Mondgeflüster
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Jezebel van Elyn
Mondgeflüster
Schatten zog sich über die Grafschaft. Wie sollte es auch anders sein, es wurd Nacht. Ein Kribbeln überzog die Haut, Atem streifte die Schulter im Schlaf. Die Vögel wurden ruhig.
Sie war angekommen. Einen Brief hatte sie bekommen, nach vielen Wochen warten. Er hätte eigentlich viel früher eintreffen sollen, damals, von ihrer Cousine. Lange hatte sie nichts mehr von ihr gehört. Und sie berichtete von ihrem Leben. Wie schön es war, was sie alles erlebt habe, auch die Schicksalsschläge. Geheiratet, ein eigenes Haus, der Verlust eines Kindes. Traurig, was alles passieren konnte.
Und da war sie nun, saß auf einem Stuhl in einer kleinen Stube des großen Grundstückes der Allianz. Zwei Tage war sie nun hier, fühlte sich hemischer denn je und so vieles hatte sich geändert. Ihr ganzes Leben hatte sich auf den Kopf gestellt. Und das nur, weil sich ein Tor öffnete. Weil sich Wege dargelegt hatten, von denen sie noch nie etwas gehört geschweige denn selbst verspürt hatte.
Es gab Momente für diesen Augenblick, die sie nicht vergessen konnte. Die vermeindliche Spinne, die sie zum schreien brachte. Die junge Frau, die in den Gebäuden der Allianz für Wirbel sorgte. Marlan, der dieser Frau sofort nachging und nur schulterzuckend zurückkam. Selissa, die krank war, furchtbar blass um die Nase. Rothgar, der am späteren Abend zu der lustigen Runde hinzukam. Thelor, der ihr früh morgens über den Weg lief, als sie gerade auf dem Weg war Hühner und Schafe zu füttern. Freiherr von Dragenfurt, der sie ab und an so seltsam ansah, als hätte sie nicht alle Tassen im Schrank, vor allem wenn sie bei den Schafen saß und versuchte, diese zu scheren. Und trotzdem lud er sie ein, mit ihm das Schloss zu besichtigen.
Die Momente, in denen sie die Tiere sah und wusste, wie gern sie diese hatte. Die gemeinsame Arbeit mit den Herren, das Ausmisten der Pferde und das Versorgen dieser. Die Wasserkübel trug sie fleissig zu den Tränken der einzelnen Pferde, goß das frische, kühle Wasser hinein. Bei jedem einzelnen der schönen Tiere. Dann suchte sie in einer der Kisten nach Äpfel, schob ein paar in ihre Taschen und fütterte diese nach und nach den Pferden. Sie liebte sie. Es waren nicht die ihren, aber sie liebte sie. Vielleicht hatte sie auch das von ihrem Vater.
Und dann gab es diese anderen Momente. Das Tor, als es aufging. Der Abend, an dem sich alle fragten, wo Jez nun schlafen sollte und die Entscheidung, dass sie das Gästebett beziehen sollte. Der Fluss geringer Maßen des Weines. Lange Gespräche. Das Zwitschern der Vögel am nächsten Morgen und das Erwachen in einem Bett und einem Haus, dass ihr eigentlich so fremd und seit ein paar Stunden doch so vertraut war. Die Aussicht über Varuna von dem Aussichtsturm der Allianz. Und an allem war eine Person schuld: Rolosin.
Sie war angekommen. Einen Brief hatte sie bekommen, nach vielen Wochen warten. Er hätte eigentlich viel früher eintreffen sollen, damals, von ihrer Cousine. Lange hatte sie nichts mehr von ihr gehört. Und sie berichtete von ihrem Leben. Wie schön es war, was sie alles erlebt habe, auch die Schicksalsschläge. Geheiratet, ein eigenes Haus, der Verlust eines Kindes. Traurig, was alles passieren konnte.
Und da war sie nun, saß auf einem Stuhl in einer kleinen Stube des großen Grundstückes der Allianz. Zwei Tage war sie nun hier, fühlte sich hemischer denn je und so vieles hatte sich geändert. Ihr ganzes Leben hatte sich auf den Kopf gestellt. Und das nur, weil sich ein Tor öffnete. Weil sich Wege dargelegt hatten, von denen sie noch nie etwas gehört geschweige denn selbst verspürt hatte.
Es gab Momente für diesen Augenblick, die sie nicht vergessen konnte. Die vermeindliche Spinne, die sie zum schreien brachte. Die junge Frau, die in den Gebäuden der Allianz für Wirbel sorgte. Marlan, der dieser Frau sofort nachging und nur schulterzuckend zurückkam. Selissa, die krank war, furchtbar blass um die Nase. Rothgar, der am späteren Abend zu der lustigen Runde hinzukam. Thelor, der ihr früh morgens über den Weg lief, als sie gerade auf dem Weg war Hühner und Schafe zu füttern. Freiherr von Dragenfurt, der sie ab und an so seltsam ansah, als hätte sie nicht alle Tassen im Schrank, vor allem wenn sie bei den Schafen saß und versuchte, diese zu scheren. Und trotzdem lud er sie ein, mit ihm das Schloss zu besichtigen.
Die Momente, in denen sie die Tiere sah und wusste, wie gern sie diese hatte. Die gemeinsame Arbeit mit den Herren, das Ausmisten der Pferde und das Versorgen dieser. Die Wasserkübel trug sie fleissig zu den Tränken der einzelnen Pferde, goß das frische, kühle Wasser hinein. Bei jedem einzelnen der schönen Tiere. Dann suchte sie in einer der Kisten nach Äpfel, schob ein paar in ihre Taschen und fütterte diese nach und nach den Pferden. Sie liebte sie. Es waren nicht die ihren, aber sie liebte sie. Vielleicht hatte sie auch das von ihrem Vater.
Und dann gab es diese anderen Momente. Das Tor, als es aufging. Der Abend, an dem sich alle fragten, wo Jez nun schlafen sollte und die Entscheidung, dass sie das Gästebett beziehen sollte. Der Fluss geringer Maßen des Weines. Lange Gespräche. Das Zwitschern der Vögel am nächsten Morgen und das Erwachen in einem Bett und einem Haus, dass ihr eigentlich so fremd und seit ein paar Stunden doch so vertraut war. Die Aussicht über Varuna von dem Aussichtsturm der Allianz. Und an allem war eine Person schuld: Rolosin.
Zuletzt geändert von Jezebel van Elyn am Freitag 15. Juni 2007, 03:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Jezebel van Elyn
Wer wusste, wie Salz in offenen Wunden brannte wusste, wie sich Jezebels Augen momentan fühlten. Stundenlang saß sie in dem kleinen Schneiderstübchen, kaum Licht trat durch das Fenster. Manchmal dachte sie, die Nähte würden sich vor ihren Augen einfach auflösen und kleinen Nahtmonster würden sich vor ihr aufbauen und sie vom Stuhl stoßen. Würden ihre großen, halb zugenähten Mäuler aufreissen und komische Laute von sich geben. "Jez, jez, wo sind nur deine Gedanken!"
- Klar, bei kleinen Stoff- und Nahtmonstern. Sie musste grinsen. Mit 27 Jahren sollte man doch erwachsener sein. Aber irgendwie passierten ihr in letzter Zeit nur noch komische Dinge. Eigentlich, seit...
... diese eine Sache da war. Die Sache, von der sie keinerlei Ahnung hatte, bisher.
Ihren Umhang hatte sie zwischen Tür und Angel eingeklemmt und Rolosin musste sie befreien. Das Schaf war ausgebüchst und sie musste ihm über den ganzen Hof hinterherrennen. Wäre ja nicht so, dass da nicht ein Schild stand, dass man das Gatter wieder schließen soll. Nichts desto trotz hat sie es gefangen und zurückgebracht. Verplant, schusselig, tollpatschig - was gab es noch für Beschreibungen für ihren Zustand? Es war zum aus der Haut fahren. Ihre Mutter würde sie auslachen, wenn sie sie so sehen würde. Wo würde das noch hinführen?
Auf den Wegen, Öffentlichkeit, wie man es auch nennen konnte, musste sie sich sehr zusammenreissen. Schließlich konnte sie nicht einfach so herumspinnen, wie sie es hinter den geschlossenen vier Wänden tat. Warum hatte sie in letzter Zeit nur immer wieder das Gefühl und den Drang danach, etwas fürchterlich verrücktes zu tun? Und sei es nur Hand in Hand über eine Wiese zu rennen und zu schreien. Sei es mit den Pferden um die Wette zu reiten, sie irgendwo anzubinden und lachend durch die Wälder laufen? Alles Dinge, die sie einfach nicht tun konnte. Nicht so, wie sie es tun wollte. Nicht unter den Bedingungen. Manchmal verfluchte sie es, in einem Haus aufgewachsen zu sein, dass nicht einfach irgendein Haus war. Und erst recht nicht, wenn man im Herzen etwas mit sich trug.
_______________________________________________
Der Tag war... anstrengend? Nein, so konnte man das nicht sagen. Aufregend schon eher. Gemeinsam mit Rolosin, Rothgar und Fridolin ritt sie durch die Wälder, nahm an den Übungen Teil, welche Rolosin für die beiden ausgearbeitet hatte. Sie hatte früher immer beobachtet, wie ihr Vater davongeritten war, etwa in der gleichen Konstellation. Und jetzt hatte sie endlich mal kapiert, was er da immer getan hatte. Es kostete sie wahnsinnig viel Kraft die Konzentration auf das Pferd zu lenken, voll auf das Pferd zu legen und nicht auf Rolosin. Wie gerne wäre sie mit ihm allein gewesen, wäre stundenlang mit ihm irgendwo entlang geritten. Dem Sonnenuntergang entgegen. Würden sie das jemals tun? Manchmal machte sie das Gefühl so traurig, dass sie nichts dagegen tun konnte. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass sie sich selbst verloren hatte. Das, was ihr je wichtig gewesen war, war einfach weg. Nun war ein ganz anderer Mensch in ihrem Leben wichtig. Nicht mehr ihr Vater, nicht mehr ihre Mutter, nicht mehr ihre Cousine, nicht mehr sie selbst. War das positiv, war das negativ? Es war egal, es fühlte sich so verdammt gut an, dass es positiv sein musste. Jede Berührung, vielleicht war es auch der Reiz des Verbotenen, kribbelte auf der Haut.
