Stein auf Stein, das Dörfchen wird bald fertig sein ...
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Berek MacAgrona
Stein auf Stein, das Dörfchen wird bald fertig sein ...
Stein auf Stein, das Dörfchen wird bald fertig sein
Clan MacAgrona, jungfräulich auf diesem Gebiet, baut sein erstes Dorf
Jeder Akt des gemeinsamen Schaffens ist eine komplexe Angelegenheit. Der Einzelne übernimmt für ihn geeignete Aufgaben oder ~ besser noch ~ bekommt sie zugeteilt, denn alles sollte sorgfältig geplant und koordiniert werden.
Als schwierig erweist sich ein solch groß angelegtes Unterfangen daher, wenn die Beteiligten kaum Eignung für die anstehende Aufgabe mitbringen. Zusätzlich erschwerend kommt allgemeine Unkenntnis der planenden Stelle im gefragten Metier hinzu, sodaß etwas wie eine saubere Konzeption gar nicht erst zu Stande kommt und die Umsetzung erheblich belastet.
Genau so verhielt es sich beim Bau des Clansdorfes der MacAgrona.
Ein robustes Naturvolk wird doch in der Lage sein, eine sichere Umgebung und Behausung für sich zu schaffen, sollte man denken. Doch der Weg dahin erwies sich für die MacAgrona nicht nur als steinig, sondern als zugeschneit und vereist.
Im Clan versteht man sich freilich auf vieles, ansonsten könnte man sich kaum in der feindseligen, tödlichen Umgebung der ewigen Kälte am Leben halten.
Vieles, das mit Kampf und Überlebenskampf zu tun hat, wie die Jagd oder die Verarbeitung dessen, was man der Natur abtrutzt.
Vieles, das man haben muß, um ein fähiger Kämpfer zu sein, wie gekonnten Umgang mit Waffen und das Erlangen geistiger Stärke.
Vieles, das man besitzen muß, um tüchtige Krieger stellen zu können, wie das Schaffen von Rüstzeug und derlei nützlichem.
Doch mit einigen anderen Dingen hatte man sich bislang rein gar nicht befaßt. Darunter war fatalerweise auch der Bau von Hütten. Erfahrungen, die auch durch einen hellen Hausverstand nicht ersetzt werden können.
Der Clan versteht sich weit besser auf das Zerstören, denn auf das Schaffen von neuem. Das hatte man schon an dem bewiesen, was von Machad übrig war, nachdem man ganze Hütten demontiert oder vielmehr demoliert hatte. Natürlich nur, um bei den Bauarbeiten in Andraste imit Material auszuhelfen, nicht der ungezügelten Zerstörungswut wegen, obgleich man sich da nicht bei jedem sicher sein kann. Über den Grund, wieso nur so wenige mit handwerklichem Geschick gesegnet waren, darüber machen sich die Jüngeren kaum große Gedanken. Vermutlich wurde ihnen nie bewußt, daß sie die Häuser auf Scathlan lediglich in Schuß gehalten hatten und hielten es für etwas selbstverständliches, da es immer schon so gewesen war. Doch die Älteren wußten oder erfuhren im gestandenen Alter, wieso es so und nicht anders um den Clan bestellt war. Es ist die Geschichte der Clansspaltung, die dunkle Vergangenheit, in der sich die Lösung dafür findet, wieso keiner der heute noch Lebenden je eine Hütte mit eigenen Händen errichtet hat. Das Dorf auf Scathlan mag man denken, hätten Väter und Großväter errichtet, doch so war es nicht. Es war so für den Clan erschlossen worden, wie es diejenigen am besten konnten, die sich später MacAgrona nannten. Mit Waffengewalt in einem blutigen Kampf ums blanke Überleben. Eingekeilt zwischen den von eigener Hand entzündeten Booten, mit denen man auf Scathlan übergesetzt hatte, und der Hoffnung auf eine neue Zukunft. Den einzigen noch bleibenden Ausweg durch die Reihen derer, die nicht durch Worte weichen wollten. All das waren heute nichts mehr als blasse Erinnerungen in Jalls oder Argails Schädel; bittere, aber auch erhebende, Bereks Feuertaufe. So kam es, daß es niemanden im Clan gab, der wahrhaftig wußte, was er bei einem Hütten- oder gar Dorfbau für eine Rolle spielen sollte. Und auch niemanden, der ihnen die Antwort darauf geben konnte.
Kein Wunder also, daß Berek seinem Clan diese Aufgabe gerne erspart hätte, doch was sein muß, muß sein. Am Ende war es vielleicht gar eine gute Sache, denn kaum etwas bildete den Charakter so wie die Dinge, die einem am meisten widerstreben. Für Berek war dies in jungen Tagen das Aufstehen vor der Morgensonne gewesen, doch mit zunehmendem Alter hatte er gelernt, diese Notwendigkeit zu erdulden bis er sie nicht einmal mehr spürte oder sogar Gefallen daran fand. Immerhin konnte man nur im wachen Zustand all die Dinge tun, die ihm weniger widerstrebten, wie seine Waffen zu betatschen oder zu gebrauchen. Oder die Clansjüngeren in die rechte Form schleifen wie es ein Schmied mit dem erhitzten Stahl tat. Vielleicht war es mit dem Bau des Dorfes ähnlich. Wenn man erst einmal damit begonnen hatte, dann … ja, dann würde man es abgrundtief hassen, so wie er als Junge noch gemault hatte, wenn er aus seinem Nachtlager in die dunkle Kälte gezerrt wurde. Womöglich würde aus dem eigenen Dorf ohne Hühnchengestank nie etwas werden, wenn es nicht jemanden gab, der einen stets antrieb entgegen der Wand des Müßiggangs. Doch zum großen Glück und Wohl jedes Clansbruders gab es ihn, Berek, der einen Mangel an Arbeitsmoral zertrümmern würde wie ein Hammer einen Eiszapfen.
Es war also tatsächlich eine gute, erhebende Sache, dieser Dorfbau, denn eines wußte er mit Sicherheit: Wenn man erst einmal vollendet hatte, was man nicht wirklich tun wollte, dann war man am Ende eher dazu bereit, auch künftig Dinge zu tun, die einem nicht entsprachen. Eine grundlegende Bedingung für jeden im Clan, der sich auch weiterhin als nützlich erweisen wollte. Man würde sich weiter fügen. Das war gut.
Dieser Teil der Planung, gewissermaßen die psychische Komponente des Ganzen, war vermutlich der Ausgegorenste und wenigstens darin kannte sich Berek auf unerschütterliche Weise aus. Der Rest an notwendigem Wissen waren kümmerliche Brocken, die sich nicht recht zu einem Ganzen fügen wollten.
Selbstredend war ein Schimmer von Licht am Horizont auszumachen, denn immerhin wußten sie allesamt, wie eine Hütte aussah und woraus sie bestand.
Für ein Baumaterial hatte man sich auch entschieden.
Stein sollte es sein.
Die ärgerliche Diskussion mit Agais von den Farlainn und Falk MacHinrah hatte er inzwischen in einen Teil seines Schädels verbannt, wo sie ihm nicht mehr die Laune verderben konnte. Holz, hatten die beiden gemeint, wäre die rechte Wahl, doch was wußten sie schon vom Hausbau? Wahrscheinlich deutlich mehr als er selbst, doch die Laune stand Berek nicht danach, sich das einzugestehen oder die anschaulichen Beweise für die Überlegenheit von Holz aus seinem Hinterkopf auszugraben.
Stein war hart und stabil.
Beides Eigenschaften, die Berek sehr ansprechend und auf urtümliche Weise anziehend fand. Er schätzte sie an fast allem, gleich was es auch sein mochte.
Stein. Etwas, worauf auch die Bären vertrauten, wenn sie sich in Höhlen zurückzogen. Und der Bär, fraglos der Chief aller Tiere, mußte es wohl besser wissen als Falk oder Agais. Einzig die Höhlen hatten den Schönheitsfehler, daß sie über einem zusammenstürzen konnten. Eine Erfahrung, die Berek und sicherlich auch die übrigen seines Clans zur Genüge ausgekostet hatten. Sie kamen also nicht in Frage. Vermutlich würde sich auch ein Bär seine Höhle ein zweites Mal überlegen, wenn sie einmal über ihm einstürzte.
Würde er es überleben und könnte er sich eine steinerne Hütte bauen, …
Stein also.
Eine geeignete Stelle war ebenso gefunden, vorübergehend zumindest.
Sie war nicht leicht zu verteidigen, etwas, das Berek auf den ersten Blick aufgefallen war und noch immer jedes einzelne Mal mahnend ins Auge stach, wenn er sich dem kleinen Wäldchen näherte, doch der Platz hatte auch seine Vorzüge. Man würde Feinde vom Festland schon früh anrücken sehen, wenn sie in massierten Gruppen mit Booten kommen sollten. Man konnte mit den Adleraugen eines guten Schützen vermutlich sogar das entfernte Treiben der anderen Anguren in Andraste mitverfolgen. Eine gute Sicht vorausgesetzt, die bedauerlicherweise selten gegeben war. Und Berek hatte auch nicht die notwendigen Adleraugen, doch er konnte es sich gut vorstellen. Die Felswand direkt neben den Bäumen schloß den Zugang zum Rest der Insel ab und machte es somit unmöglich, dem Clan in den Rücken zu fallen, es sei denn auf dem Seeweg. Der steile Anstieg des Berges würde dem Dorf ein ähnliches Schicksal wie in Andraste ersparen, denn der Schnee konnte wohl nicht genügend Halt am glatten Felsen finden, um zur erdrückenden, unvermittelt losbrechenden Last zu werden.
Alles in allem ein Fleckchen, mit dem sich Berek arrangieren konnte, wenngleich es nicht seinem Ideal entsprach. Für die nächste Zeit würde es ausreichen. Ein großes, altes und schweres Hindernis war mit der Zustimmung des Mimirs auch überwunden, denn die Ahnen schienen es auch hier gut mit Bereks Wahl zu meinen.
