten Sinne darauf brannte, es zu tun.
Die Temperatur, die von Jall ausging, hatte bereits jedes natürliche Maß überschritten und drohte, weiter anzusteigen.
Es waren erst wenige Augenblicke seit dem Fund der blauen Haarsträhne vergangen, die den Hohn und Spott der Schwestern in die kühle Abendluft eines endenden Tages hinausschrie. Diese Haarsträhne hatte eine Gefühlsregung in dem Alten geweckt, welche seit Jahrzehnten nicht mehr hervorgetreten war. Die blanke, destruktive Lust – der Ruf des Feuers. Sein alter Lehrmeister hatte ihn damals vor diesem Gefühl gewarnt, denn es brachte mehr als nur gerechte Rache, mehr, als Strafe und Genugtuung. Es brachte den Tod. „Feuer verzehrt, bis all’s h’nfort is“, hatte er gesagt, „all’s, vielleicht auch du.“ Die Worte hallten jedoch nicht laut genug, um das Wissen um die Macht in sich zu übertönen, das Kribbeln auf der Haut zu mildern. Die Ahnen, das wusste Jall, waren auf seiner Seite - und was sollte es ihn kümmern, wenn ganz Lameriast in Flammen aufgehen würde. Kein Angure wäre bedroht gewesen. Kein ehrlicher, stolzer Angure. Nur verlogener, falscher, feiger Abschaum.
Der Ruf des Feuers war mächtig.
Xinthra sollte die erste sein, die die formgewordene Wut eines Mimir des stolzen Kriegerclans der Agrona am eigenen Leib erfahren würde: Sie war es gewesen, dies verstand Jall nun, die sein Vertrauen durch schöne Worte erschlichen, die seine Sinne abgestumpft hatte. Sie hatte in der hohen Sprache der Ahnen, des Geschlechts des Angur, betrogen und stand auch an diesem Tag vor ihm, als wäre ihr nach einem weiteren Plausch. Wie viel Dreistigkeit konnte in einem so kleinen Körper stecken? Wieder wollte sie von Frieden reden, von Einsehen, von Einverständnis. Jedes Wort bohrte sich in den Geist des Anguren, welcher bereits eine beängstigende Hitze verbreitete. Jede Silbe nährte das gierige Feuer, steigerte die Wut. Wie konnte es ein solches Weib wagen, einen Alten des Clans, einen stolzen Kerl mit langer, namhafter Blutslinie und unzähligen Narben an Körper und Geist, derart zu verspotten?
Es war ein Moment der geistigen Unaufmerksamkeit, als der Ruf nach Zerstörung und Blut, nach gerechtem Krieg, übermächtig wurde und die Flammen, die nur seinen Körper zu durchströmen schienen, an die Oberfläche kamen und jene durchbrachen. „Feuer“, so hallte es im Kopf des riesenhaften Schamanen der MacAgrona leise, „is‘ das Blut Angurs. Feuer fließt durch de Venen von de Angur’n, wenn se‘ mit und für de Ahn’n kämpfen.“
„Aber manchmal kommt d’s Feuer hervor, wenn de Angur‘ beseelt is.“
Über das Fauchen und Zischen des tanzenden Infernos hinweg erhob sich die Stimme des Alten, welcher in diesem Moment eins mit dem Undankbarsten aller Elemente zu sein schien. Wo war Tajara? Wo war das Ziel all dieser Zerstörungswut, all diesen Hasses? Jall wollte es wissen, doch er verzichtete auf viele Worte. Feuer und Kraft, beides in zu großen Mengen, wirkte in der jungen Nacht auf die Kriegerin ein. Der Mimir nahm die verzweifelten Attacken einer eidgebundenen Kriegerin kaum wahr und reagierte nur ohne Gedanken daran zu verschwenden. Jedes Denken fixierte sich auf blaues Haar, auf ein junges Gesicht einer kleinen Frau. Auf Rache. Selbst, als Xinthra mit einer letzten Attacke die Hitze und die Härte eines unnachgiebigen Körpers durchdrang und den Arm des Mimir aufschlitzte, sodass sein Blut troff und zischend in den lüsternen Flammen verging, war da nicht mehr als eine Reaktion, ein Hieb, das brachiale Herumschleudern einer störenden Präsenz. Der Blutstrom versiegte schon bald. Auch hier war es eine Reaktion und nicht mehr, die den Körper heilte, getrenntes Fleisch und gebrochene Knochen wieder verband.
