Trisha - Leben einer Bardin und Hochstaplerin

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Trisha

Trisha - Leben einer Bardin und Hochstaplerin

Beitrag von Trisha »

Zufrieden saß sie angelehnt vor Bajard, die Augen entspannt geschlossen und einen Grashalm zwischen den Lippen. Sie wiegte den Kopf ein wenig zu einer Melodie welche ihr gerade durch den Kopf ging, doch nicht lange, denn schon nach kurzer zeit widmete sie sich wieder ihrem eigentlichen Gedanken den sie hatte. Sie war nun seit kurzer Zeit hier und hatte bereits viel gesehen, Gerimor wie auch Lameriast waren zwei Inseln denen es wahrlich nicht an interessanten Schauplätzen und Personen mangelte. Sicherlich, das Volk schien recht selten eine musikalische oder geschichtliche Darbietung genießen zu können, was man anhand der bisherigen Reaktionen auf ihr Auftreten annehmen durfte, aber trotz allem würde sie jenem Land deutlich mehr Zeit und Interesse widmen als sie es eigentlich vorgehabt hatte. Viel hatte sie mit den unterschiedlichsten Personen gesprochen, Eindrücke gesammelt, sich schlau gemacht und auf jedes noch so dumme Gerücht gehört, denn aus jedem Gerücht oder jedem noch so unbedeutenden Wort konnte man etwas wertvolles gewinnen. Doch wovon sie bisher mitunter am wenigsten gehört hatte, war der Adel Gerimors gewesen. Sie hatte eine Freiherrin von Elbenau kennengelernt aber dies mochte es schon gewesen sein, sie hatte jene Menschen selten getroffen, sie hörte nur von ihnen und von der Meinung der Menschen über sie.

Genau jene Meinungen waren es auch gewesen die sie so nachdenklich gemacht hatten, die diese wilden Gedanken in ihrem Kopf antrieben und sie weiterspannen, denn so unterschiedlich das „gemeine“ Volk auch von den Adligen dachte, gewisse Dinge einten sich am Ende immer. Vieles hatte Trisha als das übliche Gerede abgetan, dass man ihnen zuviel Beachtung schenken würde, dass sie zu hochnäsig seien und all jenes … Vorwürfe die nur von jemanden kamen, der wenig über das Adelswesen wusste aber einige andere waren doch schon interessanter. Und aus eben diesen interessanten Gedankengängen hatte sich der Entschluss gefestigt. Nun galt es nur noch ihn zu festigen und vielleicht zu verfolgen, aber gerade Letzteres würde die Zeit zeigen.

Und nun widmete sie sich wieder der schönen Melodie in ihrem Kopf
Trisha

Beitrag von Trisha »

Bajard, die Taverne. Ein gern besuchter Ort allerlei Personen, vorwiegend jedoch des einfachen oder niederen Standes. Selten verirrte sich einmal ein Adliger, ein Priester oder ein Ritter in den Schankraum des Fischerdörfchens; nun eigentlich verirrten sich solche Leute allgemein nicht nach Bajard wenn man das genauer betrachtete. Es war Nachmittag, der Abend näherte sich langsam und Trisha trat in den Schankraum welcher bis auf zwei weitere Leute um diese Zeit noch recht leer war. Ihre Schritte führten sie geradewegs in Richtung des Wirtes „Den einfachsten und billigsten Fusel den du hast … und nein ich hab keine zwei Münzen mehr für den etwas besseren.“ Kommentarlos reichte ihr der Wirt eine Flasche und sie reichte eine Handvoll mit Münzen zu ihm. Sie trank nicht regelmäßig Alkohol aber ab und an musste ein Schluck einfach sein und die derzeitige Lage schrie schon beinahe nach einem sinnlosen Besäufnis. Sie nahm einen kräftigen Schluck und das brennende Gefühl dass ihre Kehle hinunter floss war fast so erschütternd wie der widerliche Geschmack der ihren ganzen Körper erzittern ließ. „Was ist da drin, Laternenöl? Warte … ich will’s gar nicht wissen“ murrte sie und überlegte sich gut ob sie noch einen Schluck nahm oder ob sie nicht lieber doch ihren Mageninhalt schon im Voraus entleeren sollte, für etwas anderes schien das Zeug nicht gemacht. Mit fragenden Blick schaute sie zum Wirt „Was kostet denn ein Laib Brot bei euch?“ und als sie die Antwort zu Ohren bekam blinzelte ungläubig „Wird das Brot mit Goldstaub verfeinert?“ sie schüttelte den Kopf und erhob sich ehe sie grummelnd die Taverne verlies. Doch das war heute nicht der einzige Fall gewesen an dem sie lieber gelacht hätte, die jetzige Lage sah alles andere als rosig aus.

Trisha ließ sich an den Docks nieder und betrachtete nachdenklich ihren Goldbeutel. Er war beinahe leer, es waren vielleicht gerade noch sieben oder acht Münzen darin, die letzte Woche war recht hart gewesen. Sie hatte ihr Essen eisern rationalisieren müssen, die gute Zeit der vergangenen Monde schien fast um. Immer weniger Leute hatten die nötige Zeit einer Bardin beim Spiel zu lauschen und noch weniger schienen jemanden zu brauchen der ihnen irgendwelche Schlösser aufbrach oder ihre Schatzkarten deutete, und all diese drei Dinge waren mehr oder weniger ihre Existenz. Gerade das geschichtenerzählen und Lautespielen hatte ihr wenigstens eine Mahlzeit am Tag beschert aber die Bewohner Gerimors schienen da recht resistent zu sein, denn die wenigsten brachten die nötige Zeit und Geduld für so etwas auf, die Kunst stand hier deutlich hinter vielen anderen Dingen. Doch was nun? Sie hatte auf Gerimor nicht wirklich viele Bekannte und eine Überfahrt nach Lameriast war zu kostspielig und außerdem wollte sie sich nirgends durchschmarotzen wie eine Bettlerin. Kurz fiel ihr Blick auf eine Frau welche am Dock stand, leicht bekleidet, vielleicht auch eine Art? Sie schüttelte sofort den Kopf, soweit würde sie sich nie herablassen, lieber würde sie verhungern.

Die Tatsache dass dies aber vielleicht bald eintreten konnte wenn es nicht bald besser lief, gab ihr doch irgendwie zu denken. So blieb ihr nur auf bessere Zeiten zu hoffen und zwar auf schnell kommende bessere Zeiten.
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