Die Momente, wenn sie ungestört waren. Wenn er zu ihr aufsah, wie sie auf dem Pferd saß und ihr die schönsten Blumen hinauf reichte. Wenn er ihr den Stuhl zurückzog. Wenn er sie mit kleinen Dingen überraschte. Der Handkuss, die Blicke, die sich trafen.
Seufzen. Ein langes Seufzen. Sie hatte das Bild genau im Kopf. Und sie hoffte, dass genau dieses Bild wahr wurde. Aber vorerst würden sie die Pferde trösten.
[img]http://tn3-2.deviantart.com/fs16/300W/f/2007/132/4/3/_____Rain______by_Pianist_GRL.jpg[/img]
- Klar, bei kleinen Stoff- und Nahtmonstern. Sie musste grinsen. Mit 27 Jahren sollte man doch erwachsener sein. Aber irgendwie passierten ihr in letzter Zeit nur noch komische Dinge. Eigentlich, seit...
... diese eine Sache da war. Die Sache, von der sie keinerlei Ahnung hatte, bisher.
Ihren Umhang hatte sie zwischen Tür und Angel eingeklemmt und Rolosin musste sie befreien. Das Schaf war ausgebüchst und sie musste ihm über den ganzen Hof hinterherrennen. Wäre ja nicht so, dass da nicht ein Schild stand, dass man das Gatter wieder schließen soll. Nichts desto trotz hat sie es gefangen und zurückgebracht. Verplant, schusselig, tollpatschig - was gab es noch für Beschreibungen für ihren Zustand? Es war zum aus der Haut fahren. Ihre Mutter würde sie auslachen, wenn sie sie so sehen würde. Wo würde das noch hinführen?
Auf den Wegen, Öffentlichkeit, wie man es auch nennen konnte, musste sie sich sehr zusammenreissen. Schließlich konnte sie nicht einfach so herumspinnen, wie sie es hinter den geschlossenen vier Wänden tat. Warum hatte sie in letzter Zeit nur immer wieder das Gefühl und den Drang danach, etwas fürchterlich verrücktes zu tun? Und sei es nur Hand in Hand über eine Wiese zu rennen und zu schreien. Sei es mit den Pferden um die Wette zu reiten, sie irgendwo anzubinden und lachend durch die Wälder laufen? Alles Dinge, die sie einfach nicht tun konnte. Nicht so, wie sie es tun wollte. Nicht unter den Bedingungen. Manchmal verfluchte sie es, in einem Haus aufgewachsen zu sein, dass nicht einfach irgendein Haus war. Und erst recht nicht, wenn man im Herzen etwas mit sich trug.
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Der Tag war... anstrengend? Nein, so konnte man das nicht sagen. Aufregend schon eher. Gemeinsam mit Rolosin, Rothgar und Fridolin ritt sie durch die Wälder, nahm an den Übungen Teil, welche Rolosin für die beiden ausgearbeitet hatte. Sie hatte früher immer beobachtet, wie ihr Vater davongeritten war, etwa in der gleichen Konstellation. Und jetzt hatte sie endlich mal kapiert, was er da immer getan hatte. Es kostete sie wahnsinnig viel Kraft die Konzentration auf das Pferd zu lenken, voll auf das Pferd zu legen und nicht auf Rolosin. Wie gerne wäre sie mit ihm allein gewesen, wäre stundenlang mit ihm irgendwo entlang geritten. Dem Sonnenuntergang entgegen. Würden sie das jemals tun? Manchmal machte sie das Gefühl so traurig, dass sie nichts dagegen tun konnte. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass sie sich selbst verloren hatte. Das, was ihr je wichtig gewesen war, war einfach weg. Nun war ein ganz anderer Mensch in ihrem Leben wichtig. Nicht mehr ihr Vater, nicht mehr ihre Mutter, nicht mehr ihre Cousine, nicht mehr sie selbst. War das positiv, war das negativ? Es war egal, es fühlte sich so verdammt gut an, dass es positiv sein musste. Jede Berührung, vielleicht war es auch der Reiz des Verbotenen, kribbelte auf der Haut.
Die Momente, wenn sie ungestört waren. Wenn er zu ihr aufsah, wie sie auf dem Pferd saß und ihr die schönsten Blumen hinauf reichte. Wenn er ihr den Stuhl zurückzog. Wenn er sie mit kleinen Dingen überraschte. Der Handkuss, die Blicke, die sich trafen.
Seufzen. Ein langes Seufzen. Sie hatte das Bild genau im Kopf. Und sie hoffte, dass genau dieses Bild wahr wurde. Aber vorerst würden sie die Pferde trösten.
[img]http://tn3-2.deviantart.com/fs16/300W/f/2007/132/4/3/_____Rain______by_Pianist_GRL.jpg[/img]
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Rolosin Vadebor
Die ganze Welt schien verdreht und alle schienen es zu merken.
Nicht dass er erwartet hätte, es vor irgend jemandem geheim halten zu können, nein, er war zu gut bekannt unter seinen Männern, sie wussten längst seine Mimik, seine Launen zu deuten. Einzig der Graf fragte offenbar wirklich unwisend, ob es an seiner Person läge.. nein Erlaucht, es liegt nicht an euch..
Die Allianz wusste es wohl schon.. da war was, zwischen 'dem Chef' und 'der neuen', oder 'Rolo und Jez', irgendwas war da am laufen.. und der unglaublich guten Laune des Ritters zu deuten lief da einiges mehr, als das höfisch korrekte Werben um eine Frau.
Er war verweichlicht, ja anders konnte man es nicht beschreiben, der alte Hauptmann übersah Fehler bei seinen Männern ddie noch vor Tagen hart bestraft würden.. nein er übersah sie nicht, aber er sah es in anderen relationen... wie wichtig war denn schon ein Riemen am Pferdeharnisch, der ein einziges Loch zu hart angezogen war? Nicht wichtig genug, um einem erwartungsvollen Rekruten den Aufstieg in den Mannschaftsrang zu verwehren, ihm den Abend zu vermiesen damit?
Und immer wieder Jez.. mit geübter und einstudierter distnazierter Höflichkeit begegnete er ihr auf der Strasse, doch das Herz setzte kurz aus.
Höflichkeit, Benehmen, korrektes Werben, Verlobung.. Rolosin hatte extra die Protokollbücher im Schloss zu rate gezogen, er seufzte beim Gedanken daran.. es würde keine einfache Zeit werden, eine Prüfung der beiden..
ob sie bestehen würden?
Nicht dass er erwartet hätte, es vor irgend jemandem geheim halten zu können, nein, er war zu gut bekannt unter seinen Männern, sie wussten längst seine Mimik, seine Launen zu deuten. Einzig der Graf fragte offenbar wirklich unwisend, ob es an seiner Person läge.. nein Erlaucht, es liegt nicht an euch..
Die Allianz wusste es wohl schon.. da war was, zwischen 'dem Chef' und 'der neuen', oder 'Rolo und Jez', irgendwas war da am laufen.. und der unglaublich guten Laune des Ritters zu deuten lief da einiges mehr, als das höfisch korrekte Werben um eine Frau.
Er war verweichlicht, ja anders konnte man es nicht beschreiben, der alte Hauptmann übersah Fehler bei seinen Männern ddie noch vor Tagen hart bestraft würden.. nein er übersah sie nicht, aber er sah es in anderen relationen... wie wichtig war denn schon ein Riemen am Pferdeharnisch, der ein einziges Loch zu hart angezogen war? Nicht wichtig genug, um einem erwartungsvollen Rekruten den Aufstieg in den Mannschaftsrang zu verwehren, ihm den Abend zu vermiesen damit?
Und immer wieder Jez.. mit geübter und einstudierter distnazierter Höflichkeit begegnete er ihr auf der Strasse, doch das Herz setzte kurz aus.
Höflichkeit, Benehmen, korrektes Werben, Verlobung.. Rolosin hatte extra die Protokollbücher im Schloss zu rate gezogen, er seufzte beim Gedanken daran.. es würde keine einfache Zeit werden, eine Prüfung der beiden..
ob sie bestehen würden?
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Jezebel van Elyn
"Jezzy ....?"
Die anderen Worte hatte sie überhört. Jezzy? War er jetzt komplett durchgedreht? Innerlich musste sie schmunzeln. Sie stand unten in der Küche, wenn man es Küche nennen konnte bei den wenigen Dingen, die dort herumstanden. Männerwirtschaft eben. Sie glaubte immer noch felsenfest, dass sich Männer meist nicht groß um ihr Haus scherten. Wobei es dort nie unordentlich war.
Den Tee brachte sie nach oben, setzte sich auf die Bettkante. Und sie versanken wieder in stundenlangen Gesprächen. Wenn sie etwas liebte, waren es diese Gespräche, die sie gemeinsam führen konnten. Und irgendwann war es Zeit für Rolosin schlafen zu gehen, doch Jezebel lag wach. Kein Auge konnte sie zumachen um die Nacht über sie kommen zu lassen. Sie saß noch eine Weile am Tisch, blickte in die Flammen des Kamins.
"Wir sind bald wieder zurück, Jez, Engelchen!" Jezebel sah ihren Eltern nach, als sie die Tore des Anwesens hinter sichschlossen. Sie lebte auf einem großen Gestüt, ihre Eltern erzogen sie sehr streng. Schon als kleines Kind war sie das beste Beispiel für das perfekte schwarze Schaf in der Familie. Schöne Kleider, aufrecht sitzen, immer schön lächeln und freundlich und zuvorkommend sein. Aber innerlich war sie ein kleiner Rebell, der doch gerne mal die freie Luft schnuppern wollte. Einfach laut schreiend mit anderen Kindern herumtoben wollte - doch das gab es für Jez nicht. Niemals gab es das.
Sie drehte dem Fenster den Rücken zu. Irgendwie war sie froh, dass sie ihre Eltern mindestens für die nächsten sechs bis sieben Stunden loshatte. Keine Etikette, keine Richtlinien. Sie warf sich aufs Bett, zog dieses viel zu eng geschnürte Kleid aus, was sie eh den halben Tag schon wahnsinnig gemacht hatte. Sie zog das Buch aus dem Nachtkästchen heraus, doch sollte sie nicht allzu weit kommen. Schlaf war das glückseeligste, was sie in diesem Moment verspürte.