Die Reise begann, als Xinthras Leib am verkohlten Boden Machads zum Liegen kam, gezeichnet durch den Kampf gegen ein Element, welches sich nicht nur an der Umgebung, sondern auch am Feind gütlich tat – das Feuer fraß sich gierig in Kleidung und Fleisch, es machte keine Unterschiede. Die Frau ließ Jall ohne einen Funken Mitleid zurück. Die einzige Zuflucht in dieser lebensfeindlichen Umgebung war durch Erde und Stein, durch das wahre Element des Alten, versiegelt worden. Über dem Haus des Clans lag nun eine massige Kuppel, welche niemanden an das Kind heranlassen würde.
Lameriast
Eine der grünen Inseln. Warm, feucht und stickig. Kein Lebensraum für das Volk des Nordens. Doch diesmal war die Hitze der Insel nicht in der Lage, den Mimir zu erreichen oder ihn sogar zu stören. Er hatte das Element des Feuers wieder in sich aufgenommen, streifte durch das weite Land, suchte in der Nähe des Lagers der Jägerinnen und zog immer weitere, scheinbar völlig ziellose Kreise. Seine Sinne zeigten ihm weit mehr, als ein normaler Angure jemals gesehen hätte – so ist es fraglich, ob nur der Zufall den Hünen auf den Waldweg, zu seinem Opfer, führte.
War das Element auf Fuachtero noch lockend, wie die helfende Hand eines starken Gefährten, verzerrte sich diese Empfindung, als das blaue Haar unweit des Alten im leichten Wind wehte. Hier wurde das Feuer zu einer verzehrenden Bestie, einer Bestie, der sich Jall nicht widersetzte. Im Gegenteil: Hier fand Zorn und Abscheu den lodernden Zenit und das zerstörende Schauspiel fand sein Finale. Der Stolz gebot dem Mimir, Tajara den Grund für seine Tat zu nennen, obgleich er wusste, dass diese Frau sehr wohl im Bilde war. Der Anstand und die Ehre sorgten dafür, dass der Alte sie nicht mit der gesamten Wucht der Macht der Ahnen attackierte… und doch waren diese wenigen Augenblicke ein Exzess der Gewalt und des Schmerzes. Nur wenig fehlte, um ein Leben auf brutalste Art und Weise zu beenden. Wäre die zweite Frau nicht erschienen – vielleicht würde an den Händen des Alten nun noch mehr Blut kleben.
Er hätte es nicht bereut.
Hatte er vor Jahrzehnten noch mit seinem Clan gegen Anguren gekämpft, mit der Axt in Händen Angur Ehre gezollt, stand der Alte nun inmitten eines verkohlten Feldes und spürte die letzten Wellen der Wut abklingen. Hier war er nicht mit den ehrwürdigen Waffen vorgegangen, hier hatte einzig der Hass getobt und weit mehr als nur die Haut Tajaras versengt. Bäume lagen entwurzelt da, der Boden war verkohlt und leblos und in den Wipfeln glomm es noch immer gefährlich.
Dies war der Preis, den die Frau für die Schmerzen der Schutzbefohlenen des Clans zu zahlen hatte. Die Sorge um das Kind kämpfte sich nun wieder in den Vordergrund und ließ den massigen Leib des Alten abkühlen. Er wusste, dass das Schicksal des Clans der Schwestern mit dem Dollys verbunden war. Eine der wohl höchsten Regeln des Clans war Ausgeglichenheit. Für den Tod eines Agronas wäre einiges aufzuwiegen.
Wenige warnende Worte, dann verließ der Mimir den Ort seines Wütens. Er blickte nicht zurück. Reue für die zurückliegenden Momente gab es nicht, ebensowenig Mitleid für die Frauen, welche den Zorn der Ahnen verspürt hatten. Jall wusste, dass er gerecht gehandelt hatte. Gerecht und im Sinne der heiligsten Traditionen seines stolzen Volkes.
Fuachtero
Unverständnis, Zorn.
Hass.
In dieser Reihenfolge begehrten die Gefühle in dem alten Mimir auf, als er das Kalkül wahrnahm, mit dem man ihn und seinen Clan hinters Licht geführt hatte. Da lag es, das Zeichen für die Falschheit der „Pimpfen“, der Bewohner der grünen Inseln: Dolly. Ein kleines Mädchen, welches in die Obhut des Clans gegeben worden war und sich nun in Schmerzen wand. Jeder Atemzug schien dem jungen, unvollendeten Körper einen Kampf zu kosten. Jeder Atemzug schien der letzte zu sein und das klägliche Rasseln, welches nun die sonst so lebhafte Hütte erfüllte, jagte heiße Schauer von Abscheu und Wut durch den Körper des Alten. Es war dasselbe Lager. Dort, wo Dolly nun um ihr Leben rang, hatte Jall bereits Argail niedergelegt, um seine schweren Wunden zu behandeln.
