Und die Wüstenblume erblüht

Antworten
Nasira Masari

Und die Wüstenblume erblüht

Beitrag von Nasira Masari »

„Ich hatte dich gerade angesehen und mir kam der Gedanke, wie schön du eigentlich bist...“

Da waren sie wieder jene Worte, die mir einen Kloß in den Hals trieben und mein Herz schnell und schneller schlugen ließen. Das Blut schiesst mir in meine Wangen; ich kann nicht anders, muss meinen Blick weg von ihm gen Tischplatte wenden.

Sein Name ist Ceem, aus dem Hause der Yazirs stammend. Er dient unserem Erhabenem und allseits gütigem Emir in der Menkanischen Armee...und ich habe mein Herz an ihm verloren.

Wir trafen uns zum ersten Mal, als Amira mir die Stadt zeigte. Ich mochte kaum das Boot verlassen haben, als ich sie am Brunnen traf. Ich war Eluive so dankbar, dass sie mir jene Begleiterin schenkte, stammt sie doch auch aus dem Hause der Masari.
Als wir uns das erste Mal trafen, fielen mir sofort seine braunen Augen auf...
Ich mag seine Stimme. Ich höre sie oft in meinen Träumen und dann erscheinen mir vor meinem inneren Auge seine braunen Augen, die so intensiv strahlen, dass ich mich in ihnen verlieren könnte.

„Mein Kind, die Liebe ist etwas unbarmherziges. Zuerst trifft sie dich wie ein Blitz in einen Baum einzuschlagen mag. Und dann mag sie nicht selten zum falschen Zeitpunkt und am falschen Orte auftreten..“
Meine Mara ist eine sehr weise Frau, hat sie doch so recht mit jenem Satze gehabt! Ich mochte vielleicht gerade mal Zehn Sommerläufe alt gewesen sein, als sie mir versuchte zu erklären, was man unter Liebe versteht, aber erst heute verstehe ich diese Worte genau.

Der Emir hat mich auserwählt und zu sich in den Harem genommen. Mara muss stolz auf mich sein. Auch mein Herz ist natürlich voll Freude, dass ich jene Ehre genießen darf. Ich wird viel lernen können und meine Arbeit im Nähen verbessern können, sodass ich ehrenhaft Maras Handwerk weitergeben kann.

„ Die Liebe ist etwas unbarmherziges...sie mag zum falschen Zeitpunkt und am falschen Orte eintreten und dich wie der Blitz einschlagen...“
Ceem Yazir

Beitrag von Ceem Yazir »

Da war Sie schon wieder, und Immer bekam er dieses Gefühl, welches er nicht beschreiben konnte. Es war so als ob Ihm etwas die Luft abschnürt, und er wie gefesselt seine Augen starr auf sie richten musste. Als Sie auf Ihm zukam und Ihre zarten, schüchternen Worte Ihre Lippen verlasse und dies bildeten: Salam, Ceem

Er stockte, vielleicht mag er sogar zu zittern begonnen haben, als er sah das sich Ihre Maske straffte sodass er ein lächeln erahnen konnte, und wieder diese grün-baraunen augen sah, welche wie Edelsteine in der Sonne funkelten. Ihm kam es wie Stunden vor ehe er die Worte bilden konnte Salam Nasira, alles in Ordnung? Ein rasches bejahen geht von Ihr aus.

Er wollte nichts falsches sagen, oder gar tun, keine Wort sollte seinen Mund verlassen, welche nicht gut durchdacht waren, also schwieg er und betrachtete Sie weiterhin, jede Bewegung die sie tat, jedes blinzeln ihrerseits nahm er war, und versuchte diese zu deutet. Ihre Blicke schweiften zu Boden und dann kurz zu Ihm, hatte er etwas falsch gemacht? Ihm überkam das gefühl, das er etwas sagen müsste, doch nur weiterhin konnte er sie nur betrachten. Oder war Sie nur schüchtern? Diese Fragen quälten Ihm die ganze Zeit.

Doch da war wieder das funkeln Ihrer Augen als sie ihm in die Augen sah.