Am nächsten Morgen erwachte sie, geweckt wurde sie mit der Nachricht des Todes ihrer Eltern. Zweiundzwanzig Jahre jung war sie, ohne Eltern, auf sich allein gestellt. Sie schämte sich dafür, dass sie sich gefreut hatte, dass ihre Eltern endlich weg waren. Sie schämte sich dafür, auch nur einmal in ihrem Leben ihre Eltern verflucht zu haben und die ersten von abertausenden von Tränen bahnten sich den Weg über ihre Wangen.
...
Jahre später erst fand sie in einem Buch einen Brief von einer Cousine. Und sie laß diesen, versuchte sich danach zu erkundigen, wo sie das letzte Mal gesehen wurde. Und ihre Wege führten sie Jahre später, nach dem Tod ihrer Eltern, nach Gerimor.
Sie wischte sich die wenigen Tränen weg. Manchmal wünschte sie sich, sie hätte ein anderes Leben eingeschlagen. Ein unbefreiteres Leben, ohne den Wunsch haben zu müssen, normal zu sein. Aber was war schon normal? Jeder andere würde sie darum beneiden, dass sie ein Leben hatte, das nicht ganz so der Normalität entsprach und doch so normal war, dass es nichts gab, was es nicht sonst wo auch geben würde. Und doch, wenn sie an ihre Kindheit dachte, an das, was sie so oft verbrochen hatte, wie oft sie aus ihrem Leben ausgerissen war.. da fragte sie sich, ob sie Rolosin davon erzählen sollte. Wie oft sie ausgebüchst war, wie oft sie sich gewünscht hatte, jemand anderes zu sein. Wie schwer sie sich oftmals tat, sich so zu benehmen, wie es von ihr früher schon immer gefordert wurde. Und nun? Nun hatte sie sich in einen Ritter verliebt, hatte die Hoffnung, dass er um sie werben und irgendwann zur Frau nehmen würde.
"Jez, dann gibt es kein Entkommen!"
Ja, so würde es laufen. Dann würde es kein zurück mehr geben. Der goldene Käfig würde sich schließen und nie wieder aufgehen. Sie hatte Angst davor, aber das war eh klar. Sie hatte immer Angst vor neuen Dingen, von denen sie keine Ahnung hatte. Und Gefühle, Liebe, war wirklich das letzte, wovon sie etwas erzählen konnte. Aber sie war nun erwachsen, sie würde das Kind schon schaukeln.
Sie sah nochmal in das Schlafzimmer und versicherte sich, dass es Rolosin gut ging. Dann verließ sie das Haus und verbrachte die halbe Nacht damit, mit Rothgar zu sprechen.
...
Und immer und immer wieder musste sie an das Lied denken, dass ihr Vater immer gesungen hatte...





Die anderen Worte hatte sie überhört. Jezzy? War er jetzt komplett durchgedreht? Innerlich musste sie schmunzeln. Sie stand unten in der Küche, wenn man es Küche nennen konnte bei den wenigen Dingen, die dort herumstanden. Männerwirtschaft eben. Sie glaubte immer noch felsenfest, dass sich Männer meist nicht groß um ihr Haus scherten. Wobei es dort nie unordentlich war.
Den Tee brachte sie nach oben, setzte sich auf die Bettkante. Und sie versanken wieder in stundenlangen Gesprächen. Wenn sie etwas liebte, waren es diese Gespräche, die sie gemeinsam führen konnten. Und irgendwann war es Zeit für Rolosin schlafen zu gehen, doch Jezebel lag wach. Kein Auge konnte sie zumachen um die Nacht über sie kommen zu lassen. Sie saß noch eine Weile am Tisch, blickte in die Flammen des Kamins.
"Wir sind bald wieder zurück, Jez, Engelchen!" Jezebel sah ihren Eltern nach, als sie die Tore des Anwesens hinter sichschlossen. Sie lebte auf einem großen Gestüt, ihre Eltern erzogen sie sehr streng. Schon als kleines Kind war sie das beste Beispiel für das perfekte schwarze Schaf in der Familie. Schöne Kleider, aufrecht sitzen, immer schön lächeln und freundlich und zuvorkommend sein. Aber innerlich war sie ein kleiner Rebell, der doch gerne mal die freie Luft schnuppern wollte. Einfach laut schreiend mit anderen Kindern herumtoben wollte - doch das gab es für Jez nicht. Niemals gab es das.
Sie drehte dem Fenster den Rücken zu. Irgendwie war sie froh, dass sie ihre Eltern mindestens für die nächsten sechs bis sieben Stunden loshatte. Keine Etikette, keine Richtlinien. Sie warf sich aufs Bett, zog dieses viel zu eng geschnürte Kleid aus, was sie eh den halben Tag schon wahnsinnig gemacht hatte. Sie zog das Buch aus dem Nachtkästchen heraus, doch sollte sie nicht allzu weit kommen. Schlaf war das glückseeligste, was sie in diesem Moment verspürte.
Am nächsten Morgen erwachte sie, geweckt wurde sie mit der Nachricht des Todes ihrer Eltern. Zweiundzwanzig Jahre jung war sie, ohne Eltern, auf sich allein gestellt. Sie schämte sich dafür, dass sie sich gefreut hatte, dass ihre Eltern endlich weg waren. Sie schämte sich dafür, auch nur einmal in ihrem Leben ihre Eltern verflucht zu haben und die ersten von abertausenden von Tränen bahnten sich den Weg über ihre Wangen.
...
Jahre später erst fand sie in einem Buch einen Brief von einer Cousine. Und sie laß diesen, versuchte sich danach zu erkundigen, wo sie das letzte Mal gesehen wurde. Und ihre Wege führten sie Jahre später, nach dem Tod ihrer Eltern, nach Gerimor.
Sie wischte sich die wenigen Tränen weg. Manchmal wünschte sie sich, sie hätte ein anderes Leben eingeschlagen. Ein unbefreiteres Leben, ohne den Wunsch haben zu müssen, normal zu sein. Aber was war schon normal? Jeder andere würde sie darum beneiden, dass sie ein Leben hatte, das nicht ganz so der Normalität entsprach und doch so normal war, dass es nichts gab, was es nicht sonst wo auch geben würde. Und doch, wenn sie an ihre Kindheit dachte, an das, was sie so oft verbrochen hatte, wie oft sie aus ihrem Leben ausgerissen war.. da fragte sie sich, ob sie Rolosin davon erzählen sollte. Wie oft sie ausgebüchst war, wie oft sie sich gewünscht hatte, jemand anderes zu sein. Wie schwer sie sich oftmals tat, sich so zu benehmen, wie es von ihr früher schon immer gefordert wurde. Und nun? Nun hatte sie sich in einen Ritter verliebt, hatte die Hoffnung, dass er um sie werben und irgendwann zur Frau nehmen würde.
"Jez, dann gibt es kein Entkommen!"
Ja, so würde es laufen. Dann würde es kein zurück mehr geben. Der goldene Käfig würde sich schließen und nie wieder aufgehen. Sie hatte Angst davor, aber das war eh klar. Sie hatte immer Angst vor neuen Dingen, von denen sie keine Ahnung hatte. Und Gefühle, Liebe, war wirklich das letzte, wovon sie etwas erzählen konnte. Aber sie war nun erwachsen, sie würde das Kind schon schaukeln.
Sie sah nochmal in das Schlafzimmer und versicherte sich, dass es Rolosin gut ging. Dann verließ sie das Haus und verbrachte die halbe Nacht damit, mit Rothgar zu sprechen.
...
Und immer und immer wieder musste sie an das Lied denken, dass ihr Vater immer gesungen hatte...
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Rolosin Vadebor
Rolo ging es nicht gut, er hatte sich freiwillig Bettruhe gegönnt, man stelle sich dies mal bildlich vor.. er hustete etwas, der Hals kratzte und jeder Schluck schmerzte.
Dann, endlich hörte er Stimmen von unten, Jezebel war nach hause gekommen.. er bat sie, ihm einen gesüssten Tee zu bringen, was sie auch tat.. als er wieder normal sprechen konnte, diskutierten sie ihre verzwickte Situation.. und gleichzeitig engten sie sich gegenseitig immer mehr ein..
schon war die rede davon, dass man gemeinsam Kinder haben wollte... nach unglaublichen 4 Tagen, nie hätte Rolosin gedacht, dass sich seine Zukunftspläne und sein Leben so schnell ändern könnte.. diese ganzen 'Liebe auf den ersten Blick' Dinge, er hatte es immer für ein beliebtes Thema aus billigen Romanen für Frauen gehalten, die ihr Eheleben zu langweilig fanden..
Und nun? Nun hatte es ihn selbst ereilt, er spürte nichts als innige Liebe in seinem Herzen. Keine stichflammenartige Verliebtheit wie in seiner Jugend, nein, er war sich bereits nach.. einem einzigen Abend absolut sicher, das war die Frau seines Lebens.
Doch erklärt das dem hohen Adel.. erklärt, dass es genau gesehen nichts mehr zu werben gab.. geworben hatte er innert Stunden, nun war das Protokoll nichts als eine leere phrase.. die Dame seines Herzens hatte ihm bereits klargemacht, dass sie nicht beabsichtige, ihn zu verlassen.. nicht nur einmal wäre er beinahe soweit gewesen, ihr die Frage der Fragen zu stellen, doch.. selbstverständlich wäre das Ruf-Selbstmord gewesen, man war ja von Adel.. seit neuestem zumindest, gehörte man dem niederen Adel an und hatte sich an dieses Verhaltenskorsett zu halten, wollte man nicht, dass Gerüchte die Runde machten..
Plötzlich klingelte es, der Ritter, denn das war er in diesem Augenblick gerade wieder, seufzte und ging zur Tür, denn es konnte ja nur für ihn sein, niemand wusste, dass Jezebel beinahe schon hier wohnte.. ausser den Männern der Allianz.. und gnade ihnen Temora.. oder doch eher der Gildenlord, wenn sie dies ausplauderten.
