Neuanfang? oder: Es kommt wie es kommt - oder auch nicht
- Tajara Nair
- Beiträge: 609
- Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57
Neuanfang? oder: Es kommt wie es kommt - oder auch nicht
Das Lager verließ sie ohne zurückzublicken. Der Streit mit Ronya war nachhaltig und Tajara wurde nun bewusst, dass es wohl das beste wäre zu gehen, oder auch nicht. Schließlich ließ sie alles achtlos hinter sich, ihre Sachen im lager zurücklassend welche der Gemeinschaft wohl besser dienlich waren als ihr, mit nichts am leib außer ihrer einfachen Kleidung und genug Geld um die nächsten Tage nicht verhungern zu müssen.
Das Schlimmste war wohl, Xinthra zurückzulassen. Was würde sie wohl denken? Tajara konnte es sich ausmalen, doch wollte sie das? Wohl kaum. Es war auch egal. Zu wütend war sie in dem Augenblick, vor allem auf Ronya. Das war es also am Ende. Alles zurücklassen und sehen, irgendwie wieder von vorne beginnen zu können. Was für ein Unterfangen!
Diese Gedanken geisterten in der Zweiten nacht zurück auf Gerinor noch auf ihr. Sie war nun frei... Frei? Frei war sie immer, aber sie war immer nur eine von Ronyas Kriegerinnen. Sie war aber Tajara! Das wollte sie eigentlich immer bleiben. Und nun hatte sie die Gelegenheit dazu es zu sein.
Was ihr schwer am herzen lag war die Gewissheit nicht mehr ins Lager zu können, in die Wohnung welche ihre Geliebte und sie zusammen bewohnten. Es war einfach nur schwierig. Wie sollte es denn weitergehen?
Die Bürgerwehr? Es widerstrebte ihr, aber sie wollte ihr tun nicht sinnlos halten. Schließlich gab es genug zu tun, und heute musste ein Irrer schon merken, dass man mit ihr nicht spaßen konnte.
Sie sah ronya nur flüchtig als sie ihr gegen mittag dieses Tages, dem Zweiten nach ihrem Austritt aus der Gemeinschaft ihre sachen vorbeibrachte. Tajara weinte wie so oft an diesen Tagen. Es schien ihr fast so, als Ronya plötzlich weg war, dass ihr das wohl auch mehr auf der Seele lastete, als sie vielleicht zugeben wollte. Wahrscheinlich wollten es am Ende beide nicht.
Ja, sie hatte die passende Metapher gefunden als sie die Frau mit dem Wolf im Schlepptau ermahnte "Ein Wolf braucht seine Freiheit, er fühlt sich unter Menschen zu eingeengt. Ein Wolf muss frei sein und trotzdem dem Rudel helfen." Die Tiefländer mochten es vielleicht nicht hören wenn sie laut denken würde, dass sie einem Wolf so unähnlich nicht war, zumindest in dieser Situation. Doch sie würde für immer eine Schwester sein und die ihrigen unterstützen, ihnen beistehen, wo immer sie auch konnte. Aber es gab Dinge, die mussten alleine erledigt werden, und das würde sie tun.
Sie hatte nun die Gelegenheit Darna das heimzuzahlen, was sie ihr einst angetan hatte. Es war genau dasselbe wie mit den Spinnern aus Rahal als sie Ronya gefangen nahmen. Sich Sorgen um einen geliebten menschen machend. Sie glaubte sowieso nur an eines - an die Menschen die ihr nahe standen. So würden auch diese vermaledeiten Schwarzkutten noch ihre Faust im Gesicht finden, wenn sie ihr begegnen würden, ohne vorwarnung würden sie einen schlag mitten ins Gesicht erhalten. Und sie würde es genießen und sich dar+ber freuen. Das war es letzten endes, was ihr wichtig war, Vergeltung!
und wenn sie gekommen ist, was dann= Wie Solle es denn nun weitergehen?
Es hatte niemand voraussehen können, und so schnell Xin in bajard auftauchte, so schnell war sie auch wieder weg - das lastete Taja noch mehr an der Seele. Sie war unendlich traurig, dass es so weit gekommen war. Es fiel ihr schwer.
Doch es kam eben, wie es kommen musste, obwohl es unnötig gewesen wäre. "Es liegt an dir" hatte Xinthra gesagt. Mochte durchaus sein, doch es lag auch bei Ronya. Und die Ungewissheit dessen, was nun noch kommen mochte lastete schwer auf Tajaras Seele.
Wie sollte es nur weiter gehen?
Das Schlimmste war wohl, Xinthra zurückzulassen. Was würde sie wohl denken? Tajara konnte es sich ausmalen, doch wollte sie das? Wohl kaum. Es war auch egal. Zu wütend war sie in dem Augenblick, vor allem auf Ronya. Das war es also am Ende. Alles zurücklassen und sehen, irgendwie wieder von vorne beginnen zu können. Was für ein Unterfangen!
Diese Gedanken geisterten in der Zweiten nacht zurück auf Gerinor noch auf ihr. Sie war nun frei... Frei? Frei war sie immer, aber sie war immer nur eine von Ronyas Kriegerinnen. Sie war aber Tajara! Das wollte sie eigentlich immer bleiben. Und nun hatte sie die Gelegenheit dazu es zu sein.
Was ihr schwer am herzen lag war die Gewissheit nicht mehr ins Lager zu können, in die Wohnung welche ihre Geliebte und sie zusammen bewohnten. Es war einfach nur schwierig. Wie sollte es denn weitergehen?
Die Bürgerwehr? Es widerstrebte ihr, aber sie wollte ihr tun nicht sinnlos halten. Schließlich gab es genug zu tun, und heute musste ein Irrer schon merken, dass man mit ihr nicht spaßen konnte.
Sie sah ronya nur flüchtig als sie ihr gegen mittag dieses Tages, dem Zweiten nach ihrem Austritt aus der Gemeinschaft ihre sachen vorbeibrachte. Tajara weinte wie so oft an diesen Tagen. Es schien ihr fast so, als Ronya plötzlich weg war, dass ihr das wohl auch mehr auf der Seele lastete, als sie vielleicht zugeben wollte. Wahrscheinlich wollten es am Ende beide nicht.
Ja, sie hatte die passende Metapher gefunden als sie die Frau mit dem Wolf im Schlepptau ermahnte "Ein Wolf braucht seine Freiheit, er fühlt sich unter Menschen zu eingeengt. Ein Wolf muss frei sein und trotzdem dem Rudel helfen." Die Tiefländer mochten es vielleicht nicht hören wenn sie laut denken würde, dass sie einem Wolf so unähnlich nicht war, zumindest in dieser Situation. Doch sie würde für immer eine Schwester sein und die ihrigen unterstützen, ihnen beistehen, wo immer sie auch konnte. Aber es gab Dinge, die mussten alleine erledigt werden, und das würde sie tun.
Sie hatte nun die Gelegenheit Darna das heimzuzahlen, was sie ihr einst angetan hatte. Es war genau dasselbe wie mit den Spinnern aus Rahal als sie Ronya gefangen nahmen. Sich Sorgen um einen geliebten menschen machend. Sie glaubte sowieso nur an eines - an die Menschen die ihr nahe standen. So würden auch diese vermaledeiten Schwarzkutten noch ihre Faust im Gesicht finden, wenn sie ihr begegnen würden, ohne vorwarnung würden sie einen schlag mitten ins Gesicht erhalten. Und sie würde es genießen und sich dar+ber freuen. Das war es letzten endes, was ihr wichtig war, Vergeltung!
und wenn sie gekommen ist, was dann= Wie Solle es denn nun weitergehen?
Es hatte niemand voraussehen können, und so schnell Xin in bajard auftauchte, so schnell war sie auch wieder weg - das lastete Taja noch mehr an der Seele. Sie war unendlich traurig, dass es so weit gekommen war. Es fiel ihr schwer.
Doch es kam eben, wie es kommen musste, obwohl es unnötig gewesen wäre. "Es liegt an dir" hatte Xinthra gesagt. Mochte durchaus sein, doch es lag auch bei Ronya. Und die Ungewissheit dessen, was nun noch kommen mochte lastete schwer auf Tajaras Seele.
Wie sollte es nur weiter gehen?
