Verzeih, dass ich dir erst so spät schreibe, bin ich doch schon fast einen Wochenlauf in jener Stadt angekommen.
Es ist eine so schöne Stadt, fast prächtiger, als Vater es beschrieben hat. Schnell habe ich einige Menschen hier kennengelernt, einige von ihnen auch aus dem hause Masari. Ach Mara, wir sind eine so große Familie, es erfüllt jedes Mal mein Herz mit neuer Freude, wenn ich einen von den unsrigen kennenlernen darf!
Wie geht es Radeh? Ich hoffe doch, dass er sich schnell von seiner Krankheit erholen wird; auf jeden Fall gib mir Kunde, sofern sich was ändern sollte...
Fast mögen mir die Hände nun zittern von den folgenden Worten, die ich dir schreiben möchte....Mara, ich habe ihn gesehen; den Erhabenen persönlich.
Er hat so ein sanftes Lächeln und sein Blick war so voller Güte. Mein Herz wollte nicht aufhören, laut und lauter zu schlagen. Ich war so nervös und wusste kaum, was ich sagen sollte oder nicht.
Mara, du kannst stolz auf deine kleinste der Wüstenblume sein.
Ich bin nun eine Haremsdame; viel werde ich lernen müssen, doch du kennst mich, bin ich doch lern und wissbegierig.
Munaya, aus dem Hause der Familie Ifrey ist diejenige, die uns in der Kunst des Schneiderns unterrichten wird. Sie war es auch, die mich mit zum Emir nahm...
Man sagt, sie sei eine der Besten in unsrem Lande in ihrem Handwerk und mit Stolz erfüllt es mich, von jener Frau lernen zu dürfen.
Mara, könntest du doch nur den Palast und seinen prächtigen Garten sehen! Es ist ein so großes Gebäude; fast könnte man sich verlaufen, wenn man sich nicht auskennt.
Ich werde dir sicherlich weiter von dem Leben hier und meinen Fortschritten berichten.
Gib Vater einen Kuss von mir...
Sende bitte auch Saleema und Thuraya meine Grüße aus, sofern sie noch in eurem Hause weilen.
Ich werde euch in meinen Herzen tragen und euer Ansehen weiterhin wahren, so wie ihr es von mir verlangt.
Möge Eluive stetig über euch wachen und schützend ihre Hand über euch halten!
Insallah...eure