Rotghar war es.. Rolosin bat ihn herein, ehe der Rittmeister ihm erst von einem unangemessenen Besäufnis beichtete.. Rolosin winkte ab, hatte er das nicht alles auch getan in dem alter? Das war wirklich kein Beinbruch, auch wenn er natürlich einige moralische Bedenken äusserte.
Dann jedoch.. ein Zweikopf hätte Rotghar vom Pferd geholt.. und das Ross getötet.. Rolosin konnte es nicht glauben.. ein Zweikopf.. ein dummes und mittelmässig starkes Getier. Einen seiner Kürassiere. Ob er nie was von Rückzug gehört hätte.. der Rittmeister schrumpfte förmlich vor dem erbosten Vorgesetzten, sprach etwas von einem zweiten, der im weg lag.. Rolosin schwieg einen moment, ersparte sich einen Kommentar darüber, dass die Pferde relativ Mühelos über einen toten Zweikopf springen oder notfalls sogar trampeln konnten.. und begann mit etwas überdeutlicher und erhobener Stimme zu sprechen, nein ein bellen war es geradezu, anfangs noch beherrscht:
Rekrut, ihr meldet euch gleich wieder bei Oberleutnant von Greifenbach..
FÜR ZWEI WOCHEN GARDEDIENST IN BERCHGARD!
Entweder, der Rittmeister hatte vor Schreck das obligate 'Jawohl Sir' vergessen, oder es war so leise, dass Rolo es überhörte, aber das war ihm im moment auch egal.. was fiel diesem Mann ein, zu solch unerhörter Zeit noch zu klingeln... wohlgemerkt nicht weil Varuna brannte oder sonstigen wirklich wichtigem.
Mürrisch ging Rolo wieder ins Bett, sprach noch etwas mit Jezebel, wohlgemerkt nicht über den Dienst, das ging nach seiner Auffassung und der Lehrmeinung von Männern seines Schlages, also nach traditioneller Erziehung, die Frau nichts an.
Dann, endlich hörte er Stimmen von unten, Jezebel war nach hause gekommen.. er bat sie, ihm einen gesüssten Tee zu bringen, was sie auch tat.. als er wieder normal sprechen konnte, diskutierten sie ihre verzwickte Situation.. und gleichzeitig engten sie sich gegenseitig immer mehr ein..
schon war die rede davon, dass man gemeinsam Kinder haben wollte... nach unglaublichen 4 Tagen, nie hätte Rolosin gedacht, dass sich seine Zukunftspläne und sein Leben so schnell ändern könnte.. diese ganzen 'Liebe auf den ersten Blick' Dinge, er hatte es immer für ein beliebtes Thema aus billigen Romanen für Frauen gehalten, die ihr Eheleben zu langweilig fanden..
Und nun? Nun hatte es ihn selbst ereilt, er spürte nichts als innige Liebe in seinem Herzen. Keine stichflammenartige Verliebtheit wie in seiner Jugend, nein, er war sich bereits nach.. einem einzigen Abend absolut sicher, das war die Frau seines Lebens.
Doch erklärt das dem hohen Adel.. erklärt, dass es genau gesehen nichts mehr zu werben gab.. geworben hatte er innert Stunden, nun war das Protokoll nichts als eine leere phrase.. die Dame seines Herzens hatte ihm bereits klargemacht, dass sie nicht beabsichtige, ihn zu verlassen.. nicht nur einmal wäre er beinahe soweit gewesen, ihr die Frage der Fragen zu stellen, doch.. selbstverständlich wäre das Ruf-Selbstmord gewesen, man war ja von Adel.. seit neuestem zumindest, gehörte man dem niederen Adel an und hatte sich an dieses Verhaltenskorsett zu halten, wollte man nicht, dass Gerüchte die Runde machten..
Plötzlich klingelte es, der Ritter, denn das war er in diesem Augenblick gerade wieder, seufzte und ging zur Tür, denn es konnte ja nur für ihn sein, niemand wusste, dass Jezebel beinahe schon hier wohnte.. ausser den Männern der Allianz.. und gnade ihnen Temora.. oder doch eher der Gildenlord, wenn sie dies ausplauderten.
Rotghar war es.. Rolosin bat ihn herein, ehe der Rittmeister ihm erst von einem unangemessenen Besäufnis beichtete.. Rolosin winkte ab, hatte er das nicht alles auch getan in dem alter? Das war wirklich kein Beinbruch, auch wenn er natürlich einige moralische Bedenken äusserte.
Dann jedoch.. ein Zweikopf hätte Rotghar vom Pferd geholt.. und das Ross getötet.. Rolosin konnte es nicht glauben.. ein Zweikopf.. ein dummes und mittelmässig starkes Getier. Einen seiner Kürassiere. Ob er nie was von Rückzug gehört hätte.. der Rittmeister schrumpfte förmlich vor dem erbosten Vorgesetzten, sprach etwas von einem zweiten, der im weg lag.. Rolosin schwieg einen moment, ersparte sich einen Kommentar darüber, dass die Pferde relativ Mühelos über einen toten Zweikopf springen oder notfalls sogar trampeln konnten.. und begann mit etwas überdeutlicher und erhobener Stimme zu sprechen, nein ein bellen war es geradezu, anfangs noch beherrscht:
Rekrut, ihr meldet euch gleich wieder bei Oberleutnant von Greifenbach..
FÜR ZWEI WOCHEN GARDEDIENST IN BERCHGARD!
Entweder, der Rittmeister hatte vor Schreck das obligate 'Jawohl Sir' vergessen, oder es war so leise, dass Rolo es überhörte, aber das war ihm im moment auch egal.. was fiel diesem Mann ein, zu solch unerhörter Zeit noch zu klingeln... wohlgemerkt nicht weil Varuna brannte oder sonstigen wirklich wichtigem.
Mürrisch ging Rolo wieder ins Bett, sprach noch etwas mit Jezebel, wohlgemerkt nicht über den Dienst, das ging nach seiner Auffassung und der Lehrmeinung von Männern seines Schlages, also nach traditioneller Erziehung, die Frau nichts an.
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Jezebel van Elyn
Der Tag hatte schon alles andere als gut begonnen, kaum war sie aufgestanden verließ sie auch schon das Anwesen. Ihren Liebsten hatte sie weder am Morgen gesehen, wenn man es "Morgen" nennen konnte, sie schlief an diesem Tag außerordentlich lange, noch über den ganzen Tag verteilt.
Abends trieb es sie in die Taverne nach Varuna. Warum? Das wusste sie selbst nicht. Aber irgendwann musste sie ja auch mehr von der Stadt kennenlernen, als den Weg von der Allianz bis zum Schneider. Auf dem Weg hörte sie irgendwen im Theater trällern, so, wie sie es empfand, ganz nett. In zwei Tagen würde das Theater stattfinden, so sagte es zumindest Rolosion zu späterer Stunden. Und auf genau denselbigen traf sie in der Taverne, gemeinsam mit Marlan und mit einem "Neuen". Scheinbar bekam die Allianz doch stetig Zuwachs und das war schön zu sehen.
Über den Tag verteilt hatte sie die Pferde gefüttert, ausgemistet, ihnen zu trinken gegeben. Eine schöne Arbeit, wie sie fand. Eine Arbeit, wie sie sonst in keinem Maße zu finden war. Vielleicht hätte sie doch Landwirtin werden sollen. Sie musste schmunzeln.
Der Abend war trocken. Sie saß mit fünf Männern an einem Tisch und langweilte sich mehr denn je. Sie ließ es sich nicht anmerken, aber es war nicht gerade das, was sie sich unter einem gelungenen Abend vorstellte. Aber so war es wohl. Und daran musste sie sich schleunigst gewöhnen. Ab und an fragte sie sich, warum ihr das Leben zuhause nie so trocken vorkam. Aber sie fand keinerlei Antworten auf diese Frage. Und irgendwann nickte sie vor lauter Fragerei doch noch ein. Und Rolosin bat ihr höflichst an, dass sie sich zurückziehen dürfe, wenn sie doch müde sei. Aber Jez winkte nur ab. Schließlich wollte sie ja in seiner Nähe bleiben, wenn sie ihn schon nicht umarmen durfte, ihm einen Kuss schenken durfte. Noch nicht jetzt, noch nicht hier.
Keine fünf Minuten später wollte er dennoch aufbrechen. Zufall? Oder war es Absicht, weil er bemerkte, dass sie müde war? Sie konnte die Situation schlecht einschätzen, dazu kannte sie ihn noch nicht so gut. Zwar war sie sich sicher, dass er einige Seiten an sich hatte, die sie schon kannte, aber viele waren ihr bisher verschlossen geblieben.
Wäre da nicht diese Frau gewesen, die in sie reingerannt war, weil sie träumerisch durch die Gegend sah - manchmal fragte sich Jezebel ja wirklich, wo die Leute ihren Verstand sitzen hatten - wäre der Abend vermutlich ganz anders abgelaufen.
Jez wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte. Sollte sie nun herummeckern, sollte sie mürrisch weitergehen? Aber als sie aufsah und Rolosin die Dame auch noch kannte, musterte sie diese. Und das Gesicht fror in der nächsten Sekunde ein. Es war fast, als würde sie in ihr Spiegelbild sehen. Und es war fast so, als würde jede einzelne Sekunde wie eine volle Stunde vergehen. Luciana Forstnam, so hieß die Dame. Luciana, welch Zufall. Ihre Schwester, die längst als verschollen galt, hieß so. Aber das konnte doch nur ein dummer Zufall sein, oder? Sie konnte doch nicht mehr oder minder durch Zufall hier her gekommen sein und dann auf ihre eigene Schwester stoßen. Aber dem war wohl so, was sich nach einiger Zeit des Starrens und weiteren, seltsamen Zufällen - wie zum Beispiel das sternförmige Muttermal auf dem rechten Oberschenkel - jeglicher Fragerei erübrigt hatte. Es war ihre Schwester, keine Frage.