Vermutlich war doch alles einfacher, als man zunächst gedacht hatte. Berek hatte den übereifrigen Oengus ausgeschickt, um die ersten Bäume zu fällen und so den nötigen Platz zu schaffen. Auch der Rest des Clans wurde nach und nach mit hilfreichen Aufgaben betraut, um sich zu beteiligen.
Es kam etwas ins Rollen…
Clan MacAgrona, jungfräulich auf diesem Gebiet, baut sein erstes Dorf
Jeder Akt des gemeinsamen Schaffens ist eine komplexe Angelegenheit. Der Einzelne übernimmt für ihn geeignete Aufgaben oder ~ besser noch ~ bekommt sie zugeteilt, denn alles sollte sorgfältig geplant und koordiniert werden.
Als schwierig erweist sich ein solch groß angelegtes Unterfangen daher, wenn die Beteiligten kaum Eignung für die anstehende Aufgabe mitbringen. Zusätzlich erschwerend kommt allgemeine Unkenntnis der planenden Stelle im gefragten Metier hinzu, sodaß etwas wie eine saubere Konzeption gar nicht erst zu Stande kommt und die Umsetzung erheblich belastet.
Genau so verhielt es sich beim Bau des Clansdorfes der MacAgrona.
Ein robustes Naturvolk wird doch in der Lage sein, eine sichere Umgebung und Behausung für sich zu schaffen, sollte man denken. Doch der Weg dahin erwies sich für die MacAgrona nicht nur als steinig, sondern als zugeschneit und vereist.
Im Clan versteht man sich freilich auf vieles, ansonsten könnte man sich kaum in der feindseligen, tödlichen Umgebung der ewigen Kälte am Leben halten.
Vieles, das mit Kampf und Überlebenskampf zu tun hat, wie die Jagd oder die Verarbeitung dessen, was man der Natur abtrutzt.
Vieles, das man haben muß, um ein fähiger Kämpfer zu sein, wie gekonnten Umgang mit Waffen und das Erlangen geistiger Stärke.
Vieles, das man besitzen muß, um tüchtige Krieger stellen zu können, wie das Schaffen von Rüstzeug und derlei nützlichem.
Doch mit einigen anderen Dingen hatte man sich bislang rein gar nicht befaßt. Darunter war fatalerweise auch der Bau von Hütten. Erfahrungen, die auch durch einen hellen Hausverstand nicht ersetzt werden können.
Der Clan versteht sich weit besser auf das Zerstören, denn auf das Schaffen von neuem. Das hatte man schon an dem bewiesen, was von Machad übrig war, nachdem man ganze Hütten demontiert oder vielmehr demoliert hatte. Natürlich nur, um bei den Bauarbeiten in Andraste imit Material auszuhelfen, nicht der ungezügelten Zerstörungswut wegen, obgleich man sich da nicht bei jedem sicher sein kann. Über den Grund, wieso nur so wenige mit handwerklichem Geschick gesegnet waren, darüber machen sich die Jüngeren kaum große Gedanken. Vermutlich wurde ihnen nie bewußt, daß sie die Häuser auf Scathlan lediglich in Schuß gehalten hatten und hielten es für etwas selbstverständliches, da es immer schon so gewesen war. Doch die Älteren wußten oder erfuhren im gestandenen Alter, wieso es so und nicht anders um den Clan bestellt war. Es ist die Geschichte der Clansspaltung, die dunkle Vergangenheit, in der sich die Lösung dafür findet, wieso keiner der heute noch Lebenden je eine Hütte mit eigenen Händen errichtet hat. Das Dorf auf Scathlan mag man denken, hätten Väter und Großväter errichtet, doch so war es nicht. Es war so für den Clan erschlossen worden, wie es diejenigen am besten konnten, die sich später MacAgrona nannten. Mit Waffengewalt in einem blutigen Kampf ums blanke Überleben. Eingekeilt zwischen den von eigener Hand entzündeten Booten, mit denen man auf Scathlan übergesetzt hatte, und der Hoffnung auf eine neue Zukunft. Den einzigen noch bleibenden Ausweg durch die Reihen derer, die nicht durch Worte weichen wollten. All das waren heute nichts mehr als blasse Erinnerungen in Jalls oder Argails Schädel; bittere, aber auch erhebende, Bereks Feuertaufe. So kam es, daß es niemanden im Clan gab, der wahrhaftig wußte, was er bei einem Hütten- oder gar Dorfbau für eine Rolle spielen sollte. Und auch niemanden, der ihnen die Antwort darauf geben konnte.
Kein Wunder also, daß Berek seinem Clan diese Aufgabe gerne erspart hätte, doch was sein muß, muß sein. Am Ende war es vielleicht gar eine gute Sache, denn kaum etwas bildete den Charakter so wie die Dinge, die einem am meisten widerstreben. Für Berek war dies in jungen Tagen das Aufstehen vor der Morgensonne gewesen, doch mit zunehmendem Alter hatte er gelernt, diese Notwendigkeit zu erdulden bis er sie nicht einmal mehr spürte oder sogar Gefallen daran fand. Immerhin konnte man nur im wachen Zustand all die Dinge tun, die ihm weniger widerstrebten, wie seine Waffen zu betatschen oder zu gebrauchen. Oder die Clansjüngeren in die rechte Form schleifen wie es ein Schmied mit dem erhitzten Stahl tat. Vielleicht war es mit dem Bau des Dorfes ähnlich. Wenn man erst einmal damit begonnen hatte, dann … ja, dann würde man es abgrundtief hassen, so wie er als Junge noch gemault hatte, wenn er aus seinem Nachtlager in die dunkle Kälte gezerrt wurde. Womöglich würde aus dem eigenen Dorf ohne Hühnchengestank nie etwas werden, wenn es nicht jemanden gab, der einen stets antrieb entgegen der Wand des Müßiggangs. Doch zum großen Glück und Wohl jedes Clansbruders gab es ihn, Berek, der einen Mangel an Arbeitsmoral zertrümmern würde wie ein Hammer einen Eiszapfen.
Es war also tatsächlich eine gute, erhebende Sache, dieser Dorfbau, denn eines wußte er mit Sicherheit: Wenn man erst einmal vollendet hatte, was man nicht wirklich tun wollte, dann war man am Ende eher dazu bereit, auch künftig Dinge zu tun, die einem nicht entsprachen. Eine grundlegende Bedingung für jeden im Clan, der sich auch weiterhin als nützlich erweisen wollte. Man würde sich weiter fügen. Das war gut.
Dieser Teil der Planung, gewissermaßen die psychische Komponente des Ganzen, war vermutlich der Ausgegorenste und wenigstens darin kannte sich Berek auf unerschütterliche Weise aus. Der Rest an notwendigem Wissen waren kümmerliche Brocken, die sich nicht recht zu einem Ganzen fügen wollten.
Selbstredend war ein Schimmer von Licht am Horizont auszumachen, denn immerhin wußten sie allesamt, wie eine Hütte aussah und woraus sie bestand.
Für ein Baumaterial hatte man sich auch entschieden.
Stein sollte es sein.
Die ärgerliche Diskussion mit Agais von den Farlainn und Falk MacHinrah hatte er inzwischen in einen Teil seines Schädels verbannt, wo sie ihm nicht mehr die Laune verderben konnte. Holz, hatten die beiden gemeint, wäre die rechte Wahl, doch was wußten sie schon vom Hausbau? Wahrscheinlich deutlich mehr als er selbst, doch die Laune stand Berek nicht danach, sich das einzugestehen oder die anschaulichen Beweise für die Überlegenheit von Holz aus seinem Hinterkopf auszugraben.
Stein war hart und stabil.
Beides Eigenschaften, die Berek sehr ansprechend und auf urtümliche Weise anziehend fand. Er schätzte sie an fast allem, gleich was es auch sein mochte.
Stein. Etwas, worauf auch die Bären vertrauten, wenn sie sich in Höhlen zurückzogen. Und der Bär, fraglos der Chief aller Tiere, mußte es wohl besser wissen als Falk oder Agais. Einzig die Höhlen hatten den Schönheitsfehler, daß sie über einem zusammenstürzen konnten. Eine Erfahrung, die Berek und sicherlich auch die übrigen seines Clans zur Genüge ausgekostet hatten. Sie kamen also nicht in Frage. Vermutlich würde sich auch ein Bär seine Höhle ein zweites Mal überlegen, wenn sie einmal über ihm einstürzte.
Würde er es überleben und könnte er sich eine steinerne Hütte bauen, …
Stein also.
Eine geeignete Stelle war ebenso gefunden, vorübergehend zumindest.
Sie war nicht leicht zu verteidigen, etwas, das Berek auf den ersten Blick aufgefallen war und noch immer jedes einzelne Mal mahnend ins Auge stach, wenn er sich dem kleinen Wäldchen näherte, doch der Platz hatte auch seine Vorzüge. Man würde Feinde vom Festland schon früh anrücken sehen, wenn sie in massierten Gruppen mit Booten kommen sollten. Man konnte mit den Adleraugen eines guten Schützen vermutlich sogar das entfernte Treiben der anderen Anguren in Andraste mitverfolgen. Eine gute Sicht vorausgesetzt, die bedauerlicherweise selten gegeben war. Und Berek hatte auch nicht die notwendigen Adleraugen, doch er konnte es sich gut vorstellen. Die Felswand direkt neben den Bäumen schloß den Zugang zum Rest der Insel ab und machte es somit unmöglich, dem Clan in den Rücken zu fallen, es sei denn auf dem Seeweg. Der steile Anstieg des Berges würde dem Dorf ein ähnliches Schicksal wie in Andraste ersparen, denn der Schnee konnte wohl nicht genügend Halt am glatten Felsen finden, um zur erdrückenden, unvermittelt losbrechenden Last zu werden.
