Die Bardin die sich gar niemals verlieben wollte ...

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Trisha

Die Bardin die sich gar niemals verlieben wollte ...

Beitrag von Trisha »

Damals

„Trisha ich lieb dich! Lass uns Heiraten!“ der kleine Bursche der neben der jungen, rothaarigen Frau saß sah ernst zu ihr hoch. Diese kicherte und sah beiseite und tätschelte seinen Kopf sanft und zwinkerte ihm zu. „Ach weißt du kleiner, sei mal froh dass du dich noch nicht richtig verliebt hast, das kommt eines Tages wenn du größer bist.“ Der Kleine verschränkte die Arme und zog einen Schmollmund. „Aber ich lieb dich wirklich, will dass wir bald heiraten, ja?“ Nun sah die junge Frau ihn ernst an. „Weißt du Kleiner, ich mag dich auch.
Aber eine Bardin verliebt sich nicht, das geht nicht, verstehst du? Verlieben würd ja heißen ich müsst hier bei dir bleiben und könnt nicht mehr wandern. Dann wär ich ja gar keine Bardin mehr oder?“ Der Bursche zog die Stirne kraus und blinzelte vor sich her ehe er zustimmend nickte. „Das leuchtet ein. Aber dann wirst du dich ja nie verlieben Trisha, oder?“ Und der Rotschopf lächelte sachte. „Weißt du ich glaub jemand wie ich wird sich nie verlieben oder besser gesagt, niemand wird sich je in mich verlieben … es würde einfach nicht passen.“

Heute

Sie öffnete die Augen und starrte an die Decke. Es war mitten in der Nacht und sie lag halbnackt in einem Bett aus Fellen im Lager der Gefährtinnen. Man hatte sie angesichts der Lage in Varuna und der drohenden Pest hierher gebracht und auch wenn Trisha sich erst weigern wollte schien es Angesichts der Lage nicht allzu schlecht zu sein. Man hatte ihr ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt und sie hatte wirklich viel Platz. Alles war bestens und das lag nicht nur an dem großen Zimmer sondern an etwas anderem. Trisha war nämlich nicht alleine zu den Gefährtinnen gegangen und besagte Person die sie begleitete war es auch die das Zimmer mit ihr teilte, die sogar halb nackt neben ihr lag und schlief und zu allem Überfluss war es ein Mensch den sie liebte. Sie sah beiseite und betrachtete sie mit einem verträumten Lächeln.
Dass sie sich wirklich jemals verlieben würde, damit hätte sie als allerletztes gerechnet und doch war es Schlag auf Schlag gekommen und sie konnte rein gar nichts dagegen tun, und wenn sie wirklich ehrlich zu sich selbst war, dann wollte sie auch rein gar nichts dagegen tun. Am Anfang war es alles etwas irritierend gewesen, sie hatte eigentlich immer damit gerechnet dass, wenn sie sich wirklich mal verlieben würde, ein Mann letztendlich ihr Herz erobern würde und keine Frau aber Aimee war anders, sie war eine Frau in der sie Schönheit sah.
Wenn sie sonst irgendwelche Frauen betrachtete, zuckten ihre Emotionen nur gleichgültig mit den Schultern aber bei ihr war es anders und Trisha konnte sich nicht einmal erklären wieso. Es schien beiden jedenfalls ähnlich, Liebe auf den ersten Blick war es trotz allem nicht. Trisha hatte sich mit dem Gedanken, einer Frau zu gefallen, nicht wirklich anfreunden können doch den Göttern zum Dank war Aimee hartnäckig geblieben und hatte nicht aufgegeben und letztendlich war das letzte bisschen Unsicherheit weg.

Sie beide lebten nun vorübergehend hier auf Lameriast und immer wieder hatte Trisha nachgedacht was eine Beziehung für sie bedeuten würde und sie hatte Aimee genauso über ihre „Sorgen“ unterrichtet und trotzdem war in ihr alles ruhig was dieses Thema anging.
Sie würde es irgendwie geregelt bekommen ihre übliche Wanderlaune zu befriedigen und gleichzeitig sesshaft genug zu werden um die Zeit mit Aimee mehr als genießen zu können. Die beiden liebten sich und auch wenn es eine etwas ungewöhnliche Liebe war, sie erfüllte Trishas Herz bis in den letzten Winkel. Mit einem gedankenverlorenen Lächeln strich sie der Schlafenden einmal über den Rücken, schmiegte sich wieder an sie und schloss ihre Augen.

