Gerade hatte es Hein sich in der Spelunke in Barjad gemütlich gemach, da hörte er von draußen ein jämmerliches Wehklagen, anscheinend von einem Hund. Ein kurzer Blick zum Wirt, der schien nichts gehört zu haben. Zwei Flaschen Rum später kratzte es an der Tür, gefolgt von einem Jaulen, Hein schaute auf, wieder zum Wirt "Ey! Do, alder Wasserschnapsverkäufä. Du hest doa Kundschaft anne Tür." Der Wirt zuckte mit den Schultern, wenn die Kundschaft schon zu betrunken sei um in die Spelunke zu kommen, wäre es besser sie würde draußen bleiben. Hein zuckte abermals mit den Schultern und erzählte dem Wirt von seinen "Koch-rezepten" unbeeindruckt spülte der Wirt weiter Krüge. Dann krachte es, die Tür flog fast aus den Angeln, Hein erschrack und meinte "Alderchen! Pass ma uff, ick gloob dett sej keen Kunde" wieder dieses Jaulen, "Wett hebt ihr für Viecher hier upm Festland!? Dett klingt wie eyn Mischung ut eym Jorilla, eym Wolf und eyn Katze!".
Anscheinend kannte der Wirt solchlerlei Tiere schon, denn er verkroch sich hinter dem Thresen, Hein leerte seine letzte Flasche Rum, zog seinen Degen und piekste den Wirt in den Hintern "Beweg dech, faulet jetier do! Ick sej hier Jast und heff sojar mien eijenen Rum mitjebracht!" Der Wirt antwortete nicht, für Hein war somit klar, wenn er noch was zu trinken haben wollte, müsse er raus gehen und an diesem Vieh vorbei. Es verging einige Zeit bis Hein vom Hocker runterkam, dann schlurfte er zur Tür. "Diesed dreymoa verfluchte Bejn!" er zog sein linkes Bein, welches wohl schon länger seinen Geist aufgegeben hatte hinter sich her. An der Tür angekommen, den Degen in der rechten, kratzte sich Hein noch einmal am Hintern "Sollt ick sterbn, will ick nechts verpasst ham und mi soll de Arsch nech juckn wo immer ick hinjeh" dann stieß er die Tür auf.
Irgendwas war dort in der Dunkelheit, er verengte die Augen um besser sehen zu können, dann erkannte er einige Umrisse und es gab einen seltsamen Laut. Hein nahm sich ein Stück des harten Brotes in die Linke und schlurfte vorsichtig vorran um dieses Etwas genauer sehen zu können. Wieder ein seltsamer Laut, jetzt konnte er die Kreatur sogar fast gut erkennen. Die Wut stieg in ihm auf, er meinte die Laute erkannt zu haben und warf das Brot zur Seite. Wie konnte sie ihn nur hier gefunden haben "Arrr! Du verfluchtet Weyb!" seine vierte Ehefrau sah er dort stehen, so meinte er. "Verfluchtet Seeunjeheuer! Raubst de Männers dejn Schlaf! Arrr!" Er umfasste den Degen fester "Du hest noch wett! Dett will ick wiederham! Mien Jold und mien Manneskraft! Arrr".
Die Kreatur setzte zum Sprung an, Hein wollte aus Reflex einen Satz nach hinten machen, aber wieder hatte er die Rechnung ohne sein linkes Bein gemacht, er knickte mit dem rechten weg und lag am Boden. Seine vierte Frau lag auf ihm. "Arrr! Wett willste noch? Heste keen Jold mehr? Oder willste nu den Rest vom olln Hein?". Die Kreatur schnappte in Richtung seiner Kehle, Hein schloß die Augen und irgendwie war auf einmal die Last dieser Kreatur wie vom Wind weggeweht. Er öffnete erst ein Auge, dann das andere, wo war diese verfluchte Ilse hin? Er bemühte sich aufzurappeln, den Degen immernoch in der Hand und stierte durch die Gegend. Eine junge Frau kam ihm entgegen, direkt erhob er den Säbel und fuchtelte in der Luft herum "Wo sej de fette Ilse hinjejangen?". Die iritierte Frau schien ihn nicht verstanden zu haben, denn sie ergriff sogleich die Flucht. "Watt eyn Schiet" , dachte er sich und versenkte den Degen wieder in der Scheide. Doch plötzlich löste sich eine andere Gestalt aus den Schatten, er kniff die Augen wieder zusammen, er konnte gerade so die Umrisse eines Menschen erkennen.