Alles in allem ein Fleckchen, mit dem sich Berek arrangieren konnte, wenngleich es nicht seinem Ideal entsprach. Für die nächste Zeit würde es ausreichen. Ein großes, altes und schweres Hindernis war mit der Zustimmung des Mimirs auch überwunden, denn die Ahnen schienen es auch hier gut mit Bereks Wahl zu meinen.
Vermutlich war doch alles einfacher, als man zunächst gedacht hatte. Berek hatte den übereifrigen Oengus ausgeschickt, um die ersten Bäume zu fällen und so den nötigen Platz zu schaffen. Auch der Rest des Clans wurde nach und nach mit hilfreichen Aufgaben betraut, um sich zu beteiligen.
Es kam etwas ins Rollen…
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Sarahlain MacAgrona
So stand Sarahlain an diesem Morgen noch vor Sonnenaufgang auf und schlüpfte in die dicken Fellsachen. Sie packe nur ein paar Sachen zusammen und schlich sogut es ging aus dem Clanshaus.
Der Weg zum Wäldchen war dunkel und kalt, aber zum Glück nicht allzuweit. So kam sie schon kurz nach Sonnenaufgang in ihrem Jagdgebiet an. Voller Vorfreude machte sie sich dran ihre Fallen, die sie ausgelegt hat zu suchen.
Doch diese Vorfreude schlug bald um, als sie bemerkte dass fast alle Fallen leer waren, ausser 2 Kaninchen hatte sich nichts verirrt. Und im grossen und ganzen kam ihr der Wald doch recht leer vor.
So sammelte sie ihre Fallen ein und beschloss sich es an einer anderen Stelle zu versuchen.
So drang sie tiefer in den Wald ein und fand eine Lichtung. Nun, Lichtung könte der falsche Ausdruck sein, denn überall lagen gefällte Bäume wahllos verstreut.
Kaum hatte sie begonnen ihren Aerger über ihr versautes Jagdgebiet zu vergessen kam auch der Urheber dieses Durcheinanders anstiefelt.
Oengus betrat die Lichtung, eine Axt geschultert und wie immer guter Miene wenn er etwas kaputtmachen konnte.
Verwundert schaute er Sarahlain an als er sie auf einem Baumstumpf sitzen sah: "Wat m'chst du'n hier ?"
Brummig gab sie die Antwort: Dat könnt ich dich auch fragen, wat haust du hier die Bäum' um un vertreibst mer de Viech'r?
So erklärte er ihr in einfachen Worten, dass Berek ihm aufgetragen hatte die Bäume abzuholzen.
Jedoch war es ihr zu schade das gute Holz einfach so zu vergeuden, so machte sie sich auf dem Weg zu Berek um einige Seile zu besorgen damit man die Bäume einstweilen aus dem Weg ziehen kann.
Am Nachmittag kam sie wieder an, 100 Schritt Seil auf die Schultern gepackt. Mit einem kleinen Beil hieb sie kurzerhand die Aeste ab. dann band sie sich das Seil um ihre breiten Hüften, schlang es über die Schulter und machte sich daran die bäume mittels roher Körpferkraft zur Seite zu schleifen.
Der Weg zum Wäldchen war dunkel und kalt, aber zum Glück nicht allzuweit. So kam sie schon kurz nach Sonnenaufgang in ihrem Jagdgebiet an. Voller Vorfreude machte sie sich dran ihre Fallen, die sie ausgelegt hat zu suchen.
Doch diese Vorfreude schlug bald um, als sie bemerkte dass fast alle Fallen leer waren, ausser 2 Kaninchen hatte sich nichts verirrt. Und im grossen und ganzen kam ihr der Wald doch recht leer vor.
So sammelte sie ihre Fallen ein und beschloss sich es an einer anderen Stelle zu versuchen.
So drang sie tiefer in den Wald ein und fand eine Lichtung. Nun, Lichtung könte der falsche Ausdruck sein, denn überall lagen gefällte Bäume wahllos verstreut.
Kaum hatte sie begonnen ihren Aerger über ihr versautes Jagdgebiet zu vergessen kam auch der Urheber dieses Durcheinanders anstiefelt.
Oengus betrat die Lichtung, eine Axt geschultert und wie immer guter Miene wenn er etwas kaputtmachen konnte.
Verwundert schaute er Sarahlain an als er sie auf einem Baumstumpf sitzen sah: "Wat m'chst du'n hier ?"
Brummig gab sie die Antwort: Dat könnt ich dich auch fragen, wat haust du hier die Bäum' um un vertreibst mer de Viech'r?
So erklärte er ihr in einfachen Worten, dass Berek ihm aufgetragen hatte die Bäume abzuholzen.
Jedoch war es ihr zu schade das gute Holz einfach so zu vergeuden, so machte sie sich auf dem Weg zu Berek um einige Seile zu besorgen damit man die Bäume einstweilen aus dem Weg ziehen kann.
Am Nachmittag kam sie wieder an, 100 Schritt Seil auf die Schultern gepackt. Mit einem kleinen Beil hieb sie kurzerhand die Aeste ab. dann band sie sich das Seil um ihre breiten Hüften, schlang es über die Schulter und machte sich daran die bäume mittels roher Körpferkraft zur Seite zu schleifen.
Zuletzt geändert von Sarahlain MacAgrona am Sonntag 17. Juni 2007, 15:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Oengus MacAgrona
Oengus ist ja bekanntlich nicht unbedingt der hellste Angurer Fuachtero's, was einem meist schon auf den ersten Blick bewusst werden mag. Und so ist es auch nicht wirklich verwunderlich, daß dieses Riesenbaby, aufgrund von Berek's neuen Anweisungen, bezüglich des Aufbaus des Dorfes, nun etwas verwirrt ist. Denn entgegen dessen, was man ihm jahrelang eingetrichtert hat und zwar, daß er es möglichst vermeiden soll sämtliche Bäume in der Umgebung zu fällen, um den Bestand nicht zu gefährden, soll er nun eine riesige Fläche von Bäumen befreien, damit der Aufbau endlich beginnen kann. Jedoch gehört Oengus nicht zu den Typen, die alles hinterfragen müssen. Genau im Gegenteil sogar, er würde Berek's Worte niemals anzweifeln. "Wenn Berek sag'n dann Oengus mak'n!" Es besteht kein Zweifel an der Loyalität von Oengus gegenüber dem Clanschief und von daher gibt es auch nie wirklich Meinungsverschiedenheiten zwischen den Beiden. Also macht sich der klobige Angure auch direkt auf den Weg zur besagten Stelle, um die Arbeit, ohne weitere Überlegungen, aufzunehmen.
Eine vielzahl von Bäumen warten bereits darauf, von Oengus' frisch geschliffener Axt, bearbeitet zu werden. So zumindest stellt er es sich vor, in seiner etwas eingeschränkte Denkweise, die nicht viel Platz für komplexe Angelegenheiten bietet, sondern mehr darauf bedacht ist, bekannte Abläufe abzurufen und ab und zu einmal seine, durchaus vorhandene, Fantasie schweifen zu lassen. Doch zunächst müssen die Bäume weg. Der Clan braucht ein Dorf und Oengus muss nun den Grundstein dafür legen. Einmal in die grobschlächtigen Hände gespuckt, die Axt fest umgriffen und die Muskeln angespannt. Ein kurzer Blick zur Krone hinauf. Ein noch kürzeres Nicken. *KNACK* Die Wucht, mit der die Axt durch die Rinde und das Holz prescht, bezeugt die unheimliche Stärke von Oengus' mächtigen Armen und die Erfahrung im Holz hacken. Nach nur wenigen Hieben fällt der erste Baum unter einem Ächzen und Knacken zu Boden. Bedauerlicherweise befand sich wohl genau in diesem Moment ein kleineres Tier unter dem fallenden Baumstamm, was die auffällig rote Blutlache im weissen Schnee erklären mag. Oengus starrt mit seinem schielenden Auge auf diese eben entstandene Lache, jedoch kann man kaum noch erkennen um was für ein Tier es sich da wohl gehandelt hat. Die Trauer um das tote Tier vergeht schnell, denn das Rot des Blutes erinnert den dicken Oengus an eine kürzliche Begegnung mit einem Menschenweib in Bajard, welches gänzlich in Rot gekleidet war. "Dschosäfihn...mhmm..." Murmelt er in Gedanken versunken vor sich hin, wobei er die Lippen etwas spitzt, als versuche er das rot gekleidete Weib, vor seinem geistigen Auge, zu küssen. "Komm'n na'k Fuachterooo...dann Berek sein Stolz auf Oengus...mhmm..." Vor seinem geistigen Auge erscheint nun auch Berek, welcher voller Stolz zu Oengus schaut und ihm mit einem erfreuten Lächeln und kurzen Nicken seine Bewunderung ausspricht. Die gespitzten Lippen weichen kurz einem wohligen Grinsen und spitzen sich dann wieder fordernd gen Dschosäfihn. Für einen Moment scheint die Welt für Oengus durchaus in Ordnung zu sein, doch gerade als Dschosäfihn sich Oengus langsam nähert, ertönt eine brummende Stimme, welche man dem alten Mimir zuordnen könnte und tatsächlich taucht ein tobender und schimpfender Mimir auf, der etwas von Sittlichkeit und Anstand brabbelt, was Oengus natürlich sauer aufstößt. Sofort platzt die Seifenblase und Oengus findet sich in der Realität wieder, einen Baum umarmend und küssend.