- Tajara Nair
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Es war seltsam - eigentlich fühte sich Tajara wirklich gut darin, ihre Angelegenheiten zu regeln, die ihr so lange auf der Seele lasteten - Rache war doch etwas wunderbares, und wer sich nicht entschuldigt bekommt eins aufs Maul! Eine simple Methode, aber ihr ging es danach wirklich besser.
Das Gespräch mit diesem Temorapriester war interessant, auch wenn sie sich beleidigt fühlte in der Annahme, sie würde in ihren Ansichten einem dieser Temoraspinner näher stehen als sie vielleicht zugeben wollte. Ganz gleich! Sie würde sicher nicht einem Priesterheini nachlaufen.
Sie Wendete sich um und da war sie! Xin. Tajara schickte ihr zuvor eine Nachricht - nur kurz gehalten aber wohl vielsagend. Und Xinthra war... - es war seltsam. Sie war so abweisend... so kalt. Das fiel ihr auf, kein Abschiedskuss, und eine eher einseitige umarmung. Das tat ihr irgendwie weh. Das Gespräch war auch nicht all zu befriedigend an sich. Irgendwas war anders. Jedenfalls meinte Xin, sie müsse nachdenken. Seltsam eigentlich, sonst würde sie auch immer sagen was sie tat. Das schmerzte genug, auch wenn Tajara versuchte, es nicht all zu offensichtlich zu zeigen.
Sie fühlte sich in dem Moment allein. Diese komische Frau die sich dann noch irgendwie versuchte, sich bei Tajara einzuschmeicheln war ihr schließlich zuviel. Sie ging hinaus in die Einsamkeit, wo sie scheinbar hingehörte, irgendwo. Oder was war sonst los? Es ging alles irgendwie dem Bach runter.
Der nächste Tag in Bajard war um kein Deut besser. Eine ganze zeit lang keine Arbeit, nichts zu tun und dazu noch hier zwischen diesen idioten rumhängen. Nunja, Elisabeth und Eleya waren in Ordnung, eigentlich würden sie gut zu den Gefährtinnen passen, dämmerte es ihr. Aber sie würden wohl nicht dahin wollen.
Dann war Lyn da! Sie fiel ihr sofort um den hals was wohl eine freudige Überraschung für Tajara war. Sie freute sich einfach, dieses kleine zerbrechliche liebe Mädel zu sehen, die ihr vielleicht mehr Hoffnung gab, dass alles irgendwie gut werden würde als sonst etwas, wäre da nicht die schlimme nachricht gewesen, die sie ihr mitteilte.
Xin und Reka zogen also zusammen - Schock! - Wunderbar!
Xin versicherte Tajara zwar oft, dass sie so etwas nie tun würde, und sie wollte es auch glauben, aber wie sollte man sonst denken. Es wäre so oder so keine freudige Nachricht gewesen. Die Lücke die sie angeblich hinterließ wurde wieder gestopft - und dann der eindruck dass nun eine andere Frau in ihrem Fell lag das noch nicht einmal kalt war! Sie war ohnehin nicht gut auf Reka zu sprechen, zudem sie scheinbar zu oft aneinandergekuschelt beieinandersaßen. Das verstärkte ihre Angst nur noch mehr.
Eigentlich - so dachte sie nun endgültig - hatte Tajara nichts mehr zu verlieren. Zum erstenmal seit langem fühlte sie wieder diese leere und Eiseskälte in sich. Nur dass es wieder so schlimm war. Sie fühlte sich einfach nur noch leer. Nichts zu verlieren... Nichts zu verlieren... Zu viel zu verlieren...
Das Gespräch mit diesem Temorapriester war interessant, auch wenn sie sich beleidigt fühlte in der Annahme, sie würde in ihren Ansichten einem dieser Temoraspinner näher stehen als sie vielleicht zugeben wollte. Ganz gleich! Sie würde sicher nicht einem Priesterheini nachlaufen.
Sie Wendete sich um und da war sie! Xin. Tajara schickte ihr zuvor eine Nachricht - nur kurz gehalten aber wohl vielsagend. Und Xinthra war... - es war seltsam. Sie war so abweisend... so kalt. Das fiel ihr auf, kein Abschiedskuss, und eine eher einseitige umarmung. Das tat ihr irgendwie weh. Das Gespräch war auch nicht all zu befriedigend an sich. Irgendwas war anders. Jedenfalls meinte Xin, sie müsse nachdenken. Seltsam eigentlich, sonst würde sie auch immer sagen was sie tat. Das schmerzte genug, auch wenn Tajara versuchte, es nicht all zu offensichtlich zu zeigen.
Sie fühlte sich in dem Moment allein. Diese komische Frau die sich dann noch irgendwie versuchte, sich bei Tajara einzuschmeicheln war ihr schließlich zuviel. Sie ging hinaus in die Einsamkeit, wo sie scheinbar hingehörte, irgendwo. Oder was war sonst los? Es ging alles irgendwie dem Bach runter.
Der nächste Tag in Bajard war um kein Deut besser. Eine ganze zeit lang keine Arbeit, nichts zu tun und dazu noch hier zwischen diesen idioten rumhängen. Nunja, Elisabeth und Eleya waren in Ordnung, eigentlich würden sie gut zu den Gefährtinnen passen, dämmerte es ihr. Aber sie würden wohl nicht dahin wollen.
Dann war Lyn da! Sie fiel ihr sofort um den hals was wohl eine freudige Überraschung für Tajara war. Sie freute sich einfach, dieses kleine zerbrechliche liebe Mädel zu sehen, die ihr vielleicht mehr Hoffnung gab, dass alles irgendwie gut werden würde als sonst etwas, wäre da nicht die schlimme nachricht gewesen, die sie ihr mitteilte.
Xin und Reka zogen also zusammen - Schock! - Wunderbar!
Xin versicherte Tajara zwar oft, dass sie so etwas nie tun würde, und sie wollte es auch glauben, aber wie sollte man sonst denken. Es wäre so oder so keine freudige Nachricht gewesen. Die Lücke die sie angeblich hinterließ wurde wieder gestopft - und dann der eindruck dass nun eine andere Frau in ihrem Fell lag das noch nicht einmal kalt war! Sie war ohnehin nicht gut auf Reka zu sprechen, zudem sie scheinbar zu oft aneinandergekuschelt beieinandersaßen. Das verstärkte ihre Angst nur noch mehr.
Eigentlich - so dachte sie nun endgültig - hatte Tajara nichts mehr zu verlieren. Zum erstenmal seit langem fühlte sie wieder diese leere und Eiseskälte in sich. Nur dass es wieder so schlimm war. Sie fühlte sich einfach nur noch leer. Nichts zu verlieren... Nichts zu verlieren... Zu viel zu verlieren...
- Tajara Nair
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- Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57
Sie schlief in den Nächten kaum. Mutter war ohnedies meistens nicht da, vermutlich wieder mit einigen alten Taugenichtsen und Saufbolden unterwegs. Eine alternde Frau, selbst gestraft vom Leben in der Tat, aber dennoch ein Mensch, der sich selbst aufgegeben hatte. "Will ich so enden?" fragte sie sich immer wieder. nein, sie würde so nicht enden.
Lameriast war wie in weite Ferne gerückt "Da gehörst du hin" hatte Xin gesagt und sie hatte recht. Lameriast war mehr ihre Heimat als Bajard, dennoch brauchte sie Arbeit, es bedurfte einem Ziel. Sie wollte in ihrem Leben einfach einen Sinn finden, etwas wo sie für andere da sein konnte. Kurzum: Sie fühlte sich nutzlos, und in dem Sinne war sie es dann auch. Bürgerwehr! Ihr graute davor, doch was sollte sie tun? Nach Varuna tat sie keinen Schritt und nach Rahal sowieso nicht, obgleich sie beschloss, jedem Rahaler künftig die Fehde zu erklären. Es hing nun nichts mehr davon ab, das Wohl ihrer Schwestern war ihr natürlich wichtig, aber sie war offiziell keine mehr, seit sie den Ring abgab, und so würde sie auch keine der Gefährtinnen in Gefahr bringen - sie würde es einfach nicht erwähnen.
Das Gespräch mit Xin gab ihr Sicherheit, dass sie tatsächlich jemandem fehlte. Vielleicht war es egoistisch zu meinen, es ist gut zu wissen, dass ich nicht der einzige bin, der leidet, aber vielleicht war es Tatsache, dass geteiltes Leid halbes Leid bedeutet. Jedenfalls fühlte sie zum ersten Mal seit ihrem Fortgang wieder so etwas wie wärme und Nähe, als Xinthra in Bajard auftauchte.