Das konnte ja was werden, dachte sie nur und im Schlaf konnte sie sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Aimee Levane

Beitrag von Aimee Levane »

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Zuletzt geändert von Aimee Levane am Sonntag 12. August 2007, 23:37, insgesamt 1-mal geändert.
Aimee Levane

Beitrag von Aimee Levane »

Als sie den Letzten Skelettschützen niederstreckte hielt sie einen Moment inne.
Sie setzte sich auf den kühlen Höhlenboden und lehnte sich an die Truhe. Sie legte ihr Schwert, Schild und Helm neben sich und atmete tief ein. Für einen kurzen Augenblick schloss sie ihre Augen und da war sie:
Anmutend schön, gekleidet in einem weissen, makellosen Kleid. Ihr rotes Haar wehte im Wind und sie lächelte. Sie blickte nicht um sich, das hätte sie auch nicht gekonnt. Der Anblick war zu schön als dass sie ihr Blick abwenden wollte.
Sie atmete tief ein, und statt den Gestank der Orks zu erschnuppern, roch sie Lavendel, ein hauch Zitrone. Erfischend und doch süsslich - ein Feuerwerk der Düfte umgab sie und für einen Moment vergass sie, wo sie war. Sie roch sie, sie sah sie vor sich. Und sie hörte sie, wie sie leise sang: "...nur diesen Moment, für uns allein...“ Aimee sass hier, an einem ungemütlichen, kalten und stinkenden Ort. Die Augen geschlossen, ein lächeln auf ihren Lippen - sie war überglücklich.

Ein Grunzen ertönte und sie schrak aus ihrem Traum auf. Ein Ork kam auf sie zugerannt. Rasch ergriff sie ihr Schild und Schwert und streckte den Ork alsgleich, mit zwei geübten Schwerthieben.
Sie schnappte sich ihren Helm und eilte hinaus. Sie musste sie sehen. Sie musste sie spüren, ihren Herzschlag hören. Die Sehnsucht war zu gross, als dass sie ihr Training hätte fortsetzen können.

Rasch stieg sie auf das Boot und schritt ungeduldig umher. Sie hatte sich unsterblich in sie verliebt und das wusste sie.
Oh ja, es würde nicht einfach werden mit ihnen, da sie doch mit dem Gedanken spielte bei den Gefährtinnen zu verweilen... Und sie? Wann würde sie wieder aufbrechen? Würde sie jemals wieder aufbrechen, oder vielleicht doch sesshaft werden? Egal was geschehen mag, sie würde sie nicht alleine lassen. Sie wollte keinen Tag mehr ohne sie sein.
Ihr wurde klar, dass sie für sie alles tun würde.

Sie wollte nur noch zu ihr. Sie musste sie sehen. Jetzt. Sofort. Sie musste ihr etwas erzählen. etwas wichtiges. und das würde keine Zeit mehr haben...
Trisha

Beitrag von Trisha »

Nur wir fühlen, spüren, erleben,
was es heißt, zusammen zu sein



Sie öffnete die Augen und blinzelte kurz in die Dunkelheit. Ein paar Sekunden der Orientierung und sie wusste sofort wieder wo sie war, einmal wieder zu Gast im Lager der Gefährtinnen in deren Schlafraum und sie fühlte auch gleich etwas an ihrem Arm, eine Hand die sich um jenen geschlungen hatte im Schlaf und mit einem Lächeln blickte Trisha beiseite. Da lag sie, jene Person die sie so sehr liebte wie sie es niemals geglaubt hätte. Sie konnte Aimee nur vage in dem Dunklen erkennen aber sie brauchte sie gar nicht sehen, sie wusste sie war bei ihr und das war ein seltsam schönes Gefühl. Behutsam löste sie Aimees Griff, richtete sich auf, schlüpfte in ihre Robe und trat möglichst leise hinaus, sie brauchte etwas frische Luft.


Kein hinterher, kein vornherein,
nur diesen Moment für uns allein,
zusammen zu sein.



Es war alles so rasch gegangen dass sich Trisha selbst heute immer noch überrascht vorkam wenn sie Aimee einmal besuchte und dann jemand da war der sie in die Arme schloss, der sich freute sie zu sehen und sie liebte. Hatte sie so etwas überhaupt jemals verspürt? Sie atmete die kühle Nachtluft ein. Früher war sie immer nur durch das Land gereist, sicher, sie hatte Menschen kennengelernt die sie auch mochte und die sie mochten und sie hatte auch immer mal den einen oder anderen Verehrer unter all den Männern die sie auf ihrer Reise traf, aber letztendlich war es eine Frau gewesen. Und das war nicht einmal das Seltsamste für Trisha, eher war es die Tatsache dass es da diesen einen Menschen gab der ihre solchen Gefühle entlockte dass sie bereits beschlossen hatte nur für Aimee im Land zu bleiben und nie wieder loszuziehen.