Die Gestalt kam bis auf einen Schritt an ihn heran, wunderschöne Augen und dieser Blick....Hein kam es in den Sinn, solch einen Blick hatte nur eine, Rabea, seine zweite Ehefrau. Er verstand jedoch nicht wirklich was sie von ihm wollte, sie sprach von irgendeinem Raben, der Barjad heimsuchen würde. Hein war irgendwie anders, anscheinend müsste dies wieder einer seiner üblichen Albträume sein. "Gold" dieses Wort riss ihn aus seinen Gedanken, sie wollte ihm Gold geben, für irgendwas, Hein bestand jedoch anschließend darauf, dass seine Dienste gefälligst in Naturalien auszuzahlen wären. Dies stieß jedoch nicht auf viel begeisterung und so nahm er das Gold gierig an sich.
Als Hein aufsah, war die Frau verschwunden.
Mit ein wenig mehr Gold in der Tasche schlurfte er in Richtung des Hafens, dort sah er jedoch noch Licht in einem Gebäude. Er wusste nicht wirklich, wer dort leben mag aber wenn er einer Person irgendwas von irgendeinem Raben erzählen würde, wär sein Dienst getan.
Mehrfach gegen die Tür gepocht wurde ihm auch einlass gewährt.
Er wollte gerade von irgendeinem Raben erzählen, da pochte es wieder.
Ein Mann in schwarz gehüllt. Den hatte er auch schonmal gesehen...irgendwas über Ori hatte der erzählt, als die Kreatur vor der Spelunke ihn angefallen hatte, die Erinnerungen verschwammen wieder.
Nach einem kurzen Plausch wurde Hein jedoch klar, diese Gestalt wusste garnichts. Fragte ihn doch tatsächlich, was man nach dem Tod von Gold hätte. Was für ein Narr, jeder Schiffsjunge weiß, mit einem vollen Goldbeutel sinkt man schneller zum Meeresgrund und findet dort seine letzte Ruhe.
Diese Gestalt schwafelte auch irgendetwas über einen Vogel, blaffte ihn des öfteren sogar an. Hein war es egal, soll der doch vom Raben erzählen, wenn ihm schon der Mund verboten würde. So saß er dort, dachte an die schöne Kisha und glotzte den Schwarzen Lumpenmann einfach nur an, in der Hoffnung er würde irgendwann aufhören zu reden.
Ehe es sich Hein versah, war diese Gestalt auch schon wieder verschwunden und die junge Frau, die ihn einlass gewährt hatte wusste auch nicht sorecht, wo sie das ganze einordnen soll.
"Arrr! De Stadt sej verflucht! De janze Boden sej verflucht!" Hein spuckte dreimal zu Boden, was der jungen Frau eindeutig missfiel.
"Hest nech jehört? De Rabe kimmt nach Barjad und de Rabea sechte dett och. Und ick gloob nech dett de Rabea mi doa anlüjen tut. Pack dejn Kram und sieh zu dett de ut der Stadt kimmst!"
Die Schneiderin jedoch weigerte sich, sie würde hier bleiben. Einige Kunden später, warf sie Hein aus ihrem Haus, voll mit Rum im Körper schleifte sich Hein zum Hafen und stieg aufs Schiff. Sollten die Barjad'er sich um die Sache kümmern, versucht man mal was richtig zu machen und bekommt einen Arschtritt dafür.
Nun war es nichtmehr sein Problem, dachte er sich. Eine weiß bescheid, sein Dienst war getan und er war um einige Münzen reicher.