Der Abend wurde lang. Gemeinsam saßen sie bei Rolosin im Haus, zuerst nur die zwei Damen, dann bat Jez Rolosin doch mit ihnen am Tisch zu sitzen. Und der Tag hatte seine Spuren an ihr hinterlassen, einen kratzenden Hals, Schwindelgefühl. Aber das war alles nicht der Rede wert. Sie hatte eine Schwester, die noch am leben war, die nicht irgendwo hin verschollen war, sondern hier, genau dort, wo sie auch war. Es war ein schönes Gefühl. Aber so schön der Abend war, so bitter war auch der Nachgeschmack. Sie hatte den Fehler gemacht und Rolosin auf offener Straße gefragt, ob er nun bei Luciana um ihre Hand anhalten musste. Seit dem Zeitpunkt schien alles anders. Jez fühlte sich komisch, ob es nun an ihrer Krankheit lag, die sie den ganzen Abend begleitete oder ob es daran lag, dass Rolosin vor ihrer eigenen Schwester mehr oder minder abstritt, dass er sie zur Frau nehmen wollte. Ein wirklich sehr säuerlicher Nachgeschmack des Abends, der so schön begonnen hatte. Sie solle ihre Schwester über die Wahrheit aufklären. Welche Wahrheit? Sie sah dies als Wahrheit an, was sie mitbekommen hatte. Es sei ja schließlich ihre Schwester. Natürlich, genau deswegen würde sie ihre eigene Schwester auch nicht belügen. Würde der Haussegen schon jetzt schiefhängen? Jez war es für den Moment egal, sie wollte nicht streiten, nicht schon jetzt und erst recht nicht vor ihrer Schwester, die sie gerade vor ein paar Stunden wiedergesehen hatte. Aber Rolosin ließ nicht locker, bis er letztendlich selbst Luciana die Wahrheit erzählte, wie sich alles zugetragen hatte. Damals... vor den Toren der Allianz. Aber es machte Jez in diesem Moment einfach nicht glücklich, nicht einmal, als er sie berührte. Sie war erschöpft, sie war wütend, sie war enttäuscht. Und irgendwann nahm der Abend ein Ende. Und so unterschiedlich, wie die beiden waren, so ähnlich waren sie sich auch. Jezebel van Elyn und Luciana Forstnam.
Sie ging ins Schlafzimmer. Rolosin war längst dort. Sie hatte keine Lust mehr sich zu streiten, sie war müde, sie war erschöpft, sie fühlte sich alles andere als gut. Sie sollte eine Nacht darüber schlafen, dann würde es ihr mit Sicherheit wieder besser gehen. Morgen wäre noch genügend Zeit um über die Vorfälle des Vorabends zu sprechen - oder auch nicht.
Abends trieb es sie in die Taverne nach Varuna. Warum? Das wusste sie selbst nicht. Aber irgendwann musste sie ja auch mehr von der Stadt kennenlernen, als den Weg von der Allianz bis zum Schneider. Auf dem Weg hörte sie irgendwen im Theater trällern, so, wie sie es empfand, ganz nett. In zwei Tagen würde das Theater stattfinden, so sagte es zumindest Rolosion zu späterer Stunden. Und auf genau denselbigen traf sie in der Taverne, gemeinsam mit Marlan und mit einem "Neuen". Scheinbar bekam die Allianz doch stetig Zuwachs und das war schön zu sehen.
Über den Tag verteilt hatte sie die Pferde gefüttert, ausgemistet, ihnen zu trinken gegeben. Eine schöne Arbeit, wie sie fand. Eine Arbeit, wie sie sonst in keinem Maße zu finden war. Vielleicht hätte sie doch Landwirtin werden sollen. Sie musste schmunzeln.
Der Abend war trocken. Sie saß mit fünf Männern an einem Tisch und langweilte sich mehr denn je. Sie ließ es sich nicht anmerken, aber es war nicht gerade das, was sie sich unter einem gelungenen Abend vorstellte. Aber so war es wohl. Und daran musste sie sich schleunigst gewöhnen. Ab und an fragte sie sich, warum ihr das Leben zuhause nie so trocken vorkam. Aber sie fand keinerlei Antworten auf diese Frage. Und irgendwann nickte sie vor lauter Fragerei doch noch ein. Und Rolosin bat ihr höflichst an, dass sie sich zurückziehen dürfe, wenn sie doch müde sei. Aber Jez winkte nur ab. Schließlich wollte sie ja in seiner Nähe bleiben, wenn sie ihn schon nicht umarmen durfte, ihm einen Kuss schenken durfte. Noch nicht jetzt, noch nicht hier.
Keine fünf Minuten später wollte er dennoch aufbrechen. Zufall? Oder war es Absicht, weil er bemerkte, dass sie müde war? Sie konnte die Situation schlecht einschätzen, dazu kannte sie ihn noch nicht so gut. Zwar war sie sich sicher, dass er einige Seiten an sich hatte, die sie schon kannte, aber viele waren ihr bisher verschlossen geblieben.
Wäre da nicht diese Frau gewesen, die in sie reingerannt war, weil sie träumerisch durch die Gegend sah - manchmal fragte sich Jezebel ja wirklich, wo die Leute ihren Verstand sitzen hatten - wäre der Abend vermutlich ganz anders abgelaufen.
Jez wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte. Sollte sie nun herummeckern, sollte sie mürrisch weitergehen? Aber als sie aufsah und Rolosin die Dame auch noch kannte, musterte sie diese. Und das Gesicht fror in der nächsten Sekunde ein. Es war fast, als würde sie in ihr Spiegelbild sehen. Und es war fast so, als würde jede einzelne Sekunde wie eine volle Stunde vergehen. Luciana Forstnam, so hieß die Dame. Luciana, welch Zufall. Ihre Schwester, die längst als verschollen galt, hieß so. Aber das konnte doch nur ein dummer Zufall sein, oder? Sie konnte doch nicht mehr oder minder durch Zufall hier her gekommen sein und dann auf ihre eigene Schwester stoßen. Aber dem war wohl so, was sich nach einiger Zeit des Starrens und weiteren, seltsamen Zufällen - wie zum Beispiel das sternförmige Muttermal auf dem rechten Oberschenkel - jeglicher Fragerei erübrigt hatte. Es war ihre Schwester, keine Frage.
Der Abend wurde lang. Gemeinsam saßen sie bei Rolosin im Haus, zuerst nur die zwei Damen, dann bat Jez Rolosin doch mit ihnen am Tisch zu sitzen. Und der Tag hatte seine Spuren an ihr hinterlassen, einen kratzenden Hals, Schwindelgefühl. Aber das war alles nicht der Rede wert. Sie hatte eine Schwester, die noch am leben war, die nicht irgendwo hin verschollen war, sondern hier, genau dort, wo sie auch war. Es war ein schönes Gefühl. Aber so schön der Abend war, so bitter war auch der Nachgeschmack. Sie hatte den Fehler gemacht und Rolosin auf offener Straße gefragt, ob er nun bei Luciana um ihre Hand anhalten musste. Seit dem Zeitpunkt schien alles anders. Jez fühlte sich komisch, ob es nun an ihrer Krankheit lag, die sie den ganzen Abend begleitete oder ob es daran lag, dass Rolosin vor ihrer eigenen Schwester mehr oder minder abstritt, dass er sie zur Frau nehmen wollte. Ein wirklich sehr säuerlicher Nachgeschmack des Abends, der so schön begonnen hatte. Sie solle ihre Schwester über die Wahrheit aufklären. Welche Wahrheit? Sie sah dies als Wahrheit an, was sie mitbekommen hatte. Es sei ja schließlich ihre Schwester. Natürlich, genau deswegen würde sie ihre eigene Schwester auch nicht belügen. Würde der Haussegen schon jetzt schiefhängen? Jez war es für den Moment egal, sie wollte nicht streiten, nicht schon jetzt und erst recht nicht vor ihrer Schwester, die sie gerade vor ein paar Stunden wiedergesehen hatte. Aber Rolosin ließ nicht locker, bis er letztendlich selbst Luciana die Wahrheit erzählte, wie sich alles zugetragen hatte. Damals... vor den Toren der Allianz. Aber es machte Jez in diesem Moment einfach nicht glücklich, nicht einmal, als er sie berührte. Sie war erschöpft, sie war wütend, sie war enttäuscht. Und irgendwann nahm der Abend ein Ende. Und so unterschiedlich, wie die beiden waren, so ähnlich waren sie sich auch. Jezebel van Elyn und Luciana Forstnam.
Sie ging ins Schlafzimmer. Rolosin war längst dort. Sie hatte keine Lust mehr sich zu streiten, sie war müde, sie war erschöpft, sie fühlte sich alles andere als gut. Sie sollte eine Nacht darüber schlafen, dann würde es ihr mit Sicherheit wieder besser gehen. Morgen wäre noch genügend Zeit um über die Vorfälle des Vorabends zu sprechen - oder auch nicht.
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Luciana van Elyn
Der Tag war anstrengend, die Materialien für den Hausbau mussten rangeschafft werden. Und Ablenkung, ja Ablenkung tat ihr im wahrsten Sinne gut, immerhin hatte sie noch einen Verlust zu verarbeiten. Die Reise nach Menekur mit den Pferden, um den Stein abzuholen, das Holz fällen im Wald, was sie sehr anstrengte und sie sich immer wieder dachte: "Warum mach ich das überhaupt, hab ich nicht einen Kerl an meiner Seite, dessen Berufung das wäre?" Aber was sollte sie schon tun, seit Tagen ging sie Erik schon aus dem Weg. Luciana schlich sich bereits schon in den frühen Morgenstunden aus dem Haus. Sie hatte ihrem Gatten noch kein Wort vom Verlust des Kindes gesagt, sicher hätte er es längst bemerken müssen, doch waren sie so beschäftigt mit den beiden Bauvorhaben, dass sie sich eh und je kaum noch sahen, geschweige denn ein Wort wechselten.
So ging sie Abends, relativ spät vom Laden nach Hause, in Gedanken an die ruhige Zeit, die fröhliche Zeit die sie bisher hatte. Und jetzt, jetzt sah alles so trostlos und verloren aus. Luciana bemerkte gar nicht, wie Sir Rolosin und noch eine Dame ihr immer näher kamen, und prompt stieß sie mit dieser jungen Dame zusammen. Sie stammelte eine "Entschuldigung" zusammen und war erstmal sichtlich verlegen, ob ihrer Unachtsamkeit.