Ein Haus auf Lameriast war eine gute idee. Wie das zustande kommen sollte wusste sie noch nicht, aber Stämme hacken war nicht das Problem. Hauptsache war wohl, dass sie in Xins Nähe verweilen konnte. Es stand ihr der Schmerz wohl ebenso deutlich ins Gesicht geschrieben wie auch Tajara selbst. Bajard war zum Leben nichts für sie, sie würde vielleicht hier arbeiten, aber leben wohl eher nicht.
Natürlich war das ohnedies noch nicht offiziell. Aber sie wollte schlicht nicht mehr eine von Ronyas Kriegerinnen sein, sie war Tajara, sie war ihre eigene Herrin, egal ob Schwester oder nicht, das würde sie bleiben und nicht verleugnen. Gegenteiliges kam ohnehin nicht in Frage für sie. Wie es weitergehen mochte konnte sie nicht sagen.
"Es kommt wie es kommt" murmelte sie, am Meer sitzend und zum nächtlichen Sternenhimmel aufblickend. Vom Westen her wehte eine warme Sommerbiese durch ihr zerzaustes Haar.
"Oder auch nicht..."
Lameriast war wie in weite Ferne gerückt "Da gehörst du hin" hatte Xin gesagt und sie hatte recht. Lameriast war mehr ihre Heimat als Bajard, dennoch brauchte sie Arbeit, es bedurfte einem Ziel. Sie wollte in ihrem Leben einfach einen Sinn finden, etwas wo sie für andere da sein konnte. Kurzum: Sie fühlte sich nutzlos, und in dem Sinne war sie es dann auch. Bürgerwehr! Ihr graute davor, doch was sollte sie tun? Nach Varuna tat sie keinen Schritt und nach Rahal sowieso nicht, obgleich sie beschloss, jedem Rahaler künftig die Fehde zu erklären. Es hing nun nichts mehr davon ab, das Wohl ihrer Schwestern war ihr natürlich wichtig, aber sie war offiziell keine mehr, seit sie den Ring abgab, und so würde sie auch keine der Gefährtinnen in Gefahr bringen - sie würde es einfach nicht erwähnen.
Das Gespräch mit Xin gab ihr Sicherheit, dass sie tatsächlich jemandem fehlte. Vielleicht war es egoistisch zu meinen, es ist gut zu wissen, dass ich nicht der einzige bin, der leidet, aber vielleicht war es Tatsache, dass geteiltes Leid halbes Leid bedeutet. Jedenfalls fühlte sie zum ersten Mal seit ihrem Fortgang wieder so etwas wie wärme und Nähe, als Xinthra in Bajard auftauchte.
Ein Haus auf Lameriast war eine gute idee. Wie das zustande kommen sollte wusste sie noch nicht, aber Stämme hacken war nicht das Problem. Hauptsache war wohl, dass sie in Xins Nähe verweilen konnte. Es stand ihr der Schmerz wohl ebenso deutlich ins Gesicht geschrieben wie auch Tajara selbst. Bajard war zum Leben nichts für sie, sie würde vielleicht hier arbeiten, aber leben wohl eher nicht.
Natürlich war das ohnedies noch nicht offiziell. Aber sie wollte schlicht nicht mehr eine von Ronyas Kriegerinnen sein, sie war Tajara, sie war ihre eigene Herrin, egal ob Schwester oder nicht, das würde sie bleiben und nicht verleugnen. Gegenteiliges kam ohnehin nicht in Frage für sie. Wie es weitergehen mochte konnte sie nicht sagen.
"Es kommt wie es kommt" murmelte sie, am Meer sitzend und zum nächtlichen Sternenhimmel aufblickend. Vom Westen her wehte eine warme Sommerbiese durch ihr zerzaustes Haar.
"Oder auch nicht..."
- Tajara Nair
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- Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57
Auch wenn die Nächte langsam wieder ruhiger wurden nachdem sie mit Xinthra gesprochen hatte, so merkte sie recht rasch, dass es ihr zunehmend wieder etwas schlechter ging.
Ronya hatte sie seither nicht mehr gesehen. Entweder mied sie Bajard oder es entging ihr einfach, wenn ihre ehemalige Anführerin im Dorf war. Seltsam war es insofern, da ihr doch einiges auf der Seele lastete.
Tajara bedrückten die Worte immer noch. Sie ließen Wut in ihr aufkeimen, aber gleichzeitig auch die Trauer um ihr verlorenes Heim. Sie merkte es jedes Mal wenn sie die Farben nicht trug. Tat sie es doch aus Stolz - sie war nicht mehr Teil der Gemeinschaft. Auch wenn sie es sich wünschte - und das sagte sie Mishy vor einigen Abenden auch "So gern ich zurückwürde, es liegt an Ronya, den nächsten Schritt zu tun." - Den tat sie nicht - wieder unerledigte Dinge, die ihr mehr als schwer auf ihr Gemüt schlugen.
Wenn sie nach Lameriast auf die Jagd ritt war sie häufig daran einfach abzubiegen zum Eingang - aber dann kam ihr der Gedanke schnell "Ich habe ja weder einen Schlüssel noch ein heim dort." - Sie musste sich erst wieder daran gewöhnen.
Arbeit fand sich wahrlich schwer. Der Bürgermeister war nie zugegen - und sie saß nur dujmm in der Gegend herum - ein merkwürdiger umstand, den sie abgrundtief hasste.
Des Nachts oder des frühen Morgens sah man sie in Bajard öfter am Rande einer Klippe nahe Bajard stehen und aufs Meer blickend, richtung Lameriast nach Südosten gerichtet. Vielleicht hatten manche den Eindruck, sie würde springen wollen.
In wahrheit hatte sie es nicht vor. Sie hatte jedoch stetig das Gefühl zu fallen - die Klippe herunterzufallen, die sie mühsam emporgeklettert war. Und vielleicht traf dies sogar zu.
Ronya hatte sie seither nicht mehr gesehen. Entweder mied sie Bajard oder es entging ihr einfach, wenn ihre ehemalige Anführerin im Dorf war. Seltsam war es insofern, da ihr doch einiges auf der Seele lastete.
Tajara bedrückten die Worte immer noch. Sie ließen Wut in ihr aufkeimen, aber gleichzeitig auch die Trauer um ihr verlorenes Heim. Sie merkte es jedes Mal wenn sie die Farben nicht trug. Tat sie es doch aus Stolz - sie war nicht mehr Teil der Gemeinschaft. Auch wenn sie es sich wünschte - und das sagte sie Mishy vor einigen Abenden auch "So gern ich zurückwürde, es liegt an Ronya, den nächsten Schritt zu tun." - Den tat sie nicht - wieder unerledigte Dinge, die ihr mehr als schwer auf ihr Gemüt schlugen.
Wenn sie nach Lameriast auf die Jagd ritt war sie häufig daran einfach abzubiegen zum Eingang - aber dann kam ihr der Gedanke schnell "Ich habe ja weder einen Schlüssel noch ein heim dort." - Sie musste sich erst wieder daran gewöhnen.
Arbeit fand sich wahrlich schwer. Der Bürgermeister war nie zugegen - und sie saß nur dujmm in der Gegend herum - ein merkwürdiger umstand, den sie abgrundtief hasste.
Des Nachts oder des frühen Morgens sah man sie in Bajard öfter am Rande einer Klippe nahe Bajard stehen und aufs Meer blickend, richtung Lameriast nach Südosten gerichtet. Vielleicht hatten manche den Eindruck, sie würde springen wollen.
In wahrheit hatte sie es nicht vor. Sie hatte jedoch stetig das Gefühl zu fallen - die Klippe herunterzufallen, die sie mühsam emporgeklettert war. Und vielleicht traf dies sogar zu.
- Tajara Nair
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- Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57
Das Schicksal hat einen makaberen Humor, und wenn es einen Humor hat, dann ist er äußerst zynisch, nicht wahr?
Es hätte ein Abend wie jeder andere bleiben sollen. Niedergeschlagen saß Tajara weiterhin vor der Taverne und trank ihren Beruhigungsschnaps. Ihr fehlte Xinthra, und ihr fehlte ihre eigentliche Familie. Sie hoffte inständig, dass jemand von ihnen um die Ecke kam - aber niemand war da. Die letzten Tage waren fürchterlich.