Greift nach den Sternen, erreicht sie fast,
doch lass uns Zeit - wir haben fast die Ewigkeit



Sie sah hinauf in den Himmel und dort sah sie ihn bereits, ihren Stern. Sie musste unwillkürlich lächeln, Aimee hatte ihn ihr gezeigt, sie hatte hinauf gezeigt und gesagt „Siehst du denn da? Das wird unser Stern. Selbst wenn wir nicht beieinander sind wir dieser Stern uns immer verbinden“. Verträumt lächelte sie hinauf in das Firmament und schritt die Treppe des Hauses hinab, ihre nackten Füße traten in das weiche Gras und sie lauschte kurz der wundervollen Stille. Nur das nahe Feuer knisterte. Ja sie würden niemals voneinander getrennt sein, niemals wieder.



Und wenn der neue Tag erwacht,
verblassen Sterne.
Ich halt dich fest,
ich hätt so gerne
deinen Atem weiter erfühlt,
dich weiter gespürt.



Trennung. Das Wort lag ihr immer wieder im Geist. Nicht dass sie vorgehabt hätte Aimee zu verlassen, auf keinen Fall würde sie so etwas tun, aber sie würde bald wieder von ihr getrennt sein. Es war etwas was Aimee nicht richtig verstehen wollte und vielleicht auch nicht konnte. Sie war ein Mitglied der Gefährtinnen seid einiger Zeit, was eigentlich sogar Trishas „Schuld“ war, und sie ließ sie ungerne ziehen. Doch Trisha war keine von ihnen, sie war nicht sesshaft, sie musste durch das Land streifen, sich umhören, Dinge sehen, erfahren, andere Menschen sehen und ihre Musik spielen, ihre Geschichten erzählen, ihre Lieder singen. Aimee akzeptierte es und trotzdem machte sie sich ab und an, sicher nicht immer unberechtigt, Sorgen und grade nach dem letzten kleinen Vorfall, in welchem Trisha die Falle einer Schatzkiste ausgelöst hatte und nun mit einer immer wieder zuckenden linken Hand leben durfte, hatte Aimees Sorge doch zugenommen. Doch es würde sich nie ändern, sie gab bereits einen großen Brocken für Aimee auf, auch wenn diese das so vielleicht nicht ahnte, aber sesshaft werden konnte sie nicht. Noch nicht jetzt.


Komm lass den einen Atem,
unsern Atem, tanzen durch die Nacht.



Sie hatte ihre Runde beendet und schlich wieder in das Schlafquartier, entledigte sich der Robe und legte sich wieder unter die Felle. Sie betrachtete im Dunkeln Aimees Gesicht, lauschte ihrem leisen Atem und schmiegte sich dann enger an sie. Um nichts in der Welt wollte sie dieses Gefühl wieder loslassen. Nie wieder.


Nur wir fühlen, spüren, erleben,
was es heißt, zusammen zu sein
Aimee Levane

Beitrag von Aimee Levane »

niemand wird jemals wissen, was wir meinen!

Die letzten Nächte fiel es Aimee schwer einzuschlafen. Oftmals lag sie noch sehr lange wach.
Sie machte sich grosse Sorgen. Sie hatte jemanden gefunden, der zu ihr gehört. Sie hatte jemanden, den sie so sehr liebte. Womöglich würde sie es nicht verkaften können wenn Trisha etwas zustossen würde.
Aimee würde sich selbst die Schuld dafür geben, auch wenn sie nichts würde tun können, so würde sie sich selbst wohl niemals verzeihen.

Dieses Seemanspack, diese verfluchten Hunde. Sie massten sich an, auf Lameriast einen Ureinwohner zu entführen!
Doch war ihr am meisten Sorgen bereitete war die Erkenntnis, dass es auch Trisha hätte sein können.
Sie konnte Trisha nicht immer beschützen, nicht immer bei sich haben. Das wusste sie. Und so schwer es ihr auch Fallen würde, so dachte sie dennoch an Tajaras Worte... Sie hatte Recht. Einen Vogel in einen Käfig zu stecken wäre töricht. Er würde seine Schönheit verlieren und zu Grunde gehen. Sie würde sie gehen lassen müssen.

Sorgen plagten sie, und dennoch wusste sie genau, dass es besser wäre sich nicht zu sorgen. Sie sollte besser die Momente mit ihr geniessen, so sehr geniessen wie sie es nur könnte.
So lag sie da, stellte sich schlafend und war doch wach. Sie hörte, wie Trisha leise zurück kam. Und sie war zufrieden.

Noch nicht heute Nacht war es Zeit für einen Abschied.

Ich höre, fühle deinen Atem, dein warmer Hauch,
er schleicht sich, sehnt sich in mich hinein.


Und so schlief sie langsam ein. Zufrieden. Glücklich.
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