Die Chimäre – Im Zeichen der blutigen Träne

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Torell Krynn

Die Chimäre – Im Zeichen der blutigen Träne

Beitrag von Torell Krynn »

Proloque: Die Nacht des Schicksals (1)

Vor 20 Jahren
Irgendwo auf Gerimor

Blitze zuckten, Wolken barsten und Donner dröhnte in Torells Ohren wie tausend Trommeln, die das letzte an Kraft aus sich herausholten; die Erde stöhnte und Regen prasselte in großen schweren Tropfen auf die von Trockenheit gepeinigte Erde. Es war wie Musik. Todesmusik. Endgültigkeit. Beinahe wie eine Virtuosin stand die Kämpferin mittleren Alters auf dem matschig gewordenen Gras und blickte in die vom regen verschleierte nächtliche Ferne.
Sie war die Chimäre – sie war ein Racheengel, welcher die Nacht durchstreifte auf der Jagd nach einem Opfer. Es war der Mantis höchststelbst, der Nemesis der schon zuviel Schande über sich und seine erbärmliche Existenz gebracht hatte. Sie wusste nun, wo er zu finden war. Ihre vier Gefährtinnen, ebenso Mitglieder der Chimären ritten voraus um seine Hütte einzukesseln. Dies war die Nacht! Die Nacht des Schicksals! Heute Nacht würde er gerichtet, er, der zu viele Frauen geschändet und getötet hatte, darunter auch ihre Tochter, ihre Geliebte Serena. Er würde büßen, und sie würde es sein, die ihren Dolch ins Herz des Mannes stoßen würde. Sie lächelte. Ihr wildes rabenschwarzes Haar klebte in ihrem Gesicht, doch sie störte es nicht. Die Blitze wiesen ihr den Weg, und das Gewitter war der passende Begleiter – Todesmusik, durchaus.
Ihr Pferd Andros raste nur so dahin, unbekümmert vom Regen dampfte sein Fell. Es war nicht mehr weit, die Talsohle lag direkt vor ihr und die Hütte stand bereits in Flammen sichtbar vor ihr.
In Flammen?
Das war nicht die Order, es galt, die Hütte in aller Stille zu umstellen, nicht sie abzufackeln!
Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht. Das durfte nicht sein.
Sie versuchte zu beschleunigen, sofern Andros es vermochte. Kaltes Unbehagen griff nach Torells Herzen, als sie nach unten preschte so gut es ihr Pferd hergab. Das durfte nicht sein! Nein! Nein! Nein!
Sie ritt an jene Stelle an der sie ihre Gefährtin Latrisha treffen wollte, sie war ihre Stellvertreterin, sie war mit Abstand am Längsten bei den Chimären, fast sechzehn Jahre nun bereits. Eigentlich waren sie wie Schwestern, keine Gefährtinnen, keine Kriegerinnen. Sie alle, alle fünf schlossen ihren Pakt als sie das Zeichen an der Stirn erhielten. Die blutige Träne, das Symbol der Rache.
Latrisha war nicht da. Im matten Feuerschein, vermengt mit dem prasselnden nun ohrenbetäubend klingenden Regen schwang sie sich von ihrem Pferd. Die anderen Pferde standen wiehernd abseits, doch sie wieherten unnatürlich.