Nachdenklich saß sie so über ihrer Schnapsflasche brütend da als sie eine Männerstimme freundlich begrüßte. Sie blickte auf. Es war Lamiro - der Waldläufer den sie des Öfterem auf Lameriast saß gesellte sich zu ihr.
Schnell kam man ins Gespräch. Über Tajaras Verlassen der Gemeinschaft, ihren Disput mit Ronya, ihre Zukunftspläne, die wahrlich dürftig aussahen, über Heim- und Fernweh. man kam zu dem Ergebnis dass sie beide etwas hinter sich lassen mussten, und das war das eigentlich schmerzhafte.
Soweit war der Abend ja noch normal und fing an, nett zu werden.
Dann kam aus dem nichts plötzlich ein dreister Kerl angestapft der sich ganz einfach danebensetzte - und das Gespräch unterbrach, das gerade fing interessant zu werden und für fremde Ohren eigentlich nicht bestimmt war.
Beide wollten ihn einfach nur weg haben - gutes Zureden half wohl nichts. Dieser Narr legte sich ja mit Tiefländern an. "Ich zähle bis zehn" - begann Tajara. "Bis dahin solltest du verschwunden sein..."
"Sonst was?" blaffte der junge Kerl dreist.
"...solltest du dir rasch einen Frauennamen überlegen, denn ein Mann bist du danach garantiert nicht mehr!" Tajara machte diesbezüglich keine Witze. Niemand nahm sie ernst, doch sie war tatsächlich bereit, ihre Drohung wahr zu machen.
"Eins..." begann sie formell und blickte ihn an. Er würde natürlich nicht gehen. Er würde es darauf ankommen lassen. Tajara griff uzur Armbrust, welche neben ihrem Platz an den Wandverschlag angelehnt war.
"Fünf..." Sie griff sich einen Bolzen aus ihrem Köcher und legte diesen in die Armbrust ein. Das sollte ihm wohl deutlich machen, dass sie keine Scherze machte.
"Nein..." Sie stieg auf die Bank und zielte auf sein Gemächt. Dies sollte wohl das eindeutige Zeichen sein. Hau endlich ab du Mistkerl! Ich will nicht schießen müssen!
"Neineinhalb" - jetzt stieg dieser Idiot auch noch auf den Trisch! Wollte er es wirklich darauf ankommen lassen? Nicht im ernst!
Gut - er wollte es so. Und somit beschloss sie, den abzug der Armbrust zu betätigen.
In just diesem Moment beugte sich der mann zur Seite als der Bolzen auf ihn zuraste - und durchbohrte seinen Rücken!
Keuchend und röchelnd brach er zusammen. Tajara hatte selten so einen schrecien erlebt. Er landete direkt auf dem Tisch und nahm die Kerze mit, die zu Boden rollte und ausging. Lamiro selbst war wohl ebenfalls erschrocken - ein Stimmengewirr zwischen den beiden entstand - nervös - Tajaras Atem ging stoßweise. Sie stand unter Schock!
"Verdammt verdammt!" "Herrgott! Warum hören die Leute denn nie zu?" "Verdammt... Verdammt... !
Tajaras Stimme wurde förmlich fiepsig - der Mann konnte das nicht überleben. Blut quoll aus seinem Mund, er röchelte, er war im Grunde schon tot, nur noch nicht direkt!
Tajara kramte eine Bandage hervor und legte diese auf die Wunde. Binnen Sekunden war die Bandage blutdurchtränkt und auch ihre Linke hand wurde langsam rot und klebrig.
Nervös holte sie noch eine Bandage hervor - noch eine - Noch eine! "Verdammt! Ich hab dich doch gewarnt!"
"Tajara - Zieh den Bolzen heraus und ich verschließe die Wunde!" hörte sie Lamiro rufen.
Er entzündete die Kerze und hielt die Klinge darüber. Tajara zählte bis drei, und mit einem lauten Brüllen zog sie den Bolzen heraus.
Lamiro hielt sofort die heiße Klinge über die Wunde. Der Mann brüllte jedoch nur auf - die Verletzung ließ sich nicht mehr rückgängig machen. Es war ein Schuss direkt in die Lunge.
Die Menschenmenge versammelte sich langsam um die drei Leute. Einer ritt aus, um einen Heiler zu rufen. Dann kam auch noch Vesta hinzu. Wer sie auch immer war, sie meinte, sie würde helfen.
Tajara stammelte unentwägt "Verdammt... verdammt... verdammt... ich habe ihn umgebracht... umgebracht..." Vesta verpasste ihr ein paar blutige Ohrfeigen. Nun klebte auch noch Blut im Gesicht. Wie sollte sie das nur ertragen? Sie beging einen Mord!
"Nichts zu machen, er ist tot" echote es aus Vesta. Das war es. Sie war eine Mörderin - wieder - und diesmal würde sie nicht fliehen können! Verdammt nochmal. Wieso musste es so weit kommen??
"Vielleicht können wir ihn doch noch retten." sprach Vesta in ihrem bäuerlich angehauchten Dialekt. Tajaras Beine zitterten. Sie registrierte dies nur am Rande
"Ich habe ihn umgebracht... umgebracht..." - stammelte sie immer wieder, selbst als die Männer, Lamiro... dann auch noch Ortus und der Fremde der keinen Heiler fand gemeinsam mit Vesta den leichnam weggebracht hatten...
Sie bekam kaum mit wie sie ein junges Mädchen, vielleicht gerademal an die 16 sie fragte was passiert war - und das Blut wohl erblickte das am boden lag gemeinsam mit ihrer Armbrust, die ihr vor schreck aus der hand fiel in Ohnmacht fiel. Mit mechanischen Schritten schritt sie vorwärts, immer dieselben Worte stammelnd.
Zufällig kreuzte Viola ihren Weg. Sie erblickte dann wohl die blutüberströmte, blasse glasäugige Tajara, die nur noch stammelte. Vila wollte sie noch stützen, doch sie brach zusammen.
Ihr schwanden die Sinne und bewusstlos kippte sie nach vorne - dann sah und hörte sie nichts mehr...
Wird fortgesetzt
Es hätte ein Abend wie jeder andere bleiben sollen. Niedergeschlagen saß Tajara weiterhin vor der Taverne und trank ihren Beruhigungsschnaps. Ihr fehlte Xinthra, und ihr fehlte ihre eigentliche Familie. Sie hoffte inständig, dass jemand von ihnen um die Ecke kam - aber niemand war da. Die letzten Tage waren fürchterlich.
Nachdenklich saß sie so über ihrer Schnapsflasche brütend da als sie eine Männerstimme freundlich begrüßte. Sie blickte auf. Es war Lamiro - der Waldläufer den sie des Öfterem auf Lameriast saß gesellte sich zu ihr.
Schnell kam man ins Gespräch. Über Tajaras Verlassen der Gemeinschaft, ihren Disput mit Ronya, ihre Zukunftspläne, die wahrlich dürftig aussahen, über Heim- und Fernweh. man kam zu dem Ergebnis dass sie beide etwas hinter sich lassen mussten, und das war das eigentlich schmerzhafte.
Soweit war der Abend ja noch normal und fing an, nett zu werden.
Dann kam aus dem nichts plötzlich ein dreister Kerl angestapft der sich ganz einfach danebensetzte - und das Gespräch unterbrach, das gerade fing interessant zu werden und für fremde Ohren eigentlich nicht bestimmt war.
Beide wollten ihn einfach nur weg haben - gutes Zureden half wohl nichts. Dieser Narr legte sich ja mit Tiefländern an. "Ich zähle bis zehn" - begann Tajara. "Bis dahin solltest du verschwunden sein..."
"Sonst was?" blaffte der junge Kerl dreist.
"...solltest du dir rasch einen Frauennamen überlegen, denn ein Mann bist du danach garantiert nicht mehr!" Tajara machte diesbezüglich keine Witze. Niemand nahm sie ernst, doch sie war tatsächlich bereit, ihre Drohung wahr zu machen.
"Eins..." begann sie formell und blickte ihn an. Er würde natürlich nicht gehen. Er würde es darauf ankommen lassen. Tajara griff uzur Armbrust, welche neben ihrem Platz an den Wandverschlag angelehnt war.