Sie begann zu sprechen, sie fragte Ihm einige Dinge und er tat es auch, obwohl sie schon einige male sich unterhalten haben, konnte er noch immer die Worte über die Lippen bringen wie schön und atemberaubent er sie findet. Es war schon eine art Freundschaft welche die beide verbindet, nur er fühlte sich in Ihrer gegenwart wie ein kleiner Junge der mit Licht einschläft, Sie war die Sonne für Ihm die am Himmel scheint, und der Grund warum der Himmel über dem Festland weint, weil er soetwas nicht hat.

Er wollte Ihr sagen das er sie nie Wieder gehen lassen will, und erwartet von Ihr das Sie Ihm verspricht, dass Sie Ihm nie wieder Fehlen wird.

Da erklang wieder Ihre zarte stimme die fragte. Ceem, du wirkst so nachdenklich, darf Ich wissen an was du denkst? Es traf Ihm wie ein Schlag, und sah ihr wieder tief in die Augen als er die Worte über die Lippen brachte, nur diese waren nicht mehr zögerlich oder schüchtern gesprochen, sondern ernst und doch mit einem lächeln auf seinen Lippen.

Ich hatte dich gerade angesehen und mir kam der Gedanke, wie schön du eigentlich bist.."[/signature]
Nasira Masari

Verbotene Gefühle...

Beitrag von Nasira Masari »

„Und Ceem...Nasira ist eine Haremsdame! Einer Haremsdame ziehmt es nicht, während ihrer Zeit des Studiums andere Hände als die des Erhabenen in der Öffentlichkeit zu halten! Ibraheem Bashir wurde einst dafür verbannt für eine sehr sehr lange Zeit! Bitte achtet darauf...ich sage euch dies als ein besorgter Mann, dem Gefühle sehr wohl bekannt sind, doch spart sie euch für die rechte Zeit auf!“

Ernst klang die Stimme Fuads an mein Ohr heran, einen scharfen Blick mir zuwerfend. Er hatte Recht...
Mein Verstand hatte sich vollends ausgeschaltet, jede Regel, jedes Verbot war ausser Kraft gesetzt. Nur noch mein Herz übernahm die Führung über meinen Körper, über meine Worte und meine Bewegungen. Ein jedes Mal, wenn ich ihn sah, hörte die Welt sich auf einmal auf zu drehen. Es schien, als würden nur wir beide existieren auf dieser Welt und niemand könnte uns trennen.
Und dann die Worte Fuads, die sich langsam, aber stetig in meinem Kopfe festsetzten und mich in die Realität zurückholten.

Ich schämte mich. Schämte mich für mein naives Denken und handeln...Wenn Radeh das erfahren würde! Es wäre nicht auszudenken, wie er reagieren würde, wenn er erführe, dass seine Tochter, eine Haremsdame, einen anderen Mann liebe und ihn gar anfasse! Neda, er würde es gar schwerlich verstehen können...Der Erhabene steht über allen! Ihn gilt es zu verehren und zu achten....würde er mir wohl sagen, mit ernstem Blicke.

Ich weiß nicht, wohin mich meine Füßen trugen, doch am späten Nachmittage fand ich mich in den Räumen des Harems wieder, lange darüber nachdenkend, wie es weitergehen sollte.

Man kann seinem Herzen wohl kaum das Schlagen verbieten; ihm gar verweigern, Gefühle zuzulassen. Gefühle aufsparen...schmunzelnd musste ich an Fuads Worte denken. Wie kann man sich in Geduld üben, wenn dabei einem fast das Herz zerspringen mag? Wenn man gar vor Sehnsucht nicht schlafen kann..? Ich weiß, dass es jeder Vernunft widerspricht, ihn weiterhin zu sehen.. zu treffen und seine sanfte Stimme zu vernehmen...Und seine Augen zu betrachten, in die ich versinken könnte...Und doch kann ich nicht anders, und sei es, dass es im Verborgenem geschehen muss...
Nasira Masari

Beitrag von Nasira Masari »

Ich hatte mich entschieden, hatte mich für meine Familie, meine Ehre und die Gunst des Erhabenen entschieden. Er verstand es zunächst nicht, dachte, ich würde ihn abweisen.
Oh Ceem; du bist ein Junge, ein Junge voller Trotz und Wut. Du weißt nicht wohin mit jener…
Doch es war eine Entscheidung der Vernunft, die ich zu treffen hatte. Wenn unsere Gefühle jemals verraten worden wäre, es hätte für uns beide schlimme Folgen gehabt.
Nicht auszudenken, was unsere Familien gesagt hätten.