Andros ließ sie stehen und eilte zu dem unheilverheißenden Geräusch, und als sie ankam erblickte sie es im Licht der zuckenden Blitze.
Blut – Tod – Die Pferde waren niedergestreckt und hauchten ihr Leben nacheinander aus. Da war Latrishas schwarzer Mustang, Laurens weißer Schimmel, Xoras brauner Rappe.... – sie starben in diesem Moment, und Torell wusste genau, was das zu bedeuten hatte!
Sie eilte gen der in flammen stehenden Holzhütte. „Bitte lass es nicht soweit gekommen sein – wer auch immer angerufen wird! Bitte... Bitte...“
Am Weg vor der Hütte lag ein niedergestreckter Körper. Sie musste nicht länger hingucken um zu erkennen, wer dies war. Es war Xora. Die Kehle sauber durchschnitten blickten ihre entsetzten offenen Augen gen Himmel, die verkrampfte Hand am Schwergriff haltend, offenbar zu spät reagierend. Das durfte nicht sein.
Direkt daneben lagen Lauren und Miranda, sie lagen übereinander, sie erkannte nur die Blutlache direkt darunter, die aus Laurens Brust troff – Das Herz – wohl auch bei Miranda.
Am Eingang, schon beinahe von den Flammen verschlungen lag Latrisha, ihre Armbrust gezückt – sie lag neben ihrem toten Leichnam, und sie war entsetzlich zugerichtet. Die eine Hälfte ihres Gesichtes war verunstaltet, das Auge herausgetrennt, der Mund voller abgebrochener Zähne, ein zeichen großer Qual und ein Schnitt an ihrem linken Arm – sie war verblutet unter großen schmerzen.
Sie brauchte sich nicht mehr umzusehen um zu bemerken dass... ER... weg war. In dieser Nacht raubte Dorkan Norannh ihr die ganze Familie. Die Kriegerinnen der Chimäre waren, mit Ausnahme von Torell alle tot, und das war vermutlich ihre Schuld, hätte sie jene nur nicht vorgeschickt!
Ein entsetzlicher Schmerzensschrei gellte durch den Regen und das Getöse des Nachtgewitters. Sie achtete nicht auf die schweren Tropfen die ihr in die Augen fielen, sie vermengten sich mit entsetzlichen Tränen.
In jener Nacht verlor sie alles, was ihr lieb und teuer war, zu Gunsten der Rache. Die Chimäre war nicht mehr. Nur noch die eine, und sie war die Letzte...
Sie riss sich das Stirnband vom Haupte und ließ es in den Schlamm sinken. Ab und an zuckte ein Blitz auf und tat kund, was sich auf ihrer Stirn befand. Es war die blutige Träne, darunter sorgfältig verteilt drei blutige kleinere Tränen. Das Symbol der chimäre.
Sie wusste nicht wie lang sie da kniete und weinte, doch alle, die sie geliebt hatte waren fort – alle fort... Tot...
Irgendwann erhob sie sich und schritt davon. Die Hütte war abgebrannt. Wahrscheinlich hatte sie Dorkan selbst angezündet. Ihr schlimmster Feind wurde in dieser nacht zu einem undefinierbaren Grauen.
Sie wusste, dass sie ihn nicht mehr einholen konnte. Er stahl wohl eines der verbliebenen Pferde.
Nun galt es ihre Gefährtinnen zu begraben und ihr Andenken zu ehren...
Wenn nötig bis in alle Ewigkeit.