"Fünf..." Sie griff sich einen Bolzen aus ihrem Köcher und legte diesen in die Armbrust ein. Das sollte ihm wohl deutlich machen, dass sie keine Scherze machte.
"Nein..." Sie stieg auf die Bank und zielte auf sein Gemächt. Dies sollte wohl das eindeutige Zeichen sein. Hau endlich ab du Mistkerl! Ich will nicht schießen müssen!
"Neineinhalb" - jetzt stieg dieser Idiot auch noch auf den Trisch! Wollte er es wirklich darauf ankommen lassen? Nicht im ernst!
Gut - er wollte es so. Und somit beschloss sie, den abzug der Armbrust zu betätigen.
In just diesem Moment beugte sich der mann zur Seite als der Bolzen auf ihn zuraste - und durchbohrte seinen Rücken!
Keuchend und röchelnd brach er zusammen. Tajara hatte selten so einen schrecien erlebt. Er landete direkt auf dem Tisch und nahm die Kerze mit, die zu Boden rollte und ausging. Lamiro selbst war wohl ebenfalls erschrocken - ein Stimmengewirr zwischen den beiden entstand - nervös - Tajaras Atem ging stoßweise. Sie stand unter Schock!
"Verdammt verdammt!" "Herrgott! Warum hören die Leute denn nie zu?" "Verdammt... Verdammt... !
Tajaras Stimme wurde förmlich fiepsig - der Mann konnte das nicht überleben. Blut quoll aus seinem Mund, er röchelte, er war im Grunde schon tot, nur noch nicht direkt!
Tajara kramte eine Bandage hervor und legte diese auf die Wunde. Binnen Sekunden war die Bandage blutdurchtränkt und auch ihre Linke hand wurde langsam rot und klebrig.
Nervös holte sie noch eine Bandage hervor - noch eine - Noch eine! "Verdammt! Ich hab dich doch gewarnt!"
"Tajara - Zieh den Bolzen heraus und ich verschließe die Wunde!" hörte sie Lamiro rufen.
Er entzündete die Kerze und hielt die Klinge darüber. Tajara zählte bis drei, und mit einem lauten Brüllen zog sie den Bolzen heraus.
Lamiro hielt sofort die heiße Klinge über die Wunde. Der Mann brüllte jedoch nur auf - die Verletzung ließ sich nicht mehr rückgängig machen. Es war ein Schuss direkt in die Lunge.
Die Menschenmenge versammelte sich langsam um die drei Leute. Einer ritt aus, um einen Heiler zu rufen. Dann kam auch noch Vesta hinzu. Wer sie auch immer war, sie meinte, sie würde helfen.
Tajara stammelte unentwägt "Verdammt... verdammt... verdammt... ich habe ihn umgebracht... umgebracht..." Vesta verpasste ihr ein paar blutige Ohrfeigen. Nun klebte auch noch Blut im Gesicht. Wie sollte sie das nur ertragen? Sie beging einen Mord!
"Nichts zu machen, er ist tot" echote es aus Vesta. Das war es. Sie war eine Mörderin - wieder - und diesmal würde sie nicht fliehen können! Verdammt nochmal. Wieso musste es so weit kommen??
"Vielleicht können wir ihn doch noch retten." sprach Vesta in ihrem bäuerlich angehauchten Dialekt. Tajaras Beine zitterten. Sie registrierte dies nur am Rande
"Ich habe ihn umgebracht... umgebracht..." - stammelte sie immer wieder, selbst als die Männer, Lamiro... dann auch noch Ortus und der Fremde der keinen Heiler fand gemeinsam mit Vesta den leichnam weggebracht hatten...
Sie bekam kaum mit wie sie ein junges Mädchen, vielleicht gerademal an die 16 sie fragte was passiert war - und das Blut wohl erblickte das am boden lag gemeinsam mit ihrer Armbrust, die ihr vor schreck aus der hand fiel in Ohnmacht fiel. Mit mechanischen Schritten schritt sie vorwärts, immer dieselben Worte stammelnd.
Zufällig kreuzte Viola ihren Weg. Sie erblickte dann wohl die blutüberströmte, blasse glasäugige Tajara, die nur noch stammelte. Vila wollte sie noch stützen, doch sie brach zusammen.
Ihr schwanden die Sinne und bewusstlos kippte sie nach vorne - dann sah und hörte sie nichts mehr...
Wird fortgesetzt
- Tajara Nair
- Beiträge: 609
- Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57
Als Tajara wieder zu sich kam lag sie am Rande der Straße. Etwas weiches lag unter ihr und sie blickte in den Schmutz der Straße unter ihr im Dunkel der nacht und für einen Augenblick war Ruhe "Vielleicht hab' ichs diesmal wirklich geschafft, zuviel zu zechen", war der erste Gedanke, der ihr durch den Kopf ging.
Dann strömte die Flut an Erinnerungen über sie herein. Der Schuss, das viele Blut, die Tatsache, dass sie einen Mord begangen hatte.
"Komm zu dir, Tajara" ertönte eine vertraute, wenn auch lange nicht mehr vernommene Stimme in ihrem Ohr. Es war die Stimme von Viola!
Es musste ein Traum sein! Es war einfach zu absord!
"Bitte sag mir, dass ich träume!" Krächzend und schwach war ihre Stimme, sie zitterte immer noch am ganzen Körper. Und das war wohl das eindeutigste Signal, dass ihre Befürchtung Realität wurde. Sie träumte nicht!
Tränen quollen in ihre Augen. Tränen der Wut, der Angst, der Verzweiflung - die Tatsache, dass sie einen großen Fehler begangen hatte. Nein - sie träumte nichts. Sie fühlte das gerinnende Blut in ihrem Gesicht, welches ihr die Poren verklebte. Es war nicht ihr Blut!
Sie drehte sich zur seite um Viola unter ihr hervorkriechen zu lassen. Dann blickte sie durch einen Schleier auf die blassen Sterne über ihr. Die Ruhe war vergangen und die Verzweiflung nahm wieder Überhand.
Viola richtete sich auf. Die kleine zierliche Frau half der großen Frau langsam auf die Beine. Tajaras Beine waren wie Pudding, ihre Stimme war kehlig und stammelnd. Sie erzählte Viola in Kurzform, was passiert war. Dann vernahm sie viele Stimmen - Bekannte wie Unbekannte. Im Nachhinein entsann sie sich nicht mehr, wer hier aller war. Nur noch, dass Viola sie zur Kirche brachte. Dort sprach man von einem Wunder. Der mann war offenbar nicht tot und man hatte ihn wiederbeleben können.
Was für ein Aberwitz. Tajara beruhigte sich nur langsam, die Alte Vettel, offensichtlich die Priesterin Bajards meinte - das vernahm sie noch während Viola Tajaras Gesicht säuberte, dass sie der Kirche etwas schuldig sein. Gütiger... Was sollte das nun wieder?
Irgendwann brachte Viola die sich langsam beruhigende ehemalige Gefährtin weg - nach Tirell kamen sie nur schleppend.
Dort mietete man ein Zimmer. Viola brachte Tajara in eines der freien und verharrte dort mit ihr eine ganze Weile...
Man sprach über Vergangenes. Söhnte sich Aus. Viola beruhigte Tajara immer mehr, bis auch sie endlich langsam wieder zur Besinnung kam - zum Glück.
Vila berichtete, dass es ihr ähnlich ergangen war. Sie wurde wegen eines Mordes an jenem Tage verurteilt an dem Tajara fast einen beging und dafür wohl sicher noch Rechenschaft abliefern musste. Um ein Haar wäre der Mann gewiss tot gewesen. Und dann hätte sie sich einmal mehr zur Mörderin gemacht, und diesmal konnte - und wollte - sie nicht davonlaufen.
Irgendwann fand Tajara endlich Ruhe - auch wenn es eine trügerische Ruhe war. Sie sehnte sich Xinthra herbei, ihre beruhigenden Worte, ihre starken Arme - ihre Nähe... - Sie war nicht da, und das schmerzte. Es war ein Irrwitz dass sie ausgerechnet ihre ehemalige Geliebte aus dieser Hölle herausholte...
Das Schicksal treibt einen makaberen Scherz, nicht wahr? Sein Humor ist nicht gerade zum lachen, sondern vielmehr gehässig. Vermutlich sind alle Götter rachsüchtig - Wie sollte es denn auch anders sein?