Oh Radeh, wenn du deine kleine verwirrte Wüstenknospe sehen würdest, du würdest mich nicht wieder erkennen! Aus dem Kind wird eine Frau; eine Frau voller Liebe zu einem Mann, den sie nicht lieben darf. Und doch musste ich ihn immer wieder sehen, konnte nicht einen Tag ohne seinen Anblick sein. Es klingt aberwitzig; aber manchmal beobachtete ich heimlich die Übungsstunden der Armee, nur um sein Antlitz zu sehen. Oder ich streifte wie zufällig durch die Gassen, in denen er patrouillierte, nur deshalb, um ihm ein Lächeln schenken zu können. Er verstand jene Zeichen…. Es machte das Warten einfacher. Er hatte es versprochen; wollte auf mich warten, bis ich den Harem verlassen müsste und von meinen Pflichten entbunden werden würde. Zu meinem 21. Sommer werde er mich zur Frau nehmen, versprach er mir, und seine Augen leuchteten wie all die Male zuvor auch vor Glück auf.

Und auf einmal…War er nicht mehr da.
Fremde Gesichter sahen mich auf einmal bei meinen Streifzügen durch die Strassen und Gassen Menek`Urs an. Bei den Übungen auf dem Kasernenplatz tummelten sich allerhand Wachen umher und übten routiniert ihre Einheiten aus; nur er war nicht da. Die Wüste schien ihn verschluckt zu haben und jeden Abend bat ich Eluive darum, dass er mir am nächsten Tag doch über den Weg laufen solle. Ich machte mir Sorgen, war nicht mehr sicher ob seines Versprechens und glaubte fast, dass sein Herz nicht mehr für mich schlagen würde. Bis, ja bis ich endlich von Saahir die Wahrheit erfuhr…

Auf Gerimor tobte diese unheilvolle Krankheit, die schon viele Menschen mit sich gerissen hatte. Keiner wusste ein Mittel gegen sie, keiner konnte das Sterben verhindern. Täglich hörte man neue Gerüchte und Geschichten um jene Krankheit, täglich mehrte sich die Angst unter dem Volk der Wüste. Es galt, Vorkehrungen zu treffen. Der Hafen wurde gesperrt, keinem war es mehr möglich, Menek`Ur zu verlassen oder zu betreten. Die Handelswege mussten überprüft werden und es galt, dass sämtliche Kinder der Wüste von dieser Krankheit zu erfahren hatten.

Ein wichtiger Auftrag. Sämtliche Oasen und Ansiedlungen sollten von einem Boten benachrichtigt werden. Ausgewählt wurde Ceem, aus dem Hause der Yazir. Erleichterung und Angst durchfuhren meinen Körper, als Saahir mir endlich jenes beichtete. Erleichterung darum, dass Ceem mich nicht vergessen, mich nicht abgewiesen hatte. Doch nun schürte sich unerbittlich die Angst um ihn. Würde er bald zurückkehren? Warum ist er so lange bereits unterwegs? War ihm vielleicht etwas passiert? Keiner wusste etwas, wollte es nicht wissen oder mir sagen. Meine Fragen blieben unbeantwortet und kreisten unentwegt durch meinen Kopf. Immer und immer wieder dachte ich darüber nach und verzweifelte fast daran, dass ich keine Antworten fand.

„ Schau nur zum Himmel… Siehst du jenen hell erleuchteten Stern? Gewiss sieht er zu diesem Zeitpunkt auch in die Weiten jener Gestirne, während seine Gedanken bei dir sind.“

Ich hoffe so sehr, dass Saahir Recht hat, dass er bald zurückkehren wird und ich ihn sehen kann, mich selbst davon überzeugen kann, dass er es wirklich ist. Jeden Abend schliess ich ihn in meine Gebete mit ein. Und in einsamen Stunden vermag auch eine Träne für ihn vergossen zu sein.
Nasira Masari

Das Ende....