Zwanzig Jahre nun wurde die Chimäre in den Landen des Reiches und des alatarischen Reiches nicht mehr gesehen, ihr Ruf verklang im Echo des Vergessens, die blutige Träne geriet in Vergessenheit oder in eine weit verdrängte Erinnerung. Doch heute sollte das Erbe der Chimäre wieder aufleben. Das Schicksal einer jungen Frau sollte sich erfüllen, die schon längst den Pfad der Rache beschritt...
Xinthra

Beitrag von Xinthra »

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Zuletzt geändert von Xinthra am Freitag 6. Juli 2007, 10:16, insgesamt 1-mal geändert.
Dorkan Norannh

Beitrag von Dorkan Norannh »

Aber du bist doch meine Frau! waren seine Worte, als eben jene ihm ihren Entschluss mitteilte, ihn zu verlassen. Wie kannst du das tun, nach all der Zeit fragte er verwirrt. Die Noch-Dame des Hauses packte unbeirrt weiter ihre Taschen. Ich spreche mit dir! meinte er brummelig, als er immer noch keine Antwort erhielt. Mit einem Schwein wie dir will ich nichts weiter zu tun haben. Torell hat mir alles erzählt, wie du es hier mit Huren treibst wenn ich im Dorf meiner Arbeit nachgehe! sprach sie dann, mit einer Stimme aus der Abscheu und Hass klang. Wieso glaubst du diesem Weibsbild? Wieso nicht mir? ICH bin dein Mann! wurde er lauter, das tiefe Bass seiner Stimme schallte durchs ganze Zimmer und ließ keinen Zweifel an seiner Aufgebrachtheit. Weil ich dich einmal beobachtet habe! - Du spionierst mir nach!? - Du treibst es mit Huren!? - Raus aus meinem Haus! - Nichts lieber als das!. Der Streit dauerte an bis zur Tür. Wenn du da raus gehst bist du nicht mehr meine Frau! ungeachtet der Drohung verließ Latrisha das Haus, doch sie kam nicht weit. Du wirst mich nicht verlassen, Weib! brüllte er hinter ihr und riß sie an einem Arm wieder hinein.

Duch das Holz der Wände drangen nun Geräusche, die keinen Zweifel aufkommen ließen, was Dorkan mit seiner Frau nun tat. Erst, als sie keine Bewegung mehr tat, ließ er von ihr ab, ließ sie liegen. Jetzt bin ich fertig mit dir. Verschwinde! - entkräftet und unter Schmerzen stemmte sich Latrisha auf die Beine und ging zur Tür, ohne ein Wort zu verlieren, verließ sie das Haus und stapfte langsam dem Waldrand entgegen. Ihre Tasche mit den Kleidern ließ sie liegen. Weg, nur weg. Da am Waldrand stand Torell, und diese erschrak bei dem Anblick. Hat dein Mann..? - Sprich nicht weiter.. nimm mich mit dir - klang es. Sie verschwanden im Wald.

Einige Tage später, es war bereits Nacht und er hatte es sich vor dem Kamin gemütlich gemacht, bemerkte er draußen vorbeihuschende Schatten. Brummelnd erhob er sich und blickte aus dem Fenster, Xora konnte sich noch so gerade unter die Fensterbank ducken um nicht entdeckt zu werden. Doch er hörte Pferde schnauben, wo er gar keines hatte?Das muss mein Weib sein. Gottverdammtes Weib! Hetzt mir diese Schlampen auf den Hals. Na wartet! - freilich nur eine Vermutung, er griff nach seinem Schwert und verließ das Haus durch die Hintertür. Tatsächlich standen dort drei Pferde. Seine Augen verengten sich und er begann, um das Haus herum zu gehen. Da, da war ein Schatten! Er eilte hin und sah eine Person, die ums Hauseck blickte. Süffisant grinsend erhob er sein Schwert und ließ einen Pfiff durch seine Zähne erklingen. Die Person schreckte herum und blickte ihn mit großen Augen an, griff sofort zu ihrem Schwert, doch er ward schneller. Einen kurzen Schreckensschrei später fiel sie zu Boden, die Kehle durchschnitten von einem einzigen Streich. Das war die erste.. wo sind die anderen? fragte er sich und musste nicht lange warten. Da kamen sie schon drei weitere, seine Frau darunter. Dann hab ich dir das zu verdanken! brüllte er in ihre Richtung. Du hast Xora getötet, das wirst du büßen!

Er blickte über die Situation und ihm fiel auf, dass nur seine Frau eine Armbrust trug, die anderen beiden jedoch Schwerter und er somit außer ihrer Reichweite war. Er machte einen Satz in Richtung seiner Frau, die Armbrust wurde angelegt gezielt, die beiden Kriegerinnen setzten zum Sprint an, die Sehne trieb den Bolzen aus seiner Schußvorrichtung, traf sein Ziel nicht. Mit der blanken Faust hieb er Latrisha mitten in das Gesicht, brach ihr dabei die Nase, unsanft fiel diese auf den Boden und blieb dort liegen. Das Schwert, welches sie am Gürtel trug, zog er heraus und wartete nun mit je einer Waffe in beiden Händen auf die heranstürmenden Kriegerinnen. Die ersten Hiebe wehrte er ab, doch musste einige Schritte zurück weichen und begann dann, sich auf eine der Frauen zu konzentrieren während er die andere, die ihm unvorsichtig nahe gekommen war, mit einem Tritt in den Bauch auf die Wiese beförderte. Nun war die übrig Gebliebene in arger Bedrängnis, wich ihrerseits zurück, stolperte über die am Boden liegende Latrisha. Nur einen Wimpernschlag später spürte sie, wie sich eins seiner Schwerter in ihre Brust bohrte, ihr erschrecktes Gesicht hielt stand als sie in Krathors Reich hinein gestoßen wurde. Lauren war tot.