Irgendwann in der Zukunft sollte diese Erkenntnis für Tajara noch wegweisend sein.[/i]
Dann strömte die Flut an Erinnerungen über sie herein. Der Schuss, das viele Blut, die Tatsache, dass sie einen Mord begangen hatte.
"Komm zu dir, Tajara" ertönte eine vertraute, wenn auch lange nicht mehr vernommene Stimme in ihrem Ohr. Es war die Stimme von Viola!
Es musste ein Traum sein! Es war einfach zu absord!
"Bitte sag mir, dass ich träume!" Krächzend und schwach war ihre Stimme, sie zitterte immer noch am ganzen Körper. Und das war wohl das eindeutigste Signal, dass ihre Befürchtung Realität wurde. Sie träumte nicht!
Tränen quollen in ihre Augen. Tränen der Wut, der Angst, der Verzweiflung - die Tatsache, dass sie einen großen Fehler begangen hatte. Nein - sie träumte nichts. Sie fühlte das gerinnende Blut in ihrem Gesicht, welches ihr die Poren verklebte. Es war nicht ihr Blut!
Sie drehte sich zur seite um Viola unter ihr hervorkriechen zu lassen. Dann blickte sie durch einen Schleier auf die blassen Sterne über ihr. Die Ruhe war vergangen und die Verzweiflung nahm wieder Überhand.
Viola richtete sich auf. Die kleine zierliche Frau half der großen Frau langsam auf die Beine. Tajaras Beine waren wie Pudding, ihre Stimme war kehlig und stammelnd. Sie erzählte Viola in Kurzform, was passiert war. Dann vernahm sie viele Stimmen - Bekannte wie Unbekannte. Im Nachhinein entsann sie sich nicht mehr, wer hier aller war. Nur noch, dass Viola sie zur Kirche brachte. Dort sprach man von einem Wunder. Der mann war offenbar nicht tot und man hatte ihn wiederbeleben können.
Was für ein Aberwitz. Tajara beruhigte sich nur langsam, die Alte Vettel, offensichtlich die Priesterin Bajards meinte - das vernahm sie noch während Viola Tajaras Gesicht säuberte, dass sie der Kirche etwas schuldig sein. Gütiger... Was sollte das nun wieder?
Irgendwann brachte Viola die sich langsam beruhigende ehemalige Gefährtin weg - nach Tirell kamen sie nur schleppend.
Dort mietete man ein Zimmer. Viola brachte Tajara in eines der freien und verharrte dort mit ihr eine ganze Weile...
Man sprach über Vergangenes. Söhnte sich Aus. Viola beruhigte Tajara immer mehr, bis auch sie endlich langsam wieder zur Besinnung kam - zum Glück.
Vila berichtete, dass es ihr ähnlich ergangen war. Sie wurde wegen eines Mordes an jenem Tage verurteilt an dem Tajara fast einen beging und dafür wohl sicher noch Rechenschaft abliefern musste. Um ein Haar wäre der Mann gewiss tot gewesen. Und dann hätte sie sich einmal mehr zur Mörderin gemacht, und diesmal konnte - und wollte - sie nicht davonlaufen.
Irgendwann fand Tajara endlich Ruhe - auch wenn es eine trügerische Ruhe war. Sie sehnte sich Xinthra herbei, ihre beruhigenden Worte, ihre starken Arme - ihre Nähe... - Sie war nicht da, und das schmerzte. Es war ein Irrwitz dass sie ausgerechnet ihre ehemalige Geliebte aus dieser Hölle herausholte...
Das Schicksal treibt einen makaberen Scherz, nicht wahr? Sein Humor ist nicht gerade zum lachen, sondern vielmehr gehässig. Vermutlich sind alle Götter rachsüchtig - Wie sollte es denn auch anders sein?
Irgendwann in der Zukunft sollte diese Erkenntnis für Tajara noch wegweisend sein.[/i]
- Tajara Nair
- Beiträge: 609
- Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57
Ein weiterer Tag brach an, relativ früh verabschiedete sich Tajara aus Tirell und wanderte ziellos umher. Sie zog es vor, maskiert herumzulaufen. In Bajard würde sie sich kaum sehen lassen können. Wer weiß, wofür man sie belangte. Mordersuch mit gezogener Waffe, noch dazu gildenlos war in der Tat ein Verbrechen. Nach Bajard konnte sie nicht mehr - bekam sie doch mit, dass man sich das Maul darüber bereits zerriss. Blut wäre geflossen... Wie wahr! Und das war ihre Schuld!
Irgendwann kam sie zum stillstand. Ihr war schlecht bei dem Gedanken am vorherigen Abend, sie frierte - sie wünschte sich nur Xin herbei. Ihre tröstenden Worte, ihre Art... Eigentlich wusste Tajara nun so gar nicht mehr, wo sie hin wollte. Ins Reich tat sie keinen Schritt mehr, nach Rahal würde sie nur gehen, wenn sie beabsichtigte jemanden zu ermorden, abgesehen davon, dass dieses Kaff potthässlich war - und jetzt auch noch Bajard! Lameriast... Sie wusste instinktiv, dass sie dahin gehörte, doch konnte sie so einfach zurück?
Irgendein Varuna hielt dann an und man kam ins Gespräch Tajara machte keinen Hehl aus ihrer neu gewonnenen Erkenntnis. Eluive war rachsüchtig und die Götter trieben mit den Menschen auch nur ihr grausames Spiel. Na was wohl? Klar versuchte er zu vermitteln, das war doch diese ach so scheinheilige Art eines Varuners. Widerlich!
Dann vernahm sie einen Ruf - es war ihr Name, und die Stimme war nur all zu vertraut. Tajara bat den mann, nach Xinthra zu suchen, was er für sie wohl tat, im gegenzug passte sie so lange auf sein Pferd auf.
Dann war sie da! Xinthra. Sie war überglücklicher als je zuvor, dass sie da war. Gerade dann wenn sie räumlich getrennt waren wurde es noch schwieriger. Tajara erzählte ihr, was vorgefallen war. Ja auch Xin schien schon davon gehört zu haben. "Ich hätte dasselbe getan. Dieser idiot ist doch selber schuld, wenn er so provokativ handelt." Dennoch, sie war eine Verbrecherin, und so würde man sie wohl auch behandeln. In den Kerker werfen, oder wer weiß was sonst, ein Bad im Hafenbecken vielleicht!
"Du kommst mit nach Lameriast, wo du hingehörst, und dort werden wir dein Haus bauen", sagte Xin beruhigend. Tajara konnte ohnehin kaum Widerworte geben, sie hatte ja auch kaum geschlafen, also kam sie mit - nach Lameriast.
Die Wachen wurden so gut es ging abgelenkt, man ritt einfach außer Sichtweite nach Bajard und durch die engen Gassen zu dem Hafen, bestieg das Schiff das Tajara aus der Verzweiflung rettete - bis man endlich nach Lameriast kam.
Eine Passende Stelle wurde schnell gefunden, und dort sollte - Holz auf Holz das Fundament aufgebaut werden, Tajaras zukünftiges Haus. Sie ließ ihr Leben in Bajard hinter sich, in welchem sie ohnehin kaum Fuß fassen konnte.
Instinktiv ahnte sie, dass es noch weitergehen würde... Musste... Doch wie, vermochte sie nicht zu sagen. Sie zeigte es allerdings offen: Tajara war Xin dankbar, dass sie sie aus dieser Vorhölle Namens Bajard befreit hatte.
Irgendwann kam sie zum stillstand. Ihr war schlecht bei dem Gedanken am vorherigen Abend, sie frierte - sie wünschte sich nur Xin herbei. Ihre tröstenden Worte, ihre Art... Eigentlich wusste Tajara nun so gar nicht mehr, wo sie hin wollte. Ins Reich tat sie keinen Schritt mehr, nach Rahal würde sie nur gehen, wenn sie beabsichtigte jemanden zu ermorden, abgesehen davon, dass dieses Kaff potthässlich war - und jetzt auch noch Bajard! Lameriast... Sie wusste instinktiv, dass sie dahin gehörte, doch konnte sie so einfach zurück?
Irgendein Varuna hielt dann an und man kam ins Gespräch Tajara machte keinen Hehl aus ihrer neu gewonnenen Erkenntnis. Eluive war rachsüchtig und die Götter trieben mit den Menschen auch nur ihr grausames Spiel. Na was wohl? Klar versuchte er zu vermitteln, das war doch diese ach so scheinheilige Art eines Varuners. Widerlich!