Es gehört nicht viel Intelligenz dazu vorrauszusehen was nun passieren mag. Die gesamte Wut auf das verpatzte Rendezvous kriegt der Baum, mit dem Oengus soeben noch gekuschelt hat, zu spüren. Und es dauert nur wenige Hiebe ehe auch dieser Stamm der scharfen Axt erliegt. So holzt er in Rage mehrere Bäume nieder, was eine beachtliche Fläche freimacht. Also hat es doch etwas Gutes, daß der Mimir "erschienen" ist und somit dafür gesorgt hat, daß Oengus sich seiner Aufgabe widmet und nicht von irgendwelchen Liebschaften träumt. Erschöpft von der harten Arbeit widmet sich Oengus nun zunächst einmal einer seiner Lieblingsbeschäftigungen, dem Essen.
Eine vielzahl von Bäumen warten bereits darauf, von Oengus' frisch geschliffener Axt, bearbeitet zu werden. So zumindest stellt er es sich vor, in seiner etwas eingeschränkte Denkweise, die nicht viel Platz für komplexe Angelegenheiten bietet, sondern mehr darauf bedacht ist, bekannte Abläufe abzurufen und ab und zu einmal seine, durchaus vorhandene, Fantasie schweifen zu lassen. Doch zunächst müssen die Bäume weg. Der Clan braucht ein Dorf und Oengus muss nun den Grundstein dafür legen. Einmal in die grobschlächtigen Hände gespuckt, die Axt fest umgriffen und die Muskeln angespannt. Ein kurzer Blick zur Krone hinauf. Ein noch kürzeres Nicken. *KNACK* Die Wucht, mit der die Axt durch die Rinde und das Holz prescht, bezeugt die unheimliche Stärke von Oengus' mächtigen Armen und die Erfahrung im Holz hacken. Nach nur wenigen Hieben fällt der erste Baum unter einem Ächzen und Knacken zu Boden. Bedauerlicherweise befand sich wohl genau in diesem Moment ein kleineres Tier unter dem fallenden Baumstamm, was die auffällig rote Blutlache im weissen Schnee erklären mag. Oengus starrt mit seinem schielenden Auge auf diese eben entstandene Lache, jedoch kann man kaum noch erkennen um was für ein Tier es sich da wohl gehandelt hat. Die Trauer um das tote Tier vergeht schnell, denn das Rot des Blutes erinnert den dicken Oengus an eine kürzliche Begegnung mit einem Menschenweib in Bajard, welches gänzlich in Rot gekleidet war. "Dschosäfihn...mhmm..." Murmelt er in Gedanken versunken vor sich hin, wobei er die Lippen etwas spitzt, als versuche er das rot gekleidete Weib, vor seinem geistigen Auge, zu küssen. "Komm'n na'k Fuachterooo...dann Berek sein Stolz auf Oengus...mhmm..." Vor seinem geistigen Auge erscheint nun auch Berek, welcher voller Stolz zu Oengus schaut und ihm mit einem erfreuten Lächeln und kurzen Nicken seine Bewunderung ausspricht. Die gespitzten Lippen weichen kurz einem wohligen Grinsen und spitzen sich dann wieder fordernd gen Dschosäfihn. Für einen Moment scheint die Welt für Oengus durchaus in Ordnung zu sein, doch gerade als Dschosäfihn sich Oengus langsam nähert, ertönt eine brummende Stimme, welche man dem alten Mimir zuordnen könnte und tatsächlich taucht ein tobender und schimpfender Mimir auf, der etwas von Sittlichkeit und Anstand brabbelt, was Oengus natürlich sauer aufstößt. Sofort platzt die Seifenblase und Oengus findet sich in der Realität wieder, einen Baum umarmend und küssend.
Es gehört nicht viel Intelligenz dazu vorrauszusehen was nun passieren mag. Die gesamte Wut auf das verpatzte Rendezvous kriegt der Baum, mit dem Oengus soeben noch gekuschelt hat, zu spüren. Und es dauert nur wenige Hiebe ehe auch dieser Stamm der scharfen Axt erliegt. So holzt er in Rage mehrere Bäume nieder, was eine beachtliche Fläche freimacht. Also hat es doch etwas Gutes, daß der Mimir "erschienen" ist und somit dafür gesorgt hat, daß Oengus sich seiner Aufgabe widmet und nicht von irgendwelchen Liebschaften träumt. Erschöpft von der harten Arbeit widmet sich Oengus nun zunächst einmal einer seiner Lieblingsbeschäftigungen, dem Essen.
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Erin-Iseabel MacAgrona
Ungehorsam gehörte nicht zum Repertoire von Erin’s Charakterzügen.
Widerspruch einzulegen ebenfalls nicht.
Allenfalls den Jüngeren des Clans gegenüber, ihrer eigenen Altersgruppe. Auch Clansfremde konnten hin und wieder in den Genuss kommen. Das alte Eisen der MacAgronas jedoch, allen voran Berek und Jall-Argayth, kannten kaum Widerworte von Seiten der jungen Angure. Alter bedeutete Weisheit und Erfahrung, etwas worauf man vertrauen konnte. Und Erin baute blind auf das Wissen und Handeln des Chiefs und des Mimirs. Nicht nur, weil ihr von Kindheit an eingetrichtert wurde, dass deren Worten zu gehorchen sei. Erin war überzeugt von den Beiden.
So war es nur zu erwarten, dass kein Protestlaut über Erin’s Lippen klomm, als Berek mit einer Aufgabe an sie herantrat. Der Bau des eigenen Dorfes auf Fuachtero sollte endlich in Angriff genommen werden. Schon lange hatte man diesen Gedanken ins Auge gefasst, Pläne geschmiedet und Vorstellungen ausgemalt. Nun war er gekommen, der Zeitpunkt an dem die Theorie ihre Umsetzung fand. Der Clan wollte sich aus den Ruinen Machads erheben und den Boden vergangener Anguren hinter sich lassen.
Ein geeigneter Platz war vom Chief gefunden worden, jetzt galt es ihn für den Bau von Hütten „herzurichten“. Im Klartext hieß das, weg mit den Bäumen, fort mit Geröll und Gestrüpp und allem anderen was einer ebenen Baufläche sonst noch im Wege stand. Oengus ließ seine Kräfte bereits an den alten Tannen aus und brachte eine nach der anderen zu Fall. Sarahlein ging dem stämmigen Riesen zur Hand und half ihm die gefällten Stämme abzutransportieren.
Erin sollte nun dem Clanskrieger Elryk zur Hand gehen und gemeinsam mit ihm Geröll und Felsbrocken von der Baufläche beseitigen. Anschließend sollten sie jene in baufähiges Material umformen, wozu sie beide eine Picke in die Hand gedrückt bekamen. Während der erste Teil der Aufgabe nun also in der Theorie ein Kinderspiel darstellte – in der Praxis entpuppte sich das Gewicht manches Gesteins als Problem, welches aber mit vereinten Kräften schnell gelöst werden konnte – fehlte ihnen beide jegliche Vorstellungskraft zur Lösung des zweiten Aufgabenteils. Das seltsame Werkzeug in ihren Händen gab zumindest Erin keine besonders geeignete Hilfestellung. Doch da ohne die Bewältigung des ersten Parts kein Zweiter existieren würde, wurde dieser erst einmal ganz einfach verdrängt. Später konnte man sich noch lange genug damit herumschlagen.
Gemeinsam also hob man Stein um Stein aus dem stellenweise lockeren und stellenweise festen Erdboden und hievte sie davon. Wenngleich Elryk kräftemäßig der Schneiderin deutlich überlegen war, ließ er es nicht heraushängen und band Erin als ebenbürtige Helferin ein. Einige Meter abseits der baldigen Baufläche entstand nach und nach ein stetig wachsender Haufen an Geröll, der sich bald zu einem kleinen Hügel mauserte. Daneben türmten sich immer mehr geschlagene Baumstämme, die der Arbeit Oengus’ und Saralein’s entsprangen. Natürlich ließ man es sich nicht nehmen eine Art Wettbewerb zu starten wessen Stapel schneller wuchs und so wechselten sich donnerndes Fluchen und kehliges Lachen in regelmäßigen Abständen ab.
„Eh, guckt’ mal! Was glitzert’n da so?!“
Innerhalb weniger Augenblicke ließen sie alle ihre Arbeit links liegen und sammelten sich um Erin, von der der Ausruf ausging und die wild auf den aufgewühlten Erdboden vor sich deutete. Wo vorher noch ein Fels in seinem Bett geschlummert hatte, funkelte es nun golden zwischen dem matschigen Braun der Erde hervor.
„Das is’ ne Kiste! Da is’ bestimmt was drinnen!“, dröhnte es von Elryk, der sich auch sogleich auf die Knie warf um mit den Händen die Erde beiseite zu scharren. Aus zwei Händen wurden flugs acht und die Matschbrocken flogen ihnen nur so um die Ohren.
„Oengus mach’n das Ding auf!“, ließ der massive Angure verlauten, als sich das glitzernde Etwas tatsächlich nach einer Weile als Truhe entpuppt hatte. Mit seinen schwieligen Fingern zerrte er ungestüm am Griff der Kiste, welcher jedoch selbst dieser Angurenkraft nicht nachgeben wollte. Oengus wiederum quittierte diese Widerspenstigkeit mit wüsten Beschimpfungen und wütenden Hieben auf den Truhendeckel, in welche sie bald alle einstimmten.
Als der Erfolg ausblieb und sie mit verschränkten Armen und frustriertem Gesichtsausdruck um den störrischen Fund herumstanden, kam ihnen eine neue Idee. Sie würden die Truhe nach Machad schleppen und dem Chief und dem Mimir präsentieren. Einer von beiden würde schon eine Idee haben wie man dem Ding zu Leibe rücken konnte! Und in Machad war es auch vor fremden Augen und vor allem fremden Händen sicher. Der Lärm auf dem Baugebiet war gewiss weit über Fuachtero zu hören und lockte vielleicht den ein oder anderen clansfremden Anguren an – und der sollte mit dem gefundenen Schatz der MacAgronas natürlich nichts zu schaffen haben!
Die Spannung stieg – und die eigentliche Arbeit ruhte.