Miranda indess hatte sich aufgerappelt und den Tod Laurens mitangesehen, voller Wut und Jähzorn, das Schwert hoch erhoben stürmte sie auf Dorkan zu und brüllte Das wirst du büüüßen!. Als er in ihrer Reichweite war, ließ sie das Schwert herunter sausen, eine der Waffen die er trug wurde ihm dabei aus der Hand geschlagen, doch die Wucht des Schlages hatte die kleine Kriegerin unterschätzt. Ihr fiel die Waffe ebenso aus der Hand, nun stand er da mit seinem Schwert und grinste sie an. Du kannst leben, wenn du willst meinte er und deutete mit der Schwertspitze auf ihre Kleidung. Ein fester Blick ihrerseits zeigte ihm nur zu deutlich, was sie von der Idee hielt. Wie du willst! meinte er, nicht mehr grinsend, und drückte seinen Arm vor. Die Schwertspitze bohrte sich auch in Mirandas Brust, noch bevor ihr Leib zu Boden fiel war ihre Seele zu Krathor gegangen.

Nun war da nur noch seine Frau, der er diese Misere zu verdanken hatte. Latrisha lag dort, direkt neben ihren toten Freundinnen, war noch immer bewusstlos. Er zerrte sie ins Haus, schloß die Tür. Zu ihrem Glück erwachte sie nicht wieder aus der Ohnmacht. Vermutlich hat ihn das in Rage gesetzt, sie derart zuzurichten. Dabei bemerkte er die seltsame Tätowierung an ihrer Stirn, eine Art tränendes Auge, mit roter Farbe gestochen. Er überprüfte auch die Stirn der anderen Frauen, alle hatten sie dieses Symbol eintätowiert. Was es auch ist, sie gehörten zusammen murmelte er zu sich und ging wieder ins Haus.

Im Wald kauernd beobachtete er sein brennendes Heim, die schreienden Pferde im Innern, die trotz sie die Hintertür aufgebrochen hatten und heraus kamen, an den Verletzungen starben. Seine Vergangenheit war Geschichte, er wandte sich ab und ging davon, als er einen lauten Schmerzensschrei hörte. Ist da doch noch jemand? fragte er sich, schaute zurück aber bemerkte nichts. Abwinkend setzte er seinen Weg fort, weg vom brennenden Haus.

Viele Jahre, inzwischen etwa zwanzig an der Zahl, lebte er irgendwo abgeschieden in der Nähe Bajards, hörte er von einer Frau, die sich an allen möglichen Leuten zu rächen suchte. Seine Nachforschungen in den letzten Jahren hatten ihm eröffnet, dass diese Tätowierung zu einer gewissen Vereinigung namens Chimäre gehörte und sie besonders auf Rache aus war. Sofort fiel ihm jene Nacht ein, als er den Schrei hörte. Also lebt doch noch eine... - das würde er untersuchen müssen.
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Tajara Nair
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Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57

Beitrag von Tajara Nair »

Lameriast!

Die wilde insel war und blieb Tajaras Heimat, gleich was kommen mochte, sie gehörte hierhin, und hier fühlte sie sich auch zuhause, obgleich sie sich relativ nackt fühlte, ohne die schützenden Pallisaden des Dorfes, wissend dass sie, egal wie oft sie anläuten würde um ihre Schwestern zu besuchen, doch irgendwo nicht mehr dazu gehörte.

Tajara war nun Selbstversorgerin, und das bedeutete auch öfter Jagen zu gehen, eine stocklangweilige und unangenehme Sache, aber leider notwendig, so notwendig wie Feuerholz beschaffen und Pfeile selbst zu machen, obgleich sie das ja doch konnte, war sie doch zur Hälfte auch Bognerin.