Dann vernahm sie einen Ruf - es war ihr Name, und die Stimme war nur all zu vertraut. Tajara bat den mann, nach Xinthra zu suchen, was er für sie wohl tat, im gegenzug passte sie so lange auf sein Pferd auf.
Dann war sie da! Xinthra. Sie war überglücklicher als je zuvor, dass sie da war. Gerade dann wenn sie räumlich getrennt waren wurde es noch schwieriger. Tajara erzählte ihr, was vorgefallen war. Ja auch Xin schien schon davon gehört zu haben. "Ich hätte dasselbe getan. Dieser idiot ist doch selber schuld, wenn er so provokativ handelt." Dennoch, sie war eine Verbrecherin, und so würde man sie wohl auch behandeln. In den Kerker werfen, oder wer weiß was sonst, ein Bad im Hafenbecken vielleicht!
"Du kommst mit nach Lameriast, wo du hingehörst, und dort werden wir dein Haus bauen", sagte Xin beruhigend. Tajara konnte ohnehin kaum Widerworte geben, sie hatte ja auch kaum geschlafen, also kam sie mit - nach Lameriast.
Die Wachen wurden so gut es ging abgelenkt, man ritt einfach außer Sichtweite nach Bajard und durch die engen Gassen zu dem Hafen, bestieg das Schiff das Tajara aus der Verzweiflung rettete - bis man endlich nach Lameriast kam.
Eine Passende Stelle wurde schnell gefunden, und dort sollte - Holz auf Holz das Fundament aufgebaut werden, Tajaras zukünftiges Haus. Sie ließ ihr Leben in Bajard hinter sich, in welchem sie ohnehin kaum Fuß fassen konnte.
Instinktiv ahnte sie, dass es noch weitergehen würde... Musste... Doch wie, vermochte sie nicht zu sagen. Sie zeigte es allerdings offen: Tajara war Xin dankbar, dass sie sie aus dieser Vorhölle Namens Bajard befreit hatte.
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Darna von Hohenfels
Ihre Wege führten sie gerade aus dem Kloster, als Viola erneut das Wort an sie richtete: "Ich soll dir was von Taja ausrichten. Naja ausrichten .... kann man nicht so nennen .... eher dir was kund tun."
"Was denn?", brummte sie und erwartete nichts Gutes. Tajara. Allein, wenn sie den Namen schon hörte, wünschte sie sich ein paar entsprechende Ohren vor sich, die einige Feigen verdient hatten.
"Sie will dir noch eine reinhauen, weil du sie damals gedemütigt hast und wie Dreck behandelt hast ... weiß allerdings nicht, was sie meint."
Vermutlich meinte Tajara, daß Darna diese unbekannte Person mit knallblauen Haaren, barfuß und in einer lumpigen Robe, deren Farbe eine Beleidigung für's Auge darstellte, mit reichlich Mißachtung strafte. Dieses dahergelaufene weibliche Wesen, das "ihrer" Viola unsittlichst nachstellte und dann erwartete, daß ihrer "Liebe" wohlwollend Rechnung getragen werden würde und Darna sie die Nacht über neben Violas Bett im Schloß ließe.
Dafür wollte Tajara ihr wohl eine reinhauen.
"So, will sie das", wiederholte Darna also nur lakonisch.
"Mhm ja, sie meint, sie freut sich drauf, dich mal ausserhalb Varunas zu sehn'."
"Ach, ist sie nun offiziell unter die Strauchdiebe gegangen und will die Garde nicht in der Nähe wissen, wenn sie mich von hinten überfallen will? Oder ist sie nicht mal mehr in der Lage, die Stadt ohne Gesetzesbruch zu betreten?"
"Mit ihrer Art würde sie in Varuna sofort festgenommen?", rutschte es ihr spitzfindig auch in Worte gekleidet heraus.
"Nein sie meint, die Stadt würde nur stinken wegen den mächtigen und hohen Herren ... die ist seit dem Ritus nie wieder in die Stadt rein."
Die alte Abneigung jener, die selber nicht gut dastanden und auf begünstigtere sahen - mit irgendwas musste man ja den Wert der eigenen Person retten, das ging mit solchen banalen Vorwürfen am einfachsten. Eigentlich nichts, was sie nicht nachzuvollziehen und mit Milde zu betrachten gelernt hatte, aber Tajara war nicht einfach nur ein mitleidwertes Wesen des Armenviertels. Stünde Viola ihr noch nahe, hätte sie eher Skrupel gehabt, offene Worte zu wählen.
"Natürlich", bemerkte sie nur unbeeindruckt und kühl klingend, "Verzeih, aber gewiß können viele Menschen in Varuna auf ein verzogenes Gör wie sie auch gut verzichten - soll sie sich an ihrer 'Vorfreude' weiter laben. Ob man sich nochmal begegnet, weiß vielleicht die Göttin."
"Vor allem, ob sie ritterlichen Umganges gegenüber ihrer Person dann überhaupt wert wäre oder nicht einfach nur verdient hat, über's Knie gelegt zu werden, wenn sie frech wird."
"Hey ... sie ist vielleicht etwas schroff aber sie hat auch andere Seiten."
"Bedauerlich, die wohl nie präsentiert zu bekommen - bis dahin kann sie mir gerne ihre rückwärtige Seite präsentieren oder die meine betrachten."
"He, das ist euer Streit, nicht meiner. Ich halt mich da raus..." "Dein Glück." "...Ihr seid beide alt genug."
"Ich weiß - er braucht dir auch keine Gedanken zu machen. Ich hege kein Interesse, ihr zu schaden, es sei denn, zur Wehr."
"Diese Person verdient nicht mal die Aufmerksamkeit, die ein Streit erfordern würde."
Damit schien das Thema erledigt.
"Was denn?", brummte sie und erwartete nichts Gutes. Tajara. Allein, wenn sie den Namen schon hörte, wünschte sie sich ein paar entsprechende Ohren vor sich, die einige Feigen verdient hatten.
"Sie will dir noch eine reinhauen, weil du sie damals gedemütigt hast und wie Dreck behandelt hast ... weiß allerdings nicht, was sie meint."
Vermutlich meinte Tajara, daß Darna diese unbekannte Person mit knallblauen Haaren, barfuß und in einer lumpigen Robe, deren Farbe eine Beleidigung für's Auge darstellte, mit reichlich Mißachtung strafte. Dieses dahergelaufene weibliche Wesen, das "ihrer" Viola unsittlichst nachstellte und dann erwartete, daß ihrer "Liebe" wohlwollend Rechnung getragen werden würde und Darna sie die Nacht über neben Violas Bett im Schloß ließe.
Dafür wollte Tajara ihr wohl eine reinhauen.
"So, will sie das", wiederholte Darna also nur lakonisch.
"Mhm ja, sie meint, sie freut sich drauf, dich mal ausserhalb Varunas zu sehn'."
"Ach, ist sie nun offiziell unter die Strauchdiebe gegangen und will die Garde nicht in der Nähe wissen, wenn sie mich von hinten überfallen will? Oder ist sie nicht mal mehr in der Lage, die Stadt ohne Gesetzesbruch zu betreten?"
"Mit ihrer Art würde sie in Varuna sofort festgenommen?", rutschte es ihr spitzfindig auch in Worte gekleidet heraus.
"Nein sie meint, die Stadt würde nur stinken wegen den mächtigen und hohen Herren ... die ist seit dem Ritus nie wieder in die Stadt rein."
Die alte Abneigung jener, die selber nicht gut dastanden und auf begünstigtere sahen - mit irgendwas musste man ja den Wert der eigenen Person retten, das ging mit solchen banalen Vorwürfen am einfachsten. Eigentlich nichts, was sie nicht nachzuvollziehen und mit Milde zu betrachten gelernt hatte, aber Tajara war nicht einfach nur ein mitleidwertes Wesen des Armenviertels. Stünde Viola ihr noch nahe, hätte sie eher Skrupel gehabt, offene Worte zu wählen.
"Natürlich", bemerkte sie nur unbeeindruckt und kühl klingend, "Verzeih, aber gewiß können viele Menschen in Varuna auf ein verzogenes Gör wie sie auch gut verzichten - soll sie sich an ihrer 'Vorfreude' weiter laben. Ob man sich nochmal begegnet, weiß vielleicht die Göttin."