Widerspruch einzulegen ebenfalls nicht.
Allenfalls den Jüngeren des Clans gegenüber, ihrer eigenen Altersgruppe. Auch Clansfremde konnten hin und wieder in den Genuss kommen. Das alte Eisen der MacAgronas jedoch, allen voran Berek und Jall-Argayth, kannten kaum Widerworte von Seiten der jungen Angure. Alter bedeutete Weisheit und Erfahrung, etwas worauf man vertrauen konnte. Und Erin baute blind auf das Wissen und Handeln des Chiefs und des Mimirs. Nicht nur, weil ihr von Kindheit an eingetrichtert wurde, dass deren Worten zu gehorchen sei. Erin war überzeugt von den Beiden.
So war es nur zu erwarten, dass kein Protestlaut über Erin’s Lippen klomm, als Berek mit einer Aufgabe an sie herantrat. Der Bau des eigenen Dorfes auf Fuachtero sollte endlich in Angriff genommen werden. Schon lange hatte man diesen Gedanken ins Auge gefasst, Pläne geschmiedet und Vorstellungen ausgemalt. Nun war er gekommen, der Zeitpunkt an dem die Theorie ihre Umsetzung fand. Der Clan wollte sich aus den Ruinen Machads erheben und den Boden vergangener Anguren hinter sich lassen.
Ein geeigneter Platz war vom Chief gefunden worden, jetzt galt es ihn für den Bau von Hütten „herzurichten“. Im Klartext hieß das, weg mit den Bäumen, fort mit Geröll und Gestrüpp und allem anderen was einer ebenen Baufläche sonst noch im Wege stand. Oengus ließ seine Kräfte bereits an den alten Tannen aus und brachte eine nach der anderen zu Fall. Sarahlein ging dem stämmigen Riesen zur Hand und half ihm die gefällten Stämme abzutransportieren.
Erin sollte nun dem Clanskrieger Elryk zur Hand gehen und gemeinsam mit ihm Geröll und Felsbrocken von der Baufläche beseitigen. Anschließend sollten sie jene in baufähiges Material umformen, wozu sie beide eine Picke in die Hand gedrückt bekamen. Während der erste Teil der Aufgabe nun also in der Theorie ein Kinderspiel darstellte – in der Praxis entpuppte sich das Gewicht manches Gesteins als Problem, welches aber mit vereinten Kräften schnell gelöst werden konnte – fehlte ihnen beide jegliche Vorstellungskraft zur Lösung des zweiten Aufgabenteils. Das seltsame Werkzeug in ihren Händen gab zumindest Erin keine besonders geeignete Hilfestellung. Doch da ohne die Bewältigung des ersten Parts kein Zweiter existieren würde, wurde dieser erst einmal ganz einfach verdrängt. Später konnte man sich noch lange genug damit herumschlagen.
Gemeinsam also hob man Stein um Stein aus dem stellenweise lockeren und stellenweise festen Erdboden und hievte sie davon. Wenngleich Elryk kräftemäßig der Schneiderin deutlich überlegen war, ließ er es nicht heraushängen und band Erin als ebenbürtige Helferin ein. Einige Meter abseits der baldigen Baufläche entstand nach und nach ein stetig wachsender Haufen an Geröll, der sich bald zu einem kleinen Hügel mauserte. Daneben türmten sich immer mehr geschlagene Baumstämme, die der Arbeit Oengus’ und Saralein’s entsprangen. Natürlich ließ man es sich nicht nehmen eine Art Wettbewerb zu starten wessen Stapel schneller wuchs und so wechselten sich donnerndes Fluchen und kehliges Lachen in regelmäßigen Abständen ab.
„Eh, guckt’ mal! Was glitzert’n da so?!“
Innerhalb weniger Augenblicke ließen sie alle ihre Arbeit links liegen und sammelten sich um Erin, von der der Ausruf ausging und die wild auf den aufgewühlten Erdboden vor sich deutete. Wo vorher noch ein Fels in seinem Bett geschlummert hatte, funkelte es nun golden zwischen dem matschigen Braun der Erde hervor.
„Das is’ ne Kiste! Da is’ bestimmt was drinnen!“, dröhnte es von Elryk, der sich auch sogleich auf die Knie warf um mit den Händen die Erde beiseite zu scharren. Aus zwei Händen wurden flugs acht und die Matschbrocken flogen ihnen nur so um die Ohren.
„Oengus mach’n das Ding auf!“, ließ der massive Angure verlauten, als sich das glitzernde Etwas tatsächlich nach einer Weile als Truhe entpuppt hatte. Mit seinen schwieligen Fingern zerrte er ungestüm am Griff der Kiste, welcher jedoch selbst dieser Angurenkraft nicht nachgeben wollte. Oengus wiederum quittierte diese Widerspenstigkeit mit wüsten Beschimpfungen und wütenden Hieben auf den Truhendeckel, in welche sie bald alle einstimmten.
Als der Erfolg ausblieb und sie mit verschränkten Armen und frustriertem Gesichtsausdruck um den störrischen Fund herumstanden, kam ihnen eine neue Idee. Sie würden die Truhe nach Machad schleppen und dem Chief und dem Mimir präsentieren. Einer von beiden würde schon eine Idee haben wie man dem Ding zu Leibe rücken konnte! Und in Machad war es auch vor fremden Augen und vor allem fremden Händen sicher. Der Lärm auf dem Baugebiet war gewiss weit über Fuachtero zu hören und lockte vielleicht den ein oder anderen clansfremden Anguren an – und der sollte mit dem gefundenen Schatz der MacAgronas natürlich nichts zu schaffen haben!
Die Spannung stieg – und die eigentliche Arbeit ruhte.
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Seonaid MacAgrona
"... Dorfbau ..." Nur noch dumpf klangen Berek's Worte in Seonaid's Hinterkopf, denn obwohl es nun schon eine gute Weile her war, dass der Chief ihr zugetragen hatte, sich Gedanken über eben jenen Dorfbau zu machen, hatte sie wie immer keinerlei Probleme gehabt, diese Unannehmlichkeit möglichst weit zu Verdrängen. Doch inzwischen war es soweit gekommen, dass fast jeder sich eine mehr oder minder sinnvolle Beteiligung an dieser Aufgabe gesucht hatte und auch Seonaid war klar, dass sie dieses eine Mal nicht um alles herumkommen würde. Zu wichtig war diese Angelegenheit, dies war selbst ihr klar, ohne das Berek es ihr nochmal extra eingetrichtert hätte. Doch dieser hatte wie üblich nicht darauf verzichtet sie explizit darauf hinzuweisen, kannte er ihre Art doch inzwischen zur Genüge. Denn obwohl sie zu den Jüngeren des Dorfes gehörte, scheute sie sich nicht davor Widerworte zu geben auch wenn sie deswegen bereits des Öfteren lauthals einstecken hatten müssen.
"Holzhacken..?" Diesen Gedanken verscheuchte sie schnell. Dafür war sie nun wirklich nicht geschaffen und mit Oengus hatte diese Aufgabe ihren Meister sowieso bereits gefunden. Auch für den Abtransport des Holzes war bereits gesorgt.
Auch die Steine wurden bereits weggeräumt um den Platz für den späteren Hausbau zu säubern und zu ebnen und auch hier schienen Erin und Elryk keine Hilfe mehr zu brauchen und von Steinmetz arbeiten hatten sie selbst grob so viel Ahnung wie die anderen Anguren, wenn nicht sogar noch weniger.
".. hmm.."
Es konnte doch nicht so schwer sein, eine geeignete Aufgabe zu finden und doch dachte Seonaid bereits länger über dieses Anliegen nach, als ihr lieb war.
"Ha..!"
Es hatten längst noch nicht alle Anguren eine Aufgabe, selbst Berek und Jall hatten sich, natürlich bis auf die geistige Vorarbeit, noch nicht körperlich am Dorfbau beteiligt.
So offensichtlich diese Tatsache für den unbeteiligten Beobachter auch erscheinen mag: Für Seonaid war es in diesem Moment die Rettung. Denn sich jemandem anschließen ist immer einfacher als sich selbst etwas zu überlegen.
"Holzhacken..?" Diesen Gedanken verscheuchte sie schnell. Dafür war sie nun wirklich nicht geschaffen und mit Oengus hatte diese Aufgabe ihren Meister sowieso bereits gefunden. Auch für den Abtransport des Holzes war bereits gesorgt.
Auch die Steine wurden bereits weggeräumt um den Platz für den späteren Hausbau zu säubern und zu ebnen und auch hier schienen Erin und Elryk keine Hilfe mehr zu brauchen und von Steinmetz arbeiten hatten sie selbst grob so viel Ahnung wie die anderen Anguren, wenn nicht sogar noch weniger.
".. hmm.."
Es konnte doch nicht so schwer sein, eine geeignete Aufgabe zu finden und doch dachte Seonaid bereits länger über dieses Anliegen nach, als ihr lieb war.
"Ha..!"
Es hatten längst noch nicht alle Anguren eine Aufgabe, selbst Berek und Jall hatten sich, natürlich bis auf die geistige Vorarbeit, noch nicht körperlich am Dorfbau beteiligt.
So offensichtlich diese Tatsache für den unbeteiligten Beobachter auch erscheinen mag: Für Seonaid war es in diesem Moment die Rettung. Denn sich jemandem anschließen ist immer einfacher als sich selbst etwas zu überlegen.
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Jall-Argayth MacAgrona
Endlich Ruhe. Endlich.