Wie immer stellte sie Bruno an der Taverne ab, da wo keine Räuber es wagen würden, ihr Pferd anzufassen um daraus Wurst zu verarbeiten, was sie ohnedies nicht überleben würden. Der Unholdweg lag nicht weit, am Ende des Strandes.

Die hochgewachsene Frau legte einen Sprint ein. Tajara war eine ausdauernde und schnelle Läuferin, die Sehnen ihrer Beine spannten sich an als sie mit weiten Schritten voranlief, als ihr in der Ferne bereits der erste Zweikopf auffiel.

Sie nahm die Armbrust noch im Laufen von ihrer Schulter und legte einen Bolzen ein. Sie war mittlerweile geübt genug, um dies zu beherrschen und im Laufen noch einen solchen zwischen die Augen eines dieser dummen Riesen zu schießen.

Da fiel ihr aber auf dass bereits eine kleinere Gestalt zugegen war. Obgleich sie scheinbar ihre Mühe hatte durfte diese ihre Schwierigkeiten haben. Beim näherkommen erkannte sie eine ältliche Frau mit Stirnband, die darauf erpicht zu sein schien, den zweikopf, trotz ihrer Zittrigkeit in ihren Händen und einem eindeutig nachhinkenden linken Bein töten zu wollen. Tajara bekam so etwas wie Mitleid, Hilfsbereitschaft - nun wohl eher die Tatsache, dass es sich eben gehörte, da rief sie schnell nach vorn "Ich helf' dir, Mütterchen" - und schon drückte sie ab. Der Bolzen traf wie erwartet, kein Wunder bei diesen dummen langsamen Viechern. Der Zweikopf taumelte und kipptet tot nach hinten. Ein letztes Gurgeln, dann lag er so da.

Die Frau bejahte ihre Frage, ob denn alles in Ordnung sei und bot ihr die Beute, die sie vom Zweikopf einsacken konnte hilfsbereit an. Es war sicher kein vergnügen in dem Alter noch auf Selbstversorgung zu gehen, also musste sie wohl oder übel etwas abgeben. Etwas im Blick der alten Frau kam Tajara bekannt vor, eine gewisse Sympathie vielleicht...

Das Mütterchen lehnte ab, also beschloss man, das Erbeutete in der benachbarten Taverne zu versaufen.

Nur wenig später saß man in der Taverne bei zwei Flaschen Schnaps zusammen und stellte sich vor. Torell Krynn - vielleicht ein etwas ungewöhnlicher Name. Die Unterhaltung selbst verlief etwas käsig, uninteressant am Anfang.

"Ich bin nicht mehr die Jüngste, früher konnte ich laufen und Schießen" meinte Torell etwas zynisch.

"Tja da hab ichs gut, ich kann schießen und laufen."

Tajara musste grinsen als man sich plötzlich über das Alter ausließ, bis Torell plötzlich rapide das Thema wechselte.

"Ich sah dich schonmal in Bajard, in der Taverne, da hast du dich mit drei Frauen über Rahal ausgelassen. Scheinst sie wohl nicht sehr zu mögen, mein Kind."

Tajara erzählte ihr, dass diese drei Frauen ihre Blutschwestern warn, dass sie ein Greuel gegen Rahal hegte und sie eines Tages Rache üben werde für Dinge, die sie einer ihrer Schwestern antaten, oh und sie würden dafür leiden.

Das schien die alte Frau tatsächlich zu interessieren, und anstatt sie eines Besseren zu belehren, dass Rache nie die Lösung sei nickte sie, ab und an mit einem Grinsen.

"Armes Kind, was hast du nur mitmachen müssen in deinem Leben?"

Bitte? Sie bekam nie Mitleid für das was sie tat oder dachte, imemr nur Belehrungen oder Verachtung. Das war ihr tatsächlich neu gewesen.

"Es ist nur ein Unterschied, ob man mutig oder leichtsinnig ist. Leichtsinn ist es, alles zu verlieren und vor einem brennenden Haus zu stehen" meinte die alte Frau, wohl in Gedanken versinkend.