Greise und Kinder. Das waren die Ziele des Clans der Schwestern.
Diese trockene Feststellung ließ den Alten immer stärker um seine Fassung kämpfen. Jeder gequälte Atemzug Dollys schien die Flammen seines Zorns zu stärken, sie zu wildem Leben zu erwecken, während jede Unregelmäßigkeit in der Atmung des Mädchens die Sorge speiste. Jall kannte das Gift nicht, kannte keine Krabbeltiere, die mit ihrem Stachel den Tod brachten. Er war machtlos. Aber er wusste, dass ein Angure sehr wohl in der Lage war, seine Ansichten zu solch hinterhältigem Vorgehen dem Schuldigen beizubringen. Besonders, wenn der Angure keinen anderen Gedanken fassen konnte und im wahrsten Sinne darauf brannte, es zu tun.
Die Temperatur, die von Jall ausging, hatte bereits jedes natürliche Maß überschritten und drohte, weiter anzusteigen.
Es waren erst wenige Augenblicke seit dem Fund der blauen Haarsträhne vergangen, die den Hohn und Spott der Schwestern in die kühle Abendluft eines endenden Tages hinausschrie. Diese Haarsträhne hatte eine Gefühlsregung in dem Alten geweckt, welche seit Jahrzehnten nicht mehr hervorgetreten war. Die blanke, destruktive Lust – der Ruf des Feuers. Sein alter Lehrmeister hatte ihn damals vor diesem Gefühl gewarnt, denn es brachte mehr als nur gerechte Rache, mehr, als Strafe und Genugtuung. Es brachte den Tod. „Feuer verzehrt, bis all’s h’nfort is“, hatte er gesagt, „all’s, vielleicht auch du.“ Die Worte hallten jedoch nicht laut genug, um das Wissen um die Macht in sich zu übertönen, das Kribbeln auf der Haut zu mildern. Die Ahnen, das wusste Jall, waren auf seiner Seite - und was sollte es ihn kümmern, wenn ganz Lameriast in Flammen aufgehen würde. Kein Angure wäre bedroht gewesen. Kein ehrlicher, stolzer Angure. Nur verlogener, falscher, feiger Abschaum.
Der Ruf des Feuers war mächtig.
Xinthra sollte die erste sein, die die formgewordene Wut eines Mimir des stolzen Kriegerclans der Agrona am eigenen Leib erfahren würde: Sie war es gewesen, dies verstand Jall nun, die sein Vertrauen durch schöne Worte erschlichen, die seine Sinne abgestumpft hatte. Sie hatte in der hohen Sprache der Ahnen, des Geschlechts des Angur, betrogen und stand auch an diesem Tag vor ihm, als wäre ihr nach einem weiteren Plausch. Wie viel Dreistigkeit konnte in einem so kleinen Körper stecken? Wieder wollte sie von Frieden reden, von Einsehen, von Einverständnis. Jedes Wort bohrte sich in den Geist des Anguren, welcher bereits eine beängstigende Hitze verbreitete. Jede Silbe nährte das gierige Feuer, steigerte die Wut. Wie konnte es ein solches Weib wagen, einen Alten des Clans, einen stolzen Kerl mit langer, namhafter Blutslinie und unzähligen Narben an Körper und Geist, derart zu verspotten?
Es war ein Moment der geistigen Unaufmerksamkeit, als der Ruf nach Zerstörung und Blut, nach gerechtem Krieg, übermächtig wurde und die Flammen, die nur seinen Körper zu durchströmen schienen, an die Oberfläche kamen und jene durchbrachen. „Feuer“, so hallte es im Kopf des riesenhaften Schamanen der MacAgrona leise, „is‘ das Blut Angurs. Feuer fließt durch de Venen von de Angur’n, wenn se‘ mit und für de Ahn’n kämpfen.“
„Aber manchmal kommt d’s Feuer hervor, wenn de Angur‘ beseelt is.“
Über das Fauchen und Zischen des tanzenden Infernos hinweg erhob sich die Stimme des Alten, welcher in diesem Moment eins mit dem Undankbarsten aller Elemente zu sein schien. Wo war Tajara? Wo war das Ziel all dieser Zerstörungswut, all diesen Hasses? Jall wollte es wissen, doch er verzichtete auf viele Worte. Feuer und Kraft, beides in zu großen Mengen, wirkte in der jungen Nacht auf die Kriegerin ein. Der Mimir nahm die verzweifelten Attacken einer eidgebundenen Kriegerin kaum wahr und reagierte nur ohne Gedanken daran zu verschwenden. Jedes Denken fixierte sich auf blaues Haar, auf ein junges Gesicht einer kleinen Frau. Auf Rache. Selbst, als Xinthra mit einer letzten Attacke die Hitze und die Härte eines unnachgiebigen Körpers durchdrang und den Arm des Mimir aufschlitzte, sodass sein Blut troff und zischend in den lüsternen Flammen verging, war da nicht mehr als eine Reaktion, ein Hieb, das brachiale Herumschleudern einer störenden Präsenz. Der Blutstrom versiegte schon bald. Auch hier war es eine Reaktion und nicht mehr, die den Körper heilte, getrenntes Fleisch und gebrochene Knochen wieder verband.