Sie betrachtete die Dame genauer, und erstmals beschlich sie ein merkwürdiges Gefühl. Diese seltsame Ähnlichkeit und ein Gefühl der Wärme, wie wenn schon länger ein Band zwischen den beiden wäre, beschlich sie. Nein, Luciana schüttelte den Gedanken ab, denn das konnte ja nicht sein ... Sie hatte sich damit abgefunden, allein auf dieser Welt zu sein, ihre Familie verloren zu haben sofern sie überhaupt eine hatte und mit den schwachen Erinnerungen der Vergangenheit zu leben. In Narlenbach lebte einst ihre Familie, dort hatte sie auch eine Schwester ... sowie die andere Dame, die sich Jezebel van Elyn nannte wohl auch ... und wie der Zufall es wollte ... Jezebel stammte aus Narlenbach ... dann die Ähnlichkeit ... dieses warme Gefühl von plötzlicher Geborgenheit ... beide sahen sich an und Luciana fiel nun das Muttermal an ihrem Oberschenkel ein, dass sie Jahre lang bedeckt und versteckt hielt sofern es ihr irgendwie möglich war.
Wie in Trance schob sie wortlos ihr Kleid einwenig zur Seite, Jezebel bestätigte den Verdacht, da sie das selbe Muttermal zum Vorschein brachte ... Sie hatte ein Schweser. Jezebel van Elyn. Das gemeinsame Muttermal war Beweis genug. Im ersten Moment, überfielen Luciana die Gefühle und sie wusste nicht, ob sie vor Freude lachen oder weinen sollte.
Sie hatte eine Schwester und diese lebte, sie stand vor ihr. Sie konnte es nicht fassen! Es sprudelten tausend Fragen auf sie ein, doch keine einzige konnte sie stellen, Luciana war einfach nur glücklich ... das Puzzle ihrer Vergangenheit setzte sich immer mehr zusammen.
Leben geht und neues, altes Leben wird einem zum Geschenk gemacht, die Ahnen meinten es am heutigen Tag gut mit ihr. Lange saßen sie noch bei Sir Rolosin im Hause und redeten und redeten und redeten. Die beiden, ihre Schwester und Sir Rolosin hegten Gefühle füreinander, ans heiraten dachte Jezebel schon und überrannte Rolosin damit, so schien es zumindest den Anschein ... doch die Etikette schrieb einen langen Weg voraus, den sie gemeinsam gehen mussten und sie würde ihrer Schwester beistehen solange sie es konnte und ihre Schwester es auch wollte. Sie war so glücklich endlich jemanden zu haben, der ihr ähnlich war und doch so verschieden.
So ging sie Abends, relativ spät vom Laden nach Hause, in Gedanken an die ruhige Zeit, die fröhliche Zeit die sie bisher hatte. Und jetzt, jetzt sah alles so trostlos und verloren aus. Luciana bemerkte gar nicht, wie Sir Rolosin und noch eine Dame ihr immer näher kamen, und prompt stieß sie mit dieser jungen Dame zusammen. Sie stammelte eine "Entschuldigung" zusammen und war erstmal sichtlich verlegen, ob ihrer Unachtsamkeit.
Sie betrachtete die Dame genauer, und erstmals beschlich sie ein merkwürdiges Gefühl. Diese seltsame Ähnlichkeit und ein Gefühl der Wärme, wie wenn schon länger ein Band zwischen den beiden wäre, beschlich sie. Nein, Luciana schüttelte den Gedanken ab, denn das konnte ja nicht sein ... Sie hatte sich damit abgefunden, allein auf dieser Welt zu sein, ihre Familie verloren zu haben sofern sie überhaupt eine hatte und mit den schwachen Erinnerungen der Vergangenheit zu leben. In Narlenbach lebte einst ihre Familie, dort hatte sie auch eine Schwester ... sowie die andere Dame, die sich Jezebel van Elyn nannte wohl auch ... und wie der Zufall es wollte ... Jezebel stammte aus Narlenbach ... dann die Ähnlichkeit ... dieses warme Gefühl von plötzlicher Geborgenheit ... beide sahen sich an und Luciana fiel nun das Muttermal an ihrem Oberschenkel ein, dass sie Jahre lang bedeckt und versteckt hielt sofern es ihr irgendwie möglich war.
Wie in Trance schob sie wortlos ihr Kleid einwenig zur Seite, Jezebel bestätigte den Verdacht, da sie das selbe Muttermal zum Vorschein brachte ... Sie hatte ein Schweser. Jezebel van Elyn. Das gemeinsame Muttermal war Beweis genug. Im ersten Moment, überfielen Luciana die Gefühle und sie wusste nicht, ob sie vor Freude lachen oder weinen sollte.
Sie hatte eine Schwester und diese lebte, sie stand vor ihr. Sie konnte es nicht fassen! Es sprudelten tausend Fragen auf sie ein, doch keine einzige konnte sie stellen, Luciana war einfach nur glücklich ... das Puzzle ihrer Vergangenheit setzte sich immer mehr zusammen.
Leben geht und neues, altes Leben wird einem zum Geschenk gemacht, die Ahnen meinten es am heutigen Tag gut mit ihr. Lange saßen sie noch bei Sir Rolosin im Hause und redeten und redeten und redeten. Die beiden, ihre Schwester und Sir Rolosin hegten Gefühle füreinander, ans heiraten dachte Jezebel schon und überrannte Rolosin damit, so schien es zumindest den Anschein ... doch die Etikette schrieb einen langen Weg voraus, den sie gemeinsam gehen mussten und sie würde ihrer Schwester beistehen solange sie es konnte und ihre Schwester es auch wollte. Sie war so glücklich endlich jemanden zu haben, der ihr ähnlich war und doch so verschieden.
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Jezebel van Elyn
Irgendwie fühlte sie sich den ganzen Tag über leer. Selbst wenn die Zeit, die sie auf Rolosin warten musste, nicht länger war, als die Zeit zuvor, die sie sonst immer wartete, kam es ihr heute unerträglich vor. Sehnsucht plagte sie den ganzen Tag über und mit der Sehnsucht kam die Angst. Angst, dass ihm vielleicht doch irgendwas passiert war oder passieren konnte.
So saß sie dort in mitten der Schafe, mal wieder. Sie entdeckte Marlon, oder wohl eher entdeckte er sie. Und sie sprachen miteinander. Jez kannte nicht viele Menschen, dies war ihr auch gar nicht soo wichtig. Aber Marlan, den mochte sie. Von Anfang an hatte sie ihn irgendwie in ihr Herz geschlossen, wenn auch nur auf freundschaftliche Basis. Und so erzählte sie ihm, was sie bedrückte. Ihre Sehnsucht, die sie den Tag über hatte. Er verstand sie, ihm ging es ja nicht anders. Bis auf das es bei ihm fast noch schlimmer war, seine Angebetete ließ sich verleugnen.
Und dann schien auf einmal alles zu eskalieren. Es begann zu regnen, Jez und Marlan flüchteten sich in die Hallen der Allianz, nachdem er ihr tröstend die Hand auf die Schulter gelegt hatte. Durchnässt trat sie in die Hallen ein, fluchte etwas von "Schon wieder umziehen!" und stockte, als sie Rolosin sah. Es ging im gut, das erleichterte sie. "Na sieh mal einer an!" sagte Marlan, deutete auf Rolosin. Doch schien er nicht bester Laune. Am Fenster saß er, hatte er vielleicht gesehen, wie Marlan ihr die Hand auf die Schulter gelegt hatte?
Sie verstand seine Reaktion nicht. Wie konnte er Marlan nur so anzicken? Das war nicht der Mann, den sie kannte. Was war nur in ihn gefahren? Sie bekam Angst, sie flüchtete sich aus der Tür, raus ins Freie. Rolosin wusste doch, dass sie ihn gern hatte, dass er ihr Herz erobert hatte. Er kam ihr nach, kniete sich vor sie, fragte, was sie hätte. Und die Situation eskalierte noch mehr. Sie erzählte ihm, dass sie ihn vermisst habe, Angst um ihn gehabt habe. Aber er schien es nicht hören zu wollen, aus irgend einem Grund verfingen sie sich in einem Mißverständnis nach dem anderen.
Er schimpfte sie in Grund und Boden. Machte ihr Vorwürfe. Innerlich tobte sie, sollte sie ihn nun an die Gurgel gehen? Er war Ritter, schön und gut. Aber das er ihr vorhielt, dass sie wolle, dass er kein Ritter mehr sei, war zuviel. Sie nahm Rücksicht auf ihn, auf seinen Stand, auf seine Arbeit. Und das war der Dank? Sie konnte nicht mehr, sie wollte nicht mehr, sie hatte nicht die Kraft sich diesem Streit auszusetzen. Wütend knallte sie den Umhang mit dem Wappen der Allianz sowie die Schärpe vor seine Füße. Sollte er doch alleine glücklich werden, wenn sie so Fehl am Platz war. Sie eilte hinter das Haus, weg von ihm, ließ sich an der Steinmauer auf den Boden sinken, während Rolosin sich an den Abhang setzte, der in das Meer mündete. Immer wieder hörte sie leise die Steine in das Wasser plumsen. Dieser Hornochse, was bildete er sich ein? Tränen liefen über ihre Wangen. Aber warum konnte sie dieses Gelände nicht verlassen?
Natürlich. Weil sie diesen Hornochsen liebte. Weil sie ohne ihn nicht mehr sein wollte. Aber dennoch bekam sie Zweifel. War alles viel zu schnell gegangen? Schwellte ihre Liebe schon wieder ab? Warum hatte sie sich verdammt nochmal auf das alles eingelassen? Sie wischte sich die Tränen weg und ging zu den Pferden.
Er legte den Arm um sie. Jez wusste nicht, wie sie sich fühlen sollte. Sie fühlte sich so zuhause in seinen Armen und doch war sie ihm auf einmal so fremd. Hatte er das alles ernst gemeint? Aber er stand neben ihr, stempelte sich selbst als Hornochse ab und das er es nicht so gemeint habe, er hätte nur Angst gehabt. Sollte sie ihm glauben? Die Frage war überflüssig, sie tat es eh. Und sie kuschelte sich in seine Arme, genoß seine Nähe, liebte es, wenn er ihre Lippen berührte. Sie liebte alles an ihm... und irgendwann konnte sie ihre Liebe zu ihm auch öffentlich zeigen.