Das kannte Tajara nur zu gut. Sie erzählte von Milo, wie sie an ihrem Mörder Rache nahm, wie sie Rache empfand, und dass für sie nur ein Tod in Frage kam, für jene, die sie von Herzen liebte. Es ging nicht um Rache der Rache wegen, es ging darum, die Seele zu befreien, jenen das Leid anzutun, das sie verdienten!

Man versprach sich, sich in Bajard sicher wieder zu begegenen und ging getrennte Wege. Die Frau war nicht uninteressant. Wer auch immer sie war, Tajara empfand durchaus Sympathie für Torell.

Komme was Wolle, sie ließ es sich nochmal durch den Kopf gehen, sie hielt an ihrem Entschluss fest. Sie war von ihren Pflichten befreit und würde ihre Rache bekommen.
Torell Krynn

Beitrag von Torell Krynn »

Die Begegnung

Als sie sich auf dem Rückweg machte und ihre alten müden Knochen zurück gen Schiff schleifte schmerzte ihr das Bein weniger.
Sie hatte vergessen – so sehr vergessen – was einst ihr Lebensinhalt war. Sie dachte daran, gewiss: Tag für Tag ließ sie eine einzelne Blume auf die See gleiten, im Eingedenk an ihre verstorbenen Gefährtinnen, die einst letzten verbliebenen Mitglieder der Chimäre – doch sie war es müde. Sie war alt geworden, die Erinnerung zehrte sie aus und hing all die Jahre wie eine schwarze Wolke über ihr. Sie fühlte sich bei weitem Älter als sie war.

Doch als sie dieser jungen blauhaarigen Frau begegnete sah sie alles wieder vor sich.
Das süße Gefühl der Rache, die Befriedigung die sie dabei empfand, all dies sah sie im Gesicht, in den harten Zügen dieser Tajara wieder. Die Art wie sie über ihre Rache sprach, wie es an ihrer Seele zerrte. Jede Frau, die das Gefühl der Rache in ihrem Herzen trug wünschte sich, sie einmal verüben zu können. Davon unterschieden sie sich von Männern nur noch mehr. Gewiss gab es auch Männer unter den Chimären, doch sie waren die Ausnahme. Frauen waren geborene Racheengel, ein Grund warum die meiste Zeit über die Chimäre nur aus Frauen bestand. Und diese Frau schien all dies mit sich zu bringen.
In besseren Zeiten wäre sie wohl sofort geprüft und dann rekrutiert worden. Sie war der geborene Racheengel. Sie machte keinen Unterschied zwischen Gut und Böse – nein! Sie unterschied zwischen jenen die sie liebte, und jenen, an denen sie einst Rache nehmen wollte. Ein ungestümer Wildfang wohl, aber dennoch mit Verstand ausgestattet. Er sprach aus ihr, vielleicht machte all dies noch beängstigender. Aber sie brachte jede Veranlagung mit sich... Torell ging so weit zu behaupten, dass Tajara ihr junges Ebenbild war.
Vielleicht wurde es Zeit, die müden Glieder wieder zu rühren, die Geister ruhen zu lassen und die Augen zu öffnen. Solange sie lebte, war es noch nicht zu spät, und sollte sie Dorkan einst begegnen, würde er unvorstellbare Qualen erleiden. Vielleicht war es ihr letzter Kampf, aber der musste geführt werden, um die Geister zu besiegen, die sie so lange quälten. Sie war es jeder einzelnen der letzten Chimären schuldig.

Die einzige Möglichkeit ihren Mord wieder gut zu machen, im Auge von Torell, nicht des Mörders, denn ER konnte nur durch seinen Tod bestraft werden, war den 'Auftrag' auszuführen.

