Der Trainingsplatz in Rahal, am späten Abend:
Mit langsamen, wohl bemessenen Schritten umkreiste Lythiana ihren Gegner. Die Waffe hielt sie leicht erhoben, die Spitze der Klinge deutete stets auf ihr Gegenüber. Kein Blinzeln, kein Seitenblick – ihre Aufmerksamkeit galt in diesem Moment allein ihm. War er nervös? Sie konnte es nicht mit Bestimmtheit sagen, da Kapuze und Maske ihr den Blick auf sein Gesicht verwehrten. Äußerlich zumindest blieb er ruhig, folgte ihren Schritten mit den Augen ohne sich selbst zu bewegen. Aus der Kreisbewegung heraus machte sie einen Ausfallschritt auf ihn zu, die Spitze des Kryss dabei auf seinen linken Oberschenkel gerichtet...
Über eine Stunde später war der Kampf, der die ergänzende Bezeichnung „Übungs-“ eigentlich gar nicht verdiente, immer noch in vollem Gange. Sie beide hatten Blut gesehen, Schmerz verspürt, jedoch bisher keine wirklich beinträchtigende Verletzung empfangen. Die Kräfte begannen allmählich nachzulassen, eine leicht verzögerte Reaktion genügte – und die Klinge ihres Gegners bohrte sich auf äußerst schmerzhafte Weise in ihren Bauch. Instinktiv krümmte sich die Maga zusammen, trieb das Kryss auf diese Weise nur noch tiefer in ihren Leib. Bei allen Höllen, dieser Stich hatte gesessen... Einen kurzen Moment schien es, als wäre der Kampf damit beendet. Die Waffe wurde mit einem Ruck heraus gezogen, Lythiana wurde am Kragen gepackt - doch plötzlich schien neue Kraft in ihre Glieder zu strömen. Adrenalin, Disziplin und Hass vermengten sich zu einer unheilvollen Mischung, trieben Schmerz und Erschöpfung zurück. Sie riss sich von ihrem Gegner los..
Wiederum eine geraume Zeit später hätte ein zufälliger Beobachter eine seltene Beobachtung machen können. Beide Kontrahenten lagen am Boden – aus zahlreichen, alles andere als harmlosen Wunden blutend, laustark keuchend und augenscheinlich vollkommen verausgabt. Nach kurzer Pause erhoben sich beide, scheideten ihre Waffen und verließen den Trainingsplatz einträchtig nebeneinander.
Mehrere Stunden waren seitdem vergangen. Lythiana lag im Bett, in den Armes eines Mannes, der an diesem Ort eigentlich überhaupt nichts zu suchen hatte – eigentlich. Ein amüsiertes Lächeln huschte über das Gesicht der Maga während sie ihn betrachtete. Er hatte gut gekämpft, ja, hatte einige Treffer gelandet. Doch ob ihm klar war, dass sie noch lange nicht mit äußerster Kraft gekämpft hatte? Ob ihm klar war, dass er sie immer noch unterschätzte – in jeglicher Beziehung?Vermutlich nicht. Sie hatte einiges an Zeit investiert, um einen bestimmten Eindruck auf ihn zu machen, hatte ihn mit wahren und falschen Informationen gefüttert. Die Weichen waren gestellt – nun blieb noch abzuwarten, wohin die Reise gehen würde. Sie war gespannt....
Nur zur Übung?
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Lythiana Cronor
Nur zur Übung?
Zuletzt geändert von Lythiana Cronor am Dienstag 19. Juni 2007, 14:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Lucan Linari
Seine Füße trugen ihn rasch durch den Wald, wo er seinen Gedanken Luft zu machen versuchte. Die ganzen Veränderungen, die ganzen Geschehnisse der letzten Tage musste er erst einmal für sich verarbeiten und in seinem Kopf sortieren. Das Wissen und die Kraft, die er in letzter Zeit zu kontrollieren und sammeln begann, hatte sein Leben verändert. Nach einem Kampf war er fähig, seine Wunden wieder verschließen zu lassen – was ihn nur zu einem furchtloseren und unerbitterlicheren Kämpfer machen würde.
Es sind zwar schon einige Tage vergangen seit er seinen letzten Übungskampf mit einer Frau hatte, die er trotz all der ganzen Gespräche nicht wirklich einschätzen konnte, doch ließen ihn diese Gedanken nicht los. Trotz ihres nicht gerade kräftigen Äußeren, verbarg sich große Kraft in ihr und gar grenzenloser Zorn. Er fragte sich auf dem Weg zum Kampfplatz, ob es klug war vor ihr so eine dicke Lippe zu riskieren, doch ist es , was sie sehen wollte – sie sehen sollte. Nur keine Schwäche zeigen. Das wäre fehl am Platze in solch einer Gemeinschaft, immerhin will er sich nicht zu einer Marionette machen lassen.
Über mehrere Stunden, wie es sich anfühlte, zog sich dieser von Blut, Schmerzen und Schweiß, gekennzeichnete Kampf hin, doch konnte und durfte er nicht aufgeben, keine Schwäche zeigen – schon gar nicht vor ihr. Dennoch lag er öfter im Staub, als es ihm lieb gewesen war.
Doch schüttelte er nur rasch den Kopf um diese Gedanken daran wieder aus seinem Gedächtnis zu verbannen. Es galt nun mehr als über seinen verletzten Stolz nachzudenken. Es sollten Informationen beschaffen werden und dies werde er sofort in Angriff nehmen. Seine Fähigkeiten wollte er unbedingt unter Beweis stellen und ohne im Orden bescheid zu sagen, machte er sich noch in derselben Nacht auf den Weg. Auf den Weg um nach Antworten zu suchen, auf die er selbst keine hatte.
Es sind zwar schon einige Tage vergangen seit er seinen letzten Übungskampf mit einer Frau hatte, die er trotz all der ganzen Gespräche nicht wirklich einschätzen konnte, doch ließen ihn diese Gedanken nicht los. Trotz ihres nicht gerade kräftigen Äußeren, verbarg sich große Kraft in ihr und gar grenzenloser Zorn. Er fragte sich auf dem Weg zum Kampfplatz, ob es klug war vor ihr so eine dicke Lippe zu riskieren, doch ist es , was sie sehen wollte – sie sehen sollte. Nur keine Schwäche zeigen. Das wäre fehl am Platze in solch einer Gemeinschaft, immerhin will er sich nicht zu einer Marionette machen lassen.
Über mehrere Stunden, wie es sich anfühlte, zog sich dieser von Blut, Schmerzen und Schweiß, gekennzeichnete Kampf hin, doch konnte und durfte er nicht aufgeben, keine Schwäche zeigen – schon gar nicht vor ihr. Dennoch lag er öfter im Staub, als es ihm lieb gewesen war.
Doch schüttelte er nur rasch den Kopf um diese Gedanken daran wieder aus seinem Gedächtnis zu verbannen. Es galt nun mehr als über seinen verletzten Stolz nachzudenken. Es sollten Informationen beschaffen werden und dies werde er sofort in Angriff nehmen. Seine Fähigkeiten wollte er unbedingt unter Beweis stellen und ohne im Orden bescheid zu sagen, machte er sich noch in derselben Nacht auf den Weg. Auf den Weg um nach Antworten zu suchen, auf die er selbst keine hatte.