Dantian sah ihr nach und schloss die Türe. Ein leises Seufzen löste sich von seinen Lippen und er wand sich um. 'Soh nah, so fern', dachte er sich im Stillen.
Er stand in dem kleinen Holzverschlag, welchen er so wirr und unordentlich eingerichtet hatte. Natürlich war es für ihn ganz anders – Jeder Gegenstand hatte seinen angestammten Platz, alles seine Ordnung. Nur war es seine Ordnung, nicht solch eine, die von manchen als Norm angesehen wurde. Es war spät geworden, lange war Sarah bei ihm gewesen. Sie hatte sich ausgerechnet bei ihm über Artefaktmagie informieren wollen, was nach Erklärung des Themas in leichte Alberei überging.. und dann kam der Kuss. Damit war der Abend vorbei, sie stob davon, obwohl sie es wollte.. ein sonderbares Mädchen. Dantian ging mit einem Kopf voller Gedanken auf das Bett zu, entkleidete sich davor und stieg hinein. Er schlief nach einigem Wälzen ein.
Er Träumte von wasserlosen Wellen, vom schattenlosen Dunkel, vom Licht ohne Helligkeit..
Und dann war sie da. Sarah. Weit entfernt schien sie, aber ihr Leacheln erkannte er. Sie leachelte ihm zu.. und entschwand.. stattdessen stand eine blaugrüne Gestalt dort, einen höhnischen Gesichtsausdruck aufgesetzt. Ein silberner Drache zog über den dunklen Himmel, der nun von dunklen Wolken bespickt war.. drehte.. und flog geradewegs auf Dantian zu. Dieser jedoch konnte dem nicht entfliehen..
Ab da an versagte sein Gedächnis.
Er öffnete langsam die Augen. Schlecht hatte er geschlafen.. er erinnerte sich an den Traum.. und dann verflog er langsam..
Er erhob sich gemächlich und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Er schlüpfte in die Beinlinge, das Hemd und zog das Doublet über. Er nahm seine Robe, welche von keinem Wappen geschmückt wurde, von der Stange und schmiss sich diese über.
Er öffnete die Tür des kleinen Hauses und lies die Morgenluft hinein. Als er den ersten Luftzug spürte, schloss er kurz die Augen und leachelte sacht. 'Wind, Wind, Eluives Kind', dachte er. Sein Element war immer schon das Wasser gewesen. Ein Grund mehr, sich in dem Fischerdorf nieder zu lassen. Der eigentliche Grund aber war, das hier die Götterkriege weniger zu suchen hatten und jeder sein Kunde sein konnte. Er hatte das Haus zum Alchemieladen ausgebaut und praktizierte seine 'Kunst' dort. Die Kunden kamen nicht oft zu ihm, suchten lieber billigere Braumeister auf, aber ab und zu verirrte sich auch jemand zu ihm.
Obwohl die Aufträge dort nicht immer nach seinem Geschmach waren. Doch auch er musste leben.
Er erinnerte sich gern an den Auftrag zurück, als eine dunkel gekleidete Gestalt an seine Tür klopfte und um einlass bat. Es stellte sich heraus, das es ein junger Mann war, der einen Trank kaufen wollte, der seine Unvorsichtigkeit während des Beischlafes vernichten sollte. Es war keineswegs oft , das so etwas gekauft wurde. Es war, besonders in Kreisen um Varuna, mit der hochgezogenen Braue bedacht. Aber auch andere Gestalten kamen zu ihm und wollten von ihm Gift haben. Er braute den flüssigen Tod, doch so ihm nicht gesagt wurde, was damit wirklich vor war, trieb er die Preise in die Höhe. Unbewusst, sodass es den Käufern nicht auffiel. Hätten sie es gewusst, wäre es schlecht für das Geschäft. Und vom Geschäft lebte er nunmal. Er musste schmunzeln. 'Ich stelle den Tod her und lebe davon.'.