Die Reise begann, als Xinthras Leib am verkohlten Boden Machads zum Liegen kam, gezeichnet durch den Kampf gegen ein Element, welches sich nicht nur an der Umgebung, sondern auch am Feind gütlich tat – das Feuer fraß sich gierig in Kleidung und Fleisch, es machte keine Unterschiede. Die Frau ließ Jall ohne einen Funken Mitleid zurück. Die einzige Zuflucht in dieser lebensfeindlichen Umgebung war durch Erde und Stein, durch das wahre Element des Alten, versiegelt worden. Über dem Haus des Clans lag nun eine massige Kuppel, welche niemanden an das Kind heranlassen würde.
Lameriast
Eine der grünen Inseln. Warm, feucht und stickig. Kein Lebensraum für das Volk des Nordens. Doch diesmal war die Hitze der Insel nicht in der Lage, den Mimir zu erreichen oder ihn sogar zu stören. Er hatte das Element des Feuers wieder in sich aufgenommen, streifte durch das weite Land, suchte in der Nähe des Lagers der Jägerinnen und zog immer weitere, scheinbar völlig ziellose Kreise. Seine Sinne zeigten ihm weit mehr, als ein normaler Angure jemals gesehen hätte – so ist es fraglich, ob nur der Zufall den Hünen auf den Waldweg, zu seinem Opfer, führte.
War das Element auf Fuachtero noch lockend, wie die helfende Hand eines starken Gefährten, verzerrte sich diese Empfindung, als das blaue Haar unweit des Alten im leichten Wind wehte. Hier wurde das Feuer zu einer verzehrenden Bestie, einer Bestie, der sich Jall nicht widersetzte. Im Gegenteil: Hier fand Zorn und Abscheu den lodernden Zenit und das zerstörende Schauspiel fand sein Finale. Der Stolz gebot dem Mimir, Tajara den Grund für seine Tat zu nennen, obgleich er wusste, dass diese Frau sehr wohl im Bilde war. Der Anstand und die Ehre sorgten dafür, dass der Alte sie nicht mit der gesamten Wucht der Macht der Ahnen attackierte… und doch waren diese wenigen Augenblicke ein Exzess der Gewalt und des Schmerzes. Nur wenig fehlte, um ein Leben auf brutalste Art und Weise zu beenden. Wäre die zweite Frau nicht erschienen – vielleicht würde an den Händen des Alten nun noch mehr Blut kleben.
Er hätte es nicht bereut.
Hatte er vor Jahrzehnten noch mit seinem Clan gegen Anguren gekämpft, mit der Axt in Händen Angur Ehre gezollt, stand der Alte nun inmitten eines verkohlten Feldes und spürte die letzten Wellen der Wut abklingen. Hier war er nicht mit den ehrwürdigen Waffen vorgegangen, hier hatte einzig der Hass getobt und weit mehr als nur die Haut Tajaras versengt. Bäume lagen entwurzelt da, der Boden war verkohlt und leblos und in den Wipfeln glomm es noch immer gefährlich.
Dies war der Preis, den die Frau für die Schmerzen der Schutzbefohlenen des Clans zu zahlen hatte. Die Sorge um das Kind kämpfte sich nun wieder in den Vordergrund und ließ den massigen Leib des Alten abkühlen. Er wusste, dass das Schicksal des Clans der Schwestern mit dem Dollys verbunden war. Eine der wohl höchsten Regeln des Clans war Ausgeglichenheit. Für den Tod eines Agronas wäre einiges aufzuwiegen.
Wenige warnende Worte, dann verließ der Mimir den Ort seines Wütens. Er blickte nicht zurück. Reue für die zurückliegenden Momente gab es nicht, ebensowenig Mitleid für die Frauen, welche den Zorn der Ahnen verspürt hatten. Jall wusste, dass er gerecht gehandelt hatte. Gerecht und im Sinne der heiligsten Traditionen seines stolzen Volkes.