Der Mimir hatte es sich sehr gemütlich gemacht auf seinem Lager, sich ein paar weitere Felle aus dem Raum organisiert und seinen Schlafplatz gar königlich ausgepolstert. Genüsslich rutschte der breite Hintern hin und her, bettete sich immer tiefer in diese völlig neuartige Dimension von Wohlgefühl. Und der Alte freute sich, denn die Ruhe würde bis zum Sonnenuntergang anhalten. Dabei zählte Jall niemals zu den wirklich faulen Anguren. Er sah sich selber eher als selbstloser, gütiger Wächter, denn sein Fehlen bei den ersten Arbeiten am Bauplatz sorgte dafür, dass sich die Jungen und Jüngeren mehr anstrengen mussten. Anstrengung war gut, denn sie formte den Leib und den Geist. Zudem: Er war der Mimir und sah in diesen Stunden der Ruhe und Einsamkeit einen enormen Vorteil, um seinen eigenen Geist zu erkunden. Eben dafür lag auch der Weinschlauch direkt neben ihm.
Ein Grinsen, welches breiter kaum sein konnte und schelmisch gen Argail, der ihm gegenübersaß, gesandt wurde, machte klar, dass sich die Ältesten des Clans zu einer weniger anstrengenden Unternehmung versammelt hatten. Hier war ein Umtrunk im gemütlichen Kämmerlein im Entstehen – so war es jedenfalls von den beiden geplant gewesen. Die alten Käuze rechneten nicht mit dem verfrühten Eintreffen der eifrig werkelnden Jugend und so konnte das von Vorfreude durchtränkte Strahlen in den zerfurchten Gesichtern nicht einmal gänzlich entgleisen, bevor nach den ersten Rufen die Türe aufsprang und frische Luft, Tageslicht sowie ein Schwall an fellbepackten Hünen in den Raum brachen.
Eine Truhe, eine vermaledeite Truhe hatte die Alten und Erhabenen vom Wein abgehalten. Doch den Jungen konnte man daraus keinen Vorwurf machen. Sie hatten richtig gehandelt, auch wenn die Neugierde über den Inhalt nicht wirklich zünden wollte. Der Wein rief. So blieb Jall nichts anderes übrig, als sich in schweigsames Denken zu flüchten, um die nächsten Anweisungen möglichst wohl bedacht und ebenso glaubwürdig klingen zu lassen.
„De Dingens kann hier bleib’n, ‘ch mach se auf!“
Warum bewegte sich keiner von den Jungspunden?
„Warum b’wegt sich kein’r von euch Jungspund’n?!“
„Na dann machse doch auf, ma wolle wisse, was drin is…!“
Er hätte die Kunstpause wirklich zum Denken nutzen sollen nicht nur zum Atmen. Doch es half nichts. Auch Ruhe musste hart erkämpft und verteidigt werden. Sich von dem Lager zu erheben, eine der Mixturen herauszusuchen, das war noch verhältnismäßig einfach. Aber dann konnte er der schwersten Aufgabe doch nicht entgehen: „De Kiste raus. Ma mach’n d’s Ding nu auf, drauß’n!“ Jall musste sich dazu aufraffen, besonders da es ihm schien, als würde Erins Grinsen sonst noch über die Ohren wachsen. Das Leben eines Mimir war nicht einfach, wenn er in der Gemeinschaftshütte leben musste.
Plötzlich war das Interesse am Dorf sehr viel größer geworden.
Das Zischen, der scharfe Gestank und glühende Scharniere an einer alten Truhe ließen grinsende Gesichter gefrieren. Einige revidierten scheinbar in Gedanken die Meinung vom Mimir einmal wieder – solche Demonstrationen waren immer wieder nötig, um besonders die Jüngeren daran zu erinnern, dass der Alte nicht unnütz und zu unterschätzen war – und blickten gebannt auf das Schauspiel. Ein dumpfer Knall, dann war es geschehen, das Eisen soweit erhitzt, dass es sich verzog und zersprang. Die Kiste kokelte, war aber offen. Mit einem finalen Tritt von Sarahlain flog der Deckel ab und der Blick auf viel Buntes und Glänzendes wurde freigegeben. Dass der rote Samt, welcher all das bedeckte, ebenfalls Feuer gefangen hatte und seltsam beschriftetes „Pärkhamähnt“ mit in die Vergessenheit nahm, interessierte niemanden. Es gab wichtigeres, massiveres. Und der Kelch, der oben auf lag, stand wenig später vor dem Mimir auf dem Boden der Hütte, während Jall noch immer verzweifelt versuchte, die Sitzkuhle wieder so gemütlich zurechtzurücken, wie es ihm vorher gelungen war. Die Stimmung im kleinen, nun wieder einmal überfüllten Raum war famos, sodass selbst dem Mimir die eigentliche Aufgabe dieses Tages fast entfallen war.
„EH! Was ist mit de Dorf?!“
Das darauffolgende Schweigen war Antwort genug. Der Trupp setzte sich nur widerwillig in Bewegung, war das Aufteilen der fremdartigen Kostbarkeiten noch in vollem Gange; Oengus wollte sich nicht von einem gabelartigen Goldstück trennen, welches Erin wiederum für ihre Haare haben wollte, während Halvar mit Kalruthar um die Nützlichkeit eines Langdolches in Schwertform stritt. Jall konnte dieses Chaos jedoch mit seiner kräftigen und vor allem penetranten Art und Stimme einigermaßen regeln. Es dauerte noch einige Zeit, dann begann für die Jungen des Clans die zweite Schicht des Tages und für die Älteren kehrte die Ruhe in dem verlassenen Dorf wieder ein. Doch als Jall sich abermals auf seinem Lager niederließ, die völlig verformten Felle wieder zurechtrückend, erwartete den Mimir eine weitere schlechte Nachricht. Seliges Schnarchen und ein leerer Trinkschlauch schoben allen Hoffnungen auf den leckeren Wein einen Riegel vor. Argail hatte den Krach der Jungspunde ausgenutzt und verkündete dies selbst im Schlaf durch genüssliches Schmatzen.
Kurze Zeit später bewegte sich eine schwer bepackte Gestalt hinab ins Tal. Einige Mixturen in größeren Schläuchen hingen ihr über den Schultern, wankten und wackelten mit jedem schweren Schritt des Weisen. Jall hatte sich aufgemacht, um dem Clan zur Hand zu gehen. Eine Hütte musste her, und das bald. Eine Hütte nur für ihn. Für ihn, den Mimir, und seinen Wein. Seinen Met. Sein Bier.
Der Mimir hatte es sich sehr gemütlich gemacht auf seinem Lager, sich ein paar weitere Felle aus dem Raum organisiert und seinen Schlafplatz gar königlich ausgepolstert. Genüsslich rutschte der breite Hintern hin und her, bettete sich immer tiefer in diese völlig neuartige Dimension von Wohlgefühl. Und der Alte freute sich, denn die Ruhe würde bis zum Sonnenuntergang anhalten. Dabei zählte Jall niemals zu den wirklich faulen Anguren. Er sah sich selber eher als selbstloser, gütiger Wächter, denn sein Fehlen bei den ersten Arbeiten am Bauplatz sorgte dafür, dass sich die Jungen und Jüngeren mehr anstrengen mussten. Anstrengung war gut, denn sie formte den Leib und den Geist. Zudem: Er war der Mimir und sah in diesen Stunden der Ruhe und Einsamkeit einen enormen Vorteil, um seinen eigenen Geist zu erkunden. Eben dafür lag auch der Weinschlauch direkt neben ihm.
Ein Grinsen, welches breiter kaum sein konnte und schelmisch gen Argail, der ihm gegenübersaß, gesandt wurde, machte klar, dass sich die Ältesten des Clans zu einer weniger anstrengenden Unternehmung versammelt hatten. Hier war ein Umtrunk im gemütlichen Kämmerlein im Entstehen – so war es jedenfalls von den beiden geplant gewesen. Die alten Käuze rechneten nicht mit dem verfrühten Eintreffen der eifrig werkelnden Jugend und so konnte das von Vorfreude durchtränkte Strahlen in den zerfurchten Gesichtern nicht einmal gänzlich entgleisen, bevor nach den ersten Rufen die Türe aufsprang und frische Luft, Tageslicht sowie ein Schwall an fellbepackten Hünen in den Raum brachen.
Eine Truhe, eine vermaledeite Truhe hatte die Alten und Erhabenen vom Wein abgehalten. Doch den Jungen konnte man daraus keinen Vorwurf machen. Sie hatten richtig gehandelt, auch wenn die Neugierde über den Inhalt nicht wirklich zünden wollte. Der Wein rief. So blieb Jall nichts anderes übrig, als sich in schweigsames Denken zu flüchten, um die nächsten Anweisungen möglichst wohl bedacht und ebenso glaubwürdig klingen zu lassen.
„De Dingens kann hier bleib’n, ‘ch mach se auf!“
Warum bewegte sich keiner von den Jungspunden?
„Warum b’wegt sich kein’r von euch Jungspund’n?!“
„Na dann machse doch auf, ma wolle wisse, was drin is…!“
Er hätte die Kunstpause wirklich zum Denken nutzen sollen nicht nur zum Atmen. Doch es half nichts. Auch Ruhe musste hart erkämpft und verteidigt werden. Sich von dem Lager zu erheben, eine der Mixturen herauszusuchen, das war noch verhältnismäßig einfach. Aber dann konnte er der schwersten Aufgabe doch nicht entgehen: „De Kiste raus. Ma mach’n d’s Ding nu auf, drauß’n!“ Jall musste sich dazu aufraffen, besonders da es ihm schien, als würde Erins Grinsen sonst noch über die Ohren wachsen. Das Leben eines Mimir war nicht einfach, wenn er in der Gemeinschaftshütte leben musste.
Plötzlich war das Interesse am Dorf sehr viel größer geworden.