Das Schiff fuhr ab und setzte über aufs Festland. Sie stand an der Rehling und blickte auf das dunkle Wasser vor sich. Sternenlicht spiegelte sich in den rauen Wellen wieder. Ein Sturm zog auf, und er würde heftig sein.
Es war, als griffe dieser Sturm Besitz von ihrer Seele. Es wurde Zeit – nach zwanzig Jahren – die Chimäre wieder aufleben zu lassen. Sie löste kurz, als kein Seemann auf sie blickte und sie verwundert ansah das Stirnband und befühlte ihre Stirn. Die blutige Träne! Dieses Zeichen war unauslöschlich in ihre Haut eintättowiert. Es durfte nicht die letzte sein. Vielleicht war es nicht nur die Zeit, in welcher sie als Rächerin die Welt wieder betrat – vielleicht war die Zeit gekommen, ihr Erbe weiterzugeben, wie es ihr einst weitergegeben wurde... Wie lange war das nun schon wieder her?
Torell atmete tief ein, die kühle nächtliche salzige Seeluft in ihre Lungen aufnehmend schloss sie die Augen. Dann öffnete sie sie wieder und legte das Stirnband wieder an um das Zeichen zu verbergen.

Als sie in Bajard ankam, spührte sie Energien. Ihr Körper war alt, und gewann rasch an Energie zurück. Die Energie, welche sie durch die Trauer verschenkte, und zusätzliche Energie. Das Gefühl der Rache. Die Kraft des Gedanken, ein Ziel zu haben. Und am meisten, der Hass auf Dorkan.
Torell Krynn

Beitrag von Torell Krynn »

Sie verbrachte die Tage meist in Gedanken. Gedanken an früher, Gedanken an heute aber auch Gedanken an die Zukunft.
Würde sie ihre verbliebene Zeit einfach absitzen? Warten auf das unvermeidliche?
Oder würde sie wie damals, dem, Tode trotzen? Jetzt wo sie wieder Energien hatte.
Sie schüttelte bei desen Gedanken den Kopf. Das konnte, durfte nicht sein. SO fasste sie einen ENtschluss. Sie hatte nach reiflicher Überlegung zwei Ziele. Das erste war Rache an dem, der ihr alles nahm. Das zweite war wieder aufzuleben, ihre bestimmung weiterzuführen. Denn wenn sie einmal nicht mehr wahr, würde sie vergessen sein. Doch ihre Aufgabe, ihr Ziel, das sollte weiterexistieren.

In Bajard traf sie Tajara wieder. SIe brannte gerade zu darauf diese Frau, die ihr doch so ähnlich schien, aufzunehmen, ihr alles zu erzählen.

Doch zuerst waren Prüfungen angesagt. Eine geheime Organisation kann nicht mit Herolden auf Marktplätzen werben, nein da lief es anders.

So stellte sie ihr zwei Aufgaben. Eine in ihrem Interesse, einen im Interesserd er Chimäre. SIe sollte suchen, Informationen beschaffen. Nicht für Torell, sondern für Tajara. Bekommen würde sie dafür nichts, zumindest nichts Materielles.

DOch Torell war sich sicher das Tajara suchen, und finden, würde. Wurde Torell doch auf die selbe Art geworben... Es würde klappen.

Die Chimäre ward am rekrutieren.
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Tajara Nair
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Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57

Beitrag von Tajara Nair »

Arbeit Arbeit Arbeit - leute zu finden für eine Eingreiftruppe die eigentlich Bajard und Lameriast schützen sollte - oder vielmehr die Freiheit war nicht so leicht wie sie dachte. Es galt viel Verantwortung zu übernehmen, und das bedeutete letztendlich viel Arbeit.

Torell war sonderbar, das musste Tajara zugeben, als sie diese in der Taverne wieder traf. Sie sprach von Chimären, sie sprach von prüfungen - sie sprach von Mord.

Sie sollte jemanden ausfindig machen, der sterben würde. Er würde es zwar sowieso, aber sie ahnte nichts gutes dabei. Tajara würde Beeihilfe zum Mord liefern, und das war vielleicht nicht gerade die beste Lösung. Nicht in diesen Zeiten.

Aber ihre Neugierde war geweckt. Torell habe etwas mit ihr vor. Das war schon seltsam genug. Und dass sie etwas über eine bestimmte Chimäre rausfinden sollte - wie sie schon richtig hörte "Sagengestalten sterben nicht", das waren Torells worte - war vielleicht das Eigenartigste schlechthin.