Und wieder prasselte der Regen auf sie nieder, wobei Rolosin sie auf seine Arme hob und nach Hause trug. Und nun lag sie neben ihm im Bett. Er schlief längst. Sie machte sich Gedanken. Sie war ihm heute, vor wenigen Minuten noch, so nah gewesen. Aber sie hatte nicht weiter nachgedacht. Ihr Gehirn hatte sich ausgeschalten, die Berührungen hatten ihren Verstand wie weggepustet. Und jetzt lag sie mit dem Mann, den sie liebte, in den selben Laken. Irgendwie machte es sie glücklich, aber dennoch blieb die Sorge. Eine unbegründete Sorge, wie sich sicherlich noch herausstellen würde.
So saß sie dort in mitten der Schafe, mal wieder. Sie entdeckte Marlon, oder wohl eher entdeckte er sie. Und sie sprachen miteinander. Jez kannte nicht viele Menschen, dies war ihr auch gar nicht soo wichtig. Aber Marlan, den mochte sie. Von Anfang an hatte sie ihn irgendwie in ihr Herz geschlossen, wenn auch nur auf freundschaftliche Basis. Und so erzählte sie ihm, was sie bedrückte. Ihre Sehnsucht, die sie den Tag über hatte. Er verstand sie, ihm ging es ja nicht anders. Bis auf das es bei ihm fast noch schlimmer war, seine Angebetete ließ sich verleugnen.
Und dann schien auf einmal alles zu eskalieren. Es begann zu regnen, Jez und Marlan flüchteten sich in die Hallen der Allianz, nachdem er ihr tröstend die Hand auf die Schulter gelegt hatte. Durchnässt trat sie in die Hallen ein, fluchte etwas von "Schon wieder umziehen!" und stockte, als sie Rolosin sah. Es ging im gut, das erleichterte sie. "Na sieh mal einer an!" sagte Marlan, deutete auf Rolosin. Doch schien er nicht bester Laune. Am Fenster saß er, hatte er vielleicht gesehen, wie Marlan ihr die Hand auf die Schulter gelegt hatte?
Sie verstand seine Reaktion nicht. Wie konnte er Marlan nur so anzicken? Das war nicht der Mann, den sie kannte. Was war nur in ihn gefahren? Sie bekam Angst, sie flüchtete sich aus der Tür, raus ins Freie. Rolosin wusste doch, dass sie ihn gern hatte, dass er ihr Herz erobert hatte. Er kam ihr nach, kniete sich vor sie, fragte, was sie hätte. Und die Situation eskalierte noch mehr. Sie erzählte ihm, dass sie ihn vermisst habe, Angst um ihn gehabt habe. Aber er schien es nicht hören zu wollen, aus irgend einem Grund verfingen sie sich in einem Mißverständnis nach dem anderen.
Er schimpfte sie in Grund und Boden. Machte ihr Vorwürfe. Innerlich tobte sie, sollte sie ihn nun an die Gurgel gehen? Er war Ritter, schön und gut. Aber das er ihr vorhielt, dass sie wolle, dass er kein Ritter mehr sei, war zuviel. Sie nahm Rücksicht auf ihn, auf seinen Stand, auf seine Arbeit. Und das war der Dank? Sie konnte nicht mehr, sie wollte nicht mehr, sie hatte nicht die Kraft sich diesem Streit auszusetzen. Wütend knallte sie den Umhang mit dem Wappen der Allianz sowie die Schärpe vor seine Füße. Sollte er doch alleine glücklich werden, wenn sie so Fehl am Platz war. Sie eilte hinter das Haus, weg von ihm, ließ sich an der Steinmauer auf den Boden sinken, während Rolosin sich an den Abhang setzte, der in das Meer mündete. Immer wieder hörte sie leise die Steine in das Wasser plumsen. Dieser Hornochse, was bildete er sich ein? Tränen liefen über ihre Wangen. Aber warum konnte sie dieses Gelände nicht verlassen?
Natürlich. Weil sie diesen Hornochsen liebte. Weil sie ohne ihn nicht mehr sein wollte. Aber dennoch bekam sie Zweifel. War alles viel zu schnell gegangen? Schwellte ihre Liebe schon wieder ab? Warum hatte sie sich verdammt nochmal auf das alles eingelassen? Sie wischte sich die Tränen weg und ging zu den Pferden.
Er legte den Arm um sie. Jez wusste nicht, wie sie sich fühlen sollte. Sie fühlte sich so zuhause in seinen Armen und doch war sie ihm auf einmal so fremd. Hatte er das alles ernst gemeint? Aber er stand neben ihr, stempelte sich selbst als Hornochse ab und das er es nicht so gemeint habe, er hätte nur Angst gehabt. Sollte sie ihm glauben? Die Frage war überflüssig, sie tat es eh. Und sie kuschelte sich in seine Arme, genoß seine Nähe, liebte es, wenn er ihre Lippen berührte. Sie liebte alles an ihm... und irgendwann konnte sie ihre Liebe zu ihm auch öffentlich zeigen.
Und wieder prasselte der Regen auf sie nieder, wobei Rolosin sie auf seine Arme hob und nach Hause trug. Und nun lag sie neben ihm im Bett. Er schlief längst. Sie machte sich Gedanken. Sie war ihm heute, vor wenigen Minuten noch, so nah gewesen. Aber sie hatte nicht weiter nachgedacht. Ihr Gehirn hatte sich ausgeschalten, die Berührungen hatten ihren Verstand wie weggepustet. Und jetzt lag sie mit dem Mann, den sie liebte, in den selben Laken. Irgendwie machte es sie glücklich, aber dennoch blieb die Sorge. Eine unbegründete Sorge, wie sich sicherlich noch herausstellen würde.
-
Jezebel van Elyn
"Ich warte ja noch auf die nächste Überraschung!" Marlan starrte ihr dabei so unsagbar deutlich auf ihren Bauch, als wolle er durchaus mitteilen, dass er nur noch darauf wartete, dass sie Nachwuchs bekamen. Sie lächelte nur und meinte, dass es durchaus noch dauern würde, schließlich waren sie noch nicht einmal verlobt. Fast ungeduldig schien Marlan zu sein, als es darum ging, Rolosin unter die Haube zu bringen. Irgendwie fand sie das ja süss... Sie hoffte nur, dass er - Marlan - sehen würde, was gut für ihn war und was nicht. Aber trotzdem ließ es sie nicht los, dass ihr Liebster zu Dalana gesagt haben soll, dass sie ins Kloster gehen solle. Aber das würde sie Rolosin selbst noch fragen.
Sie sperrte die Türe auf. Schien so, als wär niemand zuhause. Schon merkwürdig, dass sie die Räumlichkeiten längst mit Rolosin teilte. Irgendwann würde sie sich auch ihr eigenes Haus leisten können, da war sie sich sicher. Vielleicht nicht allzu schnell, aber andererseits war es bis dahin auch gar nicht mehr nötig. Rolosin kam die Treppen hinab. Er war doch zuhause. Es war schön ihn zu sehen, das wohlige Gefühl umhüllte ihre Seele, als er sie zu sich in die Arme zog.
"Ich soll was?" Rolosin sah sie nachdenklich und grübelnd, vielleicht auch mit einem Funken Zorn in den Augen an. "Sie sagt zu mir: 'Dann geh ich halt ins Kloster'! Und ich sag ihr nur, dass sie das doch machen soll. Dachte sie ich würde sie aufhalten? Ist doch ihre Entscheidung!" Jezebel nickte. Und innerlich war sie erleichtert, dass sie sich in ihrem Liebsten nicht getäuscht hatte. Jetzt musste sie irgendwann nur noch Marlan finden und ihm das erzählen, bevor er mehr oder weniger ohne Grund auf Rolosin einreden würde und vermutlich noch Unmut zwischen beiden entstand.
Frauen waren schon kompliziert, das merkte sie oftmals selbst. Vor allem, wenn auch noch Gefühle im Spiel waren. Aber für den Moment ließ sie die Augen einfach geschlossen und träumte sich irgendwohin, wo sie sich irgendwann auch noch befinden würde. In einer großen Menge Menschen, als schönste Frau für diesen einen Tag - auf dem Weg zum Altar.
Sie sperrte die Türe auf. Schien so, als wär niemand zuhause. Schon merkwürdig, dass sie die Räumlichkeiten längst mit Rolosin teilte. Irgendwann würde sie sich auch ihr eigenes Haus leisten können, da war sie sich sicher. Vielleicht nicht allzu schnell, aber andererseits war es bis dahin auch gar nicht mehr nötig. Rolosin kam die Treppen hinab. Er war doch zuhause. Es war schön ihn zu sehen, das wohlige Gefühl umhüllte ihre Seele, als er sie zu sich in die Arme zog.
"Ich soll was?" Rolosin sah sie nachdenklich und grübelnd, vielleicht auch mit einem Funken Zorn in den Augen an. "Sie sagt zu mir: 'Dann geh ich halt ins Kloster'! Und ich sag ihr nur, dass sie das doch machen soll. Dachte sie ich würde sie aufhalten? Ist doch ihre Entscheidung!" Jezebel nickte. Und innerlich war sie erleichtert, dass sie sich in ihrem Liebsten nicht getäuscht hatte. Jetzt musste sie irgendwann nur noch Marlan finden und ihm das erzählen, bevor er mehr oder weniger ohne Grund auf Rolosin einreden würde und vermutlich noch Unmut zwischen beiden entstand.
Frauen waren schon kompliziert, das merkte sie oftmals selbst. Vor allem, wenn auch noch Gefühle im Spiel waren. Aber für den Moment ließ sie die Augen einfach geschlossen und träumte sich irgendwohin, wo sie sich irgendwann auch noch befinden würde. In einer großen Menge Menschen, als schönste Frau für diesen einen Tag - auf dem Weg zum Altar.
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Jezebel van Elyn
Sie saß unter einem der Apfelbäume. Vielleicht war es nicht gerade Sinn der Sache, dass sie dort in ihrem schönen Rock im Gras saß, aber für den Moment war es ihr egal. Gerade wünschte sie sich nichts sehnlicher, als die Welt wieder mit Kinderaugen sehen zu können?