Das Zischen, der scharfe Gestank und glühende Scharniere an einer alten Truhe ließen grinsende Gesichter gefrieren. Einige revidierten scheinbar in Gedanken die Meinung vom Mimir einmal wieder – solche Demonstrationen waren immer wieder nötig, um besonders die Jüngeren daran zu erinnern, dass der Alte nicht unnütz und zu unterschätzen war – und blickten gebannt auf das Schauspiel. Ein dumpfer Knall, dann war es geschehen, das Eisen soweit erhitzt, dass es sich verzog und zersprang. Die Kiste kokelte, war aber offen. Mit einem finalen Tritt von Sarahlain flog der Deckel ab und der Blick auf viel Buntes und Glänzendes wurde freigegeben. Dass der rote Samt, welcher all das bedeckte, ebenfalls Feuer gefangen hatte und seltsam beschriftetes „Pärkhamähnt“ mit in die Vergessenheit nahm, interessierte niemanden. Es gab wichtigeres, massiveres. Und der Kelch, der oben auf lag, stand wenig später vor dem Mimir auf dem Boden der Hütte, während Jall noch immer verzweifelt versuchte, die Sitzkuhle wieder so gemütlich zurechtzurücken, wie es ihm vorher gelungen war. Die Stimmung im kleinen, nun wieder einmal überfüllten Raum war famos, sodass selbst dem Mimir die eigentliche Aufgabe dieses Tages fast entfallen war.
„EH! Was ist mit de Dorf?!“
Das darauffolgende Schweigen war Antwort genug. Der Trupp setzte sich nur widerwillig in Bewegung, war das Aufteilen der fremdartigen Kostbarkeiten noch in vollem Gange; Oengus wollte sich nicht von einem gabelartigen Goldstück trennen, welches Erin wiederum für ihre Haare haben wollte, während Halvar mit Kalruthar um die Nützlichkeit eines Langdolches in Schwertform stritt. Jall konnte dieses Chaos jedoch mit seiner kräftigen und vor allem penetranten Art und Stimme einigermaßen regeln. Es dauerte noch einige Zeit, dann begann für die Jungen des Clans die zweite Schicht des Tages und für die Älteren kehrte die Ruhe in dem verlassenen Dorf wieder ein. Doch als Jall sich abermals auf seinem Lager niederließ, die völlig verformten Felle wieder zurechtrückend, erwartete den Mimir eine weitere schlechte Nachricht. Seliges Schnarchen und ein leerer Trinkschlauch schoben allen Hoffnungen auf den leckeren Wein einen Riegel vor. Argail hatte den Krach der Jungspunde ausgenutzt und verkündete dies selbst im Schlaf durch genüssliches Schmatzen.
Kurze Zeit später bewegte sich eine schwer bepackte Gestalt hinab ins Tal. Einige Mixturen in größeren Schläuchen hingen ihr über den Schultern, wankten und wackelten mit jedem schweren Schritt des Weisen. Jall hatte sich aufgemacht, um dem Clan zur Hand zu gehen. Eine Hütte musste her, und das bald. Eine Hütte nur für ihn. Für ihn, den Mimir, und seinen Wein. Seinen Met. Sein Bier.
Zuletzt geändert von Jall-Argayth MacAgrona am Samstag 16. Juni 2007, 19:03, insgesamt 2-mal geändert.
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Sarahlain MacAgrona
So waren Oengus und Sarahlain schon mehrere Tage dabei den Platz von Laubwerk zu befreien und selbst Elryk und Erin machten beim Steineschleppen eine gute figur, auch wenn sie nicht ganz so erfolgreich waren wie die beiden Holzfäller.
So blieb sie auch an diesem Tage bis lange nach Sonnenuntergang und trat dann erst den Weg nach Hause an.
"Der Rest kann auch bis morgen warten", brummte sie vor sich hin als ihre schweren Schritte den Schnee unter ihr durchpflügten.
Kaum war sie in der Hütte angekommen, stand auch schon Berek vor ihr. Sarahlain gehört sicher mit Abstand nicht zu den kleinsten Angurinnen aber dennoch musste sie zu Berek aufschaun.
"Na all' fleissig?", brummte er sie an, woraufhin Sarahlain erstmal nachdenken musste."Aye, Oengus fleiss'g, Erin fleiss'g, Elryk fleiss'g, ich fleiss'g, erwiderte sie mit einem bestätigenden Nicken. Dann musste sie wieder kurz nachdenken und murrte dann leise: Nur Seonaid hab'sch noch kein fing'r krummach'n sehn."
Ein tiefes Brummen bestätigte Sarahlain, dass ihre Worte den Weg bis ins Hirn des Hünen gefunden haben.
Schliesslich erlaubte er sarahlain sich Soenaids anzunehmen und ihr eine entsprechende Lektion zu erteilen, nicht z'hart, nicht zu sanft wie er meinte, aber Sarahlain würde schon was passendes einfallen.
So blieb sie auch an diesem Tage bis lange nach Sonnenuntergang und trat dann erst den Weg nach Hause an.
"Der Rest kann auch bis morgen warten", brummte sie vor sich hin als ihre schweren Schritte den Schnee unter ihr durchpflügten.
Kaum war sie in der Hütte angekommen, stand auch schon Berek vor ihr. Sarahlain gehört sicher mit Abstand nicht zu den kleinsten Angurinnen aber dennoch musste sie zu Berek aufschaun.
"Na all' fleissig?", brummte er sie an, woraufhin Sarahlain erstmal nachdenken musste."Aye, Oengus fleiss'g, Erin fleiss'g, Elryk fleiss'g, ich fleiss'g, erwiderte sie mit einem bestätigenden Nicken. Dann musste sie wieder kurz nachdenken und murrte dann leise: Nur Seonaid hab'sch noch kein fing'r krummach'n sehn."
Ein tiefes Brummen bestätigte Sarahlain, dass ihre Worte den Weg bis ins Hirn des Hünen gefunden haben.
Schliesslich erlaubte er sarahlain sich Soenaids anzunehmen und ihr eine entsprechende Lektion zu erteilen, nicht z'hart, nicht zu sanft wie er meinte, aber Sarahlain würde schon was passendes einfallen.
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Caitlin MacAgrona
Also heimst Oengus wieder alle Lorbeeren für sich ein!
Konnte man ihre Leistungen denn so einfach ignorieren? Sicher nicht !
Natürlich war sie nicht sauer auf ihn. Wie konnte sie auch? Dennoch ließ sein augenscheinlicher Erfolg beim Holz fällen den Neid in ihr empor steigen. Sie hatte sich zunächst insgeheim darüber gefreut, durch ihre ausgedehnten Jagden um den Großteil der Arbeit herumzukommen. Andererseits stellte sie nun zunehmend fest, dass solche Dinge nicht mehr honoriert wurden, wenn man sie für selbstverständlich hält. Was für eine Ungerechtheit ! Und sowieso! Wieso hörten sie nun doch auf diese Agais von den Farlainn, die ihnen ins Gewissen reden wollte, den Dorfbau selbst zu erledigen und dafür nicht die Hilfe Anderer in Anspruch zu nehmen?
Was sollte sie also tun? Oengus übertrumpfen, beim Holz fällen? Eine Schlacht auf fremden Terrain gewinnen? Selbst in guter Stimmung war sie nicht vermessen genug, um davon ausgehen zu können.
Dennoch; mit dem Gedanken abfinden wollte sie sich ebenso wenig. Sie musste auf sich aufmerksam machen. Mit etwas, das keiner so gut konnte wie sie! Und dabei kam es nicht auf die Masse an.
Sie musste Berek mit etwas einzigartigen von höchster Qualität überraschen.
Viele Hütten hatten eingerichtet zu werden. Und schon hatte sie eine gewisse Vorstellung davon, was sie leisten konnte, damit ihr wieder die Anerkennung zu teil wurde, die sie zweifelsohne verdiente.
<…>
Konnte man ihre Leistungen denn so einfach ignorieren? Sicher nicht !
Natürlich war sie nicht sauer auf ihn. Wie konnte sie auch? Dennoch ließ sein augenscheinlicher Erfolg beim Holz fällen den Neid in ihr empor steigen. Sie hatte sich zunächst insgeheim darüber gefreut, durch ihre ausgedehnten Jagden um den Großteil der Arbeit herumzukommen. Andererseits stellte sie nun zunehmend fest, dass solche Dinge nicht mehr honoriert wurden, wenn man sie für selbstverständlich hält. Was für eine Ungerechtheit ! Und sowieso! Wieso hörten sie nun doch auf diese Agais von den Farlainn, die ihnen ins Gewissen reden wollte, den Dorfbau selbst zu erledigen und dafür nicht die Hilfe Anderer in Anspruch zu nehmen?
Was sollte sie also tun? Oengus übertrumpfen, beim Holz fällen? Eine Schlacht auf fremden Terrain gewinnen? Selbst in guter Stimmung war sie nicht vermessen genug, um davon ausgehen zu können.
Dennoch; mit dem Gedanken abfinden wollte sie sich ebenso wenig. Sie musste auf sich aufmerksam machen. Mit etwas, das keiner so gut konnte wie sie! Und dabei kam es nicht auf die Masse an.
Sie musste Berek mit etwas einzigartigen von höchster Qualität überraschen.
Viele Hütten hatten eingerichtet zu werden. Und schon hatte sie eine gewisse Vorstellung davon, was sie leisten konnte, damit ihr wieder die Anerkennung zu teil wurde, die sie zweifelsohne verdiente.
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Elryk MacAgrona
Elryks Arme wurden immer schwerer und die Brocken, welche er schleppte, kamen ihm immer größer vor. Doch aufgeben und rasten? Niemals! Mit Erin hatte er eine gute, ehrgeizige Partnerin gefunden mit der die Arbeit Spaß machte und man kam besser voran als gedacht. Erin bat Elryk den Part zu übernehmen, in dem es darum ging die Steine zurecht zu kloppen. Auch wenn er nicht wirklich wusste, wie er das anstellen sollte, stimmte er ohne Wiederworte zu, eine Selbstverständlichkeit. Da stand er nun mit der Picke in der Hand und den Steinen vor seinen Füssen. Die ersten Versuche den Stein mit kräftigen Hieben zu formen sollten ein Reinfall sein. Wenn Elryk etwas wirklich hasste, dann war es, wenn etwas nicht klappen wollte wie er es sich wünschte. Als die ersten Sonnenstrahlen Fuachtero erreichten gab er auf und legte sich zur Ruhe, vielleicht würde der nächste Tag mehr Erfolg bringen. Durch das Gebrüll und einen kräftigen Tritt von Berek, jaulte Elryk einmal kurz auf und stand auch schon auf seinen müden Füssen, stramm wie ein Gardist zu Varuna.