"Vor allem, ob sie ritterlichen Umganges gegenüber ihrer Person dann überhaupt wert wäre oder nicht einfach nur verdient hat, über's Knie gelegt zu werden, wenn sie frech wird."
"Hey ... sie ist vielleicht etwas schroff aber sie hat auch andere Seiten."
"Bedauerlich, die wohl nie präsentiert zu bekommen - bis dahin kann sie mir gerne ihre rückwärtige Seite präsentieren oder die meine betrachten."
"He, das ist euer Streit, nicht meiner. Ich halt mich da raus..." "Dein Glück." "...Ihr seid beide alt genug."
"Ich weiß - er braucht dir auch keine Gedanken zu machen. Ich hege kein Interesse, ihr zu schaden, es sei denn, zur Wehr."
"Diese Person verdient nicht mal die Aufmerksamkeit, die ein Streit erfordern würde."
Damit schien das Thema erledigt.
- Tajara Nair
- Beiträge: 609
- Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57
Schwer schlugen die Wellen gegen die Brandung Lameriasts. Das Haus war gebaut und eingerichtet. Es war nahe genug an die Pallisaden der Gefährtinnen gebaut, um räumlich nicht wirklich getrennt zu sein, und dennoch war sie abgeschieden genug, um das Bisschen Ruhe zu finden, die sie für sich brauchte.
Ihre Nase schmerzte Höllisch. Bei einer Prügelei mit einem Rahaler musste sie leidig feststellen, dass Fairness eindeutig nicht zu ihren Tugenden gehörte. Das erleichterte ihr jedoch die Tatsache, dass sie davor auch nicht mehr zurückschrecken musste. Sie hatte Salzwasser bereitgestellt und bereits einige Bolzen darin eingelegt. Beim nächstenmal würde der Nächste eine freudige - wenn auch schmerzvolle - Überraschung erleben.
Je mehr sie nachdachte, umso mehr wurde der jungen Frau gewahr, dass Rache bittersüß aber lohnend war. Rache für das, was ihr angetan wurde und Rache für das, was jenen angetan wurde, die sie von Herzen liebte. So würde sie sich noch für das rächen, was man Ronya einst angetan hatte, und diese Vorfreude hielt sie durchaus aufrecht und ließ sie die Schmerzen ihrer geschwollenen Nase durchaus vergessen. Je mehr Blut floss umso wütender wurde sie, und wer sie kannte wusste wohl gut genug, dass sie wütend durchaus gefährlich sein konnte.
Die Bezeichnung Racheengel mochte auf sie durchaus zutreffen, sie wurde immer mehr zu einem. Rache war zu Unrecht unterschätzt. Rache ist letzten Endes der Ausgleich an allem, das die Seele belastete. Sie würde Jagd machen, Jagd auf all die jenen, die Rache verdient hatten, und sie würde ihre Rache durchaus auskosten. Ein Grinsen umspielte ihre Züge. Gleich ob alle Götter nun böse waren, und sie war davon überzeugt, dass sogar eine Eluive rachsüchtig sein musste, sonst würde sie nicht all dies Leid auf der Welt zulassen, sie wusste, dass die Welt ihr Feind sein würde. Möge sie es ruhig sein, doch sie war gleichermaßen ein Feind, den man - jedenfalls später noch - zu fürchten lernen sollte. Denn Was gibt es lohnenderes als Rache für jene zu nehmen, die man liebt?
Ihre Nase schmerzte Höllisch. Bei einer Prügelei mit einem Rahaler musste sie leidig feststellen, dass Fairness eindeutig nicht zu ihren Tugenden gehörte. Das erleichterte ihr jedoch die Tatsache, dass sie davor auch nicht mehr zurückschrecken musste. Sie hatte Salzwasser bereitgestellt und bereits einige Bolzen darin eingelegt. Beim nächstenmal würde der Nächste eine freudige - wenn auch schmerzvolle - Überraschung erleben.
Je mehr sie nachdachte, umso mehr wurde der jungen Frau gewahr, dass Rache bittersüß aber lohnend war. Rache für das, was ihr angetan wurde und Rache für das, was jenen angetan wurde, die sie von Herzen liebte. So würde sie sich noch für das rächen, was man Ronya einst angetan hatte, und diese Vorfreude hielt sie durchaus aufrecht und ließ sie die Schmerzen ihrer geschwollenen Nase durchaus vergessen. Je mehr Blut floss umso wütender wurde sie, und wer sie kannte wusste wohl gut genug, dass sie wütend durchaus gefährlich sein konnte.
Die Bezeichnung Racheengel mochte auf sie durchaus zutreffen, sie wurde immer mehr zu einem. Rache war zu Unrecht unterschätzt. Rache ist letzten Endes der Ausgleich an allem, das die Seele belastete. Sie würde Jagd machen, Jagd auf all die jenen, die Rache verdient hatten, und sie würde ihre Rache durchaus auskosten. Ein Grinsen umspielte ihre Züge. Gleich ob alle Götter nun böse waren, und sie war davon überzeugt, dass sogar eine Eluive rachsüchtig sein musste, sonst würde sie nicht all dies Leid auf der Welt zulassen, sie wusste, dass die Welt ihr Feind sein würde. Möge sie es ruhig sein, doch sie war gleichermaßen ein Feind, den man - jedenfalls später noch - zu fürchten lernen sollte. Denn Was gibt es lohnenderes als Rache für jene zu nehmen, die man liebt?
- Tajara Nair
- Beiträge: 609
- Registriert: Montag 28. August 2006, 16:57
Ruhe war in ihr Leben eingekehrt. Heute hatte sie erneut mit etwas abgeschlossen, das sie, wie Tajara meinte, schon längst hätte tun sollen.
"Lebe wohl." sprach sie und warf das blaue Saphierhalskettchen ins meer wo es ohne Widerstand versank - in die Tiefe des Vergessens. "Wenn einem die Welt im Stich lässt, dann lohnt es nicht, einen Stein einen Berg hochzurollen.
Dann wandte sie sich zu Xin um. "Du bist nun meine Welt, und ich werde dich nie im Stich lassen, gneauso wie ich weiß dass du dies nie tun wirst." Viola war Geschichte. Sie sah sie am heutigen Tage ein letztes mal und sie schien dasselbe Spiel erneut zu spielen. Das kapitel war endgültig beendet. "Was habe ich dir denn gesagt?" meinte Xin noch. Doch es war letztendlich das Beste so. Es tat ihr nicht einmal mehr leid.
Der Wind zerzauste ihr Blaues wildes haar noch mehr als sie das Lager Hand in hand mit Xin verließ und sie zu ihrem Haus gingen. Sie fühlte sich einmal mehr befreit.
In späteren Tagen würde Tajara von diesem Abend als jenem sprechen, welcher der letzte vor einer neuen Zeitrechnung in ihrem Leben war. Ihr Schicksal würde sich rasch ändern - ihr Weg nahm eine neue Richtung an.
Weiter geht es in "Die Chimäre - im zeichen der blutigen Träne"
"Lebe wohl." sprach sie und warf das blaue Saphierhalskettchen ins meer wo es ohne Widerstand versank - in die Tiefe des Vergessens. "Wenn einem die Welt im Stich lässt, dann lohnt es nicht, einen Stein einen Berg hochzurollen.
Dann wandte sie sich zu Xin um. "Du bist nun meine Welt, und ich werde dich nie im Stich lassen, gneauso wie ich weiß dass du dies nie tun wirst." Viola war Geschichte. Sie sah sie am heutigen Tage ein letztes mal und sie schien dasselbe Spiel erneut zu spielen. Das kapitel war endgültig beendet. "Was habe ich dir denn gesagt?" meinte Xin noch. Doch es war letztendlich das Beste so. Es tat ihr nicht einmal mehr leid.
Der Wind zerzauste ihr Blaues wildes haar noch mehr als sie das Lager Hand in hand mit Xin verließ und sie zu ihrem Haus gingen. Sie fühlte sich einmal mehr befreit.
In späteren Tagen würde Tajara von diesem Abend als jenem sprechen, welcher der letzte vor einer neuen Zeitrechnung in ihrem Leben war. Ihr Schicksal würde sich rasch ändern - ihr Weg nahm eine neue Richtung an.
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