Diese Frau sprach genau das, was Tajara irgendwo hören wollte. Es war etwas Mütterliches in ihrem Gesicht, etwas lauerndes - etwas wachendes. Tajara war nicht uninteressiert, und auch wenn sie wohl nicht alles wissen preisgeben würde.Sie würde sich über diese Chimäre erkundigen.

Sie wusste auch schon genau wo sie zuerst suchen würde.

Über diesen Dorkan Norannh würde sie wohl erst intensiver nachforschen müssen. Wer immer dieser Kerl war, vielleicht war es besser ihn zu warnen. Aber das würde sie wohl erstmal bleiben lassen. Der Name und der Mann hinter dem namen waren wichtiger.

Zwei Aufgaben kamen also hinzu zu einem vollen Terminplan - genannt Arbeitstag.
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Tajara Nair
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Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57

Beitrag von Tajara Nair »

Wochen vergingen - Wochen in denen sich viel getan hatte. Der krieg gegen die MacAgronas - Ihr Magen krampfte sich zusammen bei dem Gedanken, gerade nichts tun zu können.

Ein ruhiger Tag in Bajard war genau das Richtige für ihren Geschmack. Die beiden idioten in der Taverne mit ihren kleingeistigen Unterhaltungen war sehr amüsant - vielleicht tat es ganz gut. In jedem Fall aber wollte sie nur eines. Ruhe - für einen kurzen Augenblick alles vergessen. Die macAgronas würden noch ihre Rache zu spüren bekommen.

Torell, die Tajara nun liebevoll "Altes Mädchen" nannte kam nach Langem wieder angehinkt und setzte sich auch zu ihr "Hast du alles herausgefunden?"

Man begab sich nach draußen, um nicht gestört zu werden und unterhielt sich. Tajara erzählte ihr den Vorfall mit Dorkan vor einigen Wochen, wie er selbstherrlich prahlte, vier Frauen auf dem Gewissen zu haben - und das was sie über die Chimäre erfuhr - eine Gruppe von Menschen, die sich zusammentaten um Rache zu üben, sie wurden in der Vergangenheit, so erfuhr sie in der Bibliothek, als Verbrecher angesehen.

"Rache ist etwas Reines, sofern man sie ankündigt." - Ein interessanter Grundstz Torells. Tajara fühlte sich von ihr verstanden. Sie fühlte, dass da jemand war, der Tajara nur all zu gut verstand. Rache - der einzige Antrieb der ihr neben Xin noch im Leben blieb. Sie hatte sonst nichts mehr außer diesem und jenem, und Xin wurde ihr mehr oder minder von den mac Agronas aus der hand gerissen. Das schrie förmlich nach grausamer Vergeltung.

Und dann enthüllte Torell die blutige Träne, die Tättovierung auf seiner Stirn und verkündete etwas, das Tajara die Sprache verschlug. "Ich möchte, dass du mein Erbe antrittst. ich werde dir alles beibringen, das es zu wissen gilt. Unser Kodex, unser Vorgehen. Du sollst die Chimäre wieder auferstehen lassen."

Eine Weile wusste Tajara nicht, was sie sagen sollte. Es arbeitete in ihrem Kopf sichtlich. Das war etwas, womit sie nicht gerechnet hatte. Vielleicht bekam ihr Dasein wieder einen Sinn, ein Sinn den sie durch das Scheitern des Übergriffes auf Bajard - und den sehnte sie immer noch herbei - die Eingreiftruppe die durch die Ignoranz so Vieler einfach wie ein Fähnchen im Wind abgetan wurde - schon lange verloren geglaubt hatte. Doch nun tat sich etwas auf, etwas wofür sie lebte. Und so stimmte sie nach einer Weile zu.

So wurde Torell ihre Mentorin. Doch dieses Geheimnis musste Tajara vorerst für sich behalten. Sie würde zu einem Racheengel werden. Ohja! Rache - ein herrliches Gefühl, wenn sie verübt wurde.
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