Aufsteh'n! G'nug g'schlaf'n da wartet Arbeit!
Das erste was Elryk in den Kopf kam war die gestrige Niederlage gegen die Steinbrocken, und genau diese Tatsache versaute die Laune des Kriegers noch viel mehr als der Tritt von Berek der ihn aus dem Traumland riss. Grummelnd und begleitet von Bereks zufriedenem, grimmigen Lächeln nahm er sich die Picke und ging erneut zum Steinhaufen. Ein zweiter Versuch! Und diesmal würde er nicht aufgeben, selbst wenn er morgens noch hier stehen sollte. Mehr oder weniger gut klappte es dann auch. Für Elryk machten die Steine zwar keinen all zu großen Unterschied zu vorher, aber wenn Berek sagt das es gut ist, dann ist es das einfach! So ging es Stein um Stein und es machte Elryk langsam richtig Spaß. Alles, was mit Anstrengung zu tun hatte, bereitete ihm einfach Freude. Eine alte Clansweisheit wurde an diesem Tag wieder mal bestätigt - Rohe Gewalt hilft einem in allen Lebenslagen. Auch beim Dorfbau.
Aufsteh'n! G'nug g'schlaf'n da wartet Arbeit!
Das erste was Elryk in den Kopf kam war die gestrige Niederlage gegen die Steinbrocken, und genau diese Tatsache versaute die Laune des Kriegers noch viel mehr als der Tritt von Berek der ihn aus dem Traumland riss. Grummelnd und begleitet von Bereks zufriedenem, grimmigen Lächeln nahm er sich die Picke und ging erneut zum Steinhaufen. Ein zweiter Versuch! Und diesmal würde er nicht aufgeben, selbst wenn er morgens noch hier stehen sollte. Mehr oder weniger gut klappte es dann auch. Für Elryk machten die Steine zwar keinen all zu großen Unterschied zu vorher, aber wenn Berek sagt das es gut ist, dann ist es das einfach! So ging es Stein um Stein und es machte Elryk langsam richtig Spaß. Alles, was mit Anstrengung zu tun hatte, bereitete ihm einfach Freude. Eine alte Clansweisheit wurde an diesem Tag wieder mal bestätigt - Rohe Gewalt hilft einem in allen Lebenslagen. Auch beim Dorfbau.
Zuletzt geändert von Elryk MacAgrona am Montag 25. Juni 2007, 19:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Kalruthar MacAgrona
Zwischen den großen Wolkenschlössern, weit oben am Himmelsfirmament, findet sich eine Spalte, welches Sonnenlicht auf die kalten Ebenen von Fuachtero ergießt und so den Schneeflocken ein weißes Glühen, dem Meer einen hellen Glanz schenkt.
Kalruthar sitzt auf seiner "kleinen Insel", ein Moosbedeckter Stein nahe der Brandung, und lässt seine Gedanken wandern. Er blickt auf das weite Meer hinaus, zu den Wolkenplatten hoch über ihm und saugt auch die weißen Ebenen der Insel in sich auf, doch scheint er heute unruhig zu sein. Seine Hand spielt mit einem kleinen Blatt, er wendet und windet es durch die Finger. Es schleift entlang der rauen Haut des Anguren, aber selbst diese Beschäftigung gibt ihm keine Ruhe und er wendet sich herum, nach Machad blickend. Auch wenn es wohl nur seine Einbildung ist, so kommt es ihm doch vor, als würde er in der Ferne immer wieder die dumpfen Stimmen und das tatkräftige Treiben seiner Clansbrüder und Schwester hören. Unruhig blickt er wieder zum Meer und versucht mit dessen Rauschen die Eindrücke seiner Fantasie zu überdecken. Doch ist heute sein größter Zeitvertreib, auch sein stärkster Fluch, denn die Vorstellungskraft seines Denkhügels ist selbst stärker als das Rauschen des weiten Meeres. Langsam formen sich das dumpfe Hallen und die Stimme seines Gewissens nimmt die Tonlage Bereks an, welcher im Langhaus der Gemeinschaft mahnend daran erinnert, das milde Wetter zu nutzen und mit dem Bau des Dorfes zu beginnen. Er steht direkt vor ihm, mit verschränkten Armen schwebt er zehn Meter über den Wellen, auf der Höhe Kalruthars Insel und schaut diesen mit tadelnden Augen, aber mit einem Gesichtsausdruck der Verständnislosigkeit entgegen.
Der junge Angure erhebt sich mit einer schwungvollen Drehung und wendet sich verärgert von seiner Vorstellung ab, wonach diese auch gleich wieder verschwindet. Seine Augen wenden sich in die Richtung der für das Dorf ausgesuchten Felder. Die anderen Clansmitglieder treten dank seiner Vorstellungskraft vor ihm und beginnen, ohne diesen zu bemerken, mit den Arbeiten. Er sieht seinen Vater Argail, wie jener neben Berek steht und mit ihm zusammen Anweisung gibt, oder den einzelnen "Jünglingen" hilft. Oengus steht neben ihm und beäugt den bemoosten Stein. Er versucht ihn zur Seite zu schieben, doch als die Sturheit Kalruthars Insel siegt, zieht der dickliche Angure seinen Hammer und zerschlägt die Zuflucht des Clansbruders. Innerlich glücklich vor sich herpfeifend hebt Oengus die kleinen Steinbrocken auf und wirft sie dem Meer zu. Kalruthar blickt den Überresten seines stillen Kamerads nach, wie sie einzeln von den vielen kleinen Mäulern des Wasser verschluckt werden. Er bemerkt dabei nicht wie er langsam rückwärts geht und dann plötzlich über den realen Stein stolpert und neben jenen fällt. Mit dem überraschten Gesichtsausdruck eines gerade eben Geweckten starrt er kurz den Stein an. Als auch seine Gedanken wieder zur Realität gefunden haben, steht er auf und stapft, mit einem Strudel der Launen in sich tragend, in Richtung der Zukünftigen Wohnstätte der MacAgronas..
Kalruthar sitzt auf seiner "kleinen Insel", ein Moosbedeckter Stein nahe der Brandung, und lässt seine Gedanken wandern. Er blickt auf das weite Meer hinaus, zu den Wolkenplatten hoch über ihm und saugt auch die weißen Ebenen der Insel in sich auf, doch scheint er heute unruhig zu sein. Seine Hand spielt mit einem kleinen Blatt, er wendet und windet es durch die Finger. Es schleift entlang der rauen Haut des Anguren, aber selbst diese Beschäftigung gibt ihm keine Ruhe und er wendet sich herum, nach Machad blickend. Auch wenn es wohl nur seine Einbildung ist, so kommt es ihm doch vor, als würde er in der Ferne immer wieder die dumpfen Stimmen und das tatkräftige Treiben seiner Clansbrüder und Schwester hören. Unruhig blickt er wieder zum Meer und versucht mit dessen Rauschen die Eindrücke seiner Fantasie zu überdecken. Doch ist heute sein größter Zeitvertreib, auch sein stärkster Fluch, denn die Vorstellungskraft seines Denkhügels ist selbst stärker als das Rauschen des weiten Meeres. Langsam formen sich das dumpfe Hallen und die Stimme seines Gewissens nimmt die Tonlage Bereks an, welcher im Langhaus der Gemeinschaft mahnend daran erinnert, das milde Wetter zu nutzen und mit dem Bau des Dorfes zu beginnen. Er steht direkt vor ihm, mit verschränkten Armen schwebt er zehn Meter über den Wellen, auf der Höhe Kalruthars Insel und schaut diesen mit tadelnden Augen, aber mit einem Gesichtsausdruck der Verständnislosigkeit entgegen.
Der junge Angure erhebt sich mit einer schwungvollen Drehung und wendet sich verärgert von seiner Vorstellung ab, wonach diese auch gleich wieder verschwindet. Seine Augen wenden sich in die Richtung der für das Dorf ausgesuchten Felder. Die anderen Clansmitglieder treten dank seiner Vorstellungskraft vor ihm und beginnen, ohne diesen zu bemerken, mit den Arbeiten. Er sieht seinen Vater Argail, wie jener neben Berek steht und mit ihm zusammen Anweisung gibt, oder den einzelnen "Jünglingen" hilft. Oengus steht neben ihm und beäugt den bemoosten Stein. Er versucht ihn zur Seite zu schieben, doch als die Sturheit Kalruthars Insel siegt, zieht der dickliche Angure seinen Hammer und zerschlägt die Zuflucht des Clansbruders. Innerlich glücklich vor sich herpfeifend hebt Oengus die kleinen Steinbrocken auf und wirft sie dem Meer zu. Kalruthar blickt den Überresten seines stillen Kamerads nach, wie sie einzeln von den vielen kleinen Mäulern des Wasser verschluckt werden. Er bemerkt dabei nicht wie er langsam rückwärts geht und dann plötzlich über den realen Stein stolpert und neben jenen fällt. Mit dem überraschten Gesichtsausdruck eines gerade eben Geweckten starrt er kurz den Stein an. Als auch seine Gedanken wieder zur Realität gefunden haben, steht er auf und stapft, mit einem Strudel der Launen in sich tragend, in Richtung der Zukünftigen Wohnstätte der MacAgronas..
Zuletzt geändert von Kalruthar MacAgrona am Montag 25. Juni 2007, 21:06, insgesamt 3-mal geändert.