Beitrag von Nasira Masari »

Mein Herz...es schlug; pochte erbarmungslos gegen die Brust, die nichts mehr spüren wollte.
Mein Kopf war leer, kein Gedanke mochte für längere Zeit in ihm verweilen und weitergeführt werden. Ich konnte es nicht begreifen, wollte es einfach nicht. Ceem....

Eine Nachricht, die mein Herz in tausend Teile zerbersten ließ und mir die Freude am Leben nahm. Er würde nie mehr zurückkehren; nie wieder würde ich sein Lächeln sehen, seine Hand spüren, die ich hätte nie berühren dürfen.
Seine Seele...genommen von Eluive und zu sich geholt....


Es war wohl ein ruhiger Tag gewesen, erzählte mir Saahir. Ceem war auf dem Rückweg nach Hause einer Gruppe Händler begegnet, denen er seinen Schutz anbot. Die Reise verlief unproblematisch, man kam gut voran, bis...eine ganze Herde Skarabäen aus der Wüstenlandschaft auftauchte und über die Gruppe herfiel....Er liegt nun in der Wüste,
traditionell von den Händlern beerdigt und Eluive übergeben..

Leere...Stille....Dunkel. Mein Sein bedeutet nur noch funktionieren; bedeutet einen Tag nach dem anderen zu überstehen. Meine Tränen sind schon längst versiegt in all den Nächten zuvor, in denen ich ihnen freien Lauf gewährte. Weitermachen....einfach nur weitermachen und wieder Kraft finden. Die Kraft, den Schmerz endlich zu kontrollieren und ihn dämmen zu können. Vergessen werde ich ihn nie können, gar gänzlich ablegen.

Seine Kette habe ich abgelegt. Ich saß eines Abends im Harem und starrte gen Schein der Laterne. Meine Gedanken waren hier und doch nicht da. Sie trieben in einer Woge des Nichts und doch waren sie klarer als man es vermuten könnte. Mit einem Male hebte ich die Hand und riss die Kette von meinem Hals. Ich betrachtete das Stück lange...Wohin damit? Wegwerfen? Verschenken? Ich ertrug den Anblick nicht mehr, mit jeder weiteren Sekunde, in denen ich sie in den Händen hielt, wurde mir schlechter. Der Blick wendete sich gen Bettstätte und wie automatisch trugen mich meine Füße dorthin....Sie liegt nun unter dem Kissen. So sehe ich sie wenigstens nicht mehr und doch ist ein Teil von ihm mir immer noch nahe...

Jeder Tag glich demselben. Jeder Tag würde auch wieder dem zuvorigen gleichen und dem danach auch. Ich konnte mir nicht vorstellen, jemals wieder lachen zu können, lieben zu können....

Trost. Ich brauchte keinen Trost, wollte ihn gar nicht. Einzig das Gebet gab mir die Kraft, weiterzumachen und so führte mich mein täglicher Weg zu dem heiligen Berg von Cantar, um zu unserer Gütigen Mutter zu beten:


„Gütige Mutter, Herrscherin über Leben und Tod,
gib mir die Kraft, den nächsten Tag zu überstehen....gib mir den Mut, weiterzumachen und schenke mir deine Nähe, damit ich dir ewig vertrauen mag. Du bestimmst unseren Weg, den wir zu gehen haben; unser Schicksal ist durch dich vorherbestimmt.
Hilf mir, wenn ich strauchel und bringe mich auf den rechten Pfad, wenn ich von ihm abkomme....

Behüte all die Seelen, die du zu dir genommen und die nun fähig, deine vollkommene Liebe zu spüren. Gib vor allem ihm die Ruhe und den Frieden und schenke ihm all deine Wärme.

Mein Vertrauen lege ich in dich, denn du wirst mich führen...Abeer Eluv!“
Antworten