Zuletzt geändert von Jall-Argayth MacAgrona am Sonntag 26. August 2007, 20:01, insgesamt 2-mal geändert.
- Tajara Nair
- Beiträge: 609
- Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57
An das Erwachen erinnerte sie sich später nicht mehr. Sie erinnerte sich nur vage an Gesprächsfetzen die sie von Xinthra aufgefangen hatte. Gefangen zwischen Fiebertraum und Realität war es nicht einnal sicher, ob sie die Nacht überstehen würde. Doch das Fieber wich und Tajara gewann den Kampf gegen den Tod, auch wenn dieser wohl ein sehr harter war.
Ihr Körper war zerschmettert. Knochenbrüche, Brandverletzungen - es war ein wohl sehr hässlicher Anblick. "Du siehst nicht so gut aus", hatte Xin gesagt. Außerdem antwortete sie nicht auf die vielen Fragen, die Tajara hatte, als sie am nächsten Tag zum ersten mal wieder vollständig zu Bewusstsein kam.
Xinthra wollte sie wohl nicht aufregen. Also musste etwas geschehen sein. Und sie war ebenfalls verletzt, wenn auch offenbar nicht so schwer wie sie.
Endlich, nach Stunden wurden ihr von Xinthra einige Fragen beantwortet. Ein Kind! Sie hatte ein Kind verletzt. Das erklärte wohl auch die Wut von Jall. Aber Xin sprach die Sprache wieder - und es sollte keinen Kampf mehr geben. Aber wer lässt ein Kind die Post öffnen? Es war furchtbar. Tränen liefen ihr die Augen herab, die ihr Xinthra abtupfte.
Nur mit mühe konnte sie den Kopf bewegen, er schmerzte, aber er war offenbar nicht verletzt. Wahrscheinlich war es die Wucht mit der sie weiß Gott wie woft umhergeschleudert wurde.
Am Schlimmsten war die Einsamkeit. Denn es passierte oft genug dass sie alleine in ihrer Hütte daniederlag, gefangen mit ihren Gedanke. Die Schwestern mussten sie nun völlig verachten. Dabei wollte sie den Anguren nur eine Lehre erteilen, ihnen zeigen wie es ist Ängste um jemanden auszustehen...
Nein - das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war eine Erkenntnis die sie Fasste als sie endlich die Kraft wieder hatte ihren heilen Linken Arm zu bewegen... Sie spürte ihre Beine nicht mehr. Genaugenommen spürte sie unterhalb ihrer Hüfte überhaupt nichts mehr - und sie konnte nichts mehr bewegen.
Ihr Körper war zerschmettert. Knochenbrüche, Brandverletzungen - es war ein wohl sehr hässlicher Anblick. "Du siehst nicht so gut aus", hatte Xin gesagt. Außerdem antwortete sie nicht auf die vielen Fragen, die Tajara hatte, als sie am nächsten Tag zum ersten mal wieder vollständig zu Bewusstsein kam.
Xinthra wollte sie wohl nicht aufregen. Also musste etwas geschehen sein. Und sie war ebenfalls verletzt, wenn auch offenbar nicht so schwer wie sie.
Endlich, nach Stunden wurden ihr von Xinthra einige Fragen beantwortet. Ein Kind! Sie hatte ein Kind verletzt. Das erklärte wohl auch die Wut von Jall. Aber Xin sprach die Sprache wieder - und es sollte keinen Kampf mehr geben. Aber wer lässt ein Kind die Post öffnen? Es war furchtbar. Tränen liefen ihr die Augen herab, die ihr Xinthra abtupfte.
Nur mit mühe konnte sie den Kopf bewegen, er schmerzte, aber er war offenbar nicht verletzt. Wahrscheinlich war es die Wucht mit der sie weiß Gott wie woft umhergeschleudert wurde.
Am Schlimmsten war die Einsamkeit. Denn es passierte oft genug dass sie alleine in ihrer Hütte daniederlag, gefangen mit ihren Gedanke. Die Schwestern mussten sie nun völlig verachten. Dabei wollte sie den Anguren nur eine Lehre erteilen, ihnen zeigen wie es ist Ängste um jemanden auszustehen...
Nein - das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war eine Erkenntnis die sie Fasste als sie endlich die Kraft wieder hatte ihren heilen Linken Arm zu bewegen... Sie spürte ihre Beine nicht mehr. Genaugenommen spürte sie unterhalb ihrer Hüfte überhaupt nichts mehr - und sie konnte nichts mehr bewegen.