Kinder. Ein Thema, worüber sie sich nie ernsthaft Gedanken darüber gemacht hatte. Sie, Jezebel, und Kinder? Das war doch alles so fürchterlich weit weg von ihr. Auf der anderen Seite war sie mittlerweile bald 30. Da sollte man sich langsam doch Gedanken über sowas machen, oder? War sie in dieser Hinsicht etwas unterentwickelt? Es war einfach nie an der Zeit gewesen, darüber nachzudenken. Aber mittlerweile? Sie war vergeben, sie war glücklich mit ihrer Beziehung zu diesem Menschen. Sie lebten zusammen. Sie standen gemeinsam auf, sie schliefen gemeinsam ein. Sie aßen gemeinsam an einem Tisch - sie führten ein Leben. Und doch versteckten sie sich. Jede einzelne Berührung genoß sie. Und die Zeit wollte einfach nicht vergehen. Dabei wusste sie doch tief in ihrem Herzen, dass es nur noch diesen einen Mann für sie geben würde.
Und doch hasste sie es. Sie hasste es manchmal wirklich zu lieben. Das machte einen so anders, so verletzlich. So... weich und absolut untauglich, sich auf irgendwas zu konzentrieren. Schmetterlinge im Bauch, Sehnsucht und absolute Konzentrationsschwächen. Das Bedürfnis, den Menschen am besten sofort für immer an der Seite zu haben. Aber das würde noch dauern...
Was würde sie erwarten, wenn sie wirklich verlobt waren?
Was würde sie erwarten, wenn sie geheiratet hatten?
Bekam sie langsam Angst? Panik davor, mit dem Menschen, den sie so liebte, das größte Geschenk Temoras zu bekommen? Den Segen, einen Bund der Ehe einzugehen? Ihr wurde schlecht. Dabei waren sie doch beide schon mehr oder weniger wie ein Ehepaar? Was war nur mit ihr los?
Kinder. Ein Thema, worüber sie sich nie ernsthaft Gedanken darüber gemacht hatte. Sie, Jezebel, und Kinder? Das war doch alles so fürchterlich weit weg von ihr. Auf der anderen Seite war sie mittlerweile bald 30. Da sollte man sich langsam doch Gedanken über sowas machen, oder? War sie in dieser Hinsicht etwas unterentwickelt? Es war einfach nie an der Zeit gewesen, darüber nachzudenken. Aber mittlerweile? Sie war vergeben, sie war glücklich mit ihrer Beziehung zu diesem Menschen. Sie lebten zusammen. Sie standen gemeinsam auf, sie schliefen gemeinsam ein. Sie aßen gemeinsam an einem Tisch - sie führten ein Leben. Und doch versteckten sie sich. Jede einzelne Berührung genoß sie. Und die Zeit wollte einfach nicht vergehen. Dabei wusste sie doch tief in ihrem Herzen, dass es nur noch diesen einen Mann für sie geben würde.
Und doch hasste sie es. Sie hasste es manchmal wirklich zu lieben. Das machte einen so anders, so verletzlich. So... weich und absolut untauglich, sich auf irgendwas zu konzentrieren. Schmetterlinge im Bauch, Sehnsucht und absolute Konzentrationsschwächen. Das Bedürfnis, den Menschen am besten sofort für immer an der Seite zu haben. Aber das würde noch dauern...
Was würde sie erwarten, wenn sie wirklich verlobt waren?
Was würde sie erwarten, wenn sie geheiratet hatten?
Bekam sie langsam Angst? Panik davor, mit dem Menschen, den sie so liebte, das größte Geschenk Temoras zu bekommen? Den Segen, einen Bund der Ehe einzugehen? Ihr wurde schlecht. Dabei waren sie doch beide schon mehr oder weniger wie ein Ehepaar? Was war nur mit ihr los?
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Jezebel van Elyn
Die Tage schlichen dahin. Umgeben von ihren Tieren fühlte sie sich wohl, - wobei, es war falsch zu sagen, daß es ihre Tiere waren. Aber sie kümmerte sich um diese, als wären es ihre eigenen - als wären sie ihr eigen Fleisch und Blut.
- Und es war eine gute Ablenkung, die sie zwischen all den Stoffen und Schnittmustern hatte. Würde sie jemals mit ihrer Ausbildung fertig sein? Und wo war überhaupt ihr Ehrgeiz hin?
Sie lief durch die Grafschaft. Spaziergänge dienten dazu, klare Gedanken zu fassen. Hier und da liefen Passanten und Wachmänner an ihr vorbei.
"Gehört... wurde getötet!" ... "Kaum zu glauben!" ...
Das die Leute sich immer über alles unterhalten mussten, nicht einmal in Ruhe konnten andere Menschen sterben. Sie lief weiter.
" ... großes Leid ... Frau verliert!"
Jez seufzte auf. Wer war gestorben? Vielleicht sollte sie doch einmal genauer hinhören und nicht in ihren Tagträumen versinken.
"Eileen von Hohenfels - tot!"
Jezebel schluckte. Sie hatte den Grafen am Abend des Theaters kennengelernt, er war ihr auf Anhieb symphatisch gewesen. Ganz anders war er, als sie ihn sich vorgestellt hatte. Man spürte seine Herzlichkeit deutlich, so hatte er es ihr auch nicht angekreidet, dass sie so lange mit dem Rücken zu ihm stand. Unhöflich von ihr, aber sie hatte ihn nicht kommen hören und auf das Zuppeln an ihrem Umhang durch Rolosin auch erst zu spät reagiert. Was würde er nun durchmachen? Er tat ihr so fürchterlich leid. Wie schlimm musste es sein, seinen Partner, den Menschen, mit dem man den Rest des Lebens verbringen möchte, auf so grausame Art und Weise zu verlieren?
- Die Erinnerungen schweiften zurück. Zurück zu dem Tag, an dem sie ihre Eltern verlor. Als sie mit eigenen Augen sah, wie sie kaltblütig erstochen wurden. Es tat ihr in der Seele weh, dass sie nichts hatte tun können. Keinen Moment gab es, den sie hätte ändern können. Nicht den Zeitpunkt, als sie das Haus verließen. Und auch nicht den Zeitpunkt, als der schwarze Reiter um das Eck bog. Selbst ihr Schrei, als sie die Klinge erspähte, war nicht zu spät, doch blieb ihren Eltern nur wenige Millisekunden, die sie nicht hatten.
Sie verstand, wie Adrian sich fühlen musste. Und sie wünschte ihm in Gedanken Kraft, dass er nicht daran zerbrechen würde. Die Toga, wie auch den Rock und das Hemd tränkte sie in der schwarzen Farbe. Auch, wenn es niemand von ihr verlangen würde, sie kleidete sich in diesen Farben, - um ihren Eltern erneut eine Ehre zu erweisen, - und auch um Adrian, - eher noch Eileen, - die letzte Ehre zu erweisen.
Manchmal war es so unverhofft an der Zeit, sich von einem Menschen zu verabschieden. Es brannte so sehr im Herzen, wenn der Mensch nicht einmal mehr fühlen kann, wie sehr man ihn geliebt hat. Jezebel schloß die Augen. Niemandem wünschte sie dieses Lied, - niemandem. Absolut niemandem.
- Und es war eine gute Ablenkung, die sie zwischen all den Stoffen und Schnittmustern hatte. Würde sie jemals mit ihrer Ausbildung fertig sein? Und wo war überhaupt ihr Ehrgeiz hin?
Sie lief durch die Grafschaft. Spaziergänge dienten dazu, klare Gedanken zu fassen. Hier und da liefen Passanten und Wachmänner an ihr vorbei.
"Gehört... wurde getötet!" ... "Kaum zu glauben!" ...
Das die Leute sich immer über alles unterhalten mussten, nicht einmal in Ruhe konnten andere Menschen sterben. Sie lief weiter.
" ... großes Leid ... Frau verliert!"
Jez seufzte auf. Wer war gestorben? Vielleicht sollte sie doch einmal genauer hinhören und nicht in ihren Tagträumen versinken.
"Eileen von Hohenfels - tot!"
Jezebel schluckte. Sie hatte den Grafen am Abend des Theaters kennengelernt, er war ihr auf Anhieb symphatisch gewesen. Ganz anders war er, als sie ihn sich vorgestellt hatte. Man spürte seine Herzlichkeit deutlich, so hatte er es ihr auch nicht angekreidet, dass sie so lange mit dem Rücken zu ihm stand. Unhöflich von ihr, aber sie hatte ihn nicht kommen hören und auf das Zuppeln an ihrem Umhang durch Rolosin auch erst zu spät reagiert. Was würde er nun durchmachen? Er tat ihr so fürchterlich leid. Wie schlimm musste es sein, seinen Partner, den Menschen, mit dem man den Rest des Lebens verbringen möchte, auf so grausame Art und Weise zu verlieren?
- Die Erinnerungen schweiften zurück. Zurück zu dem Tag, an dem sie ihre Eltern verlor. Als sie mit eigenen Augen sah, wie sie kaltblütig erstochen wurden. Es tat ihr in der Seele weh, dass sie nichts hatte tun können. Keinen Moment gab es, den sie hätte ändern können. Nicht den Zeitpunkt, als sie das Haus verließen. Und auch nicht den Zeitpunkt, als der schwarze Reiter um das Eck bog. Selbst ihr Schrei, als sie die Klinge erspähte, war nicht zu spät, doch blieb ihren Eltern nur wenige Millisekunden, die sie nicht hatten.
Sie verstand, wie Adrian sich fühlen musste. Und sie wünschte ihm in Gedanken Kraft, dass er nicht daran zerbrechen würde. Die Toga, wie auch den Rock und das Hemd tränkte sie in der schwarzen Farbe. Auch, wenn es niemand von ihr verlangen würde, sie kleidete sich in diesen Farben, - um ihren Eltern erneut eine Ehre zu erweisen, - und auch um Adrian, - eher noch Eileen, - die letzte Ehre zu erweisen.
Manchmal war es so unverhofft an der Zeit, sich von einem Menschen zu verabschieden. Es brannte so sehr im Herzen, wenn der Mensch nicht einmal mehr fühlen kann, wie sehr man ihn geliebt hat. Jezebel schloß die Augen. Niemandem wünschte sie dieses Lied, - niemandem. Absolut niemandem.