Die besten Wünsche mit euer Hochgeboren von Shevanor,
Baronin von Shevanor,
Das Anwesen befindet sich wie immer in einem tadellosen Zustand. Eure Anweisungen wurden ausgeführt und das Dorf wandelt sich zu einer ansehnlichen Stadt. Längst schon ist es nicht mehr ein Schrein den die Menschen aufsuchen sondern ein kleiner Tempel, dem Herren geweiht. Wie es euer Wunsch war befindet sich seine Magnifizenz Athola samt Tochter innerhalb eures Anwesens und nutzt dieses nach eigenem Ermessen. Stein für Stein seines Turmes diente dazu die Straßen zu pflastern was von dem einfachen Volk gut aufgenommen wurde. Womit wir zum Punkt des stetigen Berichtes kommen. Unter den drei Großbauern sind es inzwischen 14 Höfe die am Kern Shevon's angrenzen. Noch immer finden in den Handwerkerhallen die nötigen Arbeiten statt und wie ihr es wünschtet wurden diverse Zuschläge verteilt. Abermals sollten keinerlei Umstände auftreten die nötigen Abgaben zu erbringen. Die Schulung und Aufrüstung der Wehr nähert sich dem Ende so das nahezu alle Forderungen zu eurer Zufriedenheit erfüllt sind.
In Treue
Sravlak de Lirdak Verwalter von Shevanor
Noch immer recht nachdenklich wirkend ging sie die Blätter durch. Die Berichte ähnelten sich. Stetig berichtete er das alles zu ihrer Zufriedenheit verlief. Selten war eine Entscheidung notwendig die nur sie treffen konnte. Fast schon zu einfach könnte man meinen doch die Verbindungen die Shevanor besaß waren eine einzige Zwickmühle. Elbenau... langsam aber sicher bekam der Name einen fahlen Beigeschmack. Die Freundschaft zwischen Sanando und Veltin brachte selbst nach Sanando's Ableben einige Unahnehmlichkeiten mit sich. Eigentlich hatte sie angenommen der Dienst unter dem Grafen zu Schwertbergen würde ihr diesen unliebsamen Fragensteller von der Pelle halten. Ein anderes Schriftstück ging durch ihre Hände und einige Male nahm sie die besagte Stelle wahr.
... erhielten wir Nachricht aus Elbenau. Der Verbleib eures Bruders wurde dort mir Bedauern vernommen und in diesem Zuge die besten Wünsche und Beileidsbekundungen überbracht. Gleichsam bittet Veltin von Elbenau um einen Besuch eurer Länderreien da sie ihm in seiner Knappenschaft ans Herz gewachsen sind. Ebenfalls scheint er erpicht darauf euch kennen zu lernen um die Verbindung der Baronien erneut zu festigen...
Das Blatt senkend verzogen sich die Lippen zu einer Schnute. Die Verbindung festigen.... natürlich. Ein nahezu artiges Nicken ehe sie an damals zurückdachte. Ausflüchte waren vorgeschoben worden. Zeit war erbeten worden um die Trauerzeit standesgemäß abzusitzen, sich die Aufgaben vertraut zu machen und und und. Einiges hatte sie sich einfallen lassen und immer wieder Absagen erteilt. Nun jedoch nach fast 6 Jahren häuften sich seine Briefe und mit einem Schaudern dachte sie an Sanando und Darna zurück. Dort war es ein Bild gewesen das geblendet hatte, was aber trieb diesen 'Fremden' so dringlich nach Shevanor? Der Schein war nahezu perfekt gewahrt worden und da der König zu jener Zeit längst als verschollen gegolten hatte waren die Abgaben an den Kronprinzen des Reiches ergangen – so wie es sein sollte. Himmel, Arsch und Zwirn, warum also ließ er es nicht dabei bewenden? Sie hatte ihn nicht eingeladen und sie wollte ihn nicht sehen. Seine Anwesenheit würde alles offenbaren ehe es ihr in den Sinn kam. Nichts gab es was sie mehr hasste als eine geplante Sache die einen ungeplanten Verlauf nahm. Tief durchatmend wurden die Gedanken unterbrochen als an nächster Stelle einige Abbilder von Shevanor in ihre Hände fielen. Der Zeichner war überaus begabt gewesen. Man erkannte das prunkvolle Anwesen mit dem angelegten Graben darum herum. Im Westen erhob sich der angrenzende Wald und hinter ihm die Berge. Nördlich verloren sich die Wälder langsam in weiten Tälern während südöstlich das Land nahezu offen vor einem Lag. Flach, Fruchtbar und durchaus sinnvoll genutzt. Während die Finger über die Kohlezeichnung fuhren glaubte sie die grünen Weiden vor sich zu sehen. Kihdar hatte einst als Preis Shevanorer Rindfleisch eingefordert. Warum ihr dies in Verbindung mit den Weiden nun in den Sinn kam..? Sie wusste es nicht, es war lange her und im Grunde sollte sie sich derweil wahrlich um anderes scheren. Was würde passieren so sie sich öffentlich von dem Reich spaltete? Welche Grafschaften und deren Baronien wurden ihr gefährlich?
Die Bilder senkend schloss sie die Augenlider. Die nächste Baronie war Düsterstein. Damals von Lanira... herrgott wie war das nochmal?! Sie öffnete überaus unwillig die Augen. Adelskram... was für ein... Erneut wurde durchgeatmet und sie besann sich. Düsterstein war damals für Shevanor aufgegeben worden. Demnach sollte Schwertbergen tatsächlich die naheliegendste Grafschaft sein. Berechnend zählte sie die Tage an Land und die auf See welche die Ländereien trennte. Es sollten nicht weniger als 27 Tage und nicht mehr als 35 sein. Shevanor lag wortwörtlich am A.... Ende der Welt. Ein Umstand der vieles vereinfachte. Auf der anderen Seite waren die Nebelinsel. Wer hatte nach Kihdar deren Verwaltung übernommen? Sie wusste es nicht doch was sie über das Lehen wusste machte es trotz der Umstände zu einem Verbündeten. Hätten sich die Winde dort so sehr gewendet als das dem nicht mehr so wäre hätte sie davon erfahren. Gleichsam jedoch musste sie sicher sein. Die entsprechende Anmerkung wurde festgehalten und würde ihren Verwalter mit dem nächsten Schreiben erreichen. Alles in Allem wäre es also Schwertbergen mit seinen Baronien das ihr auf die Pelle rücken konnte. Falls der Kronprinz sich überhaupt dazu entschließen sollte. Im Grunde musste es einen Weg geben diese Schritte als nicht Notwendig darzulegen. Bis sie diesen allerdings fand... sie musste nachdenken.